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Achtung, Gewaltmusik!

Rap und Rock sind Musikarten, die ihre Zuhörer angeblich zu potenziellen Straftätern machen. Dies glaubt Klaus Miehling, ein in Freiburg lebender Doktor der Musikwissenschaften. Die These steht in Miehlings neuem Buch „Gewaltmusik – Musikgewalt“. Als Lösung für dieses Problem empfiehlt der Autor einen radikalen Schnitt, der Popmusik durch klassische Musik ersetzt. Mit Klaus Miehling spricht fudder über seine streitbaren Ansichten und seine moralische Bewertung von „Gewaltmusikhörern“.

Slayer

Herr Miehling, ich höre DMX, Bob Dylan und Goldie. Sie bezeichnen das als Gewaltmusik. Trotzdem bin ich nicht kriminell. Warum?


Klaus Miehling: Nicht jeder, der raucht, bekommt Lungenkrebs. Dennoch wird niemand die Gefährlichkeit des Rauchens abstreiten. Beispielsweise wissen wir auch, daß Fernsehen – statistisch gesehen – „dick, dumm und gewalttätig“ macht, obwohl das natürlich die meisten für sich persönlich abstreiten würden. Kriminalität beziehungsweise der Charakter, der dazu führt, ist etwa zu 50 Prozent in den Genen angelegt. Der Rest sind Umweltfaktoren. Von diesen ist Gewaltmusik einer der wirksamsten aber nicht der einzige.

Was ist Gewaltmusik?


Musik, die Gewalt im weitesten Sinne klanglich ausdrückt. Das ohrenfälligste dabei ist das Schlagzeug, das ja akustisch nichts anderes darstellt als Schläge, Schüsse, Explosionen und dergleichen. Aber die Gewalt kann auch im verzerrten Klang einer E-Gitarre und in der Aggressivität der menschlichen Stimme liegen. Das sind keine Randerscheinungen, sondern es betrifft die Mehrheit der sogenannten populären Musik. Auch Mainstream-Pop ist aggressiv und deswegen Gewaltmusik.

Sie unterteilen die Musikstile in Ernste Musik (Klassik) und Gewalt-/Unterhaltungsmusik (Jazz, Pop, Rock, Rap, Heavy Metal). Ist diese Kategorisierung nicht etwas antiquiert?


Dass sich diese Kategorisierung so lange halten konnte, spricht für sie.Klaus MiehlingInzwischen hat man erkannt, daß der entscheidende Unterschied zwischen E- und U-Musik im Klang besteht und in der Art, wie die Musik vom Gehirn verarbeitet wird. Dies wurde durch neuere Untersuchungen physiologisch untermauert. Klassische Musik spricht auch die neueren kognitiven Schichten an, während Gewaltmusik vor allem das Stammhirn anspricht, und dort speziell den Aggressions- und Sexualtrieb.

Darf man Rap nicht vielmehr als ernsthaften, musikalischen Ausdruck der jungen, afroamerikanischen Gesellschaftsschicht verstehen?


Miehling: Ich würde nicht von „der“ jungen afroamerikanischen Gesellschaftsschicht sprechen. Gangstarap ist aber in der Tat der musikalische Ausdruck einer kriminellen Subkultur. Unsere Kinder und Jugendliche übernehmen mit der Musik auch die Werte dieser Subkultur. Es gab im vergangenen Jahr einen Artikel im „Stern“, in dem dies Lehrer, Sozialarbeiter und Schüler bestätigt haben. Die HipHop-Hosen, die meistens sehr weit runterhängen, sind eine Solidaritätsbekundung mit amerikanischen Strafgefangenen, die im Gefängnis keine Gürtel tragen dürfen. Es wurde auch festgestellt, dass Jugendliche der HipHop-Szene überdurchschnittlich oft sogenannte „Risikojugendliche“ sind, die über ein hohes Aggressionspotenzial und über kriminelle Energie verfügen.

Gibt es außer klassischer Musik noch andere Musikarten, die nicht gewaltaffin sind?


Es gibt Grauzonen, etwa im Bereich der Liedermacher oder des „klassischen“ Musicals. Hier genaue Grenzen zu ziehen, möchte ich mir nicht anmaßen.

Dre und Game

Der letzte Satz Ihres Buchs lautet: „Wir stehen vor der Aufgabe, unsere musikalische Umwelt radikal umzugestalten.“ Was genau schwebt Ihnen vor? Ein oktroyierter Rollback zu Bach, Mozart und Beethoven?


Meine Vision ist in der Tat eine Gesellschaft, die musikkulturell auf der klassischen Musik aufgebaut ist. Natürlich geht das nicht von heute auf morgen. Es muss ein Umdenkprozess stattfinden. Das Rauchen ist ein gutes Beispiel dafür. Es wurde immer mehr erschwert und eingeschränkt. Vielleicht wird am Ende tatsächlichein Verbot stehen, wie es dies auch schon für andere Drogen gibt. Übrigens wirkt auch bestimmte Musik auf das Gehirn wie eine Droge; das wurde wissenschaftlich festgestellt.

Sie sagen, dass Hörer klassischer Musik moralisch höher einzuschätzen sind als Gewaltmusikhörer. Dies begründen Sie anhand der Downloads von Musikstücken aus dem Internet. Ist dies nicht etwas oberflächlich argumentiert?


Es geht dabei um das illegale Herunterladen von Musik, das vor allem dem Verkauf von Gewaltmusiktonträgern geschadet hat, nicht dem Verkauf von Klassiktonträgern. Offenbar begehen Gewaltmusikhörer diese Straftat häufiger als Klassikhörer.Buch Aber das ist ja nur ein Argument von vielen in meinem Buch. So wurde in einer Untersuchung festgestellt, dass Klassikhörer in der Tat den geringsten „Deliquenz-Score“ haben, also seltener Straftaten begehen, und wenn doch, dann weniger schwerwiegende als Gewaltmusikhörer.

Sie haben mehrere Bücher und Aufsätze über Themen der klassischen Musik geschrieben. Warum treten Sie nun einen Kreuzzug gegen die Unterhaltungsmusik an?


Weil es notwendig ist, um unsere Gesellschaft ehrlicher und friedlicher zu machen und weil die Bücher anderer Autoren noch nicht zum Erfolg geführt haben.

Sind die von Ihnen ausgiebig zitierten Gewaltmusiker-Statements zu Gewalt, enthemmten Sex, Drogen, Leistungsverweigerung, Vulgarität und Kriminalität nicht vielmehr PR-Plattitüden, um eine gewisse Käuferschicht anzusprechen?


Wenn da wirklich so viel gelogen würde, spräche schon das gegen diese Musik. Was wären das für Menschen, die möchten, dass man sie für drogensüchtige, sexbesessene Verbrecher hält? Und das schlechte Vorbild für die Hörer wäre doch das gleiche! Was ist mit den fast zweihundert Musikern, die an Drogen gestorben sind? Was ist mit den Ausschreitungen im Umfeld von Konzerten, die schon über 200 Tote und zehntausende Verletzte gefordert haben? Im Netz können Sie sogar US-amerikanische Polizei- und Gerichtsakten einsehen, die Straftaten von Rapmusikern betreffen. Wenn sich unter tausenden von Fällen einige wenige als Falschmeldungen herausstellen sollten, würde das am Gesamtbild nichts ändern.

Wie hoch schätzen sie den Prozentsatz der Hörer, der die Texte der Gewaltmusiker versteht? Außer den gängigen Bezeichnungen wie „Fuck“, „Bitch“, „Motherfucker“ oder „Nigger“?


Es kommt auf das Verstehen überhaupt nicht an. Der Ausdruck und die Emotionalität dieser Musik ist Aggression. Die Hörer müssen sich mit dieser Aggression identifizieren, ansonsten könnten sie diese Musik nicht ertragen. Wenn ich diese Musik höre, habe ich Symptome fast wie bei einer Panikattacke. Damit jemandem diese Musik gefällt, muss er diese Aggression zu seiner eigenen machen und sagen „Ja ich habe auch diese Aggression!“ Es kommt also nicht auf das Verstehen der Texte an, sondern auf die in der Musik enthaltene Emotionalität.




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von anselm | 07.12.06, 15:06 | Kommentare (1394)
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Kommentare
Anzahl der Kommentare: 1394
adrian
Donnerstag, 07.12.06 15:31
 

Ah stimmt, da fällt mir auf, dass die ganzen Amokläufer auch immer Gewaltmusik hören. Da muss es einen Zusammenhang geben. Verbietet Gewaltmusik!!

Lajos
Donnerstag, 07.12.06 15:42
 

Freiheit für die Gummibären, weg mit den Tüten !!!
Interessante Ansätze, mir fehlt noch Pisa Studie, Aktionskünstler die sich mit Schweineblut übergiessen und eine Kontroversstudie in der "Gewaltmusik" der Schlagermusilk also der "heilen Welt" gegenübergestellt wird.
Demzufolge wäre die Gewaltmusik eine mögliche Ausdrucksform des "ausbrechens" des "anders seins" sich "auflehnen wollen".
mh? klingelts .....
F oxtrott U niform C harly K ilo.
Ce ya

david
Donnerstag, 07.12.06 15:50
 

Sehr geehrter Herr Dr. Miehling,

was würden die Herren Vai, Malmsteen und Petrucci zu Ihren Thesen wohl sagen? Entziehen Sie diesen Herrschaften doch quasi die Arbeitserlaubnis. Es ist doch kein Geheimnis, dass ein Gros der anspruchsvollen Rockgitarristen ihre musikalischen Wurzeln ganz und gar in der Klassik definieren, bei Bach, Mozart, Paganini usw. Ist Ihnen eigentlich das Genre Neoclassic ein Begriff? Rockbands wie Symphonie X oder Shadow Gallery? Meinen Sie wirklich, man solle soche Bands verbieten, bestehend übrigens aus handwerklichen Könnern mit klassischer Musikerausbildung?
Das fragt Sie ein leidenschaftlicher Hörer so genannter Gewaltmusik, zählen doch Kapellen wie Boltthrower, Overkill, Turbonegro und Opeth zu meinen akustischen Favoriten. Aggressiv macht mich diese Musik nicht, im Gegenteil. Harte Musik kann auch etwas sehr Reinigendes haben. Ich kenne übrigens eine ganze Reihe von Menschen, die "Master of Puppets" gleich neben Schuberts Klaviersonaten im Regal stehen haben. Wer sich ein wenig mit dem Sujet auseinandersetzt, wird viele, auch inhaltliche Parallelen feststellen. Up the irons!

potentieller gewalttäter
Donnerstag, 07.12.06 15:54
 

...hoffentlich wurde bei der herstellung dieses buches zartes papier verwendet. lesen will diesen käse ja bestimmt keiner, da kann man sich wenigstens noch den hintern mit abwischen.

Happy-Go-Lucky
Donnerstag, 07.12.06 15:59
 

"was wären das für Menschen, die möchten, dass man sie für drogensüchtige, sexbesessene Verbrecher hält?"

ähm - herr miehling? warum liefern sie fudder eigentlich ein fahndungsfoto???

LX
Donnerstag, 07.12.06 16:03
 

musik ist die beste droge die es gibt...

es haben sich schon vor hunderten von jahren
eingeborene mit trommeln (schlagzeug) in trance getanzt.
ich denke da ist nichts schlechtes dran.

auserdem gibts genug leute die bei klasischer musik
aggressiv werden und denen harte e-gitarrenmusik ein seliges lächeln aufs gesicht zaubert.

wie immer alles ansichtssache

Andrés
Donnerstag, 07.12.06 16:05
 

die aussagen dieses herrn miehling sind somit das schwachsinnigste, was ich jemals gelesen habe.
von statistik hat er überhaupt keine ahnung. vielleicht sollte er sich erst mal den unterschied zwischen korrelation und kausalem zusammenhang erklären lassen. solange sollte er aber die bemühung von statistiken bleiben lassen.

und die veranlagung zur kriminalität den genen zuzuschieben ist gleich wie der versuch in vergangenen zeiten straftäter an der form der nase, des kopfes oder sonst was erkennen zu wollen. es gibt zwar diverse wissenschaftler, die meinen es bestünde ein zusammenhang zwischen straffälligkeit und einem bestimmten enzym, jedoch ist diese these stark umstritten.

die bahauptung, dass ein schlagzeug schüsse, schläge und explosionen darstellt ist geradezu lächerlich. schüsse und explosionen gibt es noch nicht solang. rhythmus aber ist die absolute urform der musik. miehlings these nach müsste also der aller erste musiker in der geschichte der menschheit schläge nachgeahmt haben. eine behauptung, die sich niemals beweisen lässt und auch nur sehr schwer vorstellbar ist. falls es so gewesen wäre, läge aber der ursprung aller musik in der gewalt, und dann auch der klassischen.

TheScout
Donnerstag, 07.12.06 16:06
 

Gott wäre die Welt langweilig, wenn alle immer nur eine Stilrichtung toll fänden. Viel Spass beim Totlangweilen und bis da hin... LET`s ROCK!!!

JayJay
Donnerstag, 07.12.06 16:08
 

nur soviel: Mozart war in seiner Zeit ein Punk. Dass Bach nicht nur als Anfang und Ende der Musik gilt, sondern auch als Grundlage der Beatles (und damit der Popmusik insgesamt) sowie zahlreichen Metalbands, liest man immer wieder (und nicht nur im Metalhammer). ich sags mit einem Satz aus dem Musikunterricht: Geh Du alter Esel Hering fischen (Merksatz zum Qintenzirkel, oder wars der Quartenzirkel). Grundlage meiner Kindheitskarriere in der sakralen Chormusik. Bin über Abba-Queen und Metal zu Punkrock gekommen. Bin komischerweise Pazifist. bin ich krank? was lief da falsch, und das bei täglich 5 Stunden "Gewaltmusik".

adrian
Donnerstag, 07.12.06 16:21
 

Eines noch: Das Interview ist wahnsinnig spannend. Auch wenn die Aussagen von Herrn Miehling zunächst skurril klingen, einen Hintergrund haben sie ja schon. Wer Musik allein Musik hört, denkt sich gerne in eine andere Welt, und in der kann man sich im Gegensatz zur Realität auch auf krasse Art austoben. Das bleibt aber alles im Kopf, ich kann mir nicht vorstellen, dass Musik Auswirkungen hat auf das Verhalten im Alltag. Ich lasse mich da aber auch gerne überzeugen...

Die Reaktionen auf Herrn Wiehling sind übrigens sehr aggressiv. Ich finde, die Diskussion sollte nicht persönlich werden.

JustPunk
Donnerstag, 07.12.06 16:23
 

Yo.... also ich denke mal der Anteil der Jugendlichen die Gewaltmusik konsumieren ist etwa 99% .... Laut dieser Definition ist das ja alle Musik die auf irgendeine Form von Beat etc aufgebaut ist. Von TheExploited bis Jeanette Biedermann is da alles mit gemeint.
Hätte diese Musik tatsächlich auch nur im geringsten die beschriebene Wirkung wären wir alle tot, weil wir uns gegenseitig abgeschlachtet hätten.
Irgendwie wirkt dass einfach so als ob da jemand etwas verurteilt was er nicht versteht und das ihm deshalb suspekt ist.
Kampf der Vielfalt......
Gruß
Just Punk
PS: Musste neulich Mozart hören... mich persönlich macht dieses Gedudel aggressiv

Mathis
Donnerstag, 07.12.06 16:24
 

"Das ohrenfälligste dabei ist das Schlagzeug, das ja akustisch nichts anderes darstellt als Schläge, Schüsse, Explosionen und dergleichen"

Wenn dem so ist, dann war das 10-minütige Drumsolo von Dennis Chambers beim Santana-Konzert die beste und geilste Schießerei, die ich je erlebt habe!!! ;-)

Happy-Go-Lucky
Donnerstag, 07.12.06 16:29
 

@adrian: die aussagen von herrn wiehling sind übrigens auch extrem agressiv. nicht im ton, aber in der aussage.

@andrés: was würden die phrenologen denn über herrn wiehling sagen????

name
Donnerstag, 07.12.06 16:31
 

leben heisst veränderung und genau diese scheut der buchautor... wie bereits angesprochen wäre doch mozart während seiner zeit auch als rebellisch eingestuft worden, denn wie oft (zwar geschickt) umging er die gewöhnliche sonaten-hauptsatzform und veränderte sog. regeln der musik, um sich abzusetzen und seine interpretation der musik zu liefern...ist dieser komponist heute noch geschätzt?? wird er auch in hundert jahren noch diese popularität besitzen? beides mit JA zu beantworten, allerdings deshalb, weil er seinen zweifelsohne genialen melodien auch immer wieder neue momente hinzufügte und deshalb oft verlacht wurde.. musik muss sich verändern! musik wird sich verändern! wie david muss man hier bands wie opeth oder musiker wie vai oder petrucci nennen die die klassische musik mindestens genauso schätzen wie der buchautor und sie vielleicht auch gewaltmusik hörern näher bringen könnten...
ich denke ignorranz wie sie der autor an den tag legt ist viel schlimmer und gravierender als gansterrap, den es in zehn jahrennicht ,mehr geben wird...

name
Donnerstag, 07.12.06 16:33
 

ach ja ich vergas zu sagen:

SLAYER SLAYER SLAYER!!!!!!!!

Serienkiller
Donnerstag, 07.12.06 16:40
 

Und Serienkiller bzw. Psychopaten hören klassische Musik, zumindest im Film

markus
Donnerstag, 07.12.06 16:47
 

Ich finde das rührend was Sie, Herr Miehling, da behaupten. Das ist wenigstens mal eine originelle Art von Fundamentalismus. Eins macht mich allerdings stutzig: die fiesesten Gewaltverbrecher und Psychopaten der Kinoleinwand schätzen eher klassische Töne. Ich denke da z.B. an Alex und seinen geliebten Ludwig van.
Naja, Fiktion eben, aber zurück zur Realität - sie haben da ja offensichtlich einiges recherchiert: was hörten eigentlich die Nazis für Musik? etwa "entartete Negermusik" aus den USA, volkstümliches Rummsdiebumms oder gibt es doch auch E-Gewaltmusik, Herr Miehling? Ihrer Argumentation folgend, tippe ich bei so bösem Gesindel auf die "entartete Negermusik" - wahrscheinlich nur heimlich, aber dafür ordentlich laut (die Dosis macht das Gift!) - das ist doch ne Sensation für die Historiker! Bin sicher das die das in dem Ausmaß noch nicht wussten.

Andrés
Donnerstag, 07.12.06 16:57
 

@happy-go-lucky: tja, was würden sie sagen.....? das will wahrscheinlich heutzutage zum glück keiner mehr wissen.

Blockflöte
Donnerstag, 07.12.06 17:01
 

Das Buch ist übrigens ein richtiges Schnäppchen. € 98,00 !

Hugo
Donnerstag, 07.12.06 17:02
 

Was mich am Buchautor stört: Musik ist grundsätzlich eine Möglichkeit des Ausdrucks von Lebensgefühl und Zeitgeist.

@fudder: mich würde die Meinung des H. Mehling zu Themen wie Kunst, Bildhauerei usw. interessieren. Und Architektur und Design: gälte da Bauhaus (ich meine nicht die geile Band) bereits als "Evil". Und was ist mit Literatur, wo würde er da die Grenze ziehen (hisrorisch und genre-technisch).

super foxy
Donnerstag, 07.12.06 17:07
 

ich fände ein zusammentreffen von herrn miehling & mario held voll spannend...
ps: http://www.fiese-scheitel.de

Yell
Donnerstag, 07.12.06 17:48
 

Also echt, Humbug!

In der klassischen Musik wimmelts von Gewalt,Intrigen,ficken,Drogen,Perversereien,etc...
(symphonien,opern.what the hell..)

Schmarn, mehr sog i ned!

Mozart:
D´Gustav d´Gustav is dumm, so dumm, dass alle sich froget, ha isch noch des erlaubt?Das einer so blöd isch wie d´Gustav d´...

Eine Dosis NWA für unseren Schreiberling und endlich läuft mal jmd. "Erwachsenens" Amok..

Mathis
Donnerstag, 07.12.06 17:55
 

Gab es nicht vor einiger Zeit wegen irgendsoeinem Stück der klassischen Musik eine Schlägerei in einer Konzerthalle?????

Meine mich an sowas erinnern zu können, mein Musiklehrer erzählte sowas mal. Bitte um Hilfe, das wäre das Hammer-Gegenbeispiel!

Senf
Donnerstag, 07.12.06 18:38
 

Armer Kautz dieser Herr Miehling...

radiofee
Donnerstag, 07.12.06 18:57
 

sehr arm...
muuhaahaaa :-)


Nessie
Donnerstag, 07.12.06 19:00
 

Der Herr Miehling will die Welt verbessern... Wie süüüüüüüüß!!!!

chris
Donnerstag, 07.12.06 19:04
 

also mit diesem Quatsch steht der gute Herr Miehling sicher ziemlich alleine da,sogar bei seinen Kollegen.Da werden ja alle Ursprünge jeglicher Musik verleugnet zugunsten der "klassischen Musik".Es wurde schon Musik gemacht,da hat noch kein Mensch was von "Klassik" geahnt.Wie kann man bloss denken,die Welt würde gewaltfreier durch Klassikmusik,also so einen Quatsch kann der doch gar nicht ernst meinen.Völlig hirnrissig und wirklich auch etwas "auffällig" was der Hr.Miehling da so von sich gibt

fuenf
Donnerstag, 07.12.06 21:05
 

@chris (und die andere Kunstbanausen)
Aber aber! So feinfühlig und subtil differenziert sich Herr Miehling dieser Thematik widmet, rein wissenschaftlich, fern von polarisierenden Kategorisierungen (und wenn doch die ein oder andere eingestreut wird, dann nur, damit die ungebildete Leserschaft seinen sublimen Gedanken, die über 600 Seiten zieren, noch folgen kann), verträgt er sicher nicht diese kritischen (oder wie man eigentlich besser sagen müsste: Kretinschen) Töne!

_Lara
Donnerstag, 07.12.06 22:28
 

Umgekehrt betrachtet: Was ist mit Wagner, dem alten Antisemiten? Der hat die Nazis doch offen unterstützt, und seine Werke verbreiten das Nordisch-Arische als Ideal. Wenn das mal keine "böse" Musik ist, dann weiß ich auch nicht mehr.

kus
Donnerstag, 07.12.06 23:24
 

Dieses Video widerlegt Miehlings These: Man sieht eine Hochzeitsgesellschaft, die ausgelassen und fröhlich zur Musik der deutschen Metal-Hardcore-Punks Cock and Ball Torture (*ähm* = Penis- und Hodenfolter) tanzt. Here we go: click

;) via BoingBoing übrigens

lalala
Freitag, 08.12.06 00:30
 

ich hoffe, er hat ein paar sexy sexy statistiken, bei denen er auch schön den unterschiedlichen altersdurchschnitt von klassikhörern und raphörern etc. etc. rausgerechnet hat und das nicht alles nur beim mtv-kucken frei assoziiert. aber ich habe kein gutes gefühl. WAS IST MIT DEN DUTZENDEN, NEIN, HUNDERTEN MUSIKERN, DIE AN DROGEN GESTORBEN SIND !?!?!?!1ß11ß1ß1!? HÄ!?!?1?!?!"?ß1ß1?! er will mir doch nicht im ernst erzählen, daß z.b. der jägerchor im freischütz was anderes im gehirn auslöst als böser, böser rock? ich bange jedenfalls immer mit. "was glEIcht wohl auf ÄRden dem JÄgerverGNÜHÜgen / Wem SPRUdelt der BÄcher des LEbens so REICH?"

name
Freitag, 08.12.06 00:50
 

danke kus für dieses schmankerl!! ach die guten alten "cabt" mit einer der gutturalsten stimmen des ge"grind"es...

...ps was war denn damals mit den "sacre du printemps" kein mensch wollte sowas höre und heute ist das stück über jeden zweifel erhaben und wird als kulturell immens wichtig eingeschätzt und sogar an den schulen gelehrt!

der mensch gewöhnt sich an alles, herr miehling scheint nur etwas länger zu brauchen...

__kennt jemand "kehraus" von und mit g. polt? heisst da der versicherungsfuzi nich auch miehling, ne mehling, von mehling oder so??!!??::

name
Freitag, 08.12.06 00:51
 

ach ja:
SLAYER SLAYER SLAYER!!!

Müllmann
Freitag, 08.12.06 09:11
 

Cooler Artikel. Bei mir steht neben Master of Puppets übrigens Beethoven im Regal. Meisterwerke auf ihre Art...

Dabei fällt mir eine Geschichte ein:

Als ich bei einer ambulanten OP in den OP-Saal geschoben wurde, lief dort in voller Lautstärke Bach. Der Arzt meinte, es würde ihn beruhigen. Aber hat es ihm nicht vielleicht doch geholfen das Skalpell anzusetzen und mir das Augenlied aufzuschneiden?!?

Tobi
Freitag, 08.12.06 09:41
 

Das schlimme ist im Kern der Sache hat er recht.
Gewaltmusik / Gewaltspiele siehe Emsdetten / Offenburg....

Andrés
Freitag, 08.12.06 10:34
 

@_Lara: der genauigkeit halber ist anzumerken, dass richard wagner bereits 1883 gestorben ist und daher die nazis nicht offen unterstützt haben kann. antisemit war aber trotzdem, da hast du recht. er beklagte sich unter anderem über den einfluss der juden auf die musik.

ähnlich verhält es sich mit herrn miehling. er spricht es zwar nicht offen aus, aber er beklagt ja eigentlich den einfluss von afroamerikanern auf die heutige (u-) musik, die ja scheinbar nur sogenannte gewaltmusik hervorbringen. da stellt sich ja fast die frage: ist herr miehling etwa rassist?

das ganze erscheint mir mittlerweile so wahnwitzig, dass ich mich frage, ob es sich bei dem ganzen nicht um eine verarschung handelt. oder aber die inhalte von herrn miehling kommen in dem interview nur arg verzerrt rüber.

LEGOsteniker
Freitag, 08.12.06 11:00
 

halli hallo,

ein Freund von mir hat ne Karte für Motorhead am Montag in KA übrig.

Bei intersse bitte einfach ne Nachricht hinterlassen. :)

pooh
Freitag, 08.12.06 11:01
 

Miehling ist entweder Idiot oder Komiker. Habe selten so einen Schwachsinn gelesen. Hoffentlich erschießen ihn die Kanonen von Tchaikovskys "1812".

günther hetzer
Freitag, 08.12.06 11:09
 

miehling könnte genauso gut untersuchen, ob der übermäßige verzehr von suppengemüse gewaltauslösender sein kann, als etwa die bevorzugte nahrungsaufnahme durch klassische rohkost. in dieser verkürzung vermutlich ähnlich gehaltvoll.

Itios
Freitag, 08.12.06 11:21
 

Also ich fände es gut, weil bei allen Amokläufern der letzten Jahre neben Killerspielen auch Gewaltmusik gefunden wurde, und wenn wir schon dabei sind dann verbieten wir auch noch Filme wie Matrix, Schwarze Mäntel, Boxershorts, Zahnbürsten, Duschen, Frühstück, Mittagsessen, und nicht zu vergessen die Schule.... *Ironieaus*

So ein Quatsch....

david
Freitag, 08.12.06 11:24
 

@ name

:-) Kehraus, einer meiner Lieblingsfilme. Arno von Mehling, genau, gespielt vom großartigen Nikolaus Paryla: "Sagens, ich bin net da. Sagens, ich bin tot. Naa, tot net, aber....krank!"

Andrés
Freitag, 08.12.06 11:35
 

@kus und @name: ja, geil!!

"mei, der herr von mehling – das ist ein ganz ein gescheiter. dem macht so leicht keiner was vor. schon gar kein x für ein u."

auf ironische art, passt das auch hier... ;-)

tomster
Freitag, 08.12.06 11:40
 

fresse jetzt, oder ich knall euch alle ab!
oh - entschuldigung, sollte gar nicht so gewaltätig klingen. ich muss wohl zu viel musik von diesen aggresiven krawallmachern radiohead oder diesen permanent auf schlägerei gehenden sigur ros gehört haben.

kurze frage wegen gegenmaßnahmen: wagners richard, aka. der lieblingekomponist von adolf hitler - macht der mich dann weniger aggressiv? oder hatte das in dem fall nichts mit muski zu tun sondern eher mit aggressiven bärten?

freut sich schon auf die bücher: "gewaltfreies modelieren mit kartoffelpüree gegen pornograpie", "gewaltshopping und seine folgen" und natürlich "wie musik aus islamischen ländern alle hörer umgehend zu selbstmordattentätern macht"
weg mit der tolleranz!

linker
Freitag, 08.12.06 12:20
 

auszug aus dem buch:
http://www.hausarbeiten.de/faecher/hausarbeit/mus/22759.html

portraitseite:
http://www.mu[..]

Andrés
Freitag, 08.12.06 12:34
 

die portraitseite von herrn miehling lässt tief blicken:

wissenschaftliche arbeiten ausser der promotion: 0

haupttätigkeit: eurythmie-begleiter

linkempfehlungen: 4 seiten, die lärm bekämpfen, 1 seite für die reinhaltung der deutschen sprache, 1 seite für die "opfer" der deutschen bahn.


Andrés
Freitag, 08.12.06 13:24
 

kurzes zitat aus dem buch:
"Auch werden Diskotheken von vielen Jugendlichen, wie schon vor zwanzig Jahren (vgl. Mezger 1980), so gewiß noch heute, als Orte für die Anbahnung erotischer oder gar sexueller Kontakte genutzt. Das gehört durchaus hierher, denn der heutigen veröffentlichten Meinung zum Trotz läßt sich doch nicht leugnen, daß die heute als veraltet geltende Sexualmoral unserer Großeltern durchaus einen Sinn hat..."

zum thema wagner äussert er sich auch.

dieses elaborat ist noch haarsträubender als das interview....

david
Freitag, 08.12.06 14:05
 

@ Andrés

großartig, das hat ja fast schon studio braun qualität.

Andrés
Freitag, 08.12.06 14:12
 

@david: stimmt, vielleicht ist er ja auch studio braun fan. :-)

sowhat?
Freitag, 08.12.06 14:28
 

@ andrés: wer keinen sex hat, muss sich halt einreden, dass man ohne ein moralischerer mensch ist. :D

Amaru
Freitag, 08.12.06 16:12
 

Nun den nachdem wir ja demnächst damit leben müssen das wir nur noch pacman zoggn dürfen weil ja spiele wie CS und BF (counterstrike Battlefield) verboten werden ,
werden wir auch bald mit debatten im bundestag über Musik und deren soziale stellung für jungentlichen konfrontiert .
aber doch mal ganz im ernst diese argumentation is mehr als arm
ich spiele auch seit jahren gewaltspiele aber bin immer noch ned amokgelaufen eher ruhiger da ich frust ablassen kann
und höre auch rap bzw hip hop angefangen mit Tupac damals der wie viele wissen in dem hip hop krieg gestorben ist mit mehreren schüssen in den oberkörper
lauf ich deswegen mit ner waffe auf der strasse rum misshandle meine mitmenschen ?
ich sage nein den ich hab eine gute erziehung genossen und meine eltern haben mir beigebracht was ich aus dem tv glauben darf und was man besser nicht ernst nehmen sollte

darin sehe ich nämlich eher das problem das viele jugentliche nicht mehr den unterschied sehen können zwichen dem was ihnen in den reality shows und nachrichten aufgetischt wird
beste beispiel ist doch seit dem ersten amok lauf vor ein paar wochen wurde es hoch gespielt in den medien und seit dem gibt es soviele trittbrett fahrer
weil diese sich denken wenn ich somit aufmerksamkeit bekomme sollte ich das dann doch auch mal so machen

ich könnte noch mehr sagen doch es kommt immer aufs gleiche raus
ein gewisser teil der schuld trägt mit sicherheit die erziehung das umfeld
und ein gröserer teil denke ich die TV medien
also bitte lasst die künstler ihre musik machen und erzieht eure kinder richtig dann brauchen wir solch diskusionen nicht


ich bin raus cya

Bens
Freitag, 08.12.06 18:21
 

@ Amaru: Genau!

@ Topic:

Als Künstler und "Verursacher" von Gewaltmusik, macht mich ein Mensch wie Herr Miehling ja zum Täter. Diese Tatsache macht mich traurig und auch wütend, da es leider auch Menschen gibt, die nicht weit genug blicken um das Ganze zu sehen. Wohin das führen kann, sehen wir an unserer Geschichte.
Traurig macht mich auch die Intolleranz und das Schubladendenken das in diesem kurzen Überblick deutlich wird.

Sicherlich sind diese Thesen belegbar, so ging man vor 600 Jahren auch davon aus, dass die Erde eine Scheibe ist und bis vor einer Woche war die Existenz von Wasser auf dem Mars widerlegt.
Es ist in diesem Fall aber ein leichtes die gesamte Argumentation auszuhebeln in dem man sich Ursache und Wirkung vor Augen führt.

Kein GangstaRap ohne Gangsta
Keine Ballerspiele ohne Kriegsvorbild
Keine Gewaltmusik ohne Gewalt

Wenn man nun erkannt hat, dass auch ohne diese Musik schon die angeblichen Folgen existiert haben muss man wohl andere Gründe suchen. Auch dies ist nicht schwer, Arbeitslosigkeit, Perspektivlosigkeit, Verrohung durch Medien. Wenn man nun die Zunahme dieser Ursachen betrachtet, lässt sich auch eine Zunahme der Gewalt logisch erklären.
Genauso lässt sich jedes einzelne Argument des Herrn Miehling mit nur wenig Nachdenken entkräften.

Denkt also selber nach und zieht eure eigenen Schlüsse. Wohin uns solche Heuchler schon gebracht haben die nur die halbe und vorallem ihre Wahrheit erzählen ist sicherlich allgemein bekannt!


In diesem Sinne
Bens

Hardy
Freitag, 08.12.06 18:54
 

Ich bin beruhigt, dass es den meisten so geht wie mir. Ein ganz flaues Gefühl bekam ich beim lesen des Interviews. Und obwohl ich eine solche Gesinnung dem Interviewten auf keinen Fall unterstellen will, dachte ich auch intuitiv an kulturelle Maßregelungen und Unfreheit wie im dritten Reich. Gegen die Argumentation des H. Miehling wirkt das Schundbuch "Denn sie wollen nur Deine Seele" über Heavy Metal geradezu wie eine wissenschaftliche Doktorarbeit. Und Bens Einwurf zum Thema "finale" und "kausale" Betrachtungsweise trifft ins Schwarze. Habe selten etwas Dogmatischeres gelesen als die wenigen Sätze in diesem Interview des H. Miehling. Und wenn man dem obigen Link folgt, fällt mir nur ein, dass mir die Schulkinder leid tun, die er unterrichtet und denen mutmaßlich ein schlechtes Gewissen eingetrichtert wird, wenn sie in diesen Tagen für Bahar schwärmen, Pop und Rock hören oder die Ärzte gut finden. Ganz zu schweigen, sollte mal ein Schüler in der Slayer-Kutte aufschlagen. Alles sehr bedenklich und ich hoffe immernoch, dass der ganze Artikel ein ironischer Beitrag ist.

Johann
Freitag, 08.12.06 19:03
 

Der Typ wiederspricht dem, was Musik für mich ist. Alleine schon pauschal von DER klassischen Musik zu reden... was für ein Verbrechen an klassischer Musik. Immerhin sieht der Typ cool aus. Absoluter Beat-Mann mit lässigem Scheitel. Könnte Kiezgröße der Hamburger Schule sein. WG-Kollege von Rocko Schamoni und Brieffreund von Big Balls an the great white idot (kennt die jemand?).

hannes
Freitag, 08.12.06 20:14
 

das geilste detail an seiner biografie ist eindeutig der punkt "Übungsleiter für Blockflöte" huihui! respekt!

kus
Freitag, 08.12.06 20:30
 

interessanter Kommentar auf einer anderen Seite zu dem Thema:

"dafür gibt es bei hörern von "ernster musik" statistisch mehr wirschaftskriminalität als bei hörern von "gangstarap"

Da könnte was dran sein :)

Hansel
Freitag, 08.12.06 21:09
 

Herr Mehling bestätigt auf traurige Weise meine Vorurteile über Akademiker, die in ihrem Elfenbeinturm sitzen und eine sehr eingeschränkte Wahrnehmung von der realen Welt hier draussen haben. Mag sein, das er ein As in seiner Disziplin ist. Aber was soll man von jemandem erwarten, der die Welt nur über den Bücherrand und in selbstgefälligen Seminarrunden betrachtet? Traurig aber kein Wunder, das unsere Kinder Depressionen bekommen, wenn solche Leute voller missionarischem Eifer auf sie losgelassen werden.
P.S. Wette, der Herr spielt auch nur vom Blatt, getreu dem Motto "Improvisation ist Teufelswerk!"

hansel
Freitag, 08.12.06 21:11
 

Blöckflöten zu Pflugscharen!

Dr. Klaus Miehling
Freitag, 08.12.06 21:29
 

Die meisten der hier versammelten Reaktionen - aggressiv, emotional, unreflektiert - bestätigen, was ich über die Wirkungen von Gewaltmusik geschrieben habe. Hier nur einige Berichtigungen:

Zu „linker, 8.12., 12:20":
Die verlinkte Arbeit ist kein Auszug aus meinem Buch, sondern ein Aufsatz, den ich zuvor geschrieben hatte, und der nicht meinen aktuellen Kenntnisstand wiedergibt.

Zu „Andrés, 8.12., 12:34":
„die portraitseite von herrn miehling lässt tief blicken: wissenschaftliche arbeiten ausser der promotion: 0".
Das ist gelogen (typisch Gewaltmusikhörer!). Ich habe einschließlich des hier diskutierten Buches drei wissenschaftliche Bücher und fast fünfzig kleinere wissenschaftliche Arbeiten (in Fachzeitschriften, Sammelbänden u.ä.) geschrieben. Sie sind auf der angesprochenen Netzseite verzeichnet.
Mit Eurythmiebegleitung verdiene ich in der Tat den größten Teil meines Lebensunterhaltes. Das heißt jedoch nicht, daß ich Antroposoph wäre, oder daß es etwas mit meiner Einstellung gegenüber Gewaltmusik zu tun hätte. Außerdem ist es wohl ebensowenig eine Schande wie die monierten Verweise auf Anti-Lärm-Seiten, oder?

Zu „Hardy, 8.12., 18:54":
Ein Eurythmiebegleiter unterrichtet nicht, sondern spielt Klavier im Eurythmieunterricht, der von einer Lehrerin / einem Lehrer geleitet wird.

Zu „Hansel, 8.12., 21:09":
„Wette, der Herr spielt auch nur vom Blatt, getreu dem Motto 'Improvisation ist Teufelswerk!'"
Wette verloren! Gerade bei der Eurythmiebegleitung ist Improvisation sehr wichtig.

g-b-z
Freitag, 08.12.06 22:17
 

Dr. Klaus Miehling, ich bin ein ganz großer Fan! Wann kommen Sie denn das nächste mal nach Freiburg

Dr. Klaus Miehling
Freitag, 08.12.06 23:13
 

Wenn's ernst gemeint ist: Danke!
Ich wohne in Freiburg.

misantroph
Freitag, 08.12.06 23:16
 

Heieiei... ein Schöngeist rettet die Welt! Eine derart abstruse Abhandlung dieses Ausmaßes gelingt nur unter vollkommener Missachtung diverser Disziplinen - und scheitert auch daran! Wenn Dein einziges Werkzeug ein Hammer ist, wird aus jedem Problem ein Nagel...

Schülerin14
Freitag, 08.12.06 23:29
 

Das ist doch einfach lachhaft ! Man kann doch nicht sagen : der und der ist gewalttätig, nur weil diese Person vielleicht Ärzte oder Metallica o.ä. hört . Genauso wie mit Gewaltspielen ! Nicht jeder der diese Spiele spielt , läuft im nächstem Moment Amok. Zudem sollte man den Gedanken an diesen Umdenkprozess verwerfen, denn meiner Meinung nach sollte jeder das Recht haben , das zu tun (und die Musik) zu hören die ihm gefällt ! Man kann doch Leute nicht dafür bestrafen, dass sie laute und schnelle Musik hören und bevorzugen ! Fällt meiner Meinung nach auch unter das Individualismusgesetz (oder so ähnlich weiß ich gerade nicht) . Ich Zum Beispiel, bin Schülerin und höre ziemlich gerne Gruppen wie Turbonegro oder System of a down o.ä. Macht mich das gewaltätig???NEIN!! Da kann ich nur anderen zustimmen , die sagen, dass an den Amokläufern an den Schulen Größtenteils die Erziehung der Eltern und der Medien dran schuld ist !

caro
Freitag, 08.12.06 23:52
 

Herr Miehling, eine Frage: Welchen Stellenwert geben sie in der Entstehung von 'Gewalt' nicht-musikalischen Einflüssen wie etwa der sozialen Lage und der Erziehung?

Hoschi
Samstag, 09.12.06 00:17
 

@Schülerin14:
Das Argument entkräftet der gute Mann doch: Nicht jeder, der raucht, bekommt auch Lungenkrebs. Du bist die beglückwünschenswerte Ausnahme des Phänomens. Wenn ich nur auch so glücklich wäre. Neinnein, ich höre schon viel zu lange Gewaltmusik und beuge mich meinem von Herrn Miehling bestimmten Schicksal.

Brillenfan
Samstag, 09.12.06 00:51
 

"Das ohrenfälligste dabei ist das Schlagzeug, das ja akustisch nichts anderes darstellt als Schläge, Schüsse, Explosionen und dergleichen."

Dann aber bitte die bösen bösen Paukenschläge in der klassischen Musik mit einem "piep" überdecken.

Wer war der Doktorvater dieses Mannes? U. Bäumer, der bereits das Kultbuch "Wir wollen nur deine Seele - Rockszene und Okkultismus" schrieb?

Schon interessant womit man alles Geld verdienen kann. Oder mein "Gewaltmusik"verseuchtes Hirn arbeitet nicht mehr.
Aber irgendwo hat er ja auch Recht, wenn ich Scooter höre werd ich auch immer voll aggressiv und verprügel Tokio Hotel Fans. *gg*

Gudrun
Samstag, 09.12.06 00:58
 

ich sach nur "clockwork orange"

JazzImPark
Samstag, 09.12.06 01:05
 

Die Meinung von dem Herrn Miehling ist sehr interessant aber ernsthaft dagegen zu argumentieren wäre doch sowas wie Perlen-vor-die-Säue-werfen...

Brillenfan
Samstag, 09.12.06 01:31
 

P.S.:
Man bekommt den Eindruck, daß der Herr Dr. Miehling sich einige Jahre mit einem dicken Stapel Bücher und tausenden Statistiken (Steigerung von Lüge: Lüge, fatale Lüge, Statistik) in ein stilles Kämmerlein eingeschlossen hat, um sein Buch zu schreiben. chön von der Welt und vom Leben isoliert. Dabei nutzte er die Gelegenheit seinen individuellen Musikgeschmack zu propagieren und ein intolerantes "Alles andere ist schlecht" in die Welt hinaus zu rufen in Verbindung mit einem freiburgerischen "Alles verbieten!!"

Gewaltmusikhörer begehen mehr Straftaten als Klassikhörer durch illegalen Download ... aha ... ja, liegt daran, daß sie Gewaltmusik hören ... hahaha ... ich sehe das eher als Symptom des freien Marktes mit Angebot und Nachfrage. Heute war ich im "Rombach Klassik" Da sind die CD's schön nach Komponisten sortiert. Man findet unzählige CD's eines Werkes eines Komponisten von unzähligen Orchestern eingespielt. Klar kostet dann die Version einer tiefosteuropäischen Dorfkapelle weniger als die Version mit Karajan und den Wiener Philharmonikern. Geht man in eine 0815 CD Abteilung mit Gewaltmusik findet man dort nur den einen Künstler mit dem einen speziellen Album .. zu Preisen eines Kleinwagens. Lohnt sich die Ausgabe? habe ich grad 2 Stunden zeit mit das Album anzuhören um eine Kaufentscheidung zu treffen? Eher nicht. Also zu Hause runterladen, anhören wann immer es mir paßt und dann Kaufentscheidung treffen (ich hab 70% der Alben, die ich runtergeladen habe im Anschluß auch gekauft).
Die Aussagen des Herrn Miehling sind mir viel zu pauschalisiert, zu subjektiv und theorielastig. Aber 98 Euro? hey, das sind 5-6 Gewaltmusik CD's ... ;-)
am schönsten ist dieser Satz:
"...und weil die Bücher anderer Autoren noch nicht zum Erfolg geführt haben."
Es gibt eins, daß Erfolg hatte und auch noch hat ... es nennt sich "1984" von George Orwell.

name
Samstag, 09.12.06 02:12
 

@david@kus@andres:

um beim metaphorischer vergleich mit dem unbestrittenen meisterwerk (ich habs mir nochmals angesehen..) zu vergleichen:

"ja frau kuschmelka ich mach doch groad a eiakuar..morgens zwei eia mittags drei, nachmittag eins und am abend gibts a domatte extra..."
herr miehling schein t selbst in einer solcher kur gefangen zu sein und bemerkt nicht, wie viele krapfen er bereits gegessen hat..

"jetz woll ma aus dir e richdige spanierrin machen und dann kommst du mit solche krämpf.."

ja auch hier scheint herr miehling dass unifomierungsgesetz etwas falsch verstanden zu haben...

@herr miehling:
allergrössten respekt für ihrer mut !
selten sooo gelacht!
falls jemand in seinen namen schrieb, hut ab!!

Funny van Müllmann
Samstag, 09.12.06 14:00
 

Und dann hol ich aus der Truhe meine Eurythmieschuhe und bewege mich sehr elegant..

Macht essen nicht auch aggressiv? Laut Statistik haben 100% der Gewalttäter vorher mehr oder weniger regelmäßig gegessen....

huahu
Samstag, 09.12.06 14:17
 

"ganz zu schweigen von den psychischen Schäden, wenn der eine Partner eine dauerhafte Beziehung, der andere nur ein schnelles Abenteuer sucht."

Tjaja, und dann ein Buch schreiben...

Och Herr Miehling... ;(

Mathis
Samstag, 09.12.06 15:00
 

Immerhin gut, dass sich Herr Miehling hier persönlich äussert!

chermi
Samstag, 09.12.06 16:18
 

was ist mit stravinsky oder z.b. dem thema vom weißen hai? erzeugt das keine negativen gefühle weil es von einem großen streicherorchester gespielt wird oder was..., der mann entartet quasi sämtliche moderne musik seit ... der moderne halt!

alleine schon der begriff "gewaltmusik" und "-hörer" setzt die populär musik für mich auf ein level mit nazi-bands!
DER typ erzeugt in mir gewalt!

und leute wie nina simon und billie holiday machen mich echt rasend... gott sei dank bin ich kein schulkind mehr!

"Was ist mit den fast zweihundert Musikern, die an Drogen gestorben sind?" - wann, dieses jahr? wer ist überhaubt musiker... die junkies wie curt kobain oder miles davis laut seiner def. ja eher nicht oder?

chermi
Samstag, 09.12.06 16:44
 

und das noch:

mozart kannte sich doch bekanntlich in sachen sex echt gut aus! und ich wette bach hat seine kinder geschlagen! und das beethoven ziemlich griesgrämig war, ist doch auch bekannt!

mal darüber nachdenken, ob musik die gesellschaft formt, oder sie bloß widerspiegelt! - werden rap-musik -hörer zu kriminellen, weil sie die musik hören, oder hören sie die musik, weil sie aus einem ähnlichen millieu wie deren macher kommen, und sich desshalb mit ihr identifizieren?

ich kann dem interview nur oberflächlichkeiten und unlogiken entnehmen, aber um den mann nicht ganz zu verteufeln (und es ist ja auch nur ein kurzes interview... also sehr manipulierbar):
"Die Hörer müssen sich mit dieser Aggression identifizieren, ansonsten könnten sie diese Musik nicht ertragen." also die idee, und das was evtl. dahinter steckt, finde ich zumindest... interessant

Dr. Klaus Miehling
Sonntag, 10.12.06 00:01
 

zu „Schülerin14, 8. 12., 23:29":
„Da kann ich nur anderen zustimmen , die sagen, dass an den Amokläufern an den Schulen Größtenteils die Erziehung der Eltern und der Medien dran schuld ist !"
Ja, was sind denn die Medien? Radio, Fernsehen, CDs. Und was liefern sie zum großen Teil? Gewaltmusik! Daß die Erziehung der Eltern nur wenig ausrichtet, ist nachzulesen bei Judith Rich Harris: „Ist Erziehung sinnlos? Warum Kinder so werden, wie sie sind", Reinbek bei Hamburg 2002.

Zur Frage von „caro":
Zur Erziehung s.o. Die „soziale Lage" mag zwar in einem Zusammenhang mit erhöhter Gewaltbereitschaft stehen, aber kann eine „soziale Lage" einen Menschen gewalttätig machen? Daß Musik dagegen, so überraschend das zunächst klingen mag, die neuronalen Strukturen des Gehirns und damit unser Denken und Verhalten beeinflussen kann, ist wissenschaftlich erwiesen.

zu „Brillenfan", 9. 12., 0:51:
„Schon interessant womit man alles Geld verdienen kann."
Ich verdiene mit dem Buch kein Geld. Ich mußte mich am Druck mit einer vierstelligen Euro-Summe beteiligen und erhalte erst ab einer eventuellen zweiten Auflage ein Honorar. Damit müßte dann aber erst einmal die Druckbeihilfe getilgt werden ...

zu demselben, 1:31:
„Lohnt sich die Ausgabe?" (d.h. eine CD zu kaufen statt illegal herunterzuladen)
Schon allein diese Argumentation zeigt die kriminelle Energie. Das ist typisch für den Wertewandel, der in den 1960er Jahren durch die Verbreitung der Gewaltmusik kam: An die Stelle von Recht und Moral trat das reine Vorteilsdenken: Was bringt es mir?
Übrigens ist es bei klassischer Musik keineswegs egal, ob eine tiefosteuropäische Dorfkapelle, die Wiener Philharmoniker oder sonstwer spielt, da es in Werktreue und Interpretation große Unterschiede gibt.
In Orwells „1984" wurden übrigens die Leute mit einem Propagandasender zwangsbeschallt. Teilweise sind wir heute schon so weit. Denn an vielen Orten kann man sich nicht aussuchen, ob und welche Musik man hört. Und die Musik, die einem aufgezwungen wird, ist - welch Zufall!? - so gut wie immer Gewaltmusik.

zu „Funny van Müllmann":
Mit Verlaub, das Argument „Laut Statistik haben 100% der Gewalttäter vorher mehr oder weniger regelmäßig gegessen" ist ebenso albern wie Ihr Tarnname. Erstens essen wir alle, man kann also nicht zwischen Essern und Nicht-Essern vergleichen. Zweitens gibt es keine Hinweise darauf, daß Essen oder auch nur eine bestimmte Art der Nahrung aggressiv machen würde. Bei der Musik gibt es solche Hinweise aber in Hülle und Fülle. Deshalb hat das Buch auch so viele Seiten!

zu „chermi":
Wie das Thema vom „weißen Hai" klingt, weiß ich nicht; Stravinsky hat ganz unterschiedliches komponiert. Es mag Stücke geben, mit denen er in einen Grenzbereich kommt. Immerhin hatte er Alkoholprobleme und damit etwas mit vielen Gewaltmusikern gemeinsam ...
Ja, Nazi-Bands sind doch auch populäre Musik! Jedenfalls in dem Sinn, in welchem die Musikwissenschaft den Begriff verwendet. Daß es zwischen den verschiedenen Musikrichtungen populärer Musik graduelle Unterschiede in ihrem Aggressionsgehalt gibt, ist natürlich unbestritten.
„wer ist überhaubt musiker... die junkies wie curt kobain oder miles davis laut seiner def. ja eher nicht oder?"
Wie kommen Sie darauf? Natürlich sind Gewaltmusiker Musiker.

zu „chermi, 16:44":
Mozart war in seinen Briefen vulgär; immerhin waren sie nicht für die Öffentlichkeit bestimmt. Gewaltmusiker sind öffentlich vulgär. Daß Bach seine Kinder geschlagen hat, dazu gibt es nur eine einzige Anekdote; ich weiß nicht mehr, wo sie steht, und ob sie wahr ist. Man muß freilich sehen, daß Schläge damals eine übliche Erziehungsmaßnahme waren. Und (Beethovens) Griesgrämigkeit kann man doch wohl nicht mit dem kriminellen Verhalten vieler Gewaltmusiker auf eine Stufe stellen!
Und richtig: Das Gespräch hat eine Stunde gedauert; nur ein kleiner Teil ist hier wiedergegeben.

fuenf
Sonntag, 10.12.06 01:17
 

Ja, mann, endlich mal einen Tag erleben ohne schlechte Neuigkeiten, Filmen mit Gewalt, bösen Worten, Wutausbrüchen und ohne jemanden mit mieser Laune... peace out!

"So lange es Sex und Drogen gibt, brauche ich keinen Rock'n'roll!" - Die Jungs von Spinal Tap

sascha
Sonntag, 10.12.06 01:41
 

hehe ich find das ziemlcih lustig.
ein bisschen wie die kirche zur zeit der äufklärung?
also ist jede form von emotionaler musik gewaltmusik?

Wie stehts mit bela bartok? die klaviersonate sz.80 ist doch auch ziemlich heftig oder?

Jazz ist auch Gewaltmusik? Warum? Weil die Harmonien nicht wohlklingend sind?

Ist dann Arnold Schönberg auch Gewaltmusik?

Ihre Ansichten sind im musiktechnischen sind ziemlich 'rassistisch' wie ich finde. Warum sollen alle Leute ausschliesslich Musik hören von der wir kulturell,technisch,... so weit entfernt sind?Dürfen wir uns dann musiktechnisch nicht weiterentwickeln und uns an diese jahrhunderte alten konventionen binden?
Sollen wir die Revolutionen des Arnold Schönberg, des Miles Davis' oder auch des Frank Zappa's einfach vergessen und wieder ins Mittelalter zurückkehren?


Eine Frage habe ich noch. Wenn diese Gewaltmusik gewalttätig macht, warum gab es bis jetzt auf jedem Festival/Konzert auf dem ich war keine Schlägereien oder sonstige Ausschreitungen?


Ich denke aber immernoch, dass sie irgendein komiker wie ein gewisser Borat sind, der sich über leute lustig macht, die wirklich so denken^^

Hansel
Sonntag, 10.12.06 02:02
 

@Hr.Miehling: Gut finde ich, dass Sie Position beziehen - so lange diese diskutiert wird. Schlecht gefällt mir jede Art der schwarz/weiß-Malerei. Man kann alles und jeden in Schubladen packen, wenn es hilft ein (Ihr?) Weltbild zu festigen. Es fällt mir schwer in dieser Diskussion sachlich zu sein, wenn Sie ihre Thesen (ich nenne sie so) als unabänderliche Fakten darstellen. Wir sind es gewohnt (leider!) manipuliert zu werden. Von Wirtschaft, Politik UND Wissenschaft. Daher sehen sich Aussagen wie Ihre schnell heftiger Kritik ausgesetzt. Im Punkt Zwangsbeschallung stimme ich Ihnen zu, auch ich finde die Berieselung im halböffentlichen Raum (Supermarkt, Fahrstuhl, Bahnhof, Wartezimmer beim Arzt(!!) etc.) ziemlich oft unerträglich. Nur werden auch Sie es nicht schaffen, die Nebenwirkungen unserer Kultur "abzuschaffen". Wie stellen Sie sich das eigentlich vor?? Das haben schon Leute ganz anderen Kalibers versucht und sind gottseidank gescheitert.
Noch etwas. Sie sagen weiter oben: "Daß Musik dagegen, so überraschend das zunächst klingen mag, die neuronalen Strukturen des Gehirns und damit unser Denken und Verhalten beeinflussen kann, ist wissenschaftlich erwiesen."
Meine Frage dazu: Wenn die neuronalen Strukturen des Gehirns allein durch das Gehör schon dermassen beeinflusst werden können, was passiert denn dann wohl durch die Einflüsse der anderen Sinne? Hier wird der Einfluß des Gehörs in einem krassen Mißverhältnis zu den anderen Sinnen dargestellt. Was ist mit dem Tastsinn, dem Geruchssinn und erst mit den Augen? Wie sie wissen nimmt der Mensch seine Umwelt zum allergrößten Teil mit den Augen wahr. Das beeinflußt die neuronalen Strukturen eines Gehirns sicher in erheblichem Maße. Für die anderen Sinne gilt sinngemäß das Gleiche. Aber diese Überlagerungen ignoriert man in Fachkreisen gerne, denn so etwas verfälscht ja nur die eigenen Forschungsergebnisse und läßt die eigenen Arbeiten bei unkritischen Kollegen weniger strahlend dastehen!

hansel
Sonntag, 10.12.06 02:24
 

Welchen Stellenwert dieses Thema in Bildung, Forschung und Wissenschaft genießt läßt sich feststellen, indem man Literatur dazu recherchiert. (Katalog Deutsche Bibliothek, Buchhandelskataloge etc.) Viel Erfolg beim Suchen!

JustPunk
Sonntag, 10.12.06 03:17
 

"Come on stand up! This system, of power and privilege is about to come to an end.... here come the clouds, the first drop is falling down..." - Rise against

Das ist ein gewalttätiger Text, der zum aufstand aufruft...

Ich stelle jetzt mal eine andere These auf: Gewalt ist ein natürlicher Bestandteil des Menschen. Hierbei würde ich Gewalt sehr weit definieren. Musik ist Ausdruck von empfundenen Emotionen, dazu zählen Wut und Aggressionen. Wo wären wir wenn diese Dinge nicht aus uns raus könnten? Diese Gesellschaft und dieser Staat sind meiner Meinung nach zum knochenkotzen und ich bin heilfroh dass es Musik gibt die das artikuliert.

Die Musik muss ihnen nicht gefallen, sie sind zu alt. Aber nur weil ihnen etwas nicht liegt ist es noch lange nicht der Untergang des Abendlandes. Glauben sie mir, es gibt schlimmere sachen die es zu bekämpfen gilt...

Michael
Sonntag, 10.12.06 13:40
 

Hey.

das ist das abartigste was ich seit längerer Zeit gelesen habe.
Musik ist ein Mittel um Gefühle jeglicher Art zum Ausdruck zu bringen und kein gewaltverherrlichendes Medium!
Dieses dermaßen sinnlose Interview führt mich zu folgender These:

Klassiche Musik gmacht geisteskrank und sollte verboten werden.

Hoschi
Sonntag, 10.12.06 14:29
 

Sehr geehrter Herr Miehling,
mich macht ihre komplette Argumentation unglaublich aggressiv. Dabei bin ich sogar auf kaltem Entzug von Gewaltmusik, habe gestern tatsächlich nur Liedermacherei gehört (die Sie ja nicht komplett zur Gewaltmusik zählen). Der Einfluss der Gewaltmusik kann folglich nicht die Ursache für meine Aggressionen sein, vielleicht ist es die schiere Intoleranz ihrer Argumentation. Sie verweisen auf wissenschaftliche Beweise, die Ihre These unterstützen. Allerdings geben Sie keine an. Die knapp 100 Euro, die Ihr Buch kostet, kann ich mir, mit Verlaub, weder leisten noch möchte ich Sie in irgendeiner Weise finanziell unterstützen. Meine Forderung ist zuerst: Wo finde ich die unumstößlichen Weisheiten in Bezug auf neurologische Hirnfunktionen? Was Sie hier zur Zeit machen, ist Ihre eigene These mit ohne kritische Überprüfung zu belegen. Ich möchte Ihren Gedankengang gerne nachvollziehen können.

Mit freundlichen Grüßen,
moi

PS: Ich glaub ja immer noch an eine Veräppelung...zumindest hoffe ich, dass es keine Menschen gibt, die so einen Müll wirklich glauben...

philipp
Sonntag, 10.12.06 17:39
 

Das ist mal wieder ein Mann der Sorte welcher die Musik nicht verstanden hat. Er hat nicht einmal seine "eigene" klassische Musik verstanden. Warum kommt der Mensch nicht ohne Musik aus? Weil es eine erweiterte Art ist Gefühle und Empfindungen zu verarbeiten. Somit gehören Hass und Wut nun einmal auch dazu. Es ist traurig zu sehen wie verblendet doch manche immer noch sind. Sie denken sie haben den Stein der Weisen gefressen und haben dabei nicht einmal das für was sie kämpfen kapiert...

PS: Ach ja nochwas zum Thema Hass/Wut: Hat der Typ sich überhaupt schonmal den ersten Satz der 9. Synphonie von Dvorák angehört? DAS klingt beängstigend!

Andi
Sonntag, 10.12.06 17:49
 

Sehr geehrter Herr Miehling,

Ich habe gerade das Interview gelesen und bin über soviel intoleranz und schwarz-weiß Argumentation schockiert.
Ihrer Argumentation zufolge, kommt Gewalt und agressives Verhalten nur durch den Einfluss von Gewaltmusik auf das Gehirn zustande.
Da Wunder ich mich doch stark, wieso Hitler dann zu den größten Verbrechern der Menschheitsgeschichte zählt. Er hat fast keinen Alkohol getrunken, sich gesund ernährt und sicher keine Gewaltmusik gehört (die ja erst in den 50ern aufkam).
Wie siehts mit den Kriegen im Mittelalter aus? Hier fanden ja wohl zweifellos die blutigsten Schlachten der Geschichte statt. Dieses Maß an Aggression kann doch aber auch nicht von Gewaltmusik stammen (gabs zu der Zeit ja nicht).

Jetzt zur Gewaltmusik:
Wie können Balladen (die laut ihrer definition auch zur Gewaltmusik gehören) zu Aggressionen führen?
Wieso gehören Heavy Metal Konzerte zu den friedlichsten Veranstalltungen die es gibt?

Schläge waren also zur zeiten Bachs eine übliche Erziehungsmethode. Macht dieser Umstand die Tat (das schlagen von Kindern) denn weniger verwerflich?
Woher kam diese Aggression, wenn Bach keine Gewaltmusik gehört hat?

Wenn sie mir diese Fragen ohne Schwarz-Weiß Argumentation stichhaltig beantworten können, kann ich sie vieleicht ernst nehmen.

Mit freundlichen Grüßen

Andi

JUSTUS JONAS VON DEN DREI DETEKTIVEN
Sonntag, 10.12.06 18:09
 

Das Problem der Gewaltmusik wird sich bald von selbst erledigen, insofern können Sie aufatmen, Herr Dr. Miehling. Denn, wie Sie schon ganz richtig festgestellt haben, sind alle Gewaltmusikhörer latent kriminell und laden ihre Musik ausschließlich illegal aus dem Netz. Dadurch schaden sie der Gewaltmusikindustrie, welche daraufhin bankrott gehen wird. Und ohne Gewaltmusik werden bald alle Rapper ihre breiten Hosen und Goldketten gegen Fracks, die Rocker ihre E-Gitarren gegen Cembalos eingetauscht haben und die Welt wird endlich so sein, wie Sie sie sich immer gewünscht haben.
Sie hätten sich also den vierstelligen Betrag sparen können und gar kein Buch schreiben müssen.

Na ja, für's nächste mal dann eben...

oh.mein.gott.
Sonntag, 10.12.06 19:24
 

"[...] Schon 1929 erkannte ein Tanzkritiker im Tanz der ,,schwarzen Musik" Amerikas, aus der später die Rockmusik hervorging (nach Frith 1981, S. 30): ,,Männer und Frauen, die so tanzen, haben auch die Fähigkeit zur Gewalt" [...]"

aus: http://www.hausarbeiten.de/faecher/hausarbeit/mus/22759.html

soso, ein "Tanzkritiker"... ein deutscher, zufällig?

Wes Geistes Kind...
fassungslos: ich

Dr. Klaus Miehling
Sonntag, 10.12.06 23:14
 

zu „sascha, 10.12.06, 01:41"
Wie ich schon im Interview sagte: Es gibt eine Grauzone, und ich maße mir nicht an, für jedes Musikstück zu bestimmen, ob es Gewaltmusik ist oder nicht. Also mit aller Vorsicht:
Bartok: nein, Jazz: zum größten Teil, Schönberg: frühe, noch tonale Werke: nein / atonale Werke: ja, aber auf andere Weise als die „populäre" Gewaltmusik.
Meine Ansichten sind nicht „rassistisch", sondern begründet: Drückt Musik Emotionen aus und kann sie Emotionen beim Hörer hervorrufen? Ja! Gibt es auch negative, böse Emotionen? Ja! Kann Musik auch diese Emotionen ausdrücken? Ja, als Gewaltmusik!
„Sollen wir die Revolutionen des Arnold Schönberg, des Miles Davis' oder auch des Frank Zappa's einfach vergessen und wieder ins Mittelalter zurückkehren?"
Erstens: Nicht jede Revolution bringt Gutes. Zweitens: Klassische Musik im von mir gemeinten Sinn umfaßt sämtliche nicht-avantgardistische E-Musik bis in die Gegenwart.
„Wenn diese Gewaltmusik gewalttätig macht, warum gab es bis jetzt auf jedem Festival/Konzert auf dem ich war keine Schlägereien oder sonstige Ausschreitungen?"
Glück gehabt! Vielleicht haben Sie auch nur nicht mitbekommen, was in einer anderen Ecke des Saales oder nach dem Konzert auf der Straße passiert ist. In meinem Buch gibt es eine Tabelle mit 178 Gewaltmusik-Veranstaltungen, bei denen es zu Ausschreitungen kam. Inzwischen könnte ich eine 179. hinzufügen: Bei einem Konzert von „Korn" in Atlanta ist neulich jemand im Streit um eine Baseballmütze niedergeschlagen worden und starb zwei Tage später an den Folgen. Insgesamt gab es auf jenen 179 Veranstaltungen 262 Tote und über 25.119 „bezifferte" Verletzte, d.h. wenn wie so oft in Berichten von „einigen" oder „zahlreichen" Verletzten die Rede war, konnte das nicht mitgezählt werden. Bei welchem Klassikkonzert gibt es das???

zu „Hansel, 02:02":
1. Das Gehör kann man nicht verschließen, es ist immerzu aktiv. 2. Das Ohr ist direkt mit dem limbischen System, dem „Gefühlszentrum" verbunden. 3. Es kommt darauf an, was man hört oder sieht. Wenn Sie mehrere Stunden am Tag Bilder von Kämpfen, Folterungen und Leichen sehen, beeinflußt Sie das gewiß (vgl. die aktuelle Diskussion um Gewaltvideospiele). Musik ist speziell dafür gemacht, Menschen emotional zu bewegen und zu beeinflussen, und daher auch besonders wirksam. Und bekanntlich hören viele Menschen jeden Tag mehrere Stunden Musik!

zu „JustPunk, 03:17":
„Musik ist Ausdruck von empfundenen Emotionen, dazu zählen Wut und Aggressionen. Wo wären wir wenn diese Dinge nicht aus uns raus könnten?"
Damit sprechen Sie wohl die sogenannte Katharsis-Hypothese an, die besagt, daß durch das Betrachten gewalttätiger Bilder oder das Hören aggressiver Musik Aggressionen abgebaut werden. „In den zahlreichen Studien zu den Auswirkungen medialer Gewalt findet sich kein Hinweis auf das Zutreffen der Katharsistheorie. Sie ist falsch." (Manfred Spitzer: „Vorsicht Bildschirm! Stuttgart, Düsseldorf u. Leipzig 2005, S. 274). Im Gegenteil: Der Konsum von Mediengewalt setzt Hemmschwellen herab und führt dazu, daß man in entsprechenden Situationen mit größerer Wahrscheinlichkeit gewalttätig reagiert.

zu „Hoschi, 14:29":
Mit einem „Entzug" von einem Tag ist es nicht getan! Gewaltmusik wirkt zwar kurzfristig, aber auch langfristig. Ihr Gehirn läßt sich nicht von heute auf morgen zurückverwandeln! Ich weiß nicht, ob und in welchem Maße das überhaupt möglich ist.
Sie werfen mir vor, ich würde keine wissenschaftlichen Beweise für meine These angeben. Doch, natürlich, in meinem Buch! Sie können doch nicht erwarten, daß ich hier als Fortsetzungsgeschichte mein Buch noch einmal veröffentliche; da wären weder der Verlag noch fudder.de (bei 685 Seiten!) einverstanden. Es ist schon dreist, wie Sie und andere über mich herziehen, ohne das Buch gelesen zu haben. Es ist doch klar, daß man in einem Interview nicht seitenweise Belege zitieren, sondern nur möglichst knapp die gestellten Fragen beantworten kann! Hier aber stellvertretend ein Aufsatz, in dem auch weitere Untersuchungen zitiert werden. Es geht darin nicht nur, aber auch um Musik:
Anderson, Craig A. et al.: The Influence of Media Violence on Youth; in: Psychological Science in the Public Interest 4/2003/3, S. 81-110.

zu „Andi, 17:49"
„Ihrer Argumentation zufolge, kommt Gewalt und agressives Verhalten nur durch den Einfluss von Gewaltmusik auf das Gehirn zustande."
Das habe ich weder im Interview noch im Buch behauptet. Somit erübrigen sich auch Ihre Verweise auf Hitler und auf das Mittelalter.
Was meinen Sie mit „Balladen"? Diese Gattung gibt es in der E- wie in der U-Musik.
„Wieso gehören Heavy Metal Konzerte zu den friedlichsten Veranstalltungen die es gibt?"
Gehören sie nicht. Vgl. das o. erwähnte Konzert von „Korn". Bei einem Konzert von „Metallica" am 10. 4. 1993 in Jakarta gab es 51 Verletzte, niedergebrannte Autos und beschädigte Häuser, über 100 Festnahmen.

und zu "ohmeingott":
Der Autor, der den Tanzkritiker zitiert, sagt nicht, woher dieser stammt. Aber es ist ein englischsprachiger Autor (Simon Frith), und im Kontext geht es um die USA, so daß auch der ungenannte Tanzkritiker vermutlich von dort stammt.

chris
Sonntag, 10.12.06 23:40
 

verstehe die ganze Aufregung nicht.Das ganze ist doch so hirnrissig,ich glaube,dass der Hr.Miehling die ganze Diskussion total geil findet,weil sich endlich mal jemand mit ihm beschäftigt,das weiss doch jeder Hobbypsychologe.Sonst wäre er hier auch nicht so präsent,er weartet ja nur darauf,hier mit anderen Menschen in Kontakt zu kommen.Ernst meint er diesen ganzen Müll doch sowieso nicht,da ist er ja sogar bei seinen Kollegen allein mit seinen Theorien.

fuenf
Sonntag, 10.12.06 23:52
 

Skating Mozart

name
Montag, 11.12.06 00:01
 

ich habe bereits versucht mich irgendwie an dieser diskussion zu beteiligen, mittlerweile bin ich aber zu der ansicht gekommen, dass dies hier lediglich zur belustigung dienen soll..
ich habe versucht herr miehlings argumentation zu verstehen, mit der zur hilfenahme diverser getränke und rauchwaren gelang mir dies sogar zeitweise, allerdings kann man dann meine erkenntnisse nicht als solche betrachten, da ich mich ja substanzen gewaltmusikhörern bediente..
leider bin ich zu dem schluss gekommen, dass sie herr miehling, all ihre thesen o. behauptungen nur dann ernst meinen können, wenn sie sonst keinerlei freude am leben verspüren oder man sie als sozial inkompetent einstufen muss..

was erzählen sie später ihren enkelkindern? über den feldzug von opa miele, der in seiner waschmaschine über die weltmeer schipperte und piraten ihre kanonen und piratenlieder wegnehmen und ausreden wollte? der den kapitän des schiffes "rockin´halleluja" names zakk wylde mit einem koch-löffel besiegte und anschliessend beim frühjahrputz an deck der waschmaschine nur die wohlklingenden mineralwasserflaschen an deck behielt?
leider werden da ihre enkelkinder sehr schnell einschlafen, aber nicht weil sie vor lauter spannung und mitfiebern müde wurden, sondern schlichtweg aus langeweile! das tut mir jetzt schon weh und mehr noch leid...

kus
Montag, 11.12.06 00:06
 

@fuenf: astreines Video, sehr cool

fuenf
Montag, 11.12.06 00:46
 

@kus: Ei, danke, ist halt Klassik; zwar etwas perkussiv, aber ich denke, gerade noch nicht Gewalt- bzw. U-Musik. Es sei denn, natürlich, jemand fühlt sich dadurch unterhalten. Kann bei Klassik aber eigentlich nicht passieren. Ist ja so grottig, tut sich ja jeder nur aus Selbsthass an.
(Soll ich jetzt doch mal ein Ironie-Smiley... ?)

P.S. Danke auch fürs schöne verlinken. Ich weiß leider nicht, wie man das selbst hinbekommt.

hansel
Montag, 11.12.06 01:36
 

Herr Mehling, Ihre Antwort fiel sehr knapp aus! Mit der sind Sie sauber an meinen Einwürfen vorbeigesegelt sind und was anderes hatten Sie ja wohl auch nicht im Sinn, oder?

Alles, was man im Leben braucht, sind Ignoranz und Selbstvertrauen. Mark Twain (1835 - 1910)

Also, nur weiter so!

Müllmann
Montag, 11.12.06 11:37
 

Also Herr Miehling, jetzt mal nicht persönlich werden. Erstens habe ich eine Textzeile von Funny van (Dannen) zitiert, einem (Gewalt?)Musiker. Ist übrigens ein Liedermacher Gewaltmusiker, wenn er so herrliche Texte wie "Po-Sex und Poesie" schreibt?

Und zweitens ist Müllmann mein Beruf, also bitte keine Herabwürdigung.

Darüber hinaus scheinen Sie keinen Draht zur Ironie zu haben..

Macht aber nix, diese Diskussion wird dadurch um so lustiger.

Andrés
Montag, 11.12.06 12:01
 

selten so gelacht….*tränenausdenaugenwisch*
@doc miehling: ok, ihre 2 anderen bücher habe ich unter den tisch fallen lassen. ich hoffe auf diese beiden trifft der begriff “wissenschaftlich“ zu, denn ihr aktuelles werk ist keine wissenschaftliche veröffentlichung, sondern ein gesinnungsaufsatz. das kann man bereits daran erkennen, dass sie statistiken aus unkenntnis oder absicht immer so verwenden, wie es ihnen in ihre argumentation passt, dabei aber, wie bereits erwähnt, den unterschied zwischen korrelation und kausalzusammenhang ignorieren. beispiel: der delinquenz-score. klassikhöhrer sind laut ihrer folgerung weniger kriminell, weil sie nur sehr selten musik illegal downloaden, im gegensatz zu „gewaltmusikhöhrern“. hier besteht eine korrelation, es ist aber damit nicht bewiesen, dass ein kausaler zusammenhang besteht. schaut man etwas genauer hin findet man nämlich eine reihe ganz einfacher erklärungen für dieses „phänomen“.
klassikhöhrer sind in der gruppe der 12 bis 30- jährigen weitaus weniger vertreten als in der gruppe der 60 bis 85- jährigen. die internetaffinität ist aber in der ersten gruppe sehr viel höher, als in der zweiten gruppe. daher die starke diskrepanz in der nutzung der möglichkeit musik downzuloaden. (ob sich die klasikhörer ihre musik statt durch illegalen download durch raubkopien auf CDs oder kasetten besorgen wird hier nicht erkenntlich). auf grund dieser tatsache gibt es natürlich auch ein mangel an angebot klassischer musik in online tauschbörsen. was es online nur selten gibt, kann auch nicht massenhaft heruntergeladen werden. zudem sollten die einkommens- und vermögensverhältnisse in diesen beiden gruppen nicht ausser acht gelassen werden. in der ersten gruppe ist im vergleich zur zweiten gruppe, relativ geringere kaufkraft vorhanden, was zur folge hat, dass sich erstere gruppe öfter illegaler methoden bedient, um sich musik zu beschaffen.
festgehalten werden sollte ausserdem, dass die menge klassischer musik mehr oder weniger beschränkt ist, während die anzahl der musikstücke der „gewaltmusik“ rasant wächst. ein „gewaltmusikhöhrer“ kann/muss sich permanent neue musikstücke besorgen, während ein eingefleischter mozartfan keinen nachschub mehr braucht, sobald er das komplette köchelverzeichnis an tönträgern im schrank hat. (fanatiker die sich jede neuaufnahme besorgen wollen wir mal aussen vorlassen).
zu guter letzt sollten wir nicht vergessen, dass viele aufnahmen klassischer musikstücke durch kein oder nur eingschränktes urheberrecht geschützt sind und der dwonload in einer tauschbörse daher auch nicht illegal ist.
wir sehen also: das heranziehen von statistiken birgt gerade dann grossen gefahren, wenn menschen wie herr miehling diese für ihre propagandazwecke missbrauchen und ernsthafte wisenschaftliche systematik aussen vor lassen.

Andi
Montag, 11.12.06 16:47
 

"Was meinen Sie mit „Balladen"? Diese Gattung gibt es in der E- wie in der U-Musik."
Balladen gibt es in allen Musikrichtungen, so auch im Bereich des Metal (sehr häufig sogar, wie ich meine) oder anderen Arten der Rockmusik (die von ihnen ja im ganzen als Gewaltmusik bezeichnet wird). Und wenn sie nicht wissen, was Balladen sind, dann frag ich mich ernsthaft wie sie zu ihrem Dr. Titel gekommen sind...

"„Ihrer Argumentation zufolge, kommt Gewalt und agressives Verhalten nur durch den Einfluss von Gewaltmusik auf das Gehirn zustande."
Das habe ich weder im Interview noch im Buch behauptet. Somit erübrigen sich auch Ihre Verweise auf Hitler und auf das Mittelalter."
Mag sein, dass ich da den falschen Eindruck gewonnen habe. An anderer Stelle behaupten sie aber (sogar mit Verweis auf ein anderes Buch), dass die Erziehung durch die Eltern und die soziale Lage keinen (direkten) Einfluss auf die Kinder haben.
Auf die Frage woher die Gewalt dann kommt, kommt von ihnen nur "Gewaltmusik".
Demnach widersprechen sie sich hier also ganz gewaltig und sind mir immer noch eine Antwort mit stichhaltiger Argumentation schuldig.

jamsession
Montag, 11.12.06 22:30
 

HÖHÖHÖ... Wat is dat denn?? Dieser Mann maßt sich tatsächlich an, die gesamte Musikgeschichte in Frage zu stellen? Hat er vor lauter Statistik und Vergleichen von Instrumenten mit Geräuschen von Gewaltausbrüchen vergessen, wie die Musik entstand? Wo? Womit? Das sind ja schon geradezu Verschwörungstheorien.
Ab heute muss ich mich dann also wohl als regelmäßiger Gewalttäter einordnen, ja sogar als Anführer einer gewalttätigen Vereinigung, Mitglied in diversen anderen kriminellen Banden und auch noch aktiv Beteiligter am Schaffen gewaltverherrlichender Musik! Hätte nie gedacht, dass meine Leidenschaft zum Jazz einmal dazu führen könnte, dass ich als Seriengewalttäter eingestuft würde.
Von nun an fürchte ich mich vor jedem Polizei-Auto... könnte ja sein, dass meine kriminellen Machenschaften der Jazz-Musik auffliegen... *zitter zitter, bibber bibber*

Dr. Klaus Miehling
Montag, 11.12.06 23:47
 

10.12.06

zu „hansel, 11.12.06, 01:36"
Meine Antwort fiel knapp aus? Schließlich habe ich mit einer Antwort mehrere Schreiber zu berücksichtigen. Vermutlich würde ich die Leser ziemlich nerven, wenn ich zu viel schriebe.
Lediglich Ihre Frage, wie ich mir die Abschaffung der Zwangsbeschallung vorstelle, habe ich nicht beantwortet, da sie mir als rhetorische Frage erschien. Aber bitte: Indem man den Zwangsbeschallern klarmacht, daß sie damit potentielle Kunden vergraulen. Nach einer Emnid-Umfrage von 2005 ist inzwischen jeder Zweite gegen Zwangsbeschallung. Warum sagen Sie eigentlich, am Versuch, das abzuschaffen, seien schon andere Leute „gottseidank" gescheitert, obwohl Sie angeblich selber Zwangsbeschallung ablehnen?

zu „Müllmann", 11:37"
„Ist übrigens ein Liedermacher Gewaltmusiker, wenn er so herrliche Texte wie „Po-Sex und Poesie" schreibt?"
Im Prinzp ja. An dieser Stelle ist zu sagen, daß sich die Diskussion - gewiß auch bedingt durch die Kürze des Interviews und die Bezeichnung „Gewaltmusik" - sehr auf (körperliche Ausübung von) Gewalt konzentriert hat. Gewalt ist aber nur eine von mehreren Auswirkungen dieser Musik. Zum Kontext von Gewaltmusik gehören auch vulgäre Texte und vulgäres Verhalten vieler Interpreten.

zu „Andrés, 12:01"
Geringe Kaufkraft ist ja wohl keine Rechtfertigung für Straftaten. Sie unterschätzen auch das Angebot an klassischer Musik. Falls von diesem Angebot prozentual weniger zum Herunterladen im Netz bereitstünde als es bei Gewaltmusik der Fall ist, liegt es ja vielleicht auch daran, daß die Anbieter genau wissen, welche Zielgruppe eher zum illegalen Herunterladen bereit ist? Die Illegalität bzw. Legalität des Herunterladens hat auch nicht nur mit dem Urheberrecht zu tun, denn auch die Leistungen des Herstellers und der Interpreten sind geschützt.

zu „Andi, 16:47"
„Und wenn sie nicht wissen, was Balladen sind, dann frag ich mich ernsthaft wie sie zu ihrem Dr. Titel gekommen sind..."
Das habe ich doch gesagt: Balladen gibt es in U- und E-Musik. Sie meinen also offenbar, ob Rockballaden u.ä. Gewaltmusik sind. Ja, natürlich, die musikalischen Stilmittel sind vergleichbar.
„Mag sein, dass ich da den falschen Eindruck gewonnen habe. An anderer Stelle behaupten sie aber (sogar mit Verweis auf ein anderes Buch), dass die Erziehung durch die Eltern und die soziale Lage keinen (direkten) Einfluss auf die Kinder haben. Auf die Frage woher die Gewalt dann kommt, kommt von ihnen nur 'Gewaltmusik'. Demnach widersprechen sie sich hier also ganz gewaltig und sind mir immer noch eine Antwort mit stichhaltiger Argumentation schuldig."
Sie haben offenbar das Interview nicht richtig gelesen: „Kriminalität beziehungsweise der Charakter, der dazu führt, ist etwa zu 50 Prozent in den Genen angelegt. Der Rest sind Umweltfaktoren. Von diesen ist Gewaltmusik einer der wirksamsten[,] aber nicht der einzige."

Hoschi
Dienstag, 12.12.06 00:55
 

Was sagen Sie denn aber bitte zu Anrés' Argument, dass die computer literacy (wie die Engländer so schön sagen) zwischen Klassik- und Gewaltmusikhörern tendenziell sehr weit auseinander liegen?

Hansel
Dienstag, 12.12.06 10:35
 

Ich schrieb "...werden auch Sie es nicht schaffen, die Nebenwirkungen unserer Kultur "abzuschaffen". Wie stellen Sie sich das eigentlich vor?? Das haben schon Leute ganz anderen Kalibers versucht und sind gottseidank gescheitert."
Gemeint ist nicht die Zwangsbeschallung, sondern die Nebenwir-kungen der Kultur.

Da Sie immer noch nicht auf meine Bedenken (Ausklammerung der Wirkung der anderen Sinne auf die neuronalen Strukturen!) eingehen und stattdessen auf Nebenschauplätzen herumtanzen, komme ich zum Schluß, dass Sie an einer inhaltlichen Auseinandersetzung gar nicht interessiert sind. Ich denke, das spricht für sich und muß nicht mehr kommentiert werden.

Hansel
Dienstag, 12.12.06 10:35
 

Ich schrieb "...werden auch Sie es nicht schaffen, die Nebenwirkungen unserer Kultur "abzuschaffen". Wie stellen Sie sich das eigentlich vor?? Das haben schon Leute ganz anderen Kalibers versucht und sind gottseidank gescheitert."
Gemeint ist nicht die Zwangsbeschallung, sondern die Nebenwir-kungen der Kultur.

Da Sie immer noch nicht auf meine Bedenken (Ausklammerung der Wirkung der anderen Sinne auf die neuronalen Strukturen!) eingehen und stattdessen auf Nebenschauplätzen herumtanzen, komme ich zum Schluß, dass Sie an einer inhaltlichen Auseinandersetzung gar nicht interessiert sind. Ich denke, das spricht für sich und muß nicht mehr kommentiert werden.

hansel
Dienstag, 12.12.06 10:42
 

@hoschi:
Denke, dazu wird nichts wirklich substanzielles kommen oder wie ich weiter oben schon sagte: "...ignoriert man in Fachkreisen gerne, denn so etwas verfälscht ja nur die eigenen Forschungsergebnisse und läßt die eigenen Arbeiten bei unkritischen Kollegen weniger strahlend dastehen!"

Andrés
Dienstag, 12.12.06 11:01
 

@herr doktor: ganz schwach! wenn ihnen nicht mehr einfällt als "Geringe Kaufkraft ist ja wohl keine Rechtfertigung für Straftaten" heisst das entweder, dass sie sich niemals wirklich mit dem thema auseinandergesetzt haben und einfach nur geil auf den vordergründigen "zusammenhang" von downloadaktivität und "gewaltmusik" waren, oder dass sie selbst erkennen müssen, dass ihre thesen einer kritischen prüfung nicht standhalten. ich tippe aber eher auf ersteres, denn erstens sind sie viel zu verbohrt und zweitens scheinen sie ja offensichtlich nicht mal zu wissen wie eine file-sharing-community funktioniert.

Andrés
Dienstag, 12.12.06 11:06
 

@hansel: das denke ich auch. eine weitere diskussion mit herrn miehling scheint mir daher auch die mühe nicht mehr wert zu sein.

name
Dienstag, 12.12.06 11:17
 

@andres: sehr richtig, da die meisten kommentatoren dieses freds wohl selbst mindestens ein paar wissenschaftliche (Haus)arbeiten angefertigt haben, kann man wirlkich das meiste als profilierungs-gewixe abtun...

Christian
Dienstag, 12.12.06 16:03
 

in barcelona wird in manchen zügen und u-bahn stationen unaufhörlich klassische musik gespielt... da wird ganz sicher weniger geklaut. ;)

caro
Dienstag, 12.12.06 16:18
 

in rom liefen (oder laufen, keine ahnung) auf den u-bahn-steigen opernarien: zusammen mit hitze und gedränge fand ich das eher, äh, gewaltstimulierend.

Andi
Dienstag, 12.12.06 18:46
 

Zum Thema Balladen: Rock-/Metalballaden sind also Gewaltmusik? Warum sind Lieder, die sich rein Textlich mit der Liebe auseinandersetzen, musikalisch eher langsam und harmonisch sind, Gewaltmusik? Nur weil die Instrumente unter anderem Schlagzeug und E-Gitarre sind (es gibt sogar Bands die bei solchen Liedern rein auf die akustische Gitarre oder auf das Piano setzen)?

Sind Opern Gewaltmusik? Wahrscheinlich laut ihrer definition nicht.
Wobei die zum Teil von Text her auch sicher Gewalttätig sind ("Oh was will ich triumphieren, wenn sie dich zum Richtplatz führen" - Entführung aus dem Serail; Salopp: Da freut sich jemand weil einer Hingerichtet werden soll! Kann man das gut heißen?).

good m_fletcher
Dienstag, 12.12.06 21:28
 

Es wäre fast schon amüsant, würde dieser Farce nicht eine tiefe Traurigkeit innewohnen.
Das grossartige Schaffen vieler Künstler wird mit Füssen getreten, zum einen, indem sie auf eine Stufe mit belanglosen Popkompisitionen etc. gestellt werden, zum anderen, indem ihre Musik in gewissem Sinne als entartet betrachtet wird.
Natyrlich gibt es viele Musikstücke, die Aggressionen vermitteln. Und gerade im Bereich des Metals gibt es Bands und ganze Genres, die gewaltverherrlichende Musik schaffen.
Dem gegenüber stehen aber Gruppen wie Tangerine Dream, verantwortlich für diverse elektronische Meisterwerke; Metallica, die mit der S&M-Version von Call of Cthulu eine instrumentale Grosstat vollbracht haben; Summoning mit ihren tiefemotionalen Klangwelten; Shadow Gallery, deren einzigartiger Stil zu begeistern weiss, ebenso wie Tool, die mit 'Wings for Mary'/'10.00 Days' einen der textlich emotionelsten Songs geschaffen haben.
Und selbst ein Alexi 'Wildchild' Laiho begeistert, Vivaldi auf einer E-Gitarre spielend, weit mehr als das zugehörige Original.
All diese Künstler und all ihre Kunst soll also im Nichts untergehen. Verboten, abgeschafft. All ihr Können ist nichts wert, wenn es nach diesem Herren geht, denn sie 'missbrauchen' es zur Schaffung von Gewaltmusik?

Ich würde gerne ihre Meinung zu Titeln wie 'Wings for Mary', '10.000 Days' von tool oder Pergamon von Tangerine Dream hören, Herr Miehling. Allein, ich bezweifle, dass sie sich ernsthaft damit ausseinandersetzen werden. Zu gross wäre vermutlich das Risiko, dass eine eingehende Betrachtung der, von ihnen als Gewaltmusik abgestempelte, 'U-Musik' ihr engstirniges Weltbild erschüttern könnte.

mfg, fletcher

P.S. Wäre ich Arzt, würde ich ihnen jetzt eine grosse Dosis 1349 verschreiben ;)

Dr.Strangelove
Dienstag, 12.12.06 22:13
 

Hr. Miehling ist entweder ein billiger Effekthascher, ein Komödiant (ist die Titanic da im Spiel?) oder er hat eine Läsion im orbitofrontalen Kortex. Man weiß gar nicht, wo man anfangen soll, wenn man soviel Blödsinn auf einmal hört.

1. Mutmaßungen über das Gehirn, gerade so gewagte über komplexe kortikale Strukturen, als bewiesen hinzustellen, ist in unseren Zeiten unseriös und prinzipiell anzuzweifeln. Natürlich habe ich das Buch nicht gelesen, aber es wäre sehr interessant zu beobachten, wie diese Argumente von einem Neurowissenschaftler auseinander genommen werden.

2. Wie schon viele gesagt haben, bezweifle ich, dass Dr.Strangebrain die Komplexität, dessen was als U-, oder bei ihm als Gewaltmusik bezeichnet wird, auch nur in Ansätzen erkannt hat.

3. Phänomene wie Kriminalität, Aggression oder Gewälttätigkeit in ihrer unglaublichen Komplexität auf so wenige Platitüden zu reduzieren, ist lächerlich. Wenn denn z.B. ein korrelativer Zusammenhang zwischen dem Hören von Hip Hop und kriminellem Verhalten vorhanden sein sollte, bleibt die Frage nach der Kausalität. Kriminelles Verhalten könnte doch auch das Hören von Hip Hop versuchen, oder? Oder gewalttätige Tendenzen das Hören von Death Metal oder Lali Puna :).. (Witz verstanden, Dr.Sommer? Wohl kaum..)

Oder vielleicht ist die sogenannte Gewaltmusik ja gerade das geeignete Mittel, um bereits vorhandene Aggressionen von Jugendlichen aufzugreifen und einen konstruktiven Umgang damit zu ermöglichen.

4. Was empfinden sie, Dr. Strangely enough, wenn sie die genannte 1812-Ouvertüre hören? Oder Beethovens "Wellingtons Sieg", oder sein 5.Klavierkonzert? Oder Wagners "Walküre"? Shostakovichs Kriegssymphonien oder Penderecki Klangattacken à la "Anaklasis" oder "Threnos den Opfern von Hiroshima"? Was ist mit revolutionären Opern, welche die Legitimität bestehender Herrschaft in Frage stellen (Die Hochzeit des Figaro) ? Was ist mit Propagandamusik aus dem 3.Reich (Jon Leifs) oder aus der Zeit des Stalinismus? Gibt es keine moralischen Bedenken gegen Barockmusik, die für eine elitäre höfische Gesellschaft geschrieben wurde? Wie sieht es mit Wagners und Hindemiths Antisemitismus aus?

Tut mir leid, wenn ich bereits genannte Argumente wiederholt habe, aber alles kann man sich ja unmöglich durchlesen.

lichtenstein
Dienstag, 12.12.06 22:44
 

das herunterladen von musik als krimminellen akt darzustellen, halte ich fuer absolut unsinnig. musik hat ja nach gemeinem verstaendniss was mit kultur zu tun. demnach waere also jemand, der sich aus finanziellen gruenden kultur nur auf diesem wege beschaffen kann, ein gesetzesbrecher? wie gut, dass es menschen gibt, die tausend nochwas fuer ein gemaelde bieten oder hundert euro fuer ein buch berappen, um sich fundiert an der allgemeinen diskussion zu beteiligen. aber mir schwant, nicht jeder hat dies glueck. man sollte doch prioritaeten setzen, scheint mir. oder sind ein vergewaltiger und jemand der beim nachbarn aepfel vom baum klaut auch auf eine stufe zu stellen? wenn die sorge um die kuenstler geht, verweise ich darauf, dass im internet ja vorwiegend kommerzielle sachen leicht zugaenglich sind, das heisst korn oder metallica werden von dieser praktik finanziell wenig schaden nehmen. was herr miehling da alles ueber einen haufen wirft, das ist eh unter keinen hut zu kriegen. zur katharsis theorie, die herrn miehling zufolge nicht bewiesen ist: die brauche ich nicht irgendwo bewiesen oder hinverwiesen zu lesen, um zu wissen, dass sie wahr ist. die habe ich x-mal am eigenem leibe erfahren, - was herr miehling von sich wahrscheinlich nicht behaupten kann, da er das, was er da verurteilt, eben nur aus theoretischen schriften und vom hoerensagen kennt, aber nie selbst erfahren, geschweige denn begriffen hat. seine kritik scheint mir nur in einem punkt berechtigt und zwar was die zwangsweise allgemein-beschallung anbetrifft, der man sich nur schwer entziehen kann: das ist meiner ansicht nach das zentrale problem. man stelle sich nur einmal vor, wir muessten uns an oeffentlichen orten einer mieling-verordneten klassik-kur aussetzen, was fuer verheerende folgen das haette. ich prophezeie ein sprunghaftes ansteigen krimmineller umtriebe. die frage ist also nicht, was nach mielings meinung gewalt verursacht, sondern wie man sich generell gegen das schuetzen kann, was einem uebelkeit verursacht. da greift die gesetzesgebung in der tat ziemlich kurz. die verweise auf ausschreitungen bei rock-konzerten sind ebenfalls unsachlich argumentiert. fussballspiele, friedensdemonstrationen, praktisch alle veranstaltungen, wo mehr als ein mensch aneinandergeraet, konnen zu reibungen fuehren. auch das muss ich nicht statistisch belegen, das sagt mir der gesunde menschenverstand.

Dr. Klaus Miehling
Mittwoch, 13.12.06 00:34
 

zu „Hoschi, 12.12., 0:55"
Es wäre zu untersuchen, ob das tatsächlich zutrifft, und in welchem Maße. Bis dahin halte ich mich an die im Buch zitierte Aussage des Bundesgeschäftsführers der Phonoverbände. Durch die Frage im Interview ist freilich der Eindruck erweckt worden, diese Aussage wäre eine wichtige Stütze meiner Thesen, doch sie ist ja nur ein Indiz von vielen. Stünde sie nicht im Buch, würde das auch nichts ändern. Man muß die im Buch gesammelten Fakten und Aussagen in Gewaltmusikern und Gewaltmusikhörern in ihrer Gesamtheit sehen.

zu „Hansel, 10:35"
Mir ist nicht ganz klar, was Sie mit den „Nebenwirkungen unserer Kultur" meinen. Die Mißstände, die auf Gewaltmusik zurückgehen? Dann gäben Sie meinen Thesen jedenfalls recht. Die Nebenwirkungen in diesem Sinne kann man nur abschaffen, wenn man die Kultur ändert. Die Kultur ändert sich im Laufe der Zeit ja immer wieder, und nach 100 Jahren, oder sagen wir, nach 50 Jahren hochaggressiver Gewaltmusik seit dem Rock'n'Roll wäre wieder ein Wandel fällig. Mir ist klar, daß das lange Zeit brauchen wird.
Ich bin sehr wohl auf ihre „Bedenken (Ausklammerung der Wirkung der anderen Sinne auf die neuronalen Strukturen!)" eingegangen. Soll ich mich wiederholen?
„1. Das Gehör kann man nicht verschließen, es ist immerzu aktiv. 2. Das Ohr ist direkt mit dem limbischen System, dem „Gefühlszentrum" verbunden. 3. Es kommt darauf an, was man hört oder sieht. [...] Musik ist speziell dafür gemacht, Menschen emotional zu bewegen und zu beeinflussen, und daher auch besonders wirksam. Und bekanntlich hören viele Menschen jeden Tag mehrere Stunden Musik!" Die besondere Wirkung von Musik ist nun einmal erwiesen; Wissenschaftler, die ich zitiere, sprechen von einer Wirkung „wie eine psychoaktive Substanz", dem „stärksten Reiz für neuronale Umstrukturierung, den wir kennen", oder daß „kein Reiz zur Auslösung von Affekten auch nur annähernd so geeignet wie das Anhören von Musikstücken" sei.

zu „Christian, 16:03":
Über Barcelona habe ich noch nichts gelesen, aber ganz recht: wo klassische Musik gespielt wird, wird weniger gestohlen, wie man in amerikanischen Einkaufszentren feststellte. Und in Newcastle hat die Umstellung der Zwangsbeschallung im öffentlichen Verkehrsnetz von Gewaltmusik auf klassische Musik eine Reduzierung der jährlichen Schadensbilanz um rund 500.000 £ bewirkt.

zu Andi, 18:46
Die Texte sind sekundär. Natürlich mag es auch U-Musik-Balladen geben, die ohne Schlagzeug, Klangverzerrung und -verstärkung auskommen. Aber die kann man wohl nicht „Rockballaden" nennen.
Mit „die Texte sind sekundär" erklärt sich auch, warum die von Ihnen genannte Arie aus Mozarts „Entführung" keine Gewaltmusik ist. Auch muß man den Kontext betrachten: Osmin ist der „Böse" (wenn auch hier auf lustige Art dargestellt), und schließlich findet ja auch keine Hinrichtung statt. Es gibt keine Opern mit nur „bösen" Texten und Personen. In vielen Gewaltmusiktexten wird ausschließlich das Böse dargestellt, kritiklos oder gar verherrlicht.

zu „good m_fletcher, 12:28"
In meinem Buch schreibe ich, daß „Gewaltmusik" fast deckungsgleich mit U-Musik ist, aber eben nur fast. Daher tangiert mich Ihr Einwand nicht.

zu „Dr.Strangelove, 22:13"
Ja, was Neurowissenschaftler sagen, das steht in dem Buch (s.o., zu „Hansel, 10:35")! Was urteilen Sie so vorschnell und werden sogar noch beleidigend, obwohl Sie offenbar keine Ahnung haben?
„Tut mir leid, wenn ich bereits genannte Argumente wiederholt habe, aber alles kann man sich ja unmöglich durchlesen."
Sie hätten dann wenigstens meine Antworten lesen sollen, denn in der Tat habe ich Ihre Argumente dort bereits widerlegt.

zu „lichtenstein, 22:44"
Wie gesagt wurde das Thema „illegales Herunterladen" in dieser Diskussion überbewertet. Daß es ein krimineller Akt ist, steht im Gesetz. Wenn man sich nicht einmal mehr darauf einigen kann, daß Gesetze zu respektieren sind, dann brauchen wir in der Tat nicht zu diskutieren. Aber natürlich kommen in dem Buch auch zahlreiche schwere Straftaten von Gewaltmusikern und Gewaltmusikhörern vor; auch Vergewaltigung und Mord.

fuenf
Mittwoch, 13.12.06 01:19
 

Bin ich der Einzige, der Dr. Klaus Miehling uneingeschränkt recht gibt?
Ich meine, Vergewaltigung und Mord existieren erst seit dem 20. Jahrhundert. Überhaupt tritt Gewalt gerade mal seit hundert Jahren auf. Es ist auch so, dass immer zuerst die Musik da ist, bevor sich ein neuer Lebensstil äußert. Grundsätzlich sind auch immer andere am eigenen Verhalten schuld, besonders dann, wenn sie gar keinen direkten Einfluss auf einen haben. Nichts hat zwei Seiten, entweder etwas ist gut oder schlecht. Das sagte schon Paracelsus mit dem Satz: Nicht die Dosis macht das Gift! Toleranz in Geschmacksfragen ist sowieso indiskutabel.
Begreift das denn keiner?

hansel
Mittwoch, 13.12.06 02:20
 

@fuenf: Nur mal angenommen, man würde dem schädlichen Einfluß der "Gewaltmusik" Herr werden und wir lebten in einer nach den Anregungen von Hr. Miehling geformten Gesellschaft. Welches "Gift" nähmen sie danach in Angriff? Da tut sich ein Abgrund von "Nebenwirkungen" (Hallo Hr. Miehling, diesen Begriff benutze ich wie weiter oben schon zusammenfassend für die unerwünschten, unsteuerbaren und ggfs. nicht gesellschaftsfähigen Wirkungen der Kultur!) auf: Nasebohren, vernachlässigte Sprache/Schrift, tragen von Socken in Sandalen, exzessiver Besuch von chatrooms, sprechem mit vollem Mund etc. etc.... Wer entscheidet dann, wann eine Modeerscheinung als "Gift" einzustufen ist? Sie möchten doch gewiß auch Ihren eigenen Lebensstil leben - ohne die Angst, sich eines Tages als Mitglied einer kriminalisierten Gesellschaftsgruppe in den Dateien des BKA wiederzufinden. Oder? Also, ich begreife das.

Hansel
Mittwoch, 13.12.06 02:39
 

Achja, und weil wir gerade so voller Eifer dabei sind diie Rechte der anderen zu schützen...

"Art. 5 III GG schützt Kunst und Wissenschaft.
Der Begriff Kunst lässt sich kaum exakt definieren, aber umschreiben. So umfasst Kunst:

- herkömmlich anerkannte Gegenstände der Kunst
- freie schöpferische Gestaltung
- vielschichtig interpretationsfähige Darbietungen

Geschützt wird der Werkbereich (Herstellung) und der Wirkbereich (Darbietung) der Kunst".

(www.staatsrecht4u.de/de/artikel-1-5-gg.htm#art5ttp://)

Na, wenn das kein versöhnlicher Schluß ist - Kunst und Wissenschaft haben hier ihren Platz einträchtig nebeneinander!

Es werden am Ende doch immer eine Menge Fragen unbeantwortet bleiben, wenn man versucht etwas unbegreifliches (Kunst) mit empirischen Methoden zu erklären.

Spiegel
Mittwoch, 13.12.06 12:26
 

Passenderweise heute bei Spiegel Online zu lesen:
"Wertedebatte Feindbild '68".
In diesem Artikel wird der Rückgang der Straftaten in den
letzten Jahrzehnten dargestellt...

robin g punkt
Mittwoch, 13.12.06 12:31
 

hi ich möchte meine mutti, omi, und new york taliban mit Slayer - Angel of death grüßen

*winkt*

chermi
Mittwoch, 13.12.06 13:00
 

"Wie das Thema vom „weißen Hai" klingt, weiß ich nicht; Stravinsky hat ganz unterschiedliches komponiert."

ich wollte auf den vergleich von john williams filmmusik thema und stravinskys "sacre du primtemp" hinaus,
eigendlich sollten sie zumindest mal davon gehört haben, als musikwissenschaftler.
im allgemeinen gehe ich davon aus, das man als musikwissenschaftler immer offenen ohres durch die welt geht, und alles recht sachlich und nüchtern analysieren kann, wenn man darauf natürlich keine lust hat, oder zu sensibel ist, sich mit einigen machwerken (die ich wahrscheinlich auch nicht gerne höre) auseinander zu setzen, evtl. auch mit derem soziokulturellen hintergrund, dann kann man natürlich sehr schnell seine schlüsse ziehen.
ich finde es wirklich gut das sie auf unsere komentare auch antworten! aber die knackpunkte meiner haben sie zb. einfach umgangen. warum zb. hören denn teenager aus neuköln (dem berühmt berüchtigten berliner stadtbezirk) def. zum allergrößten teil keine klassik? und vor allem, im umkehrschluss, würde sich ihre soziale lage bessern, wenn sie sie dazu zwingen würde?

außerdem kann und will ich den vergleich von menschen wie miles davis, john coltrane, curt cobain, jimmi hendrix, charly parker, billie holiday usw. mit nazi-bands, die ja angeblich bloß, u-musik technisch gesehen, ein höheres gewaltpotential haben, nicht, und niemals akzeptieren! und das könnten sie auch nicht, wenn sie in freiburg noch nie mit wirklich gewaltbereiten menschen zu tun hatten (zb. nazis, da wo ich her komme, geht man teilweise nachts nicht mehr auf die straße wegen dieser gestalten)

tut mir leid, aber sie können gerne ihren standpunkt haben, aber es gibt auch noch sehr viele andere auf der welt, über die sie sich offensichtlich nicht besonders viele gedanken gemacht haben. das was ich da in diesem artikel lese ist für mich als musiker eine ziemliche beleidigung. (und ich bin mit sicherheit nicht der einzige)
noch eine frage: sind musiker gewaltäter, wenn sie nicht gerade chopin oder schubert oder anderes emotional unbedenktliches spielen?

New York Taliban
Mittwoch, 13.12.06 13:02
 

Hi Robdor

Comment is nais aba die pusher werdne sauschnell aggro bei smartshizzle comments aus der crowd

robin g punkt
Mittwoch, 13.12.06 13:06
 

dann say ichs ma anderster

Gees up, Hoes down!

btw raggae is auch sone art gewaltmusik.. wenn ich den kack hör werd ich ganz bäis und möcht wie wild um mich schlagen und explosionsgeräusche mit meinem schlagzeug machen!
*peng* *kcchh* *pppttsscchh* *wham*

Andrés
Mittwoch, 13.12.06 13:20
 

beiträge zu diesem thema in 2 threads im hifi forum:

http://www.hifi-forum.de/viewthread-7-1946.html

hier beschäftigen sich die kommentatoren eher mit der person k.m.

http://www.hifi-forum.de/viewthread-68-1590.html

hier eher mit der sache

Hoschi
Mittwoch, 13.12.06 13:49
 

@fuenf:

*lol* Sehr guter Beitrag.
"Ich meine, Vergewaltigung und Mord existieren erst seit dem 20. Jahrhundert."
Selten so gelacht :D

BenS
Mittwoch, 13.12.06 14:07
 

ich hab wirklich selten was hirnverbrannteres als dieses interview gelesen. die kommentare hab ich alle übersprungen damit ich das gefühl, schon gesagtes zu wiederhohlen, umgehen kann.
sollte man sich als (musik)wissenschaftler nicht immer die frage nach der ursache stellen?
was war zuerst da: rapmusik oder soziale brennpunkte?
außerdem gibt es nichts abwegigeres, als sich einzubilden eine milliardenschwere industrie würde ihren kopf für probleme, die von der politik und wirtschaft verursacht wurden, hinhalten.
da öffentliche foren nicht der passende ort für persöhnliche nafeindungen ist, leg ich jetzt die neue jedi mind platte (nur brutale battleraps) auf und schieb für mich im stillen kämmerlein hass. hass auf inoranz.

Dr.Strangelove
Mittwoch, 13.12.06 14:57
 

Welche Neurowissenschaftler sind denn bitte auf ihrer Seite und welche nicht? Seien sie doch so großzüzig und geben sie uns darüber einen kurzen Überblick.
Wenn dort, wo klassische Musik gespielt wird, weniger geklaut wird, ist damit das Kausalitätsproblem gelöst? Vielleicht halten sich die potentiellen Kriminellen einfach ungern an solchen Orten auf? Das wäre ja gerade in Barcelona interessant, wo die Kriminalität in der U-Bahn eine richtige Seuche sein muss. Vielleicht sind es auch Drittfaktoren, die zu einer Verminderung beitragen, z.B. erhöhte Sicherheitsmaßnahmen.
Die Einwände gegen die klassische Musik mit gewalttätigen Inhalten oder unmoralischen und kriminellen Motiven haben sie nicht glaubwürdig widerlegt.

Christian
Mittwoch, 13.12.06 15:11
 

zu Dr. Klaus Miehling 00:34

ja wie jetzt? klassik-zwangsbeschallung oder http://www.lautsprecher-aus.de ?

günther hetzer
Mittwoch, 13.12.06 15:19
 

ich gehe völlig d`accord mit dr. strangelove und man fragt sich wirklich, ob klaus miehling seinen doktorhut auf einer tombola irgendeines drittklassigen klassik-symposiums gewonnen hat. andernfalls ist jedenfalls kaum zu erklären, dass miehling nicht in der lage ist, eine wichtige grundvoraussetzung wissentschaftlichen arbeitens zu beherrschen, nämlich die unterscheidung zwischen korrelationen und kausalbeziehungen.

dr. mengele hat ja gerne mal zu klassicher musik seziert. hitler war ein großer fan des ausgewiesenen antisemiten richard wagner. und was sagt uns das über klassische musik als potentielle gewaltmusik? richtig! erst einmal gar nichts.

Christian
Mittwoch, 13.12.06 15:28
 

und ich frag mich ob er in Wahrheit nicht doch für die Titanic arbeitet?

günther hetzer
Mittwoch, 13.12.06 15:34
 

man würde es ihm so wünschen.

günther netzer
Mittwoch, 13.12.06 15:50
 

güntherrrr! du bist zurück! das ist doch mal was. du bist zwar grausam links aber eine wahre lesefreude.

netzer
Mittwoch, 13.12.06 15:51
 

aber moment mal, das kann gar nicht der echt günther hetzer sein, denn der würde wissenschaftlich nicht mit "t" schreiben.... hetzer, bitte um ein statement.

Andi
Mittwoch, 13.12.06 16:01
 

"Die Texte sind sekundär. Natürlich mag es auch U-Musik-Balladen geben, die ohne Schlagzeug, Klangverzerrung und -verstärkung auskommen. Aber die kann man wohl nicht „Rockballaden" nennen."

Wenn sie sich wirklich mit diesen Liedern beschäftigt hätten, wüssten sie, dass es sich tatsächlich um Rockballaden handelt.

"Mit „die Texte sind sekundär" erklärt sich auch, warum die von Ihnen genannte Arie aus Mozarts „Entführung" keine Gewaltmusik ist. Auch muß man den Kontext betrachten: Osmin ist der „Böse" (wenn auch hier auf lustige Art dargestellt), und schließlich findet ja auch keine Hinrichtung statt. Es gibt keine Opern mit nur „bösen" Texten und Personen. In vielen Gewaltmusiktexten wird ausschließlich das Böse dargestellt, kritiklos oder gar verherrlicht."

Sie sagen es selber: Viele (aber bei weitem nicht alle!).
Was sie machen, ist eine komplette Musikrichtung, bzw. eine ganze Epoche Musikgeschichte, über einen Kamm zu scheren. Und das kann man eben nicht.
Das in der "Entführung" keine Hinrichtung stattfindet ist mir bekannt. Fakt ist aber auch, dass wenn in Musiktexten von Gewalt die Rede ist, diese - genau wie die Hinrichtung - NICHT stattfindet.

Ihre ganzen Argumente bauen auf einem Gerüst auf, dass einfach nicht funktionieren kann, weil die Ursachen für Gewalt und Agressionen so vielfältig wie die Menschen selber sind.
Eine ganze Musikepoche (mit den unterschiedlichsten Richtungen, Stilen, Intentionen) als DAS Gift für unsere Gesellschaft darzustellen ist schlicht und ergreifend unsinn.

günther hetzer
Mittwoch, 13.12.06 16:05
 

herrje, netzer. dir fehlt ein "e" und ich hab dafür ein "t" zu viel. was hat eigentlich e.t. gehört bevor er nach hause telefonieren wollte und sollten wir das all vorsorglich mit klassischer musik beschallen? miehling, übernehmen sie!

metal streber
Mittwoch, 13.12.06 16:27
 

es lebe der metal!!!!

hansel
Mittwoch, 13.12.06 16:39
 

@hetzer: Köstlich, endlich mal was zu lachen hier...
lol
Freiheit für den Dudelsack!

good m_fletcher
Mittwoch, 13.12.06 16:52
 

Sie haben eine fantastische Art, Probleme zu lösen, Herr Miehling. In gewisserweise sind sie der Inbegriff des menschlichen Fehlverhaltens.
Wir sollten es mit ihren Aussagen aber genauso machen.
Nichtklassische Musik ist der Auslöser für Gewalt und Aggression in unserer Gesellschaft? Tut mir leid, aber ihr Einwand tangiert uns nicht.

PS: Wie es aussieht, lag ich mit meiner Vermutung doch ziemlich richtig :)

Dr.Strangelove
Mittwoch, 13.12.06 17:04
 

Dass sensorischer Input, und somit das Hören von Musik, neuronale Veränderungen mit sich bringt, davon müssen sie mich nicht überzeugen, das glaube ich auch ohne wissenschaftlichen Beweis. Wie wollen sie aber nachweisen, dass diese Veränderungen für gewalttätiges Verhalten verantwortlich sind? Diesen Nachweis können sie wohl kaum auf rein neurowissenschaftlicher Ebene bringen, oder? Wie dann?
Legen sie doch mal dar, wie sie das rausgefunden haben.

Sie sagen: "Vermutlich würde ich die Leser ziemlich nerven, wenn ich zu viel schriebe. " - Seit wann geht es darum, ob sie uns nerven? Ihnen geht es darum Aufsehen zu erregen. Dann legen sie doch mal den Zusammenhang kurz dar.

Spannend ist auch, wie sie zwischen Verallgemeinerung und spezifischen Einzelfällen oszillieren. Wenn wir auf Ebene letzterer diskutieren, haben sie schon verloren, da es Tausende von Gegenbeispielen gibt. So grobschlächtig wie sie verallgemeinern, haben sie aber auch schon verloren, denn die Welt und vor allen Dingen der Mensch mit seinen komplexen Verhaltensweisen lassen sich nicht auf so plumpe simplifizierende Art erklären.

Schade eigentlich, dass man sie nicht ernst nehmen kann, denn es ist ein interessantes Thema.

günther hetzer
Mittwoch, 13.12.06 17:20
 

miehling will keine probleme lösen, er ist ein problem. zunächst mal sein hier vorgetragener bullshit, bei dem er verzweifelt versucht dem ganzen noch einen pseudowissenschaftlichen anstrich zu geben.

aber schau mal miehling, so wird das gemacht:

auszug aus einer studie der uni oldenburg:

Wenn die Studie sagt, daß die Ängste vor aggressionsauslösender Wirkung von Musik unbegründet sind, so heißt dies also nicht, daß es keine Korrelationen zwischen „aggressiven Neigungen" und spezifischen Umgangsweisen mit Musik - vor allem in emotional belastenden Situationen - gibt. Dies heißt lediglich, daß man die aggressionsauslösende Wirkung nicht an der Musik (alleine) festmachen und niemals als eine Eigenschaft von Musik betrachten darf.

Musik „an sich" löst nichts aus, sondern Musik wirkt im Zusammenhang spezifischer musikalischer Tätigkeiten. Diese Tätigkeiten im Kontext von komplexer Tätigkeiten und zudem als ein sich selbst reproduzierendes System - als einen Regelkreis - zu betrachten, das sollte das Modell für zukünftige weiterreichende Untersuchungen sein.

Die „Schuld- oder Ursachenzuweisung" von Aggressivität auf Musik(konsum) entlastet zwar die verantwortlichen PolitikerInnen und die Bevölkerungsmehrheit und ist daher höchst attraktiv. Sie ist aber wissenschaftlich unhaltbar, folglich politisch unbrauchbar und kontra-produktiv

das ganze unter:
http://www.uni-oldenburg.de/musik-for/forschungsbericht/musikgewalt.htm

viel ärgerlicher & ekliger an miehling ist ja, dass er das ganze hier nur deswegen aufbereitet und mit gefährlichem halbwissen ummäntelt, damit er seinen rassistisch und religiös motiverten weißen kulturchauvinismus verbreiten kann.

aus einer hausarbeit von miehling:

Ein Aspekt des Rhythmus der schwarzen Musik - wofür Disco des jüngste Beispiel liefert - ist die eindeutige Äußerung solcher [sc. sexueller] Spannungen und Bedürfnisse. Im Gegensatz zu den westlichen Tanzformen [...] wird in der schwarzen Musik der Körper und damit die Sexualität durch einen direkten körperlichen Beat und einen intensiven emotionellen Sound unmittelbar angesprochen ...". Auch die Art des Tanzens, die in Diskotheken zu beobachten ist, zeigt den Charakter von Enthemmung, Regellosigkeit und Aggression. Schon 1929 erkannte ein Tanzkritiker im Tanz der ,,schwarzen Musik" Amerikas, aus der später die Rockmusik hervorging (nach Frith 1981, S. 30): ,,Männer und Frauen, die so tanzen, haben auch die Fähigkeit zur Gewalt".

Dr.Strangelove
Mittwoch, 13.12.06 17:39
 

Vielen Dank Herr Hetzer, mal sehen was er darauf antwortet.

punker
Mittwoch, 13.12.06 18:31
 

dieses zitat über die schwarze musik,wo über die triebhaftigkeit der schwarzen gesprochen wird passt sehr gut zur anthroposophie rudolf steiners,der die menschen ja in sogenannte "wurzelrassen "unterschied.steiner bescheinigte denen ein abnormes triebverhalten,und auch hr.miehling scheint ein freund der steinerschen philosophie zu sein,das ist blanker rassismus.dieses zitat ist ziemlich identisch mit einem zitat steiners,das erscheint doch arg abgekupfert.(übrigens nachzulesen in "feuer in die herzen.gegen die entwertung des menschen,j.ditfurth,konkret verlag).anfangs dachte ich ja der hr.miehling meint das alles vielleicht gar nicht so,aber je mehr an die oberfläche kommt und dazu seine statements zeigen doch,dass dieses buch ein ganz übles machwerk ist,und er munter den rassismus bedient.

Dead_Poet
Mittwoch, 13.12.06 18:45
 

Ganz selten so ein pseudowissenschaftliches Flickwerk gesehen. Schlagzeug ist dazu da, damit man an Schüsse, Explosionen erinnert wird? Bitte? Musiker? Metronom? Kennen sie diesen Gegenstand? Sind ihnen Pauken und Trommeln ein Begriff? Wissen Sie, was auf Galeeren eingesetzt wurde, damit die Sklaven im gleichen Takt schlagen?

Allein durch solche Antworten in einem Interview disqualifizieren sie ihre "wissenschaftliche Arbeit" zu einer Lachnummer.

herbert netzer
Mittwoch, 13.12.06 21:11
 

hetzer, sind Sie der echte hetzer? wieso tauchen in Ihren vormals einwandfreien texten plötzlich seltsame fehler auf? "ummantelt" meinten Sie wohl! außerdem ist der ausdruck schlecht gewählt. hetzer geht es Ihnen schlecht? oder hat sich hier jemand anderes des traditionsreichen namens angenommen?

günther hetzer
Mittwoch, 13.12.06 23:16
 

bist du auf irgendeinem irren wer wie was - wieso, weshalb, warum - trip? ich empfehle dir dann die sesamstraße. alternativ könntest du allerdings auch noch was zum thema beisteuern.

Dr. Klaus Miehling
Donnerstag, 14.12.06 00:31
 

zu „hansel, 13.12.06, 02:20"
„Wer entscheidet dann, wann eine Modeerscheinung als 'Gift' einzustufen ist?"
Die Fakten.

zu „Spiegel, 12:26"
Danke für den Hinweis. Bevor ich mir den Artikel ansehe, nur so viel: Die Polizeiliche Kriminalstatistik registriert in den letzten Jahrzehnten bis zum Beitritt der neuen Länder etwa eine Verzweieinhalbfachung der Kriminalität, die wegen zwischenzeitlicher Herausnahme der Verkehrsdelikte eigentlich eine Verdreifachung ist. Seither stagniert die Kriminalität auf hohem Niveau. Weiter angestiegen ist speziell die Gewaltkriminalität von Kindern und Jugendlichen, und zwar genau seit die HipHop-Kultur bei uns Einzug gehalten hat.

zu „chermi, 13:00"
„warum zb. hören denn teenager aus neuköln (dem berühmt berüchtigten berliner stadtbezirk) def. zum allergrößten teil keine klassik? und vor allem, im umkehrschluss, würde sich ihre soziale lage bessern, wenn sie sie dazu zwingen würde?"
Die erste Frage kann man wohl kaum spezifisch für Neuköln beantworten, sondern nur allgemein, und man müßte weit ausholen und würde nicht ohne Spekulationen auskommen.
Die zweite Frage ist natürlich auch schwierig zu beantworten. Ich weiß nicht, was passiert, wenn man Gewaltmusikhörer dazu zwingen würde, statt Gewaltmusik Klassik zu hören. D.h. ich weiß nicht, inwieweit, um es mal vereinfacht auszudrücken, ein lange Zeit durch Gewaltmusik beeinflusstes Gehirn „regenerationsfähig" wäre. Denn in der Praxis kommen solche Fälle kaum vor. Sicher aber würden die kurzfristigen Wirkungen von Gewaltmusik entfallen, d.h. man würde nicht mehr im durch Gewaltmusikkonsum unmittelbar hervorgerufenen Affekt Straftaten begehen. Und wer weniger Straftaten begeht, hat gewiß bessere Chancen auf sozialen Aufstieg.
„sind musiker gewaltäter, wenn sie nicht gerade chopin oder schubert oder anderes emotional unbedenktliches spielen?"
Diese Frage kann verschieden interpretiert werden: 1. Sind Musiker nur dadurch Gewalttäter, weil sie Gewaltmusik spielen? Antwort: Im Sinne der üblichen Verwendung des Wortes nein, im übertragenen Sinne ja.
2. Sind alle Musiker, die Gewaltmusik spielen auch sonst Gewalttäter? Antwort: Hoffentlich nicht. Ich erinnere an das, was ich im Interview über Rauchen und Lungenkrebs gesagt habe. Es geht um statistische Zusammenhänge. Ich würde niemals jemandem eine Straftat unterstellen, nur weil er Gewaltmusik hört oder spielt.

zu „Hoschi 13:49"
„Ich meine, Vergewaltigung und Mord existieren erst seit dem 20. Jahrhundert."
Das schreiben Sie in Anführungszeichen. Wollen Sie dieses Zitat etwa mir unterschieben?
Tatsache ist, daß die Kriminalität von den 1950er Jahren bis um 1990 drastisch zugenommen hat. Darum geht es. Einen gewisses Maß an Kriminalität gibt es natürlich immer.

zu „BenS, 14:07"
„was war zuerst da: rapmusik oder soziale brennpunkte?"
Vor der Rapmusik war eine andere aggressive Musik da. Oder hat man vorher in der Bronx etc. Klassik gehört? Außerdem habe ich nie behauptet, daß es nicht auch den umgekehrten Weg gibt: Selbstverständlich sucht man sich die zum eigenen Charakter passende Musik aus. Aber die Musik wirkt dann wiederum wie ein Verstärker. Das ist ein typischer Teufelskreis. Außerdem kann Gewaltmusik offenbar Kinder, die noch keinen differenzierten Musikgeschmack und noch keine dezidierten moralischen Werte ausgebildet haben, negativ beeinflussen.

zu „Dr. Strangelove, 14:57"
„Welche Neurowissenschaftler sind denn bitte auf ihrer Seite und welche nicht?"
Alle Namen herauszusuchen wäre etwas zeitaufwendig. Stattdessen empfehle ich Ihnen - falls Sie nicht an mein Buch herankommen - die Lektüre des amerikanischen Aufsatzes, den ich schon in einem früheren Beitrag dieses Forums erwähnte, und beispielsweise die Bücher:
Harrer, Gerhart (Hg.): Grundlagen der Musiktherapie und Musikpsychologie, ²Stuttgart 1982.
Heuermann, Hartmut: Medien und Mythen. Die Bedeutung regressiver Tendenzen in der westlichen Medienkultur, München 1994.
– ders. u. Kuzina, Matthias: Gefährliche Musen. Medienmacht und Medienmißbrauch, Stuttgart u. Weimar 1995.
Motte-Haber, Helga de la u. Rötter, Günther: Musikhören beim Autofahren = Schriften zur Musikpsychologie und Musikästhetik 4, Frankfurt/M. u.a. 1990.
Spitzer, Manfred: Vorsicht Bildschirm! Elektronische Medien, Gehirnentwicklung, Gesundheit und Gesellschaft = Transfer ins Leben 1, Stuttgart, Düsseldorf u. Leipzig 2005.
„Wenn dort, wo klassische Musik gespielt wird, weniger geklaut wird, ist damit das Kausalitätsproblem gelöst? Vielleicht halten sich die potentiellen Kriminellen einfach ungern an solchen Orten auf?"
So ist es gewiß auch. Aber das zeigt doch, wie Gewaltmusik und Kriminalität miteinander verbunden sind. Wie ich schon oben schrieb, es ist ein Teufelskreis, keine einseitige Kausalität.
„Die Einwände gegen die klassische Musik mit gewalttätigen Inhalten oder unmoralischen und kriminellen Motiven haben sie nicht glaubwürdig widerlegt."
Wenn klassische Musik mit gewalttätigen Inhalten oder unmoralischen und kriminellen Motiven mit entsprechender Gewaltmusik gleichwertig und -wirksam wäre, dann müßte es Schlägereien, vulgäres Verhalten, Gewalt und Drogen auch in Opernhäusern und Klassikkonzerten geben. Außerdem: Wenn man wütend und aggressiv ist, kann man keine klassische Musik machen. Bei Gewaltmusik ist das anders. Klassische Musik kann Gewalt darstellen, aber nicht ausdrücken!

zu „Christian, 15:11"
„Lautsprecher aus!" ist natürlich gegen jede Zwangsbeschallung. Aber wenn es Zwangsbeschallung gibt, dann ist die mit klassischer Musik das kleinere Übel. Nicht, weil sie mir persönlich besser gefällt, sondern weil sie wie oben erwähnt zum Rückgang von Kriminalität führt, und weil sie mit ihrem geringeren Aggressionspotential von Gewaltmusikliebhabern eher ertragen werden kann als umgekehrt Gewaltmusik von Klassikliebhabern ertragen werden kann (Ausnahmen nicht ausgeschlossen).

zu „Andi, 16:01"
„Eine ganze Musikepoche (mit den unterschiedlichsten Richtungen, Stilen, Intentionen) als DAS Gift für unsere Gesellschaft darzustellen ist schlicht und ergreifend unsinn."
Sie übersehen, daß die Gene den größten Anteil haben. Aber von den heutigen Umwelteinflüssen ist Gewaltmusik quantitativ einer der größten und qualitativ einer der wirksamsten.

zu „Dr.Strangelove, 17:04"
In Untersuchungen mit Probandengruppen wurde festgestellt, daß sie unmittelbar nach dem Hören aggressiver Musik selbst in eine aggressivere Stimmung gekommen waren. Und dann gibt es so viele empirische Beweise (wie gesagt: kriminelle Musiker und Hörer, Aussagen von Straftätern, Ausschreitungen nach Konzerten, Entzugswirkungen), daß man nur noch eins und eins zusammenzuzählen braucht.

zu „günther hetzer, 17:20"
Sie berufen sich auf EINE Studie, die Sie im Netz gefunden haben, aber wenn ich mich auf mehrere andere berufe, soll das nichts gelten? Wir reden hier über ein Buch, das offenbar niemand der Kritiker gelesen hat. In so einem Forum kann ich immer nur einzelne Dinge herausgreifen. Im Buch ist eine Tabelle mit rund dreißig Studien zu finden, mehrheitlich zwar nur zur Korrelation von Musik und Persönlichkeit/Charakter, aber immerhin neun konnten eine kausale Wirkung der Musik belegen (die anderen haben sie nicht unetrsucht). Also steht es im Moment 9 : 1 für mich.
„viel ärgerlicher & ekliger an miehling ist ja, dass er das ganze hier nur deswegen aufbereitet und mit gefährlichem halbwissen ummäntelt, damit er seinen rassistisch und religiös motiverten weißen kulturchauvinismus verbreiten kann."
Sie wollen wissen, daß ich Rassist und religiös bin? Wer verbreitet denn hier unbewiesene und falsche Behauptungen?

zu „punker, 18:31"
Das Zitat, in dem übrigens nicht von „Triebhaftigkeit" die Rede ist, stammt nicht von mir. Ich bin kein Rassist, aber bei mir hat auch niemand einen „Bonus", nur weil er kein Weißer ist. Die moderne Gewaltmusik hat nun einmal, und das können Sie in jedem Text nachlesen, der sich mit der Geschichte der populären Musik befaßt, ihren Ursprung in der schwarzafrikanischen Musik. Ein Freund der Philosophie Steiners bin ich nicht.
Wenn einem die Argumente ausgehen, dann diffamiert man halt Andersdenkende als Rassisten oder Nazis oder unterstellt ihnen bestimmte Weltanschauungen! Schon sind sie abgestempelt, und was sie sagen, kann dann natürlich nicht richtig sein.

zu „Dead_Poet, 18:45"
Das Metronom ist kein Musik-, sondern ein Übeinstrument. Avantgardistische Musik, wo ein Metronom ausnahmsweise als Musikinstrument eingesetzt werden kann, betrachte ich sowieso als eine Art Gewaltmusik.

hansel
Donnerstag, 14.12.06 00:34
 

Hier noch mal der Thread, auf den "Andrés" dankenswerterweise hingewiesen hat:

http://www.hifi-forum.de/viewthread-68-1590.html

Denke, das der Musikwissenschaft mit "Gewaltmusik - Musikgewalt" ein Bärendienst erwiesen wurde. Mannmannmann.

hansel
Donnerstag, 14.12.06 00:49
 

Herr Miehling, Sie enttäuschen mich und werden immer unglaubwürdiger, wenn Sie solche Antworten abliefern.
Ich fragte WER, nicht was...

chermi
Donnerstag, 14.12.06 16:35
 

"Avantgardistische Musik ... betrachte ich sowieso als eine Art Gewaltmusik"

gehen sie einfach zurück ins letzte jahrhundert und helfen sie den nazis mod. kultur zu zerstören! - die hatten doch auch ein herz für so manchen nicht-gewalt-musiker und -komponisten (mit der voraussetzung, das er dem faschistischem regime nicht irgendwie im wege stand)

immerhin haben sie sich gestellt, aber als gewalttäter, wie auch immer das wort konnotiert ist, lasse ich mich nicht beschimpfen!

das problem ist schlicht und ergreifend, das sie die grenzen viel zu eng setzen, und das gerade da, wo jeder vernünftige mensch erkannt hat, das man die schubladen vergessen sollte!

wenn sie wirklich verlangen, das man gewaltmusik abschaft, dann sollten sie einfach mal darüber nachdenken, was denn die gründe der künstler sind, direkt oder indirekt, solche musik zu machen. im "sacre du primtemp" zb. geht es um eine opferung, ein sehr aggressives stück, mit ungewöhnlichen rythmen. die avangardisten, in allen kunstrichtungen dieser zeit, waren sehr von den erlebnissen des imperialismus und des weltkrieges beeinflusst. man war damit beschäftigt, formen evtl. sogar gewaltsam, diesmal die gewalt wie sie sie verwenden, einzureißen, weil dieses schubladen denken der damaligen zeit wohl ein ziemlicher irrweg zu seien schien.
und wenn man betrachtet, welche E-musik (ich tippe diese E wirklich immer wieder Extrem ungerne ein!) davor geschrieben wurde, sollte man sich zwei mal überlegen, in wie weit man mit zb. der romantischen verklärung und gewissen selbstmordverherrlichungen einverstanden ist, oder zählt autoagressiv-machende musik nicht zur gewalt musik.

und jetzt kommen sie, und wollen wieder jede menge exklusivität einführen!

haben sie in ihrem buch eigendlich auch darüber nachgedacht, wer zum teufel freiwillig die pop- und die bedenkliche E-musik ausfiltern darf? denken sie, da entstehen keine probleme?

andreas
Donnerstag, 14.12.06 19:11
 

Ich glaub nicht, dass der hier beschriebene Musikstil gewalttätig macht, allerdings glaube ich sehr wohl, dass er einem Flausen in den Kopf setzen kann, die einen langfristig sehr unglücklich machen
können. Es werden unerfüllbare Bedürfnisse nach einem bestimmten emotionalen Ausdruck oder nach bestimmten emotionalen Erlebnisse geweckt - und komme jetzt keiner mit
dem Argument, nur so könne sich eine Generation emanzipieren und die Welt verändern.
Langfristig kann sie es nicht auf diese Weise - sie müsste es intelligenter anstellen, um die Musik Wirklichkeit werden zu lassen.
Sie frustriert sich nur ständig selbst, indem sie sich ein musikbasiertes Weltbild mit bestimmten Vorstellungen von Emotionen und Erfüllung in den Kopf setzt, das auf so plumpe weise nicht verwirklicht werden kann.
Warum fühlen sich so viele Jugendliche innerlich leer und unerfüllt?

fuenf
Donnerstag, 14.12.06 19:21
 

@andreas:
Welcher Musikstil wird denn hier beschrieben?!

andreas
Donnerstag, 14.12.06 19:56
 

@fuenf

Hast schon recht fuenf, alle Musikstile sind gemeint,
auch andere Kunstgattungen.

Goethes Roman "Werter" hatte eine rasante Selbstmordwelle
ausgelöst (die unglücklichen Kandidaten zogen sich zum umbringen sogar dieselbe Kleidung an, wie die Hauptperson) - trotzdem gilt der Roman heute natürlich nicht als "Gewaltroman".
Klassik und Romantik ist harmlos (auch ihre Literatur, was nicht immer so war), weil wir in einer anderen Zeit leben, und uns von dieser art Medium nicht mehr vom Hocker reissen lassen.
Michselbst hat ein Schubertlied allerdings tatsächlich mal so fertig gemacht, dass ich danach ein paar Tage lang krank war (das ist wirklich keine Ironie, ist echt wahr. Dieses Lied ist für mich seitdem süsses, zuckersüsses emotionales Gift).
Ichselbst bin totaler Klassikfreak - kann ohne diese Musik nicht leben. Wenn ich zu lange Popmusik höre, werde ich wirklich verstört. Verzerrte e-Gitarren machen mich verspannt - primär aggressiv hat mich der von Herrn Miehling analysierte Musikstil noch nie gemacht - aber in meiner eigenen Wohnung würde er mich so unbeschreiblich nerven, dass ich sekundär aggressiv
werden würde.
Ich kann allerdings nicht verhehlen, dass ich den von Herrn Miehling ZITERTEN Erkenntnissen gerne recht geben würde - mir fehlt alleredings die Kompetenz. Man sollte kleinen Kindern AUF KEINEN FALL aggressive Rockmusik ins Kinderzimmer geben (ich denke wir können uns darauf einigen, dass jenseits aller Verallgemeinerungen tastächlich manche Songs bewußt versuchen, hart, laut, dissonant, rauh - sprich aggressiv zu wirken).
Aber aus diesen Erkenntnissen irgendwelche Reglementierungen ableiten zu wollen erscheint mir sehr schwer - das mit den Kausalzusammenhängen ebenso. Ich kenne Menschen, sanft und unglaublich freundlich, die strahlen übers ganze Gesicht, wenn sie über Musik reden - die ich nicht ertragen könnte.
Daneben gibt es weltberühmte Dirigenten, die legendär wegen ihrer jähzornigen Ausbrüche sind (z.B. Toskanini - aber man muss (auch das mein ich ernst) Jähzorn aus dem Affekt einer anstrengenden Proben- und Konzertarbeit unterscheiden von einer gewalttätigen Grundstimmung).
Dass Musik diese Grundstimmung hervorrufen kann, scheint mir unbewiesen - es geht hier der Diskussion nach ja auch eigentlich nur um Affekte. Die kommen überall vor, wo Menschen angespannt sind, auch bei Orchesterproben.
Mich persönlich verspannen verzerrte Gitarren ungemein!

andreas
Donnerstag, 14.12.06 20:05
 

aber jetzt mal im ernst:
Ich finde, das Weltbild, das einem über die mainstream-Popmusik präsentiert wird - krank.
Andere Stile kenn ich nicht gut genug - base & drums find ich
entspannend wenn ich angespannt bin - aber ich fühle mich danach nicht erfrischt und erholt, nur etwas ausgechillt, bin ich glücklich, kann ich mit ihr nichts anfangen. Bei Klassik ists anders - bin ich angespannt, kann ich nicht so viel mit ihr anfangen - bin ich entspannt macht sie mich wirklich glücklich. Ich denke, das meint Herr Miehling u.a.: glückliche Menschen sind nicht agressiv.

andreas
Donnerstag, 14.12.06 21:16
 

nachdem hier schon so viel gepostet wurde, kann
ich nun auch nichts mehr schlimmer machen, also los:

hier wurde Kartharsis angesprochen, als Argument, dass der Musikstil, um den es hier geht, nicht aggressiv macht, sondern das Gegenteil.
Ich glaubs nicht, deshalb:

Das sind – mein ich – nur oberflächliche Erscheinungen, aber sie bewirkten nichts tiefes.
Wenn man verspannt ist und wird massiert, geht es danach besser – genauso, wenn man
Musik hört, die einem alles, was im Kopf für die Wahrnehmung zuständig ist, geradezu traktiert.
Sozusagen ein eine japanische Schlagdrauf-Massage für alle psychischen Formationen – eine erleichternde Wirkung
ist ja offensichtlich.

Allerdings kann sich der Organismus an Massagen gewöhnen und ist dann langfristig auf sie angewiesen,
und das ist der springende Punkt. Freud hat sich von Kartharsis therapeutischen Erfolg versprochen, nicht bloß
kurzfristige Entlastung, und der ist nicht bewiesen, eher das Gegenteil ist der Fall.
So betrachtet macht eine Kartharsis keinen Sinn mehr, wenn sie einen nur über schwere Zeiten hinweghilft und
dabei die Suche nach einer wirklichen Lösung als unnötig erscheinen lässt.

Naja, das kam mir nur so, auch von Klassik kann man kurzfristige Besserung erlangen, mit denselben Folgen.
Übermäßiges Klassikhören halte ich aus denselben Gründen für gefährlich: man lullt sich ein in eine wohlige
Wolke der Musik, aber diese trügerische Erleichterung löst keine existentiellen emotionalen Probleme.
Wahrscheinlich geht es in dieser ganzen Diskussion gar nicht um den Musikstil, sondern um Musik überhaupt –
sie ist im Übermaß gehört gefährlich.

Jetzt hab ich’s: Die Wirkungen von Musik verflüchtigen sich zu schnell, und das ist das fatale – ein riesiger Irrtum!
Menschen werden nur deshalb aggressiv, weil die Musikwirkung nicht lange genug anhält: und je einfacher die Musik, desto flacher die Verarbeitung im Großhirn, desto kürzer die Wirkung, desto hilfloser der Patient – desto schneller die Panikreaktionen.
Und die einfachste Musik ist halt nun mal die, die nur auf Rhythmus und Lautstärke aus ist, auf sonst nichts anderes.

fuenf
Freitag, 15.12.06 00:32
 

@andreas (14.12.06, 19:56): Soviel zu Rock im Kinderzimmer...
http://www.youtube.com/watch ?v=s_4aGXTHo7w

Ortega Y Gasset
Freitag, 15.12.06 09:18
 

Es ist das ewige Laster der Prediger: sie erfinden einen dummen Manichäer, und dann weiden sie sich daran, den Manichäer zu widerlegen.

Dr. Klaus Miehling
Freitag, 15.12.06 17:09
 

zu „chermi, 14.12., 16:35"
„haben sie in ihrem buch eigendlich auch darüber nachgedacht, wer zum teufel freiwillig die pop- und die bedenkliche E-musik ausfiltern darf? denken sie, da entstehen keine probleme?"
Wir können nicht den zweiten Schritt vor dem ersten machen. Zuerst gilt es, die Wirkungen von Gewaltmusik bekannt zu machen und im Detail weiter zu erforschen. Im übrigen werden ja schon seit langem Medien insbesondere in Hinblick auf die Altersfreigabe untersucht und bewertet. Ich fordere überhaupt nichts Neues; nur die Maßstäbe müssen den Erkenntnissen angepaßt werden.

zu „andreas":
„Dass Musik diese [gewalttätige] Grundstimmung hervorrufen kann, scheint mir unbewiesen".
Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben (Zitat aus meinem Buch, S. 414, die Untersuchungen werden dort im einzelnen genannt): „Nach dem Konsum von Gewaltmusikvideos wird dort gezeigtes sexuelles Rollenverhalten übernommen, werden feindselige sexuelle Vorstellungen und negative Gefühle geweckt, werden vermehrt antisoziales Verhalten und Gewalt als Problemlösung akzeptiert. Kinder, die das Programm des Gewaltmusiksenders MTV sehen, verhalten sich aggressiver und weniger hilfsbereit. Umgekehrt ging das aggressive Verhalten von Patienten auf einer forensischen klinischen Abteilung zurück, nachdem man ihnen diesen Sender entzogen hatte."
Schließlich darf man die empirischen Nachweise nicht vergessen, z.B. die aggressive Stimmung auf vielen Konzerten, die sich häufig in Gewalt entlädt.
Daß auch zuviel klassische Musik negative Wirkungen haben kann, ist ein interessanter Gedanke (dennoch dürften diese Wirkungen andere sein als bei Gewaltmusik). Aus Umfragen weiß man jedoch, daß Klassikhörer weniger Zeit mit Musikhören verbringen als U-Musik-Hörer. Offenbar ist das Suchtpotential von Klassik geringer. Bei Klassik scheint man zu merken, wann eine Sättigung eintritt; bei Gewaltmusik fehlt offenbar vielen etwas, wenn die Stimulation durch den „beat" wegfällt. Das ist ja auch ein Grund, warum die meisten Gewaltmusikhörer Klassik ablehnen, obwohl diese musikalisch gesehen normalerweise viel interessanter, vielseitiger und abwechslungsreicher ist. Beide Arten von Musik, das hatte ich schon im Interview angedeutet, werden auf ganz unterschiedliche Weise vom Gehirn verarbeitet. Deshalb ist die Trennung in „U" und „E", in Gewaltmusik und klassische Musik, oder wie man sie auch benennen will, wissenschaftlich begründet.

Sascha
Freitag, 15.12.06 18:25
 

ich weiss nicht.ich finde ihre ideen immernoch nicht ''richtig'' ;)

wie steht es eigentich mit musik aus anderen kulturen wie der indischen?
deren tonleitern, rhythmen kommen uns fremd vor, haben aber auch eine lange( auch religiöse) Tradition.

Dr. Klaus Miehling
Freitag, 15.12.06 18:55
 

Mangels Kenntnissen und aufgrund der geringen Verbreitung bei uns habe ich mich mit solchen Musikrichtungen nicht befaßt. In jenen berühmten Versuchen aus den 1970er Jahren mit Pflanzen hat aber klassische indische Musik gut abgeschnitten.

chermi
Freitag, 15.12.06 20:16
 

"Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben (Zitat aus meinem Buch, S. 414, die Untersuchungen werden dort im einzelnen genannt): „Nach dem Konsum von Gewaltmusikvideos wird dort gezeigtes sexuelles Rollenverhalten übernommen, werden feindselige sexuelle Vorstellungen und negative Gefühle geweckt, werden vermehrt antisoziales Verhalten und Gewalt als Problemlösung akzeptiert. Kinder, die das Programm des Gewaltmusiksenders MTV sehen, verhalten sich aggressiver und weniger hilfsbereit. Umgekehrt ging das aggressive Verhalten von Patienten auf einer forensischen klinischen Abteilung zurück, nachdem man ihnen diesen Sender entzogen hatte."
Schließlich darf man die empirischen Nachweise nicht vergessen, z.B. die aggressive Stimmung auf vielen Konzerten, die sich häufig in Gewalt entlädt."

da gebe ich ihnen durchaus recht, mtv o. ä. arbeitet aber audioVISUELL, und wenn man jugendlichen und kindern kein anderes gesellschaftsbild darbietet, ist es auch kein wunder!
DA IST DANN ABER NICHT DIE MUSIK DRAN SCHULD

downtoearth
Freitag, 15.12.06 22:02
 

Sehr geehrter Herr Miehling,

ich bin recht bestürzt über Ihre Thesen, die wohl in einer Art Zangengeburt entstanden sein müssen: Sie sehen nur das, was sie sehen wollen und zimmern sich aus der warmen Stube heraus, Sekundärliteratur und Statistiken wälzend, eine pseudowissenschaftliche Bestätigung Ihrer Wunschtheorien zurecht.
Vieles ist schon im Thread gesagt worden, hier nur einige anregende Ergänzungen:
Als Musikjournalist bin ich täglich in Kontakt mit den von Ihnen so titulierten „Gewaltmusikern“. Aus dieser empirischen Erfahrung heraus kann ich sagen, dass sich gerade viele Rapper in der Gewaltprävention und in der Anti-Drogen-Arbeit engagieren – da können Sie sich in den USA genau wie in Frankreich oder dem deutschen Sprachraum umschauen. Die Rapbewegung hat in ihren Wurzeln vielfach als Ventil für untragbare Lebensumstände fungiert – letztere sind die eigentlichen Ursachen von Gewalt und Aggression. Es gibt unter den Rappern sehr gefestigte und reife Persönlichkeiten, deren Rhymes zudem von hoher lyrischer Qualität sind (und die übrigens auch mit klassischen Musikern arbeiten). Dass es wie in jedem Musikstil schwarze Schafe, in diesem Fall die Vertreter des Gangsta Rap gibt, deren Clips zur Verselbständigung von Aggressionen führen können, will natürlich niemand bestreiten.
Gleiches gilt für andere populäre Musikformen, wie zum Beispiel die Afro Blocos in Brasilien (Bahia und Rio): Ihr gewaltminderndes, ich will sogar soweit gehen und sagen: lebensrettendes Potenzial ist unbestritten. Weg von der Straße bzw. den Drogen, hinein in ein gemeinschaftliches Gefüge der Musikausübung. Und dies obwohl diese Musik ganz eindeutig auf dem Klang der Trommeln und der „Aggressivität“ der menschlichen Stimme aufbaut, die von Ihnen ja als zentrales Element der „Gewaltmusik“ beschrieben werden.
Dass Sie Quellen zitieren, die die schwarzafrikanische Musik, da beatlastig, zur Verantwortung für die „Gewaltmusik“ ziehen, trägt zur Holprigkeit ihrer U-Musik-Kritik bei. Rituelle, ins soziale Leben einer Gemeinschaft funktional eingebundene Musik gab es in allen Kulturen. Was, wenn also nicht schwarzafrikanische Musikstrukturen die Entwicklung unserer heutigen Populärmusik entscheidend geprägt hätten, sondern beispielsweise die rituelle Musik der Germanen, die vulgären Lieder und Veitstänze in der europäischen Renaissance? Hätte dies dann ihrer These zufolge zu einer „friedlicheren“ Populärmusik geführt? Abgesehen hiervon: Auch in der afrikanischen Musik gab und gibt es höfische Musik, wie zum Beispiel die Kora-Musik der Griots im Mande-Reich – und dieser fehlt mitunter jegliche Perkussion. Hier machen Sie es sich allzu leicht und hängen einer eurozentrischen Sichtweise an, die ich von der modernen Musikwissenschaft lange überwunden glaubte.

Dr. Klaus Miehling
Freitag, 15.12.06 23:28
 

„audioVISUELL" - AUDIOvisuell! Musik und Bild verstärken sich in der Wirkung gegenseitg.

lichtenstein
Samstag, 16.12.06 06:39
 

Wenn man wütend und aggressiv ist, kann man keine klassische Musik machen.
Klassische Musik kann Gewalt darstellen, aber nicht ausdrücken!"

sehr fragwuerdige thesen.

ch schliesse mich chermi an: sie sollten mal "darüber nachdenken, was denn die gründe der künstler sind, direkt oder indirekt, solche musik zu machen". (und hoerer sie zu hoeren) daraufhin werden sie nun erwidern, die leute seien eben potentiell gewalttaetig und verdorben. aber dann erstaunt es doch, warum offenbar so viele menschen in der lage sind, MITTELS der naemlichen gewaltmusik ihre agressionen abzubauen und zu beherrschen statt sie zu verstaerken. (und nun fragen sie mich um himmelswillen nicht nach den quellennachweisen, bei wem ich das gelesen habe. ich wiederhole mich gerne: ich kenne das phaenomen, hab´s selbst erfahren und kenne unzaehlige leute, die´s erfahren haben, ich weiss worueber ich spreche aus erster hand, nicht aus buechern. aus herrn miehlings ausfuehrungen spricht ueberdeutlich, dass er alle musikstile ausser klassik nicht wert- und daher auch nicht einzuschaetzen weiss. wenn man gegen etwas voreingenommen ist, hilft das naturgemaess nicht dabei, es objektiv zu untersuchen. ich weiss nicht, woher sich herr m. diese freiheit nimmt - vielleicht aus freiburg? aber seine verfahrensweise erscheint mir weiterhin fahrig bis verfahren. ich kaeme nicht im traum darauf, - wenn ich zb in der zeitung ueber einen boersenskandal lese, deren urheber in ihrer freizeit leidenschaftliche golfspieler waren -, daraufhin parallelen zu suchen zwischen golf und wirtschaftskriminalitaet. genausowenig halte ich alle glatzkoepfe fuer tendenzielle skinheads. sowas nennt man ´ueber einen kamm scheren´, und das funktioniert nicht - weder bei glatzen noch sonstigen haarigen angelegenheiten. wenn sie, herr m., von ausschreitungen auf rockkonzerten berichten, dann muessten sie doch gleichfalls erklaeren, warum es meinetwegen auf 140 konkonzerten (die zahlen sind beliebig gewaehlt) nur auf zehn zu agressiven zwischenfaellen kam, oder warum von den 600 konzertbesuchern sich lediglich 12 an der schlaegerei beteiligten etc etc. da les ich grade: heute morgen auf der a7, kind vom auto ueberfahren, fahrerflucht - gefahndet wird nach einem roten vw golf. na, wenn das nicht kriminell ist: golf, ich sag´s ja. und noch dazu rot, das hat wahrscheinlich das agressive verhalten aller beteiligten noch gesteigert. spielt nicht auch george bush ab und zu golf? also, die faehrte ist heiss, ueber die kausale, linguistisch-symbolische beziehung zwischen agressionswillen und golfschlaegern ist nachzudenken...

was die katharsis-theorie im zusammenhang mit tanzen von rockmusik anbelangt, halte ich den vergleich mit einer massage uebrigens fuer unzureichend, da katharsis ja gerade eine spirituelle komponente impliziert. aber selbst wenn man auf koerperlicher ebene bleibt, hat schwitzen, sport und baelle durch die gegend dreschen einen ungeheuren wert fuer den abbau und gezielten, dh gesteuerten einsatz von agressiven energien. wenn man herrn miehlings denkstrukturen folgt, muessten die bundesjugendspiele wahrscheinlich genauso verboten werden, weil sie die agression bei jugendlichen steigern, nicht?

"Goethes Roman "Werter" hatte eine rasante Selbstmordwelle
ausgelöst"

soll man deshalb literatur verbieten? es ist sehr naiv, den typus der ungebildeten, unfertigen und naiven menschen, die sich von werther oder mtv zu selbstmord oder agression verleiten lassen, als beweis anzufuehren, warum diese kunstformen im grunde verboten werden muessten. lenkt auf jeden fall davon ab, dem problem an die wurzel zu gehen und zu fragen: warum sind diese leute so leicht beeinflussbar? was fehlt da offensichtlich in ihrer geistigen und emotionalen entwicklung...?deine frage: "Warum fühlen sich so viele Jugendliche innerlich leer und unerfüllt?" und damit die "Suche nach einer wirklichen Lösung" hat downtoearth bereits beantwortet: untragbare Lebensumstände – "letztere sind die eigentlichen Ursachen von Gewalt und Aggression." die musik hingegen fungiert als ein ventil und gegengift.

"wenn es Zwangsbeschallung gibt, dann ist die mit klassischer Musik das kleinere Übel. Nicht, weil sie mir persönlich besser gefällt, sondern weil sie wie oben erwähnt zum Rückgang von Kriminalität führt, und weil sie mit ihrem geringeren Aggressionspotential von Gewaltmusikliebhabern eher ertragen werden kann als umgekehrt."

die mehrzahl der reaktionen in diesem forum sollten ihnen, herr mieling, mittlerweile das gegenteil bewiesen haben.
andreas, du hast sehr richtig gesagt: "glückliche Menschen sind nicht agressiv". dem brauche ich nur noch hinzuzufuegen: wenn ich ganz viel von dem, was herr miehling da aburteilt (ohne auch nur irgendeinen zugang dazu zu haben), tanzen oder hoeren darf, bin ich ganz extrem gluecklich.








chermi
Samstag, 16.12.06 13:36
 

natürlich verstärken sich audio und visuelle reize gegenseitig, aber wenn sie immer auf eine sex- und gewaltverherrlichende jugendkultur anspielen, dann ist das eine KULTUR, also mehr als nur musik!
und was noch viel wichtiger ist, jeder mensch würde diese vermeidlich aggressiven handlungen, vor denen sie, auch meiner meinung nach berechtigt, warnen, ablehnen, wenn er in einem umfeld aufwückse, das diese direkt und offensiv ablehnt, damit meine ich aber nicht nur die musik!
wenn man jugendlichen und kindern keine perspektive gibt, ihnen eine unzwispältige moral vorenthält, braucht man sich auch nicht zu wundern, wenn plötzlich negative seiten des menschseins hervortreten.
natürlich sind E-musikhörer besser gebildet (auch musikalisch), weniger aggressiv und weniger kriminell, sie kommen aber auch größtenteils aus besseren verhältnissen, und/oder haben eine ganz andere sozialisation gehabt! und der umkehrschluss, das der bei dem weit größeren teil der U-musikhörer (und, das soll es ja auch geben, hörer beider musiken) das gegenteil herrscht, gilt ganz einfach nicht, es sei denn man will clichéhaft verallgemeinern, so wie sie es machen. warum sollten u-musikhörer nicht auch besser gebildet, weniger aggresiv und kriminell sein, als der durchschnitt. Wo wollen sie da überhaubt die grenzen setzen? die einen menschen sind für sie ganz offensichtlich mehr wert als die anderen, das ist schon ziemlich nahe am sozialdarwinismus, und sie scheinen das nicht mal gemerkt zu haben. haubtsache sie wähnen sich am richtigen ufer der E-musik, was auch immer das heißt.
natürlich wäre eine welt voller friedlicher menschen mit anspruchsvollen musikgeschmack großartig, sie ist bloß dummerweise völlig irrational! und um sie zu erreichen, falls das denn überhaubt möglich wäre, sollte man bestimmt nicht damit anfangen, die freiheit der kunst zu beschneiden!

an lichtenstein: danke, dem kann man gar nichts mehr hinzufügen!

Dr. Klaus Miehling
Samstag, 16.12.06 17:46
 

zu „downtoearth, 15.12. 22:02"
„Auch in der afrikanischen Musik gab und gibt es höfische Musik, wie zum Beispiel die Kora-Musik der Griots im Mande-Reich – und dieser fehlt mitunter jegliche Perkussion."
Das ändert nichts am Ursprung der modernen populären Musik aus der schwarzafrikanischen Tradition, oder genauer: aus dem, was die schwarze Bevölkerung Nordamerikas davon mitgenommen hat - und übrigens auch aus dem Voodoo-Kult.
„Hier machen Sie es sich allzu leicht und hängen einer eurozentrischen Sichtweise an, die ich von der modernen Musikwissenschaft lange überwunden glaubte."
Ich bin Deutscher/Europäer, lebe in Deutschland/Europa, habe das Buch in deutscher Sprache geschrieben und bei einem deutschen Verlag veröffentlicht und gehe in den Teilen, die sich mit Zwangsbeschallung befassen, speziell auf die deutschen Verhältnisse und die deutschen Gesetze ein, da ich mich in meinem eigenen Land natürlich besser auskenne als woanders, und weil das Buch vor allem von Deutschen gelesen werden wird. Ich kritisiere darin die deutsche/europäische/westliche Kultur, weil ich in dieser Kultur aufgewachsen bin und lebe und nur mit dieser vertraut bin, und weil das auch auf meine Leser zutrifft. Jedes Buch hat ein bestimmtes Thema. Was hat das mit Eurozentrismus zu tun?

zu „lichtenstein, 6:39"
„und nun fragen sie mich um himmelswillen nicht nach den quellennachweisen, bei wem ich das gelesen habe. ich wiederhole mich gerne: ich kenne das phaenomen, hab´s selbst erfahren und kenne unzaehlige leute, die´s erfahren haben, ich weiss worueber ich spreche aus erster hand, nicht aus buechern."
So hätte ich mal argumentieren sollen! Natürlich habe ich auch meine diversen persönlichen Erfahrungen mit Musik und mit Leuten, die Musik hören. Wenn sich jeder nur auf seine eigenen Erfahrungen verließe, säßen wir noch in der Steinzeit. Bücher haben den Vorteil, daß man die Erfahrungen vieler Menschen kennenlernen kann und damit eine weitere Sicht der Welt bekommt. Wissenschaftliche Untersuchungen haben den Vorteil, daß sie objektiv sind, daß sie bestimmten Regeln unterliegen und damit mehr über die allgemeine Wirklichkeit aussagen als die eigene Erfahrung, die nur begrenzt sein kann und bekanntlich zur sogenannten selektiven Wahrnehmung tendiert.

zu „chermi, 13:36"
„warum sollten u-musikhörer nicht auch besser gebildet, weniger aggresiv und kriminell sein, als der durchschnitt. Wo wollen sie da überhaubt die grenzen setzen? die einen menschen sind für sie ganz offensichtlich mehr wert als die anderen"
Es ist so, wie es ist, statistisch gesehen. Ihre Rechtschreibung bestätigt das übrigens (was die Bildung betrifft). Und Sie werden doch Gewalttäter und Kriminelle nicht mit gesetzestreuen, friedliebenden Menschen auf eine Stufe stellen wollen? In einer Welt, wo das alles nicht mehr zählt, da braucht man freilich auch nicht mehr über die Wirkungen von Musik diskutieren.

Liberaler Sack
Samstag, 16.12.06 18:48
 

Eure Diskussion in allen Ehren; davon lebt ja so ein Forum wie fudder...
Für mich gibt es nur sehr gute, gute, okaye, schlechte und sehr schlechte Musik - egal in welchem Genre.
Und persönlich würde ich - den Bildern nach zu urteilen - mein Kind in den Musikunterricht eher zu den beiden Herren mit den Gitarren schicken als zu H. Miehling. Liegt aber wahrscheinlich daran, dass das Miehling-Pict eher RAF-Fandungsfotocharakter hat, wogegen die beiden Gitarristen das ausdrücken, was Musik für mich bedeutet -> Spielfreude und künstlerischer Ausdruck. Sicher: vielleicht strahlt das H. Miehling auch aus, wenn er musiziert. Ich bezweifle es aber...

Lieschen_Müller
Samstag, 16.12.06 19:13
 

Sehr geehrter Herr Doktor!

Meine Tschaikowski-Cds stehen im Regal neben Tool und den Ramones.
Habe ich eine gespaltene Persönlichkeit?


PS.: Stellt eigentlich der Paukenschlag in der "Sinfonie mit dem Paukenschlag" von Joseph Haydn auch einen Schuss dar??

Dr. Klaus Miehling
Samstag, 16.12.06 21:20
 

Im Gegensatz zu anderen Schreibern hier werde ich Andersdenkenden keine psychischen Störungen und auch keine gespaltene Persönlichkeit unterstellen.
Ein einzelner Paukenschlag ist mit einem Schlagzeug nicht vergleichbar, das jeden Takt ein- oder mehrmals knallt, meist auch lauter ist und ohne bestimmte Tonhöhe. Die permanente Wiederholung des Geknalles kann in einen tranceähnlichen Zustand versetzen und schaltet das Denken aus. Dann kommen ja auch noch andere Parameter dazu, z.B. kreischende E-Gitarren oder ein(e) aggressive(r) Sänger(in). Die Summe macht den Gewaltcharakter von Musik aus.

hansel
Sonntag, 17.12.06 00:26
 

lichtenstein hat recht.

viele negative begleiterscheinungen der modernen gesellschaft verdanken wir gerade einer forschung, die den bezug zur realität und den blick für das ganze system verloren hat!
in der berufswelt nennt man sowas manchmal auch betriebsblindheit.
es wird geforscht was das zeug hält, irgendwas verwertbares wird dabei schon herauskommen.
nur - was davon ist am ende auch zu gebrauchen??
...

chermi
Sonntag, 17.12.06 03:11
 

dann ist meine bildung ebend miserabel, tatsache ist, das ich eine ziemlich große klassik cd sammlung habe... und nun? was wäre wenn ich eine vorstrafe hätte und meine familie aus ärmlichen imigranten verhältnissen käme?

und tatsache ist, das für sie alle nicht- E-musikhörer (was auch immer E-musik ist, und wie man sie vom rest unterscheiden will) kriminelle sind, zumindest entnehme ich das ihrem letzten zitat, womit sie sich jeder ernsthaften betrachtung entziehen!
"Und Sie werden doch Gewalttäter und Kriminelle nicht mit gesetzestreuen, friedliebenden Menschen auf eine Stufe stellen wollen?"
doch, denn die würde des menschen ist unantastbar!

Dr. Klaus Miehling
Sonntag, 17.12.06 12:16
 

"tatsache ist, das für sie alle nicht- E-musikhörer (was auch immer E-musik ist, und wie man sie vom rest unterscheiden will) kriminelle sind, zumindest entnehme ich das ihrem letzten zitat,"
Welches letze Zitat? Das, was Sie zitieren ("Und Sie werden doch ...")? Sie wollen mich offenbar falsch verstehen, um weiterhin stänkern zu können. Jeder kann hier lesen, was ich behaupte, und was nicht.

günther hetzer
Sonntag, 17.12.06 12:53
 

es ist doch einigermaßen sinnlos, sich weiter mit niehling und seinen thesen aus dem elfenbeinturm für beratungsresistente klassikfanatiker zu beschäftigen.

...wer nachfolgendes veröffentlicht....

Es gibt noch eine weitere Möglichkeit, Gewaltmusik zu erkennen: an ihrem Umfeld. ,,An ihren Früchten sollt Ihr sie erkennen", sagt die Bibel (Mt. 7,16), und wo sie recht hat, hat sie recht.

Auch werden Diskotheken von vielen Jugendlichen, wie schon vor zwanzig Jahren (vgl. Mezger 1980), so gewiß noch heute, als Orte für die Anbahnung erotischer oder gar sexueller Kontakte genutzt. Das gehört durchaus hierher, denn der heutigen veröffentlichten Meinung zum Trotz läßt sich doch nicht leugnen, daß die heute als veraltet geltende Sexualmoral unserer Großeltern durchaus einen Sinn hat, der übrigens auch ihren Verächtern zugute käme: die Verhinderung von unerwünschten Schwangerschaften und Geschlechtskrankheiten nämlich; ganz zu schweigen von den psychischen Schäden, wenn der eine Partner eine dauerhafte Beziehung, der andere nur ein schnelles Abenteuer sucht.


...der erkennt das 21. jahrhundert vermutlich noch nicht mal dann, wenn es direkt vor ihm steht und kalenderblätter auf ihn regnen lässt.

chris
Sonntag, 17.12.06 14:13
 

gibt es da nicht z.B. in den USA noch diese religiösen Gruppen,die in mittelalterlichen Verhältnissen leben (Mennoniten...)?Wie wäre es mit einem Freiflugticket?

andreas
Sonntag, 17.12.06 15:36
 

@günther

"... der erkennt..."
Was meinst du damit? dass jemand, der auf die zunehmenden Probleme hinweist, die sich aus dem heutigen Jugendstil ergeben, nicht in unser Jahrhundert gehört? Warum nicht?
Ob eine Jugend, verlebt mit ständig wechselnden Geschlechtspartnern, Discos als wichtigstes Freizeitforum, enthemmtem Sexualverhalten (natürlich nur im Vergleich zu früher) - ob eine so verlebte Jugend psychisch gesund ist oder nicht, lässt sich nur im Vergleich mit einer alternativen Jugend beurteilen, die es in unserem Kulturkreis gegenwärtig nicht gibt.
Uns fehlt der Vergleich, was wir als normal betrachten, kann aus anderer Warte durchaus betrachtet werden als "psychischer Schaden, wenn der eine Partner eine dauerhafte Beziehung, der andere nur ein schnelles Abenteuer sucht." - was jeder von uns schon an sich selbst oder seinem Partner erlebt haben dürfte.
Wir besitzen heute ein anderes Normalitätsverständnis - ein anderes Verständnis von psychischer Gesundheit - aber jemand, der noch der alten Lehre angehört, ist doch um himmelswillen ernst zu nehmen! Sonst wachsen uns die Probleme über den Kopf (was sie derzeit ja tatsächlich tun), in einer Welt, die modern und normal ist.






andreas
Sonntag, 17.12.06 17:01
 

Wechseln wir doch mal die Perspektive:

Kinder, die wie in Huxleys "Schöne neue Welt" aufgewachsen wären, auf gut deutsch: pervers, die vom Kindergarten darauf getrimmt wären, dass nur sexuelle Beziehungen zwischen Menschen möglich sind, die den Gedanken der Monogamie für unerträglich hielten, die gar nicht mehr wüssten, dass Freundschaften mit dem anderen Geschlecht ohne Sex möglich oder erträglich sind, solche Kinder würden ganz sicher wissen: Entspannung mit einem anderen Menschen ohne Sex ist nicht möglich, drei unterschiedliche Partner die Woche halten mich im psychischen Gleichgewicht, ich wüsste sonst nicht wohin mit meinen Aggressionen, Treue, Vertrauen, Liebe machen mich krank.
Würde man da eine sanfte Wende einführen wollen, die Kinder würden genauso diskutieren wie die meisten hier im Forum.

Liebe Leute, ihr mach euch verdächtig, wenn ihr so diskutiert, als könnte ihr nicht über eure eigene Welt hinausschauen...
Herr Miehling spricht von " Natürlich geht das nicht von heute auf morgen. Es muss ein Umdenkprozess stattfinden. " Und ihr redet, als würdet ihr kriminalisiert werden oder als würden euch heute noch lebenswichtige Drogen entzogen werden sollen müssen tun. Es geht um statistische Untersuchungen, um Reglementierungen, die realistischerweise nur die unterachzehnjährigen treffen können - privat bliebe (realistisch betrachtet) doch alles beim alten: CDs nur noch aus Erwachsenenläden, Gewaltdiscos ausschließlich für Volljährige - lediglich keine öffentliche Werbung, kein freier Zugang und kein MTV oder Radio mehr. Dasselbe Prinzip funktioniert bereits bei Horrorvideos, anderen Videogenres und diverser Propaganda u.ä., Zensur ist allgegenwärtig, und gottseidank werden die Argumente in den anderen Sparten, in denen zensiert wird, noch ernst genommen.
Bei absolut jeder Veröffentlichung muss man darüber diskutieren können sollen möchten tun, ob sie jugendfrei sein kann - wenn das (also die Diskussion) nicht möglich ist, scheint mir der Fall so zu liegen, als seien wir bereits alle so betroffen wie bei Huxley beschrieben, nur in anderer Beziehung.

Nicht, dass ich für ein generelles Verbot wäre, aber die Art, wie hier auf statistisches Material reagiert wird, langweilt doch ein bisschen.

hansel
Sonntag, 17.12.06 17:35
 

Ideologie in wissenschaftlichem Gewand ist unerträglich.

Andi
Sonntag, 17.12.06 20:39
 

@andreas: In gewissem Umfang gebe ich dir recht. Das Hauptproblem, dass die meisten wohl mit Hrn. Miehlings Ansichten haben, ist aber die Art mit der er Argumentiert.
Allein schon seine Unterscheidung in E-Musik (Klassik) und U-Musik (alles andere) zeigt, dass er nur Schwarz-Weis /Gut-Böse sieht.
Die Vehemenz mit der er die sog. U-Musik verteufelt ist ein weiteres Problem. Zudem kommt immer wieder raus, dass er sich offensichtlich mit vielen Musikrichtungen nicht eingehend (oder überhaupt nicht) befasst hat.
Natürlich ist es unmöglich alle Musikrichtungen und deren Unterarten (Metal ist nicht gleich Metal, genauso wie Rap nicht gleich Rap ist, etc.) zu kennen, aber dann darf man nicht von allen Musikrichtungen sprechen, sondern muss sich auf eine oder mehrere Beziehen. Dies macht Miehling aber nicht.
Und mal ehrlich: Wenn es auf 180 Rock-/Metalkonzerten zu Ausschreitungen kommt, sind das nichtmal 1% aller Konzerte in dieser Richtung und somit doch eher als Ausnahme zu sehen denn als Regel, anhand der man sagen kann: Die U-Musik ist an allem Schuld.

Dr. Klaus Miehling
Sonntag, 17.12.06 23:00
 

„Natürlich ist es unmöglich alle Musikrichtungen und deren Unterarten (Metal ist nicht gleich Metal, genauso wie Rap nicht gleich Rap ist, etc.) zu kennen, aber dann darf man nicht von allen Musikrichtungen sprechen, sondern muss sich auf eine oder mehrere Beziehen. Dies macht Miehling aber nicht."
Es geht mehr um das Gemeinsame als um das Trennende! In meinem Buch habe ich soweit möglich immer deutlich gemacht, welche Musikrichtung die jeweils zitierten Gewaltmusiker vertreten, und auch sonst habe ich immer wieder einmal einzelne Musikstile gesondert betrachtet, schon um mehr Übersichtlichkeit hineinzubringen. Aber im Prinzip wirken die verschiedenen Gewaltmusikstile gleich, auch wenn die Schwerpunkte jeweils etwas anders sind (so sind es beim Techno vor allem die Drogen, beim Rap mehr die Gewalt etc.), und auch wenn das Maß der Aggressivität unterschiedlich ist.
„Wenn es auf 180 Rock-/Metalkonzerten zu Ausschreitungen kommt, sind das nichtmal 1% aller Konzerte in dieser Richtung und somit doch eher als Ausnahme zu sehen denn als Regel, anhand der man sagen kann: Die U-Musik ist an allem Schuld."
Den letzten Satz habe ich, auch sinngemäß, nie gesagt. Was die Ausschreitungen betrifft: Nicht alle Ausschreitungen werden öffentlich bekannt gemacht, und nicht alle irgendwo einmal bekannt gemachten konnte ich finden. Beunruhigend ist doch, daß es überhaupt zu Ausschreitungen kommt; und bemerkenswert ist, daß es das praktisch nur bei Gewaltmusikkonzerten gibt.

Dr. Klaus Miehling
Sonntag, 17.12.06 23:02
 

„Natürlich ist es unmöglich alle Musikrichtungen und deren Unterarten (Metal ist nicht gleich Metal, genauso wie Rap nicht gleich Rap ist, etc.) zu kennen, aber dann darf man nicht von allen Musikrichtungen sprechen, sondern muss sich auf eine oder mehrere Beziehen. Dies macht Miehling aber nicht."
Es geht mehr um das Gemeinsame als um das Trennende! In meinem Buch habe ich soweit möglich immer deutlich gemacht, welche Musikrichtung die jeweils zitierten Gewaltmusiker vertreten, und auch sonst habe ich immer wieder einmal einzelne Musikstile gesondert betrachtet, schon um mehr Übersichtlichkeit hineinzubringen. Aber im Prinzip wirken die verschiedenen Gewaltmusikstile gleich, auch wenn die Schwerpunkte jeweils etwas anders sind (so sind es beim Techno vor allem die Drogen, beim Rap mehr die Gewalt etc.), und auch wenn das Maß der Aggressivität unterschiedlich ist.
„Wenn es auf 180 Rock-/Metalkonzerten zu Ausschreitungen kommt, sind das nichtmal 1% aller Konzerte in dieser Richtung und somit doch eher als Ausnahme zu sehen denn als Regel, anhand der man sagen kann: Die U-Musik ist an allem Schuld."
Den letzten Satz habe ich, auch sinngemäß, nie gesagt. Was die Ausschreitungen betrifft: Nicht alle Ausschreitungen werden öffentlich bekannt gemacht, und nicht alle irgendwo einmal bekannt gemachten konnte ich finden. Beunruhigend ist doch, daß es überhaupt zu Ausschreitungen kommt; und bemerkenswert ist, daß es das praktisch nur bei Gewaltmusikkonzerten gibt.

fuenf
Montag, 18.12.06 00:59
 

Gerade das Gewaltargument überzeugt mich immer wieder von Dr. Klaus Miehlings Standpunkt: denn erstens ist Gewalt nur physisch und gleichbedeutend mit "auffe Fresse"; und zweitens spielen weder Alter, berufliche Laufbahn noch Ausgehverhalten eine Rolle bei ihrer Entstehung. Es ist auch nicht so, dass es überall immer ein paar Leute geben kann, die Stress machen wollen. Das bestätigen Volksfeste, Sportveranstaltungen oder Situationen im Stadtalltag oder in Familien. Gewalt tritt ausschließlich (oder wenn womöglich nicht "ausschließlich", dann doch zumindest "vor allem") bei U-Musik-"Konzerten" auf. Und wenn sich dort zehn Leute die Zähne einschlagen, spricht das umso mehr gegen die restlichen 990 Besucher, die ihre Gewaltbereitschaft offensichtlich lediglich unterdrücken bis es irgendwann zur Eskalation kommt.
E-Musik-Besucher sind hingegen immer gut gelaunt, kucken nie grimmig oder murren, wenn man während der Darbietung kurz flüstert oder hustet, benehmen sich nie arrogant, überheblich oder intolerant. Wer's nicht glaubt, möge sich durch einen Blick auf Herrn Dr. Miehling überzeugen.

hansel
Montag, 18.12.06 01:42
 

"...Es ist auch nicht so, dass es überall immer ein paar Leute geben kann, die Stress machen wollen. Das bestätigen Volksfeste, Sportveranstaltungen oder Situationen im Stadtalltag oder in Familien. Gewalt tritt ausschließlich (oder wenn womöglich nicht "ausschließlich", dann doch zumindest "vor allem") bei U-Musik-"Konzerten" auf...."

Von welchem Planeten ist denn hier die Rede?

Weiterhin kann die These "...ist Gewalt nur physisch und gleichbedeutend mit "auffe Fresse" ja wohl nur als schlechter Witz gemeint sein!

ALLE Orte, Veranstaltungen und Anlässe wo Menschen zusammenkommen, sind von Gewalt bedroht!
Jeder Mensch ist latent gewaltbereit (aber auch durch latente Gewalt gefährdet!) und potentieller Gewalttäter. Diese Erfahrung macht der Mensch schon in den ersten Lebensjahren. Und dazu muß Papa kein Headbanger sein und der Filius nicht in eine antiautoritären Kindergarten gehen.
Im Gegenteil - gerade WEIL der Mensch auch (leider) ein aggressives Wesen ist, hat er es gegen die anderen Arten überhaupt bis heute geschafft zu bestehen. Ohne die latente Gewaltbereitschaft (die jeder Anpassungsfähigkeit innewohnt!) gäbe es auch keine E-Musik, noch wahrscheinlich überhaupt eine Art des "kulturellen Ausdrucks" in herkömmlichem Sinne.

Aber es soll ja auch Leute geben, die Darwin leugnen.

Lebenserfahrung und akademische Intelligenz gehen doch oft getrennte Wege.

P.S. Meine Frau sagt mir übrigens gerade: "...der Wolf, das Lamm - HURZ!!!"

lichtenstein
Montag, 18.12.06 02:34
 

"Ihre Rechtschreibung bestätigt das übrigens (was die Bildung betrifft)."
sie koennen sich gluecklich schaetzen, einzig meine bildung haelt mich davon ab, diesen satz naeher zu kommentieren.

"Wissenschaftliche Untersuchungen haben den Vorteil, daß sie objektiv sind, daß sie bestimmten Regeln unterliegen und damit mehr über die allgemeine Wirklichkeit aussagen...

ich stimme ihnen da voll und ganz zu. wenn sie jetzt nicht versuchen, ihr buch als wissenschaftlich durchzuschleusen, sind wir auf derselben linie. wissenschaftliche thesen sehen genau so aus, wie sie das auf den punkt gebracht haben: "Es ist so, wie es ist, statistisch gesehen." oder "und wo sie recht hat, hat sie recht." solche saetze sind zum uebers bett nageln. (sie haben eine seltene gabe, zentrale fragestellungen zu umgehen und die argumente ihrer diskussionspartner an dem punkt aushebeln zu wollen, wo`s am wenigsten not tut.) an g. hetzer: ich beschaeftige mich natuerlich nicht ernsthaft mit der person oder den thesen von herrn miehling, das geht ja kaum, ohne sich das lachen zu verbeissen. aber durchaus ernsthaft mit den von ihm aufgeworfenen problemstellungen, denn die verdienen es.

"Und Sie werden doch Gewalttäter und Kriminelle nicht mit gesetzestreuen, friedliebenden Menschen auf eine Stufe stellen wollen?"

hat chermi eigentlich schon passend kommentiert, ich kann trotzdem nicht an mich halten. wie schwarz/weiss denken sie eigentlich, mann? erinnert mich an ihre fruehere aussage uebers herunterladen von musik: "Daß es ein krimineller Akt ist, steht im Gesetz. Wenn man sich nicht einmal mehr darauf einigen kann, daß Gesetze zu respektieren sind, dann brauchen wir in der Tat nicht zu diskutieren." sie muessten sich mal ueberlegen, wo sie eigentlich stehen. es geht in der praxis weniger darum, was rechtlich gesehen legal oder illegal ist (das hat man in der tat in jedem gesetztext schwarz auf weiss. warum auch sollte man darueber diskutieren?). es geht darum, wie vergehen am ende geahndet werden sollen. wie verfahren sie denn mit einem teenager, der sich aus taschengeldmangel ein hindemith-konzert aus dem internet laedt (gesetzt den fall, das sei moeglich), statt sich die orginal deutsche grammophon-ausgabe im schmuckschuber fuer 18.95 euro bei brinkmann zu holen? gleich in den knast mit dem jungen mann oder reicht eine geldstrafe? ich hab die miehling-problem-ausweich-komponente in diesem fall bereits eingebaut: der junge ist minderjaehrig und faellt somit unters jugendstrafgesetz und damit moeglicherweise ebenfalls untern tisch. ab ins naechste level: wie verfahren wir mit einem 43 jaehrigen musikprofessor mit geregeltem einkommen - der duerfte aber nicht mehr so glimpflich davonkommen, nicht wahr, herr miehling? bei solchen kriminellen handlungen muss hart durchgegriffen werden. oder dass sich freunde untereinander cds ausleihen und gar noch kopieren, sowas darf doch einfach nicht vorkommen. das geht doch gegen`s urheberrecht. nein, nein, bildung und kultur sind nicht fuer alle da, schon gar nicht fuer arme schlucker. wo kaemen wir denn da hin? unsereiner hat sich ja schliesslich auch alles bitter vom munde abgespart. ich wette, wenn ich mir die 99 euro spare, ihr buch aus der bibliothek ausleihe und im schreibwarenladen kopiere, bekommen sie ´n krampf, der sich nur mit 3-4 stunden vivaldi unter kontrolle bringen laesst. waeren sie dagegen gewaltmusikhoerer, wuerden sie mir ohne umschweife was auf`s maul geben. von dem standpunkt aus betrachtet, ueberleg ich`s mir vielleicht nochmal und wechsel doch noch in ihr lage ueber. und sei`s nur um meine haut su retten.

"Die permanente Wiederholung des Geknalles kann in einen tranceähnlichen Zustand versetzen und schaltet das Denken aus. "
wie schoen, dass sie das selbst erkannt haben. jetzt muessen sie nur noch erklaeren, warum man ihrer meinung nach beim musikhoeren denken sollte.

"Es geht um statistische Untersuchungen, um Reglementierungen, die realistischerweise nur die unterachzehnjährigen treffen können"

andreas, es gibt keine sanften wenden und auch keine sanften waende, es gibt theoretisch, dh rechtlich auch keine diskotheken, die minderjaehrige reinlassen. wir sind uns glaub ich alle einig, dass deathmetal weder als hintergrund-berieselung im kinderzimmer noch als dezente kaufstimulation in der gemueseabteilung taugt. wenn man also miehlings thesen nicht radikal auffasst und die implizierten bzw. sich daraus logischerweise ergebenden konsequenzen bewertet, sondern abschwaecht und glaettet wo`s irgend geht, weil man fuehlt, dass ist nicht realistisch und ´so kann er das ja eigentlich auch nicht gemeint haben..., dann bleibt in der tat ´alles beim alten`. aber wenn du mtv verbieten willst, weil moeglicherweise irgendwo sich ein teenager illegal des nicht fuer ihn gedachten fernsehprogramms bedient, dann kann eben nicht alles beim alten bleiben. deshalb gilt weiterhin: wer sich befugt fuehlt, der werfe den ersten stein.

Grimm
Montag, 18.12.06 10:28
 

@hansel:
Ich denke fuenf redet über den Planeten "Ironie".

murderer
Montag, 18.12.06 10:55
 

freakin idiot... am besten wärs, man ersetzt noch die menschen durch roboter, damit ja jeder klassische musik hört

Christian
Montag, 18.12.06 12:49
 

@ Dr. Klaus Miehling: Wie wär's? Ich mache jeden Monat mindestens eine Gewaltveranstaltung. Bei der nächsten am kommenden Mittwoch gibt's ne Menge gewalttätige Weihnachtsmusik und zum Anheizen der agressiven Stimmung Plätzchen und Glühwein umsonst. Wollen Sie nicht mal zu einer Diskussionsrunde vorbeikommen und ihr Buch vorstellen?

Christian
Montag, 18.12.06 12:55
 

Ach ja, da Sie anscheinend eh nichts Besseres zu tun haben können sie sich auch gerne noch hier an der Diskussion beteiligen:

http://www.intro.de/forum/1/1165929439/1

Dr. Fridolin Heißenbüttel
Montag, 18.12.06 12:58
 

Man ist ja Wisenschaftler und möchte klüger werden, also würde ich an Ihrer Stelle einige der hier aufgeworfenen Gegenthesen, (speziell vielleicht sogar die, auf die Sie nicht schon spontan eine Antwort finden konnten) eventuell erneut prüfen und Ihre nächste Forschungsarbeit mit der These beginnen:

"Es gibt eine statistische Korrelation zwischen den Hörern bestimmter Musikrichtungen und ihrem Umgang mit Aggression. Bestehen da reale Zusammenhänge oder ist es ein Zufall?"

Ich würde Ihnen bei der neuerlichen Bearbeitung des Themas zu mehr Feldforschung und teilnehmender Beobachtung raten, da Ihre Thesen doch oft sehr theoretisch untermauert sind - so könnte man Ihnen nicht mehr so leicht ein tragendes Bauteil nach dem anderen aus Ihrem Theoriegebäude brechen.

Bei Anwendung der Methoden der Ethnopsychoanalyse, die Ihnen weitere wichtige Werkzeuge zur Interpretation menschlichen Verhaltens an die Hand geben könnte, wäre eine begleitende Anylyse allerdings obligatorisch.

Fazit: Weiter so, ich bewundere Ihren Mut, auch unbequeme Thesen zur Diskussion zu stellen.

Täter
Montag, 18.12.06 15:13
 

Ist dieser Bärtige mit der Helmut Kohl-Brille etwa Dr. Miehling?

Dr. Klaus Miehling
Montag, 18.12.06 17:19
 

zu hansel, 18.12., 01:42
Der Beitrag von „fuenf" war doch offenbar ironisch gemeint! Übrigens gehe ich keineswegs vom rein physischen Gewaltbegriff aus. Die physische Gewalt, über die hier vor allem diskutiert wird, ist nur eine, aber natürlich die spektakulärste Folge von Gewaltmusik.
„ALLE Orte, Veranstaltungen und Anlässe wo Menschen zusammenkommen, sind von Gewalt bedroht!"
In einem gewissen philosophischen Sinn ist das richtig. Dennoch gibt es die Gewalt fast ausschließlich dort, wo Gewaltmusikbeschallung existiert. Das gilt sogar für die Gewalt bei Fußballspielen, denn auch dort wird vor und nach dem Spiel und in der Pause Gewaltmusik eingespielt (womit ich nicht sagen will, das wäre hier die einzige Ursache).
„Ohne die latente Gewaltbereitschaft (die jeder Anpassungsfähigkeit innewohnt!) gäbe es auch keine E-Musik, noch wahrscheinlich überhaupt eine Art des „kulturellen Ausdrucks" in herkömmlichem Sinne. Aber es soll ja auch Leute geben, die Darwin leugnen. Lebenserfahrung und akademische Intelligenz gehen doch oft getrennte Wege."
Sie haben offenbar nicht verstanden, worum es geht, oder wollen mich wider besseres Wissen diskreditieren. Habe ich jemals eine „latente Gewaltbereitschaft" abgestritten? Das ist ja gerade eine Gefahr von Gewaltmusik, daß sie diese „latente Gewaltbereitschaft" aktivieren kann!

zu Christian:
„Ach ja, da Sie anscheinend eh nichts Besseres zu tun haben können sie sich auch gerne noch hier an der Diskussion beteiligen:"
Was soll der Unterton? Würde ich mich hier nicht beteiligen, würde man mir bestimmt vorwerfen, mich zu drücken bzw. keine Antworten parat zu haben.

Müllmann
Montag, 18.12.06 19:18
 

Fangen wir mal ganz vorne an: man muss nicht lange in der Bibel blättern, um von Gewaltausbrüchen unermesslichen Ausmaßes zu lesen (angefangen beim Töten der Erstgeborenen eines ganzes Volkes, über diverse Kriege und Plagen bis hin zu Kreuzigungen). Eine Folge von Gewaltmusik?

Weiter gehts um das Jahr 1.000, als die Christen loszogen, um das "Heilige Land zu befreien". Waren die Moslems Gewaltmusiker? Oder gar die Christen? Hat auf jeden Fall ein paar Köpfe gekostet.

1618 bis 1648, ganz Europa ist auf den Beinen um gemeinsam klassische Musik zu musizieren??

16. und 17. Jahrhundert: Was tun die spanische Inquisition in Südamerika? Den Einheimischen Völkern die Flötentöne beibringen?

17. bis 19. Jahrhundert: Versklavung des afrikanischen Kontinents. Wohl kaum ein Folge der bösen Rap-Musik, oder?

Gewalt gab es schon immer. Gewalt wird es auch immer geben. Der Mensch ist nur ein Tier.

Dennoch müssen wir als zivilisierte Gesellschaft dafür kämpfen, die Gewalt so weit wie möglich einzudämmen und wo es geht zu verbannen.

Dass dies jedoch mit einem Verbot von "Gewaltmusik" auch nur ansatzweise funktionieren kann wage ich zu bezweifeln.

Andi
Montag, 18.12.06 19:19
 

Waisting your time with this book. Dieser arme Mensch schenkt Ihm ein Osterei zu Weihnachten damit alles wieder gut wird.

Ach ja Mozart war ein Punk! Ich fände eine Diskussion mit dem armen Mensch der diese Buch schrieb total langweilig, würde Ihm aber gerne ein Gästekarte für unser nächstes Event zukommen lassen. 5.1.07@ KTS, da läuft Gewaltmusik Reggae, Jazz, Dub "The Senior Allsars". ;-)

Dr. Klaus Miehling
Montag, 18.12.06 19:41
 

an Müllmann:
Ich wiederhole mich ungern: Nirgends habe ich behauptet, Gewaltmusik sei die alleinige Ursache für Gewalt. Ihre Beispiele sind in diesem Zusammenhang völlg überflüssig

Müllmann
Montag, 18.12.06 19:47
 

Ich wiederhole mich gern:

Musik ist keine Ursache für Gewalt.

lichtenstein
Dienstag, 19.12.06 05:52
 

"gehe ich keineswegs vom rein physischen Gewaltbegriff aus. Die physische Gewalt..."

meine these waere: vielleicht kommt herr miehling einfach mit der verbalen gewalt seiner diskussionspartner nicht zurecht? miehling ist angeschlagen, miehling taumelt, - kann er sich nocheinmal aufrappeln...? zu wuenschen waere es ihm...

3. teil der miehlingschen problem-ausweich-komponente: unliebsame gespraechsteilnehmer schlichtweg ignorieren. ¿oder nehmen sie die phasenweise ironie meiner ausfuehrungen zum anlass, meine ernstgemeinten argumente zu diskreditieren? vielleicht is' die rechtschreibung dran schuld, haben sie schwierigkeiten mit meiner orthographie? die praktik, aus grammatikalischen unreinheiten rueckschluesse zu ziehen ueber den bildungsgrad seines gespraechspartners, das, mein lieber herr miehling, ist beispielsweise eine streng wissenschaftliche verfahrensweise. die wissenschaft steckt bei ihrer methode ja praktisch schon im adjektiv: durch das gebrauchte adjektiv haben wir die methode wissenschaftlich gemacht (ja wirklich, das geht...) ¿oder sind sie nun etwa eingeschnappt? pak - coming up next: man suche sich text-immanent einen oder mehrere beliebige ausdruecke und nehme sie persoenlich. das gibt einem das recht, gar nicht mehr inhaltlich auf argumente einzugehen und das ganze mal so dahingestellt sein zu lassen, bis gras ueber das argument gewachsen ist.
nur um missverstaendnissen vorzubeugen: ich kritisiere ihre ansichten nicht deshalb, um sie persoenlich zu verunglimpfen und auch nicht, um klassische musik abzuwerten (ich gehoere naemlich zu jenem versprengten trupp der statistischen ausnahmefaelle um lieschen mueller, die neben brahms oder schubert in friedliebender co-existenz tool und nine inch nails im cd-schrank stehen haben). wenn ich also klassik auch sehr schaetze, wuerde ich mir andererseits nie zutrauen kompetent ueber sie zu urteilen, weil mir da einfach die kentnisse fehlen (sei´s aus erster oder auch zweiter hand), da sind sie mir einfach ueber, da haenge ich im leeren. und genau da ist der springende punkt, der einen foermlich anspringt, wenn man ihre ausfuehrungen liest: SIE sind ganz offensichtlich NICHT KOMPETENT ueber musikstile zu urteilen, die ausserhalb ihres fachbereichs liegen. wenn ich mal fluechtig ihr hoerverhalten einschaetze, dann faellt mir ein deutsches sprichwort ein, das da sagt: schuster bleib bei deinen leisten. haben sie das schonmal gehoert? moechten sie belege fuer meine behauptungen? kann ich ihnen nicht geben, weil ich kassenbons immer wegwerfe. aber sein sie doch einmal so freundlich und legen ihre diskographie offen: wieviel gewaltmusik befindet sich denn in ihrem besitz? es ist ein bekannter psychologischer sachverhalt: das was man nicht kennt, macht einem angst, und das was man nicht versteht, ist unsinn, gefaehrlich, abartig und sollte im rahmen der naechsten zensurwelle schleunigst vernichtet werden...

TheScout
Dienstag, 19.12.06 08:47
 

Also, ich verfolg diese Diskussion jetzt schon eine ganze Weile und geb jetzt einfach auch mal meinen Senf dazu. Schlimmer kanns nicht werden...

Herr Dr.Miehling, verstehen Sie denn nicht wie eng verknüpft jede Art von Musik mit der jeweiligen Kultur ist? Musik ist doch immer Ausdruck der Kultur. Sie ist eine art verlängerung des Verstandes und der Gefühle die die Menschen bewegen. Wenn Sie die These aufstellen, jegliche art von Musik mit ausnahme vermeindlich ungefährlicher Klassik müsse verboten werden, vergessen Sie dabei, dass Sie damit eine ganze Kultur verbieten müssten. Musik entsteht doch aus jeder Kultur heraus, wie auch immer sie geartet ist. Kultur verbieten haben schon andere versucht und das hat immer Leben gekostet. Das ist echte Gewalt...
Ich würde Sie gerne mal einladen, sich das eine oder andere Gewaltmusikevent anzuschauen. Es gibt sicherlich Konzerte und Patys, wo die Stimmung etwas aufgeheizter ist, als bei anderen aber pauschalisierung rechtfertigt das sicher nicht.
Ich besuch schon mein halbes Leben lang Gewaltmusikevents und ich bin sicher kein gewalttätiger Mensch. Viele meiner Bekannten tun dies auch -> auch keine Gewalttäter dabei. Erklären Sie mir das. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie viel Erfahrung mit Jugendmusik oder Mainstream haben, sonst könnten Sie nicht behaupten, dass jede Veranstaltung und jeder Ort an dem "nichtklassikmusik" gespielt wird, potentielle Gefahren in sich birgt...

Vielleicht sollten Sie damit anfangen Feldforschung zu betreiben und wenn ich Sie bei der nächsten FunkyDanceNight im Jazzhaus oder bei RootDown im Waldsee mal an der Bar treff, fang ich auch an Sie ernst zu nehemen...

hansel
Dienstag, 19.12.06 08:56
 

"Dennoch gibt es die Gewalt fast ausschließlich dort, wo Gewaltmusikbeschallung existiert."
Sehr geehrter Herr Miehling, fehlt Ihnen die nötige Distanz um ohne verallgemeinernde Aussagen auszukommen? Ich bin Ihr Totschlagvokabular wirklich langsam leid. Sie beten immer wieder die gleichen Plattitüden herunter. Versuchen Sie doch einmal, Ihr Denken auf den Boden der realen Welt zu stellen!

Verstanden habe ich schon, worum es Ihnen geht. Um die Verifizierung Ihres Weltbildes. Traurig, das ein an sich so wichtiges Thema wieder einmal unter wissenschaftlichen Deckmantel persönlichen Motiven geopfert wird.
Gehen Sie meinetwegen in die Politik und gründen Sie eine Partei um Ihre Ziele zu verfolgen. Aber überlassen Sie die Forschung doch lieber Leuten, die an den Hintergründen der Dinge wirklich Interesse haben!

Andrés
Dienstag, 19.12.06 09:17
 

achtung: neues buch! titel: klassische musik – ungesunde musik
ich habe anhand empirischen datenmaterials herausgefunden, dass klassische musik ungesund ist, ja krank macht. die statistiken zeigen hier eindeutig, dass höhrer klassischer musik im vergleich zu höhrern populärer, kontemporaner musik
-öfter an impotenz leiden: 45% (popmusik 7,4%)
-öfter eine gehhilfe benutzen müssen: 33% (popmusik 5%)
-öfter an haarausfall leiden: 75% (popmusik 10,2%)
-öfter an grünem star erkranken: 22% (popmusik 0,1%)
-öfter herzprobleme haben: 39% (popmusik 9,4%)
-innerhalb der nächsten 10 jahre zu 37% einen herzinfarkt erleiden werden (popmusik 12%)
-nur noch eine restlebensdauer von durchschn. 25 jahren haben (bei populärmsuikhöhrern 40 jahre)
ich denke diese zahlen beweisen eindeutig, dass das höhren von klassischer musik nicht gesund ist. ich werde darüber ein sehr wissenschaftliches 600-seiten buch schreiben. da ich die neue „miehlingsche methode“ anweden werde, kann ich getrost die durchschnittsalter der beiden vergleichsgruppen ignorieren, auch alle anderen faktoren, die da möglicherweise noch reinspielen.
wer unterstützt mich finanziell, damit ich den 5-stelligen betrag aufbringen kann, den der druck dieses buches kosten wird?
grüsse von Andrés,
wissenschaftler, musik- und medizinexperte :-D

TheScout
Dienstag, 19.12.06 09:24
 

@ Andrés:
Buahahahaa... Ich spend 5€ für den Druck und nen Feierabendbier im Crash!
Selten so gelacht...

Täter
Dienstag, 19.12.06 10:22
 

Ich wiederhole mich ungern: Ist dieser Bärtige (auf dem Foto oben) mit der Helmut Kohl-Brille etwa Dr. Miehling?

JayJay
Dienstag, 19.12.06 10:34
 

@Täter: ja, das isser. In der Mensa gab es übrigens jemanden, der dort seit mindestens 15 Jahren jeden Tag alleine gegessen hat. Entweder er ist es, oder er sieht im verblüffend ähnlich. Das würde aber immerhin bedeuten, dass sich H. Miehling auf jeden Fall Feld forschend unter den Opfern der Gewaltmusik aufhält.

@Andres: warum ist Dein Buch so billig, sechsstellig sollte es schon sein;-) Würde gerne dem Förderverein beitreten. Dazu müsste ich aber zuerst meine teuflische Gibson Les Paul und meinen Marshallturm verhökern.

Andrés
Dienstag, 19.12.06 12:04
 

@TheScout @JayJay: danke für die untestüzung! :-) dann hätten wir den betrag ja schon fast beisammen. wir könnten auch einen brief an die bundesministerin für gesundheit schreiben und fordern im interesse der volksgesundheit klassische musik zu verbieten. im cräsh legen wir die unterschriftenliste aus. :-D

Fish
Dienstag, 19.12.06 15:08
 

Klar, das oberste Bild mit dem zwei Musikern!
Der wurde nur aus seiner Metalband geworfen und möchte nun sich rächen an den armen Höhrern!

david
Dienstag, 19.12.06 15:18
 

die 200 sind voll. das nenn ich eine "primitive future" (sepultura) :-)

Fish
Dienstag, 19.12.06 15:18
 

Hallo Dr. Klaus Miehling,

mal ganz im Ernst woher nehmen sie überhaupt das !WISSEN!, dass Metal schlechte Musik sei? Haben sie vielleicht 2 Bands gehört und dann einfach dies auf eine ganze Szene übertragen? Ich möchte konktrete Beispiele mal haben! Ich würde aber genau so die Hip Hop-Scheiße(es ist so: Sido, 50 Cent etc.) brandmarken, deren Texte sind sexistisch und auch sehr agressiv!!!

P.s: Es gibt sehr tiefgründige Lieder im Metalbreich, man schaue sich Nightwish, Metallica oder Linkin Park an!

RegularJohn
Dienstag, 19.12.06 17:30
 

@fish
"Ich würde aber genau so die Hip Hop-Scheiße(es ist so: Sido, 50 Cent etc.) brandmarken, deren Texte sind sexistisch und auch sehr agressiv!!!"

Und woher nimmst du das !WISSEN! über die Hip Hop Szene? Du kennst dich ja anscheinend blendend aus.

"P.s: Es gibt sehr tiefgründige Lieder im Metalbreich, man schaue sich Nightwish, Metallica oder Linkin Park an!"

Sorry, aber DAS ist der Lacher des Tages. "Tiefgründige Lieder"... Oh mein Gott.

Dr. Fridolin Heißenbüttel
Dienstag, 19.12.06 18:25
 

Herr Miehling,

Ich fühle mich zu Unrecht ignoriert. Unangenehmen Auseinandersetzungen aus dem Weg zu gehen, gehört zwar innerhalb eines Instituts zum passenden Habitus, Sie haben sich aber mit Ihren Thesen an die Öffentlichkeit gewandt und fordern Konsequenzen aus Ihren Ergebnissen!

@ RegularJohn
Um herauszufinden, dass sich bei Sido und den anderen Eierschwingern um sexistische Dumpfbackenaufpumpmusik handelt, muss man nun wirklich keine Feldforschung betreiben, manchmal hilft ein wenig Hirn hinterm Gehörgang schon weiter. Ganz zu Schweigen von 'tiefgründigem Metal'. Jetzt kommt bestimmt gleich noch einer mit 'tiefgründigem Gothic' und alle fangen an zu Heulen ;o)

Dr. Fridolin Heißenbüttel
Dienstag, 19.12.06 18:27
 

@Fish

Tschuldigung, du schreibst ja 'Metalbreich', die ironische Komponente war aber ganz schön versteckt, mein Lieber...

Dr. Klaus Miehling
Dienstag, 19.12.06 18:52
 

an lichtenstein:
„SIE sind ganz offensichtlich NICHT KOMPETENT ueber musikstile zu urteilen, die ausserhalb ihres fachbereichs liegen."
Das würde bedeuten, daß ein Arzt, der vor dem Rauchen warnt, selbst Raucher, daß ein Kriminologe selbst Verbrecher sein müßte. Und was verstehen Sie unter „kennen"? Sich mittels dieser Musik den Verstand aus dem Schädel knallen lassen? Als Bewohner einer zwangsbeschallten Welt und Besitzer eines Fernsehers, aus dem zu allen möglichen Sendungen Gewaltmusik zu hören ist, weiß ich sehr wohl, worüber ich schreibe. Außerdem geht es nicht um eine musikalische Analyse, sondern um die Wirkung von Musik. Und dazu muß man die Menschen beobachten, die diese Musik spielen oder Hören. Selbstversuche würden Sie als subjektiv ohnehin nicht gelten lassen.

an TheScout:
„Herr Dr.Miehling, verstehen Sie denn nicht wie eng verknüpft jede Art von Musik mit der jeweiligen Kultur ist? Musik ist doch immer Ausdruck der Kultur."
Allerdings. Das ist auch eine wichtige Argumentationslinie des Buches. Über Verbote zu sprechen, ist ohnehin zu früh. Aber die meisten Gewaltmusikkulturen sind kriminelle Kulturen; das bestätigen selbst Gewaltmusiker in hunderten von Zitaten in meinem Buch. Auch wenn man diesen kriminellen Kulturen ihre Musik zugestehen will: Sollen wir zulassen, daß diese Kulturen mit ihrer Musik die Gehirne unserer Kinder infizieren? Die hören doch nicht nur die Musik, sondern machen sich die ganze Kultur mehr oder weniger zu eigen. Vor einiger Zeit gab es da einen interessanten Artikel im „Stern" über den Einfluß der Rapmusik. Da waren einige, die das genauso sahen wie ich.
„Ich besuch schon mein halbes Leben lang Gewaltmusikevents und ich bin sicher kein gewalttätiger Mensch."
Hier liegt immer noch das Mißverständnis vor, daß es nur um (körperliche) Gewalt ginge.
„Vielleicht sollten Sie damit anfangen Feldforschung zu betreiben"
Das haben dankenswerterweise viele andere vor mir getan. Ich habe das Buch quasi als Wissenschaftsjournalist geschrieben: Quellen (Bücher, Zeitschriften, Interviews) und psychologische und soziologische Studien ausgewertet.

an JayJay:
„In der Mensa gab es übrigens jemanden, der dort seit mindestens 15 Jahren jeden Tag alleine gegessen hat."
Als Nicht-Student darf ich seit Oktober 1993 gar nicht mehr in die Mensa. Und da Sie wissen, daß ich nichts verbotenes tue ...

an Fish:
Sie scheinen zu glauben, daß ich Metal kritisiere, HipHop aber nicht? Wie kommen Sie bloß darauf?
„Es gibt sehr tiefgründige Lieder im Metalbreich"
Mag sein, aber, wie schon oft gesagt: Auf die Musik kommt es in erster Linie an.

JayJay
Dienstag, 19.12.06 19:09
 

@ H. Dr. Miehling:

„In der Mensa gab es übrigens jemanden, der dort seit mindestens 15 Jahren jeden Tag alleine gegessen hat."
Als Nicht-Student darf ich seit Oktober 1993 gar nicht mehr in die Mensa. Und da Sie wissen, daß ich nichts verbotenes tue ...

:-) Dann haben Sie - zumindest dem Bild nach zu urteilen - einen Doppelgänger.

Fish
Dienstag, 19.12.06 19:09
 

Dr. Fridolin Heißenbüttel:
Wo habe ich Ironie versteckt genau?
Klar über die böse Satanistenmusik muss man nicht diskutieren. =) Alles nur böse und oberflächliche Musik...alles nur Klassik ist gut!

RegularJohn:
Genau das meine ich. Auf dem ersten Blick sieht und hört man du diese Posascheiße von Metal, Rock, Gothic und Rap/Hip Hop und schließt auf eine ganze Szene. Dieser Fehler machen zu viele.

Fish
Dienstag, 19.12.06 19:15
 

Ach wenn es dem Dr. Klaus Miehling alles zu gewalttätig ist und alle böse Musik aus dem Fernseher kommt, dann soll er doch zum Nordpol ziehen und den einsamen und sehr kalten Widerstand gegen die böse und schlechte Welt, deren Übel nur an der Musik liegt, führen und die Welt mit solchen Theorienen in Ruhe lassen, denn sonst kommt noch ein Politiker auf die Idee, so was noch um zusetzten. Stelle man sich das vor. Auch wenn es unmöglich ist sowas durchzusetzen.

Faustie
Dienstag, 19.12.06 19:16
 

@Dr. Miehling

ihre annahme, dass (wie sieh es so schön nennen) Gewaltmusik einen normalen Menschen automatisch zu einem potenziellen gewaltverbrecher macht, ist vollkommen unlogisch!
Schon im Mittelalter gab es gewalttätige Lieder und Geschichten (Heldensagen, die Edda oder sogar die Odysee!) und die Menschen wurden deshalb auch nicht als Gewalttätig bezeichent.
Ihre Theorie basiert auf der gleichen (falschen) Auffassung über gewalttätige Compiuterspiele (Ego-Shooter)! Es gibt keinen eindeutigen Beweis dafür, dass moderne Musik das gewaltpotenzial einer Person steigern kann.
( P.S. Hat zwar nichts mit ihrem beitrag hier zu tuen, aber ich sags trotzdem. Planzen wachsen besser mit Heavy Matel Musik, als mit klassischer Musik!)

Fish
Dienstag, 19.12.06 19:19
 

Nicht nur das, dann wird man solchen Haarprachten, wie sie oben zu finden sind los bzw. sie entstehen erst gar nicht!

Ich meine klassische Musik kann auch sehr aggressiv sein. Ich will endlich mal Beispiele von dem "Doc.", was er an böse Musik gemeint gehört zu haben.!!

Müllmann
Dienstag, 19.12.06 20:05
 

Mein letzter Beitrag zu diesem Thema ist ein wunderbar unversöhnliches Zitat:

Krieg ist scheisse. Aber der Sound ist geil.

Dr. Klaus Miehling
Dienstag, 19.12.06 21:27
 

an Faustie:
„ihre annahme, dass (wie sieh es so schön nennen) Gewaltmusik einen normalen Menschen automatisch zu einem potenziellen gewaltverbrecher macht, ist vollkommen unlogisch!"
Der Begriff vom „potenziellen Straftäter" stammt nicht von mir, sondern von der Redaktion, und Sie machen daraus auch noch einen potenziellen Gewaltverbrecher. Im übrigen beachten Sie bitte das Wort „potenziell"!
„Ihre Theorie basiert auf der gleichen (falschen) Auffassung über gewalttätige Compiuterspiele (Ego-Shooter)! Es gibt keinen eindeutigen Beweis dafür, dass moderne Musik das gewaltpotenzial einer Person steigern kann."
Beides ist bewiesen. Trudewind/Steckel konnten in einer 2000 veröffentlichten Studie einen abhärtenden Effekt feststellen, indem Kinder, die zuvor ein gewaltverherrlichendes Videospiel gespielt haben, auf mitleiderregende Bilder weniger stark reagierten als Kinder, die sich zuvor mit einem „harmlosen" Videospiel beschäftigten. Heuermann/Kuzina zitieren ähnliche Untersuchungen aus den USA mit vergleichbaren Ergebnissen, wobei ausdrücklich eine aggressionssteigernde Wirkung zu beobachten war; und das nicht nur bei den Spielern, sondern auch bei jenen, die nur als Zuschauer fungiert hatten. Zur Musik verweise ich auf den in diesem Forum bereits genannten Aufsatz „The Influence of Media Violence on Youth" von Anderson et al., sowie ergänzend auf Anderson, Craig A. u. Carnagey, Nicholas L. u. Eubanks, Janie: Exposure to Violent Media: The Effects of Songs With Violent Lyrics on Aggressive Thoughts and Feelings; in: Journal of Personality and Social Psychology 84/2003/5, S. 960-71. Wobei es in letzterem vor allem um die Texte - aber in Verbindung mit der Musik - geht.
„( P.S. Hat zwar nichts mit ihrem beitrag hier zu tuen, aber ich sags trotzdem. Planzen wachsen besser mit Heavy Matel Musik, als mit klassischer Musik!)"
Woher haben Sie das? Die berühmten Experimente von Retallack aus den 1970er Jahren, bei denen gerade das Gegenteil herauskam, sind m.W. nie falsifiziert worden. Vgl. Don Robertson: About Positive Music, o.J., http://www.dovesong.com.

zu Müllmann:
"Krieg ist scheisse. Aber der Sound ist geil."
Deshalb ist der "Sound" der erste Schritt zur Desensibilisierung!

Faustie
Dienstag, 19.12.06 23:01
 

@ Dr. Miehling

woher ich meine informationen bekomme ist meine sache!
Und so wie sie sich hinter ihren Fachausdrücken und wissenschaftlichen studien verstecken, sind sie wohl mit ach und krach durch ihre klausuren gekommen! so und nun wieder zum thema:
wie kommen sie eigentlich auf ihre these, dass es an der musik liegt, dass man eine niedrigere hemmschwelle für gewalt entwickelt? Ich kenne genügend Leute, die sich H.M. täglich anhören oder sogar in einer rockband spielen und die sind kein bisschen gewalttätig! Desshalb finde ich, sie sollten ihre meinung über die musik anderer leute für sich behalten und niemanden damit auf die nerven gehen.
Und wenn sie schon dabei sich hier zum affen zu machen, geben sie am besten ihren Dr. Titel zurück! Damit würden sie vielen ihrer kollegen einen gefallen tuen!

Dr. Klaus Miehling
Dienstag, 19.12.06 23:51
 

an Faustie:
"woher ich meine informationen bekomme ist meine sache!"
Ihre Reaktion möchte ich sehen, wenn ich das geschrieben hätte!!!
Da Sie das aber schreiben, sind Sie offenbar ein Lügner. Typisch Gewaltmusikhörer.
Das meine ich und habe es mehrfach gesagt: Es geht nicht nur um Gewalt; aber das haben Sie nicht begriffen.

kus (fudder)
Mittwoch, 20.12.06 00:11
 

Trotz - oder weil - hier mit harten Bandagen diskutiert wird: Ein großes Lob an alle Diskutanten. Die Debatte ist wirklich spannend. Tolle Diskussion!

Andrés
Mittwoch, 20.12.06 08:57
 

"Ich habe das Buch quasi als Wissenschaftsjournalist geschrieben" geil!!!! da fällt mir gleich die bild zeitung ein.

günther hetzer
Mittwoch, 20.12.06 09:25
 

boah. papa kus verteilt zensuren.

kus (fudder)
Mittwoch, 20.12.06 09:47
 

hatte dich jetzt gar nicht konkret angesprochen. eifersüchtig ;) ?

Shade37337
Mittwoch, 20.12.06 12:32
 

Musik erzeugt Gewalt ?
Jetz sagt mal:
Wie viele Musiker Gibt es ?
und Wie viele Musik Hörer (Rock+Rap) gibt es ?
der prozentsastz der gewaltätigen menschen, die brot aßen ist schätzungsweise auch nicht höher, aber brot kannten die"alten säcke" ja schon, deshalb: nicht BÖSE
Rap+Rock gabs noch nicht (wirklich ), deshalb: BÖSE
is doch echt fast genauso wie mit shootern: gabs net als ide geeration , die jetz politik macht, jung war. Unbekannt -> Böse.
also echt.

aber btt, ich will jetz keinen flamewar erzeugen.

gibt es iirgendwelche beweise dafür, dass die these stimmt ?
für mich erscheint das ganze ziehmlich wackelig, nur weil z.b. ein Typ in seinem song von gewalt redet, das die faas dann gewältatiger werden als sie es es ohne wären.

Shade37337

bilbo 55
Mittwoch, 20.12.06 13:35
 

Zwei Dinge:

@all
Ihr habt natürlich großteils recht,aber ich finde ihr solltet ihn nicht persönlich beleidigen,nur weil sie seine Meinung nicht akzeptieren
(Ich persönlich finde das auch eine sehr seltsame und verwirrte Theorie,aber man kann jemanden nicht nur deshalb beleidigen)

@Doc Miehling
Nach ihrer Theorie gibt es auch viele Menschen die "Gewaltmusik"
(übrigens ein dämkicher name) hören,aber nicht krimminel werden,wie beim Rauchen.Allerdings würde mich interessieren,zu wieviel prozent ein "Gewaltmusikhörer" auch krimminell wird.Wird ihrer Meinung nach Jeder zweite,jeder 10te oder jeder 50ste (wobei es dann wohl eher an was anderem liegen muss)?Ich höre seit 7 Jahren ausschließlich "Gewaltmusik" und meine kollegen auch sowas um den Dreh.Wie kann es dann sein,wenn diese Musik doch so stark wirkt,das weder ich noch meine ca. 12 kollegen jemals probleme mit der Polizei hatten und das nicht,weil wir einfach nicht erwischt wurden oder sowas???????????????????
An einer Antwort wäre ich sehr interessiert.

@Faustie
"Woher ich meine Informationen bekomme ist meine Sache!"
DAS ist wirklich eine unmögliche Art zu disskutieren!!!Ansonsten haste ja großteils recht(computerspiele u.s.w.)

nochmal @doc Miehling
Was die Sache mit den Computerspielen und die Hammschwelle anbelangt,so musste ich mich aus schulischen Gründen längere Zeit mit diesem Thema befassen und muss ihnen in einem Punkt Recht geben:Die Hammschwelle sinkt.Das bedeutet allerdings nur,das man brutale Eindrücke besser verarbeiten kann,nicht das man sie dehalb mag!!!Die Forschung in den USA hat dazu auch sehr interessante Ergebnisse geliefert.Als Beispiel:sie sind Soldat im Krieg,haben aber noch nie einen Menschen erschossen.Jetzt sollen sie aber.selbst wenn sie sich schon eigenlich dazu entschlossen haben das zu tun,werden sie anfangs kurz stocken und dann erst feuern,genau DIESE Pause kann durch das senken der Hammschwelle verkürzt oder gar annulliert werden,das heist aber nicht,das man jetzt jemand erschießt,den man sonst nicht erschossen hätte!!!!!!Aufgrund dieses Effekts wird das spielen von Ego-Shootern bei den Eliteeinheiten der amerikanischen und englischen army sogar gefördert!!!nicht,weil sie dann wie irre durch die Kaserne rennen und auf alles schießen,was sich bewegt!

MFG an alle und für mehr Tolleranz gegenüber aussterbender musik (gangster-rap) und unbesiegbarer Musik (Metal)

Bilbo 55

bilbo 55
Mittwoch, 20.12.06 13:37
 

Sorry,waren mehr als zwei dinge ;)

Fish
Mittwoch, 20.12.06 14:03
 

Ich hoffe nur, dass kein Politiker dem Kerl diesen Müll abkauft!
Dann ist eigentlich egal, was er redet!
Warum müssen Menschen immer verrückt Zusammenhänge krampfhaft suchen, wo es keine gibt!

bilbo 55
Mittwoch, 20.12.06 14:48
 

@ Fish
Muss wohl an der natur des Menschen liegen^^gabs ja schon öfter in der geschichte.Aber wenn im DAS irgend so ein verblödeter Politiker glaubt,dann stehts um uns schon so schlimm,dass eh nix mehr zu machen is ;)

Dr. Klaus Miehling
Mittwoch, 20.12.06 16:34
 

an Shade37337
„gibt es iirgendwelche beweise dafür, dass die these stimmt ?"
In aller hier gebotenen Kürze:
1. Chronologische Parallelen zwischen der Entwicklung/Verbreitung von Gewaltmusik und der darauf folgenden Kriminalitätsentwicklung.
2. Interpreten und Produzenten populärer Musik sind überproportional häufig kriminell.
3. Populäre Musik wird von Verbrechern als Auslöser für ihre Straftaten genannt.
4. Veranstaltungen mit populärer Musik haben in den letzten Jahrzehnten zu über 230 Toten und über 25.000 bezifferten Verletzten geführt. Hinzu kommen Sachschäden in Millionenhöhe.
5. Wissenschaftliche Untersuchungen
a) zum Verhalten von Probanden während und nach dem Konsum von Gewaltmusik
b) zur Wirkung von Musik auf das Gehirn
6. Maßnahmen gegen Gewaltmusik führen zum Rückgang von Kriminalität.
Natürlich sind Nr. 1 - 4 und Nr. 6 eher Indizien als Beweise, aber es paßt alles so gut zusammen - und dann gibt es ja noch die wissenschaftlichen Untersuchungen (Nr. 5) -, daß nach menschlichem Ermessen kein Zweifel an der Wirkung von Gewaltmusik bestehen kann.

zu bilbo 55:
„Allerdings würde mich interessieren,zu wieviel prozent ein „Gewaltmusikhörer" auch krimminell wird"
Wenn man bedenkt, daß nach Umfragen sieben bis neun von zehn Menschen schon eine Straftat begangen haben, offenbar fast alle (und leider natürlich auch mancher Klassikhörer!). Man müßte aber den Anteil von Gewaltmusik speziell berechnen, denn ich habe ja nie behauptet, daß Gewaltmusik die einzige Ursache für Kriminalität wäre. Und dann gibt es ja noch Leute die sowohl U- als auch E-Musik hören. Das ist also alles recht kompliziert, und ich hoffe, daß mein Buch die Kollegen von der Kriminologie, Soziologie, Psychologie und Medizin zu weiterer Forschung anregt.

Tatwaffe
Mittwoch, 20.12.06 16:59
 

Der bärtige Mann oben auf dem Foto ist angeblich Dr. Miehling.

Ich bin angenehm überrascht.

fuenf
Mittwoch, 20.12.06 17:28
 

Mein neuer Kultspruch: "Typisch Gewaltmusikhörer!"
(Zitat: Dr. Miehling, 08.12.06 21:29 u. 19.12.06 23:51) :-D

Und zum Thema Logik: keinen Beleg für eine Behauptung vorzuweisen, ist keine hinreichende Bedingung, um als Lügner durchzugehen.

Habe mir zwei Literaturstellen angeschaut:
1) The Influence of Media Violence on Youth, http://www.psychologicalscience.org/pdf/pspi/pspi43.pdf und
2) Exposure to Violent Media: The Effects of Songs With Violent Lyrics on Aggressive Thoughts and Feelings; http://www.apa.org/journals/releases/psp845960.pdf
und definitiv nichts Konkretes oder Brauchbares für eine "E- gegen U-Musik"-Hypothese gefunden: 1) behandelt hauptsächlich die Wirkung von Computerspielen auf Kinder und Jugendliche; und 2) die (nicht besonders eindrucksvoll dargelegte) Wirkung von Liedtexten auf Musikhörer.

Zu dem, was bilbo 55 schon erwähnte:
Ich denke, dass in allen (Lebens~)Bereichen Abstumpfung durch Gewöhnung auftritt, und dass das sogar ein normaler, vielleicht notwendiger Prozess ist; auch dass Hemmschwellen für dieses und jenes durch verschiedenste Einflüsse ab- oder aufgebaut werden können, kann ich sehr gut als Konsequenz nachvollziehen. Diese (nicht von Dr. Miehling stammenden und) nicht ganz neuen Theorien sind absolut vertretbar - wer kennt nicht die Redensart "Der Mensch ist ein Gewohnheitstier" und hat ein Stück Wahrheit darin gefunden?! Aber führt uns das in dieser Diskussion weiter? Wohl kaum!

"[...] ich habe ja nie behauptet, daß Gewaltmusik die einzige Ursache für Kriminalität wäre. Und dann gibt es ja noch Leute die sowohl U- als auch E-Musik hören. Das ist also alles recht kompliziert [...]" (Zitat: Dr. Miehling 20.12.06 16:34)
Das ist schon wieder so hübsch formuliert: "nicht die einzige Ursache" - ich sehe immer noch keinen Beleg, dass sie überhaupt eine Ursache darstellt, könnte mir aber vorstellen, dass bestimmte Musik und deren Präsentation bei (sowieso) aggresiven Leuten katalysierend wirkt.

@Tatwaffe:
Ich finde auch, dass er ganz cool als Elektro-Jazz-Experimental-Musiker rüberkommen könnte.

Ich bin jetzt leider mies gelaunt, weil ich auf meine tägliche Dosis Ironie verzichtet habe. ;-)

Bilbo 55
Mittwoch, 20.12.06 21:47
 

@ doc Miehling
Wenn sie schon selbst sagen,dass 7-9 von 10 Menschen schonmal eine Straftat begiengen und dann sagen,dass man den Schuldteil der Gewaltmusik nicht genau angeben könne,so sehe ich das was die Genauigkeit betrifft akzeptabel,allerdings würde mich interessieren für wie hoch sie den Anteil schätzen?Ich fände das sehr interessant und ob sie da jetzt 11% oder 12% Schuldanteil sehen,ist mir nicht wichtig.Nur eine ungefähre Richtung würde mich schon sehr interessieren.Was ich noch zu Ihrem Beispiel "Gewalt auf Rockkonzerten" sagen möchte:Ich denke nicht dass das,im Verhältniss zu Klassikkonzerten zwar häufige,aber allgemein betrachtet seltene auftreten von Gewalt auf Rockkonzerten nichts mit der Musik zutun hat.Es ist nunmal Tatsache dass sich auf Rock/Metalkonzerten verhältnissmäßig wenige Personen über 60 Jahren aufhalten und daher sehe ich dieses seltene aber doch vorhandene Gewaltauftreten eher biologisch bedingt.Es wird mir doch wohl jeder hier Recht geben das 17 jährige sich durchschnittlich schneller in eine Schlägerei verwikeln lassen als die meisten Senioren (mal von den extremverwirrten abgesehen).

@alle anderen
Gratulation an alle die diese Disskusion schon von Anfang an verfolgen!!!Ich bin ja erst später eingestiegen,aber ich frage mich schon jetzt,wie haltet ihr das aus?? ;)

MFG Bilbo 55

Dr. Klaus Miehling
Donnerstag, 21.12.06 00:06
 

an bilbo 55
„Ich fände das sehr interessant und ob sie da jetzt 11% oder 12% Schuldanteil sehen,ist mir nicht wichtig.Nur eine ungefähre Richtung würde mich schon sehr interessieren."
Etwa 50 % dürften genetische Einflüsse sein. Ich schätze, daß fast die ganzen anderen 50 % - unter den heutigen Bedingungen - auf Mediengewalt zurückzuführen sind. Bei Gewaltkriminalität spielen die audiovisuellen Medien erwiesenermaßen eine große Rolle, aber leider hat da m.W. noch niemand das auditive vom visuellen klar getrennt. Bei der übrigen Kriminalität scheinen die audiovisuellen Medien keine große Rolle zu spielen; hier dürfte die Domäne der Gewaltmusik vor allem liegen.

OMG
Donnerstag, 21.12.06 10:27
 

So ein Haufen Schwachsinn...find dich damit ab, das unsere Welt so ist, wie sie ist und versuche nicht zwanghaft irgendwas schöner zu machen...Glaubst du im ernst, dass alle, die auf "Gewaltmusik" stehen, auf Klassik umsteigen würden, weil sie keine andere Wahl hätten??? Da würd ich lieber auf Musik verzichten...Dieses langweilige Gesülze kann sich doch keiner unter 25 länger als eine Stunde reinziehn, da pennt man ja ein...Natürlich gibt es auch Ausnahmen und vereinzelt schöne Stücke aber ich denke wir sind uns einig das es um die Masse geht. Unsere Welt ist nun mal nicht so friedlich wie du dir das wünscht und sie wird es auch nie werden...Ich höre Gangstarap genauso wie Techno oder einfach nur House und bin trotzdem total der liebe Mensch...Musik beeinflusst nur die Leute negativ, die versuchen irgendwas darzustellen bzw. irgendjemand zu sein und nicht mit ihrer eigenen Persönlichkeit klarkommen...House und Trance hör ich in der Disco zum abfeiern, um meinen Spaß zu haben und Gangstarap, weil mich interessiert, was Raper denken und zu sagen haben...Und natürlich gibt es immer wieder solche, die einfach nur lachhaft sind und nur scheiße rapen z.B. Sido aber die Lyrics sind doch das ware am Gangstarap und ihre Bedeutung...Und größtenteils haben sie doch Recht, nur will das keiner wahr haben...
Meiner Meinung nach der gleiche Stumpfsinn, wie krampfhaft zu versuchen Amokläufe auf gewalttätige Games zu schieben...

next 1

LM
Donnerstag, 21.12.06 12:05
 

@ Miehle:

"Etwa 50 % dürften genetische Einflüsse sein."

"Die jüngsten Forschungsergebnisse des Human Genome Project haben die Auseinandersetzung ein für allemal entschieden. Die relativ geringe Anzahl von Genen schließt die Möglichkeit, dass individuelle Gene unser Verhalten bestimmen und kontrollieren (Kriminalität, sexuelle Orientierung…) aus. ... In Wirklichkeit ist das menschliche Verhalten sehr komplex und kann nicht auf die Genetik reduziert werden."
http://www.vsp-vernetzt.de/soz/011307.htm

Bilbo 55
Donnerstag, 21.12.06 12:11
 

@doc Miehling
Danke für die Konkrete Aussage.Nur:Sie können doch nicht im ernst behaupten das die Gewaltkriminalität allein durch das abschaffen von "Gewaltmedien" um 50% sinken würde?
Denn:Nur weil sich die Musikalische Umgenung ändert,ändern sich nicht die sozialen Umstände,die meiner Meinung nach der Hauptgrund für fast alle Gewaltverbrechen sind.Es gab schon Gangster,bevor der Gangstarap populär wurde und die ganze "Nachahmungsgangster" heut zu tage sind großteils nicht kriminel.Die jenigen die es doch sind,wären es wohl auch mit Klassik oder noch warscheinlicher:Dann ohne Musik.Ganz im Gegenteil:Viele von ihnen sind sehr soziale Menschen die sich so wie OMG einfach nur für die Texte interessieren,denen man wirklich in vielen Fällen nur zustimmen kann.Ausserdem gab es die Gewalt vor der "Gewaltmusik" und die Musik ist lediglich ein Außdruck dessen,was in den Köpfen der Menschen so vorgeht.Wenn man jetzt"Gewaltmusik" abschafft ist das so,als würde man alle Hinweiße darauf das es Menschen in Afrika schlecht geht verbieten,um zu erreichen,das es allen gut geht.DAS KANN NICHT FUNKTIONIEREN,dass müssen sie doch selbst sehen.

LM
Donnerstag, 21.12.06 16:46
 

"1. Chronologische Parallelen zwischen der Entwicklung/Verbreitung von Gewaltmusik und der darauf folgenden Kriminalitätsentwicklung."

Seit den Neunziger stagniert die Gewaltkriminalität, es ist sogar von einem Rückgang auszugehen, da die Erhellungsquote im Gegensatz zu den Jahren davor angestiegen ist. Wie erklären sie das?

Dr. Klaus Miehling
Donnerstag, 21.12.06 18:55
 

an OMG
„Glaubst du im ernst, dass alle, die auf „Gewaltmusik" stehen, auf Klassik umsteigen würden, weil sie keine andere Wahl hätten???"
Nein. Wir müssen die Sache langfristig sehen und dafür sorgen, daß die nachwachsenden Generationen nicht mehr mit Gewaltmusik sozialisiert werden.
„Musik beeinflusst nur die Leute negativ, die versuchen irgendwas darzustellen bzw. irgendjemand zu sein und nicht mit ihrer eigenen Persönlichkeit klarkommen..."
Eine akzeptable Hypothese. Nur scheint es viele solcher Leute zu geben.

an LM
„In Wirklichkeit ist das menschliche Verhalten sehr komplex und kann nicht auf die Genetik reduziert werden."
Wenn ich der Genetik entsprechend der wissenschaftlichen Forschung etwa 50 % gebe, reduziere ich das menschliche Verhalten nicht darauf.

an Bilbo 55
„Sie können doch nicht im ernst behaupten das die Gewaltkriminalität allein durch das abschaffen von „Gewaltmedien" um 50% sinken würde?
Warum nicht, wenn die Gewaltkriminalität vor Jahrzehnten schon einmal um 50 % niedriger lag?
„Denn:Nur weil sich die Musikalische Umgenung ändert,ändern sich nicht die sozialen Umstände,die meiner Meinung nach der Hauptgrund für fast alle Gewaltverbrechen sind."
Damit machen Sie genau den Fehler, der mir hier von vielen vorgeworfen wird: Sie setzen eine Korrelation mit Ursache und Wirkung gleich. Daß Musik das Gehirn neuronal umstrukturiert, ist erwiesen. Daß dies „soziale Umstände" (welche?) tun, ist dagegen nicht erwiesen.

nochmals an LM
„Seit den Neunziger stagniert die Gewaltkriminalität, es ist sogar von einem Rückgang auszugehen, da die Erhellungsquote im Gegensatz zu den Jahren davor angestiegen ist. Wie erklären sie das?"
Daß die Erhellungsquote angestiegen ist, läßt sich wohl kaum belegen, da zu einem Hellfeld auch ein Dunkelfeld gehört, und das heißt so, weil es im Dunkeln liegt, d.h. seine Größe letztlich nicht genau bekannt ist. Die Gewaltkriminalität speziell von Kindern und Jugendlichen ist in den 90er Jahren, also als die HipHop-Welle nach Europa kam, dramatisch angestiegen. Längerfristig ist ein Rückgang risikoreicherer Straftaten im Hellfeld, also in der Statistik, schon deshalb zu erwarten, weil durch die demographische Entwicklung die relative Anzahl junger Menschen abnimmt, und diese sind es vor allem, die risikoreichere Straftaten begehen. Schließlich: Hochaggressive Gewaltmusik beherrscht unsere Gesellschaft seit den 1960er Jahren. Inzwischen sind alle Generationen unter etwa 70 Jahren mit Gewaltmusik sozialisiert worden; das Maximum der bekannten Kriminalität war Anfang der 90er erreicht. Der Einfluß der Gewaltmusik war schon damals extrem hoch und man kann nicht sagen, daß er seither weiter gestiegen sei. Eine Stagnation der Kriminalität in den letzten Jahren spricht also nicht gegen die Wirksamkeit von Gewaltmusik: denn schlimmer geht's eben nimmer. Der geringfügige Rückgang bei bestimmten Deliktgruppen in den letzten Jahren läßt sich auch durch andere Faktoren erklären, z.B. wie gesagt durch die demographische Entwicklung.

nOnAmE
Donnerstag, 21.12.06 19:50
 

@ Doc Miehling:
"Daß Musik das Gehirn neuronal umstrukturiert, ist erwiesen. Daß dies „soziale Umstände" (welche?) tun, ist dagegen nicht erwiesen."

Schön und gut, aber ein Obdachloser, der kurz vor dem Verhungern ist, wird deshalb eine Straftat begehen, weil er kurz vor dem Verhungern ist und nicht weil er mit "Gewaltmusik" aufgewachsen ist. Er kann auch mit Beethoven, Tschaikowski, Mozart oder Vivaldi aufgewachsen sein, er wird trotzdem kriminell. Nun ist nicht jeder obdachlos. Aber viele leben in Armut. Und wenn mich nicht alles täuscht, leben die meisten Straftäter in Armut.

Noch etwas: Wenn Sie behaupten, die "Gewaltmusik" sei seit den 60ern entstanden und nicht genau festlegen um welche Musik es sich handelt, dann werfen Sie die Beatles zusammen mit Gangstarap und NSBM (NS-Black Metal) in einen Topf und das können sie nicht. Wieso: gibt es ernstere, GewaltFREIERE und aggressionslosere Musik als die Beatles? Hat auch nur einer von ihnen Aggressionen gezeigt? NEIN
Oder ist für Sie alles pauschal "Gewaltmusik"? Auch Schönberg? Auch Ligeti?

Dr. Klaus Miehling
Freitag, 22.12.06 00:27
 

an nOnAmE:
„Schön und gut, aber ein Obdachloser, der kurz vor dem Verhungern ist, wird deshalb eine Straftat begehen, weil er kurz vor dem Verhungern ist und nicht weil er mit „Gewaltmusik" aufgewachsen ist."
Ein ehrlicher Mensch begeht keine Straftaten. Ich muß jetzt einmal die Begriffe „primäre" und „sekundäre" Ursache von Kriminalität einführen. Normalerweise wird nur über die sekundären Ursachen diskutiert: Was bringt Menschen dazu, vorhandene kriminelle Energie in die Tat umzusetzen? Primäre Ursachen, das heißt: Was bringt Menschen dazu, Kriminalität überhaupt als Handlungsmöglichkeit zu akzeptieren? Gewaltmusik ist eine sekundäre und eine primäre Ursache von Kriminalität. Eine sekundäre, indem sie die Risikobereitschaft potentieller Straftäter erhöht; eine primäre, indem es ihr gelingt, durch neuronale Umstrukturierung die Grundüberzeugungen von Menschen negativ zu verändern. Sekundäre Ursachen gibt es viele, primäre dagegen m.E. nur wenige: Zum einen die Gene, zum andern die Mediengewalt. Jedenfalls wüßte ich nichts, für das sonst nachgewiesen wäre, daß es den Charakter von Menschen bestimmt bzw. verändert.
„Wenn Sie behaupten, die „Gewaltmusik" sei seit den 60ern entstanden und nicht genau festlegen um welche Musik es sich handelt, dann werfen Sie die Beatles zusammen mit Gangstarap und NSBM (NS-Black Metal) in einen Topf und das können sie nicht. Wieso: gibt es ernstere, GewaltFREIERE und aggressionslosere Musik als die Beatles? Hat auch nur einer von ihnen Aggressionen gezeigt? NEIN"
Ich habe nicht behauptet, die Gewaltmusik sei seit den 60ern entstanden, sondern ich meinte, daß in den 60ern bei uns (in den USA in den 50ern) die Gewaltmusik eine höhere Stufe der Aggressivität erreichte. Was die Beatles betrifft: Der Massenmörder Charles Manson fühlte sich durch ihre Musik zu seinen Taten inspiriert, eine Terrorgruppe benannte sich nach einem ihrer Lieder ("Revolution Number Nine"). Die Mitglieder der Gruppe waren Kriminelle. Alle nahmen illegale Drogen; der Schlimmste war wohl John Lennon, ein Dieb und Schläger.
"Oder ist für Sie alles pauschal 'Gewaltmusik' ?Auch Schönberg? Auch Ligeti?"
Avantgardistische neue Musik kann auf ihre Art Gewaltmusik sein, da sie gegen die Gesetzmäßigkeiten des menschlichen Hörens geschrieben ist. Daß diese Musik kriminell macht, bezweifle ich. Sie wird nur von sehr wenigen Menschen gehört, und mit Ausnahme einiger Orchestermitglieder niemandem aufgezwungen. Deshalb stellt sie kein so großes Problem dar.

Bilbo 55
Freitag, 22.12.06 00:41
 

@doc Miehling
"Warum nicht, wenn die Gewaltkriminalität vor Jahrzehnten schon einmal um 50 % niedriger lag?"Erst ein mal würde mich interessieren,was sie mit "vor Jahrzehnten" meinen (wie viele Jahrzehnte meinen sie?).Ich denke das könnte auch daran liegen,dass es früher weniger Menschen gab,oder?

"Daß Musik das Gehirn neuronal umstrukturiert, ist erwiesen. Daß dies „soziale Umstände" (welche?) tun, ist dagegen nicht erwiesen."
Das Musik das Gehirn neuronal umstrukturiert mag erwiesen sein,aber in welcher Richtung und wie es sich auf das Verhalten der Menschen auswirkt nicht.Und von den sozialen Umständen (ich meinte im negativen Sinne) sind alle betroffen,bei denen ein schweres Familienproblem oder ähnlich problematisches vorliegt.Zum Beispiel haben viele Immigranten Probleme wie Geld und umgebung des Kindes,in der einfach nur Markenklamotten akzeptiert werden,für die kein Geld da ist.Wenn jetzt das Kind vor der Entscheidung steht ob es sich korrekt verhalten soll und auf die Kleider verzichten soll(und somit auch auf viel geselschaft) oder einfach stehlen soll,dann fällt da die Entscheidug unterschiedlich aus.Das ist auch ein Grund für die zunehmende Kriminalitätsrate denn:Früher wurde angezogen was es gab und deswegen wurde normal niemand ausgegranzt.Heute ist das anderst und man muss schauen wo man bleibt.

@all
Bitte legt meine Aussagen nicht als eine "Anti-immigrantenhaltung" aus,ich habe Keinerlei Problem mit Immigranten und möchte ihnen auch keinerlei Vorwürfe machen.Ich denke das deutsche Jugendliche in der gleichen Situation auch gleich reagiert hätten.

lichtenstein
Freitag, 22.12.06 05:50
 

"Populäre Musik wird von Verbrechern als Auslöser für ihre Straftaten genannt."

so so..., ¿wieviele vergewaltiger, schwiegermuttermoerder und handtaschendiebe haben sich denn ganz bewusst zur musik von beck bekannt? welche krawallbrueder und raufbolde haben eidesstattlich erklaert, ein thema von massive attack habe sie zum sofortigen angriff bewogen? welche punkrockband steht eigentlich bei bin laden im cd-regal? (sind es vielleicht die boesen onkelz? dann waere ja alles klar) wann waren sie selbst denn zum letzten mal auf einem tapes ´n tapes-konzert und sind (unbegreiflicherweise) nochmal mit einem blauen auge davongekommen? fakten, herr miehling, wir brauchen namen, zahlen, kontonummern, quittungen, durchschlaege... sie muessen schon schwerere geschuetze auffahren, um gewaltmusikhoerer zum umdenken zu bewegen.

"Veranstaltungen mit populärer Musik haben in den letzten Jahrzehnten zu über 230 Toten und über 25.000 bezifferten Verletzten geführt."

wenn gewaltmusik auf ich weiss nicht wieviel tausenden konzerten weltweit und in jahrzehntelanger beeinflussender, primaerer und sekundaerer einwirkung ganze 250 todesopfer zu verzeichen hat, dann duerfte das im vergleich mit leuten, die im winter auf glatteis ausgerutscht und sich den hals gebrochen, sich beim fischessen an einer graete verschluckt oder beim reinigen der regenrinne von der leiter gefallen sind, ja ziemlich hoch im schnitt liegen. somit erhalten wir 250 beweiskraeftige praezedenzfaelle und eine erschreckend hohe zahl von ausnahmen (schaetzungsweise im siebenstelligen milliardenbereich). derweil nicht untaetig, vergnuegliche feldforschung, ersetzen wir doch einmal konzerte durch staedte/ortschaften und handgreifl. auseinandersetzungen durch rechtsradikale ausschreitungen so erhalten wir: in 250 deutschen staedten wurden in den letzten paar jahrzehnten rechtsradikale ausschreitungen beobachtet. folglich: ganz deutschland ist rechtsradikal verseucht. ganz deutschland? nein, es gibt da einen freien burger, der nicht aufhoert, der verallgemeinerung widerstand zu leisten. herr miehling, haben sie vielleicht einen dicken freund, der als kleines kind in einen bottich mit zaubertrank gefallen ist? das wuerde vieles erklaeren. weder der statistik und nicht mal ihnen zuliebe mache ich mir die muehe nachzuforschen, wieviele konzerte und gewaltmusikalische darbietungen (disco, gartenfeste, kegelabende, im prinzip eigentlich alles ausser kammerfestspiele, zahnarztwartezimmeraufenthalte und opernabende) innerhalb der letzten paar jahrzehnte auf diesem planeten stattgefunden haben oder im atlas nachzuzaehlen, wieviele staedte es in deutschland wirklich gibt. das ueberlasse ich wissenschaftlicheren gemuetern. miehling, uebernehmen sie... (nehmen sie sich in acht: wenn ich demnaechst erfahren sollte, einer von bin ladens verbuendeten war schonmal zu besuch in freiburg, dann isses amtlich: herr miehling, geben sie´s lieber gleich selbst zu, bevor ich den verfassungsschutz und das bka auf sie anzetze. sie sind in ihrer freizeit taliban und leidenschaftlicher terrorist. einer fuer freiburg, freiburg fuer alle. statistiken luegen nicht. ach ja, bevor ich´s unterschlage: der grund warum sich bisher nicht alle gewaltmusikhoerer auf konzertveranstaltungen gegenseitig an die gurgel gegangen, gefoltert oder mit stumpfen gegenstaenden maltraetiert haben, ist dass die gewalt in den nicht-unmittelbar straffaellig gewordenen personen lediglich latent vor sich hingaert und auf eine passende gelegenheit, z.b das erklingen eines lieblingsrefrains, wartet, um offen zum ausbruch zu kommen. und dann gnade uns gott... (wer nicht direkt kriminell, der is´ selbstredend latent. keine angst, nicht schubsen, nicht draengeln, meine herren, alle bekommen ihr fett weg.)

"Ein ehrlicher Mensch begeht keine Straftaten."

stammt die aussage von Ihnen oder zitieren sie da die betreuerin aus dem kindergarten von nebenan? ach ja, wenn die welt wirklich so einfach waere...

woody alllen
Freitag, 22.12.06 08:57
 

woody allen in manhattan murder mystery:

immer wenn ich wagner höre, habe ich das bedürfnis sofort in polen einmarschieren.



Der bayrische Alice
Freitag, 22.12.06 10:40
 

Gratulation Herr Miehling,

Sie wollten Aufmerksamkeit? Sie haben sie! Hier und in diversen Foren wird sich ja heiß über Ihren Artikel auseinander gesetzt. Mich würde mal Ihr Plattenregal interessieren - Sie haben bestimmt jede Menge Scheiben die mir noch fehlen!

Jedenfalls denke ich ist das Zwischenziel schon mal erreicht und Sie können sich lächlend Ihre Lieblings-DVD von Alice Cooper reinziehen;-)

Und sollte Ihr Buch auch noch reißenden Absatz finden, dann wäre ja glatt ein mehrtägiger Wacken-Besuch drin.

Grüße und rockige Weihnachten:-)

LM
Freitag, 22.12.06 11:16
 

@Miehling:
Wer oder was "ehrlich" und "gesetzestreu" ist bestimmen die Gesetze, die vom Staat erlassen werden. Völkermord war in diversen Diktaturen rechtlich nicht geächtet, von daher ist ihr moralisch wertender Begriff von "ehrlich" und "unehrlich" diffus und nicht wissenschaftlich verwertbar.

Wenn sie alleine schon 50 % auf die Gene für Kriminalität geben (auch hier: was ist wann kriminell? Gesetze werden nicht in die Gene eingeschrieben) ist das immer noch genetischer Determinismus. Einige Studien sprechen von 20%, andere von 70% was zeigt, das jede Studie die sich darauf stützt (und sei es nur das von ihnen gewählte Mittel, also der Durchschnittswert) auf einer reinen Annahme beruht, die derzeit noch nicht eindeutig belegbar ist.

Zitat:"Daß die Erhellungsquote angestiegen ist, läßt sich wohl kaum belegen, ... "
"Die Zunahme registrierter Gewaltdelinquenz beruht demnach zum erheblichen, vermutlich sogar zum über­wiegenden, Teil auf einer stärkeren Aufhellung des Dunkelfelds."
http://www.uni-konstanz.de/rtf/kik/Heinz_Kriminalitaet_in_Deutschland.htm


"das Maximum der bekannten Kriminalität war Anfang der 90er erreicht. "
Wie definieren sie "Maximum", von welchem Wert gehen sie aus?

"Der Einfluß der Gewaltmusik war schon damals extrem hoch und man kann nicht sagen, daß er seither weiter gestiegen sei."
Wie definieren sie diesen Einfluss und welche Bezifferung haben sie für "hoch"? Ab wann beginnt die von ihnen angenommene "Beeinflussung"? Alleine schon beim ersten Kontakt oder erst beim intensiven Hören?

"Eine Stagnation der Kriminalität in den letzten Jahren spricht also nicht gegen die Wirksamkeit von Gewaltmusik: denn schlimmer geht's eben nimmer."
Binsenweisheiten ersetzen keine wissenschaftlichen Analysen. Wieso sollte es nicht schlimmer gehen? Schließlich könnte theoretisch jeder Hörer von Popmusik straffällig werden.

"Der geringfügige Rückgang bei bestimmten Deliktgruppen in den letzten Jahren läßt sich auch durch andere Faktoren erklären, z.B. wie gesagt durch die demographische Entwicklung."
Das spricht nur für eine erhöhte Gewaltbereitschaft bei jugendlichen Männern, nicht jedoch für einen Zusammenhang zur Popmusik. Demnach könnte man auch die zunehmende Technisierung, die seit den 60er eingesetzt hat in eine solche Statistik einbringen und behaupten, diese würde für eine erhöhte Kriminalitätsstatistik führen, schließlich sind es besonders junge Männer, die technikaffin sind.

andreas
Freitag, 22.12.06 14:03
 

Leider ist dieser Beitrag etwas länger geworden, aber das gehört nunmal dazu, wenn man wissenschaftlich argumentieren will.
Wer keine Lust hat auf einen Rundgang durch psychische Störungen, die mitverantwortlich für Kriminalität gemacht werden, lese sich nur den letzten Absatz durch, den finde ich höchst diskussionswürdig!

Zu Gewalt und Genetik:

"Das Risiko für gewalttätiges Verhalten steigt dramatisch an, wenn eine Person Alkohol- oder Drogenprobleme hat.
Substanzmissbrauch ist für Kriminalität ein stärkerer Prädiktor als jugendliches Alter oder männliches Geschlecht.
Der Zusammenhang zwischen Substanzmissbrauch und Gewalttaten ist höher als für andere psychiatrische Erkrankungen. Unklar ist, ob Intoxikation Gewalttätigkeit auslöst oder Substanzmissbrauch ein Epiphänomen eines antisozialen Lebensstils darstellt." (Kann man auch anders sehen:
... ob Substanzmissbrauch zu einem antisozialen Leben führt!)

Quelle: http://www.vorarlberg.biz/cms/files/userdocs/
Prognosebegutachtung.pdf+zusammenhang+
suchterkrankungen+
[..] neurobiologischer Grundlagenforschung sowie klinischer Studien zeigen, dass mit Sicherheit von einer multiplen genetischen Disposition für Suchterkrankungen auszugehen ist.
Das gleichzeitige Vorhandensein anderer psychiatrischer Erkrankungen wie Angst- und depressive Störungen haben ebenfalls signifikanten Einfluss auf den klinischen Verlauf einer Suchterkrankung. ... Dabei scheinen auch genetische Dispositionen des serotoninergen neuronalen Systems im Gehirn mit eine Rolle zu spielen.

Quelle: Professor Dr. med. Ursula Havemann-Reinecke
Zentrum für Psychiatrie und Psychotherapie, Universität Göttingen
http://www.haeverlag.de/nae/n_beitrag.php?id=1400

Aus diesen beiden Quellen lässt sich ein genetischer Zusammenhang zw. Kriminalität und Genen ableiten.

Nun zu einer anderen Störung, die oft mit Kriminalität in Beziehung gebracht wird: ADS oder ADHS (Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom)
Wer's nicht kennt: das sind die Zappelphilipp-Kinder, die Ritalin bekommen müssten. Symptome: fehlende Aufmerksamkeitskontrolle, fehlende Impulskontrolle, unerträgliche innere Unruhe. Konservativen Schätzungen zufolge sind 5% aller Kinder betroffen, manche sprechen von 10%.
Sie gilt allgemein als überwiegend genetisch Bedingt.

"So konnten verschiedene Studien zeigen, dass die ADS auch ein bedeutender Risikofaktor für die Entwicklung einer Suchterkrankung ist. ... In der Grupp der Substanzabhängigen erfüllten 50,8% (WURS) bzw. 54,1% (DSM-IV) der Patienten die diagnostischen Kriterien für das Vorliegen einer ADHS in der Kindheit..."
Quelle: psychoneuro 2005;31(11):554-552
http://www.thieme-connect.com/ejournals/pdf/psychoneuro/doi/
10.1055/s-2005-923369.pd[..] sekundäre bzw. reaktive Verhaltensstörungen bei vorliegen eines ADS:

"Störung der sozialen und familiären Interaktion und Integration (evtl. auch verstärkt, wenn ein Elternteil selbst ein unbehandeltes ADS aufweist), soziale Isolierung, später gehäuft Alkohol- und Drogenmißbrauch (Selbstheilungsversuch mit falschen Mitteln??), Kriminalität, reaktive Depression, außerordentlich stark vermindertes Selbstwertgefühl."

Quelle: Bundesverband Aufmerksamkeitsstörung/Hyperaktivität e.V. http://www.bv-ah.de/Seiten/Kontakt.html

Daraus lässt sich schließen, dass auch ein genetisch bedingtes ADS direkt oder vermittelt über das Abgleiten in eine Drogenabhängigkeit zu Kriminalität führen kann.

"...Die Erkrankung ist in keinem Fall harmlos und sie verschwindet auch nicht einfach so. Das zeigen Untersuchungen über die Entwicklung von Patienten mit und ohne Behandlung. Risiken, die bis in das Erwachsenenalter reichen und erhebliche Auswirkungen auf das Leben der Betroffenen haben sind u.a.:

* chronische Konflikte
* schulische Probleme
* erhöhte Gefahr zur Kriminalität, besonders Kleinkriminalität
* erhöhte Suchtgefährdung
* Verursachung von Verkehrsunfällen

(...) Depressionen, leichte Beeinflussbarkeit, risikoreiches Verhalten und eine gestörte Selbstorganisation sind nur Beispiele für Symptome, die auch im Erwachsenenalter noch erkennbar sein können.
Quelle: http://www.medizinfo.de/kinder/probleme/ads.htm

"ADHS kann bereits in der frühsten Kindheit zu auffälligen Verhaltensmustern führen. Inwieweit Kinder und Jugendliche mit ADHS jedoch gewaltbereiter und aggressiver sind als Gleichaltrige, ist noch nicht eindeutig geklärt.
Einige Experten beobachten, dass Jugendliche mit ADHS und ausgeprägter Hyperaktivität häufiger und extremer gewalttätig werden als ihre Gleichaltrigen. Dafür wird maßgeblich ihre gestörte Impulskontrolle verantwortlich gemacht.
Zudem besteht meist eine ausgesprochene Neugierde und Offenheit allem Spannendem und Interessantem gegenüber. Das kann Jugendliche mit ADHS ebenso dazu bewegen, problematisches und antisoziales Verhalten auszuprobieren und zu übernehmen.
Es besteht aber auch die Auffassung, dass es manchmal durch mangelnde Zuwendung und den falschen Umgang von Eltern mit dem schwierigen Kind zu einer höheren Gewaltbereitschaft kommen kann. Ohne es zu wissen, sind Eltern ja nicht selten ebenfalls von ADHS betroffen. Diese Eltern haben meist große Probleme, ihr Leben in den Griff zu bekommen, mit ihrer Impulsivität und Sprunghaftigkeit zurecht zu kommen und Regeln zu setzen. Ein Kind, dessen Mutter oder Vater unter ADHS leidet, wird früh durch ein problematisches Erziehungsmilieu geprägt, das ungehaltenes und aggressives Verhalten noch verstärken, ja sogar erst zum Ausbruch bringen kann."

Quelle: http://www.gesundheitswerkstatt.de/
Gewaltbereitschaft_und_Suchtge.805.0.html

"Diese reaktiven Fehlentwicklungen bewirken, dass das Kind wichtige Entwicklungs-phasen für sich nicht optimal nutzen kann. Sie belasten das Kind und seine Umgebung und können eine psychische Erkrankung zur Folge haben oder auch eine schwere Störung in der Persönlichkeitsentwicklung bis hin zur Kriminalität."
Quelle: http://www.gesundheitsseiten.de/
start.php?nas=l,0400,0052&thema=
Folgeerscheinungen&SID=9b1409bba[..] genetische Voraussetzung zur Erkrankung an ADHS hat sich nach den Forschungsergebnissen nicht verändert. Wir haben bereits geschildert, dass ca. 40 Erbmerkmalsträger für die Erkrankung verantwortlich gemacht werden können. Allerdings entscheiden die Rahmenfaktoren wie Erziehung, hoher Medienkonsum, Überlastung durch Reizfaktoren im Wesentlichen mit, ob die genetische Voraussetzung zu einer Krankheit wird."
Quelle: http://www.kinderzentrum.de/krankheiten_adhs.php

"Zu wenig Struktur in der Erziehung, zu wenig Bewegung, zu viel Medienkonsum, wenig Förderung können die ADS-Symptome wesentlich verstärken oder gar erst zur Störung machen, aber die Anlage dazu ist immer angeboren."
Quelle: http://www.gesundheitsseiten.de/
start.php?nas=l,0400,0060&thema=Was&SID=9b1409bba5375

Warum soviel über ADS??

Deshalb: offiziellen (also konservativen) Schätzungen zufolge sind ca. 5% betroffen, das sind einer von zwanzig, ist ne ganze Menge!!
Wenn man sich die Diagnostischen Kriterien anschaut und ein bisschen im Bekanntenkreis sucht, stellt man fest: es haben in Wirklichkeit viel mehr.

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Spektakulär ist aber, und das gehört wirklich hierher:

Der Wissenschaft zufolge hat ADS nichts mit Medienkonsum zu tun sondern ist erblich bedingt und nur Medikamentös behandelbar. DAGEGEN:
Fast alle Selbsthilfegruppen, Foren und Psychotherapeuten wehren sich vehement gegen diese Auffassung. ADS sei Erziehungs- und MEDIENBEDINGT! (Man muss nur ADS und MEDIENKONSUM bei Google eingeben und staune...)
Die Reizüberflutung durch den heutigen dauernden Medienkonsum würde das heranwachsende Hirn schädigen.
ALLE "alternativen" Eltern und Therapeuten, auch die meisten unbeteiligten Privatleute kämpfen vehement für diese Sicht:
ADS kranke Kinder, die nicht Medien- oder Erziehungsgeschädigt
sind, darf es in ihrem Weltbild nicht geben.
Die überwältigende Mehrheit in der zur zeit florierenden privaten ADS-Diskussion vertritt eine Position ähnlich der von Herrn Miehling - wer nicht der Reizüberflutung durch Medien Schuld an den überzahlreichen gestörten Kindern gibt wird vehement ausgebuht.

Da stimmt doch irgendwas nicht????????????






Bilbo 55
Freitag, 22.12.06 17:42
 

@andreas
Danke für diesen ausfürlichen und genialen Kommentar!!!

In flAmes
Freitag, 22.12.06 18:11
 

OMG, Son schwachsinn habe ich noch nie gehört. anscheinend hast du lieber herr. ehhmm ja autordingsda keine liebe zu hause gekriegt und musst nun die wut an die Musik auslassen. Ich höre Death-metal,heavy metal, progressive,funk,jazz u.v.m. bin ich deswegen ein serienkiller? viel spass beim verbieten der musik. dann laden sich alle eh die songs bei kazaa oder emule. trottel

d.boon
Freitag, 22.12.06 20:02
 

also genial ist dieser Kommentar von andreas wirklich nicht.Ich kenne auch einige ads-Kinder,auch z.t.schon lange.Wie kann man man denn behaupten,dass ausschliesslich ritalin hilft,um diese kinder zu therapieren.Klingt sehr schulmedizinisch,davon abgesehen, sind darunter einige "gewaltmusikhörer",die sicher nicht,auch nur im entferntesten, die positionen von miehling teilen,geschweige denn die medienüberflutung dafür für die begünstigung von ads verantwortlich machen.Ach ja und übrigens ist bei einigen dieser kinder,das ads tatsächlich durch alternative behandlungsmethoden viel besser geworden.und da einen zusammenhang zu kriminalität zu suchen halte ich für völlig überzogen.

Dr. Klaus Miehling
Freitag, 22.12.06 21:42
 

an bilbo 55
„Warum nicht, wenn die Gewaltkriminalität vor Jahrzehnten schon einmal um 50 % niedriger lag?"Erst ein mal würde mich interessieren,was sie mit „vor Jahrzehnten" meinen (wie viele Jahrzehnte meinen sie?).Ich denke das könnte auch daran liegen,dass es früher weniger Menschen gab,oder?"
Zum letzten Satz: Selbstverständlich berücksichtige ich bei den Vergleichen stets die Kriminalität im Verhältnis zur Bevölkerungszahl. Meine Antwort bezog sich auf Ihre Bemerkung „Sie können doch nicht im ernst behaupten das die Gewaltkriminalität allein durch das abschaffen von 'Gewaltmedien' um 50% sinken würde?" Daher habe ich in Analogie dazu ebenfalls von 50 % gesprochen und keinen genauen Zeitraum angegeben, um nicht viel Zeit mit der Suche nach den Zahlen zu verlieren. Aber bitte, hier sind genaue Zahlen: 1970 kamen laut polizeilicher Kriminalstatistik 99 Gewaltdelikte auf 100.000 Einwohner, 2003 waren es 247. Damit war die Rate vor gut drei Jahrzehnten um 60 % niedriger.
„Wenn jetzt das Kind vor der Entscheidung steht ob es sich korrekt verhalten soll und auf die Kleider verzichten soll(und somit auch auf viel geselschaft) oder einfach stehlen soll,dann fällt da die Entscheidug unterschiedlich aus.Das ist auch ein Grund für die zunehmende Kriminalitätsrate denn:Früher wurde angezogen was es gab und deswegen wurde normal niemand ausgegranzt.Heute ist das anderst und man muss schauen wo man bleibt."
Dazu verweise ich auf das, was ich in meiner vorigen Stellungnahme an nOnAmE über primäre und sekundäre Kriminalitätsursachen gesagt habe.

an lichtenstein:
„fakten, herr miehling, wir brauchen namen, zahlen, kontonummern, quittungen, durchschlaege..."
Die Fakten und Namen stehen im Buch, über das hier so viele Bescheid wissen wollen, ohne es gelesen zu haben. Einen Fall habe ich schon im vorigen Beitrag genannt: Der Massenmörder Charles Manson führte seine Taten auf die Musik der Beatles zurück. Ein weiteres, ganz konkretes Beispiel: In den USA verloren zwei Polizisten das Augenlicht, nachdem ihnen mit einer „twelve gauge"-Flinte, wie sie in Ice-Ts „Cop Killer" („Polizistenmörder") beschrieben wird, ins Gesicht geschossen worden war. Oder denken Sie an die je nach Quelle 44 bis 60 Kirchen, die zwischen 1992 und 1995 alleine in Norwegen angezündet wurden: In sämtlichen aufgeklärten Fällen kamen die Täter aus der Black-Metal-Szene. In der soziologischen Literatur finden Sie auch Zitate wie dieses: „immer wenn 'ne gute Platte lief, eine mit 'nem starken Beat, dann mußte ich auf und irgendei'm Arschloch eine in die Fresse hauen. Es hat mich einfach wild gemacht, also echt ... ich bin einfach durchgedreht. Die Bullen kamen praktisch jede Woche, weil wir uns jede Woche geprügelt haben, wir konnten einfach nich anders. Da stand einer, 'n absolut Fremder, und Pete ist hingegangen und hat ihm die Fresse poliert, der konnt sich nich mehr rühren, und doch nur wegen der Platten, ganz bestimmte Platten, die ham uns ganz wild gemacht, die alten Beat-Platten warn's ... Wenn ich 'ne starke Platte hör, ach Scheiße, dann packt mich echt die Wut, das bringt mich einfach in Rage, ganz einfach so, und ich muß um mich hauen. Bei all den scharfen schnellen Sachen is das so. Ich muß wo drantreten oder sonstwas, ich kann einfach nich anders. Kennste das, wenn du tanzt und die Platte macht dich so geladen, und du hast das verdammte Gefühl, daß de am liebsten allem und jedem da eine reindonnern könntest?" (Willis, n. Farin 2001, S. 70).
Wenn ich von Ausschreitungen bei Gewaltmusikkonzerten spreche, dann sind das naturgemäß nur diejenigen, die ich als Einzelner in begrenzter Zeit in einer begrenzten Menge von Literatur gefunden habe. Deshalb können Sie das nicht der Gesamtmenge an überhaupt irgendwo stattfindenden Konzerten gegenüberstellen. Man sollte es lieber mit Ausschreitungen bei Klassikkonzerten vergleichen. Und da gibt es praktisch nichts außer einigen wenigen bei Avantgarde-Konzerten im früheren 20. Jh., und meine Meinung zur Avantgarde habe ich ja bereits angedeutet.
„Ein ehrlicher Mensch begeht keine Straftaten."„stammt die aussage von Ihnen oder zitieren sie da die betreuerin aus dem kindergarten von nebenan? ach ja, wenn die welt wirklich so einfach waere..."
So ist es ja wohl nach dem Sprachgebrauch definiert. Statt „ehrlich" hätte ich auch „rechtschaffen" schreiben können.

an LM
„Wer oder was „ehrlich" und „gesetzestreu" ist bestimmen die Gesetze, die vom Staat erlassen werden. Völkermord war in diversen Diktaturen rechtlich nicht geächtet, von daher ist ihr moralisch wertender Begriff von „ehrlich" und „unehrlich" diffus und nicht wissenschaftlich verwertbar."
Sie können die Verhältnisse in Diktaturen und Demokratien nicht miteinander gleichsetzen.
Die Begriffe „ehrlich" und „unehrlich" sind gerade dann wissenschaftlich verwertbar, wenn man sie definiert - entsprechend Ihrem ersten hier zitierten Satz.
„das Maximum der bekannten Kriminalität war Anfang der 90er erreicht. „„Wie definieren sie „Maximum", von welchem Wert gehen sie aus?"
Von der Zahl der registrierten Straftaten pro Einwohner in Deutschland. Der bisher höchste Wert stammt von 1993.
„Der Einfluß der Gewaltmusik war schon damals extrem hoch und man kann nicht sagen, daß er seither weiter gestiegen sei."„Wie definieren sie diesen Einfluss und welche Bezifferung haben sie für „hoch" ?Ab wann beginnt die von ihnen angenommene „Beeinflussung" ?Alleine schon beim ersten Kontakt oder erst beim intensiven Hören?"
Meine Aussage verzichtete auf Zahlen, weil man es kaum in Zahlen fassen kann. Daß die Verbreitung und damit der Einfluß von Gewaltmusik seit den 1950er Jahren gestiegen ist, ist offensichtlich. Sie können das etwa an der Verbreitung der elektronischen Medien und am Anteil von Gewaltmusik in diesen Medien festmachen. Eine Beeinflussung findet natürlich potenziell bei jedem Hören statt.
„Wieso sollte es nicht schlimmer gehen? Schließlich könnte theoretisch jeder Hörer von Popmusik straffällig werden."
Soweit ist es vermutlich schon, denn wenn bis zu 90 % der Jugendlichen zugeben, alleine im Jahr vor der Befragung eine Straftat begangen zu haben, dann kann man sich vorstellen, daß die Zahl sehr nahe in den Bereich von 100 % käme, würde man die zeitliche Einschränkung weglassen. Genau das kam übrigens bei einer Befragung von allerdings nur etwa 50 Teilnehmern einer juristischen (!) Vorlesung an der Universität Freiburg heraus.

zu andreas:
In Ihrem Beitrag mit vielen Belegen ging es um die genetischen Ursachen des Aufmerksamkeits-Defizit-Syndroms, das wiederum mit Kriminalität korreliert. Wollten Sie damit nun meinen Thesen widersprechen? Die wichtige Rolle der Genetik habe ich ja betont. Nur: Da können wir (noch) nicht viel machen.

lichtenstein
Sonntag, 24.12.06 20:20
 

hab gerade mal wieder im freundeskreis von dieser diskussion berichtet und die miehlingschen thesen bekannt gemacht. werde von allen abgewatscht und nehme komischerweise immer stellvertretend herrn miehlings position ein. vermutlich um ein diskussionstechnisches ungleichgewicht zu schaffen...? meine freunde lassen in der hinsicht nicht mit sich reden, typisch gewaltmusikhoerer eben, totale dickschaedel. nach `ner weile waren die fronten so verhaertet, dass wir uns jeder mit seinem weinglas so weit wie moeglich in die eigene sofaecke zurueckzogen und nur eine south park-folge uns wieder versoehlich vor der mattscheibe vereinen konnte...

lichtenstein
Sonntag, 24.12.06 20:47
 

waehrend ich warte, dass sich der truthahn roestet, hier eine christmas-special-edition von celebrety death match. wir wollten testen, wie die versuchspersonen auf verschiedene arten der zwangsbeschallung reagieren. versuchsgruppe a wird mit liszzst sommernachtstraum zwangsbeschallt (der sommernachtstraum von franzz liszzt), versuchsgruppe b wird unter megadeth`s symphony of destruction gesetzt. die repraesentativen vertreter der gruppe a: maria theresa, mahatma gandhi, der vorsitzende der schwaebischen rentenersatzbausparkasse hartmut schloerke sowie zwei friedenstauben, mehrere friedensnobelpreistraeger und eine im vollkoma befindliche patientin aus dem staedtischen krankenhaus osterode. gruppe b: charles manson, dr. mengele, chucky die moerderpuppe, jack the ripper und billy the kid. die probanden haben bereits in ihren ecken vor den lautsprecherboxen aufstellung genommen. die gandhi-gruppe wirkt etwas passiv, leicht irritiert und verunsichert, waehrend die gruppe a den eindruck typischer gewaltmusikhoerer erweckt und manche unter dem einfluss der erste akkorde schon ganz ganz boese gucken. sind solche versuche im rahmen wissenschatlicher studienforschung uberhaupt vertretbar, werden hier nicht menschenrechte verletzt? egal. the show must go on, die weihnachtsstimmung heizt kraeftig ein. wie wird die geschichte wohl ausgehen? wir halten sie auf dem laufenden...

Gewaltmusik-Hörer
Sonntag, 24.12.06 23:53
 

Herr Miehling, DU SIEHST SCHEIßE AUS, DU FRISST SCHEIßE, DU VERTRITTST BESCHISSENE THESEN, DENN DU BIST SCHEIßE.

Warum ich mich trau, sowas zu sagen? Weil ich "Gewaltmusik" hör, du Motherfucker ;)

Dr.Strangelove
Montag, 25.12.06 03:02
 

Ihre Einzelfallbeispiele sind ja wirklich süß, aber dass sie sowas dann auch noch einen wissenschaftlichen Beweis nennen..
Veranstalten sie Klassikkonzerte doch mal in einer ähnlichen Halle wie das bei Rock und Pop der Fall ist, schenken sie billiges Bier aus, lassen 3000 junge Menschen im Stehen die Neunte genießen. Menschen zwischen 20 und 40, aus den sozialen Schichten der Gewaltmusikhörer. Mal sehen, was dann passiert.

Wie sieht es eigentlich mit ihrer Gewaltbereitschaft aus? Sie mussten doch schon soviel Zwangsbeschallung ertragen und zu Forschungszwecken Gewaltmusik hören. Ich glaube, vor ihnen sollte man sich in Acht nehmen, schließlich müssten sie schon zum potentiellen Gewalttäter degeneriert sein.

Ach ja, noch ein Experiment. Gehen sie mal tanzen in so einem bösen Etablissement mit bösen Drogen, bösem Sex und böser Musik. Lassen sie sich darauf ein, reden sie mit Menschen und tanzen sie sich in Ekstase. Sie werden sehen wie friedlich sie danach sind und wieviel Liebe sie auf einmal in sich spüren.

Indya
Montag, 25.12.06 16:46
 

Hätte ich nach 20 Semestern, kurz vor Abgabe der Doktorarbeit festgestellt, was ich da eigentlich für einen Scheiss studiere, der für nichts nutze ist, wär ich aber auch verärgert,... Hätte sicher auch nen Hass auf alle, die fröhlicher sind als ich und würde meinen Hass dann auf die projezieren,... Und klar,... Als Ventil müsste dann logischerweise das herhalten, was mir die 10 Jahre über eingetrichtert wurde, denn was anderes würde ich ja nicht kennen,... Anfangs hätte man ja auch geglaubt, dass die eingeschlagene Richtung ne gute Idee war,... Mitten drin war man vielleicht zu arrogant nen Fehler einzugestehen und am Ende irgendwie totunglücklich,... Jeden Abend in den Schlaf weinen wollt ich mich nicht,...

Ich glaube ich führe ein ausgeglichenes Leben und bin froh darüber mein Diplom in der Regelstudienzeit gemacht zu haben,... Halte mich für produktiv genug, um damit Leben zu können und gleichzeitig künstlerisch genug, mich damit auszudrücken (Wie,... Das lasse ich mal offen),... Öffentliche Diskussionen find ich gut, vielfältige Meinungen auch,... Ich kann selbst entscheiden, welche Meinung ich akzeptiere und welche nicht,... Ich nenne das Harmonie,... Für mich persönlich, wie auch für mein Umfeld,... Harmonisch nenne ich auch eine ausgewogene Balance harter und sanfter Töne,...

Da ich Neurologie nicht studiert habe kann ich nicht sagen, ob es einen Zusammenhang zwischen akustischer Stimulanz und verschiedenen Gehirnregionen gibt,... Kann stimmen, kann nicht stimmen und auch wenns irgendwo steht muss ichs ja nicht glauben,... Thesen werden ständig wiederlegt, das ist ja der Witz daran,... Aber sollte es stimmen, was würde mich wohl dazu veranlassen eine Gehirnregion durch fehlende Stimulanz verkümmern zu lassen,...?!? Mein Job verlangt eine gesunde Balance und Harmonie zwischen Konfliktvermeidung und Durchsetzungsvermögen,... Als Mensch wird man durch die gesamte Gefühlspalette definiert, wäre es nicht so und würde man nur durch den Aggressionslevel von anderen unterschieden werden, gibt es auf einmal nur noch Gewalttäter und Nicht-Gewalttäter (Davon will ich ne Statistik sehen),... Ich will auf mein aggressives Potential nicht verzichten,... Es ist eins meiner Gefühle und ich brauche es,... Wenn es möglich ist dies durch unterschiedliche Musikrichtungen zu steuern und im richtigen Moment rauszulassen, so begrüsse ich das,... Die Welt ist nicht Onkel Toms Hütte, sondern ein hartes Pflaster,...

Klar kann das auch nach hinten los gehen, wenn sich aggressives Potential zu kriminellen Handlungen aufstaut,... Aber das hängt einzig vom antrainierten Umgang mit dem Aggressionspotential ab,... Warum also am falschen Ende sparen,...? Mit Massnahmen, die eh keiner kontrollieren kann und will,...?!? Toll,... Von Millionen Ursachen eine abgestellt,... Gewonnen: Nichts,... Ach ja, diverse Bevölkerungsschichten sind unglücklicher als vorher (typisch politisch übrigens,... Solche Nummern gehen zur Zeit ja nur noch durch die Nachrichten),... Herzlichen Dank auch,... Ich vergass,... Ingenieurwesen hab ich studiert,... Hab mit theoretischem Gebabbel also wenig am Hut,... Bin mehr praktisch orientiert,... Aber ich rede ja nicht ohne Grund von Balance,... Philosophie und Technik zu verbinden ist eine Art privates Interesse,...;) Eines der Konzepte im Ingenieurwesen ist die Vermeidung von Problem im Vorfeld einer Entwicklung,... Probleme aufgrund ihrer Symptome abstellen zu wollen liefert mir zwar bis zur Rente ausreichend Arbeit, wirklich was erreichen kann ich damit aber nicht,... In meiner Fehler-Möglichkeite-Ereignis-Analyse zum Thema kriminellem Potential steht ganz oben auch eine ausgiebige Mitarbeiterschulung zum verantwortungsbewussten Umgang mit Aggressionen,... Ob die nun von Rockmusik ausgelöst wird ist mir doch egal,... Solange die Kiddies nur beigebracht bekommen, wie sie damit umgehen sollen,...

Jeder baut sich doch seine eigene Welt,... Die der anderen verändern zu wollen drückt für mich nur die Unzufriedenheit mit der eigenen Welt aus,... Vielleicht auch einfach Neid,...

Hein
Montag, 25.12.06 23:33
 

Es reicht schon, nur manche Beiträge zu lesen um den verlorengeglaubten Mut wiederzufinden.
@indya: Schön beschrieben!

PR Fuzzi
Dienstag, 26.12.06 13:19
 

Also H. Miehling hat es geschafft, die Werbetrommel kräftig zu rühren. Meines Erachtens hätten seine Inhalte nicht so viel Aufmerksamkeit verdient, wie es hier geschieht. Werde mir diese Hetzschriften jedenfalls nicht reinziehen (typisch Gewaltmusiker eben).

andreas
Dienstag, 26.12.06 20:53
 

Hi Leute,
hab interessantes zu Fernsehen und Kriminalität gefunden:

(Übersicht bei Spitczok von Brisinski et al. 1993b):
"Der durchschnittliche amerikanische Schüler hat nach Abschluss der Highschool (d. h. nach 12 Schuljahren) 13 000 Stunden in der Schule verbracht und 25 000 Stunden vor dem Fernsehapparat. Hier sah er vorsichtig geschätzt insgesamt ca. 32 000 Morde und 40 000 versuchte Morde (Barry 1997). Langzeitstudien zum Einfluss der Einführung des Fernsehens als Medium auf die Gewaltbereitschaft der Bevölkerung zeigen folgendes Bild: In einer von drei Gemeinden in Kanada wurde 1973 das Fernsehen eingeführt, in den anderen beiden nicht. Innerhalb von zwei Jahren nahmen in der Gemeinde mit eingeführtem Fernsehen die Gewaltdelikte in der Bevölkerung um 160%, während das Gewaltniveau in den beiden anderen Gemeinden gleich blieb (Williams 1986). Eine weitere Langzeitstudie (Centerwall 1992) ging dem Zusammenhang zwischen der Einführung des Fernsehens einerseits und der Häufigkeiten von Tötungsdelikten in der weißen Bevölkerung andererseits in drei Staaten (USA, Kanada, Südafrika) nach. Nachdem in den 50er Jahren in den USA und Kanada das Fernsehen eingeführt worden war, kam es zu einer Verdopplung von Tötungsdelikten innerhalb von 10 bis 15 Jahren. Während des gleichen Zeitraums nahmen Tötungsdelikte in Südafrika um 7% ab. Nach der Einführung des Fernsehens in Südafrika 1975 stiegen bis 1987 die Tötungsdelikte um 130%. In dieser Studie konnten andere Ursachen des Anstiegs der Tötungsdelikte weitgehend ausgeschlossen werden."
Quelle: http://www.rk-viersen.lvr.de/behandlung +kids/
infos_fachleute/online_artikel/adhs-computer.htm

@Herrn Miehling: Nein, ich wollte ihrer Argumentation nicht widersprechen, wollte in dieser Diskussion nur mal darauf aufmerksam machen, dass es in grossen Bevölkerungskreisen durchaus zum guten Ton gehört, den heutigen Umgang mit Medien zu kritisieren.
***Und sehr faszinierend ist dabei: gerade da, wo die Wissenschaft nun wirklich keinen Zusammenhang festgestellt hat, wird er auf Teufel komm raus beschworen!

Snobe
Mittwoch, 27.12.06 11:30
 

Ähm, kenne Menschen die mit unserem Doktor am MUWI studiert haben..
Nette Anekdoten gabs da zu hören..

"Panisch verlies er den Raum als der böse Professor die Scorpiens! auflegte"..

Ich glaube weiterhin, dass unser Doc der moralischste Mann der Welt ist.
Das sollte gewürdigt werden!
Man schenke ihm den schönsten Elfenbeinturm der Welt!

Übrigens: durch ihre Thesen fühlen sich Gewaltmusikhörer nur noch krasser und werden noch schlimmere Musik hören!

Warum Gewaltmusikhörer runterladen?
Weil das so krasses Verbrechen ist, Alter das gibt im Hood so Fame!

lichtenstein
Donnerstag, 28.12.06 03:59
 

james b jagt dr. m (dpa)
dr. miehling geraet immer mehr in die schusslinie der kritik. informationen des hamburger nachrichtenmagazins SPIEGEL zufolge erhaerten sich allerorts die indizien um eine mutmassliche mittaeterschaft miehlings bei den terroranschlaegen vom 11 november und weiterer krimineller machenschaften in zusammenarbeit mit taliban, raf und rtl. wissenschaftliche untersuchungen sprechen eine deutliche sprache: in neun von zehn faellen haben amokschuetzen, bombenleger und massenmoerder vor, waehrend oder nach der ausuebung ihrer gewaltakte vorwiegend durch die nase geatmet. eine korrelative beziehung zwischen sauerstoffaufnahme und gewalt einerseits sowie atmungsgewohnheiten und exzessive heiterkeit andererseits gilt in forschungskreisen mittlerweile als unumstritten: sauerstoff macht sauer (und sauer macht lustig). wie ein sprecher des bundesnachrichtendienstes heute bekanntgab, ist herr miehling diese woche beim christmas-shopping in der freiburger innenstadt wiederholt dabei beobachtet worden, wie er nachweislich eine nase zum atmen benutzte. ¿sollte sich miehling in dieser situation etwa eines fremdorgans bedient haben? das bundesamt fuer deutsche riechkolbentechnologie ermittelt. einschlaegigen geruech(t)en zufolge wurden im unmittelbaren sozialen umfeld miehlings in der vergangenen woche mehrere pappnasen sichergestellt, deren eindeutiger verwendungszweck noch nicht vollstaendig geklaert ist. im zuge des programms "rettet die gruenen reichtuemer unter unser aller augen", erklaerte polizeihauptfeldwebel studer vom pfadfinder-sondereinsatzkommando PFSEK unter sachkundiger fuehrung von tarzan (tkkg) und justus jonas von den drei detektiven, in den morgenstunden gegenueber dem freiburger salatblatt HUMUS: "der miehling hat da seine finger mit drinne, das riech ich foermlich. da muss man doch nur EINS und EINS ZUSAMMENZAEHLEN. schaun sie sich doch nur mal das fahndungsfoto an, diese brille... wer SO EINE BRILLE hat, der muss auch eine dazu passende NASE tragen. nee, so ises: brille, nase, da kommt eins zum andern." waehrend der eklatante sauerstoffgehalt der hiesigen atmosphaere mithin als erwiesen gilt, bleibt weiterhin ungeklaert, ob herr miehling sich seines kriminellen naturells selbst bewusst ist, denn wie studer gegenueber der augsburger PUPPENKISTE versicherte, haette er sich nach abschliessendem terrorakt in diesem falle umgehend selbst stellen muessen: "RECHTSCHAFFENE MENSCHEN ueberfuehren sich IN DER REGEL IMMER selber, da bleibt fuer uns wenig zu ermitteln. kopfzerbrechen bereiten uns dagegen die UNRECHTSCHAFFENEN GEWALTTAETER und die LATENT-POTENTIELLEN HOBBY- UND TEILZEITAGRESSOREN. aber gerade in der weihnachtszeit ist mit zahlreichen reuebedingten umkehrversuchen zu rechnen. wir gehen davon aus, dass herr miehling bei einem blick in den spiegel diese(r) woche die augen aufgehen, sodass er umgehend und aus eigenem antrieb den weg in den strafvollzug einschlagen wird. wenn solche leute wie er erstmal hinter schloss und riegel sind, haben wir erstmal wieder ne weile luft..." (quelle: bad pyrmonter stromschnellen-ticker, zitate frei improvisiert uber ein thema von johann wolfgang von bachs "wassermusik")

andreas
Donnerstag, 28.12.06 11:02
 

Ist euch bekannt, dass das hier diskutierte Buch in die Liste der Bücher des Monats Oktober aufgenommen wurde, welche von der Süddeutschen Zeitung und federführend vom NDR herausgegeben wird?
Die umfangreiche Jury aus u.a. Professoren und Doktoren liest sich wie das who is who der Medienwelt.
Das Buch steht mit 24 Punkten auf Platz 4, Platz eins bekam 31 Punkte.
Nach Ludger Lütkehaus entält es "eine Fülle von Material und Beobachtungen so, daß man nicht an ihm vorbeigehen kann. Es ist auf das Gründlichste recherchiert. Vor allem macht es endlich einen Bereich des medialen und gesellschaftlichen Lebens kritisch zum Thema, der der Autonomie am fernsten und der Manipulation am offensten steht."
Ich finde, das ist tatsächlich eine wichtige Sache.
Beispiel: Der bekannte Musikkritiker Wolfgang Kaiser hat im Flugzeug mal die Stewardess angesprochen, sie solle die furchtbare Hintergrundmusik abstellen, sie würde ihm Übelkeit verschaffen. Diese hat sich anfangs geweigert, aber nach einer Befragung der anderen Passagiere stellte sich heraus: niemand wollte diese Musik tatsächlich hören!
(aus einem Radiointerview)

psoydonym
Donnerstag, 28.12.06 22:13
 

ich will jetzt keine seitenlange argumentation verfassen,
aber ich finde, z.b. hip-hop nicht gewaltverherrlichend
sondern viel mehr lachverherrlichend. das sich leute nicht
ohne year, bitch und fuck ausdrücken können ist doch lächerlich!
und nur weil ich beispielsweise matle oder punk höre muss ich doch nicht gleich ein assiozialer schläger sein oder?!
ich finde man sollte die gewaltquellen manch jugendlicher an anderen punkten anfangen zu suchen als bei musik.

Dr. WuselDusel
Freitag, 29.12.06 20:37
 

Musik ist dazu da Emotionen auszudrücken und sich in der Musik "wieder zu finden" man muss sich mit der Musik indentifizieren.
Bitte, bitte Herr Dr. Klaus Miehling setzen sie sich doch bitte vorher mit der Musik "ohne Vorurteile" auseinander.

Musik verändert sich und die meiste heutzutage populäre Musik stammt aus der klassischen Musik ab, vorallem auch "Metal".

Ich spiele selbst Schlagzeug, das wie sie sagen Schüsse etc. nachahmen soll, es gibt nur eine Form von "Beat" namens "Blast-Beat" der dies macht.
Und Metaler sind stehts Kulturbewusst, vorallem für sehr exotische Kulturen.

Es gab mal ein schönes Zitat von Albert Einstein: "Der Horizont der meisten Menschen ist ein Kreis mit dem Radius 0."
Verurteilen sie nicht Dinge, wo sie sich nicht wirklich mit auseinander gesetzt haben. Damit meine ich nicht wissenschaftlich auseinander gesetzt.

Jedem das Seine, und das soll auch so bleiben.
In der heutigen Zeit wird für alles ein "Schuldiger" gesucht,
das eigentliche, was unsere Gesellschaft schlecht macht ist die Bürokratie, für alles gibt es Verbote, es wird immer weniger erlaubt, warum kann nicht einfach jeder für sich entscheiden, was für ihn gut ist?

Mit freundlichen Grüßen Janis B. ein 16 jähriger Schüler aus Münster

Dr. WuselDusel
Freitag, 29.12.06 20:42
 

Entschuldigen sie, dass ich nicht die übliche Argumentationsform gewählt habe, die man in der Schule lernt.

Wenn man nicht mal Regeln bricht, wird es nie etwas neues geben.
Regeln sind gut, so lange es nicht zu viele gibt.

Und übrigens ist Agressivität nichts schlimmes, so lange man gelernt hat, sie nicht an seine Mitmenschen auszulassen.

"Und das lernt man in der Erziehung"

Gruß Nochmal der kleine Kotzbrocken

(Und jetzt kommen sie mir nicht mit "Ja, da sieht man mal wieder die Gewaltbereitschaft")

Dr. WuselDusel
Freitag, 29.12.06 20:45
 

Freu mich schon auf ihr Statement (Entschuldigen sie bitte mein Denglisch, ich verunstalte ja schon wieder die Sprache)

Jede große Kultur ist mal untergegangen, und die Deutsche Kultur verändert sich auch, so wie alles andere, warum versuchen sie diese Veränderung aufzuhalten?

(Hab gerade so viel im Kopf, also sorry für die Rechtschreibung ;) )

Dr. Klaus Miehling
Freitag, 29.12.06 23:26
 

„In der heutigen Zeit wird für alles ein 'Schuldiger' gesucht,"
Das ist auch notwendig, denn wenn man Schlechtes beseitigen will, muß man seine Ursachen kennen.
„das eigentliche, was unsere Gesellschaft schlecht macht ist die Bürokratie, für alles gibt es Verbote, es wird immer weniger erlaubt, warum kann nicht einfach jeder für sich entscheiden, was für ihn gut ist?"
Weil dann der Betrüger entscheidet, daß es für ihn gut ist, zu betrügen, und der Dieb entscheidet, daß es für ihn gut ist, zu stehlen. Ein anderer stellt fest, daß er schneller vorankommt, wenn er sich nicht an Verkehrsregeln hält, mag auch der eine oder andere dabei überfahren werden. Sie gehen offenbar davon aus, daß Gewaltmusik keinen Schaden anrichtet. Ich bin da anderer Meinung, und habe dafür gute Gründe, wie Sie aus meinen bisherigen Beiträgen in diesem Forum ersehen können.
„Wenn man nicht mal Regeln bricht, wird es nie etwas neues geben."
Falsch, denn man kann Regeln ändern. Und dann ist da natürlich zwischen mehr oder weniger unverbindlichen Regeln (etwa, wie man zu einem bestimmten Anlaß gekleidet sein sollte) einerseits und offiziellen Gesetzen und Verordnungen andererseits zu unterscheiden.
„Regeln sind gut, so lange es nicht zu viele gibt."
Richtig. Nur - welche Regeln sind notwendig und welche nicht?
„Und übrigens ist Agressivität nichts schlimmes, so lange man gelernt hat, sie nicht an seine Mitmenschen auszulassen."
... und hoffentlich auch nicht an Tieren oder an Sachen, die einem nicht gehören! Das Problem mit Gewaltmusik ist ja gerade, daß sie das Ausleben von Aggressionen fördert.
„Jede große Kultur ist mal untergegangen, und die Deutsche Kultur verändert sich auch, so wie alles andere, warum versuchen sie diese Veränderung aufzuhalten?"
Weil es eine Veränderung zum Schlechten ist.

Dr. WuselDusel
Montag, 01.01.07 15:52
 

"„In der heutigen Zeit wird für alles ein 'Schuldiger' gesucht,"
Das ist auch notwendig, denn wenn man Schlechtes beseitigen will, muß man seine Ursachen kennen."

Aber beweisen sie mir bitte, dass Gewaltspiele/Gewaltmusik zu Attentaten/Schlägereien wie auch immer geführt haben.

Rassismus, Diskriminierung, Armut, Ausgrenzung...das sind die wirklichen Probleme und nicht die PC-Spiele oder "Gewaltmusik".

Und an den Schulen werden Schüler von Lehrern regelrecht "fertiggemacht". So entwickelt sich der "Hass" auf Lehrer oder Schüler, zum Glück nur selten, und endet manchmal leider wie in Erfurt oder Emsdetten.
Aber damit sowas passiert, muss der Täter vorher schon psychisch labil gewesen/gemacht worden sein.

Zudem würde ich das Computerspielen/Gewaltmusikhören von Tätern eher als Symptom bezeichnen, anstatt als Ursache, die Ursachen sind die oben genannten Probleme und nicht ein Computerspiel/Gewaltmusik.

Vielmehr sollten alle dazu beitragen, dass sowas wie Ausgrenzung nicht geschieht.

Gruß die Wuseligkeit (The flying spaghettimonster is watching you.)

Dr. WuselDusel
Montag, 01.01.07 16:33
 

"Es wurde auch festgestellt, dass Jugendliche der HipHop-Szene überdurchschnittlich oft sogenannte „Risikojugendliche“ sind, die über ein hohes Aggressionspotenzial und über kriminelle Energie verfügen."

Sie wollen mir erzählen, dass diese Risikojugendl. wegen der Musik geworden sind?
Ich denke mal, es liegt eher daran, dass die "HipHopper" das schlechte Beispiel sind und wegen kommerziellen Gründen sich als "Gangster" ausgeben.
Jugendliche der "unteren Schicht" fühlen sich dadurch natürlich angesprochen und verkörpern ihr "Vorbild".
Ihnen wird vorgemacht, dass sie eh keine Chance mehr im Leben haben und dadurch werden sie bequemer, "weil ihr Leben ja eh nichts Wert ist".

"Es muss ein Umdenkprozess stattfinden. Das Rauchen ist ein gutes Beispiel dafür. Es wurde immer mehr erschwert und eingeschränkt. Vielleicht wird am Ende tatsächlichein Verbot stehen, wie es dies auch schon für andere Drogen gibt."

Gerade das Verbotene macht den Reiz bei Jugendl.

"Es geht dabei um das illegale Herunterladen von Musik, das vor allem dem Verkauf von Gewaltmusiktonträgern geschadet hat, nicht dem Verkauf von Klassiktonträgern. Offenbar begehen Gewaltmusikhörer diese Straftat häufiger als Klassikhörer.Buch Aber das ist ja nur ein Argument von vielen in meinem Buch. So wurde in einer Untersuchung festgestellt, dass Klassikhörer in der Tat den geringsten „Deliquenz-Score“ haben, also seltener Straftaten begehen, und wenn doch, dann weniger schwerwiegende als Gewaltmusikhörer."

Ist ja auch logisch, es gibt viel mehr Jugendl. als Rentner die den
Anschluss ins Internet haben.
Ich kenne kaum Jugendl. die Klassik hören, es sind eher ältere Leute und diese sind vernünftiger als ein Jugendlicher, der noch nicht so viel Erfahrung in seinem Leben gesammelt hat.

Zudem muss man noch sagen, dass viele Straftaten unter Einfluss von Alkohol oder anderen Drogen stattfinden, wie Schlägereien etc. .

Sollte man da nicht lieber ein Verbot für Alkohol erstellen?
NEIN, natürlich nicht, wo bleiben denn dann die Alkoholsteuern...

Gruß Janis

Dr. WuselDusel
Montag, 01.01.07 16:42
 

"„das eigentliche, was unsere Gesellschaft schlecht macht ist die Bürokratie, für alles gibt es Verbote, es wird immer weniger erlaubt, warum kann nicht einfach jeder für sich entscheiden, was für ihn gut ist?"

Weil dann der Betrüger entscheidet, daß es für ihn gut ist, zu betrügen, und der Dieb entscheidet, daß es für ihn gut ist, zu stehlen. Ein anderer stellt fest, daß er schneller vorankommt, wenn er sich nicht an Verkehrsregeln hält, mag auch der eine oder andere dabei überfahren werden. Sie gehen offenbar davon aus, daß Gewaltmusik keinen Schaden anrichtet."

Vllt. hätte ich lieber schreiben sollen, was für ihn gut ist, OHNE der Allgemeinheit Schaden zuzuführen.
Ich wollte niemals sagen, dass man Grundrechte missachten sollte.
Ich wollte damit sagen, dass Verbote nicht das priv. Leben einschr. sollten, jeder kann doch für sich entscheiden, ob ihm Computerspiele spaß machen, es gibt keinen Beweis dafür, dass einen Computerspiele zum Killer machen.
Natürlich bei Attentäter wie in Erfurt und Emsdetten hat man "Killerspiele" gefunden, aber der großteil der Jugendl. spielen Killerspiele.
90% der Jungen in meiner Klasse veranstalten/nehmen regelmäßig an einer LAN Teil.

Dr. WuselDusel
Montag, 01.01.07 16:43
 

"Sie gehen offenbar davon aus, daß Gewaltmusik keinen Schaden anrichtet."

Geben sie mir bitte einen Beweis, dass Gewaltmusik Schaden anrichtet.

Dr. WuselDusel
Montag, 01.01.07 16:54
 

Einen Nachtrag noch:

Haben sie den „Deliquenz-Score“ prozentual bestimmt oder haben sie die tatsächliche Menge an Straftaten gewählt?

Ich denke nämlich nicht, dass man bei einem Verhältnis von z.B. 10 zu 10 noch die tatsächliche Menge wählen kann.

Andi
Montag, 01.01.07 19:41
 

Haben sie den Abschiedsbrief von Sebastian B. (Der Amokläufer von Emsdetten) gelesen? In diesem Brief hat er seine Gründe für die Tat geschildert: Dieser Mensch wurde sein Leben lang in der Schule von Mitschülern gehänselt, ausgegrenzt und niedegemacht. Er wollte Hilfe, aber keiner an den er sich gewandt hat, hat ihn ernstgenommen. Er hatte kaum aussicht darauf eine Lehrstelle zu finden. All diese Dingen haben diesen Menschen zerbrechen lassen und haben seinen Hass auf seine Mitmenschen geschürt, welcher ihn dann zum Amoklauf getrieben hat.

Sie haben jetzt schon mehrfach gesagt dass Gewaltmusik den wichtigsten Anteil am schüren von Aggressionen hat. Dem sozialen Umfeld, der Erziehung gestehen sie nur eine eher marginale Rolle zu.
Sebastian B. ist am Druck durch die Gesellschaft zerbrochen. Es gibt meiner Meinung nach keine Hinweise darauf, dass Gewaltmusik oder Killerspiele seinen Hass auf die Menschen geschürt haben.
Wie erklären sie das? Ist Sebastian B. ein Einzelfall, bei dem das soziale Umfeld eben "ausnahmsweise" doch die Hauptrolle gespielt hat? Oder sehen sie die Ursache für den Amoklauf hier auch im Konsum von Gewaltmusik?

Ich möchte auf keinen Fall diesen Amoklauf gutheißen, oder ähnliches. Seine Gründe kann ich aber voll und ganz nachvollziehen.

Dr. WuselDusel
Montag, 01.01.07 20:04
 

Ich meinte im Verhältnis 1000 zu 10.

Burkard
Montag, 01.01.07 21:04
 

Sehr geehrter Herr Dr.Klaus Miehling,
mein Kompliment an Sie! Sie verstehen es die Öffentlichkeit per Internet zu benutzen. Sie sind ein (Be)wahrer der Kunst des Rattenfängers von Hammeln. Die Flöte, die Sie gleich einer Pandora in alle Richtungen schwingen, bringt die "Töne" die Sie brauchen zurück! Jeder, einschließlich meines Kommentars sind für Ihre "Neue" Arbeit, (Dissertation?) nützlich. Eine bequemere, oder bessere Methode eines "Faulen" . doch intelligenten Langzeitstudenten. Sich dieses "einfältige" Instrument, genannt Internet Gemeinde und deren inzwischen Globale Net-Surfer-Gemeinschaft, geistig auszubeuten, findet in Ihnen einen würdigen Nachfolger anderer skrupelloser - Zeit Genossen.
Ihr Trick ist nicht neu, aber umso wirksamer, da Sie sich als etwas skurillen, fast zu bemitleidenden Wissenschaftler outen.
Wenn Sie mir nicht so weit voraus wären, - da hätte ich mich doch fast als Zauberlehrling bei Ihnen beworben!
Mit freundlichen Grüßen
Burkard.

Burkard
Montag, 01.01.07 21:08
 

Ach ja, hatte ich fast vergeßen, auch Ihnen Herr Dr.Klaus Miehling,
und allen Fudder Lesern und deren Redaktion wünsche ich ein Gutes und erfolgreiches 2007!
Burkard.

Dr. Klaus Miehling
Montag, 01.01.07 22:53
 

„Aber beweisen sie mir bitte, dass Gewaltspiele/Gewaltmusik zu Attentaten/Schlägereien wie auch immer geführt haben."
Ein Beispiel für Attentate: Am 13. März 1970 ereigneten sich in New York drei Attentate, für die sich eine Gruppe verantwortlich erklärte, die sich nach einem Lied der Beatles 'Revolutionäre Armee 9' nannte.
Als Beispiel für Schlägereien ein Zitat aus einem medienwissenschaftlichen Aufsatz: „Da legte er [Stefan (18, Internatsschüler)] sich Musik auf, die ihn 'irr aggressiv' machte. 'I werd dann ziemlich brutal und da hab i dann amol an im Zimmer zsammgschlagn.'" (Luger 1989, S. 244. Es handelt sich, wie Luger berichtet, um Punk-Rock.)
„Aber damit sowas passiert, muss der Täter vorher schon psychisch labil gewesen/gemacht worden sein."
Natürlich. Aber Gewaltmusik gießt, um es mit einer bekannten Redensart zu sagen, Öl in das Feuer.
„Zudem würde ich das Computerspielen/Gewaltmusikhören von Tätern eher als Symptom bezeichnen, anstatt als Ursache"
Es ist beides.
„Sie wollen mir erzählen, dass diese Risikojugendl. wegen der Musik geworden sind?
Ich denke mal, es liegt eher daran, dass die 'HipHopper' das schlechte Beispiel sind und wegen kommerziellen Gründen sich als 'Gangster' ausgeben."
Wiederum: Es ist beides. Wenn ich von Musik als Ursache spreche, meine ich sowohl die Musik selbst als auch bestimmte Musiktexte als auch das Vorbild der Interpreten.
„Gerade das Verbotene macht den Reiz bei Jugendl."
Aber doch nur bei denen, die schon kriminelle Energie besitzen! Außerdem: Es gibt wesentlich mehr Menschen, die Tabak rauchen als solche, die Hasch rauchen. Und das doch wohl nur, weil das eine erlaubt, das andere verboten ist. Verbote haben immer eine Wirkung, wenn auch nicht auf alle.
„Zudem muss man noch sagen, dass viele Straftaten unter Einfluss von Alkohol oder anderen Drogen stattfinden, wie Schlägereien etc."
Aber gewiß. Wobei ich zu bedenken gebe, daß Schlägereien im Umfeld von Kneipen und Diskotheken und viele Straftaten im Straßenverkehr, bei denen Alkohol im Spiel war, auch mit der zuvor (oder noch im Auto) gehörten Gewaltmusik zu tun haben können. Nur fragt niemand danach, und man kann es nicht so eindeutig feststellen wie den Alkoholpegel im Blut. Außerdem animiert Gewaltmusik zum Konsum von Alkohol und illegalen Drogen.
„der großteil der Jugendl. spielen Killerspiele. 90% der Jungen in meiner Klasse veranstalten/nehmen regelmäßig an einer LAN Teil."
Soll das heißen, daß dort auch regelmäßig „Killerspiele" gespielt werden? Auch wenn der Großteil der Jugendlichen solche Spiele spielt, ist das ja kein Argument gegen die Schädlichkeit dieser Spiele. Daß JEDER, der Killerspiele spielt, gewalttätig wird, wird von niemandem behauptet.
„Geben sie mir bitte einen Beweis, dass Gewaltmusik Schaden anrichtet."
Der enstprechenden Aufforderung bin ich in bezug auf Attentate und Schlägereien schon eingangs nachgekommen. Hier noch ein drittes Beispiel: Am 7. 9. 1994 ermordeten Jugendliche in Milwaukee einen Polizisten und gaben der Musik des Rappers Tupac die Schuld dafür.
„Haben sie den „Deli[n]quenz-Score" prozentual bestimmt oder haben sie die tatsächliche Menge an Straftaten gewählt?"
Die angesprochene Untersuchung stammt nicht von mir. Aber in sozialwissenschaftlichen Untersuchungen geht es natürlich immer um relative Zahlen bzw. Prozentzahlen.
„Sebastian B. ist am Druck durch die Gesellschaft zerbrochen. Es gibt meiner Meinung nach keine Hinweise darauf, dass Gewaltmusik oder Killerspiele seinen Hass auf die Menschen geschürt haben. Wie erklären sie das? Ist Sebastian B. ein Einzelfall, bei dem das soziale Umfeld eben 'ausnahmsweise' doch die Hauptrolle gespielt hat? Oder sehen sie die Ursache für den Amoklauf hier auch im Konsum von Gewaltmusik?"
Über die Hintergründe dieses Falls weiß ich zu wenig. Entscheidend ist jedoch niemals das „soziale Umfeld", sondern wie man darauf reagiert. Die Frage ist doch: Was bringt einen Menschen dazu, ausgerechnet mit Gewalt auf irgendeine Sache zu reagieren? Man hat immer die Wahl. Es handelt sich bei einem Amoklauf ja auch nicht um eine Handlung im Affekt oder aus Notwehr, sondern um eine ausführlich geplante kriminelle Tat. Und die Opfer - so war es zumindest 2002 beim Erfurter Amokläufer, und offenbar auch im Emsdetter Fall - waren auch unbeteiligte Schüler, die der Täter nicht einmal persönlich kannte. Ich wäre auch vorsichtig mit dem Begriff „Druck durch die Gesellschaft"; der ist viel zu abstrakt. Sebastian B. ist nicht von „der Gesellschaft", sondern von konkreten Personen schikaniert worden. Und wenn er „kaum aussicht darauf eine Lehrstelle zu finden" hatte, muß das wohl an seinen schlechten schulischen Leistungen gelegen haben.

an Burkard:
„Sich dieses 'einfältige' Instrument, genannt Internet Gemeinde und deren inzwischen Globale Net-Surfer-Gemeinschaft, geistig auszubeuten, findet in Ihnen einen würdigen Nachfolger anderer skrupelloser - Zeit Genossen."
1. fudder.de hat mich um das Interview gebeten. 2. Ich kannte dieses Magazin vorher nicht und ahnte nicht, daß es ein Diskussionsforum geben würde. 3. Sie nennen mich skrupellos und unterstellen mir geistige Ausbeutung, weil ich Rede und Antwort stehe!? Täte ich dies nicht, würden Sie mir bestimmt vorwerfen, ich sei feige oder hätte keine Gegenargumente zu bieten.

Dr. WuselDusel
Montag, 01.01.07 23:47
 

"Ein Beispiel für Attentate: Am 13. März 1970 ereigneten sich in New York drei Attentate, für die sich eine Gruppe verantwortlich erklärte, die sich nach einem Lied der Beatles 'Revolutionäre Armee 9' nannte."

Ich sehe das nicht als Beweis, sie hätten sich genau so gut "Siebte Symphonie" nennen können, das hat aber nicht zum Thema gepasst, also haben sie einen Titel von den Beatles genommen.

"Außerdem: Es gibt wesentlich mehr Menschen, die Tabak rauchen als solche, die Hasch rauchen. Und das doch wohl nur, weil das eine erlaubt, das andere verboten ist. Verbote haben immer eine Wirkung, wenn auch nicht auf alle."

In Holland ist Hasch rauchen legal, trotzdem rauchen mehr Leute Tabak als Hasch, das kann man überhaupt nicht mit einander vergleichen.


Zu dem Punkt, das Gewaltmusik vergleichbar mit einer Droge ist muss ich ihnen Recht geben, aber ich sehe es gar nicht mal als schlechte Sache an.

Oft verbindet Musik auch, und bildet Gemeinschaften, was vermeidet, dass Außenseiter überhaupt erst entstehen.

Vorallem "Konzerte" haben etwas sehr berauschendes, http://youtube.com/watch?v=48fADebFciY .

Ich muss ehrlich sagen, mich beruhigt diese Musik, kann ja sein, dass es Leute gibt, die darauf Agressiv reagieren, dass kann ich mit diesen Leuten aber nicht teilen.

Schönen Gruß nach Freiburg

Janis

Dr. WuselDusel
Dienstag, 02.01.07 00:01
 

Wobei ich ihnen Recht geben muss, es gibt tatsächlich Musik die mich agressiv macht, aber das ist meist Musik die ich überhaupt nicht mag.

Ich höre viel "Gewaltmusik" aber auch Klassik und ich glaube man darf Musik nicht einfach in zwei Kategorien reinstecken.

Sagen sie mir bitte ganz ehrlich, was empfinden sie bei dieser Musik, http://youtube.com/watch?v=F9WeDMGFTGE &mode=related&search=
nach ihren Angaben ist das Gewaltmusik, mich macht es aber eher traurig.

Nochmal nen schönen Gruß.

Janis

Andi
Dienstag, 02.01.07 09:54
 

"Ich wäre auch vorsichtig mit dem Begriff „Druck durch die Gesellschaft"; der ist viel zu abstrakt. Sebastian B. ist nicht von „der Gesellschaft", sondern von konkreten Personen schikaniert worden. Und wenn er „kaum aussicht darauf eine Lehrstelle zu finden" hatte, muß das wohl an seinen schlechten schulischen Leistungen gelegen haben."

Schlechte Schulische Leistungen kamen wohl daher, dass er in der Schule immer schikaniert wurde. Und das die Lage am Arbeitsmarkt schlecht ist, wollen sie ja wohl nicht in Frage stellen. Soviel zur Gesellschaftlichen Lage.
Natürlich waren es konkrete Personen, die ihn fertiggemacht haben, aber genau die sind doch gemeint, wenn man von "sozialen Umfeld" spricht.

"Entscheidend ist jedoch niemals das „soziale Umfeld", sondern wie man darauf reagiert. Die Frage ist doch: Was bringt einen Menschen dazu, ausgerechnet mit Gewalt auf irgendeine Sache zu reagieren?"

Genau die Menschen, die einen ein Leben lang mit Gewalt (verbaler und sicher zum Teil auch körperlicher) schikaniert haben.
Sebastian B. stand vor der Wahl: Entweder er führt ein Leben in einer Welt in der ihn alle Menschen hassen und keiner ernst nimmt (so hat er diese Welt jedenfalls empfunden). Da er dies nicht konnte, entschied er sich für die 2. Möglichkeit, zum suizid. Der Amoklauf kam dann, weil er sich an den Menschen rächen wollte, die sein Leben zur Hölle gemacht haben.
Gewalt erzeugt gegengewalt. Musik kann ein Ventil sein, aggressionen rauszulassen. Musik verbindet. Musik ist ein Mittel um seine Emotionen zum Ausdruck zu bringen.
Aber ich kann nicht glauben, dass Musik der wirksamste Faktor beim heraufbeschwören von Aggressionen sein soll.

Fish
Dienstag, 02.01.07 12:39
 

Vergisst es dem Kerl ist nicht mehr zu retten.
Letzte Instanz ist cool!
"Böse Musik Hörer" Vereinigt euch gegen solche Vorurteile!

Auch cool:
http://youtube.com/watch?v=jG2s97vAeS0

morgain
Dienstag, 02.01.07 18:22
 

Habe das Buch komplett gelesen und kann nur sagen:

- naiver empirismus (schon im Interview nachzuvollziehen)
- keine Ahnung von Theorienbildung und Verifikation
- falsche Darstellung wissenschaftlicher Forschungsergebnisse
- keine blassen Dunst von der Literatur in diesem Bereich
- und gefährlich weil diskriminierend.

Derartiges sollte erst gar nicht publiziert werden,
was wohl auch 90 Verlage (siehe Vowort des netten Buches) zum Glück bemerkt haben.
Was sich Königshausen & Neumann dabei gedacht hat, lässt sich nur vermuten.

Ansonsten - ohne Worte - weil nicht diskussionswürdig!

Scharnweber
Dienstag, 02.01.07 18:28
 


Typisch Gewaltmusiker -> übt Gewalt gegen sich selbst an, indem er das ganze Buch liest.

Evrim
Dienstag, 02.01.07 19:58
 

Lieber Herr Miehling,

ich freue mich, dass Sie sich der Diskussion stellen.
Ich denke, dass Sie sich zwei sehr interessanten Fragen widmen:
Welche Auswirkungen hat Musik und die von ihr angerührten Emotionen auf die menschliche Psyche? Das ist Ihr Fach, dazu werden Sie viel Interessantes sagen können.
Welche Ursachen hat Gewaltkriminalität? Hier müssten Sie i.m.h.o. noch etwas "Butter bei die Fische" geben; klassische kriminologische Studien und Theorien sind hier eher die erste Adresse, wenn man sich für diese Frage interessiert; erst danach können Teilaspekte, wie Musiktrends, einbezogen werden.

Mir scheinen im Hinblick auf die Frage nach den Zusammenhängen zwischen Populärmusik, Popkultur und sozialer Gewalt jedoch noch einige wesentliche Fragen (und natürlich Antworten) offen, die kausale Zusammenhänge zwischen dem Hören von Pop und der Begehung von Gewaltstraftaten in Frage (nicht in Abrede) stellen:

1. In welchem gesellschaftlichen Rahmen ist Popmusik zu betrachten; welche Konvergenzen sind zwischen einer langfristig zunehmenden Zivilisierung der Gesellschaft, einer politischen und lebensstilmäßigen Demokratisierung (und Ent-Elitarisierung) der Gesellschaft, ihrer Differenzierung und Individualisierung zu konstatieren? Welche Konvergenzen finden sich andererseits zwischen einer zunehmend konsumförmigen Entwicklung dieser Trends, einer Polarisierung der Gesellschaft und einem (evtl. gewaltförmig kompensatorischen) Sinnangebot und Identitätsangebot durch Popmusik?
2. Wo ist bei Ihnen das Konzept der Kultur? Sind Korrelationen zwischen Gewaltkriminalität und Popmusik nicht kulturell vermittelt und dies in einer so starken Weise, die eine Ausblendung cetereis paribus unsinnig machen? Mit Kultur meine ich sowohl einen allgemein gesellschaftlichen kulturellen Kontext (z.B. den, der Gewalt, auch durch die Feminisierung der Gesellschaft, problematisiert) sowie Subkulturen und Peerkulturen, in denen Gewalt erlernt und kultiviert wird. Ich bin zutiefst methodenkritisch gegenüber der Vermutung, dass Aggregatdaten, die selbstverständlich eine Korrelation zwischen der Entwicklung von Popmusik und dem Anstieg von Gewaltkriminalität zeigen, durch auf Individualebene messbare Einflüsse von Popmusik auf Emotionen erklärbar sind.
3. Werden unmittelbare, psychische Effekte von Popmusik etc. nicht durch die kulturellen Effekte von Pop deutlich übertroffen? Es handelt sich hierbei ja nicht um ansonsten bedeutungslose Reize. Kann eine potentiell aversive Wirkung von schussähnlichen Beats nicht durch die Einbettung des Musikstücks und -stils in einen bestimmten Sinnkontext überlagert werden?

Dr. Klaus Miehling
Dienstag, 02.01.07 23:43
 

an Dr. WuselDusel
„Ich sehe das nicht als Beweis, sie hätten sich genau so gut 'Siebte Symphonie' nennen können, das hat aber nicht zum Thema gepasst, also haben sie einen Titel von den Beatles genommen."
Wenn man Attentate verübt, überlegt man sich bestimmt genau, unter welchem Namen man das macht. Wenn man den Titel einer Musikgruppe nimmt, liegt zweifellos auch eine gewisse Identifikation mit dieser Gruppe vor. Sicherlich ist es nicht das eindeutigste Beispiel für die Wirkung von Gewaltmusik; das liegt daran, daß Sie ein Beispiel für ein „Attentat" haben wollten, und speziell für dieses im Vergleich zu anderen Gewalttaten seltene Delikt (jedenfalls wenn man es als politisches Delikt versteht) ist es schwierig, eindeutige Belege für einen direkten Zusammenhang mit Gewaltmusik zu finden. Immerhin jedoch bestanden auch Verbindungen zwischen der deutschen Terrorgruppe „RAF-Fraktion" und der Rockgruppe „Ton Steine Scherben".
„In Holland ist Hasch rauchen legal, trotzdem rauchen mehr Leute Tabak als Hasch, das kann man überhaupt nicht mit einander vergleichen."
Es bleibt die Frage, ob nicht dennoch in Holland mehr Leute Hasch rauchen als in Deutschland!
„Oft verbindet Musik auch, und bildet Gemeinschaften, was vermeidet, dass Außenseiter überhaupt erst entstehen."
Musik verbindet zwar die einen, aber sie grenzt dafür die anderen aus. Wenn z.B. in einer Schulklasse nur einer ist, der Klassik hört, dann wird er genau dadurch zum Außenseiter.
„Sagen sie mir bitte ganz ehrlich, was empfinden sie bei dieser Musik, ..."
Ich konnte es nicht abspielen; technische Probleme oder eine zu langsame Verbindung.

an Andi:
Auf meine Frage „Was bringt einen Menschen dazu, ausgerechnet mit Gewalt auf irgendeine Sache zu reagieren?" schreiben Sie:
„Genau die Menschen, die einen ein Leben lang mit Gewalt (verbaler und sicher zum Teil auch körperlicher) schikaniert haben. [...] Der Amoklauf kam dann, weil er sich an den Menschen rächen wollte, die sein Leben zur Hölle gemacht haben. Gewalt erzeugt gegengewalt."
Sebastian B. hat sich offenbar nicht an den Schuldigen gerächt, sondern mehr oder weniger beliebig auf Menschen geschossen. Das ist ja das typische an einem Amoklauf.
„Musik kann ein Ventil sein, aggressionen rauszulassen."
Dazu habe ich bereits am 10.12. etwas geschrieben: Daß mit aggressiver Musik Aggressionen abgebaut werden ist ein populärer Irrtum, der wissenschaftlich widerlegt ist.
„Musik verbindet. Musik ist ein Mittel um seine Emotionen zum Ausdruck zu bringen."
Wenn dies destruktive Emotionen sind, wird es problematisch.
„Aber ich kann nicht glauben, dass Musik der wirksamste Faktor beim heraufbeschwören von Aggressionen sein soll."
Das müssen Sie auch nicht, wir haben Glaubensfreiheit. Aber im Ernst: Ich sage ja, daß die wichtigste Rolle unsere Gene spielen. Es ist jedoch nachgewiesen, daß Musik Emotionen nicht nur ausdrückt, sondern auch hervorruft. Aggressive Musik ruft logischerweise Aggressionen hervor bzw. verstärkt vorhandene Aggressionen. Und nun bedenken Sie, welche Rolle aggressive Musik im Leben vieler Menschen einnimmt, die sie täglich über mehrere Stunden hören!" Da wird diese Musik zum prägendsten Umweltfaktor überhaupt.

An Evrim:
Sie stellen anspruchsvolle Fragen, die sich im Rahmen eines Netzforums gewiß nicht vollständig beantworten lassen und die zudem Studien erfordern würden, die über mein Buch hinausgehen. Dennoch ein Versuch:
„Ich denke, dass Sie sich zwei sehr interessanten Fragen widmen: Welche Auswirkungen hat Musik und die von ihr angerührten Emotionen auf die menschliche Psyche? [...] Welche Ursachen hat Gewaltkriminalität?"
Wenn Sie meine Arbeit auf zwei Fragen reduzieren, müßte die zweite eher allgemeiner als „Welche Ursachen hat Kriminalität?" formuliert werden, da der Aspekt der Gewaltkriminalität nur einer von mehreren ist. Andererseits stehe ich nicht an, sämtliche denkbaren Ursachen für Kriminalität zu untersuchen. Ich beschränke mich bewußt auf die Musik, wobei ich freilich auch auf den Einfluß der audiovisuellen Medien zu sprechen komme.
„klassische kriminologische Studien und Theorien sind hier eher die erste Adresse,"
Da gebe ich Ihnen recht. Ich habe solche Studien allerdings im Buch zitiert, soweit sie sich auf Mediengewalt als Ursache beziehen, und insbesondere habe ich den Aufsatz „Kriminalität als Modernisierungsrisiko?" von Baldo Blinkert, der Mediengewalt ignoriert, kritisch betrachtet.
„1. In welchem gesellschaftlichen Rahmen ist Popmusik zu betrachten [etc.]"
Dies sind nun wirklich weit gehende Fragen, zu denen sich im Buch gewiß (Teil-)Antworten finden, die sich aber hier nicht angemessen beantworten lassen.
„2. Wo ist bei Ihnen das Konzept der Kultur? Sind Korrelationen zwischen Gewaltkriminalität und Popmusik nicht kulturell vermittelt und dies in einer so starken Weise, die eine Ausblendung cetereis paribus unsinnig machen?"
Korrelationen zwischen Gewaltkriminalität und Popmusik sind einerseits kulturell vermittelt - was ja nicht gegen meine Thesen spricht -, andererseits beruhen sie aber auch auf wahrnehmungspsychologischen Universalismen. Es ist kein Zufall, daß sich die Werte der Popkultur über eine Musik dieses Charakters vermitteln, oder andersherum, daß solche Musik solche Werte auch produziert.
„Ich bin zutiefst methodenkritisch gegenüber der Vermutung, dass Aggregatdaten, die selbstverständlich eine Korrelation zwischen der Entwicklung von Popmusik und dem Anstieg von Gewaltkriminalität zeigen, durch auf Individualebene messbare Einflüsse von Popmusik auf Emotionen erklärbar sind."
Ich halte diese Erklärung allerdings für sehr naheliegend und kenne keine bessere. Der o.g. Aufsatz von Blinkert z.B. erklärt nur von mir so genannte sekundäre Ursachen von Kriminalität, d.h. warum Menschen mit krimineller Energie auch in der Tat kriminell werden. Gewaltmusik ist nicht nur eine solche sekundäre Ursache (z.B. durch Beeinflussung des Risikoverhaltens), sondern auch eine primäre, indem sie die Bereitschaft, überhaupt Straftaten zu begehen, erhöht.
„3. Werden unmittelbare, psychische Effekte von Popmusik etc. nicht durch die kulturellen Effekte von Pop deutlich übertroffen?"
Beides gehört zusammen. Eine Gewichtung vermag ich anhand der mir vorliegenden Fakten und Daten nicht vorzunehmen.
„Kann eine potentiell aversive Wirkung von schussähnlichen Beats nicht durch die Einbettung des Musikstücks und -stils in einen bestimmten Sinnkontext überlagert werden?"
Das müßte man im Einzelfall überprüfen, wobei es auch auf die Häufigkeit, die relative Lautstärke und das Frequenzspektrum der „beats" ankäme. Diese dürften aber auf jeden Fall einen wichtigen Faktor der Aggressivität darstellen. Eine wichtige These meines Buches besagt, daß die Musiktexte (die Sie wohl u.a. mit „Sinnkontext" meinen) der rein musikalisch-emotionalen Wirkung nachgeordnet sind.

Dr. WuselDusel
Mittwoch, 03.01.07 13:55
 

"Es bleibt die Frage, ob nicht dennoch in Holland mehr Leute Hasch rauchen als in Deutschland! "


Die niederländische Gesetzgebung behandelt den Gebrauch von Haschisch mehr oder weniger wie den Alkoholkonsum. Wer abends seinen Joint raucht, regelmäßig einen Coffeeshop mit ausgebreitetem Haschangebot besucht, ist nicht schlechter als der Biertrinker, der jeden Tag in seiner Stammkneipe landet.

Das ist in Deutschland und in den an die Niederlande angrenzenden europäischen Staaten längst nicht. Wen wundert es, dass der gemeine Holländer oftmals als Jointraucher und Kiffbruder angesehen wird - obwohl

die Zahlen ausweisen, dass die Drogenprobleme in den Niederlanden nicht die Ausmaße erreicht haben, die man in Deutschland oder Frankreich beklagt.

quelle - http://www.holland-news.de

Gröbl, Burkard
Mittwoch, 03.01.07 14:40
 

Hallo Janis, Sie haben recht. Das ist ein trauriges aber ehrliches Sujet der HEUTIGEN Gesellschaft.
Sollte sich jeder der HIER Teilnehmenden mal anhören!
in diesem Sinne,
Burkard.

Stern
Mittwoch, 03.01.07 15:24
 

Hallo zusammen.
Ich habe mir nicht alle Beiträge durchgelesen, finde es aber erst einmal äußerst erfreulich, dass sich Herr Dr. Miehling selbst an dieser Diskussion beteiligt.

Den Artikel/das Interview habe ich mit sehr gemischten Gefühlen gelesen.
Es lassen sich sehr interessante Ansätze erkennen, allerdings finde ich diese Klassifizierung zweischen E und U-Musik mehr als nur unzureichend.
Nicht jede U-Musik macht gewalttätig, ebenso wie nicht jede E-Musik beruhigt, oder ethische Werte oder sonst etwas vermittelt.
Das ist für mich Augenwischerei und macht wenig Sinn.
Ebenso wie die Behauptung, dass ein umdenken zu reiner E-Musik zu einem Rückgang der Kriminalität und des Gewaltpotentials führen würde ist etwas sehr weit hergeholt.

Ich stimme mit ihnen überein, dass ein Umdenken in der Gesellschaft stattfinden muss, aber dies allein auf Musik zu beschränken wird sehr wenig Sinn machen.
Ebenso wird es herzlich wenig Sinn machen, wenn man das TV-Programm "gewaltfrei" machen würde.

Zum einen muss dann nicht nur ein Umdenken hier in Deutschland stattfinden sondern Weltweit.
Und dies durchzubekommen, noch dazu wo Wirtschaftsunternehmen und ähnliche Lobbyisten dahinter stehen, ist momentan jedenfalls so gut wie unmöglich.

Mich würde ja auch noch interessieren:
Wie definieren Sie Gewalt? Wo fängt sie an und wo hört sie auf?
Da, wo sich Menschen erschießen oder prügeln oder schon, bei verbaler Gewalt, die tagtäglich im Namen der Erziehung stattfindet?
Wie sieht es mit Menschen aus, die weder E noch U-Musik hören und dennoch Gewalt (verbal oder körperlich anwenden)?
Es soll sogar noch Menschen geben, die hinzukommend gar keinen Fernseher haben?
Wollen sie auch die Gewalt in den Zeitungen und in der Literatur verbieten?

Ich glaube, eine gewaltfreie Welt zu wünschen ist eine Utopie.
Aber jeder hat ja so seine Wunschvorstellungen.

Liebe Grüße
Stern

Dr. Klaus Miehling
Mittwoch, 03.01.07 18:30
 

„allerdings finde ich diese Klassifizierung zweischen E und U-Musik mehr als nur unzureichend."
Jede Klassifizierung hat ihre Schwächen, da gebe ich Ihnen recht. Daß es eine Grauzone gibt, habe ich in diesem Forum bereits gesagt.
„Nicht jede U-Musik macht gewalttätig, ebenso wie nicht jede E-Musik beruhigt, oder ethische Werte oder sonst etwas vermittelt."
Ich verstehe, daß Sie die vielen bisherigen Beiträge nicht alle lesen wollten. Dadurch ist Ihnen aber auch entgangen, daß (körperliche) Gewalt nur eine der Folgen populärer Musik ist.
„Ich stimme mit ihnen überein, dass ein Umdenken in der Gesellschaft stattfinden muss, aber dies allein auf Musik zu beschränken wird sehr wenig Sinn machen."
Ich habe ein Buch über Musik geschrieben und kann und will mich nicht über alle existierenden gesellschaftlichen Probleme und alle möglicherweise hilfreichen Maßnahmen auslassen. Aber wenn man Ihrer Argumentation folgt, wird nie etwas unternommen.
„Zum einen muss dann nicht nur ein Umdenken hier in Deutschland stattfinden sondern Weltweit."
Wiederum: Wenn man Ihrer Argumentation folgt ... Fangen wir doch einmal bei uns an!
„Und dies durchzubekommen, noch dazu wo Wirtschaftsunternehmen und ähnliche Lobbyisten dahinter stehen, ist momentan jedenfalls so gut wie unmöglich."
Man muß das Unmögliche versuchen, um das Mögliche zu erreichen.
„Wie definieren Sie Gewalt? Wo fängt sie an und wo hört sie auf?"
Aus dem Vorwort meines Buches: „Gewaltmusik ist ein akustisches Symbol für Gewalt. Wenn man den Begriff 'Gewalt' nicht zu eng faßt und darunter all das versteht, was unberechtigten körperlichen oder seelischen Zwang ausübt, was andere um ihren Besitz bringt oder diesen zerstört oder beeinträchtigt, letztlich jedes Verhalten, das die Rechte anderer verletzt, dann steht der Begriff 'Gewaltmusik' nicht nur für den Klang, sondern auch für die Wirkungen dieser Musik."
„Wie sieht es mit Menschen aus, die weder E noch U-Musik hören und dennoch Gewalt (verbal oder körperlich anwenden)?"
Also Menschen, die überhaupt keine Musik hören, d.h. auch weder Fernseher noch Radio besitzen noch in Kneipen gehen? Zeigen Sie mir mal so jemanden ... Außerdem, das habe ich hier auch schon gesagt, behaupte ich natürlich nicht, daß Gewaltmusik der einzige Auslöser für Gewalt wäre.
„Wollen sie auch die Gewalt in den Zeitungen und in der Literatur verbieten?"
Das ist nicht mein Thema. Verbieten kann ich sowieso nichts, auch wenn das manche Schreiber in diesem Forum zu glauben scheinen, nach ihren heftigen Reaktionen zu schließen (damit meine ich nicht Sie).
„Ich glaube, eine gewaltfreie Welt zu wünschen ist eine Utopie."
Zum drittenmal: Wenn man Ihrer Argumentation folgt ... Außerdem spreche ich nirgends von einer gewaltfreien Welt, sondern davon, Gewalt und Kriminalität zu reduzieren.

Andi
Mittwoch, 03.01.07 19:39
 

"Sebastian B. hat sich offenbar nicht an den Schuldigen gerächt, sondern mehr oder weniger beliebig auf Menschen geschossen. Das ist ja das typische an einem Amoklauf."
Für ihn war die Schule und alle darin "die Schuldigen". Das dies objektiv betrachtet nicht so ist, da geb ich ihnen recht. Fakt ist jedoch, dass Sebastian B. sich an den aus seiner Sicht schuldigen gerächt hat (ebenfalls im Abschiedsbrief nachzulesen).

Die Rolle der Gene wollte ich jetzt mal vernachlässigen. Aber gut: Ich denke auch, dass eine gewissene Affinität zur Gewalt vererbt werden kann, aber ob und in welcher Form sich dies äußert, hängt doch wohl von den äußeren umständen ab.
Und hier gestehen sie den Einfluss des sozialen Umfeldes und der Erziehung meiner Meinung nach einfach eine zu geringe Bedeutung zu, wenn sie sagen, dass (Gewalt)musik der wirksamste dieser Faktoren ist.
Und genau dies hab ich mit dem Beispiel auch zeigen wollen.

pinky&brain
Donnerstag, 04.01.07 16:00
 

"Etwa 50 % dürften genetische Einflüsse sein. Ich schätze, daß fast die ganzen anderen 50 % - unter den heutigen Bedingungen - auf Mediengewalt zurückzuführen sind."
er gibt sozialem umfeld wenig bis gar keine bedeutung.
finde die oben zitierte aussage fragwürdig:
würde also ein tauber, der nie mit gewaltmedien in kontakt gekommen ist, nur durch seine gene gesteuert, wenn er gewalt ausübt?

Dr. Klaus Miehling
Donnerstag, 04.01.07 17:16
 

„er gibt sozialem umfeld wenig bis gar keine bedeutung. [...]"
Was ist das: soziales Umfeld? Ein abstrakter Begriff, der mit konkreten Inhalten zu füllen wäre. Einer dieser Inhalte wäre gewiß der Einfluß der Medien.
„würde also ein tauber, der nie mit gewaltmedien in kontakt gekommen ist, nur durch seine gene gesteuert, wenn er gewalt ausübt?"
Eine interessante Frage. Daß die Gene etwa 50 % unseres Charakters ausmachen, ist ein Durchschnittswert, der für die westlichen Gesellschaften des 20./21. Jhs. gilt. Ob nun ein Tauber, der ja keinen repräsentativen Fall darstellt, durch die Unmöglichkeit, Umweltinformationen auf dem auditiven Wege aufzunehmen, durch die Umwelt weniger beeinflußbar ist, oder ob dann eben die visuellen Einflüsse um so wirksamer sind, weiß ich nicht. Grundsätzlich kann man natürlich nur durch das beeinflußt werden, was man erlebt. Da die Medien in unserer Gesellschaft einen Faktor des Erlebens darstellen, der bei vielen Menschen die meiste der im Wachen verbrachten Zeit ausfüllt, ist ihr Einfluß entsprechend groß.

Andi
Donnerstag, 04.01.07 20:03
 

Mit "soziales Umfeld" sind im allgemeinen die Menschen und die Gesellschaft im Umfeld eines Individuums gemeint.
Und was eben dieses mit einem Menschen anrichten kann, zeigt der Fall Emsdetten doch eindrucksvoll.
War hier also immer noch die Musik schuld, bzw. DER ausschlaggebende Faktor?

Dr. Klaus Miehling
Donnerstag, 04.01.07 23:43
 

Wie ich schon oben sagte, geht es mir vor allem darum, warum ein Mensch Kriminalität als Handlungsoption akzeptiert. Daß man sich im Falle eines konkreten gewaltsamen Angriffs wehren darf, steht außer Frage. Im Fall Emsdetten geht es darum, weshalb der Täter Unschuldige angegriffen hat. Was konkrete andere Personen ihm angetan haben, hat damit nichts zu tun. Hunderttausende andere werden in der Schule von Kameraden gequält, leider; und Opfer sind normalerweise die, welche am wenigsten gewaltbereit sind. Kurzum: Ich kann mir gut vorstellen, daß Mediengewalt im Fall Emsdetten der ausschlaggebende Umwelt(!)faktor war. Ob das so war, wird sich freilich bei einem toten Täter kaum noch nachweisen lassen.

Andi
Freitag, 05.01.07 17:48
 

Nachweisen kann man das sicher nicht mehr.
Aber zum Thema schuldige hier mal ein Auszug aus dem Abschiedsbrief:
" Ich habe darüber nachgedacht, dass die meisten der Schüler die mich gedemütigt haben schon von der GSS abgegangen
sind. Dazu habe ich zwei Dinge zu sagen:
1. Ich ging nicht nur in eine klasse, nein, ich ging auf die ganze Schule.
Die Menschen die sich auf der Schule befinden, sind in keinem Falle unschuldig! Niemand ist das! In deren Köpfen läuft das
selbe Programm welches auch bei den früheren Jahrgängen lief!
Ich bin der Virus der diese Programme zerstören will, es ist völlig irrelewand wo ich da anfange.
2. Ein Grossteil meiner Rache wird sich auf das Lehrpersonal richten, denn das sind Menschen die gegen meinen Willen in
mein Leben eingegriffen haben, und geholfen haben mich dahin zu stellen, wo ich jetzt stehe; Auf dem Schlachtfeld! Diese Lehrer
befinden sich so gut wie alle noch auf dieser verdammten schule!" (Quelle: http://zensiert.us/amoklauf/ )

Er sagt hier ganz eindeutig, dass er die gesamte Schule für schuldig hält. Aus seiner sicht hat er also ganz und gar nicht unschuldige angegriffen. Und darauf kommt es doch letztlich an: Wen hielt der Täter für schuldig?
Und nochmal: Das er Gewalt als Mittel akzeptiert liegt an der Gewalt die er Jahrelang ertragen musste. Wie ich vorher schon schrieb: Gewalt erzeugt Gegengewalt.
Ich denke nicht, dass ihm Musik oder andere Medien hier den letzten Anstoß gegeben hat.



Dr. Klaus Miehling
Freitag, 05.01.07 19:55
 

„Er sagt hier ganz eindeutig, dass er die gesamte Schule für schuldig hält. Aus seiner sicht hat er also ganz und gar nicht unschuldige angegriffen. Und darauf kommt es doch letztlich an: Wen hielt der Täter für schuldig?"
Nein, darauf kommt es nicht an, denn ein vernünftig denkender Mensch würde nicht zu diesem Schluß kommen. Es wäre also noch zu fragen: Weshalb behauptet er das? Solche irrationalen Schuldzuweisungen sind eine große Gefahr und werden z.B. auch von Terroristen vorgenommen. Es gibt nur sehr wenige Situationen, die zu einem bestimmten Verhalten zwingen. Man hat fast immer die Wahl. Aber für das Thema unserer Diskussion ist es müßig, über diesen Einzelfall zu spekulieren.

Andi
Freitag, 05.01.07 21:13
 

Die Schuldfrage war auch nicht der Knackpunkt, weshalb ich dieses Beispiel gewählt habe. Ein klar denkender Mensch würde auch keinen Amoklauf oder terroristischen Akt begehen.
Mir ging es vielmehr darum, zu zeigen, dass das soziale Umfeld (auch wenn sie den Begriff nicht mögen) einen Menschen zerstören kann. Und das Ausmaß dieser Zerstörung wesentlich größer ist (sein kann), als es mit Musik je möglich ist (sein kann).

Aber ich stimme ihnen zu, dass es müßig ist, jetzt noch weiter über diesen Einzelfall zu spekulieren.

Dr. Klaus Miehling
Freitag, 05.01.07 23:45
 

Ich glaube, wir schreiben noch aneinander vorbei; deshalb muß ich doch noch einmal auf diesen Fall eingehen, möchte ihn aber exemplarisch verstanden wissen. Wir sind uns einig, daß das, was der Täter erlebt hat, nicht bei jedem, ja bei den allerwenigsten, zu einem Amoklauf führt. Deshalb erklären die im Bekennerbrief genannten Gründe die Tat nicht wirklich. Es sind in meiner Terminologie (s.o.) sekundäre Gründe. Viel interessanter sind doch die primären Gründe: Warum ist jemand mental überhaupt bereit, Straftaten zu begehen anstatt sie für sich auszuschließen? Das ist eine Frage der Grundsätze, der Werte, des Charakters. Und diese Dinge sind m.E. durch das, was Sie „soziales Umfeld" nennen, nicht oder kaum beeinflußbar. Solch ein Einfluß müßte jedenfalls erst einmal bewiesen werden.

Markus
Samstag, 06.01.07 11:21
 

Super Satire. :-D

NeuroMarkus
Samstag, 06.01.07 22:53
 

Guten Tag Herr Miehling,

Lange hat es gedauert, die ganze Diskussion zu lesen. Unabhängig von der ganzen Musik- Diskussion sei gesagt, daß Ihre Vorstellungen über den Zusammenhang von Genen, Umwelt und Verhalten nicht ganz ausgereift sind.
Die Gene sind tatsächlich zu 100% dafür verantwortlich, DASS wir uns überhaupt verhalten. Ohne Gene kein Verhalten. Woher die anderen 50% unseres Verhaltens sonst kommen sollen, kann ich mir nicht erklären.
Gewisse Gene (wohl eher: deren Produkte) sorgen dafür, daß ein Verhalten wahrscheinlicher als ein anderes Stattfindet.
Meine Meinung als (Neuro-)Wissenschaftler ist: Solche Zahlen in den Raum zu werfen ist unwissenschaftlich. Vielleicht haben sie auch nur eine schlecht Quelle erwischt.
Es mag daran liegen, daß ich Naturwissenschaftler bin, aber üblicherweise erlaubt eine seriöse Behauptung ein Experiment, die Behauptung zu widerlegen oder zu bestätigen. Bei solchen Aussagen wie der ihren ist das kaum möglich.
Möglich ist zu sagen: Leute mit Gen A werden zu 54% staffällig. Oder (wie im Falle einer Studie über das Monoaminoxidase-A-Gen): x% der Personen mit Gen B, die in ihrer Kindheit mißhandelt wurden werden gewalttätig.
(nun schlage ich mal den Bogen zum allgemeinen Thema)
Sie, Herr Dr. Miehling, lassen sich aber nicht auf Zahlen festnageln. Sie sagen: Gewaltmusik macht aggressiv. Aber nicht alle. Aber einige. Eine empirische Existenzbehauptung ist nun mal nicht zu widerlegen, was sie offenbar sehr genau wissen, denn ihre Argumentationsweise ist sehr bedacht (ich bitte das als Anerkennung zu verstehen!).
Da haben wir auf der einen Seite Studien, die sie zitieren. Ich kenne die Studien nicht, also sage ich auch nichts dazu.
Auf der anderen Seite beobachten sie und stellen Zusammenhänge her (die Konzerte). Sie können es mir sicherlich sagen, ich habe zu meiner Schade vergessen: Gab es da nicht die Begriffe von schwacher und starker Hypothese?
Cum hoc ergo propter hoc.
Aber weiter im Text: Ihre Beobachtungen haben sogar Kontrollgruppen - die Klassikhörer. Und hier kommt der Teil, der mir einfach nicht gefallen will: Kontrollgruppe und untersuchte Gruppe unterscheiden sich idealerweise in nur dem untersuchten Merkmal oder aber die zwischen den Gruppen unterschiedlichen Merkmale sind unabhängig voneinander (Agressivität und Alter, Agressivität und Einkommen, Bildung und Einkommen und Alter und Aggressivität). Ich glaube nicht, daß sie das annehmen (können).
Wir fassen also zusammen: Es ist möglich, daß Gewaltmusik aggressiv macht.

Dr. Klaus Miehling
Samstag, 06.01.07 23:50
 

Vielen Dank für Ihren Beitrag aus Sicht der Neurowissenschaft! Daß nach heutiger Auffassung etwa 50 % (nur ein Mittelwert) unserer Persönlichkeit oder unseres Charakters von den Genen gesteuert werden, entnahm ich Judith Rich Harris: Ist Erziehung sinnlos? Warum Kinder so werden, wie sie sind, Reinbek bei Hamburg 2002, und diversen Aufsätzen und Artikeln, die ich im einzelnen nicht mehr benennen kann. Daß der Gewaltmusikkonsum unmittelbar nach dem Hören u.a. aggressiv macht, haben mehrere im Buch zitierte Studien ergeben. Die darüber hinaus gehende empirische Faktenerhebung ist sozialwissenschaftlich durchaus üblich. Auch wenn es sich bei den empirischen Fakten im einzelnen meist um Indizien und nicht um Beweise im wissenschaftlichen Sinn handelt, ist ihre Vielzahl erdrückend. Auch vor Gericht kann man bekanntlich aufgrund von Indizien verurteilt werden, wenn sie zahlreich genug sind und zueinander passen. Meine Bitte an die Neurowissenschaft: Untersuchen Sie die kurzfristige und die langfristige Wirkung von Musik auf menschliches Verhalten! Da wird es gewiß noch einige Überraschungen geben; und wenn man daraus Konsequenzen zieht, wird es ein großer Beitrag zur Verbesserung unserer gesellschaftlichen Verhältnisse sein.

Andrés
Sonntag, 07.01.07 17:11
 

@neuromarkus: das eigentliche problem ist ja nicht die provokante these von herrn miehling (unangenehme wahrheiten weren oft anfangs abgelehnt) sondern, dass herr miehling nicht in der lage ist seine these glaubhaft anhand von wissenschaftlich sauberer methodik zu beweisen. möglicherweise gibt es ja wirklich bestimmte schwingungen/resonanzen (tonfolgen), die im gehirn ein bestimmtes areal stimulieren, was dann aggressionen hervorruft. allerdings glaube ich niemals, dass man dieses vermutlich nicht bewiesene phänomen einfach pauschal auf bestimmte musikstile übertragen kann. diesen beweis wird herr miehling auch niemals führen können. das hauptproblem ist aber, dass er so ideologisch verblendet ist, dass er niemals aktzeptieren wird, dass seine theorie falsch sein könnte. das aber macht wahre wissenschaft aus. jeder seriöse wissenschaftler weiss, dass seine bewiesene these auch wieder gekippt werden kann. genauso verhält es sich mit einsteins relativitätstheorie - jeder weiss (auch einstein wusste es), dass diese theorie auch wieder ihre gültigkeit verlieren kann.
herr miehling betreibt pseudowissenschaft. er arbeitet unsauber und lässt jegliche seriöse methodik ausser acht. so hat er sich auch noch nie zu der oft vorgetragenen kritik bez. seines umgangs mit der statistik geäussert. ein weiteres problem ist, dass her miehling mit verschiedenen disziplinen hantiert, von denen er keine ahnung hat. er mag musikwissenschaftler sein, aber vom rest (neuroligie, genetik, kriminologie, soziologie, etc) hat er keine ahnung. er benutzt zitate und versatzstücke aus diesen bereichen/arbeiten/studien so wie es ihm gerade in den kram passt. ein solches interdisziplinäres projekt, wie miehling es vorhat, müsste eigentlich von experten aus allen bereichen betreut werden.
aber so wie herr miehling das macht wird das nix und es würde auch nie was werden, weil es meiner meinung nach purer bullshit ist. ich bin allerdings bereit mich eines besseren belehren zu lassen, glaube allerdings nicht, das dies jemals geschehen wird.

Andrés
Sonntag, 07.01.07 17:11
 

@neuromarkus: das eigentliche problem ist ja nicht die provokante these von herrn miehling (unangenehme wahrheiten weren oft anfangs abgelehnt) sondern, dass herr miehling nicht in der lage ist seine these glaubhaft anhand von wissenschaftlich sauberer methodik zu beweisen. möglicherweise gibt es ja wirklich bestimmte schwingungen/resonanzen (tonfolgen), die im gehirn ein bestimmtes areal stimulieren, was dann aggressionen hervorruft. allerdings glaube ich niemals, dass man dieses vermutlich nicht bewiesene phänomen einfach pauschal auf bestimmte musikstile übertragen kann. diesen beweis wird herr miehling auch niemals führen können. das hauptproblem ist aber, dass er so ideologisch verblendet ist, dass er niemals aktzeptieren wird, dass seine theorie falsch sein könnte. das aber macht wahre wissenschaft aus. jeder seriöse wissenschaftler weiss, dass seine bewiesene these auch wieder gekippt werden kann. genauso verhält es sich mit einsteins relativitätstheorie - jeder weiss (auch einstein wusste es), dass diese theorie auch wieder ihre gültigkeit verlieren kann.
herr miehling betreibt pseudowissenschaft. er arbeitet unsauber und lässt jegliche seriöse methodik ausser acht. so hat er sich auch noch nie zu der oft vorgetragenen kritik bez. seines umgangs mit der statistik geäussert. ein weiteres problem ist, dass her miehling mit verschiedenen disziplinen hantiert, von denen er keine ahnung hat. er mag musikwissenschaftler sein, aber vom rest (neuroligie, genetik, kriminologie, soziologie, etc) hat er keine ahnung. er benutzt zitate und versatzstücke aus diesen bereichen/arbeiten/studien so wie es ihm gerade in den kram passt. ein solches interdisziplinäres projekt, wie miehling es vorhat, müsste eigentlich von experten aus allen bereichen betreut werden.
aber so wie herr miehling das macht wird das nix und es würde auch nie was werden, weil es meiner meinung nach purer bullshit ist. ich bin allerdings bereit mich eines besseren belehren zu lassen, glaube allerdings nicht, das dies jemals geschehen wird.

NeuroMarkus
Sonntag, 07.01.07 17:48
 

Danke für Deinen Beitrag Andres, ich habe gerade auch was geschrieben, aber meine Wurstfinger haben falsch geklickt und ich dachte ich müsste alles neu schreiben. Da bleibt mir viel erspart :)

Herr Miehling,
sie wissen genau, daß Frau Harris' Thesen umstritten sind. Nirgends findet das bei Ihnen Erwähnung.
Daß an Ihren Thesen etwas dran sein _könnte_ bestreitet niemand, ernsthaft, es wird sogar auch schon seit langem untersucht.
In Abwesenheit von harten Zahlen spielen sie das Ausmaß aus mir nicht bekanntem Grunde über alle Maßen hoch (ich wiederhole mich gerne - ohne dabei widerlegbare Zahlen, nicht mal eine Größenordnung(!), ins Feld zu führen).
Wissenschaft ist anders. Sie untersucht ob, sie zeigt nicht, daß. Und letzteres wollen sie aber tun. Nebenbei wagen sie sich in Gebiete vor, von denen sie weniger Ahnung haben als ich und selektieren ihre Quellen danach, ob es zu ihrer Hypothese passt.
Arbeiten sie interdisziplinär mit Experten auf den anderen Gebieten zusammen. Sammeln sie _harte_ Fakten (man kann sie kriegen, wenn es sie gibt!) - in Zeiten von Killerspielverbotsdebatten gibt es sogar sicher Gelder für solche Forschung. Dann publizieren sie in einem ernstzunehmenden (peer review!) Journal(und schreiben sie nicht einfach ein Buch, dessen Druck sie selbst bezahlen!). Diese Publikation können sie dann auch in ihrem nächsten Buch zitieren.
So einfach ist die Welt nicht.
Ich wünsche ihnen viel Erfolg bei zukünftiger wissenschaftlicher Arbeit!

@ beide: Das Problem mit Studien, die zeigen, daß es keinen Unterschied zwischen zwei Sachen gibt ist, daß sie häufig schwieriger zu publizieren sind, da ja "nichts" herausgefunden wurde.
Im übrigen kann man aus Harris' Thesen ja auch eine Erziehungsmethode herleiten: Eltern müssen den Zugang zur richtigen Peer Group herstellen (--> Internat, etc.).

NeuroMarkus
Sonntag, 07.01.07 17:51
 

Da muß ich mich doch gleich mal selbst zitieren.
"In Abwesenheit von harten Zahlen spielen sie das Ausmaß aus mir nicht bekanntem Grunde über alle Maßen hoch (ich wiederhole mich gerne - ohne dabei widerlegbare Zahlen, nicht mal eine Größenordnung(!), ins Feld zu führen)."
Ich möchte mich verbessern:
"Sie nehmen vor vorneherein ein sehr hohes Ausmaß an, obwohl man in Abwesenheit von Zahlen auch ein niedriges oder mittleres postulieren könnte. Zahlen, nicht mal eine Größenordnung(!), führen sie dazu aber nicht ins Feld" (Das Maß von dem ich auch rede gibt es ja eben nicht... huppsa).

Dr. Klaus Miehling
Sonntag, 07.01.07 23:05
 

an Andrés:
„herr miehling betreibt pseudowissenschaft. er arbeitet unsauber und lässt jegliche seriöse methodik ausser acht."
Ich glaube nicht, daß sich das anhand für eine Forumsdiskussion geschriebener Beiträge beurteilen läßt.
„so hat er sich auch noch nie zu der oft vorgetragenen kritik bez. seines umgangs mit der statistik geäussert."
Sie hatten dazu am 7. 12. geschrieben: „vielleicht sollte er sich erst mal den unterschied zwischen korrelation und kausalem zusammenhang erklären lassen"
Dieser Unterschied ist mir bekannt. Eine Korrelation ist aber ein Grund, genauer hinzusehen, ob nicht vielleicht doch ein kausaler Zusammenhang besteht, und das habe ich getan. Wenn kausale Zusammenhänge in mehreren Untersuchungen nachgewiesen wurden, dann kann jede entsprechende Korrelation als weiteres Indiz für diesen kausalen Zusammenhang gewertet werden. Oder meinen Sie auch die Kritik von „Brillenfan" (9. 12.): „Steigerung von Lüge: Lüge, fatale Lüge, Statistik"? Das ist ein wohlfeiles Bonmot, aber als Kritik an meiner Arbeit wertlos, weil jeder konkrete Bezug fehlt.
„ein solches interdisziplinäres projekt, wie miehling es vorhat, müsste eigentlich von experten aus allen bereichen betreut werden."
Gute Idee. Wer organisiert es? Wer bezahlt es? Auch ein solches Projekt bleibt eine Sammlung einzelner Spezialstudien, wenn diese nicht von jemandem verglichen und zueinander in Bezug gesetzt werden. Nichts anderes habe ich in meinem Buch getan. Ich habe hunderte von Aufsätzen und Büchern aus den Bereichen Musikwissenschaft, Soziologie, Psycholgie, Pädagogik, Kriminologie, Medizin gelesen und aus den dort gesammelten Erkenntnissen Schlüsse gezogen.

an Neuromarkus:
„sie wissen genau, daß Frau Harris' Thesen umstritten sind. Nirgends findet das bei Ihnen Erwähnung."
Woher wissen Sie, daß ich es weiß? Wenn das mal keine unwissenschaftliche Beghauptung ist, ich weiß es nämlich nicht! Ist es nicht auch eine Alltagsweisheit, daß sich Kinder oft nicht so verhalten, wie es die Eltern gerne hätten? Sagen sich Eltern nicht oft: „Was haben wir nur falsch gemacht?"
„Im übrigen kann man aus Harris' Thesen ja auch eine Erziehungsmethode herleiten: Eltern müssen den Zugang zur richtigen Peer Group herstellen"
Ja, das empfiehlt Harris; und ich habe diese Empfehlung in mein Buch übernommen.
„Sie nehmen vor vorneherein ein sehr hohes Ausmaß an, obwohl man in Abwesenheit von Zahlen auch ein niedriges oder mittleres postulieren könnte. Zahlen, nicht mal eine Größenordnung(!), führen sie dazu aber nicht ins Feld"
Es ist mein gutes Recht, mit meinem in mehreren Jahren Beschäftigung mit dem Thema erworbenen Wissen das Ausmaß als hoch einzuschätzen. Ich nahm das nicht „von vorneherein" an (warum unterstellen Sie mir das?), sondern es ist das Ergebnis meiner Arbeit. Zur Größenordnung habe ich mich hier am 20. 12. geäußert. Zur Größenordnung der Auswirkung von Mediengewalt allgemein steht in meinem Buch (S. 407f): „Werner H. Hopf [...] stellte fest, daß der Mediengewaltkonsum [...] mehr als jede andere untersuchte Variable (wie elterliche Gewalt oder Wertorientierungen) einen Einfluß auf aggressives Verhalten der Probanden hatte: '26 % der Varianz der Gesamt-Gewalttätigkeit in der Problemgruppe' ließen sich darauf zurückführen (S. 111). Paik und Comstock haben 1994 die Ergebnisse zahlreicher Untersuchen zum Zusammenhang von medialer und realer Gewalt analysiert und festgestellt, daß der Effekt bei Kindern unter sechs Jahren am deutlichsten ist: 46 % der Gewalt ließ sich aus dem Konsum von Mediengewalt erklären (vgl. Spitzer 2005, S. 193). Wenn man den Einfluß der Gene mit 50 % annimmt, dann bedeutet das, daß im Vergleich zur Mediengewalt alle anderen denkbaren Umwelteinflüsse zusammengenommen fast bedeutungslos sind. Bei den Sechs- bis Elfjährigen beträgt der Wert immerhin noch 31 %, bei den Zwölf- bis 17jährigen 22 %, bei den 18- bis 21jährigen 27 %, bei den über 21jährigen 18 %. Zum Vergleich: der Zusammenhang zwischen Rauchen und Lungenkrebs beträgt 35 %, zwischen Asbestinhalation und Kehlkopfkrebs 9 % (vgl. Spitzer 2005, S. 182)."

Manuel
Sonntag, 07.01.07 23:11
 

Was für ein dummes Gelaber!
Der Typ ist krank der sollte sich umgehend behandeln lassen!
Der ist sicher gefährlich! Krank!
Von so einem dummen Geschwätz werde ich agressiv aber nicht von Musik!

Andrés
Montag, 08.01.07 11:46
 

"Gute Idee. Wer organisiert es?" na sie natürlich - ist ja ihr baby.
und wer es bezahlt.... keine ahnung. wer bezahlt sie denn? bemühen sie sich um fördergelder, es gibt auch heute noch genug töpfe. den druck hätten sie sich vorerst sparen können und das geld dafür verwenden können. die einzelstudien wären dann in der projektgruppe zusammenzuführen und zu diskutieren gewesen, sodass fehldeutungen vermieden worden wären.
wenn sie 200 indizien haben, ist das wissenschaftlich gesehen immer noch kein beweis. komischerweise argumentieren sie permanent mit korrelationen und nicht mit kausalitäten.
am 13.12. antworten sie hoschi (bzw mir) mit: "es wäre zu prüfen, ob das wirklich zutrifft..." - mann, das wäre von ihnen zu prüfen gewesen, hätten sie sauber gearbeitet, schliesslich benutzen sie einen vergleich zwischen 2 gruppen als elementares argument. sie versuchen kausalitäten herzustellen, wo keine sind. wenn sie mit vergleichsgruppen arbeiten möchten, dann halten sie sich an das was neuromarkus dazu schrieb! alles andere ist unsauber und dilettantisch.
ich glaube sehr wohl, dass sich das anhand der forumsdiskussion beurteilen lässt (und anhand des interviews und ihres aufsatzes in hausarbeiten.de). wieso sollten sie in ihrem buch sauber und seriös argumentieren, wenn sie es hier nicht tun? was morgain am 2.1.07 schreibt nehme ich ihm sofort ab. sie prüfen nichts, sie schreiben nur ab, was sie meinen zu verstehen. sie schreiben ja selbst (19.12.06), dass sie nur als wissenschaftsjournalist schreiben. kein wunder also, dass sie nicht wissen, dass harris' thesen umstritten sind. es gehört aber auch zu sauberer arbeit zu wissen, was umstritten ist und was nicht (auch welche quelle seriös und anerkannt ist und welche blosse scharlatanerie ist). aber das ist ihnen ja alles wurscht. hauptsache es passt so, wie sie es gerne haben.

Dao
Montag, 08.01.07 12:24
 

Musik ist Kultur. Musik ist Ausdruck der Probleme, der Gefühle, vom Hassen und Lieben. Musik ist der Ausdruck. Es ist logisch das sich Jugendliche damit identifizieren. Damit zeigen sie auch den Unmut auf und die Mißstände. An der Musik kann man sehen was in der Welt und den Menschen passiert. Wenn die Jugend also "Gewaltmusik" hört ist das ein Zeichen wie es bei den Jugendlichen aussieht. Viele reagieren sich dadurch auch ab(pogen...).Harte Musik kann auch sehr psychodelisch wirken(E-Gitarre) Musik ist das Ventil der Sehle und begleitet uns seit wir denken können. Der Herzschlag der Mutter ist der erste Beat in unserem Leben.
Musik macht nicht böse. Das Potenziel kommt woanders her: aus den Genen und der Erziehung/Freundeskreis. Dr. Klaus Miehling weiß doch um die Fakten: "Kriminalität beziehungsweise der Charakter, der dazu führt, ist etwa zu 50 Prozent in den Genen angelegt" Glaben Sie etwa das des Restliche Teil in der Musik zu finden ist?

Ich höre auch gerne heftige Musik und ich würde mich nicht als aggressiv bezeichnen. Vielen Freunden geht es ähnlich. Ich denke aber, dass aggressive Menschen lieber "Gewaltmusik" hören. Das ist aber wie gesagt der Ausdruck ihrer Probleme. Mit der Musik identifizieren sich sich wiederum Andere und fühlen sich ihren Problemen bestätigt.

Das mit den Rapperhosen ist Bullsh...!
Man sagt, dass die Rapper übergroße Kleidung tragen weil es früher in den Slums oft keine passende Kleidung gab. Und das hat sich zur Mode entwickelt. Wie dem auch sei. "Die HipHop-Hosen, die meistens sehr weit runterhängen, sind eine Solidaritätsbekundung mit amerikanischen Strafgefangenen, die im Gefängnis keine Gürtel tragen dürfen" -hab ich noch nie gehört und klingt auch ziemlich dahergeholt.

NeuroMarkus
Montag, 08.01.07 15:55
 

Ich entschuldige mich fuer die Unterstellungen, dass sie wuessten, dass Frau Harris umstritten ist. Wenn sie sich aber so genau mit Frau Harris' Thesen beschaeftigt haben, dann _sollten _ sie genau das aber recht schnell bemerkt haben. Ich habe dafuer genau 5 Minuten Internetrecherche gebraucht - Gegenstimmen sind genug vorhanden, einige der Vertreter der Gegenstimmen sind auch in den "groesseren" Journals und Vereinigungen vertreten. Da ich zufaellig einen Erziehungswissenschaftler kenne, werde ich mich mal schlau machen.

Ihren Beitrag mit der Groessenordnung habe ich wohl ueberlesen, dennoch bleibe ich hier skeptisch.
Ich habe leider nicht die Zeit, saemtliche ihrer Quellen nachzuvollziehen, aber Sie zitieren hier Ergebnisse ueber Mediengewalt. Mediengewalt ist ein weites Feld und besteht sicherlich nicht nur aus dem, was Sie Gewaltmusik nennen. Genauergesagt bezweifle ich sogar, dass die Autoren dieser Veroeffentlichungen die Auswirkungen von Musik explizit untersucht haben...
Computerspiele und Fernsehen sind aber nicht Musik.
Das Thema Gewaltspiele ist zwar verwandt, aber nicht direkt vergleichbar, es ist ein anderes Medium.
Paik und Comstock haben in der von ihnen zitierten Studie (The effects of television violence on antisocial behavior) lediglich Fernsehen untersucht. Spitzers Buch von 2005 (Vorsicht Bildschirm) behandelt Computerspiele.
An welcher Stelle der von Ihnen zitierten Literatur geht es denn um Musik? Videospiele und Fernsehen und Musik ist wie Ratten, Maeuse und Hamster - sie waeren erstaunt ueber die Unterschiede...
Diese Diskussion sollte aber nicht abdriften in Richtung der allgemeinen Auswirkungen von Mediengewalt, das ist ein wesentlich besser untersuchtes Feld.

NeuroMarkus
Montag, 08.01.07 16:50
 

Was mir gerade auffaellt:
"In jenen berühmten Versuchen aus den 1970er Jahren mit Pflanzen hat aber klassische indische Musik gut abgeschnitten." (Miehling, 15.12.06 im fudder.de Forum.)

Die Versuche konnte nie auch nur ansatzweise reproduziert werden (u.a. von den Pflanzenphysiologen in Juelich). Abgesehen davon, dass das eh keinerlei Relevanz im Bezug auf Menschen hat. Nebenbei fehlte da ohnehin eine sinnvolle Kontrollgruppe (z.B. keine Musik und sowas wie weisses Rauschen).

Markus Nenniger
Montag, 08.01.07 17:28
 

Ich kann's nicht lassen ... Ich hab da was interessantes gefunden:
Ein gewisser Herr Currie hat eine Percussion basierte Anti-Aggressionstherapie entwickelt. Allerdings konnte ich den Volltext Artikel nicht finden. Das Journal in dem er veroeffentlicht wurde, ist auch ein eher unbekanntes. Allerdings hat er irgendsoeine Art "crime prevention award" gewonnen.
Ich versuche gerade, dass mit Herrn Miehlings These in Einklang zu bringen...
Quelle: http://www.psychology.org.au/publications/inpsych/12.2_162.asp

Interessant sind tataechlich auch Artikel ueber den Zusammenhang von Suizidalitaet und der Vorliebe fuer Heavy-Metal- Musik. Alle betrachteten Studien finden hier eine Korrellation. Allerdings stellt sich heraus, dass eine Kausalitaet dabei eher nicht vorliegt: "Listening to problem music did not precede self-injurious thoughts" [1], ebenso haben Personen aus einer Gruppe, denen Selbstmord- Assoziierte Musikvideos gezeigt wurden mehr Gedanken zum Thema niedergeschrieben als die aus der Kontrollgruppe. Indikatoren fuer ein tatsaechlich erhoehtes Selbstmordrisiko waren jedoch nicht zu festzustellen (nicht signifikant)[2]. Eine andere Studie findet auch eher, dass das Interesse an Metal ein Warnzeichen ist und nicht ein Ausloeser [3].
Das zusammengenommen zeigt, dass es durchaus vorkommen kann, dass der Zusammenhang zwischen Emotionen (Hoffnungslosigkeit) eben so ist, dass Musik nach der Befindlichkeit gewaehlt wird und nicht diese Befindlichkeit ausloest.
Das beweist nicht, dass Herr Miehling unrecht hat. Es beweist aber auch auf keinen Fall, dass er recht hat. Was es zeigt ist, dass ich - wenn ich mir die richtigen Studien raussuche - zu allem etwas finde. Studien, die einen kausalen Zusammenhang finden existieren sicherlich auch.

Auch ich schweife natuerlich jetzt vom eigentlich Thema ab, aber es hat mich einfach mal interessiert und vielleicht findet es der eine oder andere ja auch interessant.

[1]http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?db=pubmed&cmd=Retrieve&dopt=Abstrac[..]

Dr. Klaus Miehling
Montag, 08.01.07 17:29
 

an Andrés:
„wenn sie mit vergleichsgruppen arbeiten möchten, dann halten sie sich an das was neuromarkus dazu schrieb! alles andere ist unsauber und dilettantisch."
Sie verstehen meine Funktion als Autor falsch, oder erwarten offenbar Unmögliches, damit Sie mir eine unseriöse Arbeitsweise unterstellen können. Nicht ich mache die Untersuchungen - dazu habe ich weder die statistische Ausbildung, noch als privater Wissenschaftler die technische und finanzielle Infrastruktur. Ich habe in dem Buch Fakten zusammengetragen, die von jeweiligen Spezialisten der verschiedenen Fächer ermittelt worden sind. Ich gehe davon aus, daß deren Untersuchungen wissenschaftlichen Anforderungen genügen. Ich gebe stets meine Quellen an und schreibe nach bestem Wissen und Gewissen.
Wenn jemals so etwas wie eine koordinierte interdisziplinäre Untersuchung zustandekommt, dann müßte das wohl von der Politik ausgehen. Ich hoffe, daß mein Buch dazu oder zumindest zu weiteren genaueren Nachforschungen in den einzelnen Fachbereichen anregt. Sie wollen mir offenbar absprechen, meine Überzeugung, die ich aus jahrelanger Beschäftigung mit dem Thema und persönlichen Erfahrungen gewonnen habe, öffentlich kundzutun.

an Dao:
„An der Musik kann man sehen was in der Welt und den Menschen passiert. Wenn die Jugend also 'Gewaltmusik' hört ist das ein Zeichen wie es bei den Jugendlichen aussieht."
Das ist vollkommen richtig, widerspricht aber nicht meiner These, daß diese Musik nicht nur Gefühle ausdrückt, sondern sie auch hervorruft.
„Viele reagieren sich dadurch auch ab(pogen...)."
Vgl. dazu, was ich hier am 10. 12. zur Katharsishypothese geschrieben habe.
„'Die HipHop-Hosen, die meistens sehr weit runterhängen, sind eine Solidaritätsbekundung mit amerikanischen Strafgefangenen, die im Gefängnis keine Gürtel tragen dürfen' -hab ich noch nie gehört und klingt auch ziemlich dahergeholt."
Diese Deutung stammt nicht von mir, sondern vom Rapper (!) Fab Five Freddy.

an NeuroMarkus:
„Mediengewalt ist ein weites Feld und besteht sicherlich nicht nur aus dem, was Sie Gewaltmusik nennen. Genauergesagt bezweifle ich sogar, dass die Autoren dieser Veroeffentlichungen die Auswirkungen von Musik explizit untersucht haben..."
Die von mir zitierten exakten Zahlen stammen in der Tat von Untersuchungen, in denen es um audiovisuelle Mediengewalt geht, d.h. der Musikanteil wurde nicht ermittelt. Ich kenne aber rund 20 Untersuchungen, die Korrelationen zwischen Musikgeschmack bzw. -konsum und Persönlichkeit/Charakter/Verhalten festgestellt haben, und neun, welche eine ursächliche Wirkung der Musik untersucht und bestätigt haben.

Markus Nenniger
Montag, 08.01.07 18:32
 

Schoen, dass wir uns so einigen koennen. Wenn es in den Studien aber nicht um Gewaltmusik geht, dann sollten sie diese auch nicht in diesem Zusammenhang zitieren. Das sorgt nur dafuer, dass andere Leute ihren Standpunkt nicht ernst nehmen, was nicht in ihrem Interesse sein kann.

"Ich kenne aber rund 20 Untersuchungen, die Korrelationen zwischen Musikgeschmack bzw. -konsum und Persönlichkeit/Charakter/Verhalten festgestellt haben, und neun, welche eine ursächliche Wirkung der Musik untersucht und bestätigt haben." Wie waere es dann, wenn sie mal in Betracht ziehen, dass der Grund, dass haeufig kein ursaechlicher Zusammenhang, der ihre Hypothese stuetzt, gefunden wird, sein koennte, dass es den in dem von Ihnen postulierten Ausmass eben nicht gibt?
Da sie ja keine Statistische Ausbildung haben, sollten sie Leute fragen, die eine haben, um keine fehlerhaften Aussagen zu treffen. Eine Metaanalyse wie Sie sie de facto betreiben ist einfach eine statistisch schwierige Sache. Als einfaches Beispiel sei der Fall erwaehnt, dass sie 20 Studien betrachten. In 19 tritt Ereignis A nicht auf. In einer tritt es auf. Betrachtet sie nun diese eine Studie einzeln und sagen "A passiert! mit einer Fehlerwahrscheinlichkeit von 0.05!" Dann ist das irrefuehrend. Denn die Fehlerwahrscheinlichkeit muss ueber alle Studien betrachtet werden. Und wenn man das tut, ist das Ergebnis eben nicht signifikant. Das ist natuerlich sehr plakativ, aber mit Statistik kann man viele Fehler machen, die dann zu erstaunlichen Ergebnissen fuehren.
Sie koennen im uebrigen leider nicht davon ausgehen, dass alle Wissenschaftler ihre Statistik und Methoden beherrschen. Immer wieder kommt es vor, dass Studien manipuliert werden. Sei es aus Ideologiegruenden oder weil der Geldgeber sonst geht. Kommen studien in diesem Feld von amerikanischen christlichen Universitaeten, so wuerde ich einen gewissen bias unterstellen.

Niemand moechte Ihnen (ich jedenfalls nicht) unterstellen, nicht nach bestem Wissen und Gewissen zu handeln. Dennoch und gerade deswegen muessen sie sich eben auch gefallen lassen, dass Leute ihre Arbeit kritisieren wenn sie derart nachdruecklich Dinge als "wissenschaftlich belegt" hinstellen, die aber durchaus sehr angreifbar sind.

Im uebrigen erwartet hier niemand "unmoegliches", das kann ich so nicht stehen lassen!
Sie vertreten hier eine extreme Meinung (Im Sinne davon, dass sie ihrer speziellen Auspraegung von wenigen Leuten geteilt wird) und sind nicht in der Lage sie zu untermauern. Ihre fehlende Ausbildung zum Thema ist da leider keine Entschuldigung. Dies geht nicht persoenlich gegen sie - niemand wird "lieb und nett und nachsichtig" behandelt, nur weil er kein ausgewiesener Experte auf dem Gebiet ist.
Krass gesagt: Wenn sie (wie sie selbst sagen) nicht die Ausbildung haben die Untersuchungen zu machen, wie wollen sie dann sicher sein, dass sie die Implikationen richtig verstanden haben?
Bei aller Kritik rechne ich Ihnen hoch an, dass sie das Thema noch diskutieren, trotz der teilweise rueden Beitraege im Forum. Sie sagen: "Ich hoffe, daß mein Buch dazu oder zumindest zu weiteren genaueren Nachforschungen in den einzelnen Fachbereichen anregt." Vielleicht tut es das, vielleicht nicht.
Die Frage, die mich an dieser Stelle interessiert, ist: Wenn sich herausstellt, dass "froehliche Popmusik (von ihnen auch als Gewaltmusik bezeichnet)" praktisch keine Auswirkungen auf Gewaltbereitschaft hat, wuerden sie ihre _Meinung_ an die Faktenlage anpassen?

Dr. Klaus Miehling
Montag, 08.01.07 18:56
 

Ich habe den letzten Text abgeschickt, ohne die Seite zuvor zu aktualisieren, deshalb fehlte noch eine Bemerkungen zu den Pflanzenstudien (NeuroMarkus):

„Nebenbei fehlte da ohnehin eine sinnvolle Kontrollgruppe (z.B. keine Musik und sowas wie weisses Rauschen)."
Eine Kontrollgruppe ohne Musik gab es, ebenso einen konstanten Ton drei Stunden täglich mit Unterbrechungen (der sich leicht positiv auswirkte).

an Markus Nenniger (offenbar = NeuroMarkus?)
„Wie waere es dann, wenn sie mal in Betracht ziehen, dass der Grund, dass haeufig kein ursaechlicher Zusammenhang, der ihre Hypothese stuetzt, gefunden wird, sein koennte, dass es den in dem von Ihnen postulierten Ausmass eben nicht gibt?"
Nein, der Grund ist, daß in den anderen Untersuchungen nur nach einer Korrelation, nicht nach einer Kausalität gefragt wurde.
„Betrachtet sie nun diese eine Studie einzeln und sagen 'A passiert! mit einer Fehlerwahrscheinlichkeit von 0.05!' Dann ist das irrefuehrend."
Solche Aussagen mache ich deshalb auch nicht.
„Krass gesagt: Wenn sie (wie sie selbst sagen) nicht die Ausbildung haben die Untersuchungen zu machen, wie wollen sie dann sicher sein, dass sie die Implikationen richtig verstanden haben?"
Ich habe die Auswertung der Untersuchungen ja nicht selbst vorgenommen, sondern zitiert, was die Autoren aus den Ergebnissen ihrer Untersuchungen geschlossen haben.
„Im uebrigen erwartet hier niemand "unmoegliches", das kann ich so nicht stehen lassen!"
Das war auch nicht auf Sie gemünzt, sondern auf Andrés.
„Wenn sich herausstellt, dass 'froehliche Popmusik (von ihnen auch als Gewaltmusik bezeichnet)' praktisch keine Auswirkungen auf Gewaltbereitschaft hat, wuerden sie ihre _Meinung_ an die Faktenlage anpassen?"
Selbstverständlich. Aber zu den Fakten gehört für mich auch, welche Auswirkungen z.B. die Musik der Beatles (vielleicht würden Sie die zur „fröhlichen Popmusik" zählen?) auf den Massenmörder Charles Manson und auf das Publikum ihrer Konzerte hatte. Und falls neue wissenschaftliche Untersuchungen keine Auswirkung auf die Gewaltbereitschaft zeigen würden, so würde das andere im Buch beschriebene negative Auswirkungen v.a. auf die allgemeine Bereitschaft, Straftaten zu begehen ja keineswegs ausschließen.

fuenf
Montag, 08.01.07 18:57
 

Also, je öfter ich in diese Diskussion reinschaue, desto weniger fundierte Aussagen kann ich zum eigentlichen Thema Musik und ihren speziellen gewaltfördernden oder -mindernden Einfluss auf Menschen (Alter, Geschlecht, Lebensumstände?) entdecken.
umso mehr kommt es mir vor, als ginge es überhaupt nicht gezielt um Musik, sondern um alles, was man wahrnimmt - bevorzugt durch audiovisuelle Medien (wobei, genaugenommen, jeder Mensch ein solches darstellt).


@Neuromarkus:
Bei den Pflanzenversuchen gab es als Kontrollgruppe wohl unbeschallte Pflanzen. Habe auch von den Jülicher Versuchen gelesen und auch weitere, die zu keinem solchen Einfluss von Musik auf Pflanzen schließen konnten. Inwieweit das tatsächlich für Menschen relevant ist - keine Ahnung. Da Herr Dr. Miehling ein großteil seiner These darauf aufbaut, ist es zumindest für ihn und sein Buch von Relevanz.

Markus Nenniger
Montag, 08.01.07 19:39
 

zu den Pflanzen: Dann steht es ja offensichtlich 1:1. Wobei ich mal den Juelichern mehr Kompetenz zuspreche. Mit dem Menschen hat das uebrigens ohnehin nix zu tun. Das widerspraeche auch so ziemlich allem, was die Forschung bisher hervorgebracht hat.

Wobei wir natuerlich auch einen hohen Prozentsatz unserer Gene mit den Pflanzen teilen! Tierschuetzer waeren begeistert, wenn wir in Zukunft alle solchen Experimente an Pflanzen lassen. Wuerde uebrigens auch Pharmaunternehmen eine Menge Geld sparen :)

"Ich habe die Auswertung der Untersuchungen ja nicht selbst vorgenommen, sondern zitiert, was die Autoren aus den Ergebnissen ihrer Untersuchungen geschlossen haben." Also uebernehmen sie die Aussagen ohne sich Gedanken ueber die Validitaet zu machen? Wie ich bereits anmerkte kann man leider nicht alles glauben was so publiziert wird.

"Aber zu den Fakten gehört für mich auch, welche Auswirkungen z.B. die Musik der Beatles (vielleicht würden Sie die zur „fröhlichen Popmusik" zählen?) auf den Massenmörder Charles Manson und auf das Publikum ihrer Konzerte hatte."
Charles Manson war schon viele Jahre ein gefaehrlicher Krimineller bevor es die Beatles ueberhaupt gab! Er sass ja schon viele Male, ihm wurden Gewaltdelikte vorgeworfen und seine Familie bestand aus Kriminellen! Wirklich viel zu versaugen gab es da nicht mehr ... Hatte denn seine ganze Familie die Beatles so verehrt wie er? Schliesslich wurden die Morde teilweise gemeinsam begangen!
Was waren denn die Auswirkungen auf das Publikum genau?

Im uebrigen haben sie sich bedauernswerterweise nicht dazu geaussert, warum sie Comstock und Spitzer zitieren bzw. warum es legitim sein soll, sie in diesem Zusammenhang zu zitieren.
Und wie Curries erfolgreiche Antiaggressionstherapie mit einem Schlagzeug zu Ihrer Hypothese passt, darauf fehlt mir immer noch die Antwort.
Nur falls sie es im Eifer des Gefechts ueberlesen haben...

Im Eifer des Gefechts hab ich ja meinen Namen angegeben, obwohl Mama gesagt hat, das soll man im Internet nicht machen. Tja, so kanns gehen. Ist aber ja nicht so, dass ich mich unbedingt hinter Pseudonymen verstecken muss. Mein Gewissen ist rein :)

Dr. Klaus Miehling
Montag, 08.01.07 23:37
 

an fuenf:
„Da Herr Dr. Miehling ein großteil seiner These darauf [Pflanzenversuche] aufbaut, ist es zumindest für ihn und sein Buch von Relevanz."
Aber keineswegs! Die Pflanzenversuche hatte ich nur kurz am 15. 12. erwähnt, weil jemand nach indischer Musik fragte. So bemerkenswert die Ergebnisse sind (die aus Jülich kenne ich nicht): Was über die Wirkung von Musik auf den Menschen bekannt ist, ist natürlich relevanter, und Sie könnten viele Argumente aus meinem Buch entfernen, ohne daß meine Thesen wackeln würden.

an Markus Nenniger:
„Also uebernehmen sie die Aussagen ohne sich Gedanken ueber die Validitaet zu machen? Wie ich bereits anmerkte kann man leider nicht alles glauben was so publiziert wird."
Das Problem ist mir bekannt. Sie können in meinem Buch durchaus Stellen finden, wo ich mir über die Validität der Aussagen anderer Autoren Gedanken mache, auch wenn diese sich im Sinne meiner Thesen geäußert haben. Ich respektiere aber die Arbeit von Kollegen, und wenn ich keine Anhaltspunkte sehe, deren Aussagen anzuzweifeln, übernehme ich sie. Es gäbe keinen Fortschritt, wenn man nicht auf den Erkenntnissen anderer aufbauen und das Rad selbst noch einmal neu erfinden wollte.
„Charles Manson war schon viele Jahre ein gefaehrlicher Krimineller bevor es die Beatles ueberhaupt gab! Er sass ja schon viele Male, ihm wurden Gewaltdelikte vorgeworfen und seine Familie bestand aus Kriminellen! Wirklich viel zu versaugen gab es da nicht mehr ... Hatte denn seine ganze Familie die Beatles so verehrt wie er? Schliesslich wurden die Morde teilweise gemeinsam begangen!"
Bei der „Manson Family" handelt es sich nicht um seine „Familie", sondern um seine Anhänger. Wie diese zu den Beatles standen, weiß ich nicht. Aber Manson war der Anführer; zwar war er schon zuvor kriminell, aber gemordet hat er erst, als er nach eigener Aussage von der Musik der Beatles dazu „aufgefordert" worden war.
„Was waren denn die Auswirkungen [der Beatles] auf das Publikum genau?"
Der Kürze halber nur einige Stichworte aus meiner Sammlung von Konzertberichten:
„Zu Hunderten versuchten sie [die Zuhörerinnen] die Bühne zu stürmen [...]" / „Viele Teenager drehten völlig durch und wurden zu enthemmten, bösartigen, kreischenden und nicht wiederzuerkennenden Lebewesen. Das war [...] die Teilnahme an einem destruktiven Prozeß [...]" / „Wenn man sonst normale Mädchen sieht, die sich beim Beatle-Klang wie von Dämonen besessen benehmen, dann fragt man sich, wo das hinführen soll." / „Eines Abends verlor John [Lennon] so komplett die Kontrolle, daß er einen Zuhörer, der sich voller Enthusiasmus der Bühne näherte, zweimal gegen den Kopf trat, sich dann ein Steakmesser von einem Tisch schnappte und es nach dem Burschen warf [...]". / „Während der zweiten von zwei Shows an diesem Tag warf ein Fan [...] einen Feuerwerkskörper auf die Bühne."
„Im uebrigen haben sie sich bedauernswerterweise nicht dazu geaussert, warum sie Comstock und Spitzer zitieren bzw. warum es legitim sein soll, sie in diesem Zusammenhang zu zitieren."
Ich habe sie zitiert, weil Sie genaue Zahlen haben wollten, und weil diese erst für audiovisuelle Mediengewalt vorliegen. Außerdem halte ich die Annahme für plausibel, daß, wenn die kurz- wie langfristige Wirkung audiovisueller Mediengewalt so vielfach belegt ist (es wäre vermessen, dies nur auf den visuellen Teil zu beziehen), eine ähnliche Wirkung für rein auditive Mediengewalt wahrscheinlich ist.
„Und wie Curries erfolgreiche Antiaggressionstherapie mit einem Schlagzeug zu Ihrer Hypothese passt, darauf fehlt mir immer noch die Antwort."
Ich habe mir die Seite jetzt erst angesehen. Das Ergebnis widerspricht in der Tat der Aussage mehrerer Wissenschaftler, daß das Ausüben von Aggression Aggressionen einübt statt abbaut. Zahlenmäßig überwiegt aber noch immer die andere Seite.

Andrés
Dienstag, 09.01.07 10:47
 

och herr miehling, unmögliches erwartet man (ich) von ihnen, da sie versuchen unmögliches zu beweisen. nein, jetzt mal im ernst: „dazu habe ich weder die statistische ausbildung…“ - das ist natürlich sehr schade, denn wenn sie, um ihren beweis zu führen, mit riesigen datenmengen hantieren, sollten sie die statistik schon beherrschen. auch wenn sie nurdie interpretationen anderer zitieren, denn sie müssen ja beurteilen können, ob die schlussfolgerungen, die andere aus studien ziehen statistisch haltbar sind, bzw inwieweit die ergebnisse einer studie, die ja nicht unbedingt exakt das untersucht, was sie interessiert, für sie zu verwenden ist. evt müssen sie dann soagr anhand des datenmaterials einer studie neue berechnungen anstellen. so gesehen erwarte ich eigentlich nichts unmögliches.
ich glaube ihnen sogar, dass sie nach bestem wissen und gewissen schreiben, aber eben nur nach IHREM besten wissen und vor allem nach ihrem gewissen und das ist halt bei so einem grossprojekt nicht ausreichend. zumindest dann nicht, wenn sie den anspruch haben stichhaltig nachweisen zu können, dass „gewaltmusik“ gewalt erzeugt.
so stellt sich die frage was sie mit ihrem buch eigentlich bezwecken. wollen sie nur staub aufwirbeln und damit richtige forscher animieren das thema zu untersuchen? oder wollen sie ihre these wirklich selbst beweisen und eines tages in diversen fachzeitschriften und im scientific american erwähnung finden? wenn sie im (open) peer-review nicht komplett auseinandergenommen werden wollen, müssen sie aber das angeblich unmögliche zu stande bringen. ausserdem sollten sie dann ihre persönlichen ansichten, aversionen und animositäten bezüglich bestimmter musikstile und (jugend)-gruppen sowie -bewegungen verbergen. wenn sie nüchtern und neutral an das thema herangehen, erscheinen sie weitaus seriöser. auch als blosser autor.

Andrés
Dienstag, 09.01.07 11:02
 

*hihihihi* :-) „Viele Teenager drehten völlig durch und wurden zu enthemmten, bösartigen, kreischenden und nicht wiederzuerkennenden Lebewesen. [...] wie von Dämonen besessen..."
wer ist denn der autor dieser zeilen? ein ehemaliger schuldirektor, der schon im jahre 1964 80 jahre alt war, kirchenmusiker und obendrein zeuge jehovas?
wenn sie solche berichte benutzen, müssen sie auch beachten wer, da wann so etwas gesagt hat und welchen hintergrund die person hat. aus heutiger sicht ist zurückblickend nicht jeder glaubwürdig. das wirkt schnell tendenziös.

crash rules
Dienstag, 09.01.07 12:57
 

Ach du herrje!

Da sieht man mal wieder, wo unsere Gesellschaft angekommen ist, wenn man solchen Leuten wie Herrn Miehling auch noch ein Forum für seine an den Haaren herbeigezogenen Thesen bietet.
Mit Herrn Miehling zu dikutieren hat ungefähr genausoviel Sinn wie wasser in die Wüste zu tragen. Nämlich keinen!
Wie man bei den Kreationisten sieht, bringt die Diskussion nichts außer daß diese Leute eine Plattform erhalten, auf der sie ihre kruden, wirren Weltanschauungen im wahrsten sinne des Wortes "predigen" können.
MAn mscht das Ganze nur noch schlimmer.
Ich hätte eigentlich gedacht, daß fudder.de auf solche Beiträge verzichten kann.

crash rules
Dienstag, 09.01.07 13:41
 

Und das dieser Beitrag unter der Rubrik Hochkultur steht, spottet jeder Beschreibung.

Markus Nenniger
Dienstag, 09.01.07 14:19
 

an crash rules:
Im Prinzip hast Du natuerlich recht, aber ich fuer meinen Teil habe meinen Spass daran. Im uebrigen wird Herrn Miehling Meinung gerade zur Zeit (Killerkinderpornoraubkopiererterroristenspiele) gerne von vielen aufgenommen. Da ist doch gut, wenn man dann und wann mal auf diese Diskussion verweisen kann, da kann sich dann jeder ein Bild machen.

an Dr. Miehling:
"Was über die Wirkung von Musik auf den Menschen bekannt ist, ist natürlich relevanter," Falsch - der Komparativ ist hier unangebracht. Denn man kann nur Steigern was es schon gibt.

"und Sie könnten viele Argumente aus meinem Buch entfernen, ohne daß meine Thesen wackeln würden" Beliebig viele sogar bis ihre Meinung wackelt, wie mir scheint.

"Sie können in meinem Buch durchaus Stellen finden, wo ich mir über die Validität der Aussagen anderer Autoren Gedanken mache, auch wenn diese sich im Sinne meiner Thesen geäußert haben. Ich respektiere aber die Arbeit von Kollegen, und wenn ich keine Anhaltspunkte sehe, deren Aussagen anzuzweifeln, übernehme ich sie." Und genau das ist es, was ich angekreidet habe, sie haben - wie sie selbst gesagt haben - nicht die Ausbildung das zu Bewerten. Daher koennen sie auch keine Anhaltspunkte (zumindest keine nicht offensichtlichen) sehen, deren Aussagen anzuzweifeln und vor allem deren Aussagen in den richtigen Kontext zu stellen.

"Bei der „Manson Family" handelt es sich nicht um seine „Familie", sondern um seine Anhänger. Wie diese zu den Beatles standen, weiß ich nicht. Aber Manson war der Anführer; zwar war er schon zuvor kriminell, aber gemordet hat er erst, als er nach eigener Aussage von der Musik der Beatles dazu „aufgefordert" worden war." (Ich haette Familie wohl in Anfuehrungszeichen setzen sollen).
Dass er die Beatles so verehrte lag ja daran, dass er sie als durch die Bibel prophezeit sah. Mansons Interpretationen der Beatles Texte und der Bibel zeugen einmal mehr von seiner schweren Stoerung.
Dabei sind gewaltlegitimierende Auslegungen der Bibel doch eigentlich Sache der katholischen Kirche, was masst der sich an...

"Ich habe sie zitiert, weil Sie genaue Zahlen haben wollten, und weil diese erst für audiovisuelle Mediengewalt vorliegen. Außerdem halte ich die Annahme für plausibel, daß, wenn die kurz- wie langfristige Wirkung audiovisueller Mediengewalt so vielfach belegt ist (es wäre vermessen, dies nur auf den visuellen Teil zu beziehen), eine ähnliche Wirkung für rein auditive Mediengewalt wahrscheinlich ist."
Eine aehnliche Wirkung wahrscheinlich? Worauf gruenden sie diese Annahme?
Wenn sie wollen, schreibe ich gerne eine eMail an die Autoren und frage sie, ob die Autoren das auch so sehen.

(Thema Currie)"Ich habe mir die Seite jetzt erst angesehen. Das Ergebnis widerspricht in der Tat der Aussage mehrerer Wissenschaftler, daß das Ausüben von Aggression Aggressionen einübt statt abbaut. Zahlenmäßig überwiegt aber noch immer die andere Seite." Diese Interpretation ist nicht zulaessig, wenn man annimmt, dass die Studie serioes ist (was man glaube ich kann - und im Gegensatz zu ihnen habe ich eine ziemlich passende Ausbildung genossen).
Ihre Aussage "Gewaltmusik beeinflusst viele Menschen negativ" ist damit nicht haltbar. Zulaessig waere maximal die Aussage, dass "Gewaltmusik" meistens negativ beeinflusst, manchmal aber auch Aggressionen abbaut.
Sie koennen nun entweder die Studie in Frage stellen (bitte mit sinnvoller Argumentation) oder aber Quellen aufzeigen, die zeigen, dass Teilnehmen an einem solchen Antiaggressionskurs danach noch genauso oder sogar noch aggressiver waren.

(zu dem Konzertbericht): Quelle? Ich postuliere, dass der Urheber des Zitates schon von vornherein gewisse Vorbehalte gg. die Beatles hatte. Sollte das der Fall sein, waere es keine serioese Quelle.

"Es gäbe keinen Fortschritt, wenn man nicht auf den Erkenntnissen anderer aufbauen und das Rad selbst noch einmal neu erfinden wollte." Richtig, deshalb haben wir gut ausgebildete Ingenieure, die unsere Autos bauen.

Roland
Dienstag, 09.01.07 16:03
 

Die einzige Musik die mich so richtig in Rage bringt ist Volksmusik.
Wenn ich als damit rechnen darf, daß -wenn sich die Unterscheidung Klassische Musik - Gewaltmusik durchsetzt- Gewaltmusik verboten wird und damit auch Florian Silbereisen und Consorten wegen Terrorismus zu lebenslangem Schweigen veruteilt werden, bin ich dafür.
Aber wahrscheinlich sterbe ich eher an Lungenkrebs. :)

Markus Nenniger
Dienstag, 09.01.07 16:23
 

"Ihre Aussage "Gewaltmusik beeinflusst viele Menschen negativ" ist damit nicht haltbar. Zulaessig waere maximal die Aussage, dass "Gewaltmusik" meistens negativ beeinflusst, manchmal aber auch Aggressionen abbaut."
Aehm... *hust*
Das ist missverstaendlich geschrieben, das haut mir der Dr. Miehling gleich um die Ohren:
Es sollte heissen:"Die Wirkung von Gewaltmusik ist so, dass viele davon negativ beeinflusst werden, der Rest wird nicht davon beeinflusst". Jedenfalls geht es Ihnen ja darum, dass es keinesfalls eine positive Auswirkung von irgendeinerart von Gewaltmusik gibt. Und das ist jedenfalls in diesem Lichte so nicht haltbar.

Surma
Dienstag, 09.01.07 22:25
 

Hammerhart, ohne Sch***...
Also ich bin ein potenzieller Gangster, bekunde meine Loyalität zu sämtlichen Inhaftierten in US-Gefängnissen, indem ich ne etwas größere Hose trage und brauche Musik nicht verstehen, um sie 'fühlen' zu können... ne?
Also bei allem Respekt, das klingt mal sowas von lächerlich! Nur weil ich mit klassik nichts anfangen kann setz ich mich auch nicht hin und schreib ein Buch darüber wie ausdruckslos und langweilig ich diese Musik finde.
Ich will jetzt nicht ihre subjektiven Ansichten in Frage stellen, Herr Miehling, Sie haben das Recht zu sagen 'Rock und HipHop' sind sch*** (oder wie Sie's auch sonst finden).
Aber es geht nicht in meinen Kopf rein, wie Sie sich die Freiheit nehmen können, so über die Hörer zu urteilen.
Achja... "Statistiken sagen, dass..." genau, Statistiken sagen auch, dass jeder 10te NRW-Bürger homosexuell ist. Ich kenne keinen einzigen.
Ich finds immer cool, wenn Leute mit großen Brillen und schlauen Gesichtern meinen, irgendeinen Schuldigen suchen zu müssen, weil sie den Nachwuchs nicht mehr im Griff haben.
Vielleicht werden die Kids auch kriminell, weil ihnen Bücher, wie das oben präsentierte, extrem auf die Eier geh'n.
Da ich selber eine ziemliche eeehm... 'Affinität' (schönes Wort? Richtig angewandt?) zur 'kriminellen Subkultur' HipHop habe kann ich Ihnen auch direkt sagen, dass die Grundidee von HipHop darin besteht sich eben nicht gegenseitig plattzumachen, sondern miteinander zu 'chillen' (siehe Jugendlexikon) und einander zu helfen. Und ich sage damit nicht, dass Gangsterrap kein HipHop ist, denn die Musiker, haben im Grunde sich und ihrem Umfeld selber mit Musik geholfen.
Also nächstes mal besser informieren, danke.
Und die Behauptung, Musik würde Meschen aggressiv machen kann ich nicht wirklich nachvollziehen. Musik kann Stimmungen beeinflussen, das auf jeden Fall, aber Musik prägt keinen Charakter, wie lächerlich ist das denn bitte?!
Ein anständiger Mensch wird keine Sozialsau, nur weil er N.W.A. oder oder Marilyn Manson gut findet.
Und jetzt mal zum wichtigsten Punkt: Musik sucht sich nicht ihre Fans, die Fans suchen sich Musik (cool wa? das hab ich mir fein ausgedacht!). HipHoper (vorausgesetzt 'richtige')sind gewalttätig/nehmen Drogen/beschädigen Eigentum anderer?
Kann schon sein, trifft aber nur auf kleinen Teil zu. Aber wir (ich sage bewusst 'wir') machen das nicht weil wir HipHop mögen und dadurch dazu angetrieben werden... nein, wir hören HipHop, weil wir uns damit identifizieren können, ob es für die einen halt Mobb Deep ist oder für die anderen Sinik oder sogar Curse. (Und ich will sehen, dass Sie auch nur einen gewaltbereiten Curse-Fan finden, Herr Miehling! Ihre pauschalisierende Ansichten gehen mir enorm auf die Eier!)
Ich meine, wenn ich Geld hätte, meine Mutter mir zum 18ten nen schönen Golf gechenkt hätte und ich Polo spielen würde, dann würde ich mich vermutlich nicht mit HipHop identifizieren können, sondern mit Bach, oder was so ganz oben steht in ihren Wohnzimmer-billboardcharts.
Naja, ich will mal hier nicht weiter rumschwallen, aber ich hoffe Sie wissen was ich von Ihnen halte, Herr Miehling. WORD UP
surma

Dr. Klaus Miehling
Dienstag, 09.01.07 23:56
 

an Andrés:
Das von Ihnen bespottete Zitat stammt vom Jugendpsychologen Dr. Bernard Saibel in: Depesche, 1. 9. 1964. Da ich im Fernsehen schon Ausschnitte von Beatles-Auftritten und den Reaktionen des Publikums gesehen habe, finde ich Herrn Saibels Formulierungen sehr treffend. Wie würden denn Sie so ein Verhalten beschreiben?
„wenn sie solche berichte benutzen, müssen sie auch beachten wer, da wann so etwas gesagt hat und welchen hintergrund die person hat."
Ein promovierter Jugendpsychologe ist ja wohl eine respektable Quelle.

an Markus Nenniger:
„Eine aehnliche Wirkung wahrscheinlich? Worauf gruenden sie diese Annahme?"
Auf gesundem Menschenverstand. Oder darf man den als Wissenschaftler nicht einsetzen? Außerdem gibt es ja noch Aussagen von Gewaltmusikhörern, die eine entsprechende Wirkung auch von Musik bestätigen.
„Wenn sie wollen, schreibe ich gerne eine eMail an die Autoren und frage sie, ob die Autoren das auch so sehen."
Aber gerne.
„Sie koennen nun entweder die Studie in Frage stellen (bitte mit sinnvoller Argumentation) oder aber Quellen aufzeigen, die zeigen, dass Teilnehmen an einem solchen Antiaggressionskurs danach noch genauso oder sogar noch aggressiver waren."
Sie haben bisher Studien, die für meine Sicht sprechen, ohne sinnvolle Argumentation in Frage gestellt. Für die Trommeltherapie habe ich folgende Hypothese: Sie wurde an Jugendlichen durchgeführt, „who display high levels of anger and aggression". Möglicherweise wirkt die Therapie auf solche Jugendliche anders als auf einen Durchschnittsjugendlichen, weil deren Gewaltbereitschaft schon so hoch ist, daß sie durch das Trommeln nicht weiter gesteigert werden kann. Freilich wäre noch zu klären, warum die Aggressionsbereitschaft sogar gesunken sein soll. Zumindest kann ich mir vorstellen, daß das bloße Trommeln weniger aggressiv wirkt, als Gewaltmusik mit ihren verschiedenen aggressiven Parametern. Es handelte sich um „Latin American percussion exercises"; lateinamerikanische populäre Musik rechne ich zwar auch zur Gewaltmusik, aber gewiß ist sie weniger aggressiv als Rock oder Rap. Vor allem aber ging die Therapie ja darüber hinaus: „The program also includes a model that structures group therapists' interventions into the action and discourse of the group." Möglicherweise sind also die aggressionsmindernden Effekte gar nicht auf das Trommeln, sondern auf das Begleitprogramm zurückzuführen.

an Roland:
„Wenn ich als damit rechnen darf, daß -wenn sich die Unterscheidung Klassische Musik - Gewaltmusik durchsetzt- Gewaltmusik verboten wird und damit auch Florian Silbereisen und Consorten wegen Terrorismus zu lebenslangem Schweigen veruteilt werden, bin ich dafür."
Es wird Sie freuen, daß ich den volkstümlichen Schlager (den Sie fälschlich als „Volksmusik" bezeichnen) auch als Gewaltmusik sehe - freilich nicht so aggressiv wie vieles andere ...

an Markus Nenniger:
„Es sollte heissen:'Die Wirkung von Gewaltmusik ist so, dass viele davon negativ beeinflusst werden, der Rest wird nicht davon beeinflusst'."
Ich habe nirgends geschrieben, daß Gewaltmusik alle, die sie hören, negativ beeinflußt. Wenn Sie „viele" zugestehen, dann sind wir ja auf einer Linie!

an Surma:
„kann ich Ihnen auch direkt sagen, dass die Grundidee von HipHop darin besteht sich eben nicht gegenseitig plattzumachen, sondern miteinander zu 'chillen' (siehe Jugendlexikon) und einander zu helfen."
Ja, wie in der Steinzeit, innerhalb der eigenen Sippe. Der HipHop-affine Musikkritiker Nelson George schreibt: „In jener Nacht bemerkte ich zum ersten Mal – und später noch unzählige Male –, dass es überall dort, wo es HipHop gab, auch Kämpfe gab." Der Rapper Scope meint, daß es „nicht möglich wäre, daß 50 Leute aus einer Stadt mit einem Bus zu einer [HipHop-]Party losfahren, da es zu viele Rangeleien untereinander gibt".
Und der Rapper LJ sagt: „Der Slogan 'Keine Gewalt!' stieß [bei der Hardcore-Szene] auf Unverständnis, weil man nicht wusste, dass 'keine Gewalt' im HipHop-Kontext bedeutete 'keine Gewalt gegen dich selbst und den, der dein Schicksal teilt'." Das heißt: Gewalt gegen den Staat oder gegen Andersdenkende ist sehr wohl Bestandteil des HipHop/Rap.
Wie sagten Sie? „Also nächstes mal besser informieren, danke."
„Ich meine, wenn ich Geld hätte, meine Mutter mir zum 18ten nen schönen Golf gechenkt hätte und ich Polo spielen würde, dann würde ich mich vermutlich nicht mit HipHop identifizieren können, sondern mit Bach, oder was so ganz oben steht in ihren Wohnzimmer-billboardcharts."
Ein Auto habe ich mir nie leisten können. Soviel zu IHREN Vorurteilen.

Markus Nenniger
Mittwoch, 10.01.07 10:50
 

So Herr Miehling,
Mittlerweile ist es kein Vorurteil mehr, ich hab genug Belege gesammelt, habe gesehen wie sie auf Argumentation und Logik reagieren.

Sie sind ein bemitleidenswerter Ideologe, wenn auch nicht ganz so gut geschult wie z.B. Kreationisten.

Ich und mein Bekanntenkreis haben sich koestlich ueber ihre Unkenntnis der Erkenntnistheorie (sollten sie mal was gelesen haben, ersetzen sie bitte durch "Unfaehigkeit der Anwendung von...") amuesiert - und promovierte Biologen und habilitierte ErziehungsWISSENSCHAFTLER sind ja respektable Quellen!
Es ist also wissenschaftlich BEWIESEN Herr Miehling.

Meine empirische Studie belegt, dass sie in 9 von 10 Faellen keine Ahnung haben.

Ich schmeiss mich weg und entschuldige mich dafuer, sollten sie geglaubt haben, ich haette sie jemals ernst genommen.

Mahlzeit.

Surma
Mittwoch, 10.01.07 17:49
 

Also, ich hab jetzt keine Lust ne Diskussion zum Thema 'Vorurteile' loszutreten, und werde das auch nicht tun, aber ich hoffe Sie denken sich Ihren Teil zu meinen Ansichten. Übrigens war die Sache mit dem Auto nicht auf Sie gemünzt und es geht mir am Rektus vorbei, ob Sie Bus gefahren sind oder 'nen 911er hatten.
Aber nach erneutem Lesen hat mich eine Textpassage nicht zum Denken angeregt, sie hat mich zum Kotzen gebracht:
"Meine Vision ist in der Tat eine Gesellschaft, die musikkulturell auf der klassischen Musik aufgebaut ist. Natürlich geht das nicht von heute auf morgen. Es muss ein Umdenkprozess stattfinden. Das Rauchen ist ein gutes Beispiel dafür. Es wurde immer mehr erschwert und eingeschränkt. Vielleicht wird am Ende tatsächlichein Verbot stehen..."
Also unsereiner würde sagen: 'Verpiss dich du Spinner!'
Sie meinen, Fans der Popmusik wären teilweise kriminelle und unzurechnungsfähige Asoziale. Cool, aber die Sache mit der Zensur und dem Verbieten anderer Medien ist natürlich sehr Vorbildlich. Nach dem Motto "was den Denkern nicht passt, wird beseitigt"...hmmm... ich denke da zurück in die Jahre 1933 bis '45, da gab es so 'nen kleinen Mann mit bösem Gesicht und Schnäuzer, deeer hatte ähnliches versucht. Und deshalb erneut:
WORD UP!
Übrigens gibt es auch garantiert Vergewaltiger, Kinderschänder und Drogenabhängige, die klassische Musik hören. Soviel zu Ihrer kulturellen Elite.
Hau rein, Alter!
Surma

Surma
Mittwoch, 10.01.07 18:16
 

Ach, da überkommt mich nochmal die Schreiblust. Also zum obigen Artikel von 'name':
"ich denke ignorranz wie sie der autor an den tag legt ist viel schlimmer und gravierender als gansterrap, den es in zehn jahrennicht ,mehr geben wird..."
Sicher? Also von einigen Herren älterer Semester habe ich auch bereits gehört, dass u.a. Gangsterrap sich nicht in der Musikwelt wird etablieren können. Naja, G-Rap ist seit fast 20 Jahren am Start und um die Frage endgültig zu klären: Was hat man seinerzeit über Heavy Metal gesagt? Oder ist dies heute nicht mehr angesagt?
Und eins kann ich prophezeien, wenns politisch so weitergeht werden die 'bösen' Rapper der Jugend wohl wirklich bald diktieren wo's langgeht, denn mich macht Musik weniger aggressiv als ignorante Politiker und sogenannte 'Intelektuelle' und 'Wissenschaftler' die sich hochschlafen und anschließend allen vor'n Koffer scheißen, die ihnen nicht passen.
Die Banlieues haben es letztes Jahr gezeigt... aber ich will jetzt nciht zur Anarchie aufrufen, nicht, dass mich jemand hier missversteht^^.
Aber noch mal allgemeine Kritik zur Aufmachung des Artikels:
es wird von Rock und Rap im Allgemeinen gesprochen. Warum dann nur Bilder von Slayer und Game (& Dre).
Gute Propaganda, der nett lächelnde Mann gegen die bösen weißen Metal-Freaks und böse guckende Schwarze im Cadi. macht mich nachdenklich...sehr nachdenklich

Dr. Klaus Miehling
Mittwoch, 10.01.07 23:31
 

Für die Bilder und die Überschrift ist die Redaktion verantwortlich. Über mein Bild ist in diesem Forum ja schon gelästert worden; in einem anonymen E-Brief an meine Adresse hieß es, ich sehe aus wie ein Vergewaltiger (tolles Argument gegen meine Thesen!); ein anderer meinte, zu so einem würde er seine Kinder nicht in den Musikunterricht schicken. Nur: Sehen die Herren auf den Bildern darüber und darunter etwa vertrauenswürdiger aus??? Und die sind immerhin in Ausübung ihrer Arbeit fotografiert bzw. haben sich so inszeniert, wie sie gesehen werden wollen. Da verraten Bilder in der Tat einiges!

Auf die übrigen Beiträge des Tages brauche ich diesmal nicht zu antworten; sie sind unter allem Niveau.

crash rules
Donnerstag, 11.01.07 11:42
 

Nochmals!

Jemanden, der behauptet ein wissenschaftlich belegtes buch geschrieben zu haben und gleichzeitig anthroposophisch orientiertes rumgehopse begleitet, kann man und darf man nicht ernstnehmen.
Man kann nur hoffen, daß solche Leute in der Versenkung verschwinden und nicht mehr auftauchen.
Außerdem kann ich dem Schreiber der e-mail nur zustimmen, daß meine Kinder bei ihnen keinen Schulunterricht erhalten würden. Eher würde ich die Schule wechseln!!!

crash rules
Donnerstag, 11.01.07 11:45
 

Herr Miehling!
Gehen sie doch mal ins crash.
Die Leute dort sind äußerst nett und vertrauenswürdiger als sie!
Aber nach ihrem Auftritt hier würde ich ihnen sämtliche Toleranz gegenüber anderen Leuten absprechen und raten, daß sie sich zu HAuse einschließen.

Surma
Donnerstag, 11.01.07 13:04
 

Fehlen Ihnen die Worte wa? Wenn der elitäre Kritiker nicht mehr weiß was er sagen soll, schiebt er die Schuld auf andere.
"Auf die übrigen Beiträge des Tages brauche ich diesmal nicht zu antworten; sie sind unter allem Niveau."
Yoooo... damit wär mal wieder belegt, dass Rocker asozial sind, Hopser total verblödet und Herr Doktor Miehling absolut Recht hat.

Es tut mir Leid, dass ich Ihre unantastbaren Ansichten in Frage gestellt habe, hätte ich gewusst, dass diese Konversationen zu keinem Ergebnis führen, hätte ich mir die Zeit wohl gespart.

Übrigens bringe ich den anderen Personen auf den Fotos weitaus mehr Vertrauen entgegen, da sie...

1. einfach besser aussehen.
2. mehr erreicht haben als ein gescheiterter Musik-
wissenschaftler, der die Popmusik verachtet.
3. vermutlich auch eher mir vertauen würden als Ihnen.

Außerdem lernt man doch schon im Kindergarten, dass man Menschen nie nach ihrem Äußeren beurteilen sollte.

Da Sie ja trotzdem fest davon überzeugt sind, dass HipHoper schlechte Menschen sind, Omas überfallen und gerne böse gucken... schauen Sie einfach mal bei einer bekannten Suchmaschine mit Doppel-O im Namen unter 'Bildersuche' nach KÜNSTLERN wie Afrika Bambaataa, Biz Markie und Grandmaster Flash.

Anmerkung am Rande: Sie erinnerm mich übrigens (auch optisch) an meinen ehemaligen Musiklehrer Herrn K. .
Dieser ist zwar auch kein Vergewaltiger, aber genießt ähnliches Ansehen bei uns. Ignorant, intolerant und Klassik-besessen.

peace

crash rules
Donnerstag, 11.01.07 13:06
 

Im übrigen!
Es geht hier nicht um vertrauenswürdiges Aussehen, sondern um die Meinung die man vertritt. Und die zwei gitarre spielenden Herren haben sicher nicht eine solch weltfremde wie sie!

Libo
Donnerstag, 11.01.07 13:10
 

Weiß nicht, ob das schon behandelt wurde. Habe nicht die zeit mir alle Kommentare durchzulesen aber dennoch möchte ich mich ein wenig zu dem Interview äußern.

Herr Miehling, sie wollen also, dass die Musikbranche umgekrempelt wird? Das wir wieder ins Zeitalter der klassischen Musik reisen? Nun ja, wie hier schon oft gesgat wurde, wurde auch der großartige Komponist Mozart zu seiner Zeit als "Rüpel" genannt, da er die Regel der Musik mit seinen Stücken brach. Dementsprechend ist die Musik von Mozart doch auch Gewaltmusik. Sie hält sich nicht an die Norm der klassischen Musik zu seiner Lebenszeit. Mitlerweile verbindet aber jeder Mozart mit klassischer Musik. Wie kommt es dazu? Embryonen, die im Mutterbauch Mozart hören sollen intelligenter sein als andere. Aber Mozart wendete sich doch von der Norm ab und schuff einen neuen Stil. Er brach die Regeln aber trotzdem wird seine Musik als Intelligenzfördernt bezeichnet und nicht als Gewaltfördernt.

Nehmen wir ein anderes Beispiel:
Joseph Hayden (bedeutender Komponist) schuff ein Stück in dem, kurz nach einer ruhigen musikalischen einlagen, ein ohrenbetäubender Puakenschlag vorhanden ist. Sie meinten, dass Schlagzeuge/Trommeln etc. schläge, schüsse etc. darstellen. Jetzt frage ich mich natürlich, warum sind die Menschen, die dieses Stück von Hayden gehört haben, nicht gleich Amok gelaufen sind? Schüsse waren auch schon zu dieser Zeit bekannt und Waffen gab es zu genüge.

Worauf ich eigentlich hinauswill ist, dass Musik oder Gewaltspiele nichts mit den Aggressionverhalten der Jugendlichen zu tun hat. Es liegt an den Umständen wie sie leben. Sind die Eltern geschieden? Wird der Jugendliche gemobbt? Wurde er misshandelt? Es kommt auf den Charakter eines Menschens an und nicht auf das was er hört oder spielt. Es ist vielleicht möglich, das Musik, schwachen Charakteren, den letzten Schub zu so einer Tat geben aber genau so kann es auch ein Freund sein, der zum falschen Zeitpunkt eine falsche Tat ausübt. Das kann ein unpassend Wort sein oder eine unpassende Bewegen oder sonst was aber nicht nur Musik und Gewaltspiele führen zu solchen Taten.

Ich selbe höre viel Punkrock und meine Freunde auch und trotzdem fällt uns sehr oft auf, dass gerade Kinder und Jugendliche, die streng von ihren Eltern erzogen wurden, u.a. auch mit klassischer Musik (Klavierspieler, Geigenspieler etc.), leicht von Aggressionen betroffen sind.

Um also ein friedliches Leben der Menschen zu schaffen muss so ziemlich alles, was auch nur annährend aggressiv macht, abgeschafft werde. Es dürfte keine Liebe mehr geben, keine Freunde, selbst Eltern dürfte es nicht mehr geben denn alles kann aggressiv machen, und das ist eine Tatsache!

Blablub
Donnerstag, 11.01.07 14:56
 

OMG -.-

Die meiste "Gewaltmusik" ist ein Massenmedium, kein Wunder, dass es unter Gewaltmusikhörern "Verrückte" gibt.

Ich sag' dazu echt nichts mehr....

AntiGewalt
Donnerstag, 11.01.07 17:23
 

Die eine Musik ruft zur Gewalt auf, die andere verarbeitet Gewalt durch die Instrumente / Gesang. Ich als Veranstalter (20 Jahre Berufserfahrung) habe festgestellt, dass das Publikum/Musiker, der nach aussen hin am meisten gewaltätigen Musik, mit Abstand die friedlichsten, hilfsbereitesten und intelligentesten sind. (zb. Extrem Metalarten)
Schlechte Erfahrungen sammele ich nach wie vor auf Rap / HipHop Konzerten. Diebstahl, Schlägereien, Respektlosigkeit. Diese Veranstaltungen sind oft mit viel negativen Nachgeschmack behaftet.
"Randgruppen" wie zb. Rechtsrock lasse ich aussen vor, da dort Hopfen und Malz verlohren scheint!

Dr. Klaus Miehling
Donnerstag, 11.01.07 17:47
 

an crash rules:
„Jemanden, der behauptet ein wissenschaftlich belegtes buch geschrieben zu haben und gleichzeitig anthroposophisch orientiertes rumgehopse begleitet, kann man und darf man nicht ernstnehmen."
Und Sie werfen mir mangelnde Toleranz vor? Ich bin kein Antroposoph, aber auch ich muß Geld verdienen. Im Eurythmieunterricht Klavier zu spielen ist keine Arbeit, derer man sich schämen müßte.

an Surma:
„Fehlen Ihnen die Worte wa? Wenn der elitäre Kritiker nicht mehr weiß was er sagen soll, schiebt er die Schuld auf andere."
Ich habe mich nie einer ernsthaften Diskussion verweigert, wie Sie anhand meiner zahlreichen Forumsbeiträge sehen können. Aber auf Beiträge, die nur aus Schmähungen ohne ernsthafte Fragen oder Argumente bestehen, braucht man nicht einzugehen.
„Übrigens bringe ich den anderen Personen auf den Fotos weitaus mehr Vertrauen entgegen, da sie... 1. einfach besser aussehen. [...] Außerdem lernt man doch schon im Kindergarten, dass man Menschen nie nach ihrem Äußeren beurteilen sollte."
Da widersprechen Sie sich ja wohl selbst!!!

an Libo:
„Aber Mozart wendete sich doch von der Norm ab und schuff einen neuen Stil. Er brach die Regeln aber trotzdem wird seine Musik als Intelligenzfördernt bezeichnet und nicht als Gewaltfördernt."
Da verstehen Sie etwas ganz falsch. Selbstverständlich hat sich die Musik stilisisch verändert. Darum geht es nicht (auch hat Mozart keinen „neuen Stil" geschaffen; seine Zeitgenossen komponierten im gleichen Stil). Es geht um das Klangliche in der Musik, nicht (oder kaum) um die Komposition.
„Es kommt auf den Charakter eines Menschens an und nicht auf das was er hört oder spielt."
Natürlich kommt es auf den Charakter an. Aber woher kommt der? Von den Genen, aber auch von der Umwelt - letzteres schreiben Sie ja selbst. Und Gewaltmusik ist für viele Menschen ein gewichtiger Bestandteil ihrer Umwelt. Aber dazu habe ich schon in früheren Beiträgen viel geschrieben ...

Surma
Donnerstag, 11.01.07 17:58
 

Falsch, ich widerspreche mir nicht selbst... zumindest wenn man die Absicht hinter "1. einfach besser aussehen." erkennt.
Ich wollte Sie schlicht und ergreifend abfu*ken. Naja mir auch wayne.
Aber wenn Sie eine ernste Frage wollen, kann ich Ihnen eine liefern, die sich mit dem Inhalt meines vorvorletzten Beitrages befasst (ich hab ja gehofft Sie würden auch ohne Fragezeichen auf die Stelle eingehen:
Hitler hat damals verschiedene Musikrichtungen (unter anderem "schwarze" Musik) verboten, falls Sie es noch nicht wussten.
Und wenn ichdan höre ein Verbot von Popmusik wäre sinnvoll kann ich leider nur den Kopf schütteln. Erkennen Sie etwa keine Parallelen? Wenn nicht dann haben Sie mein aufrichtiges Beileid.

Flo
Donnerstag, 11.01.07 20:03
 

ich frage mich folgendes.
sie herr miehling sagen die viele rock musiker sind an drogen gestorben.
Natürlich haben ist das passiert weile ihre eigene musik sie so agressiv gemacht hat und die tatsache das sie wegen dem geld krepiert sind, weil sie damit nicht umgehen konnten ist natürlich falsch.
Man muss ja sagen das Jimi Hendrix ein sehr agressiver mensch war.
auch intressant das es viele gibt die solche musik hören um agressionen abzubauen und es ihnen auch gelingt.
also täuschen die sich.
ich spiele selber e-gitarre.
die einschätzung der leute auf mich ist folgende : schüchter, zurückhaltend, geht gewalt aus dem weg, nett, höflich.

das ist also agressiv, ich spiele jetz seid 10 jahren.
Lordi: metal band hard rock etc. die typen haben ein schlichtes gemüt und sind nett.
nicht agressiv.
wie kommen sie darauf das die raper diebstähle begegehen weil sie rap machen ?????????
wo wir bei den USA sind.
Die meiste gewalt geht von jugendlichen aus deren familien leben gestört ist und auch die meisten diebstähle.

naja aber wie gesagt die musik ist es.
gibt leute die machen musik weil sie dann entspannen (relaxen) und agression abbauen aber in wahrheit sind sie alle gefährdet zum Hulk zu werden.

MfG
Flo

M. Fänger
Donnerstag, 11.01.07 21:36
 

Ich hab noch nie soviel Dünnschiss wie in diesem Artikel gelesen. Ich habe herrlich gelacht!
Ist der Herr selbsternannter Doktor? Oder wo hat er den Titel her? Kirmes?

M. Fänger
Donnerstag, 11.01.07 21:38
 

ach ps: Gewaltmusik ist mein neues Lieblingswort. Fast so geil wie Killerspiele.

Haha, ich lieg gleich am Boden vor Lachen!

Dr. Klaus Miehling
Donnerstag, 11.01.07 23:19
 

an AntiGewalt:
Ihre Nachricht konnte ich erst nach dem Abschicken meines letzten Textes sehen. Sie gibt hoffentlich einigen der Forumsteilnehmer zu denken, denn zumindest was Rap/HipHop betrifft bestätigen Sie meine Erkenntnisse voll und ganz. Daß „Musiker, der nach aussen hin am meisten gewaltätigen Musik, mit Abstand die friedlichsten, hilfsbereitesten und intelligentesten sind", gilt ja wohl nur im Vergleich der verschiedenen populären Musikrichtungen. Oder veranstalten Sie auch Konzerte mit klassischer Musik?
In diesem Zusammenhang möchte ich die Teilnehmer dieses Forums nochmals daran erinnern, daß es bei den Wirkungen von Gewaltmusik keineswegs nur um Gewalt geht. Ein Vergleich der verschiedenen Gewaltmusikrichtungen in ihren Wirkungen untereinander ist eine Aufgabe, die weiterer Forschung bedarf. In meiner Liste mit Ausschreitungen bei Konzerten ist Metal jedenfalls mehrfach vertreten, und bei den Straftaten, die nach Aussage der Täter direkt auf Musikkonsum zurückgehen, steht Metal ganz oben! Aber in der Tat scheint die HipHop-Szene insgesamt die kriminellste zu sein. Das ist um so schlimmer als es sich Umfragen zufolge um die beliebteste Musikrichtung unter Jugendlichen handelt!

noch ein Nachtrag zu crash rules:
Sie lästern über „anthroposophisch orientiertes rumgehopse". Was ist aber mit dem Herumgehopse bei Rockkonzerten??? Eurythmie, man mag sie schön finden oder nicht, hat jedenfalls ihre Regeln und stellt hohe Ansprüche an Bewegungskoordination und Gedächtnis. Auch gibt es kaum Waldorfschüler mit schlechter Körperhaltung.
Hat Ihr Pseudonym etwas mit der Freiburger Diskothek Crash zu tun? Dann schauen Sie sich mal das Emblem über dem Eingang an: Ein roter Stern, davor in schwarzen Buchstaben der Name „Crash". Das soll offensichtlich an das Symbol der terroristischen RAF erinnern, bei der vor dem roten Stern, ebenfalls in Schwarz, ein Maschinengewehr zu sehen ist. Und der Name „Crash" heißt soviel wie Unfall, Zusammenstoß, Absturz. Kein schöner Kontext, in den man sich da stellt.

an surma:
„Hitler hat damals verschiedene Musikrichtungen (unter anderem 'schwarze' Musik) verboten, falls Sie es noch nicht wussten. Und wenn ichdan höre ein Verbot von Popmusik wäre sinnvoll kann ich leider nur den Kopf schütteln."
Diktatoren wußten eben, daß Gewaltmusik staatszersetzend ist. Man mag dem in einer Diktatur noch etwas abgewinnen, nicht aber in einer Demokratie. Wollen Sie auch die Autobahnen abschaffen, weil Hitler sie bauen ließ?

an Flo:
„wie kommen sie darauf das die raper diebstähle begegehen weil sie rap machen ?????????"
Genauer: AUCH, weil sie Rap machen. Die Antwort, warum Musik Menschen beeinflußt, habe ich bereits in mehreren Forumsbeiträgen zu geben versucht. Aber zur Ergänzung: Daß Rapper überdurchschnittlich kriminell sind, ist erwiesen und wird durch die Aussage von „AntiGewalt" (s.o.) bestätigt. Nun hat in Europa die jugendliche Gewaltkriminalität in den 1990er Jahren extrem zugenommen - und das war genau die Zeit, in der sich Rap in Europa durchgesetzt hat.

illywhacker
Freitag, 12.01.07 00:31
 


pardon, sie sind doch echt vernagelt. habe alle beiträge gelesen und viele DENKANSTÖSSE (auch ihre!) mit großem interesse aufgenommen. aber mehr als das sind ihre beiträge doch nicht! neuromarkus, morgain (02.01.) und einige andere haben den nagel auf den kopf getroffen.
NEIN, MEIN BEITRAG TRÄGT ZUR SACHE NICHTS NEUES BEI.
aber im gegensatz zu ihnen hr.miehling, bin ich mir dessen bewußt! also sparen sie sich und mir eine antwort - ich mußte das nur loswerden...

der ganz normale rocker
Freitag, 12.01.07 08:52
 

hm, letztens hab ich ne betagtere dame zum arzt gefahren( ich fahr nebenbei taxi)... und ich muss sagen, wenn die ne knarre inne hand gehabt hätte , die jute frau hätte mir mein gehirn weggeblasen!!! war aufgrund von blöden umständen etwas zu spät und die dame kriegte sich gar nich mehr ein....ach ja, zuhause hört se nur klassiche musik un ab un ab wdr 4........

herrje, ich glaub ich eskalier auch gleich mal... :)))

P.S.: ich denke ich sollte als neue taxi- begleitmusik, ne runde slipknot oder vielleicht meshuggah in den player schmeissen, vielleicht werden dann einige damen und herren mal n bissel geschmeidiger ;)

ausgestiegener
Freitag, 12.01.07 10:45
 

Don't argue with idiots, they drag you down to their level, then beat you with experience.

Tanita
Freitag, 12.01.07 12:18
 

Also ich als zielgruppe möchte auch mal was zu dem thema sagen,

ich finde es ist absuluter quatsch bestimmte musikrichtungen als "gewaltmusik" zu bezeichnen
ich selbst höre sehr sehr oft und laut musik mit vielen gitarren und schlagzeugen und gehe auch mein leben gern zu konzerten.
Bin trotzdem ein durchaus fröhlicher und gewaltscheuer mensch,
generell wage ich zu behaupten das ich keinen einzigen musikliebhaber in meiner richtung(rock, punk, punkrock) kenne der aggresiv ist, eher das gegenteil meistens sind es sehr fröhliche und aufgeschlossene menschen, und ich denke ich kann es mir wagen zu behaupten, da ich schon öfters auf großen konzerten und festivals war und es selbst mit erleben durfte.

dieses buch ist absuluter unfug...besser wäre es gewesen über gewaltverherlichende computerspiele zu schreiben

crash rules
Freitag, 12.01.07 12:57
 

Wie ich sagte!
MAn braucht nicht diskutieren, es bringt eh nichts.
Nur noch soviel Herr Miehling:
Sie behaupten Privat-Wissenschaftler zu sein. Sich als Wissenschaftler auf anthroposophisch, esoterisch geleitete Arbeitsstellen einzulassen, halte ich für nicht akzeptabel, da kontraindiziert (siehe z.B. Kinderärzte, die als Impfgegner auftreten).
Außerdem bin ich tolerant. Wenn ich von esoterischem Rumgehopse rede, äußere ich meine Meinung, was in diesem Staat entgegen ihrer Intention noch erlaubt ist. Ich reded nicht von einem Verbot dieser Ausdrucksweise. HALLO UNTERSCHIED!

Jetzt wird es mir wirklich zu blöd.
MAn kann überall etwas hineininterpretieren, wenn man lange genug sucht. Ich stelle mich in keinen Kontext.
Oder wollen sie jetzt jedem Mitsubishi Pajero Fahrer unterstellen, er sei ein "Wichser", nur weil es die Spanische Übersetzung dafür ist.

ZUR INFORMATION: Der fünfzackige Rote Stern soll die Hand des befreiten Menschen der klassenlosen Gesellschaft darstellen, wird aber auch als Vereinigung der fünf Kontinente gedeutet.

Dies ist "nur" eine Bedeutung des roten Sterns. Welchen Browser benutzen sie denn. Doch wohl hoffentlich nicht Mozilla, den mit dem roten Stern im Logo. Da steckt die RAF dahinter.

M. Fänger
Freitag, 12.01.07 13:47
 

"Diktatoren wußten eben, daß Gewaltmusik staatszersetzend ist. Man mag dem in einer Diktatur noch etwas abgewinnen, nicht aber in einer Demokratie. Wollen Sie auch die Autobahnen abschaffen, weil Hitler sie bauen ließ?" Dr. Klaus Miehling

ganz genau DA haben sie sich selbst ins aus geschossen. sowas lächerliches. autobahnen mit musik vergleichen und das im zusammenhang mit hitler gut heißen.

bitte, bitte verschonen sie ihre mitmenschen in zukunft mit ihrem geschreibsel.

Surma
Freitag, 12.01.07 16:21
 

M. Fänger,
sie haben eigentlich schon fast alles gesagt.
LÄCHERLICH, Musik mit Autobahnen zu vergleichen. Straßen haben eigentlich ralativ 'viel' mit der Einschränkung der persönlichen Rechte zu tun. Aber jetzt haben wir eine Entschuldigung für den 2. Weltkrieg, vielleicht war Adolf ja auch einfach nur naiv *totlach*
Und um es ein für alle mal klarzustellen. (Kriminelle) Rapper machen Musik weil sie auch schon vorher kriminell waren. Kein Rapper wird durch Musik kriminell. Diejenigen die nach dem Beginn ihrer musikalischen Betätigung kriminell werdenum authentischer zu werden nennt man in HipHop-Kreisen auch 'Toys' oder 'Lutscher' (z.B. Eko Fresh).
Aber ich erwarte nicht von Ihnen, dass Sie da Ahnung von haben.
Das wäre wie wenn man einen Eisbären bitten würde, nen Pullover zu stricken.
mfG Surma

Dr. Klaus Miehling
Freitag, 12.01.07 17:25
 

an Crash rules:
„Der fünfzackige Rote Stern soll die Hand des befreiten Menschen der klassenlosen Gesellschaft darstellen, wird aber auch als Vereinigung der fünf Kontinente gedeutet."
Das Hakenkreuz war auch einmal ein unverdächtiges Symbol. Heute ist es verboten. Ich will mich weder für noch gegen ein Verbot solcher Symbole aussprechen, finde allerdings die Ungleichbehandlung der Symbole rechter und linker Diktaturen unerträglich.
Beim „Crash" kommt ja zum Stern noch die schwarze Schrift davor hinzu. Die optische Ähnlichkeit mit dem RAF-Symbol ist jedenfalls so offensichtlich, daß ich sie mir kaum als zufällig vorstellen kann.

an M. Fänger und Surma:
Mit dem Autobahnen-Vergleich wollte ich darauf hinweisen, daß das Argument „die Nazis haben es verboten, also müssen wir es erlauben" kurzsichtig und dumm ist.

an Surma:
„Diejenigen die nach dem Beginn ihrer musikalischen Betätigung kriminell werdenum authentischer zu werden nennt man in HipHop-Kreisen auch 'Toys' oder 'Lutscher' (z.B. Eko Fresh)."
Also gibt es solche Leute. Damit geben Sie mir recht. Ich habe immer betont, daß selbstverständlich jemand die Musik bevorzugt, die seinem Charakter entspricht. Aber leider kann die Musik - und ihr ideologisches Umfeld - auch Charaktere verändern bzw. bestärken. Es ist kein Entweder-Oder, sondern ein Sowohl-Als-auch.

Surma
Freitag, 12.01.07 20:12
 

Nein, da haben Die mich wohl missverstanden. Natürlich gibt es Leute die sich wegen Musik verändern (wie oben genannt...E-K-O),
aber das hat nichts mit Aggressionen und Charakterveränderung zu tun. Das ist P.R.-Gehopse, kann man nicht gutheißen, aber noch lange kein Grund die Musik zu verbieten. Außerdem werden diese Leute von der Szene auch nicht ernstgenommen.
Wenn Fler von der Bühne springt und nen 16jährigen verdrischt dann hat das nichts mit der Musik zu tun.
Übrigens würde ein HipHop verbot nichts bringen, alle großen Rapper haben mal an der Ecke gestanden und ihre Tapes aus nem Rucksack vertickt, wie will man das in den Griff kriegen? Dann wär HipHop wenigstens wieder purer Underground...auch geil!
Und mal angenommen in HipHopern steckt wirklich ein solches Aggressionspotenzial, dann können Sie sich ja ausrechnen wie es in Deutschland aussehen würde, sollte die Subkultur unterdrückt werden. Ja, vermutlich würde dann auch Ihre Bude von Graffitis geziert sein....

Surma
Freitag, 12.01.07 20:20
 

Mir fällt grad mal was auf....
dieses Wort...
'Gewaltmusik'
HAHAHAHAHAHAHAHAHA

Klingt fast so schwerwiegend wie 'Marc Dutroux', 'Völkermord' oder 'Kinderprostitution'. Verstöße gegen mögliche Gesetze in der zukunft sollten ähnlich bestraft werden, damit das Programm wenigstens dem imposanten Namen gerecht wird.

Dragor
Freitag, 12.01.07 20:36
 

Na ja, Klassik-Hörer werden wohl weniger straftaten begehen und auch weniger illegale downloads tätigen. Das könnte aber auch daran liegen, dass die Altersschicht der Klassik Hörer wohl etwas über der der "Gewaltmusik-Hörer" liegt. Zudem wird es auch nicht so viele illegale Klassik downloads geben. Und letztendlich behaupte ich dass es weit weniger Klassik-Hörer gibt als Leute, die die "Gewaltmusik" (was hat dieser Mann nur genommen?!^^) ihr eigen nennen.

Dr. Klaus Miehling
Freitag, 12.01.07 23:31
 

an Surma:
„Außerdem werden diese Leute [die kriminell werden, um dazuzugehören] von der Szene auch nicht ernstgenommen."
Ja, aber nicht weil sie kriminell sind, sondern weil sie es nicht schon von vornherein waren! Oder verstehe ich Sie da falsch?
„Wenn Fler von der Bühne springt und nen 16jährigen verdrischt dann hat das nichts mit der Musik zu tun."
Wie können Sie da sicher sein? Vielleicht hat ihn die Aggressivität der Musik zum Ausrasten gebracht?
Wir scheinen uns immerhin darin einig zu sein, daß Kriminalität eine wichtige Rolle in der Rapkultur spielt. Dann möchte ich die Frage stellen, ob man unabhängig von der Frage eines Verbots dieser Musik solch eine Medienpräsenz geben soll, wie sie sie hat, und ob man auch noch Rap-Projekte in Schulen machen sollte? Etwas zu tolerieren, bedeutet ja nicht, es auch noch zu fördern!
„Dann wär HipHop wenigstens wieder purer Underground...auch geil!"
Und als „Underground" hätte er wenigstens nicht die jetzige Verbreitung.

an Dragor:
„Und letztendlich behaupte ich dass es weit weniger Klassik-Hörer gibt als Leute, die die 'Gewaltmusik' [...] ihr eigen nennen."
Da ist Ihnen entgangen, daß es bei der Diskussion selbstverständlich immer um relative, nicht um absolute Zahlen geht.

Anonym
Samstag, 13.01.07 05:57
 

„Wenn Fler von der Bühne springt und nen 16jährigen verdrischt dann hat das nichts mit der Musik zu tun."
Wie können Sie da sicher sein? Vielleicht hat ihn die Aggressivität der Musik zum Ausrasten gebracht?

Naja, drückt das nicht auch gleichzeitig ihren lächerlichen lächerlichen Standpunkt aus?
Wie können sie sich sicher sein ?
VIELLEICHT hat ihn ja die Aggressivität der Musik zum Ausrasten gebracht ?

Sie reden leider einzig und allein vom Hip Hip
Der wie sie auch selbst sagten viel Gewaltverherrlichende Inhalte mit sich führt. Das wiederum führen sie im letzter Konsequenz auf Schlagzeug od. ähnliches zurück .. ( Beinahe jede Musik )
Und einem aggressiven Unterton in der Musik. => Nur klassische Musik gut ( Anregung unterschiedlicher Gehirnregionen bal bla bla )
Naja, viellecht ist es so ,aber vielleicht auch nicht, meiner Meinung nach, wenn ich Statistiken über das Gegenteil aufstellen wollte, klängen diese um einiges plausibler.
Viellecht ...

Ich möchte mich noch nachträglich für meine ungelungene Argumentationsweise entschuldigen, jedoch führt geschluckter Müll zum erbrechen.

Anonym
Samstag, 13.01.07 06:08
 

Ach, wissen sie eigentlich, dass man klassische Musik auch größtenteils legal und gratis runterladen kann??

Bilbo 55
Samstag, 13.01.07 14:36
 

@doc miehling
"„Außerdem werden diese Leute [die kriminell werden, um dazuzugehören] von der Szene auch nicht ernstgenommen."
Ja, aber nicht weil sie kriminell sind, sondern weil sie es nicht schon von vornherein waren! Oder verstehe ich Sie da falsch?"

Ja,ich denke sie verstehen Surma da sehr falsch.Es geht darum,
dass Leute wie Eko "einen auf Gangster" machen,weil der Manager gesagt hat,dass es gut fürs Marketing wäre,nicht weil die Krimminalität nötig wäre!

Surma
Samstag, 13.01.07 19:37
 

Natürlich hat HipHop etwas mit Gewalt zu tun, und das ist auch völlig logisch. HipHop ist auf der Straße unter Musikern entstanden, bei denen nicht alles im Leben glatt gelaufen ist und nicht in der Kirche, die Leute, die sich wirklich damit identifizieren können (ich rede jetzt speziell von Gangsta- und Street-Rap) haben auch ein relativ hohes aggressionspotenzial und sind unter Umständen kriminell, habe ich nie bestritten. Was nicht heißen muss, dass wir zwangsläufig dumm und ungebildet sind, wir haben nur eine andere Mentalität, so ist das halt und nur Gott kann wohl sagen ob wir deswegen asozial und gesellschaftsstörend sind.
Aber das hat nichts mit der Wirkung von Musik auf den Charakter zu tun (zum 3. Mal glaube ich).

"Ja, aber nicht weil sie kriminell sind, sondern weil sie es nicht schon von vornherein waren! Oder verstehe ich Sie da falsch?"
Sie haben es falsch verstanden, und Bilbo 55(wie geil^^) hat schon ziemlich genau dargelegt wie ich es meinte.
Dazu will ich allerdings noch sagen, dass kein Mensch in der Szene von irgendwem erwartet er sei kriminell. Wenn ein Mensch korrekt ist...cool, wir akzeptieren auch religiöse Menschen, die von Nächstenliebe predigen, oder mit Studenten, die sich nicht ein mal in ihrem Leben geschlagen haben, das hat keine Bedeutung. Es kommt einfach drauf an, dass man ehrlich miteinander umgeht und sich nicht für jemanden ausgibt, der man nicht ist.(Es gibt viele erfolgreiche Rapper, die nicht von Prostituierten und Schlägereien reden wie z.B. Jan Delay oder die Jungs von Blumentopf.)
Ein Akademikerkind soll halt nicht vom Koksdealen und Schießereien rappen, sondern immer bei der Wahrheit bleiben. (Ob die sich verkauft ist eine andere Frage.)
Authenzität ist das Stichwort, und Möchtegern-Gangster sind einfach nicht authentisch.
(Ein gutes Beispiel ist Eminem. Kaum ein weißer Rapper wurde in Amerika vorher richtig ernst genommen, Vanill Ice z.B. nicht, weil er nur Scheiße erzählt hat. Die Beastie Boys wurden auch eher belächelt, weil man sie nicht für voll nehmen konnte. Eminem hat gezeigt, dass auch Leute, die 'nicht zu HipHop passen', authentisch sein können und erstklassige Musik machen.)
Übrigens soll Fler vorher von dem 16jährigen ausgebuht worden sein. Keine Sorge, außer Fler und seinen Jungs fand es keiner cool, dass der Junge dafür verkloppt wurde.
Zu diesem HipHop an Schulen ding sage ich folgendes:
Man kann gerne in Schulen in sogenannten 'Problembezirken' HipHop-affine Betätigungen anbieten. Dort liegt es den Leuten einfach näher als der Stufe 12 des Albert Schweizer Gymnasiums in Buxtehude. Dabei sollte man bedenken, dass die Musik die Kids vond er Straße nicht aggressiv macht sondern ihnen einfach Zeitvertreib bietet, bei dem man sich keine gebrochene Nase oder eine Anzeige holt.
Ich fände es aber cool wenn die reichen Kinder sich wieder standesgemäß verhalten würden und nicht wie weiße Abziehbilder von 50 Cent oder mit Cordon Sport Outfit in der Schule aufkreuzen würden.
HipHop wieder mehr Underground wär echt korrekt, da sind wir uns einig. Mir ist es egal ob man den ganzen Tag über HipHop auf MTViva sieht oder nicht.
1. Gucke ich diese Dreckssender seit 2 Jahren nicht mehr und 2. ist Rap nicht für das Benehmen der minderjährigen Zuschauer verantwortlich. Natürlich geht es mir auch auf den Sack wenn ich seh wie ein 13jähriger von 'Schlampen' und 'Arschf*cken' redet, aber da sind die Eltern gezwungen ihren Sohn richtig zu erziehen.
So eine Diskussion gab es schon vor einiger Zeit mit der lieben Frau Griefahn, deswegen will ich da jetzt nicht mehr viel zu sagen, dreht sich eh im Kreis.

Dr. Klaus Miehling
Samstag, 13.01.07 22:46
 

"2. ist Rap nicht für das Benehmen der minderjährigen Zuschauer verantwortlich."

Dazu zwei Zitate aus dem "Stern":

„Im Büro des Berliner Vereins Strohhalm e. V. sind in den vergangenen Monaten viele Anrufe und Mails von ratlosen Lehrern und Erziehern aufgelaufen. Sie beklagen, dass schon Siebenjährige Musik von Rappern wie Sido hörten. Dass sie Veränderungen an den Kindern festgestellt hätten. Dass manchmal die Stimmung in der Gruppe aggressiv sei" (2005/23, zit. n. http://www.stern.de ).

Die Berliner Erzieherin und Quartiersverwalterin Ayten Köse

„versucht, mit einem wöchentlichen Frühstück, mit Vorträgen und vielen Gesprächen den Mädchen und Frauen ein größeres Selbstbewusstsein zu vermitteln. Ayten Köse sagt, mit ihrer Arbeit könne sie gleich wieder aufhören, wenn die Kinder auf ihren MP3-Playern zu hören bekämen, dass 'alle Frauen Schlampen sind, die man auch mal richtig rannehmen darf'. Sie würde gern wissen, 'ob diesen Rappern klar ist, welchen Schaden sie da eigentlich anrichten'" (Stern, vgl. o.).

Surma
Sonntag, 14.01.07 01:42
 

Die Zitate wären nicht nötig gewesen, ich weiß wie das Meinungsbild der Sittenwächter aussieht. Klar, die Rapper sind böse und durch sie werden die Kinder verrückt. Ist ja so, streite ich nicht ab, ich erlebe es jeden Tag wie die kurzen sich wie 'Gangster' aufspielen. Natürlich hat Rap den Einfluss auf diese Entwicklung, aber warum sollten die Musiker dafür verantwortlich sein, dass die Kinder am Teller drehn?
Wenn die Erziehung der Eltern versagt kann die Musikindustrie da nichts für. Wenn ich nen Sohn hätte würd ich einfach seine CDs einsacken und fertig aus. Aber inkonsequenz der Eltern macht sich ja allgemein immer beliebter, das erkennt man unter anderem daran, dass die Kids immer fetter werden. Kingt jetzt scheiße, ist aber so.
Rapmusik ist für Jugendliche und Erwachsene konzipiert und man kann nicht auf Kinder rücksicht nehmen, deren Eltern einfach keine autorität haben und ihren Juniors alles erlauben. In Deutschland sind Pornos ebenso legal wie diverse Horrorfilme, die sind dann halt ab 16 oder 18. Soll man's mit der Musik doch genau so machen. Und von mir aus im Fernsehn HipHop erst ab 22 Uhr, stört keinen.
Die einzigen die es stören würde, sind die großen Plattenfirmen die ihren Absatzmarkt bei den Teenies und Kindern haben. Bei denen kann man sich ruhig mal auskotzen... achne hab ja vergessen, dass die Firmenbonzen in Deutschland immer in der Politik mitmischen dürfen.
Mich würd ein 'ab 16' oder 'ab 18' Aufkleber garnicht stören.
Die Menschen die alt genug sind um Rap zu hören, verstehen auch, dass man nicht alles nachäffen soll was man vorgesetzt bekommt.
Aber noch eine Ansage: Zum Thema 'Schlampen'. Wenn man meint HipHop verbieten zu müssen, dann kann man sich auch direkt für ein Minirock verbot bei 11jährigen aussprechen. Gibt genung von denen, die Eltern sollten mal nen Arschtritt kriegen für sowas.
Achja, und warum wird die Plakatwerbung mit Frauen drauf nicht verboten? Dort werden Frauen nämlich auch nur als Sexobjekte dargestellt, aber irgendwie sagt da niemand was. (Außer die emanzipierten Kampflesben.)
Meine Erziehungstipps an Eltern mit Sido-Bälgern:
-CDs abziehen
-nein ihr Junior braucht mit 10 Jahren weder einen PC noch TV mit Kabelanschluss im Zimmer
-seinen Sie endlich mal wieder konsequent, Ihre Kinder fangen an mir auf den Sack zu gehn

Dr. Klaus Miehling
Sonntag, 14.01.07 22:57
 

„Natürlich hat Rap den Einfluss auf diese Entwicklung, aber warum sollten die Musiker dafür verantwortlich sein, dass die Kinder am Teller drehn?"
Da machen Sie es sich und den Musikern aber einfach! Wer akustische Zeitbomben in der Gesellschaft verteilt und seine Vorbildfunktion (die nun mal jeder massenmedial Tätige hat) mißbraucht, der ist selbstverständlich für dieses sein Tun verantwortlich!
„Wenn die Erziehung der Eltern versagt kann die Musikindustrie da nichts für. Wenn ich nen Sohn hätte würd ich einfach seine CDs einsacken und fertig aus."
So einen autoritären Erzieher hätte ich in Ihnen nicht vermutet ... Nur, so einfach ist es leider nicht. Sie müßten die Kinder schon in einem radio- und fernseherlosen Haushalt gefangenhalten, um zu vermeiden, daß Sie mit diesen Dingen in Kontakt kommen, zumal es ja nicht nur um Rap sondern um fast alle Arten populärer Musik geht.
„Rapmusik ist für Jugendliche und Erwachsene konzipiert und man kann nicht auf Kinder rücksicht nehmen, deren Eltern einfach keine autorität haben und ihren Juniors alles erlauben. In Deutschland sind Pornos ebenso legal wie diverse Horrorfilme, die sind dann halt ab 16 oder 18. Soll man's mit der Musik doch genau so machen. Und von mir aus im Fernsehn HipHop erst ab 22 Uhr, stört keinen."
Das wäre schon ein Fortschritt. Aber Jugendliche sind etwa ebenso beeinflußbar wie Kinder, und auf ihre Eltern hören sie noch weniger.
„Die Menschen die alt genug sind um Rap zu hören, verstehen auch, dass man nicht alles nachäffen soll was man vorgesetzt bekommt."
Schön wär's. Aber es geht ja nicht nur ums „Verstehen". Das perfide an Gewaltmusik ist ja, wie ich schon im Interview andeutete, daß sie direkt an die Urinstinkte geht, ohne Umweg über den Verstand. Die Leute merken gar nicht, wie sie manipuliert werden.

anjin
Montag, 15.01.07 09:14
 

So ganz allmählich nähert sich die Diskussion meiner Meinung nach dem Kernpunkt:

Es gibt Musik, die Gewalt zum Ausdruck bringt oder sogar glorifiziert und solche die das nicht tut. Und ziemlich wahrscheinlich ist erste Kategorie mit einer Blockflöte schwerer zu intonieren als mit einer E-Gitarre.

Ich unterscheide persönlich lieber in "Musik mit Seele", also Musik, bei der man spürt, das der Musiker zumindest versucht, Emotionen welcher Art auch immer zu transportieren (Das kann natürlich auch Wut sein, ohne gleich Gewalt fördern zu müssen) und "seelenlose Musik", z.B. rein kommerzielle oder Musik, die auch ich mit gutem Gewissen als "Gewaltmusik" kennzeichnen würde (z.B. Nazimusik).

Zum Zitat:
"Auch werden Diskotheken von vielen Jugendlichen, wie schon vor zwanzig Jahren (vgl. Mezger 1980), so gewiß noch heute, als Orte für die Anbahnung erotischer oder gar sexueller Kontakte genutzt."

Das haben unsere Großeltern schon beim Tanztee gemacht, sonst gäbe es uns nicht...
Und die Anbahnung von sexuellen Kontakten in die gleiche Ecke wie Förderung von Gewalt zu stellen stößt mir sehr unangenehm auf.
(Gesunde) Sexualität hat mit Gewalt nicht im geringsten etwas zu tun. In diesem Punkt bin ich sehr intolerant!

Und noch ein Lesetipp: Das Buch versucht ähnlich vorurteilsfrei wie das von Hr. Dr. Miehling aufzuzeigen, dass Rockmusik zum "Kommunismus, Okkultismus und Pluralismus (!!!)" führt ...

U.Bäumer: "Wir wollen nur deine Seele"
ISBN: 978-3878571926

Bilbo 55
Montag, 15.01.07 17:24
 

@ Miehling
"Wer akustische Zeitbomben in der Gesellschaft verteilt"
Also ob das Zeitbomben sind,ist ja noch immer nicht geklärt.Auch falls:Die Musik selbst begeht keine Verbrechen,es kommt selbst dann noch auf den Umgang mit ihr an.Ich möchte nicht behaupten,dass Musik meine Gefühle völlig kalt lässt,aber selbst wenn es Musik gäbe,die mich agressiv machen würde:Ich werde durch viele andere Dinge wirklich agressiv und bin dann trotzdem keine "Zeitbombe",weil ich mit meinen Agressionen alleine klar kommen muss und weis,dass ich sie nicht einfach an anderen auslassen kann.Ich finde da hat Surma absolut recht.

"Vorbildfunktion (die nun mal jeder massenmedial Tätige hat) mißbraucht, der ist selbstverständlich für dieses sein Tun verantwortlich!"
Also wenn die Vorbildfunktion so extrem wirkt,warum gehen dann nicht erstmal auf die Nachrichten los?Da sehen sie mal schlechte Vorbilder (kleine afrikanische Jungs mit Maschinengewehren sehe ich als ungeeignet für Kinder)und hier sind die Vorbilder auch noch im passenden Alter.Hingegen wird beim Rap oft GEGEN gewalt gerappt!Und ausserdem gibt es (gerade in unserer europäischen Geselschaft)auch sehr viele nicht gerade nette Vorbilder (Hensel und Kretel:nein,man kann nicdht reden oder ein Problem sonstwie lösen,man muss seinen Feind schon verbrennen)und damit lebt unsere Kultur nun schon etliche Jahre,ohne das so etwas krimminalität ausgelöst hätte.

@anjin
"und "seelenlose Musik", z.B. rein kommerzielle oder Musik, die auch ich mit gutem Gewissen als "Gewaltmusik" kennzeichnen würde (z.B. Nazimusik)."
Ich bin auch gegen Nazis,aber das auch diese Musik Wmotionen überträgt,kannst du wohl nicht abstreiten(auch wenn diese Emotionen fragwürdig sind).Auch denke ich,dass selbst Commerzmukke bei bestimmten Personen Emotionen auslöst und genaugenommen löst sowieso jedes Geräusch Emotionen aus,auch wenn nur sehr schwach.

Death_MetaL
Montag, 15.01.07 17:46
 

das is doch absoluter schwachsinn, ich werd aggressiv, wenn ich mir so mozart-schrott reinziehn, oder am klavier spieln muss.. nur, weiL sie ein prob mit ham, müssen sie UNSERE musik doch ned ganz aus der gesellschaft ausschließen.. wir können auch sachen KLASSIK MACHT AGGRESSIV, was es im übrigen auch macht!
Also bidde, das is der größte schrott, den ich je gelesen hab!

Death_MetaL
Montag, 15.01.07 17:47
 

das is doch absoluter schwachsinn, ich werd aggressiv, wenn ich mir so mozart-schrott reinziehn, oder am klavier spieln muss.. nur, weiL sie ein prob mit ham, müssen sie UNSERE musik doch ned ganz aus der gesellschaft ausschließen.. wir können auch sachen KLASSIK MACHT AGGRESSIV, was es im übrigen auch macht!
Also bidde, das is der größte schrott, den ich je gelesen hab!

Andi
Montag, 15.01.07 18:20
 

@Miehling: Sie schreiben immer wieder: Rapper missbrauchen ihre Vorbildfunktion. Einmal haben sie geschrieben, die Black Metal Szene in Norwegen hätte Kirchen angezündet. Dann wieder: Rockmusiker sind kriminell.
Dazu mal ein paar Anmerkungen: Rapper sind in einem Kriminellen Milieu aufgewachsen und sind nicht selten durch ihre Musik da raus gekommen. Die Black Metal Szene in Norwegen ist wohl kriminell, ja, aber das ist doch wohl eher ein Problem das Norwegen mit den Black Metallern hat und kein Problem das Norwegen mit der Musik an sich hat. Rockmusiker sind zwar häufig Drogenabhängig oder sonstwie kriminell, aber das hat doch nichts mit der Musik zu tun.
Zumal sie sagen das Texte eher eine Untergeordnete Rolle spielen.
Wenn ein Rapper also davon spricht wie er "seine bitch drangenommen" hat oder irgendwem ne Kugel durchs hirn geblasen hat, ist das also nach ihrer aussage irrelevant. Wozu also darüber diskutieren?

Merken sie was: Sie prangern im Grunde die Menschen die hinter einem (bzw. allen) Musikstil(en) stehen an. Aber ich habe nirgends auch nur ein stichhaltiges Argument dafür gelesen, das die Musik selber dafür verantwortlich ist.
Nach ihren Aussagen müssten also in einem Menschen, der -losgelöst von jeglichen Wissen um den Musikstil und dessen Hintergründe- eine bestimmte Musikrichtung hört (ohne Text, der ist ja schließlich nicht wichtig) Aggressive Gefühle aufkommen.
Geben sie mir mal eine Studie als Beleg dafür. Das zu untersuchen ist schier unmöglich, da es hier einen eklatanten Mangel an Testpersonen gibt.

Und zur Symphonie mit dem Paukenschlag haben sie glaub auch noch nichts gesagt. Würde mich interessieren, was für Gefühle dieser Schlag ihrer Meinung nach auslöst.

Dr. Klaus Miehling
Montag, 15.01.07 18:37
 

an anjin:
„Und die Anbahnung von sexuellen Kontakten in die gleiche Ecke wie Förderung von Gewalt zu stellen stößt mir sehr unangenehm auf."
Wer tut das? Gewaltmusik hat unterschiedliche Wirkungen; das sind zwei davon.

an Bilbo 55:
„Also wenn die Vorbildfunktion so extrem wirkt,warum gehen dann nicht erstmal auf die Nachrichten los?Da sehen sie mal schlechte Vorbilder (kleine afrikanische Jungs mit Maschinengewehren sehe ich als ungeeignet für Kinder)und hier sind die Vorbilder auch noch im passenden Alter."
Es kommt immer darauf an, in welchem Kontext Gewalt gezeigt wird.
„Hingegen wird beim Rap oft GEGEN gewalt gerappt!"
Was davon zu halten ist, verdeutlicht der Rapper LJ: „'keine Gewalt' im HipHop-Kontext bedeutete 'keine Gewalt gegen dich selbst und den, der dein Schicksal teilt'."
V.a. aber wirkt die Musik stärker als der Text. Der „Beat" ist und bleibt aggressiv, und das „ätzt" sich ins Gehirn ein, wie eine Gewaltmusikhörerin einmal sagte.
„Und ausserdem gibt es (gerade in unserer europäischen Geselschaft)auch sehr viele nicht gerade nette Vorbilder (Hensel und Kretel:nein,man kann nicdht reden oder ein Problem sonstwie lösen,man muss seinen Feind schon verbrennen)und damit lebt unsere Kultur nun schon etliche Jahre,ohne das so etwas krimminalität ausgelöst hätte."
Wiederum: Es kommt auf den Kontext an. In Märchen erhalten die Bösen ihre gerechte Strafe. In Gewaltmusik wird das Böse oft kritiklos (wobei die Sprache der Musik eindeutig Stellung DAFÜR nimmt) oder gar positiv dargestellt.

Dr. Klaus Miehling
Montag, 15.01.07 18:57
 

Nachtrag an Andi:
„Rapper sind in einem Kriminellen Milieu aufgewachsen und sind nicht selten durch ihre Musik da raus gekommen."
Viele machen trotzdem immer wieder Schlagzeilen wegen aktueller Straftaten. Im übrigen haben einige nur entdeckt, daß sie mit der Musik noch mehr Geld machen können; geläutert sind sie deswegen noch lange nicht.
„Die Black Metal Szene in Norwegen ist wohl kriminell, ja, aber das ist doch wohl eher ein Problem das Norwegen mit den Black Metallern hat und kein Problem das Norwegen mit der Musik an sich hat."
Das ist eben die Frage.
„Rockmusiker sind zwar häufig Drogenabhängig oder sonstwie kriminell, aber das hat doch nichts mit der Musik zu tun."
Das ist eben die Frage.
„Zumal sie sagen das Texte eher eine Untergeordnete Rolle spielen. Wenn ein Rapper also davon spricht wie er 'seine bitch drangenommen' hat oder irgendwem ne Kugel durchs hirn geblasen hat, ist das also nach ihrer aussage irrelevant. Wozu also darüber diskutieren?"
Ich habe nie gesagt, das sei irrelevant! Ich bin nur der Ansicht, daß die Musik am stärksten wirkt; dann erst kommen die Vorbildwirkung der Interpreten und die Texte.
„Nach ihren Aussagen müssten also in einem Menschen, der -losgelöst von jeglichen Wissen um den Musikstil und dessen Hintergründe- eine bestimmte Musikrichtung hört (ohne Text, der ist ja schließlich nicht wichtig) Aggressive Gefühle aufkommen. Geben sie mir mal eine Studie als Beleg dafür. Das zu untersuchen ist schier unmöglich, da es hier einen eklatanten Mangel an Testpersonen gibt."
Das ist richtig. Aber es genügt ja, daß die Musik, so wie sie in unserer Gesellschaft existiert, negative Auswirkungen hat. Man kann doch nicht die Augen und Ohren vor dem Problem verschließen, nur weil die Anteile der Musik an sich zum einen und ihrer Hintergründe zum andern nicht exakt auseinanderdividiert werden können.
„Und zur Symphonie mit dem Paukenschlag haben sie glaub auch noch nichts gesagt."
Doch, am 16. 12. - siehe oben.

Andi
Montag, 15.01.07 20:01
 

"Das ist richtig. Aber es genügt ja, daß die Musik, so wie sie in unserer Gesellschaft existiert, negative Auswirkungen hat."
Das ist eben die Frage!
Sie behaupten Musik im allgemeinen (ok, Klassik ist da nicht mit drin...) hat negative auswirkungen, ohne hier einen bestimmten Musikstil zu nennen.
Die gegenseite meint, dass man Musik - wie alles andere - in einem gesamt Kontext sehen muss. Es gibt viele Metallbands, die mit ihren Songs eine Geschichte erzählen (Blind Guardian, Rhapsody um mal zwei beispiele zu nennen). Die Musik stellt hier also mehr ein Mittel dar um die Szenen lebendig zu machen (ähnlich wie bei einer Oper - Rhapsody baut übrigens sehr viele Orchestrale Elemente in ihre Musik ein, genau wie viele andere Bands auch).
Andere Musiker gehen auf soziale Missstände ein (viele Rapper, aus der Metal Ecke ist System of a Down wohl ein gutes Beispiel dafür, Punk besteht zum größten Teil aus sozial-/gesellschaftskritischen Texten). Die Musik soll hier vor allem als Mittel zum Wachrütteln genutzt werden.

Das waren jetzt beispiele. Ich stimme ihnen zu, dass es Musik gibt die Sinnlos oder Gewaltverherrlichend ist. Ob dies - Musik im einzelnen betrachtet, wie sie es tun - allerdings gewaltfördernd ist, wage ich zu bezweifeln. Und diese These auf alle Musikkulturen dieser Erde auszudehnen ist schlicht und ergreifend Non-Sense.

Im übrigen: Was macht Klassische Musik denn soviel ernsthafter als andere (Unterhaltungs-)Musik? Die Klassische Musik diente in ihrer Zeit doch auch vor allem einem Zweck: Der Unterhaltung!

kus (fudder)
Montag, 15.01.07 21:15
 

Ich finde es wirklich bemerkenswert, wie engagiert hier nach wie vor diskutiert wird. Nebenbei: Aus unserer Statistik geht hervor, dass dieser Gewaltmusik-Artikel zwischenzeitlich von Dutzenden andere Blogs und Webseiten verlinkt worden ist.

Dr. Klaus Miehling
Dienstag, 16.01.07 00:06
 

an Andi:
„Und diese These auf alle Musikkulturen dieser Erde auszudehnen ist schlicht und ergreifend Non-Sense."
Ich habe nur über Musik des westlichen, amerikanisch-europäischen Kulturkreises geschrieben.
„Im übrigen: Was macht Klassische Musik denn soviel ernsthafter als andere (Unterhaltungs-)Musik? Die Klassische Musik diente in ihrer Zeit doch auch vor allem einem Zweck: Der Unterhaltung!"
Die Begriffe „ernste Musik" und „Unterhaltungsmusik" verwende ich doch gar nicht! Es geht auch nicht um Ernst oder Unterhaltung, sondern um die klanglichen Mittel, und da unterscheiden sich E und U - in der Regel - wesentlich. So wird z.B. E-Musik von U-Musikhörern oft als langweilig bezeichnet (vgl. o. Frau oder Herrn „Death MetaL"), obwohl sie objektiv betrachtet viel abwechslungsreicher und interessanter ist! Das zeigt, daß es wirklich um den Klang geht, um den aggressiven „beat", um die verzerrten E-Gitarren, um die Aggression, den Haß oder die Laszivität in den Stimmen der Sänger. Das wird, wie schon im Interview gesagt, auf einer ganz anderen Ebene wahrgenommen als die E-Musik.

Bilbo 55
Dienstag, 16.01.07 01:44
 

"So wird z.B. E-Musik von U-Musikhörern oft als langweilig bezeichnet (vgl. o. Frau oder Herrn „Death MetaL"), obwohl sie objektiv betrachtet viel abwechslungsreicher und interessanter ist!"

Ist Klassik also objektiv betrachtet wirklich interessanter?
Fraglich.Für mich sind viele Raptexte weitaus inhaltsvoller und sagen einfach mehr aus,als irgendeine Symphonie.Und wenn der Inhalt jetzt für mich das wichtige an der Musik ist,bin ich dann nicht mit aussagekräftigem Rap besser beraten?Wen der Text nicht interessiert und lieber nur Sound will,kann ja was anderes hören.Ich sehe da (bisher) kein Problem (aber wenns so weiter geht is schluss mit freier Musikwahl)

" Das zeigt, daß es wirklich um den Klang geht, um den aggressiven „beat", um die verzerrten E-Gitarren, um die Aggression, den Haß oder die Laszivität in den Stimmen der Sänger"

Aber wer redet den hier von einem "agressiven" Beat?Das ist doch eindeutig Geschmackssache!Und wenn ich dann sauer werde weil ich wiedermal irgendwo Britney Spears oder irgend so eine Pop-Tante hören muss,die von ihrem Liebsten singt,was ist daran agressive Musik?Meine Schwester macht sowas glücklich,mich sauer,weil ich solche Musik nicht leiden kann.Also kommt das doch immer auf den Geschmack an.

Peter_Silie
Dienstag, 16.01.07 14:59
 

http://verbietetbrot.de/

Andi
Dienstag, 16.01.07 15:03
 

"So wird z.B. E-Musik von U-Musikhörern oft als langweilig bezeichnet (vgl. o. Frau oder Herrn „Death MetaL"), obwohl sie objektiv betrachtet viel abwechslungsreicher und interessanter ist!"
Stimmt nicht! Allein die Tatsache, dass es mindestens 20 Verschiedene Spielarten des Metal (plus zig unterarten und Genre Mixe) gibt, zeigt das es hier einiges an Abwechslung gibt. Rechnet man alle anderen Musikstile der "U-Musik" (mein Unwort des Jahres) dazu, ergeben sich hier mindestens genausoviele Aspekte die man schön finden kann, wie bei der Klassischen Musik, wenn nicht sogar mehr.
Oder wie definieren sie abwechslung? Vlt. meinen sie auch nur, dass sich zb. Metal für sie immer gleich anhört. Das ist dann aber nur ihre subjektive Meinung. Ich persönlich finde in jedem Lied immer neue Passagen die sich aus irgendeinem(aber immer verschiedenen) Grund interessant anhören. Genau wie bei der Klassik wird hier viel unterschiedlichen Themen gearbeitet, jeder Refrain kann beispielsweise auch immer leicht variiert werden. Wo fehlt es hier also an Abwechlsung? Stellen sie also ihre subjektive Meinung nicht als objektive Wahrheit hin.
Auch wenn sie es nicht wahrhaben wollen: Jeder Musikstil hat seine Besonderheiten und variationen. Gerade deshalb ist ihre verallgemeinerung wenn sie sagen "alles außer Klassik ist Aggressionsfördernd" nicht nur nicht wissenschaftlich sondern der größte schwachsinn des Jahrhunderts!

"Die Begriffe „ernste Musik" und „Unterhaltungsmusik" verwende ich doch gar nicht!"
Wofür stehen dann die Abkürzungen E-Musik und U-Musik?

Dr. Klaus Miehling
Dienstag, 16.01.07 18:34
 

an Bilbo 55:
„Ist Klassik also objektiv betrachtet wirklich interessanter? Fraglich.Für mich sind viele Raptexte weitaus inhaltsvoller und sagen einfach mehr aus,als irgendeine Symphonie."
Die Texte meinte ich nicht, sondern die Musik.
„Aber wer redet den hier von einem 'agressiven' Beat?Das ist doch eindeutig Geschmackssache!"
Ob einem das gefällt, das ist Geschmackssache. Daß der „Beat" aggressiv ist, ist allerdings eine Tatsache und beruht, wie ich bereits schieb, auf wahrnehmungspsychologischen Universalismen. Viele Gewaltmusiker beschreiben selbst ihre Musik als aggressiv.
„Und wenn ich dann sauer werde weil ich wiedermal irgendwo Britney Spears oder irgend so eine Pop-Tante hören muss,die von ihrem Liebsten singt,was ist daran agressive Musik?"
Eben: vor allem der „beat".

an Andi:
„Allein die Tatsache, dass es mindestens 20 Verschiedene Spielarten des Metal (plus zig unterarten und Genre Mixe) gibt, zeigt das es hier einiges an Abwechslung gibt. Rechnet man alle anderen Musikstile der „U-Musik" (mein Unwort des Jahres) dazu, ergeben sich hier mindestens genausoviele Aspekte die man schön finden kann, wie bei der Klassischen Musik, wenn nicht sogar mehr."
Ich meinte nicht, daß es in der E-Musik mehr Stilunterschiede gibt als in der U-Musik, sondern daß ein einzelnes E-Musikstück normalerweise melodisch, harmonisch und satztechnisch abwechslungsreicher und interessanter ist als ein U-Musikstück.
„Jeder Musikstil hat seine Besonderheiten und variationen. Gerade deshalb ist ihre verallgemeinerung wenn sie sagen 'alles außer Klassik ist Aggressionsfördernd' nicht nur nicht wissenschaftlich sondern der größte schwachsinn des Jahrhunderts!"
So habe ich das nie gesagt. Was ich Gewaltmusik nenne, ist nicht „alles", sondern nur „fast alles" jenseits der Klassik.
„Die Begriffe „ernste Musik" und „Unterhaltungsmusik" verwende ich doch gar nicht!"Wofür stehen dann die Abkürzungen E-Musik und U-Musik?
Da habe ich mich in der Tat unklar ausgedrückt. Ich meinte, daß die Abkürzungen E-Musik und U-Musik nicht von mir eingeführte Begriffe sind, und daß ich deshalb ihre Unangemessenheit nicht verteidigen muß. Ich kenne keine in allen Punkten überzeugenden Begriffe. In meinem Buch schreibe ich normalerweise von Gewaltmusik (die, wie gesagt, nicht völlig identisch mit U-Musik ist) und klassischer Musik.

Bilbo 55
Dienstag, 16.01.07 19:16
 

@doc Miehling
"Daß der „Beat" aggressiv ist, ist allerdings eine Tatsache und beruht, wie ich bereits schieb, auf wahrnehmungspsychologischen Universalismen."
Es ist also eine Tatsache,dass die Beats bei der hier als "Gewaltmusik" bezeichneten Musik agressiv sind?Sehr fraglich(was ist denn eine wissenschafftliche Definition von "agressiv"?).Und könnten sie mir vielleicht eine Quelle für ihre "wahrnehmungspsychologischen Universalismen" sagen?

wassolldaseigentlich
Dienstag, 16.01.07 21:58
 

hört endlich auf. es hat keinen sinn, einem unsinnlichen geist die welt erklären zu wollen.

Dr. Klaus Miehling
Dienstag, 16.01.07 23:19
 

„(was ist denn eine wissenschafftliche Definition von 'agressiv'?)."
Da gibt es natürlich eine Reihe von Definitionen. Ich verwende das Wort so wie es in der Umgangssprache normalerweise verstanden wird, d.h. mit negativer Konnotation. Wenn ich den „beat" als aggressiv bezeichne, dann ist das eine vereinfachte Ausdrucksweise dafür, daß er Aggression klanglich symbolisiert und ausdrückt.
„Und könnten sie mir vielleicht eine Quelle für ihre 'wahrnehmungspsychologischen Universalismen' sagen?"
Entsprechende Literatur habe ich nicht zuhause. Es gibt menschliche Verhaltensweisen und menschliche Reaktionen, die unabhängig von der Kultur angeboren und überall auf der Welt gleich sind. Dazu gehört der Ausdruck von Emotionen und wie er sich in Mimik, Gestik und Sprachklang widerspiegelt. Wenn eine Musik eine bestimmte Emotion ausdrücken soll, dann wird sie bei allen Unterschieden der Tonsysteme und Instrumente in den verschiedenen Kulturen Gemeinsamkeiten haben. Aggression wird man beispielsweise mit Schlaginstrumenten und großer Lautstärke ausdrücken. Wer aggressiv ist, der wird auch das Bedürfnis verspüren, irgendwo dagegen zu schlagen, also einen „beat" zu produzieren. Der Rockmusiker Tim Buckley sagt: „Wenn du die Wut verlierst, verlierst du die Musik." Ein großer Teil der Gewaltmusik drückt Wut und Aggression aus; mal mehr, mal weniger.

hallöchen
Mittwoch, 17.01.07 00:56
 

"Ein großer Teil der Gewaltmusik drückt Wut und Aggression aus; mal mehr, mal weniger."
Geht es hier irgendwo darum,ob Musik Gewalt ausdrückt?
Ich dachte das Thema wäre,ob Musik Gewalt auslöst.Das manche (wohlgemerkt MANCHE,nicht alle außer Klassik und co) Musik Gewalt darstellt,wurde doch garnicht abgestritten!

Dr. Klaus Miehling
Mittwoch, 17.01.07 17:33
 

Doch, Bilbo 55 hatte es abgestritten.

Andi
Mittwoch, 17.01.07 17:52
 

"Ich meinte nicht, daß es in der E-Musik mehr Stilunterschiede gibt als in der U-Musik, sondern daß ein einzelnes E-Musikstück normalerweise melodisch, harmonisch und satztechnisch abwechslungsreicher und interessanter ist als ein U-Musikstück."
Auch das ist nur ihre persönliche Meinung und keine Allgemein gültige Wahrheit. Gerade Rhapsody, Symphony X, Nightwish (um mal ein paar Beispiele zu nennen) haben mehrere 10 Minütige oder längere Lieder (also im Bereich klassischer Stücke) die eine ähnliche vielfalt an Themen, Tempiwechsel, wechsel von ruhigen und dramatischen Phasen, etc. enthalten. Aber auch die kürzeren Stücke sind auf ihre weise interessant, auch wenn sie aufgrund ihrer Länge(bzw. Kürze) eine nicht ganz so hohe vielfalt an verschiedenen Elementen aufweisen können.

david
Mittwoch, 17.01.07 18:04
 

@ Andi

sehr richtig. an dieser stelle möchte ich auch auf die herrlich verspulten prog-thrasher von watchtower verweisen. und wurde hier überhaupt schon frank zappa in die runde geworfen? ist zappa gewaltmusik?

günther hetzer
Mittwoch, 17.01.07 18:31
 

ich bitte dich. wer songs wie "don`t eat the yellow snow" verfasst hat, der war höchstens schon in jungen jahren altersweise, aber doch kein gewaltmusiker miehlingscher prägung.

Müllmann
Mittwoch, 17.01.07 19:13
 

Aber PUR ist Gewaltmusik. Dabei werde ich sowas von aggressiv......

Toter Mann
Mittwoch, 17.01.07 19:34
 

Ich find es traurig, dass die INTOLLERANZ und das unverständis immer gernger geworden ist. der jugend wird tolleranz eingebleut, aber leute wie der nette herr der dieses buch verfasst hat beweisen genau das: die gesellschaft spaltet sich langsam auf. vorallem die alten haben angst vor dem neuen. Kiss war in den 70 und 80ern ja noch inbegriff des BÖSEN! heuzutage ist das ned viel mehr als heavy rock.

Ich höre Bands wie Slipknot, Eisregen etc aus dem grund um meine aggressionen und gewalt bereitschaften im zaum halten zu können. ohne solche musik direkt nach der schule würd ich sicher schon nen vorstrafenregister haben, wo eine länge von 20 Metern nichtmal übertrieben sein sollte.

zudem: die musik macht die leute nicht aggresiv, sondern aggresive leute hören diese musik, da ist ein unterschied.

BTW: leute die klassik hören begehn am wenigsten straftaten (nach irgendeiner zurecht gebogenen studie). aber genau die leute stehen halt auch nicht für ihre position. sie ziehen den schwanz ein. sie akzeptieren nur zum teil was andere musik richtungen betrifft.

MfG DEAD MAN WALKING

PS: richard wagner wird als der gründer des metal angesehen, also würd ich vorsichtiger sein, mit der aggresiven musik.

Dr. Klaus Miehling
Mittwoch, 17.01.07 19:41
 

an Andi:
Ich sagte ja: NORMALERWEISE sind E-Musikstücke harmonisch und satztechnisch abwechslungsreicher und interessanter ist als U-Musikstücke; das schließt Ausnahmen nicht aus.

Da Troll
Mittwoch, 17.01.07 19:48
 

Ach diese Forscher... zäumen das Pferd immer von der falschen seite auf: Nicht die Musik macht die Hörer agressiv, agressive Menschen hören öfters solche Musik (auch wenn ich hier niemandem Aggressivität unterstellen würde)...

Dr. Klaus Miehling
Mittwoch, 17.01.07 19:53
 

an Toter Mann:
„Ich höre Bands wie Slipknot, Eisregen etc aus dem grund um meine aggressionen und gewalt bereitschaften im zaum halten zu können. ohne solche musik direkt nach der schule würd ich sicher schon nen vorstrafenregister haben, wo eine länge von 20 Metern nichtmal übertrieben sein sollte."
Daß Sie mit dem Hören solcher Musik Ihre „aggressionen und gewalt bereitschaften im zaum halten" können, ist vermutlich eine Fehleinschätzung, denn daß der Konsum von Mediengewalt Aggressionen abbauen soll, ist nun eindeutig wissenschaftlich widerlegt. Vielleicht sind Sie nach dem Hören körperlich erschöpft und deuten das als Aggressionsabbau. In Wirklichkeit hat sich, ohne daß Sie es merken, Ihre Gewalt- und Kriminalitätsbereitschaft weiter erhöht. Könnte es sein, daß Ihre Affinität zu Straftaten erst entwickelt hat, nachdem Sie begannen, aggressive Musik zu hören?
„die musik macht die leute nicht aggresiv, sondern aggresive leute hören diese musik, da ist ein unterschied"
Beides trifft zu.
„richard wagner wird als der gründer des metal angesehen"
Von wem? Das ist nun offensichtlicher Unsinn.

Steff
Mittwoch, 17.01.07 20:43
 

Nachdem ich hier nun schon so einiges gelesen habe und vieles nachvollziehen kann, möchte ich nun selbst noch mal einen Kommentar dazu abliefern.
Zum einen ist E-Musik nicht völlig frei von Aggressionen, wie Sie als Musikprofessor doch sicherlich wissen. Weiterhin ist eine klare Kategorisierung von Musik nicht möglich, weil es Grauzonen gibt, und zwar in jedem Bereich. Und die Argumentation, dass eine solche Kategorisierung ja nicht falsch sein kann, weil sie sich über eine weite Zeitspanne bewehrt hat, ist in meinen Augen sehr fadenscheinig. So ist doch zu sagen, dass die Kategorisierung der einzelnen Musikstile lediglich dazu dient, eine bestimmte Art von Musik in Kategorien einzuordnen, weil das Gehirn mit einer solchen Strategie in verschiedenen Bereichen arbeitet. Alleine diese Einordnung zeigt mir schon, dass Sie ein sehr einfältiges Verständnis von Popularmusik haben müssen. Dies hat übrigens überhaupt nichts mit meiner Einstellung zu tun, weil es diese Unterteilung genausogut bei der Ernsten Musik gibt, bei der auch verschiedene Farcetten der Bandbreite an menschlichen Emotionen zutage treten.
Und selbst, wenn man es nicht aus der Sicht der Konsumenten sieht, so kann man doch einmal versuchen, die Thematik aus der Sicht der Schaffenden zu betrachten. In meinen Augen liegt der Sinn der Musik auch darin, Emotionen zu verarbeiten und an den Zuhörer zu bringen. So ist unter anderem auch die Aggression unter diesen verschiedenen Emotionen vertreten. Musik ist Kunst. Kunst ist die Möglichkeit, sich auszudrücken. Der Künstler ist in diesem Sinne frei in den Gestaltungsmöglichkeiten, die Sie ihm verwehren wollen, indem Sie ein Verbot von Unterhaltungsmusik grundsätzlich gutheißen würden. Und wenn wir schon mal bei der Emotionalität sind: Was mich bei diesem Artikel wirklich stört, ist die verallgemeinernde Weise, in der Sie von diesem Thema sprechen, das heißt, eine Kategorisierung von Kunst und dann auch noch einer kategorischen Ablehnungshaltung.
Um mal auf die Seite der Konsumenten zu treten, zu denen sich wohl so ziemlich jeder zählt: Aggressionen sind da. Der Aggressionstrieb wird nicht allein durch die Musik beeinflusst oder gar erweckt. So kann die Musik einem Menschen vielmehr ein Ventil bieten, um diese Art von Emotion zu verarbeiten.
Verwundert hat mich Ihr Vergleich mit dem Rauchen. Es sollte jedem freigestellt sein, das zu tun, was er für richtig hält - DIE FREIHEIT DES EINZELNEN HÖRT DA AUF, WO SIE DIE FREIHEIT DES ANDEREN EINSCHRÄNKT. Sie können nicht die Hörer von U-Musik kategorisch als Straftäter einstufen, dass ist weder den Menschen, noch der Musik gegenüber fair.
Ich weiß, dass diese ganze Argumentation etwas unstrukturiert ist, aber kommen wir trotzdem zum letzten Punkt. Sie können eine Gesellschaft in ihrem Kulturempfinden nicht küntlich umgestalten, das müssten Sie doch eigentlich am besten wissen. Ich halte diesen Glauben ehrlich gesagt für außerordentlich naiv, aber fühlen Sie sich bitte nicht gleich angegriffen. Die gesellschaftliche Kultur und das Kulturempfinden der Gesellschaft ist etwas Veränderliches. So wird man bestimmte Gründe für bestimmte Epochen in sämtlichen Gattungen der Kusnt finden, in der Eindrücke durch Ausdrücken verarbeitet werden.
Allgemein kann ich Ihrer Argumentation nur wenig abgewinnen, würde Sie deshalb aber nicht angreifen. Ich finde es nur schade, wie jemand, der es eigentlich besser wissen müsste, so eine traurige und verneinende Haltung zu einer sehr positiven Sache vertritt.

Mein Tipp: Rauchen Sie einen und hören sie sich Ambient an, vielleicht ändert das Ihre Meinung.

amok läufer
Mittwoch, 17.01.07 20:56
 

(vorsicht: ich bin sehr sarkastisch...ich werde nicht amok laufen..muss ma ´ja sagen bei den ganzen spinnern, die heute rumlaufen)

oh ja! ich höre slayer und metallica. zakk wylde ist mein idol. innerhalb der nächsten 24 tagen werde ich amoklaufen....mal im ernst. wer glaubt denn das? man hört musik, die einem den anspruch gibt, den man braucht. wenn man auch im klassischen aggressieve musik will kann mann vivaldi und beethoven einlegen. anspruchsvolle musik verstehe ich unter künstlern, die ein instrument gut beherrschen. ich selbst spiele gitarre und mag nun mal musik, wo gitarre gespielt wird...quasi auch mal manuel de falla oder ähnliches. dieses schactelgetue von wegen metaller und punks nazis und zecken und klassikern und so finde ich persöhnlich schrott. man hört, was ma will. passen muss das keinem. man muss sich selbst in der musik finden und das geühl der geborgenheit kann einem keiner nehmen. so des wars au scho ;) aber mal ehrlich, halten Sie sich nicht für im recht mein gutester :D klassik wird nicht so oft geripped, weil weniger leute es hören.
peace out. geniest das leben

Dr. Klaus Miehling
Mittwoch, 17.01.07 23:16
 

an Steff:

„Aggressionen sind da. Der Aggressionstrieb wird nicht allein durch die Musik beeinflusst oder gar erweckt."
Nicht allein, aber auch.
„So kann die Musik einem Menschen vielmehr ein Ventil bieten, um diese Art von Emotion zu verarbeiten."
Vgl. dazu, was ich hier am 10. 12. zur Katharsishypothese geschrieben habe.
„Verwundert hat mich Ihr Vergleich mit dem Rauchen. Es sollte jedem freigestellt sein, das zu tun, was er für richtig hält - DIE FREIHEIT DES EINZELNEN HÖRT DA AUF, WO SIE DIE FREIHEIT DES ANDEREN EINSCHRÄNKT."
Der Vergleich mit dem Rauchen hinkt tatsächlich, aber an einer anderen Stelle als Sie erwarten: Der Raucher schadet nur sich selbst (falls nicht andere zum Passivrauchen gezwungen werden). Wer Gewaltmusik verbreitet, trägt dazu bei, daß Menschen kriminell werden und dadurch andere schädigen und in deren Freiheit einschränken.
„Sie können nicht die Hörer von U-Musik kategorisch als Straftäter einstufen, dass ist weder den Menschen, noch der Musik gegenüber fair."
Das tue ich auch nicht.
„Sie können eine Gesellschaft in ihrem Kulturempfinden nicht küntlich umgestalten, das müssten Sie doch eigentlich am besten wissen."
Die Gewaltmusikmacher konnten das. Warum sollte man eine menschengemachte Entwicklung nicht rückgängig machen können? Daß das sehr lange dauern wird, ist mir klar.
„Mein Tipp: Rauchen Sie einen und hören sie sich Ambient an, vielleicht ändert das Ihre Meinung."
Kann ich daraus schließen, daß Sie Cannabiskonsument sind? Dann hätten Sie meine Ansicht vom typischen Gewaltmusikhörer aber bestätigt!

fuenf
Donnerstag, 18.01.07 00:47
 

Ich kann es nicht lassen und schaue immer mal wieder rein...

@amok läufer:
Klassische Musik wird sehr oft (illegal) ins Netz gestellt! Gerade Lv Beethoven und WA Mozart sind wahre Kracher, auch nach FJ Haydn oder WR Wagner muss man nicht lange suchen. (Sind aber sicher alles Gewaltmusikhörer, die das online zur Verfügung stellen. Oder noch schlimmer: Mischhörer, die alles und noch viel mehr wollen, Hedonisten, die vor keiner Kategorisierung zurückschrecken, sei sie auch noch so albern.)

@Steff:
"Musik ist Kunst?" So pauschal geht's nun nicht. Schließlich gibt es Wissenschaften, die versuchen, Bewertungssysteme für derlei zu schaffen (Bedeutung des Werks für die dazugehörige Epoche, verwendete Techniken etc.). Das sollte jemand aus dem Fachgebiet Kunstgeschichte o.ä. erläutern, der womöglich mehr mit dem (für mich sehr schwammigen) Begriff Kunst anfangen kann. Für mich stellt auch der Begriff Musik (als gestaltete Zeit) nichts Eindeutiges dar.

@Dr. Klaus Miehling:
"Dass sich diese Kategorisierung [E- und U-Musik] so lange halten konnte, spricht für sie."
"Ich meinte, daß die Abkürzungen E-Musik und U-Musik nicht von mir eingeführte Begriffe sind, und daß ich deshalb ihre Unangemessenheit nicht verteidigen muß. Ich kenne keine in allen Punkten überzeugenden Begriffe. In meinem Buch schreibe ich normalerweise von Gewaltmusik (die, wie gesagt, nicht völlig identisch mit U-Musik ist) und klassischer Musik."
Mir scheint, sie wissen selbst nicht, was sie meinen. Auch Ihr Vergleich mit dem Rauchen
Auch im Hinblick auf den Einfluss der "Gene". Was sollen sie denn zu 50% beeinflussen? Welche Musik wir hören oder welches Verhalten wir an den Tag legen? Oder ach nein, sie meinen ja: das Verhalten wird zu 50% von den Genen und zu 50-x% von der Musik bestimmt (wobei x der nichtgenetische und nichtmusikalische Einfluss darstellt). Sagt das etwas über den Stellenwert von Musik im Vergleich zu persönlichen Kontakten (Familie, Freunde, weiteres Umfeld), politischem Umfeld, sozial-ethnologischer Herkunft, geographischer Lage des Wohnorts, kulturellem Angebot (außer Musik) etc. aus? Wie groß ist 50-x%? Kann man das messen (vielleicht durch Experimente mit Zwillingen)? Taugen die Zahlen als wissenschaftlicher Anstrich oder doch nur zu Hausnummern? Werden Gene statisch exprimiert? Wozu hat man väterliche und mütterliche Chromosomen? Was ist Epigenetik? Wieso reagieren Frauen und Männer oftmals unterschiedlich auf das gleiche Medikament? Wie hängen biologische und entwicklungspsychologische Ontogenese zusammen? Maßt sich der Teilbereich klassische Musik (vertreten durch Sie) nicht ein bisschen viel an? Ach nein, stimmt, laut Ihnen ist Musik ja einer der wirksamsten Faktoren.
Aber zurück: E- und U-Musik haben sich vielleicht als Begriffe erhalten, vom Inhalt unterlagen und unterliegen sie der Wandlung (hängt wohl auch damit zusammen, wer bei der GEMA gerade im Vorstand sitzt).
Nach dem ich jetzt recht lange so aggressiv geschrieben habe (typisch Gewaltmusiker eben), würde ich sie gerne darum bitten, vielleicht doch noch einmal Ihre Kriterien zur Einteilung von Musik darzulegen. Oder war es tatsächlich nur der Dualismus: Schlagzeug & Percussion schlecht, alles andere gut?

@Andi:
Ich denke, einiges aus dem Bereich Prog-Metal, Jazz und sogar Pop würde man zur E-Musik zählen müssen, hätte man nicht wie die GEMA aus finanziellem Interesse gewebte Scheuklappen auf. Darüber hinaus kann sich jeder, der sich mit solchen Gebilden wie GEMA (oder GEZ) auseinandersetzt, selbst ein Bild von ihrer teilweise bis ins Gegenteil ihrer Ursprungsidee verkehrten Funktion machen.
Von dem abgesehen, kenne ich keinen Musikwissenschaftler (noch nicht einmal Dr. Miehling will dafür seine Hand ins Feuer halten), der diese Einteilung für geeignet hielte und beibehalten wollte.
Musikstücke über ihre Dauer zu kategorisieren halte ich für unbrauchbar, es sei denn, man ist Rundfunkredakteur und muss gerade eine Lücke von 3:27 Minuten überbrücken. Über Kreativität und künstlerischen Anspruch sagt das rein gar nichts aus.

Könnte noch endlos schreiben, hier gibt's ja so viele Meinungen... wer soll das alles lesen? ;-)

fuenf
Donnerstag, 18.01.07 01:16
 

@Dr. Klaus Miehling:
Habe gerade einen abgebrochenen Satz in meinem Kommentar entdeckt, den ich eigentlich löschen wollte, aber nun eben zur Vollständigkeit ergänze:
Auch Ihr Vergleich mit dem Rauchen, in dem sie einerseits die Hörer von Gewaltmusik (Raucher) kriminalisieren, später aber doch nicht pauschal aburteilen wollen, dafür aber jedem Gewaltmusik-Verbreiter einen Beitrag dazu vorwerfen, sein Umfeld zu kriminalisieren und freiheitlich einzuschränken, wirkt etwas uneindeutig und konstruiert. Es sei denn, Sie wollten Tabak- und "Gewaltmusik"-Industrie vergleichen, das wäre meiner Meinung nach (für das, was ich als Ihren Standpunkt halte) stringent. Hätte auch als Analogie den Raucher/Hörer als direktes Opfer und den Passivraucher/Aggressionsrezipienten als indirektes Opfer. Ich bin mir sicher, dass man nach dem gleichen Vorgehen (Vergleichen von Äpfel mit Birnen), so einiges andere ans Tageslicht fördern könnte.

SMOLORD
Donnerstag, 18.01.07 09:10
 

Sehr geehrter Dr. Klaus Miehling, ich hätte da mal eine Frage an Sie:

Wären Sie bereit ihre aufgestellte Theorie zu revidieren, falls beweiskräftiges Material vorliege, dass jeden Punkt ihrer Argumentation aus den Angeln heben könnte.

Falls es dem so ist, werde ich den kommenden Februar diesem Ziel widtmen.

Ich bedanke mich schon im Vorraus für ihre Antwort

david (fudder)
Donnerstag, 18.01.07 11:04
 

@dr. klaus miehling

„richard wagner wird als der gründer des metal angesehen"
Von wem? Das ist nun offensichtlicher Unsinn.

Obige Behauptung wurde meines Wissens desöfteren von Manowar-Bassist Joey DeMaio in den Fachorganen Rock Hard und Metal Hammer aufgestellt.

sinnloser thread...
Donnerstag, 18.01.07 11:20
 

Jeder dritte konsumiert Cannabis...Warum? Um zu chillen und mal abzuschalten. Sind alle Cannabisraucher Gewaltmusikhörer und sind sie auch alle aggressiv? Ich glaube nicht...Sonst würde nicht alle so smilen und fröhlich drauf sein, nachdem sie nen J geraucht haben...Das es Ausnahmen gibt ist klar, die gibt es überall. Aber das sind doch meistens die Leute die richtig darauf hängen geblieben sind und nicht mehr ohne können...Abgesehen davon das Cannabis körperlich nicht abhängig macht sind das sowieso meistens die Leute der "unteren" Schicht. Kommt das von der "gewaltmusik"? Nein, ihr Leben war schon im Arsch bevor sie überhaupt angefangen haben sich für Musik zu interessieren...

GEWALT!
Donnerstag, 18.01.07 11:33
 

Das alles hier tangiert mich periphär...

Klaus, bist du das???
Donnerstag, 18.01.07 11:55
 

Irgendwie erinnert der Typ mich an den kleinen Klaus, der bei uns in der Straße wohnte. Der durfte auch keine "gängige" Musik hören, geschweige Comics oder "schlichte" Jugendlektüre lesen.

Mit dem wollte dann keiner spielen und gehänselt wurde der auch immer... - Kinder sind grausam - (Gewalttäter durch Benjamin Blümchen?)

Habe ich zwar nie gesehen, aber man sagte sich, seine Mum würde ihm ab und zu Schnitzel an die Ohren hängen, damit wenigstens die Hunde mit ihm spielten.

fuenf
Donnerstag, 18.01.07 14:46
 

@david (fudder) (18.01.07, 11:04):
Haha, der ist gut! Wenn Joey DeMaio das sagt, muss das stimmen... hehe. Er mag zwar gute Musik schreiben und gut Bass spielen, aber seine Theorien (z.B. dass Spanisch stärker mit der Deutschen Sprache verwandt sei, als Englisch etc.) sind meist haarsträubend, passt also ganz gut hierher. :-D

Martin Silenus
Donnerstag, 18.01.07 16:30
 

Jaja, der Herr Miehling mit seinem Pladoyer für musikalische Gleichschaltung und den Beginn der klassischen Monokultur. Nichtklassikhörer nehmt euch in Acht, die Scheiterhaufen warten schon, die Gewaltmusikpolizei ist euch schon auf den Fersen und bringt euch ins Mozart-Gulag. Dort werdet ihr dann zu lieben, gesetzestreuen, gewaltfreien klassikliebhabenden Spiessbürger umerzogen.


Schöne neue Welt....



Genug dunkle Fiktion zur Diskussion:

Es ist ziemlich unverkennbar welche der Meinung "Buchautor" über fast sämtliche Musikrichtungen ausser seiner heissgeliebten klassischen Musik hat. Dementsprechen lesen sich seine Argumente, er lässt kein gutes Haar an nichtklassischen Musikrichtungen, wie ein regelrechter Privatkreuzzug.
Ich denke jede weitere Diskussion mit unserem monomanischen, panikmachenden Klischeeakademiker führt im Endeffekt zu nichts. Bis jetzt ist er für keinen Augenblick von seinem hohen, elitären Ross abgestiegen, seine geringschätzung für die, von ihm so nett titulierten, Gewaltmusikhörer ist schon fast physisch spürbar.
Allerdings haben sich auch einige Leute hier nicht so nett benommen und ihn in seinem weltfremden "Bild" vom prollhaften "Gewaltmusikhörer" noch zusätzlich bestätigt.


Auch nett finde ich wie er über Musikrichtungen schreibt, die er wohl höchstens aus Büchern kennt oder vom Hörensagen besorgter, konservativer Mitmenschen. Jaja, die verdorbene Jugend, sie kann nicht unterscheiden, sich nicht beherrschen und denken. Alles medienmanipulierte Zombie-Bioten, wenn man diesen Ausführungen und dem damit verbundenen Weltbild glaubt.
Wie man auch unschwer erkennen kann, und wie er es auch offen zugab, hat sich dieser liebe Mann nicht die geringste Mühe gemacht irgendwelche Feldforschungen zu machen, Deshalb auch seine vielfache Unkenntnis. Unnötig wie er selbst sagt. Aber das er dadurch mal seine eigenen Vorurteile abbauen könnte, diese "Gewaltmenschen" mal vor Ort studieren könnte, anstatt sich auf nackte Zahlen von irgendwelchen Statistiken zu verlassen. Vielleicht hätte es seine Einstellung ein wenig geändert.

Passend zu dieser Stelle gebe ich ihnen Herr Miehling etwas von Churchill mit auf den Weg:

Glaube keiner Statistik die du nicht selber gefälscht hast.


Interessant sind auch die zahlreichen Klischees, mit denen er uns da immer wieder bombardiert, und die anscheinend sehr tief in seinem Kopf sitzen. Er stempelt uns zu Internetpiraterie betreibenden, prügelnden, ungebildeten und prollhaften Schwachmaten. Danke sehr. Da hätte ich von einem Menschen mit seinem Hintergrund mehr erwartet, aber anscheinend gehe ich da auch einem Klischee auf den Leim.




Mein Rat an alle:

Ihr nehmt diesen Mann teilweise viel zu ernst. Gebt ihm nicht unnötig aufmerksamkeit.
Ihn als fleischgewordene Realsatire zu betrachten, über soviel Borniertheit lachen und ihn dann vergessen ist hierbei ein guter Ansatz.


Vielleicht wird er jedoch eines tages seine elitären, akademischen Scheuklappen ablegen und entdecken, dass die Welt ausserhalb seines behüteten Elfenbeinturms doch nicht so böse ist.






Dr. Klaus Miehling
Donnerstag, 18.01.07 19:27
 

an fuenf:
„Wie groß ist 50-x%? Kann man das messen (vielleicht durch Experimente mit Zwillingen)?"
Genau. Zwilling sind genetisch praktisch identisch. Wenn sie unmittelbar nach der Geburt getrennt werden, kann man davon ausgehen, daß Unterschiede in Persönlichkeit, Charakter und Verhalten nicht genetisch, sondern durch die Umwelt bedingt sind.
„Wieso reagieren Frauen und Männer oftmals unterschiedlich auf das gleiche Medikament?"
Sie meinen damit wohl, daß Frauen und Männer eventuell unterschiedlich auf Gewaltmusik reagieren. Das wurde m.W. noch nicht untersucht. Man weiß aber, daß Männer zu einem größeren Anteil Gewaltmusik bevorzugen als Frauen, daß sie - immer statistisch gesehen - schlechtere Schulleistungen erbringen und mehr Gewaltkriminalität verüben.
„Nach dem ich jetzt recht lange so aggressiv geschrieben habe (typisch Gewaltmusiker eben), würde ich sie gerne darum bitten, vielleicht doch noch einmal Ihre Kriterien zur Einteilung von Musik darzulegen. Oder war es tatsächlich nur der Dualismus: Schlagzeug & Percussion schlecht, alles andere gut?"
Es gibt mehrere Parameter, die auf die Aggressivität eines Musikstücks Einfluß haben. Einen großen Einfluß haben Schlagzeug, Klangfarbe und Ausdruck der Singstimme, einen mittleren Rhythmik, Lautstärke, Harmonik und Intonation, einen geringen Melodik und Tempo. Wie aggressiv ein Musikstück ist, wird dadurch bestimmt, wieviele dieser Parameter in welcher Ausprägung vorliegen.

an SMOLORD
„Wären Sie bereit ihre aufgestellte Theorie zu revidieren, falls beweiskräftiges Material vorliege, dass jeden Punkt ihrer Argumentation aus den Angeln heben könnte. Falls es dem so ist, werde ich den kommenden Februar diesem Ziel widtmen."
Das ist eine Fangfrage. Antwortete ich mit ja, würde ich zugeben, daß ich mir meiner Sache nicht sicher bin; antwortete ich mit nein, würden Sie mir Engstirnigkeit und Unbelehrbarkeit vorwerfen. Nichts für ungut, aber widmen Sie doch den Februar lieber der Verbesserung Ihrer Rechtschreibung!

an david (fudder)
Vermutlich wurde Wagner vom Manowar-Bassist deshalb als Begründer des Metal bezeichnet, weil er viele Blech(Metall!)blasinstrumente im Orchester eingesetzt hat ...

an sinnloser thread ...
„Jeder dritte konsumiert Cannabis...Warum? Um zu chillen und mal abzuschalten. Sind alle Cannabisraucher Gewaltmusikhörer und sind sie auch alle aggressiv?"
Da bringen Sie verschiedenes durcheinander. Cannabisraucher sind nicht unbedingt aggressiv, aber sie sind kriminell. Gewaltmusik bringt Menschen dazu, Gesetze zu mißachten. Körperliche Gewalt ist da nur eine von vielen Möglichkeiten.

an Martin Silenus:
„Wie man auch unschwer erkennen kann, und wie er es auch offen zugab, hat sich dieser liebe Mann nicht die geringste Mühe gemacht irgendwelche Feldforschungen zu machen, Deshalb auch seine vielfache Unkenntnis. Unnötig wie er selbst sagt."
In der Tat. Ich habe Feldforschungen zitiert; bestenfalls hätte ich diesen eine weitere hinzufügen können; das hätte die Gesamtzahl der Indizien und Beweise in meinem Buch nur unwesentlich erhöht. Meine Aufgabe sehe ich darin, die von vielen Spezialisten gesammelten Fakten zusammenzuführen und meinen Lesern dadurch Augen und Ohren zu öffnen.
„Interessant sind auch die zahlreichen Klischees, mit denen er uns da immer wieder bombardiert, und die anscheinend sehr tief in seinem Kopf sitzen. Er stempelt uns zu Internetpiraterie betreibenden, prügelnden, ungebildeten und prollhaften Schwachmaten."
Das stimmt einfach nicht. Ich sage, daß Gewaltmusik einen Einfluß ausübt, der die Wahrscheinlichkeit erhöht, daß Menschen sich so verhalten. Nicht weniger, aber auch nicht mehr.

Nick Name
Donnerstag, 18.01.07 19:59
 

Hallo Herr Miehling,

es wäre zu zeitaufwändig, alle Kommentare durchzulesen, deshalb kann es sein, dass meine Frage schon gestellt wurde.

Wenn Sie eine Korrelation zwischen bestimmter Musik und Gewalt oder Gewaltbereitschaft beobachten, woher können Sie dann wissen, in welche Richtung die Kausalität verläuft?
Ich meine, dieselbe Korrelation wird ja auch bei "Killerspielen" beobachtet. Aber wie können Sie wissen, dass Menschen nicht einfach nur deswegen diese bestimmte Musik hören, bzw. "Killerspiele" spielen, weil sie schon eine Neigung zur Gewalt haben? Damit hätten Sie schon ihre Korrelation, aber die Kausalität wäre andersherum.
Oder auch die Korrelation zwischen Kriminalität und "Gewaltmusik", die Sie anhand von Statistiken über illegale Downloads belegen: ist es nicht eher so, dass schlicht die meisten Nutzer von file-sharing-Programmen junge Leute sind, die nicht nur wenig oder gar keine klassische Musik hören, sondern auch durch das Internet nur ein geringes Unrechts-Bewusstsein haben (zumindest dieser letzte Punkt ist allgemein anerkannt)?

Ich finde einfach, dass Sie sich mal in eine Statistik-Vorlesung setzen sollten, da werden solche Fehlschlüsse von Professoren gerne als Lacher in der ersten Vorlesung eingesetzt.

Daemon
Donnerstag, 18.01.07 20:49
 

So wie die meisten Leser finde auch ich diesen Artikel einfach nur Schwachsinnig. Ich selber bin ein Mensch der die meiste Zeit nur Black Metal hört, was mit einer der aggresivsten Musikrichtungen ist. Wer mir jetzt weiss machen will das Metal einfach nur aggresiv macht hört entweder den falschen Metal oder die falsche Musik. Bei Metal handelt es sich um eine sehr Vielseitige Musikrichtung die nicht immer aggresiv sondern oft auch einfach ruhig und angebehm sein kann. Eben diese Musik hat aber auch in der Klassischen Musik seine Wurzeln so ist in einigen Bands auch eine Geige zu oder noch ältere instrumente wie eine Mandoliene zu sehen. Auch das mit dem Schlagzeug halte ich für ziemlichen Schwachfug vor allem weil auch in einem Orchester ein Schlagzeug existier, sicher wird es nicht in diesem Ausmas gespielt wie bei einer Black Metalband dennoch handelt es sich dabei um ein Schlagzeug.
Ob Menschen die "Gewaltmusik" hören, nun wirklich zu Gewalt neigen hängt größtenteils von ihrem Umfeld ab in dem Sie aufgewachsen sind und wie stark sie Seelisch sind und nicht davon welche Musik sie hören.
Ich kann sagen das ich einer der besten Beispiele dafür bin:
Ich höre wie oben schon gesagt sehr gerne Black Metal, versuche aber möglichst mich von Schläggereien fernzuhalten was mir bisher auch gelungen ist.
Auch sonst bin ich ein recht stiller Mensch, was aber auch wieder umgebungsabhängig ist.

Sie können die von ihnen genannten Musikrichtungen nicht einfach in eine Schublade stecken und Gewaltmusik draufschreiben da es noch sehr viele Unterkategorien gibt die sich vieleicht anders anhören. Hinzu kommt noch, nur weil sie sich von z.B. Metallica ein bisschen was angehört haben heist das noch lange nicht das Summoning sich genauso anhören, nein sogar im gegenteil Summoning machen sehr genialen Black Metal der seehr viele Klassischen Elemente enthält, welche wiederum sehr gut mit E-Gitarren und Gesang vermischt wurden.

Von daher, bitte Kritisieren sie keine Musik von der Sie keine Ahnung haben! Wenn sie solche Musikrichtungen wirklich Kritisieren wollen setzen sie sich bitte genauer damit auseinander bevor sie einen sollchen "Bullshit" schreiben.

Gerardo Escobar
Donnerstag, 18.01.07 20:58
 

Meiner Ansicht nach, haben sie zu viel Zeit übrig, sodass sie in der Lage sind sich über Dinge Gedanken zu machen, die nicht änderbar und irrelevant sind, denn nicht jeder Konsument ihrer sog. "Gewaltmusik" reagiert wie von ihnen beschrieben! Ich sehe Musik als Segen und nicht als Fluch. Ich musste mir erstmal ein paar Minuten Ruhe gönnen, nachdem ich mich kurz ihren haarsträubenden Theorien widmete, sonst wäre dieser Kommentar wohl stark von Beleidigungen geprägt. Ich habe einen Tipp für sie: Machen sie sich über sinnvollere Dinge Gedanken und nutzen sie das Internet nicht um sich in der Hardcore-Idioten-Szene einen Namen zu machen, denn offensichtlich leiden sie unter einem Aufmerksamkeitsdefizit, dass dadurch befriedigt wird, dass sie provokante Thesen veröffentlichen und damit die Aufmerksamkeit und das Mitteilungsbedürfnis von Musikliebhabern aller Genres auf sich ziehen. Ich finde diesen Versuch bedaurlich und armseelig! Sie tun mir wirklich leid.

horny
Donnerstag, 18.01.07 21:56
 

Hallo Herr Mehling,

"Da habe ich mich in der Tat unklar ausgedrückt. Ich meinte, daß die Abkürzungen E-Musik und U-Musik nicht von mir eingeführte Begriffe sind, und daß ich deshalb ihre Unangemessenheit nicht verteidigen muß. Ich kenne keine in allen Punkten überzeugenden Begriffe. In meinem Buch schreibe ich normalerweise von Gewaltmusik (die, wie gesagt, nicht völlig identisch mit U-Musik ist) und klassischer Musik"
Wieso vernachlässigen Sie hierbei völlig die F-Musik?

"Kann ich daraus schließen, daß Sie Cannabiskonsument sind? Dann hätten Sie meine Ansicht vom typischen Gewaltmusikhörer aber bestätigt!"
Was an Drogenkonsum ist gewalttätig?

Fragen Sie sich nicht warum Sie mit Ihrer Meinung so alleine dastehen, sind alle anderen zu dumm um die Wahrheit zu erkennen?


fuenf
Donnerstag, 18.01.07 22:04
 

@Nick Name:
Ich glaube, das Alter spielt bei Dr. Miehling keine direkte Rolle. Außerdem stimmt es m. E. überhaupt nicht, dass Klassikhörer ihre Musik nicht ins Netz stellen würden. Aber da man nicht ausschließen kann, dass die tatsächlich ausschließlich Klassik-Musik (wer auch immer diese genau definieren will) hören, sondern eben auch die zu bösen Taten und Gewaltverbrechen anstiftende "Gewaltmusik" (von der ich immer noch nicht weiß, was sie genau ausmacht) ist das für Dr. Miehling natürlich kein Argument.

@Dr. Miehling:
Können Sie Ihre "Gewaltmusik"-Kriterien weiter konkretisieren? (Vielleicht kommen wir hier dann mal zu Potte!) Sie nennen zwar Parameter aber nicht, wie sich diese auswirken.
1a) Schlagzeug (scheint ein binäres Kriterium zu sein);
1b) Singstimme kann also nach Klangfarbe und Ausdruck (unabhängig des Textes) zu Gewaltausbrüchen beim Hörer führen, hätten Sie da Beispiele oder eine Studie?
2a) Rhythmik,
2b) Harmonik und
2c) Intonation
Was bedeutet das Konkret? Ziehe ich nun einen 4/4- einem 7/8-Takt vor? sollte ich Shuffles meiden? wie wirken sich Synkopierungen oder Taktartwechsel auf einen ordentlichen Geist aus? In welchem Verhältnis zueinander sollten Dur und Moll vertreten sein? wie wirken Dissonanz und Konsonanz (und welcher unvoreingenommene Hörer bestimmt, was was ist)? Sind Glissandi/Slides etc. einem direkten Anspielen der gewünschten Tonhöhe besser für die Hörerschaft (und einen selbst)?
2d) Lautstärke (sollte jeder Hörer selbst bestimmen können oder meinten sie Dynamik? Wenn ja, in welchem Umfang ist sie zu befürworten?);
3a) Melodik (was ist nochmal der Unterschied zur Melodie?) und 3b) Tempo (ab welchen bpm-Zahlen gerät der unbedarfte Hörer unwillkürlich in Rage?)
Könnten Sie ein kleines Einmaleins der Einteilung von Hörmaterial in "Gewaltmusik" und "klassische Musik" bzw. gute und böse Musik erläutern oder erarbeitern? am besten anhand von Studien oder anderen anerkannt wissenschaftlichen Arbeiten.
Sie behaupten zwar etliche diesbezügliche Quellen in Ihrem Buch zusammengetragen zu haben, aber ich finde da keine Referenzen die sich nur auf den Musikgenuss beziehen. In erster Linie geht es eher (wenn man Glück hat) um die Präsentation der Musik (z.B. in Videoclips) und um Jugend und Konsolen-/Computerspiele, Mediengewalt und was auch immer.
Ich finde Ihre Überlegungen durchaus interessant, aber ich sehe nur keine Belege, lediglich wirr zusammengeklaubte "Indizien" im Stile eines Verschwörungstheoretikers.
///
Mit meinem kleinen Ausflug in die Genetik wollte ich vielmehr andeuten, dass es m. E. schwachsinnig ist, eine Zahl wie 50 % für den Einfluss der Gene auf unser Verhalten zu veranschlagen - das ist keine Wissenschaft, sondern Willkür. Ich wage zu bezweifeln, dass irgendein ernstzunehmender Genetiker behauptet zu wissen, welche DNS vernachlässigbar ist, wie deren Exprimierung reguliert wird und wann überhaupt welches Gen exprimiert wird.
Vergessen sie die Versuche mit eineiigen Zwillingen am besten, wie wollten sie eine solche denn (selbstverständlich mehrfach) durchführen?

fuenf
Donnerstag, 18.01.07 22:08
 

Ich entschuldige mich schon mal für die ganzen Fehler...

elondur
Donnerstag, 18.01.07 22:27
 

Über 70% der Amokläufer spielten Counter Strike!! 100% aller Amokläufer assen Brot!!!! Darum verbietet BROT!!!!
das ist etwa genau so sinnlos.
man kann doch nicht einfach musik verbieten.

Nick Name
Donnerstag, 18.01.07 22:40
 

Ich glaube, was elondur sagen will, und was ich mit Lachern in Statistik-Vorlesungen meinte, ist ungefähr folgendes:

Es mag durchaus eine Korrelation zwischen der sinkenden Anzahl von Störchen und dem Geburtenrückgang in Deutschland geben - eine Kausalität hingegen ist höchst unwahrscheinlich.

Smolord
Donnerstag, 18.01.07 23:58
 

Mmmh, ich glaube um den guten alten Dr. Miehling ist es bereits geschehen. Da kann man ihm wahrscheinlich die tollsten Beispiele, Statistiken und was weis ich nennen, aber bringen wird es wahrscheinlich nix. Der Karren sitzt zu tief im Morast.

Aber was besonders gefährlich ist, wäre natürlich die Möglichkeit, dass ihm irgendwelche Personen die entweder in der Wirtschaft oder Politik eine Rolle spielen, ernst nehmen.

Stellt euch doch mal die Folgen vor, all unsere schönen Scheiben auf immer und Ewig verbannt, beschlagnahmt oder zerstört.


Früher hätten sich die Studenten mit Kopfsteinpflaster bewaffnet dem Feind gestellt (ala Vormärz.)

Deshalb sage ich euch, der Tatendrang unsere Generation ist bestimmt nicht milder als der unserer Vorfahren. Falls es soweit ist, werden dem Kopfsteinpflaster wieder Flügel wachsen.

"Bitte versteht mich nicht falsch, der beschriebene Gewaltakt ist eher sowas wie eine gute Tradition. :-)

Denn soweit ich weiss wird in keiner Quelle des 19 Jahrhunderts Hip Hop oder Metal erwähnt.

:-)

Dr. Klaus Miehling
Freitag, 19.01.07 00:05
 

an Nick Name:
„Wenn Sie eine Korrelation zwischen bestimmter Musik und Gewalt oder Gewaltbereitschaft beobachten, woher können Sie dann wissen, in welche Richtung die Kausalität verläuft?"
a) Anhand empirischer Aussagen von Gewaltmusikhörern.
b) Anhand wissenschaftlicher Untersuchungen an Probanden.
c) Anhand entsprechender Effekte bei Reduzierung von Gewaltmusik wie z.B. beim Münchner Oktoberfest.
„Oder auch die Korrelation zwischen Kriminalität und 'Gewaltmusik', die Sie anhand von Statistiken über illegale Downloads belegen: ist es nicht eher so, dass schlicht die meisten Nutzer von file-sharing-Programmen junge Leute sind, die nicht nur wenig oder gar keine klassische Musik hören, sondern auch durch das Internet nur ein geringes Unrechts-Bewusstsein haben (zumindest dieser letzte Punkt ist allgemein anerkannt)?"
Es geht nicht um die absoluten, sondern um die relativen Zahlen. Auch ist das illegale Herunterladen nur ein Beispiel, das durch die entsprechende Frage im Interview überbewertet wurde.
an horny:
„Wieso vernachlässigen Sie hierbei völlig die F-Musik?"
Diesen Begriff müssen Sie mir erklären.
„Was an Drogenkonsum ist gewalttätig?"
Vgl., was ich heute in meinem vorangehenden Eintrag an „sinnloser thread ..." geschrieben habe.
„Fragen Sie sich nicht warum Sie mit Ihrer Meinung so alleine dastehen, sind alle anderen zu dumm um die Wahrheit zu erkennen?"
Kritiker melden sich eher zu Wort als Befürworter. Allein im 20. Jh. habe ich 70 (!) Personen gefunden, die vor negativen Wirkungen populärer Musik warnten. Aus Platzgründen konnte ich das im Buch leider nicht berücksichtigen.

an fuenf:
„Können Sie Ihre 'Gewaltmusik'-Kriterien weiter konkretisieren? (Vielleicht kommen wir hier dann mal zu Potte!) Sie nennen zwar Parameter aber nicht, wie sich diese auswirken."
Was sich auswirkt, ist der Gewaltcharakter der Musik insgesamt. Welchen Anteil die einzelnen Parameter haben bzw. wie sie sich isoliert auswirken würden, das müßte noch untersucht werden.
„Könnten Sie ein kleines Einmaleins der Einteilung von Hörmaterial in 'Gewaltmusik' und 'klassische Musik' bzw. gute und böse Musik erläutern oder erarbeitern?"
Das wäre zum jetzigen Zeitpunkt, da die Diskussion darüber noch ganz am Anfang steht, unnötig, da es für die allermeiste Musik eindeutig ist. Ich habe bereits gesagt, daß ich mir nicht anmaße, eine genaue Grenze in der Übergangszone zu ziehen.
„Ich finde Ihre Überlegungen durchaus interessant, aber ich sehe nur keine Belege, lediglich wirr zusammengeklaubte 'Indizien' im Stile eines Verschwörungstheoretikers."
Sie beziehen sich auf mein Buch, haben also zumindest hineingeschaut. Die Indizien sind nicht „wirr zusammengeklaubt" sondern systematisch geordnet. Verwirrend mag ihre Fülle sein, aber gerade das macht sie so relevant.
„Mit meinem kleinen Ausflug in die Genetik wollte ich vielmehr andeuten, dass es m. E. schwachsinnig ist, eine Zahl wie 50 % für den Einfluss der Gene auf unser Verhalten zu veranschlagen - das ist keine Wissenschaft, sondern Willkür."
Diese Zahl ist auch nicht wörtlich zu nehmen; ich schrieb am 6. 1.: „etwa 50 % (nur ein Mittelwert)".
„Vergessen sie die Versuche mit eineiigen Zwillingen am besten, wie wollten sie eine solche denn (selbstverständlich mehrfach) durchführen?"
Solche Untersuchungen werden seit Jahrzehnten durchgeführt, und daher kommt auch die Angabe der „etwa 50 %".

an elondur und Nick Name:
Zur Frage der Korrelationen habe ich mich am Beginn dieses Beitrags geäußert; außerdem hier schon am 13. 12. und am 7. 1.

Nick Name
Freitag, 19.01.07 00:43
 

Herr Miehling,

ich habe die von Ihnen erwähnten Beiträge nachgelesen, kann mich aber damit nicht zufrieden geben.
Was sind denn die empirischen Aussagen von "Gewaltmusik"-Hörern? Wenn Sie mich fragen würden, ob ich gerne "aggressive Musik" (Heavy Metal, Punk in meinem Fall) höre, wenn ich mich über irgend etwas ärgere - ja, auf jeden Fall! Das impliziert aber noch keine Kausalität von Musik zu Gewalt!
Was sind die wissenschaftlichen Untersuchungen? Sie werden zu Recht auf Ihr Buch verweisen, ich kann allerdings bisher keinen Grund finden, es zu kaufen. Eine Kausalität ist nur dann beweisbar, wenn eine Änderung des zu untersuchenden Merkmals c.p. zu einer definitiven Änderung des Verhaltens in der relevanten Richtung führt. Hat die eine Hälfte der Probanden Sie verdroschen und die andere Hälfte nicht, oder wie kann ich mir das vorstellen?
Einverstanden, Sie reduzieren beim Oktoberfest die Gute-Laune-Musik und spielen stattdessen Beethoven - klar, da prügelt sich keiner, sie gehen lieber ins Nachbarzelt wo angemessene Musik läuft - entschuldigung, aber das ist keine wissenschaftliche Empirie! Wenn Fußballfans einem Ballett zuschauen, werden sie sich anders verhalten als bei einem Fußballspiel - das hat aber nichts mit Kausalität zu tun, sondern mit Tautologie!

Bilbo 55
Freitag, 19.01.07 00:47
 

Also mir reicht ja so langsam,aber ich hab noch ne nette Seite,die man auch auf dieses Thema beziehen kann (auch wenn mir der Link erstmals bei Recherchen zum Thema "Killerspiele" begegnet ist.

http://verbietetbrot.de/

fuenf
Freitag, 19.01.07 01:11
 

@Dr. Miehling:
Hmmm... also dann mal viel Erfolg beim Aufschlüsseln der Auswirkungen der genannten Parameter, vielleicht lässt sich ja irgendwann mal tatsächlich anhand derer ermitteln, welche Musik bzw. musikalischen Mittel evtl. Gewalt bei den Hörern auslöst bzw. auslösen. Es würde mich nämlich tatsächlich interessiert, ob ich derartige Musik tagtäglich genieße.
///
Die Zwillingsversuche müssten in Ihrem speziellen Fall sehr aufwendig gestaltet werden, da ja das gesamte Umfeld gleich bleiben müsste, bis auf die Musik, und das am besten schon pränatal. Vielleicht werden Sie ja selbst mal Vater eineiiger Trillinge, dann könnten sie den dritten Probanden als Referenz (keine Musik) nehmen. Ich mag allerdings nicht daran denken, welche Grund- und Menschenrechte dabei alle missachtet werden müssten.
Die Angabe, dass das Verhalten eines Menschen zu 50% durch seine Gene bestimmt werden, ist noch immer eine unbelegte Behauptung. Hätten Sie gesagt, dass die DNS zu 100% den Spielraum des Verhaltens festlegt, innerhalb dessen dann äußere Faktoren die Nuancen bestimmen, wäre das zwar immer noch unbelegt, aber etwas nachvollziehbarer für mich. Sie sollten allerdings eher die ganze Genetikbetrachtung außen vor lassen, teilen sie lieber die äußeren Einflüsse zu 100 Prozent auf Eltern, Freunde, Politik, Medien etc. auf und unterscheiden Sie Ihre betrachteten Zielpersonen zumindest nach Altersgruppen. Vielleicht haben Sie das ja bereits getan, und es liegt allein an mir (oder Ihrer Präsentationsweise), dass ich mich in Ihren Überlegungen wie in einem Labyrinth verliere.

1234rock
Freitag, 19.01.07 02:19
 

Habt ihr alle zuviel Zeit?

Jonathan
Freitag, 19.01.07 08:52
 

@ Dr. Klaus Miehling:
"Allein im 20. Jh. habe ich 70 (!) Personen gefunden, die vor negativen Wirkungen populärer Musik warnten. Aus Platzgründen konnte ich das im Buch leider nicht berücksichtigen."

Zu welcher Zeit standen die den auf der geschichtlichen Matte?
So zwischen 1933 und 45 vielleicht? Verdammte Negermusik aber auch...

sinnloser Thread
Freitag, 19.01.07 11:16
 

Miehling:
"Da bringen Sie verschiedenes durcheinander. Cannabisraucher sind nicht unbedingt aggressiv, aber sie sind kriminell. Gewaltmusik bringt Menschen dazu, Gesetze zu mißachten. Körperliche Gewalt ist da nur eine von vielen Möglichkeiten."

Dann bin ich halt kriminell, weil ich mal nen joint raucht, juckt mich nicht...Aber Gewaltmusik bringt Menschen nicht dazu, einfach Gesetze zu mißachten, so ein Schwachsinn...Vielleicht diejenigen die sowieso schon auf Gesetze scheißen...Wenn ich mich irren würde, könnte ich das hier wahrscheinlich nicht mehr schreiben, da mir sonst irgendein aggressiver Gewaltmusikhörer schon nen basie übern nischel gezogen hätte......An was für Gewalt denken sie denn noch so, wenn ich mal fragen darf... Kriminell ist nicht gleich Gewalt...

marcel
Freitag, 19.01.07 14:29
 

komm wir knebeln ihn un lassen ihn ganz viel böse gewaltmusik hörn :B

1234rock
Freitag, 19.01.07 15:48
 

Das ist doch mal ein konstruktiver Vorschlag

Dr. Klaus Miehling
Freitag, 19.01.07 21:34
 

an Nick Name:
„Was sind denn die empirischen Aussagen von 'Gewaltmusik'-Hörern? Wenn Sie mich fragen würden, ob ich gerne 'aggressive Musik' (Heavy Metal, Punk in meinem Fall) höre, wenn ich mich über irgend etwas ärgere - ja, auf jeden Fall! Das impliziert aber noch keine Kausalität von Musik zu Gewalt!"
Solche Aussagen sind es auch nicht, sondern z.B.:
„Ich begann zu beobachten, wie mein Leben von der Musik, die ich hörte, beeinflußt wurde. [...] Ich begann zu bemerken, daß ich tolerantere Einstellungen zu Sex und Drogen bekam. Meine Musik verübte an mir nach und nach eine Gehirnwäsche [...]"
oder die hier am 1. 1. zitierte Aussage.
„Was sind die wissenschaftlichen Untersuchungen? [...] Hat die eine Hälfte der Probanden Sie verdroschen und die andere Hälfte nicht, oder wie kann ich mir das vorstellen?"
Die Untersuchungen habe ich nicht selbst gemacht. Sie wurden in Fachzeitschriften veröffentlicht und ergaben u.a., daß nach dem Konsum von Gewaltmusikvideos feindselige sexuelle Vorstellungen und negative Gefühle geweckt werden und vermehrt antisoziales Verhalten und Gewalt als Problemlösung akzeptiert wird.
„Einverstanden, Sie reduzieren beim Oktoberfest die Gute-Laune-Musik und spielen stattdessen Beethoven - klar, da prügelt sich keiner, sie gehen lieber ins Nachbarzelt wo angemessene Musik läuft - entschuldigung, aber das ist keine wissenschaftliche Empirie!"
So war das natürlich nicht. Auf dem ganzen Fest durften die „Blaskapellen in den Festzelten [...] laut Stadtrats-Beschluss nicht lauter als 85 bis 90 Dezibel spielen und vor 18.00 Uhr überhaupt keine 'heiße' Partymusik mehr anstimmen" (www.br-online.de). Als Ergebnis ging die Anzahl der Delikte im Vergleich zum Vorjahr um 23 % zurück, und das schon bei dieser halbherzigen Maßnahme!
„Wenn Fußballfans einem Ballett zuschauen, werden sie sich anders verhalten als bei einem Fußballspiel - das hat aber nichts mit Kausalität zu tun, sondern mit Tautologie!"
Was wollen Sie damit sagen? Daß die Umgebung das Verhalten bestimmt? Damit würden Sie mir allerdings recht geben: Bei aggressiver Musikbeschallung prügeln sich die Leute eher als bei weniger aggressiver Musik.

an fuenf:
„Die Angabe, dass das Verhalten eines Menschen zu 50% durch seine Gene bestimmt werden, ist noch immer eine unbelegte Behauptung. Hätten Sie gesagt, dass die DNS zu 100% den Spielraum des Verhaltens festlegt, innerhalb dessen dann äußere Faktoren die Nuancen bestimmen, wäre das zwar immer noch unbelegt, aber etwas nachvollziehbarer für mich."
Nun ja, beschweren Sie sich bei den Autoren, bei denen das steht! Ich bin ja kein Genforscher oder Verhaltensforscher und muß von dem ausgehen, was die jeweiligen Fachleute schreiben.
an Jonathan:
„Zu welcher Zeit standen die den auf der geschichtlichen Matte? So zwischen 1933 und 45 vielleicht? Verdammte Negermusik aber auch..."
Aus dieser Zeit stammen ein bis drei der siebzig! Ein bis drei deshalb, weil zwei nicht genau datiert sind, aber wohl aus den 1940er Jahren stammen. Es handelt sich um zwei Amerikaner und um eine Frau mit französischem Namen. Soviel zu Ihren Vorurteilen.
an sinnloser Thread:
„Dann bin ich halt kriminell, weil ich mal nen joint raucht, juckt mich nicht..."
Dieser Satz hätte gut in mein Buch gepaßt: Kapitel „Gewaltmusik und ihr Umfeld", Unterkapitel „Drogen", Abschnitt „Konsumenten".
„Aber Gewaltmusik bringt Menschen nicht dazu, einfach Gesetze zu mißachten, so ein Schwachsinn...Vielleicht diejenigen die sowieso schon auf Gesetze scheißen...[...] ......An was für Gewalt denken sie denn noch so, wenn ich mal fragen darf... Kriminell ist nicht gleich Gewalt..."
Den wenigsten Menschen ist bewußt, woher sie ihre Ansichten und ihr Verhalten haben.
Kriminell ist nicht gleich Gewalt, da haben Sie recht. Wie ich schon sinngemäß sagte: Gewaltmusik verursacht oder bestärkt kriminelle Energie. Letzteres gestehen Sie offenbar zu („Vielleicht diejenigen die sowieso schon auf Gesetze [...]") Wie sich die kriminelle Energie äußert, ist vom Individuum und von der Situation abhängig. Die kriminelle Energie hat sich seit den 1960er Jahren verdoppelt, d.h. heute sind etwa doppelt so viele Menschen dazu bereit, Straftaten zu begehen als damals. Woher soll das kommen? Durch eine massenhafte Genmutation?

Enslava
Freitag, 19.01.07 22:29
 

Man kann doch Musik und deren Auswirkungen nicht objektiv betrachten.
Der Individualität des Menschen ist es zu verdanken , dass Geschmäcker verschieden sind, was auch seinen Sinn hat.
Somit hat Musik auf verschiedene Charakter verschiedenen Einflüsse.
Schnelle Musik, in diesem Fall ''Gewalt-Musik'' genannt , senkt bei manchen Menschen natürlich die Grenze zur Gewalt, was aber keine großartigen Auswirkungen haben kann.
Das Beispiel Oktoberfest ist wohl mehr als hinfällig, da es dort wohl eher am Alkoholpegel als an der Musik liegt.
Es gibt mehr zur Gewalt bereite Menschen, die sich schneller zu Prügeleien hinreißen lassen - ja , doch die Musik, die sie hören hat darauf meines Erachtens einen minimalen Einfluss.

Große Thesen darüber aufzustellen halte ich demnach nicht für eine wissenschaftliche Errungenschaft , sondern eher für eine kommerzielle Vermarktung von ,bei Besitz eines gesunden Menschenverstandes ,allgemein bekannte Tatsache.

Grüße.

Dr. Klaus Miehling
Freitag, 19.01.07 23:04
 

„Man kann doch Musik und deren Auswirkungen nicht objektiv betrachten. Der Individualität des Menschen ist es zu verdanken , dass Geschmäcker verschieden sind, was auch seinen Sinn hat. Somit hat Musik auf verschiedene Charakter verschiedenen Einflüsse."
Da muß ich wieder mit dem Rauchen kommen: Nicht jeder Raucher bekommt Lungenkrebs, dennoch bekommen Raucher statistisch betrachtet häufiger Lungenkrebs als Nichtraucher. „Schnelle Musik, in diesem Fall 'Gewalt-Musik' genannt , senkt bei manchen Menschen natürlich die Grenze zur Gewalt, was aber keine großartigen Auswirkungen haben kann."
Wieso nicht? Bedenken Sie die Verbreitung dieser Musik! Täglich lassen sich Millionen von ihr bedröhnen.
„Das Beispiel Oktoberfest ist wohl mehr als hinfällig, da es dort wohl eher am Alkoholpegel als an der Musik liegt."
Ob weniger Alkohol ausgeschenkt wurde, entzieht sich meiner Kenntnis. Selbst wenn die ruhigere Musik zu weniger Alkoholkonsum und infolgedessen zu weniger Delikten geführt hätte, wäre das doch auch eine Folge der veränderten Musikbeschallung!
„Große Thesen darüber aufzustellen halte ich demnach nicht für eine wissenschaftliche Errungenschaft , sondern eher für eine kommerzielle Vermarktung von ,bei Besitz eines gesunden Menschenverstandes ,allgemein bekannte Tatsache."
Widersprechen Sie mir nun, oder pflichten Sie mir bei? Wenn es eine allgemein bekannte Tatsache wäre, dann wäre unsere Gesellschaft nicht so von Gewaltmusik beherrscht, und dann gäbe es in diesem Forum nicht so viel Widerspruch.
Kommerziell ist die „Vermarktung" nicht; sie hat mich einiges an Geld gekostet ohne eine große Chance, daß das wieder hereinkommt. Und dann blieben noch immer ein paar tausend Stunden unbezahlte Arbeit.

Flip
Samstag, 20.01.07 00:13
 

so..ich wieder...der amok läufer ;)
@ dr. k. miehling
wussten Sie schon, dass metallicas leider zu früh verstorbene bassist cliff burton in seine kompositionen klassische einflüsse zeigte? das lied Orion vom album master of puppets ist das idealste beispil. wenn Sie wollen kann ich es ihnen schiken.
spielen Sie ein instrument herr Miehling?
wenn ja, hören sie auch die musik, wo ihr instrument vorkommt?
zum thema hemschwellensenkung: seid ich gitarre spiele und meine aggressionen in der msuik auslassen kann, ist meine gewaltbereitschaft gesunken.
in der grundschule hatte ich starke soziale probleme. 5 in sozialverhalten...
mittlerweile bin ich auf stetem 2er kurs. da bleibts auch. durch das alter wird man reifer. musik altert auch, bleibt aber gleich.
das heist wir können auf diese wurzeln zurrückschauen und darinn verharren, oder die arme nach den ästen ausstrecken, die äpfel und blüten tragen (poetish was?)
im übrigen finde ich den begriff gewaltmusik fehl am platz. letzlich ist wie ichund andere auch schon sagten auch klassik aggressiv. auch neueres mit e gitarre kann ruhig sein und positive energien wecken. zB santana in "europa"
was ich von dieser hohlbirnen karnewallsmusik denke, möchte ich gar nicht erst aussprechen...
schönen tag noch und grüsse nach freiburg
peace

Nick Name
Samstag, 20.01.07 00:31
 

@ Flip

Ist das eine Satire oder schreibst du wirklich so? Da bluten ja die Augen angesichts dieser "poetishen" Sätze. Im Übrigen wird Herr Miehling sicherlich erfreut darüber sein, ein weiteres Beispiel für seine Kriminalitätsthese gefunden zu haben, wenn er das Lied Orion "geschikt" bekommt.

Flip
Samstag, 20.01.07 13:10
 

wie ich bereits als amokläufer sagte bin ich sarkastish
natürlich ist das ne satiere alla :D
nicht augen bluten lassen, lachen :D
was mir aufegfallen is... des t-shirt vom bild da was kerry king an hat...des hab ich au grad an :D

Dr. Klaus Miehling
Samstag, 20.01.07 17:15
 

an Flip:
„wussten Sie schon, dass metallicas leider zu früh verstorbene bassist cliff burton in seine kompositionen klassische einflüsse zeigte?"
Nein, aber ich weiß daß es vereinzelt klassische Einflüsse auf Gewaltmusik gibt. Entscheidend ist der Klang. Sogar ein Stück von Bach wird zu Gewaltmusik, wenn man es mit einem Schlagzeugteppich unterlegt.
„spielen Sie ein instrument herr Miehling? wenn ja, hören sie auch die musik, wo ihr instrument vorkommt?"
Mein Hauptinstrument Cembalo kommt als Generalbaßinstrument in der Musik des Barock sehr häufig vor.
„was ich von dieser hohlbirnen karnewallsmusik denke, möchte ich gar nicht erst aussprechen..."
Da haben wir etwas gemeinsam.an Flip:
„wussten Sie schon, dass metallicas leider zu früh verstorbene bassist cliff burton in seine kompositionen klassische einflüsse zeigte?"
Nein, aber ich weiß daß es vereinzelt klassische Einflüsse auf Gewaltmusik gibt. Entscheidend ist der Klang. Sogar ein Stück von Bach wird zu Gewaltmusik, wenn man es mit einem Schlagzeugteppich unterlegt.
„spielen Sie ein instrument herr Miehling? wenn ja, hören sie auch die musik, wo ihr instrument vorkommt?"
Mein Hauptinstrument Cembalo kommt als Generalbaßinstrument in der Musik des Barock sehr häufig vor.
„was ich von dieser hohlbirnen karnewallsmusik denke, möchte ich gar nicht erst aussprechen..."
Da haben wir etwas gemeinsam.

Flip
Samstag, 20.01.07 18:18
 

:D das is ma ne erfreuliche nachricht mit dem was gemeinsam haben. bin ich doch ned der einzige.
schlagzeug ist aber nicht der grund fr aggressive spuren in musik. in jazz zB und country sin recht angenehme schlagzeug und percussion spuren enthalten. wieder mein beispiel vivaldi: aggressiev klingende violienen, die auch schrill klingen sind aufputschend.
es kommt nicht auf die art der verwendeten instrumente, sondern wie Sie selbst sagten durch den klang. dieser wird wie Sie als musiker wissen durch die emotionen freigelegt, die mann beim spielen empfindet.
im Grunde kann mann demnach auch klassik generell zur gewaltmusik zählen. denn die kopmonisten haben ihre emotionen wie auch heute in ihre stücke gesteckt. bach zB wurde kapellmeißter in...weis ich ned wo sry. und dort durfte er keine lieder nach seinem geschmack schreiben. er war eine art metaller des 17 jahrhunderts(stimmt das...wann lebte bach? 17 oder 18 jh...hm..)
er musste stücke nach dem geschmack seines vorgesetzten schreiben. war es nicht so dass er jede woche für die sontagspredigt n neuen song kompunierte?
wie gesagt. die emotionen bestimmen das befinde der hörer..klar
aber wenn Bach nicht schreiben konnte wass er wollte, und nicht die mittel hatte seine kreatieven ideen in die welt zu tragen, finde ich es umso wichtiger heute freiheit zu gewähren und musik als vielfältiges etwas zu betrachten.
man sucht sich musik, in der man sich verstanden fühlt.
so vestehen Sie sich mit zB händell gut, und ich find die jungs von children of bodom sympathisch. durch ihre austrahlung, die man bnei interviews sieht (youtube alexi laiho interview redet dieser von dem stunden langem üben zuhause und dem erfolg, sowie dem guten gefühl das das speielen eines instruments ihm gibt)
ungeachtet der tatsache, dass wir unterschiedliche meinungen haben, die sich nicht allzuschnell ändern werden haben, möchte ich Ihnen Dr. mIhling danken, dass Sie in dieses forum schauen und fragen beantworten. und dass sie zu ihrer aussage stehen (Sie sind Real ;) :D )

Dr. Klaus Miehling
Samstag, 20.01.07 23:25
 

„schlagzeug ist aber nicht der grund fr aggressive spuren in musik. in jazz zB und country sin recht angenehme schlagzeug und percussion spuren enthalten."
Da gibt es graduelle Unterschiede; aber ein durchgehendes rhythmisches Schlagen wirkt auch in geringerer Lautstärke aggressiv. Das gilt z.B. auch für das Zischen, das Außenstehende aus einem „Walkman" hören.
„wieder mein beispiel vivaldi: aggressiev klingende violienen, die auch schrill klingen sind aufputschend."
Aufputschend vielleicht im Sinne von anregend; aber aggressiv?
„es kommt nicht auf die art der verwendeten instrumente, sondern wie Sie selbst sagten durch den klang. dieser wird wie Sie als musiker wissen durch die emotionen freigelegt, die mann beim spielen empfindet. im Grunde kann mann demnach auch klassik generell zur gewaltmusik zählen. denn die kopmonisten haben ihre emotionen wie auch heute in ihre stücke gesteckt."
Es kommt auf die Art der Emotionen an!
„bach zB wurde kapellmeißter in...weis ich ned wo sry. und dort durfte er keine lieder nach seinem geschmack schreiben. er war eine art metaller des 17 jahrhunderts(stimmt das...wann lebte bach? 17 oder 18 jh...hm..)"
1685 - 1750. Metaller??? Die Gewaltmusik des 18. Jhs. wurde wohl in Kneipen gespielt und war weit weniger aggressiv als die heutige, da die elektronischen Mittel zur Klangverstärkung und -verzerrung fehlten. Bach durfte schon nach seinem Geschmack schreiben. Nur in Leipzig, wo er Kantor an der Thomaskirche war, wurde seine Musik mal als zu wenig kirchlich kritisiert. Davon ließ er sich aber nicht beirren.
„[...] finde ich es umso wichtiger heute freiheit zu gewähren und musik als vielfältiges etwas zu betrachten."
Im Prinzip ja. Wenn aber jemand destruktive Emotionen in seine Musik legt und dieser das Potential gibt, Menschen zu Gewalt und Kriminalität anzuregen, wird dann nicht eine Grenze überschritten? Im übrigen geht es noch gar nicht um Verbote. Darüber kann erst diskutiert werden, wenn die Folgen von Gewaltmusik allgemein anerkannt sind, und auch dann wird es sich nur um einschränkende Maßnahmen wie beim Rauchen handeln. Sie werden vermutlich bis an Ihr Lebensende zuhause hören dürfen, was Sie wollen - wenn Sie damit nicht Ihre Nachbarn stören ...

Andi
Sonntag, 21.01.07 12:25
 

"„wieder mein beispiel vivaldi: aggressiev klingende violienen, die auch schrill klingen sind aufputschend."
Aufputschend vielleicht im Sinne von anregend; aber aggressiv?"
Hehe, typisch Gewaltmusikhörer: erkennt nicht, dass er aggressive Musik hört...
Herr Miehling: Mit diesem Kommentar haben sie sich gerade selbst disqualifiziert.

halloooooooooooooooooooooo?!
Sonntag, 21.01.07 14:23
 

Uh, schon wieder so jemand, der alles weiß und unser aller Leben retten will.

halloooooooooooooooooooooo?!
Sonntag, 21.01.07 14:25
 

ROCK´N´ROLL SAVED MY SOUL!!!!!!!!

Sebiraider11
Sonntag, 21.01.07 16:11
 

okay nu, nachdem ich mir hier ungefähr die hälfte durchgelesen haben (eher etwas weniger) äussere ich mich auch mal. doch bevor ich das tue muss ich direkt erst einmal 3 sachen klarstellen:
1) ich habe kaum ahnung von musik
2) obwohl meine mangelnde groß-/ kleinschreibung es nicht sonderlich zeigt, so bin ich doch gebildet
3) ich höre gerne "gewaltmusik" (wobei es sich dabei auch mal durchaus um liebeslieder, die es nach dem terminus der gewaltmusik ja nicht geben dürfte, handelt)

mir drängt sich da momentan eine beobachtung auf. bisher hat es ja schon relativ viele musikstile gegeben, die einmal eine in der musik herrschende rolle hatten, sei es die musik der römer, der gallier, des mittelalters, der klassik oder der modernen musik. aber was fällt hier nun auf. genau die meisten der eben angeführten musikstile sind heute nicht mehr so wichtig. jede hatte ihre blütezeit und ist danach praktisch abgelöst worden von einer neuen art musik. keiner der musikstile ist jemals wieder so bedeutsam geworden wie in seiner blütezeit. warum also sollte es bei der klassischen musik anders verlaufen als bei allen anderen musikrichtungen?
herrr dr. miehlig, ich muss sagen, dass ihre offensichtlich konservative meinung vollkommen an der realität und der geschichte vorbei geht. die zeiten und vor allem die menschen ändern sich tag für tag. durch diese veränderung kommt es dazu, dass die menschen kaum noch was mit der durchaus schönen klassik anfangen können und die klassik somit früher oder später in vergessenheit gerät.

Steffen
Sonntag, 21.01.07 16:32
 

Ich habe tatsächlich (fast) alle Beiträge gelesen und möchte allen Beteiligten mein herzlichstes Beileid aussprechen. Insbesondere Herrn Miehling, der offensichtlich unter schweren Verwirrungen zu leiden scheint. Sowohl logischer, argumentativer als auch seelischer Natur. Was ist da bloß schiefgelaufen, Doc?

Andreas B. aus B.
Sonntag, 21.01.07 17:53
 

Respekt Dr. Miehling, dass Sie sich hier dem Forum stellen. Andererseits - warum tun Sie sich das an? Hier prallen doch zwei Musikwelten aufeinander und jeder scheißt alles durcheinander.

Vielleicht hätten Sie Ihre Thesen - die ich in Ansätzen als Musiklehrer sehr interessant finde - weniger überspitzt formuliert, dann hätte man sich auf einer emotional ruhigeren und sachlicheren Ebene austauschen können. So haben Sie nur provoziert!

Um Sie mit Adorno zu fragen: Sind Sie eventuell ein Ressentiment-Hörer?

Was Sie in Ihren Thesen und die meisten der Kommentatoren nicht beachten, ist, dass hier die sogenannte "Unterhaltungsmusik" gegen die sogenannte "ernste Musik" aufgerechnet wird. Das führt zu nichts. Zwei völlig verschiedene Welten, die natürlich ihre Berechtigung haben und die es in der Klassik auch schon gegeben hat. Hier musikalische Parameter gegenüberzustellen und daraus eine Wertigkeit in Bezug auf Gewalt und Aggression herzustellen, halte ich für obsolet. Das ist in etwa so, als würden Sie Comic-Lesern wegen ihrer Vorzugslektüre Gewaltbereitschaft oder Phantastereien vorwerfen und Ihnen dann vorschlagen, es doch mal mit Goethe oder Eichendorff zu versuchen.

Empfehlung für Sie von einem geläuterten Musiklehrer: Setzen Sie sich an ein Drumset und lassen sich ein paar Pattern zeigen, die Sie nachspielen. Nehmen Sie sich eine E-Gitarre (fragen Sie mal in einer Studenten-Combo nach), drehen alle Regler am Verstärker ganz nach rechts und greifen ein paar Powercords. Dieses Gefühl wird Ihre Einstellung gegenüber anders klingender Musik möglicherweise ändern. Bei mir hat es das ;-)

Dr. Klaus Miehling
Sonntag, 21.01.07 23:25
 

an Sebiraider 11:
„bisher hat es ja schon relativ viele musikstile gegeben, die einmal eine in der musik herrschende rolle hatten, sei es die musik der römer, der gallier, des mittelalters, der klassik oder der modernen musik. aber was fällt hier nun auf. genau die meisten der eben angeführten musikstile sind heute nicht mehr so wichtig. jede hatte ihre blütezeit und ist danach praktisch abgelöst worden von einer neuen art musik."
Vielleicht haben Sie da falsch verstanden, was ich unter „klassischer Musik" verstehe. Der Begriff wird bekanntlich in zwei Bedeutungen gebraucht: Die Musik der Klassik als Epoche (etwa 1750 - 1827, wenn man den Tod Beethovens als Grenze nimmt) und, allgemeiner, die europäische Kunstmusik aller Zeiten (oder zumindest seit dem Mittelalter), das, was man auch als E-Musik bezeichnet. In diesem allgemeinen Sinne verwende ich hier den Begriff; es handelt sich also nicht um EINEN Musikstil, sondern um sehr viele Stile. Und wenn Sie schreiben
„keiner der musikstile ist jemals wieder so bedeutsam geworden wie in seiner blütezeit. warum also sollte es bei der klassischen musik anders verlaufen als bei allen anderen musikrichtungen?",
dann könnte man das natürlich ebenso von den Stilen der Gewaltmusik sagen. Warum sollte nach etwa einem halben Jahrhundert (oder mehr) der Vorherrschaft der Gewaltmusik nicht wieder klassische Musik die Oberhand gewinnen? Schließlich: Komponisten wie Dufay, Palestrina, Monteverdi, Bach oder Mozart haben Musik geschaffen, die noch nach Jahrhunderten geschätzt wird. Das müssen die Gewaltmusiker, deren Stücke meist von großer Banalität sind, und die nur durch ihren aggressiven Klang, den „sound", den „beat", den „groove" wirken, erst einmal nachmachen.
„ich muss sagen, dass ihre offensichtlich konservative meinung vollkommen an der realität und der geschichte vorbei geht."
Aber wieso denn? Ich erkenne ja die Realität, zitiere sogar Untersuchungen über die Beliebtheit verschiedener Gewaltmusikstile. Diese Realität ist unser Problem, und wegen dieser Realität habe ich das Buch geschrieben.

an Andreas B. aus B.:
„Vielleicht hätten Sie Ihre Thesen - die ich in Ansätzen als Musiklehrer sehr interessant finde - weniger überspitzt formuliert, dann hätte man sich auf einer emotional ruhigeren und sachlicheren Ebene austauschen können. So haben Sie nur provoziert!"
Nun, Gewaltmusiker provozieren mit ihrer Musik und mit ihrem Verhalten noch viel mehr, und auf einen groben Klotz gehört ein grober Keil. Außerdem wurden meine Thesen von etlichen Schreibern dieses Forums radikaler dargestellt als sie sind.
„Was Sie in Ihren Thesen und die meisten der Kommentatoren nicht beachten, ist, dass hier die sogenannte 'Unterhaltungsmusik' gegen die sogenannte 'ernste Musik' aufgerechnet wird. Das führt zu nichts. Zwei völlig verschiedene Welten, die natürlich ihre Berechtigung haben und die es in der Klassik auch schon gegeben hat."
Ja, die hat es in der Klassik auch schon gegeben, aber sie konnte mangels elektronischer Klangverstärkung und -verzerrung bei weitem nicht so aggressiv wie heute sein, und mangels Tonwiedergabegeräten konnte sie nicht so oft gehört werden. Entsprechend geringer war damals ihr negativer Einfluß.
Beobachten Sie als Musiklehrer denn nicht, wie die Musik auf die Schüler wirkt? In meinem Buch zitiere ich eine Musiklehrerin, die berichtet, was geschah, als im Unterricht „Unterhaltungsmusik" abgespielt wurde: „Die Schüler reagierten wie Versuchstiere oder wie das Publikum bei einer Veranstaltung der Rolling Stones, steigerten mit wachsender Lautstärke den Grad körperlicher Mitbewegungen und seelischer Reaktionen von ausgelassener Freude bis zu aggressivem [!] Sich-gehen-Lassen".
„Setzen Sie sich an ein Drumset [...] Nehmen Sie sich eine E-Gitarre [...] Dieses Gefühl wird Ihre Einstellung gegenüber anders klingender Musik möglicherweise ändern. Bei mir hat es das."
Wären Sie doch standhaft geblieben! Ich bin froh, daß ich nie mit dem Rauchen angefangen habe. Gewaltmusik ist halt auch eine Droge.

ROFLdieKatz
Montag, 22.01.07 08:48
 

Jetzt zählt Musik schon zur Kathegorie Droge o.O
Woll ma nich gleich nen paar der lieben (ich liebe Ironie) Politiker fragen ob se Musik verbieten? Komplett und ein für alle mal...DAS GEHT GAR NICHT!!!!!!!einseinselfelf

Tonwiedergabegerät
Montag, 22.01.07 10:19
 

Ja dann, einfach alle Tonwiedergabegeräte vom Markt nehmen, sich bereits im Privatbesitz befindliche Geräte konfiszieren und den freien Verkauf solcher Teufelmaschinen verbieten. Die übrige noch erlaubte Musik, in Zukunft nur noch an von Doc Miehling geprüften und zertifizierten Hörsälen dem ausgewählten Premium-Publikum zugänglich machen. Der Rest geht in die Kirchen oder repariert kostenlos irgendwelche Schäden, welche von dieser verrohten Gewaltgeneration verursacht wurden. Das wird eine friedliche Welt!

Mitch the Bitch
Montag, 22.01.07 12:56
 

Harte Musik=Droge?

...und das auch noch kostenlos? Wat will man mehr?

Ach, Herr Miehling... wenn sie möchten, können sie gern mal an einem Wochenende Ihrer Wahl, mich durch mein Wochenende begleiten! Sie dürfen dann auch ein neues Buch schreiben, welches warscheinlich den Titel "Ich möchte nicht mehr Hirnverbrannt, und Weltfremd sein (dank "Mitch the Bitch" gibt es doch noch einen Sinn für mein albernes Leben)"...

Mit freundlichen Grüssen und einem kräftigen "SLAYER",
Mitch the Bitch

Sebiraider11
Montag, 22.01.07 17:06
 

"Komponisten wie Dufay, Palestrina, Monteverdi, Bach oder Mozart haben Musik geschaffen, die noch nach Jahrhunderten geschätzt wird. Das müssen die Gewaltmusiker, deren Stücke meist von großer Banalität sind, und die nur durch ihren aggressiven Klang, den „sound", den „beat", den „groove" wirken, erst einmal nachmachen. "
also dem muss ich erstmal widersprechen. also zunächst wirkt nicht jedes lied auf die gleiche art und weise, das sollte ein doktor der musik generell erstmal besser wissen als ein noch zur schule gehender eventuell abiturient. die von ihnen so abgekanzelten können auch durchaus durch den liedtext und den gesang wirken, müssen es aber nicht.
an dieser stelle will ich ihnen mal beispiele geben, um die von ihnen als "gewaltmusik" abgesptempelte musik zu entlasten:
nehmen wir als 1. beispiel das lied "solitude by the window" von yuki kajiura (zu finden auf dem originalsoundtrack zur animeserie "noir"). dieses lied ist wie schon angedeutet eines der kategorie "unterhaltungsmusik", allerdings ein reines piano stück, welches überdies sehr harmonisch und ruhig klingt. noch dazu bietet es sich geradezu an, als musikalische untermalung für gretchens lied, welches sie in ihrem zimmer am spinnrade singt, aus goethes Faust (der tragödie erster teil) zu dienen.
2. das lied "stern" von l'ame immortell in der classic version (das lied darf auf der offiziellen seite von l'ame immortelle (www.lame-immortelle.com) heruntergeladen werden). dies ist ein wunderschönes liebeslied, welches ebenfalls teil der gattung der "u-musik" ist. und auch hier wird nicht auf aggression gesetzt, sondern vielmehr auf harmonische klänge und auf die singstimme der sängerin.
3. als letztes beispiel nehme ich mal ein lied einer band, die ihrem musikalischen feindbild entsprechen könnte, nämlich das lied "vermillion part II" von slipknot. auch dieses lied ist eine art liebeslied und mit einer (so hört es sich zumindest in meinen ohren an) akustikgitarre vertont. auch hier wird man keinen einzigen aggressiven ton oder eine aggressive klangwirkung finden.
so und nun nochmal zum thema, musikrichtungen die nicht wiederkehren werden:
sie haben es im grunde schon erwähnt, auch die musikstile der "gewaltmusik" werden nicht wieder wirklich wichtig, obwohl es doch so viele anhänger eben jener musikstile gibt. die musikstile sind stattdessen abgestorben, teils weil sie schlichtweg vergessen wurden, teils weil sie den geist der zeit nicht mehr trafen. selbiges wird auch mit der "e-musik" oder besser gesagt der klassik geschehen, wenn es nicht gerade in diesem augenblick schon geschieht. das folgende ist nun eine these von mir:
ich denke musik hat, ähnlich dem menschen oder entwicklungen eine art "lebenszyklus". am anfang sind sie nur recht klein und unbedeutend, bis sie irgendwann einmal aufsteigen und wichtig werden und an ihren zenit stossen, an dem dann auch die meisten stücke geschrieben werden, bevor es abwärts geht und der musikstil langsam immer unwichtiger wird, bis man ihn schliesslich für tod erklären kann. das wird mit der "e-musik" natürlich ebenso geschehen wie mit der "u-musik", wie ja auch mit diversen menschlichen subspecies geschehen ist, als beispiel nehmen wir da mal den homo neanderthalis und den homo erectus. beide species sind inzwischen komplett ausgestorben, weil ihr lebenszyklus vorbei war. ähnlich wird es auch mit dem homo sapiens sapiens (also uns) laufen, da die biologische entwicklung nicht abgeschlossen ist (und wohl auch niemals sein wird). diese theorie ist zwar im grunde eine kopie der "lebenszyklustheorie" (oder wars das "lebenszyklusmodell"?) der wirtschaftstheoretiker vernon und hirsch, aber ich denke mal so, dass diese theorie auch im bereich der musik und der natur ihre gültigkeit hat.
und zum thema studien möchte ich auch was sagen:
solange in den studien beweise wie in der naturwissenschaft geliefert werden (also keine statistiken) sind sie durchaus zu gebrauchen, was nicht mehr der fall ist, wenn auch nur eine einzelne statistik gebraucht wird, um die studie zu beweisen. statistiken sind in jedem fall mit vorsicht zu geniessen, da a) es sehr leicht ist die daten zu verfälschen, b) man ohne weiteres falsches aus statistiken herausinterpretieren kann.

Dr. Klaus Miehling
Montag, 22.01.07 18:17
 

„an dieser stelle will ich ihnen mal beispiele geben, um die von ihnen als 'gewaltmusik' abgesptempelte musik zu entlasten: nehmen wir als 1. beispiel das lied 'solitude by the window' von yuki kajiura (zu finden auf dem originalsoundtrack zur animeserie 'noir') .dieses lied ist wie schon angedeutet eines der kategorie 'unterhaltungsmusik', allerdings ein reines piano stück, welches überdies sehr harmonisch und ruhig klingt."
Sie liefern ein typisches Beispiel der Fehl- bzw. Überinterpretation meiner Thesen. Ich habe gesagt, daß zwar der größte Teil von Unterhaltungsmusik, aber nicht alles davon Gewaltmusik ist. Ein nur auf dem Klavier gespieltes Stück (meinen Sie das mit „piano stück", oder meinen Sie ein „leises" Stück?) ist in seinem Aggressivitätsgrad begrenzt, da Schlagzeug und Klangverzerrung fehlen.
„solange in den studien beweise wie in der naturwissenschaft geliefert werden (also keine statistiken) sind sie durchaus zu gebrauchen, was nicht mehr der fall ist, wenn auch nur eine einzelne statistik gebraucht wird, um die studie zu beweisen. statistiken sind in jedem fall mit vorsicht zu geniessen, da a) es sehr leicht ist die daten zu verfälschen, b) man ohne weiteres falsches aus statistiken herausinterpretieren kann."
In der Sozialforschung und in der Psychologie hat man kaum eine andere Möglichkeit als mit Statistiken zu arbeiten. Statistiken können verfälscht sein oder falsch interpretiert werden, müssen es aber nicht. Es wäre töricht, auf dieses Mittel des Erkenntnisgewinns zu verzichten.

jawolllgeil
Montag, 22.01.07 20:45
 

hab keine zeit alle kommentare zu lesen und laufe somit gefahr etwas zu wiederholen...
-egal-

ich seh das genau so....
-marihuana, mettbrötchen und milch sind einstiegsdrogen (denn alle drei fangen mit m an und wurden von einem großteil der junkies vor der drogenkarriere konsumiert) lässt sich sicherlich statistisch beweisen

-ballerspiele führen zu attentaten in schulen (logens -> schuld sind nicht der leistungsdruck, mobbing, finanzielle unterschiede der elternhäuser* oder gar eine blutrünstige und kriegerische Gesellschaft [z.B. ammiland, wo sie sie, herr autor ja auch das ein oder andere argument ausgraben]
*schäbige abgetragene kleidung war auch schon zu zeiten der friedefreudemucke grund für mobbing und prügel

oder eine verlogene Gesellschaft, die alle probleme mit gewallt zu lösen versucht[ups wieder der gleiche ursprung wie auch bei ihrem argument]


-onanieren macht krumme finger und blöd Wo keine willkürliche kriminalisierung, da keine kriminellen!

Heute teilt sich diese gemeinde (ich will es dem autor zu liebe nicht zu kompliziert gestallten) in zwei hörerschaften die schunkelschlager mutanten, die stumpf in die hände klatschen und die klassikhörer (def. d Autors: gutmenschen, die nie ihre kinder schlagen würden, die niemals etwas schlechtes, verlogenes, die welt oder gesellschaft schädigendes tun würden)

Die ersteren sind meist einfach zu stumpf sich mit neuer technik auseinander zu setzen oder interessieren sich nicht dafür
Die letzteren verfügen (entsprechendes/-n alter/elternhaus/job vorausgesetzt) über genügend mittel horrende preise für tonträger zu bezahlen.



...ich werd schon ganz wild aber das liegt bestimmt nicht an dem rhytmus in ihren worten...

...so nun aber

schön im Schulmeisterstil
-aufregen über form und rechtschreibung
-blos nichts einsehen
-ihr buch über bild/bunte/happy weekend bewerben
-die rassenlehre wieder ausgraben

"Im Netz können Sie sogar US-amerikanische Polizei- und Gerichtsakten einsehen, die Straftaten von Rapmusikern betreffen. Wenn sich unter tausenden von Fällen einige wenige als Falschmeldungen herausstellen sollten, würde das am Gesamtbild nichts ändern."
->farbige Künstler haben in der geschichte der gewaltmusik für bahnbrechende neue sounds, neue songs und neue spielarten gesorgt und sie sind kriminell...es wurde bisher nur noch nicht bei allen bewiesen

jawoll geil nochmal
Montag, 22.01.07 20:50
 

...jetzt frag ich mich doch warum ab der stelle onanieren macht krumme finger und blöd mindestens 100 zeichen fehlen...

Sebiraider11
Montag, 22.01.07 21:16
 

also nun ein letztes mal zum thema statistiken:
ich sehe keine statistik als beweis, dazu sind die teile viel zu unsicher, ein kleiner fehler (und sei er wirklich noch so klein) führt automatisch zu einem verfälschten ergebnis. es gibt zum thema statistiken 3 überaus kluge zitate, die ich an dieser stelle eben anbringen möchte:
1) es gibt 3 sorten von lügen: lügen, schlimme lügen und statistiken (winston churchill)
2) traue keiner statistik, die du nicht selbst gefälscht hast
3) mit statistiken kann man nichts beweisen. 14% aller amerikaner wissen das (okay das zitat passt nicht so ganz, aber egal)
und bei statistiken kann es durchaus auch zu anderen problemen kommen, nehmen wir mal an, eine person versucht mithilfe einer statistik klarzumachen, dass die erderwärmung am mangel an piraten liegt oder das der rückgang der storchenpopulation im zusammenhang mit den ebenfalls rückgängigen geburtenrate in deutschland zusammenhängt. die statistik muss nicht unbedingt sinn ergeben, um irgendetwas zu beweisen, z.b. dass ein piratenmangel an der erderwärmung schuld ist. das mag ihnen im ersten augenblick lachhaft erscheinen, beim genaueren nachdenken hingegen sollte es einen wirklich nachdenklich stimmen, denn wenn man so einen unsinn mit einer statistik beweisen kann, dann kann man damit auch jede andere idee mit einer geeigneten statistik beweisen und das wollen wir nicht, da uns an der wahrheit gelegen ist, also zähle ich keine statistik als beweis (keine sorge, erfahrungen und dergleichen auch nicht, auch die können beeinflusst sein).
und fällt ihnen zum thema musik wirklich nichts neues ein? ich werde nun mal wieder eine frage stellen. es ist eine ganz schrecklich banale, keine sorge.
wir stellen uns einmal ein grosses, wichtiges synphonieorchester vor. in jedem grossen wichtigen orchester gibt es ja auch eine pauke, die man durchaus als teil eines schlagzeuges werten kann, im endeffekt also auch aggressive stimmung verbreitet. und nun ziehen wir uns noch ihr theorem von der definition von gewaltmusik herbei, wo eine grundlage halt das vorhandensein eines schlagzeuges bzw. eines schlagzeugvertreters ist. nun die frage, von der ich eine beantwortung erwarte:
sind grosse synphonien wie z.b. beethovens 5. oder 9. synphonie auch gewaltmusik? ich meine mich daran erinnern zu können, dass in beiden durchaus die pauke zu hören war. und wenn diese synphonien keine gewaltmusik ist, warum nicht? ich meine ein grundlegendes kriterium für ihr theorem ist ja das schlagzeug als werkzeug der gewaltschaffung in der musik.

damnessfighter
Montag, 22.01.07 22:18
 

oh man...
ich finde den ausdruck "gewaltmusik" wie hingeschissen...
metal is geil und das bleibt auch so und bands wie cannibal corpse usw bleiben cool. das heisst nicht das ich beethoven verachte oder sonst wie aber rap,hiphop oder sonst was is ein SCHEISSDRECK X))))))))))))))
xD aber naja jedem das seine

Dr. Klaus Miehling
Montag, 22.01.07 23:14
 

an Sebiraider11:

„sind grosse synphonien wie z.b. beethovens 5. oder 9. synphonie auch gewaltmusik? ich meine mich daran erinnern zu können, dass in beiden durchaus die pauke zu hören war. und wenn diese synphonien keine gewaltmusik ist, warum nicht? ich meine ein grundlegendes kriterium für ihr theorem ist ja das schlagzeug als werkzeug der gewaltschaffung in der musik."
Dazu habe ich in meiner Antwort an „fuenf" am 18. 1. schon etwas geschrieben. Ich habe mir auch nicht etwa überlegt, welche Parameter in der Musik Gewalt ausdrücken könnten und dann die Musik dazu gesucht, sondern bin den umgekehrten Weg gegangen: Da war zunächst Musik, die aggressiv wirkt und in ihrem Umfeld auffallend mit Kriminalität, Gewalt, sexueller Enthemmung und Geringschätzung geistiger Leistungen verbunden ist. Dann habe ich untersucht, was diese Musik eigentlich kennzeichnet. Fast jeder der potenziell aggressiv wirkenden Parameter läßt sich auch in klassischer Musik finden; es kommt auf die Ausprägung und Zusammenwirkung der einzelnen Parameter an. Als Wissenschaftler will man so etwas eben objektivieren. Aber Sie können diese Parameter auch wieder vergessen und einfach die Musikrichtungen und ihre Auswirkungen auf Interpreten und Hörer beobachten. Wenn Sie jemand aggressiv anschreit, müssen Sie ja auch nichts über das Frequenzspektrum seiner Stimme oder den Garad der faukalen Enge wissen, um zu erkennen, in welcher Stimmung er ist ...

Hion
Dienstag, 23.01.07 00:16
 

441 Kommentare... UFF!

blub
Dienstag, 23.01.07 09:18
 

hast den scheiß im ernst gezählt???

Andi
Dienstag, 23.01.07 16:08
 

Was mir immer wieder sauer aufstößt: Sie wollen etwas mit Statistiken beweisen, haben aber laut eigener Aussage keine Ahnung von Statistik.
Auch den diesbezüglichen Einwurf von Sebiraider11 haben sie in ihrer Antwort eben ein weiteres mal gekonnt ignoriert.

Wie wollen sie (ohne jemals eine Statistik Vorlesung besucht zu haben) eine solche Vielzahl an Statistiken (an deren Entstehung eine vielzahl an Einflüssen maßgebend waren, z.b. bei den Kriminalitätsraten, die sie auch immer wieder anführen) richtig deuten? So wie ich das sehe fehlt ihnen einfach das mathematische Wissen um überhaupt sinnvoll mit Statistiken arbeiten zu können.
Wie wollen sie also mit diesem nicht-wissen einen Sinnvollen Beweis oder auch nur Indizien für ihre Thesen bringen?

Dr. Klaus Miehling
Dienstag, 23.01.07 23:40
 

Wenn man Ihren Einwand ernst nimmt, dann dürften solche Bücher überhaupt nicht geschrieben werden, denn niemand kann ein Experte auf allen das Thema tangierenden Gebieten sein. Das gilt für viele andere Sachbücher auch. Aber das gefiele Ihnen natürlich, wenn niemand wagte, den Mund aufzumachen, und wenn die Gesellschaft das Problem weiterhin erfolgreich verdrängen würde!
Statistiken bzw. wissenschaftliche Untersuchungen machen auch nur einen geringen Teil des Buches aus. Anfangs hatte ich nicht einmal gehofft, so etwas zu finden und mich ganz auf die empirischen Belege verlassen, die in der Tat alleine aussagekräftig genug sind. Aber um das zu erfassen, müßte man sich eben die Mühe machen, die Belege in ihrer Vielzahl auch zur Kenntnis zu nehmen.
„Auch den diesbezüglichen Einwurf von Sebiraider11 haben sie in ihrer Antwort eben ein weiteres mal gekonnt ignoriert."
Ich hatte schon am 7. 1. zu dem von Brillenfan zitierten Spruch „Steigerung von Lüge: Lüge, fatale Lüge, Statistik" geschrieben: „Das ist ein wohlfeiles Bonmot, aber als Kritik an meiner Arbeit wertlos, weil jeder konkrete Bezug fehlt." Auch Sebiraider11 brachte solche Sprüche und das altbekannte Beispiel mit den Störchen, das wir schon im Statistikunterricht in der Schule kennengelernt hatten. Das sind keine ernstzunehmenden Gegenargumente.
Sie unterstellen den von mir zitierten Wissenschaftlern offenbar von vornherein, daß sie fehlerhaft gearbeitet hätten. Damit machen Sie es sich zu einfach. Wer Ergebnisse anzweifelt, an dem ist es, sie zu widerlegen.

Bilbo 55
Mittwoch, 24.01.07 12:59
 

"Da war zunächst Musik, die aggressiv wirkt und in ihrem Umfeld auffallend mit Kriminalität, Gewalt, sexueller Enthemmung und Geringschätzung geistiger Leistungen verbunden ist."

Also:

1)Die Musik wirkt auf SIE agressiv,nicht auf alle.

2)Ob die Musik Kriminel macht,oder einfach auch Kriminele diese Musik hören,ist nicht sicher.

3)Von wegen "sexuelle Enthemmung".Hallo?In welcher Zeit sind sie?Sie wollen sicher ein Verbot für Küssen auf der Straße und Geschlechtsverkehr,was?

4)Und:Was meinen sie mit "Geringschätzung geistiger Leistungen"?Falls sie damit auf das Thema Schwarzkopieren kommen:Wurde doch schon geklärt (ältere Leute sind nunmal meist weniger Computeraffin und es gibt auch viel mehr Hörer bei der U-Musik).Ausserdem:Woher wollen sie wissen,dass (angenommen die möglichkeit,Musik zu downloaden hätte schon bestanden) die Menschen der E-Musik-Zeit (z.B. 17 Jh.) nicht auch Musik (in ihrem Fall dan E-Musik) aus dem Netz gezogen hätten?

Andi
Mittwoch, 24.01.07 14:01
 

"Sie unterstellen den von mir zitierten Wissenschaftlern offenbar von vornherein, daß sie fehlerhaft gearbeitet hätten. Damit machen Sie es sich zu einfach. Wer Ergebnisse anzweifelt, an dem ist es, sie zu widerlegen."

Nein, ich unterstelle ihnen, die angefertigten Statistiken nicht richtig gedeutet zu haben.
Bsp: Sie haben gesagt, dass die Kriminalitätsrate mit der zunehmenden Verbreitung von Gewaltmusik angestiegen ist.
Was sie hier nicht berücksichtigt haben ist die Gesamtheit der Umstände die zu dieser Erhöhung geführt haben. Wie war die Arbeitslosenrate, politische Situation, soziale Brennpunkte? Sie haben quasi all diese Faktoren vernachlässigt und gesagt die Gewaltmusik war schuld, weil die sich in dem Zeitraum genauso verbreitet hat.
Dieser Schluss ist nicht wissenschaftlich, genau wie das Beispiel mit den Störchen. Ich könnte genausogut sagen, die Kriminalität nimmt mit der Umweltverschmutzung zu. Sind auch zwei kurven die ähnlich verlaufen, aber - und da werden sie mir zustimmen - in keinem Zusammenhang stehen.

Und ja, ich erwarte von Wissenschaftlern die mit statistiken arbeiten ein gewisses Grundwissen in der Statistik.
Und nein, es würde mir nicht gefallen wenn alle den Mund halten würden. Nur wer - wie sie - etwas beweisen will, muss seine Thesen auch glaubhaft darlegen können, und dass können sie (mitunter auch durch ihre fehldeutungen und ihrer unwissenheit in sachen statistik) eben nicht.

Statistiken können nichts beweisen. Sie können Belege sein, aber wenn sie nicht richtig gedeutet werden, sind sie nicht einmal das.

Andi
Mittwoch, 24.01.07 14:11
 

Nachtrag:
"In meinem Buch zitiere ich eine Musiklehrerin, die berichtet, was geschah, als im Unterricht „Unterhaltungsmusik" abgespielt wurde: „Die Schüler reagierten wie Versuchstiere oder wie das Publikum bei einer Veranstaltung der Rolling Stones, steigerten mit wachsender Lautstärke den Grad körperlicher Mitbewegungen und seelischer Reaktionen von ausgelassener Freude bis zu aggressivem [!] Sich-gehen-Lassen"."
Dieses sich gehen lassen soll aggressiv sein? Würden sie auch beim tanzen zu einem Wiener Walzer von "aggressiven sich gehen lassen" sprechen?
Jede Musik liefert die Möglichkeit sich auf eine Weise dazu zu bewegen. Man nennt dieses Phänomen gemeinhin "tanzen". Dieses "tanzen" kann ganz unterschiedlich aussehen. Ausgelassen zu tanzen ist - neben sex - wohl mit das normalste auf der Welt.
Tanzen kann vieleicht aufputschend sein.
Und (achtung Zitat von ihnen)
"Aufputschend vielleicht im Sinne von anregend; aber aggressiv?"

Dr. Klaus Miehling
Mittwoch, 24.01.07 17:29
 

an Bilbo 55:
„Was meinen sie mit 'Geringschätzung geistiger Leistungen'?Falls sie damit auf das Thema Schwarzkopieren kommen:"
Nein, ich meine damit z.B., daß gute Schüler als „Streber" diffamiert werden, daß Wissen und Intelligenz nicht mehr als positive Werte gelten. Ich weiß, daß sich das, der Not folgend, langsam zu ändern scheint.

an Andi:
„Sie haben gesagt, dass die Kriminalitätsrate mit der zunehmenden Verbreitung von Gewaltmusik angestiegen ist. Was sie hier nicht berücksichtigt haben ist die Gesamtheit der Umstände die zu dieser Erhöhung geführt haben. Wie war die Arbeitslosenrate, politische Situation, soziale Brennpunkte? Sie haben quasi all diese Faktoren vernachlässigt und gesagt die Gewaltmusik war schuld, weil die sich in dem Zeitraum genauso verbreitet hat."
So ist das, wenn man das Buch schlechtmachen will, ohne es zu lesen. Ich habe mich im Unterkapitel „Gewaltmusik, Wertewandel und Kriminalität" sehr wohl mit anderen Erklärungsversuchen des Kriminalitätsanstieges auseinandergesetzt.
„wer - wie sie - etwas beweisen will, muss seine Thesen auch glaubhaft darlegen können, und dass können sie (mitunter auch durch ihre fehldeutungen und ihrer unwissenheit in sachen statistik) eben nicht."
Ohne mein Buch gelesen zu haben, können Sie nicht behaupten, daß ich meine Thesen nicht glaubhaft darlegen könnte. Eine Diskussion wie diese kann ein Buch nicht ersetzen. Eine „Fehldeutung" haben Sie mir nicht nachgewiesen. Und wie gesagt: Ich muß kein Detailwissen in Statistik besitzen, um die Erkenntnisse von Fachleuten zu zitieren. Ebensowenig wie ein Medizinjournalist Arzt sein muß, um Medizinstatistiken zu zitieren.
„Dieses sich gehen lassen soll aggressiv sein?"
So hat es die Autorin beschrieben, und so läßt es sich oft beobachten.
„Würden sie auch beim tanzen zu einem Wiener Walzer von 'aggressiven sich gehen lassen' sprechen?"
Nein.
„Dieses 'tanzen' kann ganz unterschiedlich aussehen."
Eben!

Andi
Mittwoch, 24.01.07 18:50
 

"So hat es die Autorin beschrieben, und so läßt es sich oft beobachten."
Was sie als aggressiv ansehen, oder was evt. aggressiv aussehen kann, ist in der Regel eher harmlos (und auch wieder ihre subjektive einschätzung). Ich gehe mal nicht davon aus, dass die Schüler in besagter Klasse gepogt haben (pogen würde ich übrigens auch nicht als aggressiv bezeichnen). Und was bangen usw. angeht: was ist daran schlimmer als kreuz und quer durch einen Raum zu wirbeln? Ich habe selber noch keinen Tanzkurs gemacht, aber wenn ich mir Tanzprofis anschau (standard, latin, etc) würde ich das als körperlich verausgabend bezeichnen (Sport eben). Ähnlich würde ich jede andere form von Tanz auch ansehen: körperlich verausgabend, Adrenalin fördernd und letztendlich auch mit der Ausschüttung von Glückshormonen verbunden.
Mit welchen Mittel man diese Dinge "bekommt" ist letzlich egal, da (auf biochemische Prozesse reduziert) letztendlich ein und dasselbe passiert: Am ende ist man glücklich.
Schonmal unglückliche Menschen auf einer Tanzfläche gesehen?

Ansonsten: Es mag in der Tat aggressive Formen von Tanz geben (am häufigsten wohl in der Metal Szene zu beobachten), allerdings sind solche extreme wenn überhaupt nur in der "hardcore szene" zu finden. Die ist allerdings relativ klein und otto-normal Metaller begnügt sich da dann doch eher mit gepflegten Kopf schütteln. Eine verallgemeinerung an dieser Stelle ist also genauso wenig angebracht wie bei allen anderen Aspekten die sie verallgemeinern.

"Ohne mein Buch gelesen zu haben, können Sie nicht behaupten, daß ich meine Thesen nicht glaubhaft darlegen könnte. Eine Diskussion wie diese kann ein Buch nicht ersetzen. Eine „Fehldeutung" haben Sie mir nicht nachgewiesen. Und wie gesagt: Ich muß kein Detailwissen in Statistik besitzen, um die Erkenntnisse von Fachleuten zu zitieren. Ebensowenig wie ein Medizinjournalist Arzt sein muß, um Medizinstatistiken zu zitieren."
Stimmt, ich habe ihr Buch nicht gelesen, weil ich es mir nicht leisten kann, dafür 100 Euro auszugeben. Meine Aussagen beziehen sich ausschließlich auf das, was sie im Interview und dieser Diskussion hier gesagt haben.
Zum Detailwissen: keiner verlangt, dass sie einen Dr. in statistik haben, ich habe von Grundwissen gesprochen, und aus dem, was aus dieser Diskussion hervorging, zu schließen, haben sie anscheinend nicht einmal das.
Und wenn sie Medizinjournalist sein wollen, müssen sie selbstverständlich kein Arzt sein, ein gewisses Grundwissen in der Medizin würde ich allerdings schon voraussetzen. Niemand kann über etwas schreiben, von dem er keine Ahnung hat (deswegen würde ich zb niemals ein Buch über Klassik schreiben, auch wenn ich sicherlich viele statistiken darüber finden könnte).

xD
Mittwoch, 24.01.07 22:16
 

-.-

aggressiv werd ich net durch meine Musik, aber durch dieses Müll den ich hier les schon


*demonstrativ Slayer aufdrehen*

Bilbo 55
Mittwoch, 24.01.07 22:48
 

"Nein, ich meine damit z.B., daß gute Schüler als „Streber" diffamiert werden, daß Wissen und Intelligenz nicht mehr als positive Werte gelten."

Das hängt aber normalerweise mit Neid zusammen und,da werden sie mir wohl Recht geben,den gab es schon vor der großen Verbreitung von U-Musik.Falls sie jetzt sagen,dass die Schüler sich damals aber nicht als "Streber" beschimpft sahen:Damals giengen auch nur "Streber" zur Schule (sie kamen eigentlich alle aus guten Verhältnissen,da für die Anderen das Schulgeld zu hoch war).
Leider hängen auch heute noch oft schulische Leistungen und Familienverhältnisse (Vater und Mutter noch zusammen?Geldprobleme?) zusammen.

Dr. Klaus Miehling
Mittwoch, 24.01.07 23:45
 

an Andi:
„Zum Detailwissen: keiner verlangt, dass sie einen Dr. in statistik haben, ich habe von Grundwissen gesprochen, und aus dem, was aus dieser Diskussion hervorging, zu schließen, haben sie anscheinend nicht einmal das."
Das kommt darauf an, was Sie darunter verstehen. Ich gehe davon aus, daß ich nach Statistik im Rahmen des Mathematikunterrichts, der Lektüre eines statistischen Lehrbuchs und diverser Forschungsliteratur solche Grundkenntnisse besitze.

an Bilbo 55:
„Das hängt aber normalerweise mit Neid zusammen und,da werden sie mir wohl Recht geben,den gab es schon vor der großen Verbreitung von U-Musik."
Dann frage ich mich, warum Schüler, die gute Leistungen im sportlichen Bereich bringen, nicht ebenfalls aus Neid diffamiert werden.
„Falls sie jetzt sagen,dass die Schüler sich damals aber nicht als 'Streber' beschimpft sahen:Damals giengen auch nur 'Streber' zur Schule (sie kamen eigentlich alle aus guten Verhältnissen,da für die Anderen das Schulgeld zu hoch war)."
Eine gewagte Hypothese; gibt es nicht schon seit Beginn des 20. Jhs. kostenlose Schulbildung für alle? Flender/Rauhe (1989) datieren den Wandel in die Zeit des Aufkommens der Rockmusik nach dem zweiten Weltkrieg (S. 100):
„Nun trat das Paradoxe ein, daß sich diese Kinder der Ober- und Mittelschicht infolge des Rockfiebers mit den 'wilden' halbstarken Arbeiterkindern zu identifizieren beginnen. Diese Tendenz 'nach unten' ist von größter Bedeutsamkeit für die Entwicklung der Rockmusik zu einer Massenbewegung. [...] Die weißen Arbeiterkinder identifizieren sich mit den Ausdrucksformen der schwarzen Unterschicht und die Mittelstandskinder identifizieren sich mich den Ausdrucksformen der Arbeiterkinder – dieser historisch einmalige [!] gesellschaftliche Prozeß hat zu einer breiten gesellschaftlichen Basis der Rockmusik geführt."
Ich denke, die Geringschätzung geistiger Leistungen hat genau mit dieser rockmusikindizierten Tendenz 'nach unten' zu tun: „We don't need no education", „Hurra, hurra, die Schule brennt", „Rap braucht kein Abitur", „We learned more from a three minute record than we ever learned in school", „Die einzige Schönheit ist in den Ritzen der Gosse" ...

Andi
Donnerstag, 25.01.07 13:43
 

Ok, dann fangen wir mal ganz einfach an:
Es gab auf diversen Rock-Konzerten also ausschreitungen.
Frage: Ist dies eine direkte Folge des Musikkonsums?
Jetzt stellt sich die Frage wieviele Konzerte in dem von ihnen beschriebenen Zeitraum insgesamt gegeben wurden und auf wievielen davon es zu ausschreitungen kam. In Prozent angegeben konvergiert dieser Wert irgendwo zwischen 0 und 1% (wohl eher bei 0). Betrachtet man nun die Menschen die die ausschreitungen ausgelöst haben (meist nur einige wenige, die dann mitläufer finden, ein ganzer Konzertsaal wird aber wohl nie beteiligt gewesen sein) ist dieser relative Wert noch wesentlich niedriger.
Jetzt stellt sich die Frage, was dieses Verhalten dieser wenigen ausgelöst hat. Und hier geht es dann um die Psychologische entwicklung seit frühester Kindheit.
Jetzt geht es darum wie die verschiedenen Einflüsse gewichtet werden und hier machen sie -meiner Meinung nach- den entscheidenden Fehler indem sie die Gewichtung des Musikeinflusses zu hoch ansetzen. Denn wäre dieser einfluss wirklich so groß, müsste es auf wesentlich mehr Konzerten zu ausschreitungen kommen als nur auf 0-1% aller Konzerte.

Die Frage ist doch: Wieviel Prozent der Gewaltmusikhörer werden Kriminell und welchen Einfluss hat dabei die Gewaltmusik?

Die erste Frage kann man sicher anhand von Statistiken beantworten (wobei man beachten muss: Jedes Quadrat ist ein viereck, aber nicht jedes viereck ist ein Quadrat, soll heißen der umkehrschluss dass alle Kriminellen Gewaltmusik hören und daher alle gewaltmusiker kriminell sind ist nicht gültig!). Bei der zweiten Frage müsste man sich die Psychologische Entwicklung eine representativen Anzahl an Menschen anschauen um dann eine Gewichtung des Musikeinflusses annehmen zu können.
Haben sie eine solche studie durchgeführt? Nein. Haben sie eine/oder mehrere solcher studien ausgewertet? weis ich nicht, müssen sie mir beantworten. Was haben die einzelnen studien eigentlich genau untersuchen wollen? Ziehen sie eventuell falsche schlüsse aus studien die vlt. etwas ganz anderes untersucht haben, als das was sie beweisen wollen?

Dr. Klaus Miehling
Donnerstag, 25.01.07 17:28
 

„Jetzt stellt sich die Frage wieviele Konzerte in dem von ihnen beschriebenen Zeitraum insgesamt gegeben wurden und auf wievielen davon es zu ausschreitungen kam. In Prozent angegeben konvergiert dieser Wert irgendwo zwischen 0 und 1% (wohl eher bei 0)."

Eine Prozentzahl kann ich nicht abschätzen. Doch die Fälle, die mir bekannt sind (etwa 150), können natürlich bei weitem nicht alle sein. Allein die Tatsache, daß ich so viele finden konnte, ist doch bemerkenswert genug. Vergleichen Sie das doch einmal mit Klassikkonzerten, ja selbst mit Konzerten volkstümlicher Musik!

„Jetzt geht es darum wie die verschiedenen Einflüsse gewichtet werden und hier machen sie -meiner Meinung nach- den entscheidenden Fehler indem sie die Gewichtung des Musikeinflusses zu hoch ansetzen. Denn wäre dieser einfluss wirklich so groß, müsste es auf wesentlich mehr Konzerten zu ausschreitungen kommen als nur auf 0-1% aller Konzerte."

Die Zahl 0 - 1 % ist Ihre Erfindung; das wollen wir nicht vergessen! In einer Befragung aus den 1990er Jahren haben 6 % der Rockkonzertbesucher (es wurden mehrere Konzerte untersucht) nach dem Konzert angegeben „Ich könnte alles kaputtschlagen". Das kann natürlich auch nach dem Konzert irgendwo in der Stadt zu einer Straftat führen, ohne daß irgendjemand vom Zusammenhang mit dem Konzert erfährt. Und 6 %, das sind bei einem mittleren Konzert mit 1000 Besuchern immerhin 60 potentielle Vandalen und Schläger.

„Die Frage ist doch: Wieviel Prozent der Gewaltmusikhörer werden Kriminell und welchen Einfluss hat dabei die Gewaltmusik? [...] Bei der zweiten Frage müsste man sich die Psychologische Entwicklung eine representativen Anzahl an Menschen anschauen um dann eine Gewichtung des Musikeinflusses annehmen zu können."

Genau. Solche Studien sind bisher nur für audiovisuelle Mediengewalt durchgeführt worden, wo sie den negativen Einfluß klar belegt haben. Im Falle rein auditiver Gewalt liegen bisher nur Studien zum kurzfristigen Einfluß vor; der freilich wurde belegt. Wenn aber audiovisuelle Gewalt langfristig gewalttätig machen kann, warum sollte das Musikgewalt nicht auch tun können? Daß sie es kann, dafür sind die zahlreichen Korrelationen zwischen Gewaltmusik und Kriminalität, in historischen Dimensionen wie auch bei vielen Musikern und Hörern, sehr gewichtige Indizien. Daraus die These „aggressive Musik kann langfristig den Charakter verändern und Menschen gewalttätig oder auf andere Weise kriminell machen" zu entwickeln, erscheint mir sehr plausibel. Und ich hoffe, daß mein Buch nun auch zu langfristigen Studien anregt - freilich wird es bei solchen Studien Jahre dauern, bis Ergebnisse vorliegen. Bis dahin all die Indizien für einen negativen Einfluß aggressiver Musik zu ignorieren, wäre leichtsinnig. Zumal der kurzfristige Einfluß erwiesen ist; schon das ist Anlaß genug, etwas zu unternehmen.

Bilbo 55
Donnerstag, 25.01.07 18:27
 

"Dann frage ich mich, warum Schüler, die gute Leistungen im sportlichen Bereich bringen, nicht ebenfalls aus Neid diffamiert werden."

Weil im Sport alle Schichten ungefähr gleich gut sind (meist sind die kinder der "Unterschicht" sogar körperlich leistungsfähiger).

"gibt es nicht schon seit Beginn des 20. Jhs. kostenlose Schulbildung für alle?"

Stimmt.Aber es gab oft Schulen,die beinahe nur von Kindern aus der oberschicht besucht wurden und solche,die fast immer von der Unterschicht aufgesucht wurden.

"Ich denke, die Geringschätzung geistiger Leistungen hat genau mit dieser rockmusikindizierten Tendenz 'nach unten' zu tun:"

Denken können sie von mir aus was sie wollen,nur nicht behaupten,dass sie es wüssten.

"Und 6 %, das sind bei einem mittleren Konzert mit 1000 Besuchern immerhin 60 potentielle Vandalen und Schläger. "

Stimmt.Nur wenn sie mal 1000 junge Menschen zusammen tun,und dann noch von teils heftigem Alkoholkonsum ausgehen,
von einer innere Agression,die nunmal jeder Mensch (und wenn auch noch so versteckt) in sich trägt ausgehen und sie dazu noch davon ausgehen (und ich denke das kann man),das mindesten 30% der Menschen ein schwieriges Familienleben hatte,sind dann 60 Menschen die SAGEN (und es nicht unbedingt tun),dass sie „alles kaputtschlagen" könnten,nicht relativ wenige?

"wo sie den negativen Einfluß klar belegt haben."

Könnten sie bitte die Quelle nennen?Es würde mich sehr interessieren.

Andi
Donnerstag, 25.01.07 19:58
 

Sicher, 0-1% ist meine Erfindung. Erscheint mir allerdings ein durchaus realistischer Wert. Wenn sie 150 Fälle gefunden haben sind das bei 150000 Konzerten 1%. Ich geh mal davon aus, dass in den letzten 50 Jahren wesentlich mehr Konzerte gegeben wurden.
Und im Vergleich dazu ist diese Zahl nunmal nicht hoch, man kann daraus nicht ableiten, dass dieser ausgang die Regel ist, sondern viel eher, dass es sich da um Ausnahmen handelt.

In Verbindung mit der Tatsache, dass der Charakter eines Menschen vor allem durch die Erziehung und das Umfeld (die Clique z.b.) geprägt wird, lässt einen Rückschluss auf Gewaltmusik eben nicht zu.

Ich will gar nicht abstreiten, dass die Musik bei ohnehin aggressiven Menschen, kriminelle Handlungen begünstigen kann (betonung liegt auf kann, muss aber nicht). Bis es soweit kommt, muss aber vorher schon einiges mehr schiefgegangen sein. Und dann ist die Musik wenn überhaupt nur ein auslöser, aber noch lange nicht Ursache.

Dr. Klaus Miehling
Donnerstag, 25.01.07 21:29
 

an Bilbo 55:
„'Dann frage ich mich, warum Schüler, die gute Leistungen im sportlichen Bereich bringen, nicht ebenfalls aus Neid diffamiert werden.'
Weil im Sport alle Schichten ungefähr gleich gut sind (meist sind die kinder der 'Unterschicht' sogar körperlich leistungsfähiger)."
Diese Begründung leuchtet mir nicht ein. Demnach bezöge sich der Neid ja gar nicht auf die Leistungen (sei es geistig, oder wie hier sportlich), sondern auf die Schichtzugehörigkeit.
Aber genau hier fand ja mit der Rockmusik der Wechsel statt: Man strebte zur Unter-, nicht mehr zur Oberschicht.
„Stimmt.Nur wenn sie mal 1000 junge Menschen zusammen tun,und dann noch von teils heftigem Alkoholkonsum ausgehen, von einer innere Agression,die nunmal jeder Mensch (und wenn auch noch so versteckt) in sich trägt ausgehen und sie dazu noch davon ausgehen (und ich denke das kann man),das mindesten 30% der Menschen ein schwieriges Familienleben hatte,sind dann 60 Menschen die SAGEN (und es nicht unbedingt tun),dass sie 'alles kaputtschlagen' könnten,nicht relativ wenige?"
Das ist wohl der Maßstab, mit dem Sie als, vermute ich, junger Mensch aufgewachsen sind. Ich bin nicht bereit, diese „nur" 6 % so einfach hinzunehmen. Sie sprechen den Alkohol an. Warum wird bei solchen Konzerten Alkohol zugelassen? Und wenn er nicht zugelassen ist, warum verstoßen dann so viele gegen das Verbot?
„'wo sie den negativen Einfluß klar belegt haben.'"Könnten sie bitte die Quelle nennen?Es würde mich sehr interessieren."
Sie finden diese Quellen zitiert im Buch von Manfred Spitzer (vgl. meinen Eintrag vom 13. 12. an Dr. Strangelove). Auch ein Interview mit dem Militärpsychologen Dave Grossman ist sehr interessant: http://www.rgav.de/akzente/03-3.htm

an Andi:
„In Verbindung mit der Tatsache, dass der Charakter eines Menschen vor allem durch die Erziehung und das Umfeld (die Clique z.b.) geprägt wird, lässt einen Rückschluss auf Gewaltmusik eben nicht zu."
Eben doch. Umfeld und Clique sind bei den meisten Jugendlichen von Gewaltmusik geprägt. Jugendszenen definieren sich unter anderem, ja sogar besonders stark durch die Musik, die sie hören.
„Ich will gar nicht abstreiten, dass die Musik bei ohnehin aggressiven Menschen, kriminelle Handlungen begünstigen kann (betonung liegt auf kann, muss aber nicht). Bis es soweit kommt, muss aber vorher schon einiges mehr schiefgegangen sein. Und dann ist die Musik wenn überhaupt nur ein auslöser, aber noch lange nicht Ursache."
Auch in diesen Fällen wäre es ja wohl besser, den Auslöser zu vermeiden! Ich frage mich allerdings, wie es kommt, daß heute Umfragen zufolge etwa doppelt so viele Menschen bereit sind, kriminelle Handlungen zu begehen, wie vor einigen Jahrzehnten. Wenn Sie das auf die Erziehung schieben: Die müßte sich ja auch aus irgendwelchen Gründen, die in den Köpfen der Eltern liegen, geändert haben (hat sie wohl auch). Und die Cliquen bestehen ja auch aus einzelnen Menschen, die ihre eventuelle kriminelle Energie von irgendwoher haben müssen.

andi
Donnerstag, 25.01.07 21:41
 

Ja klar, alle Attentäter haben Brot gegessen. Also lasst uns noch Brot verbieten!!

Proggie
Donnerstag, 25.01.07 22:10
 

Grüß Gott
Ich bin seit ein paar Jahren leidenschaftlicher Anhänger einer subkultur, die man "Progressiv Rock" nennt. Es ist Rock Musik, aufgebaut auf Klassik. Ich bin ein friedlebender Mensch. Ich bin nicht verblödet, ich bin nicht kriminell.

Ihre Vorurteile und falschen Berechnungen, Statistiken und Schätzungen sind reiner Irrsinn. Sie steigern sich da in etwas rein, was nie geschehen kann. Klassik populär zu machen. Ich mag auch Klassik (Mussorgski, Strawinski, Beethoven) aber Rock und Pop zu verbieten und es als verblödet ab zu tun, ist eines der überheblichsten Urteile überhaupt.

Rockmusik ist seit langem ein Teil unserer Kultur. Und den Kulturellen Wert der Rockmusik erkennen Sie, wenn Sie Alben von Bob Dylan (Blood on the Tracks) oder Genesis (Foxtrot) anhören. Das hat Kultur, nicht weniger und mehr als Klassik!

Wenn sie sagen, dass wir, die Jugend, die Rockjugend verblödet sind, dann weiß ich nicht, wie weit SIE mit ihrer Intelligenz und Toleranz vorrangeschritten sind...

Benni, der Proggie

shredder
Donnerstag, 25.01.07 22:29
 

@ Proggie

oh ja, du hast recht. während gerade king diamond läuft und ich mir das dritte becks kippe, freue ich mich auf einen neuen tag voller rockmusik und mehling-lektüre.

Dr. Klaus Miehling
Donnerstag, 25.01.07 23:28
 

an Proggie:
„Wenn sie sagen, dass wir, die Jugend, die Rockjugend verblödet sind, dann weiß ich nicht, wie weit SIE mit ihrer Intelligenz und Toleranz vorrangeschritten sind..."
So pauschal habe ich das nie behauptet, obwohl manche der Beiträge in diesem Forum das bestätigen würden. Tatsache ist, daß statistisch gesehen schwache Schulleistungen mit Präferenzen aus dem Bereich der Rock- und Popmusik korrelieren, gute Schulleistungen dagegen mit einer Vorliebe für klassische Musik.

Deneas
Freitag, 26.01.07 09:09
 

Glauben sie ernsthaft mit dieser christlichen Aussage das sie uns erreichen werden oder andere Jugendliche aus den unzähligen Subkulturen?

Mich überhaupt nicht. Weil mir das am Hintern vorbeigeht.
Ich konnte mich mit 12 Jahren mit dem Death Metal identifizieren und dem vorherrschenden Nihilismus der in manchen Bands präsent ist und der triftigste Grund wieso mir die Musik gefällt ist nicht etwa wegen Gewalt sondern weil sie die innere Ruhe auslöscht und somit für Frieden sorgt den sie hier predigen.

Sehen sie es ein das es bei den Drogen wahrhaftig nach ein paar Jahren Verbote geben die ich nicht abstreite aber meine Form der Musik?

Nein

Klassikhörer
Freitag, 26.01.07 10:13
 

Also, ich habe hier 500 CDs von Mozart, Beethoven und Konsorten rumstehen und höre die Sachen auch. Ich werde aber auch ohne "Gewaltmusik" aggressiv, und zwar nur und ausschließlich, wenn ich solchen Schwachsinn lese wie von diesem ... wie hieß er noch? Miehling?

Alleshörer
Freitag, 26.01.07 11:22
 

Hmm, ja was ist mit den 200 Musikern, die an Drogen gestorben sind? Gut, also keine "Gewaltmusik" mehr hören.
Ich hab jetzt auch gelesen, dass sehr viele Leute in Autounfällen ums Leben kommen, also WEG mit dem Verkehr, stress ja ohnehin nur.
Hmm, was gibts noch? Lebensmittelvergiftung kosten jährlich bestimmt auchn paar tausend Leben. Also WEG mit den Lebensmitteln, schmeckt ja eh alles nich.
Dann die Unfälle im Haushalt, also WEG mit dem Haushalt, wo solln das noch hinführen.
Oder Menschen, wieviele Tode werden jährlich von Menschen verursacht, als verantwortungsbewusst Menschen müssen wir die Menschen abschaffen, dann wären auch gleich die Probleme, was Haushalt, Lebensmittel, Verkehr und natürlich "Gewaltmusik" weg.
Also: WEG MIT DEN MENSCHEN!

Jonathan
Freitag, 26.01.07 11:38
 

Menschen die solche Theorien aufstellen machen aggresiv, nicht die Musik. Haben Sie keine Angst, dass Ihr Schwarz-Weiß Denken von Braun-Denkern aufgegriffen wird? Die stellen ähnliche Theorien auf. Ich warte auf Ihr nächstes Buch, "Wie erkenne ich Rockfans - die physischen Merkmale von Gewalttätern"

Andi
Freitag, 26.01.07 13:03
 

"Auch in diesen Fällen wäre es ja wohl besser, den Auslöser zu vermeiden! Ich frage mich allerdings, wie es kommt, daß heute Umfragen zufolge etwa doppelt so viele Menschen bereit sind, kriminelle Handlungen zu begehen, wie vor einigen Jahrzehnten. Wenn Sie das auf die Erziehung schieben: Die müßte sich ja auch aus irgendwelchen Gründen, die in den Köpfen der Eltern liegen, geändert haben (hat sie wohl auch). Und die Cliquen bestehen ja auch aus einzelnen Menschen, die ihre eventuelle kriminelle Energie von irgendwoher haben müssen."
Nein, es wäre nötig die Ursache zu bekämpfen!
Zur Erziehung: Mit sicherheit hat die sich in den letzten Jahren verändert: In Familien sind häufig beide Elternteile berufstätig, weil sonst einfach zu wenig geld da ist. D.h. die Kinder sind früher als vor 50 Jahren auf sich allein gestellt. In der Schule werden die Klassen immer größer, und die Lehrer damit immer mehr überfordert, so dass hier kaum Erziehung stattfinden kann.
Sind jetzt nur 2 Gründe, haben aber beide etwas mit Demographischer und Wirtschaftlicher Entwicklung zu tun, aber nicht mit Musik.

HeavyMetalFan
Freitag, 26.01.07 13:45
 

Die Argumentation ist dermaßen an den Haaren herbeigezogen, das tut ja schon weh!
Ich bin großer Heavy Metal Fan und trotzdem kein Schläger oder sonst irgendwie Kriminell.

IF YOU`RE NOT INTO METALL - YOU ARE NOT MY FRIEND! (ManOwaR)

Till Burgwächter
Freitag, 26.01.07 14:43
 

Ich hab es ja schon immer gesagt ...

Proggie
Freitag, 26.01.07 17:33
 

Grüß Gott

Herr Miehling. Ich habe Schulkameraden, die Punk hören. Diese Schulkameraden schreiben 1er und 2er, sind diszipliniert und korrekt. Sie sind weder kriminell (obwohl sie Punk hören) noch schlägern sie viel herum.
Das Statistiken das sagen, dass der Durchschnitt so uns so ist mag ja sein, aber es ist eine Statistik. In der Schule haben sie ja gelernt, dass der Durchschnitt niemals die klare Wahrheit darstellt. Es gibt Ausnahmen und Extremfälle. Ja. Aber manche Jugendliche würde auch so gewalttätig werden, würde auch so Drogen nehmen.... selbst mit der Klassik.
Rockmusik dient als ein Ventil für die Jugend. Als ein Ventil für Frust, Trauer und Gefühle. Als Bill Haley & the Comets auftraten warfen Jugendliche Stühle herum und tanzten... einfach so. Der Frust und der Ärger der Nachkriegszeit fiel plötzlich einfach so von ihnen ab. Jetzt mussten sie nicht mehr ernst oder korrekt sein... sie durften frühlich, glücklich sein...

Erzählen Sie mir nicht, Herr Miehling, dass sie in ihrer Kindheit/Jugend ständig Klassik gehört haben... Irgendwann einmal lief bei ihnen auch ein Rock'n'Roll Song... da wette ich mit ihnen, bei allem Respekt, Her Miehlig

Proggie

Proggie
Freitag, 26.01.07 17:52
 

Grüß Gott

Diesen Beiträg schiebe ich jetzt einfach mal nach.
Ich habe gelesen, dass sie Bob Dylan als Gewaltmusik bezeichnen. In welcher Hinsicht? Dass etwa seine Texte auf geistlich niedrigem Niveau sind oder dass seine Musik irgendwie aggressiv klinge? Hier muss ich wirklich sagen, dass das streckenweise etwas übertrieben ist. Bob Dylan war ja Folkmusiker und der "Neuerfinder" des Rock'n'Roll. Er hat intelligente Texte geschrieben, die man getrost neben Klassik und Jazz, in den Kreis der öffentlich anerkannten Kultur einreihen darf.
Nach ihrer Ansicht nach anscheinend nicht. Warum Herr Miehlig?

Proggie
Freitag, 26.01.07 17:58
 

Grüß Gott

Sie sagten, dass sich das Schlagzeugspiel wie Trommelfeuer und Kanonenkrach anhört. Also kurz gesagt, einfach laut und dümmlich.

1.Die Stämme in Afrika haben früher wie heute Schlaginstrumente verwendet, die im westlichen Kulturkreisen als "Bongos" bekannt wurden. Sie wollen doch nicht etwa sagen, dass kleine, unschuldige Bongos sich wie Explosionsgeräusche anhören... denn diese Instrumente sind Vorreiter unserers heutigen Schlagzeugs.

2.Haben sie schonmal das Schlagzeugspiel von Bill Bruford oder Phil Collins angehört? Da steckt Rythmus und Schwung drin... da steckt Leben drin, ohne gleich barbarisch und lärmend zu sein.

3.Wenn sie mit all den Beispielen Metal und Rap meinen, sind sie auf der falschen Spur, Herr Miehlig. Wenn sie das nicht mögen, ok. Aber dann bezeichnen Sie nicht auch noch Bob Dylan und diversen Prog als Gewaltmusik. Denn das ist etwas völlig anderes. Wenn sie denken, alles wo Rock draufsteht, hört sich Deathmetal mäßig an, haben sie falsch gedacht. Björk, Coldplay und Tom Waits können sie getrost anhören. Sie können vom Metal etc. fernbleiben, das ist mir egal. Aber verallgemeinern sie bitte nicht!

Proggie

Proggie
Freitag, 26.01.07 18:16
 

Grüß Gott

Herr Miehling: "Das ist richtig. Aber es genügt ja, daß die Musik, so wie sie in unserer Gesellschaft existiert, negative Auswirkungen hat. Man kann doch nicht die Augen und Ohren vor dem Problem verschließen, nur weil die Anteile der Musik an sich zum einen und ihrer Hintergründe zum andern nicht exakt auseinanderdividiert werden können."

Woher weiß man, dass die Musik negative Auswirkungen hat? Wer sagt das? Ja ja... die Studien. Was haben wir über Studien gesagt?

"Das durchführen solcher Studien ist schlichtweg unsmöglich"...
so oder so schrieb einer der User dieses Argument hier rein.

Fazit: Man kann nicht klar beweisen, ob "U-Musik" aggressiv oder kriminell macht.

Proggie
Freitag, 26.01.07 18:19
 

Grüß Gott

Ich werde nicht aufhören, hier zu argumentieren, bis sie eines erkannt haben, Herr Miehling, bei allem Respekt:

Nicht die "Gewaltmusik" (wie Sie das nennen) ist bedenklich, sondern ihre These ist bedenklich....

Proggie
Freitag, 26.01.07 18:28
 

"Allerdings. Das ist auch eine wichtige Argumentationslinie des Buches. Über Verbote zu sprechen, ist ohnehin zu früh. Aber die meisten Gewaltmusikkulturen sind kriminelle Kulturen; das bestätigen selbst Gewaltmusiker in hunderten von Zitaten in meinem Buch. Auch wenn man diesen kriminellen Kulturen ihre Musik zugestehen will: Sollen wir zulassen, daß diese Kulturen mit ihrer Musik die Gehirne unserer Kinder infizieren?"

Es gibt keine Gewalttätigen, kriminellen "Kulturen", Herr Miehling. Das müssten sie als Wissenschaftler am besten wissen... Was verstehen sie überhaupt unter dem Begriff "Kultur"?

Proggie
Freitag, 26.01.07 18:33
 

Grüß Gott

"Der Massenmörder Charles Manson führte seine Taten auf die Musik der Beatles zurück."

Ihr Zitat, Herr Miehling, ihr Zitat.
Massenmörder, Herr Miehling, sind oft nicht ganz richtig im Kopf. Das dürfte ja allgemein bekannt sein.
Dieser C. Manson war höchstwahrscheinlich NICHT zurechnungsfähig. Die Beatles für Massenmorde beschuldigen? Das ist Irrsinn. C. Manson war irrsinnig. Ein Massenmörder könnte demnach auch ein Schlafliedchen als Grund für einen Mord genommen haben, oder die 9. Symfonie von Beethoven... warum nicht... diese Menschen sind geistig verwirrt!

Proggie
Freitag, 26.01.07 19:19
 

""In der heutigen Zeit wird für alles ein 'Schuldiger' gesucht,"
Das ist auch notwendig, denn wenn man Schlechtes beseitigen will, muß man seine Ursachen kennen."
=> Aber WAS ist die wahre Ursache für Kriminalität und aggression? Nicht die Musik!


"„Regeln sind gut, so lange es nicht zu viele gibt."
Richtig. Nur - welche Regeln sind notwendig und welche nicht?"
=> Eben. Welche braucht man? Nicht die Regel, mit dem Musikverbot!


"„Und übrigens ist Agressivität nichts schlimmes, so lange man gelernt hat, sie nicht an seine Mitmenschen auszulassen."
... und hoffentlich auch nicht an Tieren oder an Sachen, die einem nicht gehören! Das Problem mit Gewaltmusik ist ja gerade, daß sie das Ausleben von Aggressionen fördert."
=> Ich höre Progressiv Musik an. Das fördert zu genau 0% die Gewaltbereitschaft!!!!!


"„Jede große Kultur ist mal untergegangen, und die Deutsche Kultur verändert sich auch, so wie alles andere, warum versuchen sie diese Veränderung aufzuhalten?"
Weil es eine Veränderung zum Schlechten ist."
=> Ach ja? Das ist völliger Quatsch. Warum Herr Mehling, schieben sie alles auf die Musik? Warum nicht auf die Erziehung, warum nicht auf das Soziale Umfeld oder die Arbeitslosigkeit?

Proggie
Freitag, 26.01.07 19:28
 

Dies ist ein Zitat aus dem Porcupine Tree Song "Sound of Muzak"

Hear the sound of music
Drifting in the aisles
Elevator prozac
Stretching on for miles

The music of the future
Will not entertain
It's only meant to repress
And neutralise your brain

Soul gets squeezed out
Edges get blunt
Demographic
Gives what you want

Refrain:
One of the wonders of the world is going down
It's going down I know
It's one of the blunders of the world that no-one cares
No-one cares enough

Now the sound of music
Comes in silver pills
Engineered to suit you
Building cheaper thrills

The music of rebellion
Makes you wanna rage
But it's made by millionaires
Who are nearly twice your age

Soul gets squeezed out
Edges get blunt
Demographic
Gives what you want

Refrain:
One of the wonders of the world is going down
It's going down I know
It's one of the blunders of the world that no-one cares
(Wdh.)
No-one cares enough


Porcupine Tree ist eine ArtRock formation. Machen sehr gute Musik. Sie sehen ja hier, dass sie sehen, in was das alles Enden wird, wenn die Musik ins andere Extrem geht. Wenn es zur kommerziellen Maschine wird. Soweit sind wir (meistens) glücklicherweise noch nicht.
Abr ihr Extrem, Herr Mehling, ist, die Rock/Pop Musik GANZ abzuschaffen. Das hätte ebenfall weitereichende Foglen, oder haben Sie sich da noch keine Gedanken darüber gemacht, was passieren könnte, wenn man die schon lange verwurzelte Rockmusik aus unserer Kultur verbieten würde? Es wäre eine kulturelle Katastrophe....

Dr. Klaus Miehling
Freitag, 26.01.07 21:17
 

an Deneas:
„Glauben sie ernsthaft mit dieser christlichen Aussage das sie uns erreichen werden oder andere Jugendliche aus den unzähligen Subkulturen?"
Gewaltmusik gibt es sogar in Gottesdiensten! Ich gehöre keiner Religion an. Im übrigen geht es nicht darum, Sie zu erreichen, sondern Politiker, Pädagogen und Lehrer sowie andere Wissenschaftler, damit weiter an dem Thema geforscht wird.

an Jonathan:
„Haben Sie keine Angst, dass Ihr Schwarz-Weiß Denken von Braun-Denkern aufgegriffen wird? Die stellen ähnliche Theorien auf."
Welche denn? Rechtsrock kommt in meinem Buch natürlich auch vor.

an Andi:
„'Auch in diesen Fällen wäre es ja wohl besser, den Auslöser zu vermeiden! [...]'
Nein, es wäre nötig die Ursache zu bekämpfen!"
Beides! Wobei Musik nicht nur Auslöser, sondern meiner Überzeugung nach auch Ursache ist, da sie nachhaltige Veränderungen im Gehirn bewirkt.
„Zur Erziehung: Mit sicherheit hat die sich in den letzten Jahren verändert: In Familien sind häufig beide Elternteile berufstätig, weil sonst einfach zu wenig geld da ist."
Obwohl es noch nie so viel Kindergeld und so viele andere Vergünstigungen für Eltern gab? Da sind wohl eher die Ansprüche gestiegen; außerdem wollen sich oft beide Elternteile auch beruflich selbstverwirklichen.
„D.h. die Kinder sind früher als vor 50 Jahren auf sich allein gestellt. In der Schule werden die Klassen immer größer, und die Lehrer damit immer mehr überfordert, so dass hier kaum Erziehung stattfinden kann."
Wir waren in den 70er Jahren auch über 30 in der Klasse; in der Grundschule wurden sogar für längere Zeit zwei Klassen zusammen in einem Klassenraum unterrichtet (wohl da ein Klassenlehrer langfristig krank war und es dank damaliger Vollbeschäftigung keinen Ersatz gab). Da immer weniger Kinder geboren werden, dürfte auch die Klassengröße tendenziell abgenommen haben; aber dazu habe ich keine Zahlen.
„Sind jetzt nur 2 Gründe, haben aber beide etwas mit Demographischer und Wirtschaftlicher Entwicklung zu tun, aber nicht mit Musik."
D.h. also 1.: mehr berufstätige Eltern, 2. größere Klassen.
Zu 1.: Trifft es überhaupt zu, daß Kinder/Jugendliche, deren Eltern beide berufstätig sind, häufiger kriminell werden? Selbst wenn, so wäre das zunächst nur eine Korrelation.
Zu 2.: Wie gesagt bezweifle ich, daß die Klassen größer geworden sind. Wurde bei Untersuchungen zur Kinder- und Jugendkriminalität die Klassengröße überhaupt berücksichtigt? Auch wenn das der Fall wäre, und wenn tatsächlich Kinder/Jugendliche aus größeren Klassen häufiger kriminell werden, wäre auch das zunächst nur eine Korrelation.
Sie machen also genau den Fehler, den Sie mir vorwerfen: Sie geben Korrelationen (wenn die hier überhaupt vorliegen; haben Sie Zahlen?) als Ursachen aus. Ich habe immerhin deutliche Hinweise darauf zu bieten, daß den Korrelationen zwischen Gewaltmusik und Kriminalität tatsächlich AUCH eine ursächliche Wirkung der Musik zugrundeliegt.

an Proggie
„Rockmusik dient als ein Ventil für die Jugend. Als ein Ventil für Frust, Trauer und Gefühle. Als Bill Haley & the Comets auftraten warfen Jugendliche Stühle herum und tanzten... einfach so. Der Frust und der Ärger der Nachkriegszeit fiel plötzlich einfach so von ihnen ab. Jetzt mussten sie nicht mehr ernst oder korrekt sein... sie durften frühlich, glücklich sein..."
Das ist gekonnte Propaganda. Waren Sie dabei? Bill Ramsey, als Gewaltmusiker wohl ein unverdächtiger Zeuge, berichtete:
„Er [Haley] hat nicht einmal anderthalb Titel gespielt, dann kamen die Leute auf die Bühne. Die haben nur auf ihn gewartet und gesagt: Jetzt machen wir Remmidemmi. Diese Leute haben die Baßgeige kaputtgemacht und einen Konzert-Steinway-Flügel zerschlagen. Es war wirklich ganz schlimm!"
„Erzählen Sie mir nicht, Herr Miehling, dass sie in ihrer Kindheit/Jugend ständig Klassik gehört haben... Irgendwann einmal lief bei ihnen auch ein Rock'n'Roll Song... da wette ich mit ihnen,"
Wie dem auch sei, hätte das ja wohl mit meinen Thesen nichts zu tun! Die Wette haben Sie aber verloren, denn Rock'n'Roll habe ich freiwillig nie angehört (der war in meiner Jugend freilich auch nicht mehr aktuell).
„Ich habe gelesen, dass sie Bob Dylan als Gewaltmusik bezeichnen. In welcher Hinsicht? Dass etwa seine Texte auf geistlich niedrigem Niveau sind oder dass seine Musik irgendwie aggressiv klinge?"
Die Texte sind sekundär. Dylan benimmt sich jedenfalls wie ein typischer Gewaltmusiker. Er ist (oder war zumindest) ein Dieb, Betrüger, Drogenkonsument und Schläger.
„Sie sagten, dass sich das Schlagzeugspiel wie Trommelfeuer und Kanonenkrach anhört. [...]
1.Die Stämme in Afrika haben früher wie heute Schlaginstrumente verwendet, die im westlichen Kulturkreisen als 'Bongos' bekannt wurden. Sie wollen doch nicht etwa sagen, dass kleine, unschuldige Bongos sich wie Explosionsgeräusche anhören..."
Ich sprach nicht von Bongos, sondern vom Schlagzeug, wie es in der modernen Gewaltmusik verwendet wird.
„2.Haben sie schonmal das Schlagzeugspiel von Bill Bruford oder Phil Collins angehört? Da steckt Rythmus und Schwung drin... da steckt Leben drin, ohne gleich barbarisch und lärmend zu sein."
Gewiß gibt es da Unterschiede. Aber ein durchgehendes Schlagzeugspiel würde ich auf jeden Fall als aggressiv bezeichnen.
„3.Wenn sie mit all den Beispielen Metal und Rap meinen, sind sie auf der falschen Spur, Herr Miehlig. [...] Sie können vom Metal etc. fernbleiben, das ist mir egal. Aber verallgemeinern sie bitte nicht!"
Wie ich bestimmt schon sagte, halte ich fast alles, was man sonst U-Musik oder populäre Musik nennt, für Gewaltmusik. Daß es dabei mehr und weniger aggressive Stile gibt, ist mir natürlich bewußt.
„Woher weiß man, dass die Musik negative Auswirkungen hat? Wer sagt das? Ja ja... die Studien. Was haben wir über Studien gesagt?"
Was Sie über Studien gesagt haben, ist nicht das, was ich darüber gesagt habe.
„'Das durchführen solcher Studien ist schlichtweg unsmöglich'... so oder so schrieb einer der User dieses Argument hier rein."
Der meinte damit, es sei nicht möglich, jemanden zu finden, „der -losgelöst von jeglichen Wissen um den Musikstil und dessen Hintergründe- eine bestimmte Musikrichtung hört". Aber das ist auch nicht nötig, denn es genügt doch, die Wirkung so zu untersuchen, wie sie in der Realität auch auftritt, nämlich eben mit einem Wissen um den Musikstil und dessen Hintergründe.
„Es gibt keine Gewalttätigen, kriminellen 'Kulturen', Herr Miehling. [...] Was verstehen sie überhaupt unter dem Begriff 'Kultur'?"
Wenn man unter „Kultur" etwas wertvolles und positives versteht, kann man natürlich sagen, es gäbe keine kriminellen Kulturen. Ich halte mich an die Soziologie, wo eben von „Jugendkulturen" gesprochen wird, ohne qualitative Konnotation. Die HipHop-Kultur oder die Techno-Kultur sind im Prinzip sehr wohl Kriminellenkulturen. Das belegen viele Zitate von Angehörigen dieser Kulturen.
„Ein Massenmörder könnte demnach auch ein Schlafliedchen als Grund für einen Mord genommen haben, oder die 9. Symfonie von Beethoven... warum nicht... diese Menschen sind geistig verwirrt!"
Im Prinzip haben Sie recht, nur habe ich solche Fälle nicht gefunden; dagegen mehrere, wo Mörder ihre Taten auf Gewaltmusik zurückführen. Offenbar scheint diese Musik so etwas viel eher auszulösen.
„Warum Herr Mehling, schieben sie alles auf die Musik? Warum nicht auf die Erziehung, warum nicht auf das Soziale Umfeld oder die Arbeitslosigkeit?"
Ich „schiebe" vieles, nicht alles auf die Musik. Warum, das versuche ich in diesem Forum seit sieben Wochen zu erklären. Was die anderen von Ihnen genannten potentiellen Ursachen betrifft vgl., was ich am 4., 5. und 6. 1. geschrieben habe.
„The music of rebellion Makes you wanna rage"
Sag' ich doch!
„haben Sie sich da noch keine Gedanken darüber gemacht, was passieren könnte, wenn man die schon lange verwurzelte Rockmusik aus unserer Kultur verbieten würde? Es wäre eine kulturelle Katastrophe...."
Es wäre eine kulturelle Verbesserung; aber ich habe bereits gesagt, daß ein grundsätzliches Verbot derzeit überhaupt nicht zur Diskussion steht.

Simon
Freitag, 26.01.07 22:24
 

also...
ich höre schon seit ca. meinem 10 lebensjahr metal...
und mit der zeit steigert sich das halt...
und bis jetzt höre ich sogut wie immer death- oder black metal...
habe mich allerdings noch NIE wirklich noch NIE keines wegs gewalttätig irgendwelchen menschen gegenüber ausgedrückt... also irgendwas stimmt doch da nicht...
oder bin ich dehalb nicht normal?

Dr. Klaus Miehling
Freitag, 26.01.07 23:26
 

Gewalt ist ja nicht alles, was durch Gewaltmusik hervorgerufen werden kann, wie ich schon mehrfach betont habe; und wie ich ebenfalls schon sagte, lassen sich im Einzelfall keine Voraussagen treffen.

Proggie
Samstag, 27.01.07 00:10
 

"Er ist (oder war zumindest) ein Dieb, Betrüger, Drogenkonsument und Schläger."

Ich verbitte mir diesen Kommentar! Bob Dylan als Betürger (wann hat er betrogen?), als Dieb (wann hat er gestohlen?) und Schläger (Wann hat er Zertrümmert?) zu bezeichnen! :-(

Sie wissen hoffentlich schon, dass ein Großteil der europäischen und amerikanischen (also alle westlichen) Bevölkerung Rock/Pop hört.
Besonders Pop Lieder (z.B. Country, Folk oder Blues) sind ja nun wirklich harmlos. Das Blues, Rock oder Folk gewaltbereitschaft erzeugt, kann ich beim besten Willen NICHT verstehen. Bob Dylans Lied "Blowin in the Wind" ist friedlich, es erzählt von Gerechtigkeit und ist ein entspannender Song. Warum sollte man da aggressiv werden oder unterschwellig beeinflust werden?

Sie haben ein Zitat in "Sound of Muszak" vergessen (Da sieht mans: Sie sehen nur das, was SIE sehen wollen...):

"One of the wonders of the world is going down
It's going down I know
It's one of the blunders of the world that no-one cares
No-one cares enough"

Iich möchte hierbei das Wort "wonders" und das gesätz "but no-one cares enough" hervorstechen lassen.

Wonders... damit ist eindeutig die Musik gemeint. Rock/Pop Musik ist ein Wunder, klar, es hat Nachteile, aber es ist ein Wunder. Oder würden sie die Freiheitsstatue in NYC abreißen, nur weil man sagt "Ha, das ist ja patriotisch... weg damit!"?

But no-one cares enough.... Damit ist gemeint, dass keiner den wahren Sinn des Rock/Pop versteht/verstehen will.

Wie gesagt, der Song zeigt uns eine der Extremen... Wenn Rock plötzlich gefährlich wird. Doch genauso kann auch zuviel Klassik gefährlich werden.... Alles was zu extrem ist, ist gefährlich

SUCHEN SIE DIE GOLDENE MITTE, HR. MIEHLING!!!
ROCK/POP UND KLASSIK KÖNNEN BEIDE EXISTIEREN.... UND MUSIK KANN NIE UND NIMMER URSACHE FÜR VERBRECHEN UND GEWALT SEIN!!!!!

Proggie
Samstag, 27.01.07 00:15
 

Ich höre viel Rock/Pop Musik. Ich bin nicht gewaltbereit, genausowenig wie meine 100 anderen Kameraden und Leute aus der Schule.

Aber meine These lautet so:

Rock/Pop, Rap, Metal etc... kann (muss aber nicht) aggressiv machen. Aber nur wenn verschiedene Vorraussetzungen erfüllts sind:

1. Der betreffenden Person geht es schlecht... schlechte Laune, wütend etc....
2. Das soziale Umfeld ist schlecht (Drogen, keine Freunde etc)
3. Man ist von Haus aus Kriminell oder Gewalttätig...

NUR, aber NUR wenn diese Dinge erfüllt sind, KANN es zu aggressionen führen.... Aber ein (Massen)mord oder Verbrechen können nie und nimmer durch Musik verursacht werden....

Proggie
Samstag, 27.01.07 00:18
 

Oder sehen Sie etwa nicht, dass sie den Ärger hunderter, ja tausender Jugendlicher und Erwachsener aus Internet, Umgebung etc. auf sich ziehen?
Ich glaube ihre Lage ist ernsthaft bedroht.... Sie werden ihre krankhaften, eingebildeten Thesen wahrscheinlich nie durchsetzen!

Proggies Bro
Samstag, 27.01.07 00:24
 

Mein Bruder hat voll und ganz recht. Ich mit 11 Jahren höre ausschließlich Progressiv Rock, bin deswegen aber kein bisschen Gewalttätig.
Mein Bruder ist 16 und ist ebenfalls ganz friedlich.

Ich kann ihre These nicht verstehen...

Proggie
Samstag, 27.01.07 00:44
 

Grüß Gott

Dies ist wahrscheinlich mein letztes Kommentar. Nehmen Sie es ernst!
Früher wurden auch Kriege im Barock und Klassik geführt, es wurden auch Verbrechen begangen, obwohl es keine Rock/Pop musik gab. Mozarts Stücke wurden auch oft kritisiert, er veranstaltete Orgien, schlägerte sich und warf sein Geld zum Fenster raus.... Und spielte Klassik! (Oh, aber er kommt ja aus einer feinen Gesellschaft!)

Außerdem habe ich das dumpfe Gefühl, dass sie entweder ein radikalkonservativer sind oder sonstwie streng erzogen worden. Sie tun mir ehrlich leid, Herr Mehling...

Nichts gegen die Klassik, aber früher stimmte man klassische Lieder mit Pauke und Trompete an und lief danach in die Schlacht... Jawohl, diese Stücke animierten zum kämpfen! ("Oh..." werden Sie jetzt denken "... Solch eine Musik beeinflust ja den Geist")

Beeinflussen? Klassische Meister der Musik waren teilweise auch wahnsinnig, rüpelhaft oder irre.... Nur ein paar, die bekannteren, waren fürstlich und so.

Klassik hat früher auch mich beeinflusst (also psychisch). Als ich Stücke von Karl Orff und dergleichen gehört habe, wurde mir auch ganz komisch... wenn plötzlich bei Karmina Burana Stücke kamen, die aggressiv, ja ganz bizarr klangen, wurde ich plötzlich wütend. Ein Gefühl des Frusts stieg in mir auf. Es war aber Klassik!!!

Vergessen Sies her Mehling.... Sie werden nie gegen die Masse der Bevölkerung ankommen.... Sie tun mir leid, mit ihrer verbissenen, unflexiblen, konservativen, repressiven und krankhaften Einstellung....

Bitte überdenken Sie das ganze noch.... Oder SIE werden bald der Grund sein, warum man auf die Straße geht und Gewalttaten durchführt....

Proggie

Es lebe Genesis, Yes und Porcupine Tree !

Torsten
Samstag, 27.01.07 02:39
 

@proggie
junge, reg' dich nicht unnötig auf. über den herren ärgere ich mich schon seit dem 07.12..
hr.miehling hat ein sehr verwachsenes weltbild. argumenten ist er nicht zugänglich. im gegenteil, zitat: "auf einen groben klotz gehört ein grober keil". oder folgendes: "Obwohl es noch nie so viel Kindergeld und so viele andere Vergünstigungen für Eltern gab? (WIEBITTE???) Da sind wohl eher die Ansprüche gestiegen; außerdem wollen sich oft beide Elternteile auch beruflich selbstverwirklichen."
ihre äußerungen sind eine unglaubliche frechheit und ein schlag ins gesicht derjenigen, die sich jeden tag den a.... aufreißen, um die schwankenden reste des systems familie am einsturz zu hindern!! Ich denke, SIE SELBST und ihre veröffentlichungen zum Thema G.musik sind das beste beispiel für eine mißlungene Form der Selbstverwirklichung. sie haben offensichtlich keine ahnung von der wirklichkeit. wenn sie ihren reaktionären dünnsinn loswerden wollen, gehen sie in eine kneipe! jemanden, der solche stammtischparolen verbreitet, kann ich nicht ernstnehmen. hoffentlich bleiben sie kinderlos, denn offensichtlich fehlt ihnen für die rolle als vater die lebenserfahrung und das notwendige reflexionsvermögen. dann noch die leugnung weiter oben, das es chancenungleichheiten in unserem bildungswesen gibt. mannmannmann, ich lese wirklich selten so einen reaktionären mist, wie den ihren. glauben sie das wirklich selbst, was sie uns hier an halb- und pseudowissenschaftlichem murks auftischen? springen sie doch bitte endlich wieder in ihre zeitmaschine und fahren sie dorthin zurück, wo ihr meinungsbild über die jugend und die familie hingehört: in die fünfziger jahre!

Andi
Samstag, 27.01.07 09:49
 

"Sie machen also genau den Fehler, den Sie mir vorwerfen: Sie geben Korrelationen (wenn die hier überhaupt vorliegen; haben Sie Zahlen?) als Ursachen aus."
Nein, ich habe ein paar Gründe für die Veränderungen in der Erziehung(Familienstruktur) genannt, die allgemein bekannt sind.

Achja, ist ihnen aufgefallen, dass sie ihre klassische Musik genauso verteidigen (auf die gleiche Weise) wie wir unsere?
Also: Wer im Glashaus sitzt...

Das X
Samstag, 27.01.07 13:46
 

Kennen sie das S&M Album vom Metallica? (steht für Symphonic & Metal) Oder die Band Apocalyptica? das zeigt doch das man ihre "Gewaltmusik" sehr gut mit der Klassik verbinden kann.

Wie schaffen sie es eigentlich dem negativen Einfluss der U-Musik zu entgehen? in jedem Kaufhaus, aus jedem Radio etc dröhnt ihnen doch dieser Klang des Verderbens entgegen. Sie müssten ja ständig Kopfhörer tragen, sonst werden sie ja noch zum Kriminellen, oder sie gehen nie aus dem Haus?

Bücherwurm
Samstag, 27.01.07 13:57
 

Das hört sich für mich doch stark nach Orwells 1984 oder Bradburys Farenheit 451 an. Sollten sie mal lesen, Doktor Miehling.

Dr. Klaus Miehling
Samstag, 27.01.07 17:39
 

an Proggie:
„Ich verbitte mir diesen Kommentar! Bob Dylan als Betürger (wann hat er betrogen?), als Dieb (wann hat er gestohlen?) und Schläger (Wann hat er Zertrümmert?) zu bezeichnen!"
„Als John Hammond ihn unter Vertrag genommen hatte, war Dylan zwanzig Jahre alt und nach dem Vertragsrecht des Staates New York noch minderjährig gewesen. Der Folksänger hatte gesagt, er habe keine Eltern, die mitunterzeichnen könnten, was aber nicht der Wahrheit entsprach." (Dannen, S. 95)
„In 1960, Dylan spent time in Colorado, playing folk music at a strip club called the 'Gilded Garter.' 'One night I was ready to strip myself,' he later confessed. Instead, he stole twenty dollars from the cash register and split." (pages.eidosnet.co.uk)
„One of Dylan's biggest fans was A. J. Weberman. [...] One day, when Weberman went to get a soda at a New York City corner store, he was attacked by a man who seemed strangely familiar. Weberman thought, 'Could Bob Dylan be punching me out? My idol, the guy that wrote all that great poetry?' It was indeed Dylan, who kept slugging Weberman until some hippies broke up the fight." (pages.eidosnet.co.uk) / Seine Ehefrau Sara: „Er schlug mich und trat mich mit Stiefelabsätzen." (Welt am Sonntag, n. Heidkamp, S. 140)
„Früher wurden auch Kriege im Barock und Klassik geführt, es wurden auch Verbrechen begangen, obwohl es keine Rock/Pop musik gab."
Das Argument wurde hier schon gebracht. Es ist völlig wertlos, da ich nie behauptet habe, Gewaltmusik sei für alles Unrecht auf der Welt verantwortlich.
„Mozarts Stücke wurden auch oft kritisiert, er veranstaltete Orgien, schlägerte sich und warf sein Geld zum Fenster raus."
Nachdem ich meine Vorwürfe gegen Dylan belegt habe, fordere ich Sie nun auf, mir Belege für Mozarts Orgien und Schlägereien zu liefern. Mit dem Geld haben Sie recht; aber das ist nichts Kriminelles.
„Klassische Meister der Musik waren teilweise auch wahnsinnig, rüpelhaft oder irre.... Nur ein paar, die bekannteren, waren fürstlich und so."
Das hat schon einmal jemand zu beweisen versucht, Reto Wehrli in seinem Buch „Verteufelter Heavy Metal." Er hat in Jahrhunderten insgesamt weniger Beispiele gefunden (einschließlich z.B. Melancholie, als ob das etwas Verwerfliches wäre!) als ich Beispiele alleine von MÖRDERN unter Gewaltmusikern fand.
„Bitte überdenken Sie das ganze noch.... Oder SIE werden bald der Grund sein, warum man auf die Straße geht und Gewalttaten durchführt...."
Na, das spricht doch Bände!

an Torsten:
„ihre äußerungen sind eine unglaubliche frechheit und ein schlag ins gesicht derjenigen, die sich jeden tag den a.... aufreißen, um die schwankenden reste des systems familie am einsturz zu hindern!!"
Sind es denn nicht Tatsachen, die ich genannt habe? Früher gab es überhaupt kein Kindergeld, und für ab dem 1. 1. 2007 geborene Kinder gibt es ein hohes Elterngeld, ungeachtet der Riesenverschuldung unseres Staates. Bei den gesetzlichen Krankenkassen sind Familienmitglieder kostenfrei mitversichert, auf Kosten der Kinderlosen. Sie können das bewerten wie Sie wollen, aber wenn jemand Tatsachen nennt, ist das keine „Frechheit"!
„wenn sie ihren reaktionären dünnsinn loswerden wollen, gehen sie in eine kneipe!"
Ja was nun - reaktionär oder familienfeindlich? Beides zugleich dürfte sich widersprechen. Auch scheinen Sie zu vergessen, daß in Kneipen in aller Regel Gewaltmusik läuft.
„dann noch die leugnung weiter oben, das es chancenungleichheiten in unserem bildungswesen gibt."
Unser Bildungswesen gibt jedem die gleichen Chancen. Für elterliche Erziehung und unterschiedliche angeborene Intelligenz und unterschiedlichen Fleiß kann man es nicht verantwortlich machen.
„springen sie doch bitte endlich wieder in ihre zeitmaschine und fahren sie dorthin zurück, wo ihr meinungsbild über die jugend und die familie hingehört: in die fünfziger jahre!"
Damals gab es jedenfalls wesentlich weniger Kriminalität als heute.

an Andi:
„Nein, ich habe ein paar Gründe für die Veränderungen in der Erziehung(Familienstruktur) genannt, die allgemein bekannt sind."
Sie haben diese Veränderungen als Gründe für die höhere Kriminalität ausgegeben, und dafür haben Sie keine Belege genannt.

an Das X:
„Wie schaffen sie es eigentlich dem negativen Einfluss der U-Musik zu entgehen? in jedem Kaufhaus, aus jedem Radio etc dröhnt ihnen doch dieser Klang des Verderbens entgegen. Sie müssten ja ständig Kopfhörer tragen, sonst werden sie ja noch zum Kriminellen, oder sie gehen nie aus dem Haus?"
In der Tat trage ich Ohrenstöpsel, wenn ich nicht vermeiden kann, ein zwangsbeschalltes Geschäft zu betreten, oder wenn jemand in der Straßenbahn „Walkman" hört. Aber, wie ich schon im Interview sagte, es kommt auf die Einstellung gegenüber der Musik an: Nur wer sich mit ihr identifizieren kann, kann von ihr moralisch negativ beeinflußt werden. Die anderen werden dagegen durch den Streß körperlich krank.

an Bücherwurm:
„Das hört sich für mich doch stark nach Orwells 1984 oder Bradburys Farenheit 451 an. Sollten sie mal lesen, Doktor Miehling."
Ja, bei Orwell werden die Menschen auch durch Zwangsbeschallung manipuliert. Auch das ist ein Thema meines Buches.

Proggie
Samstag, 27.01.07 17:50
 

"Ja, bei Orwell werden die Menschen auch durch Zwangsbeschallung manipuliert. Auch das ist ein Thema meines Buches."

Wissen Sie, durch was die Zwangsbeschallt werden? Durch Marschmusik und Klassik! Das Buch habe ich bereits gelesen...

So. Wissen Sie was, Hr. Mieling?

Sie wollen doch bloß provozieren!

NUR PROVOZIEREN!

Und diese Provokation geht mir am Arsch vorbei....

Proggie
Samstag, 27.01.07 18:35
 

Beantworten Sie mir bitte eine Frage:
Warum sollten diese Künstler (oder wie Sie sie nenne, Gewaltmusiker) Jugendliche Aggressiv machen? Machts denen etwa Spaß dabei zuzusehen, wie sich die Jugend die Köpfe einschlägt oder wie?

Außerdem würde John Lennon von den Beatles, der ja bekanntlich absoluter Pazifist war, niemals mit seiner Musik Aggressionen auslösen. Man höre nur mal "Imagine" an....

Andi
Samstag, 27.01.07 18:46
 

"Damals gab es jedenfalls wesentlich weniger Kriminalität als heute."
Dann gehen sie doch gleich noch 10 Jahre weiter zurück und feiern mit ihresgleichen bei klassischer Musik und Tee die Gleichschaltung. Halleluja!

In den 50ern war Deutschland gerade im Aufschwung. Wirtschaftswachstum, quasi keine Arbeitslosen.
Seitdem: Stetig steigende Arbeitslosenzahlen, Wirtschaft eher in einem absteigenden Trend. In vielen Städten gibt es soziale Brennpunkte die von Armut und Arbeitslosigkeit geprägt sind. Die Menschen dort haben häufig keine Aussichten auf besserung.
Das Recht eine Schule zu besuchen (für alle) schön und gut, aber haben sie sich die schulen in solchen Stadteilen mal angeschaut? Und was nützt mir ein Abitur, wenn ich nicht studieren kann, weil meine Eltern mir das beim besten willen nicht finanzieren können (mit den Studiengebüren wird sich das noch verschlechtern). Der Lehrstellenmarkt sieht gerade auch nicht rosig aus, also was tun mit meinem leben?
Ihren idealismus in allen ehren, aber in was für einer Welt leben sie eigentlich? So schön die theorie klingt, das wirkliche Leben sieht erheblich anders aus.
Und da wundern sie sich, warum die Kriminalitätsrate gestiegen ist und schieben den Grund dafür auf Musik?
Ich würde lachen, wenns nicht so traurig und armselig wäre!

Paulchen
Samstag, 27.01.07 18:49
 

Da sag noch einer, nach einem direkten Kopfschuss könne man keine Bücher mehr schreiben. Kann man eigentlich auch nicht, aber man kanns versuchen, gelle, Herr Miehling.

Euer Gewalttäter


Paule

Anti Dr. Klaus Miehling
Samstag, 27.01.07 19:16
 

Hallo erstmal
@ Dr. Klaus Miehling

Wissen sie was , sie sind irre im kopf , es ich eine frechheit das sie Musik so beleidigen. Zu den Durchgäniges Schlagzeug macht aggresiv oder so; haben sie in ihren leben irgendwann mal Musik gehört? HABEN SIE IN IHREN LEBEN IRGENDWANN MAl PHIL COLLINS GEHÖRT????? HABEN SIE ÜBERHAUPT MAL EIN GUT GESPIELTES SCHLAGZEUG GEHÖRT???????
Wo haben sie denn das Dr. her? Für 5€ bei ebay gekauft oder so ähnlich?
ICH BIN 15 JAHRE ALT UND ICH WEIß MEHR ALS SIE ÜBER MUSIK JETZT SCHON , ALS SIE IN IHREN GANZEN LEBEN WISSEN WERDEN!!!!!!!!!!!!
Die ProgRock und später Mainstream Rock Band Genesis haben mich durch so viele lebenslagen begleitet und sie haben mir immer geholfen. wollen sie etwa behaupten das ich deswegen mit 21 menschen töten werde????????????
Ich gehöre in der Schulklasse von mir zu den lieben und netten leuten , und ohne musik würde ich ganz sicher nicht dazu gehören , da ich meine aggresionen nich mit musik verarbeiten könnte , sondern an meine mitschülern auslassen müsste.
Wie können sie so kaputt im kopf sein das sie ohrstöpsel tragen wenn sie ins kaufhaus etc. gehen???

Se gehören für mich klar in die Kategorie der erbermlichen menschen , die nicht besseres zu tun haben als andere leute zu provozieren. Dieser "Bericht" (wenn man das so nennen darf überhaupt) ist eine frechheit und wenn die menschen draußen sich draußen schlagen und aggresiv sind , dann wegen ihnen!!!!!!!!!!!!

Mit (un)freundlichen Grüßen

Anti Dr. Klaus Miehling

Dr. Klaus Miehling
Samstag, 27.01.07 23:04
 

an Proggie:
„Warum sollten diese Künstler (oder wie Sie sie nenne, Gewaltmusiker) Jugendliche Aggressiv machen? Machts denen etwa Spaß dabei zuzusehen, wie sich die Jugend die Köpfe einschlägt oder wie?"
Teilweise ja. Schon Paul Kantner von Jefferson Airplane sagte: „Wir wollen mit unserer Musik die Kluft zwischen den Generationen verbreitern, Kinder ihren Eltern entfremden und Menschen auf die Revolution vorbereiten." (Peters/Merrill 1988, S. 69) Und ein aktuelleres Zitat, von Rob Zombie (White Zombie): „Es ist doch viel cooler, zu spielen, wenn die Kids durchdrehen [...] Sicherheitskräfte werden vermöbelt, Kids verletzen sich, Sachen gehen zu Bruch, und der Laden wird komplett verwüstet. Da wird so ein wahnsinniger Spaß draus. Ein Slayer-Konzert ist, als würde man an einem Aufstand teilnehmen" (zit. n. Christe, S. 195).
Aber selbst wenn das nicht die Absicht der Musiker ist, ändert das nichts an der Wirkung der Musik, wenn sie entsprechend aggressiv gespielt wird.
„Außerdem würde John Lennon von den Beatles, der ja bekanntlich absoluter Pazifist war, niemals mit seiner Musik Aggressionen auslösen."
Absoluter Pazifist? Wie Bob Dylan, nicht wahr? Und mir wirft man hier vor, keine Ahnung zu haben!
„Eines Abends verlor John [Lennon] so komplett die Kontrolle, daß er einen Zuhörer, der sich voller Enthusiasmus der Bühne näherte, zweimal gegen den Kopf trat, sich dann ein Steakmesser von einem Tisch schnappte und es nach dem Burschen warf". (Brown/Gaines 1984, S. 38, nach Shapiro, S. 149f)
„war [...] in seiner Jugend häufig in Schlägereien verwickelt". (Hauk, S. 40) / „[...] ein anderes Mal musste er an ein metallenes Bettgestell gefesselt werden, nachdem er im Haus des Produzenten Lou Adler Amok gelaufen war, dessen goldene Schallplatten zertrümmert und dem unglücklichen Gastgeber antisemitische Parolen entgegengebrüllt hatte. An der Ostküste war John Lennon ein braver Familienmensch, an der Westküste während dieser 18 durchgedrehten Monate ein Monster." (Rolling Stone, Feb. 2003, S. 77)
Von diesem „Monster" gäbe es noch mehr zu berichten, aber das sollte fürs erste reichen.
Wenn Sie so ein falsches und naives Bild von Gewaltmusikern haben, dann verstehe ich ja beinahe, daß Ihnen die Verbindung zwischen Gewaltmusik und Kriminalität nicht einleuchten will.

an Andi:
„In den 50ern war Deutschland gerade im Aufschwung. Wirtschaftswachstum, quasi keine Arbeitslosen. Seitdem: Stetig steigende Arbeitslosenzahlen, Wirtschaft eher in einem absteigenden Trend. In vielen Städten gibt es soziale Brennpunkte die von Armut und Arbeitslosigkeit geprägt sind. Die Menschen dort haben häufig keine Aussichten auf besserung."
Die Kaufkraft eines heutigen Hartz-IV-Empfängers dürfte die eines Durchschnittsverdieners der 1950er Jahre nicht unterschreiten.
„Das Recht eine Schule zu besuchen (für alle) schön und gut, aber haben sie sich die schulen in solchen Stadteilen mal angeschaut?"
Sie meinen wohl die Vandalismusschäden? Daran sind die jeweiligen Schüler selbst schuld.
„Und was nützt mir ein Abitur, wenn ich nicht studieren kann, weil meine Eltern mir das beim besten willen nicht finanzieren können (mit den Studiengebüren wird sich das noch verschlechtern)."
Es gibt Hilfe nach dem BAFöG, und man kann nebenher arbeiten. Wer es wirklich will, der kann studieren. Außerdem bestand das Problem schon immer (die Studiengebühren sind ja eine ganz neue Entwicklung).
„Und da wundern sie sich, warum die Kriminalitätsrate gestiegen ist und schieben den Grund dafür auf Musik?"
Und Sie schieben den Grund auf Arbeitslosigkeit und wirtschaftliche Entwicklung? Der Soziologe Baldo Blinkert hat festgestellt, daß das Wachstum der Kriminalität um so HöHER ist je NIEDRIGER das Wachstum des Bruttosozialproduktes ist. Außerdem könnten solche Faktoren allenfalls erklären, weshalb Menschen mit krimineller Energie mehr Straftaten begehen, aber nicht, warum es heute doppelt so viele Menschen mit krimineller Energie gibt wie früher (vgl., was ich am 2. und 5. 1. zu primären und sekundären Ursachen der Kriminalität schrieb).

Torsten
Sonntag, 28.01.07 00:08
 

Herr Miehling, Sie sind ein Ignorant, wie er im Buche steht.
Richtig, früher gab es kein Kindergeld. Dafür waren die (nationalen, religiösen, ständischen) Gesellschaften stärker vom Rest der Welt isoliert und der Einzelne und sein überleben waren stärker vom Zusammenhalt und dem funktionieren "seines" Systems abhängig. Hinzu kamen soziale Kontrolle und der moralische Kodex. Mit Beginn der Industrialisierung und zunehmender Beschleunigung des Lebens (Erfindung der Eisenbahn, Telegrafie, Elektrifizierung etc. etc.) trat eine Entfremdung des Menschen von diesen Systemen und seinen Mitmenschen ein. Dieser Prozess mit der nicht nur räumlichen Separierung von Arbeit, Wohnen, Freizeit, Kindheit, Reife, Alter schreitet immer noch fort.
"Früher gab es überhaupt kein Kindergeld, und für ab dem 1. 1. 2007 geborene Kinder gibt es ein hohes Elterngeld, ungeachtet der Riesenverschuldung unseres Staates. Bei den gesetzlichen Krankenkassen sind Familienmitglieder kostenfrei mitversichert, auf Kosten der Kinderlosen. Sie können das bewerten wie Sie wollen, aber wenn jemand Tatsachen nennt, ist das keine „Frechheit"!"
Danke, das Sie den Lesern dieses Forums mit diesen Äußerungen wieder deutlich machen, das es Ihnen nicht um eine Sache geht, sondern um eine als von Ihnen EMPFUNDENE
UNGERECHTIGKEIT. Ich kann Ihnen versichern, auch ich empfinde vieles in diesem Staate als ungerecht. Aber deshalb polemisiere ich trotzdem nicht, oder wenigstens nur in kleinem Kreis und nicht in der Öffentlichkeit!
Sie haben Recht. Ich korrigiere mich. Wenn Sie Andis Bedenken bezüglich Ihrer Argumentation beim Punkt "Erziehung/Berufstätigkeit beider Elternteile" mit dem Hinweis auf die Existenz des "hohen" (haha) Kindergeldes begegnen, handelt es sich nicht um eine Frechheit. Es ist Dummheit. Weitere Tatsachen: Heute müssen sehr viele Menschen 30 - 50 Prozent ihres Einkommens an den Vermieter abführen. Dazu kommen explosionsartig wachsende Energiekosten, Gesundheitskosten (auch Eltern finanzieren den hedonistischen Lebensstil vieler Kinderloser...), Bildungskosten (Ihre Eltern genossen noch Lehrmittelfreiheit!) usw., usw. Auch wenn Sie es hartnäckig leugnen: Unser Bildungssystem gewährleistet mitnichten jedem die gleichen Aussichten auf eine gute Ausbildung. Fragen Sie doch mal den DIHT, die IHK oder warum nicht gleich die UNO? Dort werden Sie mit entsetzten Blicken und rollenden Augen empfangen, wenn Sie von einem Schulsystem schwärmen, welches LÄNDERSACHE ist. 16 (sechzehn!!) unterschiedliche Schulsysteme, das bedeutet 16 unterschiedliche Rahmenlehrpläne, unterschiedliche Lehrmittel (Bücher!) etc.
Zum Thema Chancenungleichheit im deutschen Schulsystem eine Meldung aus der "Welt" vom 21.02.06:
"Deutschland muß nach Auffassung des UN-Menschenrechtsexperten Vernor Munoz die Bildung von Schülern aus armen Familien und auch von Ausländerkindern erheblich verbessern. Wenn diese Kinder nicht bessere Bildungschancen erhielten, würden Armut und soziale Ungleichheit weiter verschärft, sagte Munoz am Dienstag zum Abschluß seiner zehntägigen Inspektionsreise durch deutsche Kindergärten und Schulen."
Wie gesagt, ich habe ehrliches Verständnis dafür, wenn jemand unzufrieden mit den Verhältnissen ist. Das sind sehr viele und jeder auf seine Weise. Aber unerträglich wird es, wenn jemand seine subjektive Sicht der Dinge als Wissenschaft (sie werden von einem Laien - "gebildet" oder nicht, kritisiert) oder journalistisch aufbereitete Darstellung von Wissenschaft (wenn Sie argumentativ schwächeln und ein Fachmann Ihre Methoden kritisiert) darstellt.

Mathis
Sonntag, 28.01.07 08:51
 

Hallo Herr Miehling,

eine kurze Frage an Sie, weiss leider nicht ob sie im Verlaufe der Diskussion schonmal gestellt wurde (habe mir alle 136574 Beiträge nicht alle durchgelesen!).
Im Musikunterricht behandeln wir aktuell Stravinskys "Le Sacre du Printemps", das kennen Sie als Verfechter der klassischen Musik sicher.
Bei der Uraufführung dieses Stückes gab es bekanntlich eine MASSENSCHLÄGEREI mitten im Konzertsaal, ausgelöst durch Starvinskys Musik - wie ist das mit ihren Thesen zu erklären? Damit ist ihre Theorie, dass klassische Musik NIE zu Aggression führt, doch zumindest zu einem Teil gesprengt!!
Sportliche Grüße, finde es gut dass Sie sich der Diskussion wenigstens stellen...
Mathis

dboon
Sonntag, 28.01.07 09:52
 

spätestens jetzt wird ,wo miehling anfängt,sich mit familie und ungerechtigkeiten der alleine lebenden auseinanderzusetzen,wird klar worum es ihm überhaupt geht bei dieser endlosdiskussion.es ist für ihn kommunikation als therapie gegen seine vereinsamung,hier in diesem forum bekommt er,was er anscheinend sonst nicht bekommen kann:aufmerksamkeit.man kann sich überhaupt nicht vorstellen,dass er mit seinen völlig verqueren ansichten normal im leben steht.wie sonst wäre es zu erklären,dass er seit mehreren wochen hier fast jeden beitrag kommentieren muss,das kann kaum sein interesse als buchautor sein.leider wird er jetzt zunehmend unwissenschaftlicher und drängt seine völlig überkommene weltsicht zunehmend agressiver auf.am besten wäre doch,so spannend es doch ist,sich mit jemandem aus einer anderen zeit auseinanderzusetzen,ihm nicht mehr dieses mass an aufmerksamkeit zukommen zu lassen.

Dr. Klaus Miehling
Sonntag, 28.01.07 12:40
 

Nachtrag an Andi:
Ich schrieb: „Der Soziologe Baldo Blinkert hat festgestellt, daß das Wachstum der Kriminalität um so HöHER ist je NIEDRIGER das Wachstum des Bruttosozialproduktes ist." Dabei hatte ich diese Untersuchung mit einer anderen verwechselt, in der festgestellt wurde, daß während der Weimarer Republik bei besonders hoher Arbeitslosenquote die Kriminalität besonders niedrig war. Was Blinkert für die 1960er bis 80er Jahre schreibt, entspricht freilich Ihrer Vorstellung; ich hätte also „höher" und „niedriger" nicht groß zu schreiben, d.h. zu betonen brauchen. Aber es geht mir ja nicht darum, daß Verbrecher, die knapp bei Kasse sind, eher das Risiko einer Straftat eingehen, sondern darum, weshalb Menschen überhaupt Straftaten als Option akzeptieren. Und das wird durch wirtschaftliche und soziologische Faktoren eben überhaupt nicht erklärt!

an Torsten:
„Danke, das Sie den Lesern dieses Forums mit diesen Äußerungen wieder deutlich machen, das es Ihnen nicht um eine Sache geht, sondern um eine als von Ihnen EMPFUNDENE
UNGERECHTIGKEIT."
Sie schreiben dies in Zusammenhang mit Aussagen von mir, die mit Musik nichts zu tun haben, und die ich nur als Entgegnung auf entsprechende Bemerkungen und Vorhaltungen anderer geschrieben habe. Um beim Thema des Forums bleiben, gehe ich jetzt nicht auf Ihre weiteren Ausführungen zu Bildungschancen etc. ein. Politiker wollte ich nie werden ...

an Mathis:
„Im Musikunterricht behandeln wir aktuell Stravinskys 'Le Sacre du Printemps', das kennen Sie als Verfechter der klassischen Musik sicher. Bei der Uraufführung dieses Stückes gab es bekanntlich eine MASSENSCHLÄGEREI mitten im Konzertsaal, ausgelöst durch Starvinskys Musik - wie ist das mit ihren Thesen zu erklären? Damit ist ihre Theorie, dass klassische Musik NIE zu Aggression führt, doch zumindest zu einem Teil gesprengt!!"
Das ist nicht meine Theorie, denn ich habe ja stets eine „Grauzone" eingeräumt. In der Tat gibt es in der modernen klassischen Musik auch eine Art Gewaltmusik, das ist die sogenannte Avantgarde. Allerdings liegt das auf einer anderen Ebene, indem die „Gewalt" eher in einer Mißachtung hörpsychologischer Gesetzmäßigkeiten liegt: Es ist eine dem Menschen nicht gemäße Musik. Die Gewaltmusik aus dem U-Bereich dagegen ist dem Menschen zwar nicht ungemäß, aber sie an appelliert an dessen niederste Instinkte. Bei Stravinsky liegt die Sache noch etwas anders. Wir haben das Stück auch einmal im Musikunterricht behandelt, aber das ist bei mir natürlich lange her; eine Aufnahme habe ich nicht zur Hand. Sicher ist in dem Stück mit der Dominanz der Schlaginstrumente ein Punkt erreicht, der zumindest 1913 zu solchen Tumulten führen konnte. Daß Stravinsky sehr dem Alkohol zusprach ist immerhin ein Indiz für die von mir immer wieder festgestellte Parallele zwischen Musik und Charakter (wobei es natürlich Ausnahmen gibt). Stravinsky hat aber auch ganz andere Musik geschrieben („Pulcinella" z.B.). Kurz: Das Phänomen „Sacre du Printemps" ist nicht leicht zu fassen und müßte genauer untersucht werden. Mir geht es mit meinem Buch um die EINDEUTIGEN Fälle von Gewaltmusik. Erst einmal müssen wir uns mit diesen auseinandersetzen; alles andere kann uns dann beschäftigen, wenn wirklich im Einzelfall Entscheidungen getroffen werden müssen. Diskutieren Sie doch einmal im Musikunterricht darüber!

an dboon:
„worum es ihm überhaupt geht bei dieser endlosdiskussion.es ist für ihn kommunikation als therapie gegen seine vereinsamung,hier in diesem forum bekommt er,was er anscheinend sonst nicht bekommen kann"
Aha, ein Hobbypsychologe. Da ich auch praktischer Musiker bin, habe ich sehr viel mit anderen Menschen zu tun und fühle mich deshalb überhaupt nicht einsam. Daß es hier zu einer „Endlosdiskussion" kommt, war für mich nicht abzusehen. Wenn ich nicht auf Fragen und Vorwürfe antwortete, würde man es mir auch zum Nachteil auslegen. Die Texte dieses Forums werden auch von Leuten gelesen, die sich nicht an der Diskussion beteiligen, und von denen werde ich gewiß den einen oder anderen überzeugen oder zumindest nachdenklich machen können.

Gewaltmusik-Johnny
Sonntag, 28.01.07 12:50
 

'Die Texte dieses Forums werden auch von Leuten gelesen, die sich nicht an der Diskussion beteiligen, und von denen werde ich gewiß den einen oder anderen überzeugen oder zumindest nachdenklich machen können.'

-->also mich nicht, aber vielleicht kann sich ja mal jemand melden der von miehlings theorien überzeugt worden ist, würd mich mal interessieren, ob sowas gibt?!

Torsten
Sonntag, 28.01.07 12:56
 

@dboon: Sie haben recht, ich stimme Ihnen zu.
@Hr.Miehling: Jeder, der sich öffentlich politisch äußert, ist in gewissem Sinne Politiker. Da ist natürlich auch nichts gegen zu sagen. Ihre persönliche Meinung in Ehren, aber tendenziöse Äußerungen zum Thema Kindergeld und Situation der Eltern gehören tatsächlich nicht hierher, wenn wir das Thema von gesellschaftlichen Einflüssen isoliert (was eigentlich unmöglich ist) betrachten wollen.

Torsten
Sonntag, 28.01.07 13:03
 

So, ich muß jetzt wieder zur Arbeit, um mit vielen tausend anderen die Rente und andere "Transferleistungen" (tolles wort, nicht wahr?) auch für kinderlose Akademiker zu erwirtschaften. Ich tue das gerne, weil ich immer noch davon überzeugt bin, das unser System das beste und fairste ist. Für öffentliches Gequengel fehlt mir leider die Zeit!

Andi
Sonntag, 28.01.07 13:27
 

"Aber es geht mir ja nicht darum, daß Verbrecher, die knapp bei Kasse sind, eher das Risiko einer Straftat eingehen, sondern darum, weshalb Menschen überhaupt Straftaten als Option akzeptieren. Und das wird durch wirtschaftliche und soziologische Faktoren eben überhaupt nicht erklärt!"
Tja, da sind wir an dem Punkt angelangt, bei dem sie den größten Denkfehler machen: Das Verhalten eines Menschen wird niemals nur durch einen Faktor bestimmt. Es ist immer eine Vielzahl an Einflüssen die zu einem bestimmten Verhalten (also auch kriminelles) führen.
Sie können also den Einfluss der Musik nicht isoliert von den anderen Einflüssen betrachten. Da hilft es ihnen auch nicht, gesellschafftliche und politische Einflüsse herunterzuspielen!

Gewaltmusic-Johnny
Sonntag, 28.01.07 13:35
 

mal was am rande:
hab eben mal das buch "Gewaltmusik - Musikgewalt. Populäre Musik und die Folgen (Broschiert)" bei amazon angeschaut und muss sagen, dass ichs schon ziemlich witzig finde, dass die durschnittliche kundenbewertung von dr. k. miehlings buch (sagenhafte 2 von 5 sternen) nur dadurch zustande gekommen ist, dass sich herr dr. m. eine rezension mit voller punktebewertung selbst geschrieben hat. muss schon sagen respekt, herr miehling vor soviel objektiver selbsteinschätzung...

dboon
Sonntag, 28.01.07 13:35
 

miehling glaubt langsam oberwasser zu bekommen,passt ja ganz gut zu meiner "hobbypsychologischen" sicht weise,die berufsbedingt gar nicht so hobbypsychologisch ist.und eines ist sicher,ihre thesen machen hier sicher keinen nachdenklich,dafür kommt ihre sichtweise viel zu verquer,besserwisserisch und antiquiert daher.übrigens scheinen sie ja "hobbystatistiker" zu sein.

Proggie
Sonntag, 28.01.07 18:26
 

Mein letzter Kommentar:

Langsam ist es mir wurscht was Sie sagen, Miehling.

Ich vergleiche Sie mittlerweile mit einen dieser Nazis, die sagen "Ausländer raus", bloß das Sie sagen "Musik raus!".
Sie werden ihre bescheuerten Pläne nie durchsetzen.
Sehen Sie doch mal:

Was war, als die Nazis gesagt haben, keine Schwarzen und Juden mehr? Haben sies geschafft? Obwohl sie massen getötet haben, haben sie ihr Ziel nicht erreicht.
Rock/Pop ist mittlerweile eine gefestigte, nicht wegzudenkende Kultur geworden. Ich werde in einem Kaufhaus nicht "zwangsbeschallt" (was für ein kranker begriff), weil ichs mag. Genauso wie 80% der anderen Leute. Ich mag diese Musik. Jawoll! Sie sehen alles nur von sich aus!

LESEN SIE GEFÄLLIGST DEN GANZEN BEITRAG!

Außerdem... wenn ich schon den allgemeinen Pop nicht verteidigen kann, will ich mich auf den Prog beschränken:

Ein Beispiel "Yes":
Sie nahmen in ihrer Musik Klassische elemente auf (Close to the Edge: Kirchenorgeln, Bachanleihe) (Siberian Khatru: Klavichord, Mehrstimmiger Gesang).
Außerdem sitzen die Besucher des Konzerts auf Stühlen, AUF STÜHLEN! Die halten sich meistens ruhig und hören NUR zu! Weil man beim Prog zuhören muss, was SIE wahrscheinlich versäumt haben (weil ihre armen, kleinen klassischen Öhrchen kaputtgehen könnten...)
Die Musiker sind ganz introvertiert an ihren Instrumenten gehockt und haben nur gespielt.
Ihre Suiten und Kompositionen (meist bis zu 20 min) waren genauso präzise und vielschichtig wie in der Klassik aufgebaut, sie sind Virtuos (Paganini, Bach) und verwenden ein breites repertoire an instrumenten...
(Übrigens: Gentle Giant hatten die Ausrüstung eines ganzen Orchesters dabei, waren aber nur 5 mann...)

Ach ja, noch was:

Jetzt sagen sie bloß nicht, dass sie urtümliche Volksmusik auch angreifen! (also mit Ziehter etc.) oder die Schlagermusik (bäh)... die ja nun eine breite masse an Senioren unterhaltet (eines der wenigen Dinge, die manche Senioren untrhalten können)

Denken Sie bitte mal genau nach, was andere leute über ihre Thesen denken könnten!


PS: Ihre selbstkritik auf Amazon zeigt ja deutlich, wie egozentrisch und verbissen sie in ihren Theorien sind...

Proggie
Sonntag, 28.01.07 18:34
 

Da fällt mir gerade ein:

Wie viele Gewaltmusikhörer (Bob Dylan, Metal, normaler Rock/Pop) gibts denn in Deutschland .... nein, in der ganzen Welt?????

Man... wenn das Zeug tatsächlich Gewalt erzeugt, müsste unser Planet ein rauhes Pflaster sein .... und die Vulkanier würden sich irgendwann nich mehr trauen, hier zu landen :-)

Proggie
Sonntag, 28.01.07 18:36
 

Noch was:

Es gibt 5, 6 und 50ig, 60ig jährige, die sich Rock/pop etc, anöhren... aber mein Vater hat mir bis jetzt noch keine reingehauen oder hat bisher noch keine Straftat begangen, nur weil er Audioslave, Genesis und Red Hot Chili Peppers hört... man ic glaube:

SIE leben hinterm Mond, her Mielhing

Proggie
Sonntag, 28.01.07 18:39
 

"6. Maßnahmen gegen Gewaltmusik führen zum Rückgang von Kriminalität.
Natürlich sind Nr. 1 - 4 und Nr. 6 eher Indizien als Beweise, aber es paßt alles so gut zusammen - und dann gibt es ja noch die wissenschaftlichen Untersuchungen (Nr. 5) -, daß nach menschlichem Ermessen kein Zweifel an der Wirkung von Gewaltmusik bestehen kann."

Haben Sie gesagt.
... aber das passt alles so gut zusammen... Sie klingen wie Justus Jonas von den drei ???, der plötzlich eine Spur gefunden hat *g*...
...es kann keinen Zweifel an der Wirkung von Gewaltmusik geben... Wenn ich Porcupine Tree oder Yes höre krieg ich gute Laune und und fühle mich wieder wohl...

Proggie
Sonntag, 28.01.07 18:41
 

"Es kommt immer darauf an, in welchem Kontext Gewalt gezeigt wird"

Das glaube ich NICHT....

Sie haben glaube ich ein Problem:

SIE SEHEN UND LESEN NUR DAS, WAS SIE WOLLEN !!!!!

Proggie
Sonntag, 28.01.07 18:53
 

Dieses Zitat stammt von "lichtenstein"

"ich stimme ihnen da voll und ganz zu. wenn sie jetzt nicht versuchen, ihr buch als wissenschaftlich durchzuschleusen, sind wir auf derselben linie. wissenschaftliche thesen sehen genau so aus, wie sie das auf den punkt gebracht haben: "Es ist so, wie es ist, statistisch gesehen." oder "und wo sie recht hat, hat sie recht." solche saetze sind zum uebers bett nageln. (sie haben eine seltene gabe, zentrale fragestellungen zu umgehen und die argumente ihrer diskussionspartner an dem punkt aushebeln zu wollen, wo`s am wenigsten not tut.)"

Da muss ich auch zustimmen!

Proggie
Sonntag, 28.01.07 19:00
 

Noch was zum nachschieben:

http://www.youtube.com/watch?v=boNxucBYmiM

Sehen sie da irgendwie Gewalt, Aufstand oder irgendwelche Messerstecherreien?

dboon
Sonntag, 28.01.07 20:25
 

miehling wird uns hoffentlich bald wieder mit seinen ergüssen beglücken,nach einem sicherlich gewaltfreien sonntag nachmittag,an dem er mit seinen vielen musikerfreunden total harmonisch klassikmusik zelebriert hat.leider hat keiner dieser vielen freunde es bis jetzt für nötig gehalten,auch nur ein kleines bisschen stellung zu ihm zu beziehen,gut,geht ja auch so ganz ordentlich.leider mhat miehling nun mal überhaupt keine ahnung von der musik,die er anprangert,oder haben sie mal eine selbstversuch mit gewaltmusik unternommen,den sie schockiert über die auswirkungen sofort abgebrochen haben,weil sie gewaltphantasien entwickelt haben.oder wie weit gehen ihre eigenen erfahrungen damit?diese zitate,die sie z.t. anführen stammen .so viel wie ich gelesen habeja zum grossen teil aus dem mc carthy-verseuchten amerika und kommen derart weltfremd daher,dass man,so ernst das alles damals war,heute drüber lachen muss.

Berman
Sonntag, 28.01.07 22:03
 

Was ist Musik, und was nicht? Beziehungsweise, was ist gute Musik und was schlechte? Diese Frage ist objektiv nicht zu beantworten, schon gar nicht nüchtern-wissenschaftlich.

Letztendlich ist Musik nur eine Abfolge bestimmter Frequenzen, in unterschiedlichen Lautstärken. Erst unser Gehör in Verbindung mit unserem Gehirn macht "Musik" daraus (oder eben auch nicht...). Für den einen ist Death Metal mit seinen tiefen Growls und seiner "eckig-harten" Instrumentalisierung schon keine Musik mehr, für den anderen hört es bereits beim 4/4-Takt einer Rock'n'Roll Band der 60er Jahre auf!

Können Sie, Dr. Klaus Miehling mir erklären, weshalb die Frequenz in der eine Orchesterpauke klingt mehr Aggressionspotential birgt als Growlinglaute eines Death-Metal Vocalisten oder das Klingen eines Trance-Bassbeats?

Das Argument "Viele Faktoren kommen zusammen, und die Gesamtheit der Klänge/Vocals macht die Musik zu Gewaltmusik" (so von Ihnen nicht gesagt, aber die Quintessenz stimmt) zieht an dieser Stelle nicht mehr. Entweder betrachtet man das Aggressionspotential eines einzelnen Tones Audio-Wissenschaftlich, oder man schaut sich eine Gesamtkomposition an : Leider kann man dann aber nicht mehr pauschal beurteilen, ob ein Klavierkonzert Beethovens oder "Wonderful Tonight" von Eric Clapton mehr Aggressionspotential bergen. Es wird ab einer gewissen Stelle zu komplex. Man kann Musik "zerlegen" und die einzelnen Bausteine beurteilen, aber nicht von diesen auf die Gesamtheit schliessen. Nehme ich Beethovens Klavierkonzert No. 5 die Streicher, verändere ich den Höreindruck zwar extrem - wird das Konzert dadurch mehr oder weniger aggressiv? Nein. Es fehlen lediglich einige Abschnitte in der riesigen Frequenzbandbreite eines Orchesters.

Gruß,

Berman

Berman
Sonntag, 28.01.07 23:34
 

Nochmal ich :

Dr. Klaus Miehling:
"Da bringen Sie verschiedenes durcheinander. Cannabisraucher sind nicht unbedingt aggressiv, aber sie sind kriminell. Gewaltmusik bringt Menschen dazu, Gesetze zu missachten. Körperliche Gewalt ist da nur eine von vielen Möglichkeiten."

Als studierter Mensch sollten sie nicht so engstirnig sein, ein Gesetz nur aus dem Grunde zu befolgen weil es irgendwo und irgendwann einmal so niedergeschrieben wurde sondern vielmehr weil es sich in der Vergangenheit bewährt hat.

Mit diesem Verhalten geben Sie ihre Urteilsfähigkeit in die Hände anderer. Auf dem Papier verhalte ich mich gesetzeswidrig, wenn ich privat ruhig und friedlich einen Joint rauche, allerdings schränke ich damit keine andere Person in ihrer persönlichen Freiheit ein. Wo ist also das Problem? Das Problem liegt eigentlich nur darin, dass nicht gewährleistet werden kann, dass sich alle so verhalten wie ich. Doch die Ursache für Gewalt ist sicherlich nicht Cannabiskonsum, und längst nicht jeder Gewalttäter konsumiert Cannabis.

Ich gehe davon aus, dass hochrangige Politiker die in den Kampf gegen die "Droge" Cannabis ziehen (in der Tat schliessen sich immer mehr hochrangige Politiker dem Kampf FÜR die Legalisierung von Cannabis an!) meist nie selber Cannabis-Erfahrungen gemacht haben (selbst wenn sie es haben, sie dürften es nicht zugeben).

Ich glaube, dass Sie, Dr. Klaus Miehling, einer der aussterbenden Vertreter der Fraktion sind die nach wie vor den Begriff „Rauschgift“ verwenden, bei dem jede in Deutschland illegale Substanz (mit ihren komplett unterschiedlichen Kurzzeit- und Langzeitnebenwirkungen) über einen Kamm geschoren wird – eben deswegen weil sie alle illegal sind. Keineswegs sind all diese Substanzen so gefährlich wie sie dargestellt werden, beziehungsweise ein todbringendes RauschGIFT (natürlich in der entsprechenden Dosierung schon, aber Sie wissen sicherlich, dass einen auch eine entsprechende Dosis Vitamin C töten kann?).

Da Sie öfter den Begriff „Cannabis“ verwenden gehe ich davon aus, dass Sie allen Argumenten die viele Gegner der Substanz THC selbiger entgegenbringen Glauben schenken?

Ich möchte Ihnen mal eine kleine Studie ans Herz legen, von der zugegebenermaßen parteiischen Seite „cannabislegal.de“, die Studie an sich ist natürlich seriös und mitnichten parteiisch :

http://www.cannabislegal.de/cannabisinfo/vergleich.htm

Ich beziehe mich auf folgende Links : „Teil 1“ und „Teil 2“ der Studie Professor Rouges und der WHO

Tatsächlich ist Alkohol (obwohl ab einem gewissen Alter in Deutschland legal und überall zu erwerben) die weitaus schädlichere Substanz, mit einem KÖRPERLICHEN Abhängigkeitspotential und einer weitaus höheren Todesrate in Deutschland, bezogen auf die Zahl der Konsumenten (in der Tat ist noch nie eine einzige Person an der Substanz THC (Wirkstoff des Cannabis) an sich gestorben).

Somit wäre bewiesen, dass der Begriff „Illegale DROGE“ auf Cannabis nur zutrifft, weil das jemand mal irgendwann so festgelegt hat. Tee ist ein „Genussmittel“, Spirituosen ebenfalls. Klingelt's?

Würde Klassische Musik von einem auf den anderen Tag plötzlich illegalisiert (unwahrscheinlich, aber darum geht es keinewegs), würden sie Dr. Klaus Miehling wirklich aufhören sie zu geniessen?

Würden Sie (gegen jede menschliche Vernunft) plötzlich mit etwas aufhören was ihnen Spaß macht und ihre Lebensqualität erheblich steigert?

Ich persönlich rauche gelegentlich Cannabis (was übrigens in meinem Freundeskreis nicht so genannt wird, vielleicht ist Ihnen der Begriff „Gras“ vertraut?)

Nie habe ich von anderen Menschen für mich ein besonders hohes Aggressionspotential attestiert bekommen, oder durch den Konsum „illegaler“ Substanzen wie Cannabis (in Verbindung mit Heavy Metal, Punk, Musik der 70er und 80er und auch klassischer Musik, denn auch die geniesse ich gelegentlich) ein solches aufgebaut. Ich bin in meinem Bekannten- und Freundeskreis eher als ein sehr friedfertiger Mensch bekannt, der anderen hilft und Toleranz ausübt.

Natürlich hängt es von meiner Stimmung ab (ob Trauer, ob Freude, ob Wut, ob Ausgelassenheit) welche Musik ich in meinen CD Player lege, aber es geht deutlich in eine Richtung --> ERST ist die Stimmung vorhanden, und dann wird die passende Musik gesucht. Aggressiv kann mich Musik nicht machen (höchstens nerven, dann wird sie ausgestellt), mit „Gewaltmusik“ bin ich noch nie in Berührung gekommen.

Ich hoffe für Sie inständig, dass sie Ihren Horizont erweitern, und nachforschen was das Leben zu bieten hat, wenn man Vorurteile über Bord wirft, mit denen einen Mehrheiten in diesem Lande überschwemmen. Denn Mehrheit != Wahrheit. Dieses Denken sollten wir mit dem Sturz des Hitlerregimes überwunden haben.

Eine abschliessende Frage habe ich allerdings noch : Haben sie schon einmal in Ihrem Leben Alkohol konsumiert? Das würde Ihnen ein gutes Stück Glaubwürdigkeit nehmen, allerdings hoffe ich, dass Sie dennoch ehrlich sind!

Hexenjagden sind nie wünschenswert, das gilt für Cannabis gleichermaßen wie für Cannibal Corpse und ein Schlagzeugsolo.

Gruß,

Berman

Dr. Klaus Miehling
Sonntag, 28.01.07 23:49
 

an Gewaltmusic-Johnny:
„dass die durschnittliche kundenbewertung von dr. k. miehlings buch (sagenhafte 2 von 5 sternen) nur dadurch zustande gekommen ist, dass sich herr dr. m. eine rezension mit voller punktebewertung selbst geschrieben hat. muss schon sagen respekt, herr miehling vor soviel objektiver selbsteinschätzung..."
Das muß erklärt werden: Der erste Rezensent hat ein Zitat nicht aus dem Buch, sondern aus meinem alten Aufsatz auf hausarbeiten.de gebracht. Nun mußte ich selbst eine „Rezension" schreiben, um darauf hinzuweisen, daß dieses Zitat nicht aus dem Buch stammt, was darauf schließen läßt, daß der Rezensent - der somit eigentlich gar keiner ist - das Buch überhaupt nicht gelesen hat. Um meinen Hinweis abschicken zu können, MUSSTE ich eine Bewertung abgeben. Hätte ich aus Bescheidenheit eine schlechte Bewertung abgegeben, hieße es ja wohl, daß ich von meinem eigenen Buch nicht viel halte. Jeder kann sehen, daß der Text und die Bewertung von mir ist. Sie sollten sich lieber über die zwei aufregen, welche die schlechteste Bewertung abgaben, ohne das Buch gelesen zu haben (der zweite gibt es wenigstens zu).

an Proggie:
„Ich werde in einem Kaufhaus nicht „zwangsbeschallt" (was für ein kranker begriff), weil ichs mag. Genauso wie 80% der anderen Leute. Ich mag diese Musik. Jawoll! Sie sehen alles nur von sich aus!"
Wie kommen Sie auf 80 %? Nach einer Emnid-Umfrage von 2005 lehnen 50 % Zwangsbeschallung ab. Und nicht der Begriff ist krank, sondern die Sache.
„LESEN SIE GEFÄLLIGST DEN GANZEN BEITRAG!"
REDEN SIE GEFÄLLIGST IN EINEM NORMALEN UMGANGSTON MIT MIR!
„Denken Sie bitte mal genau nach, was andere leute über ihre Thesen denken könnten!"
Das brauche ich nicht; wozu gibt es dieses Forum? Außerdem habe ich natürlich auch Zustimmung erhalten.
„Ihre selbstkritik auf Amazon zeigt ja deutlich, wie egozentrisch und verbissen sie in ihren Theorien sind..."
Die „Selbstkritik" bestand aus nichts weiter als dem o.g. Hinweis. Egozentrisch und verbissen ist ja wohl eher derjenige, der sich anmaßt, ein Buch zu rezensieren, das er nicht gelesen hat!
„'Es kommt immer darauf an, in welchem Kontext Gewalt gezeigt wird'
Das glaube ich NICHT...."
Das wird Ihnen aber jeder Medienwissenschaftler bestätigen.

an dboon:
„haben sie mal eine selbstversuch mit gewaltmusik unternommen,den sie schockiert über die auswirkungen sofort abgebrochen haben,weil sie gewaltphantasien entwickelt haben.oder wie weit gehen ihre eigenen erfahrungen damit?"
In 43 Jahren kommt da leider einiges zusammen. Im Gegensatz zu Proggies Meinung lebe ich nämlich nicht hinterm Mond.
„diese zitate,die sie z.t. anführen stammen .so viel wie ich gelesen habeja zum grossen teil aus dem mc carthy-verseuchten amerika"
D.h. wohl aus den USA der 50er Jahre? Meinen Sie einen meiner beiden Aufsätze zum Thema? „Zum grossen Teil" auf keinen Fall; erst recht nicht in meinem Buch. Auch „Linke" haben die Gefahr von Gewaltmusik erkannt, etwa Honecker oder Adorno. Und eines der eifrigsten Mitglieder des Vereins „Lautsprecher aus!" hat die Grüne Partei in Berlin mitgegründet.

an Berman:
„Können Sie, Dr. Klaus Miehling mir erklären, weshalb die Frequenz in der eine Orchesterpauke klingt mehr Aggressionspotential birgt als Growlinglaute eines Death-Metal Vocalisten oder das Klingen eines Trance-Bassbeats?"
Entscheidend ist das „Daß", nicht das „Warum", das in der Tat schwierig zu beantworten ist. Man kann diese einzelnen Parameter nicht einfach isoliert betrachten, wie ich schon geschrieben hatte. Ich will dennoch eine teilweise Antwort versuchen: Es kommt weniger auf die Frequenz als auf die relative Lautstärke zu den anderen Schallereignissen (und die absolute natürlich auch) und vor allem auf den permanent durchgeschlagenen Rhythmus an. Im klassischen Orchester wird die Pauke normalerweise für einzelne Akzente oder zumindest kurzzeitig eingesetzt, während das Schlagzeug bei Gewaltmusik permanent „schlägt". Beim Trance-Bassbeat dürfte auch Infraschall eine Rolle spielen, der gezielt beigemischt wird. Infraschall kann man zwar nicht hören, aber spüren. Er entsteht beispielsweise auch bei Naturkatastrophen wie Erdbeben und Erdrutschen und wird daher instinktiv als bedrohlich erlebt.
„Das Argument 'Viele Faktoren kommen zusammen, und die Gesamtheit der Klänge/Vocals macht die Musik zu Gewaltmusik' (so von Ihnen nicht gesagt, aber die Quintessenz stimmt) zieht an dieser Stelle nicht mehr. Entweder betrachtet man das Aggressionspotential eines einzelnen Tones Audio-Wissenschaftlich, oder man schaut sich eine Gesamtkomposition an : Leider kann man dann aber nicht mehr pauschal beurteilen, ob ein Klavierkonzert Beethovens oder 'Wonderful Tonight' von Eric Clapton mehr Aggressionspotential bergen. Es wird ab einer gewissen Stelle zu komplex."
Da kann ich nur auf das verweisen, was ich am 22. 1. an Sebiraider11 geschrieben habe. Wenn Sie mich aggressiv anschreien würden und könnten, würden Sie doch auch nicht erwarten, daß ich das „audio-wissenschaftlich" analysiere bevor ich zurückbrülle?!?!

Hewhocannotbenamed
Montag, 29.01.07 00:03
 

Herr Miehling, Sie beschäftigen sich gründlich mit einer Sache, an der Sie offenbar keine Freude haben. Widmen Sie sich doch lieber den für Sie schönen Dingen des Lebens.
Es liegt die Vermutung nahe, daß Sie hier Werbung in eigener Sache betreiben. Sitzt Ihnen der Verlag bezüglich der Verkaufszahlen im Nacken? Der letzte Absatz des Vorwortes (an anderer Stelle im Netz zu lesen) spricht Bände. Die Preisgestaltung des Buches, auf die Sie womöglich keinen Einfluß hatten - ich kenne mich im Verlagswesen nicht aus, schließt eine weite Verbreitung aus. Wer ist also die Zielgruppe des Buches? Ich vermute, es ist als rein akademisches Werk gedacht. Wie auch immer, erwarten Sie - auch langfristig - keine Breitenwirkung.

Dr. Klaus Miehling
Montag, 29.01.07 00:31
 

an Berman:
„Als studierter Mensch sollten sie nicht so engstirnig sein, ein Gesetz nur aus dem Grunde zu befolgen weil es irgendwo und irgendwann einmal so niedergeschrieben wurde sondern vielmehr weil es sich in der Vergangenheit bewährt hat. Mit diesem Verhalten geben Sie ihre Urteilsfähigkeit in die Hände anderer."
Aber was ist die Alternative? Die Anarchie. Diese Ihre Einstellung ist genau das Problem, das meiner Überzeugung nach durch Gewaltmusikkonsum gefördert wird.
„Doch die Ursache für Gewalt ist sicherlich nicht Cannabiskonsum, und längst nicht jeder Gewalttäter konsumiert Cannabis."
Das habe ich auch nicht behauptet.
„Ich gehe davon aus, dass hochrangige Politiker die in den Kampf gegen die „Droge" Cannabis ziehen (in der Tat schliessen sich immer mehr hochrangige Politiker dem Kampf FÜR die Legalisierung von Cannabis an!) meist nie selber Cannabis-Erfahrungen gemacht haben (selbst wenn sie es haben, sie dürften es nicht zugeben)."
Ich beurteile nicht, ob das Cannabisverbot sinnvoll ist; dafür bin ich nicht kompetent. Meine Kritik gilt denjenigen, die Gesetze verletzen. An was sollen wir uns denn halten, wenn nicht an die Gesetze eines demokratischen Staates?
„Da Sie öfter den Begriff „Cannabis" verwenden gehe ich davon aus, dass Sie allen Argumenten die viele Gegner der Substanz THC selbiger entgegenbringen Glauben schenken?"
Ich habe mich mit dieser Diskussion nicht näher befaßt. Was ist an dem Begriff „Cannabis" nicht in Ordnung?
„Tatsächlich ist Alkohol (obwohl ab einem gewissen Alter in Deutschland legal und überall zu erwerben) die weitaus schädlichere Substanz, mit einem KÖRPERLICHEN Abhängigkeitspotential und einer weitaus höheren Todesrate in Deutschland, bezogen auf die Zahl der Konsumenten."
Die höhere Todesrate erklärt sich natürlich auch dadurch, daß Alkohol legal und damit verbreiteter ist als THC. Aber eine Diskussion über die Legalisierung oder Illegalisierung von Drogen ist nicht das Thema dieses Forums.
„Würde Klassische Musik von einem auf den anderen Tag plötzlich illegalisiert (unwahrscheinlich, aber darum geht es keinewegs), würden sie Dr. Klaus Miehling wirklich aufhören sie zu geniessen? Würden Sie (gegen jede menschliche Vernunft) plötzlich mit etwas aufhören was ihnen Spaß macht und ihre Lebensqualität erheblich steigert?"
Ich nehme an, Cannabis war schon verboten, als Sie damit angefangen haben, oder etwa nicht? Daher sind diese Fragen unangemessen. Außerdem würden Musikrichtungen, die keinen Schaden bringen, in einem demokratischen Staat nicht verboten werden (selbst diejenigen, die schädlich sind, werden ja nicht verboten). Lenken Sie bitte nicht mit absurden „Wenn"-Fragen vom Hier und Jetzt ab!
„Ich persönlich rauche gelegentlich Cannabis (was übrigens in meinem Freundeskreis nicht so genannt wird, vielleicht ist Ihnen der Begriff „Gras" vertraut?)"
Wenn man über Gewaltmusik arbeitet, lernt man viele Begriffe für Drogen kennen!
„ERST ist die Stimmung vorhanden, und dann wird die passende Musik gesucht."
Welche dann die Stimmung verstärkt - wenn sie dieser entspricht. Man kann ja auch Musik aussuchen, die einen aus der augenblicklichen Stimmung herausholen soll. Was Sie schreiben, würde aber bedeuten, daß ein Großteil der Leute und v.a. der Jugendlichen immer in aggressiver Stimmung ist, denn die hören nichts anderes als Gewaltmusik.
„Denn Mehrheit != Wahrheit. Dieses Denken sollten wir mit dem Sturz des Hitlerregimes überwunden haben."
Sie können nicht eine Diktatur mit einer Demokratie vergleichen. Und hätte Hitler 1933 gesagt, daß Menschen wegen ihrer Rasse oder politischen Meinung ermordet werden sollen, dann wäre er bestimmt nicht zum Reichskanzler gewählt worden. Für da, was er tat, hatte er bestimmt nicht die Unterstützung der Mehrheit. Oder würden Sie Ihren Großeltern oder Urgroßeltern unterstellen, daß Sie diese millionenfachen Morde gutgeheißen hätten? Und ist denn etwa die Gleichung „Minderheit = Wahrheit" richtig? Für Sie scheint zu gelten: „Ich = Wahrheit", und: „ich bestimme, welche Gesetze ich einhalte."
„Haben sie schon einmal in Ihrem Leben Alkohol konsumiert? Das würde Ihnen ein gutes Stück Glaubwürdigkeit nehmen, allerdings hoffe ich, dass Sie dennoch ehrlich sind!"
Ja, ich habe schon Alkohol getrunken. Das nimmt mir aber keine Glaubwürdigkeit, da ich nicht gegen Drogen/Genußmittel bin, das auch nie behauptet habe, sondern gegen Straftaten. Im Gegensatz zu Ihnen mache ich nicht mich zum Maßstab, sondern das Gesetz.

Berman
Montag, 29.01.07 01:23
 

„[...]während das Schlagzeug bei Gewaltmusik permanent „schlägt".“

Wieder eine Pauschalisierung. Da Sie nahezu sämtliche Musikgenres ausser der Abendländischen Kunstmusik in die Kategorie Gewaltmusik schieben, gehe ich fest davon aus, dass jegliche auf E-Gitarren und E-Bass (mit gelegentlicher Schlagzeuguntermalung) erzeugte Musik für Sie in die Kategorie „Gewaltmusik“ fällt?

Da muss ich sie enttäuschen. Ich bin großer Fan der Gruppe „Eels“, eine Band die man so garnicht einordnen kann. Oft setzt das Schlagzeug aus, es werden nur gelegentlich Akzente gesetzt. Die Instrumentalisierung ist minimalistisch, es wird eine verträumte und friedliche Atmosphäre geschaffen. In dem Genre „Progressive Rock“ welches meine Leib und Magenmusik darstellt, gibt es oft ellenlange Passagen, in denen reiner Gesang, oder Gesang in Verbindung mit Akustikgitarre gespielt wird. In der nächsten Sekunde kann natürlich ein Gitarrensolo mit Schlagzeuguntermalung losbrechen...

...aber wie kommen Sie bitte darauf, dass das Schlagzeug „permanent“ schlägt? Das ist absolut nicht der Fall, Sie müssen sich eindeutig mehr in die Materie vertiefen, damit Sie derart falsche Behauptungen vermeiden.

„Beim Trance-Bassbeat dürfte auch Infraschall eine Rolle spielen, der gezielt beigemischt wird. Infraschall kann man zwar nicht hören, aber spüren. Er entsteht beispielsweise auch bei Naturkatastrophen wie Erdbeben und Erdrutschen und wird daher instinktiv als bedrohlich erlebt.“

Nein! Der Trance-Bassbeat wird hauptsächlich GEZIELT beigemischt, damit man dazu tanzen kann!

Danke übrigens für die Unterrichtsstunde, jedoch bin ich mit der Materie vertraut. Ein großer Teil meiner Freizeit wird von der Musik, der Wiedergabetechnik, und dementsprechend auch mit der Wirkungsweise von Frequenzen auf den Menschen eingenommen.

Ja. Bei einem Erdbeben wird Infraschall als bedrohlich wahrgenommen. Aber doch nicht nur, weil wir Vibrationen spüren? Wir wissen um die Naturkatastrophe die da naht, ganze Gebäude wackeln und stürzen ein. Es entstehen Massenpaniken, es gibt Tote und Verletzte. Diese ganzen Faktoren zusammen machen uns Angst, keineswegs ausschliesslich der Infraschall. In der Tat erzeugen sich viele Tiere wie beispielsweise Elefanten , Giraffen und auch Wale Töne im Infraschallbereich, ihnen dient diese Fähigkeit zur Kommunikation. In der Humanmedizin werden Geräusche im Infraschallbereich für Therapien benutzt, für Taubstumme ist Infraschall die einzige Möglichkeit Töne (nämlich durch die Verursachten Schwingungen) wahrzunehmen. Davon machen tatsächlich viele Taubstumme Menschen Gebrauch. Und last but not least: Tiefe Bassbeats machen einfach Spaß, ob auf einer Tranceparty (glauben Sie mir, dass dort niemand diese Beats als bedrohlich empfinden wird) oder im Heimkino, erzeugt durch einen Subwoofer. So hört man nicht nur wie die Titanic an einem vorbeifährt, man fühlt es auch! Warum sollte es nicht so realistisch wie möglich sein?

Da kann ich nur auf das verweisen, was ich am 22. 1. an Sebiraider11 geschrieben habe. Wenn Sie mich aggressiv anschreien würden und könnten, würden Sie doch auch nicht erwarten, daß ich das „audio-wissenschaftlich" analysiere bevor ich zurückbrülle?!?!

Wie können sie ein „Aggressives Anschreien“ (wahrscheinlich hervorgegangen aus einem Konflikt zwischen 2 Personen) mit beispielsweise einem Schlagzeugsolo vergleichen? Und übrigens : Wenn sie mich anschreien ohne dass ein Konflikt vorhergegangen ist, würde ich das als Spaß verstehen. Soviel Deutungsvermögen sollten sie unserem Gehirn doch zusprechen? Wenn jemand auf der Bühne „Growlt“ glaub ich doch nicht dass er was gegen mich hat. Wieso sollte er?

- - -

„Aber was ist die Alternative? Die Anarchie.“

Aufklärung, und Anpassung der Gesetzgebung.

„Was ist an dem Begriff „Cannabis" nicht in Ordnung?“

Der Begriff ist in Ordnung, die Frage war vielmehr was SIE gegen Cannabis haben. Aber das ist nun wohl geklärt, tatsächlich stört Sie AUSSCHLIESSLICH die Illegalität. Das ist sehr traurig, da das schliesslich an der „Droge“ und ihrer Wirkung nichts ändert.

„Die höhere Todesrate erklärt sich natürlich auch dadurch, daß Alkohol legal und damit verbreiteter ist als THC.“

Richtig. AUCH. Die Todesrate durch Alkoholkonsum ist wie bereits erwähnt höher, und zwar deutlich : Es gab bisher keinen nachgewiesenen Cannabis-Todesfall. Alkohol ist ein starkes Nervengift, THC nicht. DAS ist die Erklärung. Super, wir haben ein Gesetz. Eine Substanz tötet, die andere nicht. Wieso wurde dieses Gesetzt nicht geändert?

In den Niederlanden gibt es weitaus mehr Cannabiskonsumenten als in unserem Land, es ist aber noch nie jemand an dieser Substanz gestorben. (die Anzahl der Konsumenten ist sogar rückläufig, seit der Legalisierung) An Alkohol schon.

„Aber eine Diskussion über die Legalisierung oder Illegalisierung von Drogen ist nicht das Thema dieses Forums.“

Warum bringen sie dann dermaßen oft „Gewaltmusik“ in Verbindung mit „Cannabis“, wenn Sie nicht beabsichtigen sich dazu zu äussern?

„Ich nehme an, Cannabis war schon verboten, als Sie damit angefangen haben, oder etwa nicht? Daher sind diese Fragen unangemessen. Außerdem würden Musikrichtungen, die keinen Schaden bringen, in einem demokratischen Staat nicht verboten werden (selbst diejenigen, die schädlich sind, werden ja nicht verboten). Lenken Sie bitte nicht mit absurden „Wenn"-Fragen vom Hier und Jetzt ab!“

Ja das war es. Das spielt aber keine Rolle. Eben genau das beweist wieder einmal Ihre Engstirnigkeit, siehe oben. (Eine Substanz ändert nicht ihre Schädlichkeit, nur weil sie Illegalisiert wird!)

Sie wollen übrigens das von mir aufgezeigte Szenario nicht wahrhaben. WIESO sollte Rock mehr „Schaden“ anrichten als Klassik? Und wieso schliessen Sie aus, dass Klassik eventuell Schaden bringen könnte? Ich würde mich nie auf derart dünnes Eis bewegen und so etwas behaupten. So sehr sie sich auch anstrengen, sie können Ihre Behauptungen nicht mit schlagkräftigen Argumenten untermauern.

„Welche dann die Stimmung verstärkt - wenn sie dieser entspricht.“

Vielmehr kanalisiert Musikgenuss (bei entsprechender Grundstimmung) die vielfältigen Gedankengänge des Menschen, man kann schlicht seine Gedanken aufräumen, oder auch nur „abschalten“, wenn die Ereignisse des Tages im Kopf umherspuken.

"Sie können nicht eine Diktatur mit einer Demokratie vergleichen. Und hätte Hitler 1933 gesagt, daß Menschen wegen ihrer Rasse oder politischen Meinung ermordet werden sollen, dann wäre er bestimmt nicht zum Reichskanzler gewählt worden. Für da, was er tat, hatte er bestimmt nicht die Unterstützung der Mehrheit. Oder würden Sie Ihren Großeltern oder Urgroßeltern unterstellen, daß Sie diese millionenfachen Morde gutgeheißen hätten? Und ist denn etwa die Gleichung „Minderheit = Wahrheit" richtig? Für Sie scheint zu gelten: „Ich = Wahrheit", und: „ich bestimme, welche Gesetze ich einhalte."

Ich vergleiche keinesfalls 2 Staatssysteme miteinander, lediglich eine gewisse Grundhaltung. Nein, er hatte zunächst nicht die Unterstützung der Mehrheit, das lag aber daran dass sich viele Menschen aus Angst zunächst zu niemandem bekannt haben.... das führt allerdings zu weit.

Nein! Wie kommen Sie darauf, dass die Gleichung Mehrheit != Wahrheit den Schluss Minderheit = Wahrheit zulassen kann? Modifizieren wir doch ein wenig ihre letzte Gleichung : Ich = meine Wahrheit über einige Dinge, die ich mir nicht von Politikern aus der Hand nehmen und verfälschen lasse. Für MICH ist Cannabis etwas gutes. (freie Entfaltung der Persönlichkeit, ohne Beeinträchtigung anderer)

„Ja, ich habe schon Alkohol getrunken. Das nimmt mir aber keine Glaubwürdigkeit, da ich nicht gegen Drogen/Genußmittel bin, das auch nie behauptet habe, sondern gegen Straftaten. Im Gegensatz zu Ihnen mache ich nicht mich zum Maßstab, sondern das Gesetz.“

Es gehört immer eine Portion gesunder Menschenverstand dazu, ansonsten würden wir alle wie Lemminge in unser Verderben rennen. Durch Menschen wie Sie gibt es keinen Fortschritt, nur Stagnation.

Gruß,

Berman

lassensieendlichmeinenarmlos
Montag, 29.01.07 08:49
 

Hr.Miehling..., Ihre Antwort an Beerman: "Was Sie schreiben, würde aber bedeuten, daß ein Großteil der Leute und v.a. der Jugendlichen immer in aggressiver Stimmung ist..."
Eben, genauso ist es ja! Und die Ursachen sind vielfältiger Natur, liegen - wenn überhaupt - nur zu einem geringen Teil in der gehörten Musik!

xnilsx
Montag, 29.01.07 16:06
 

die diskussion ist meiner meinung nach angebracht und ich verstehe bestimmte punkte der argumentation des herrn dr. miehling durchaus. es ist nicht abzustreiten, dass ich mir auf ner hardcore-show schon mal ne blutige nase hole und bei ner guten oper höchstens nach 3 stunden im sitz einschlafe. was mich allerdings interessieren würde ist, ob sie sich in ihrem werk mit der "straight edge" bewegung beschäftigt haben. falls nicht, sollten sie ihre meinung vom saufenden, kiffenden, morallosen rocker nochmal überdenken. bitte informieren sie sich über dieses thema und erklären sie mir, was falsch daran sein kann, sein leben "edge" zu führen. die straight-edge bewegung steht für all das, was sie als regelkonform ansehen. laut ihrer definition von gewaltmusik müsste die musik der "edger" allerdings als definitiv asozial bezeichnet werden. inwiefern trennen sie text von musik? tun sie das überhaupt? wenn nicht dürfte eine diskussion mit ihnen wahrscheinlich in einer sackgasse enden.

ich bitte um eine antwort und verbleibe mit freundlichen grüßen!
oder ums mal mit rockersprache zu sagen:

take care & mosh on!

xnilsx
Montag, 29.01.07 16:33
 

ich nochmal...

http://www.poisonfree.com/index.php?id=82

kleiner denkanstoß für unsern doc...

Berman
Montag, 29.01.07 16:45
 

http://www.deutschesfachbuch.de/info/detail.php?isbn=3826033949 &PHPSESSID=spda978aee6610634cb91...
[..] dieser Seite ist ein Inhaltsverzeichnis, sowie ein Register des Buches "Gewaltmusik - Musikgewalt - Populäre Musik und die Folgen" zu finden.

Ich würde von ihnen, Dr. Klaus Miehling noch einmal gern erläutert haben, welche Text- oder Musikpassage der Gruppe "Arschgefickten Gummi Zofen, Die" selbige zu Vertretern der Gewaltmusik macht?

Gruß,

Berman

Confused
Montag, 29.01.07 18:03
 

Ich kann mich gar nicht daran erinnern, dass Jack the Ripper Heavy Metal gehört hat...

Dr. Klaus Miehling
Montag, 29.01.07 18:46
 

an Hewhocannotbenamed (Nachtrag):
„Es liegt die Vermutung nahe, daß Sie hier Werbung in eigener Sache betreiben."
Dazu hatte ich mich schon geäußert. Soll ich zu den Vorwürfen schweigen?
„Sitzt Ihnen der Verlag bezüglich der Verkaufszahlen im Nacken?"
Nein.
„Die Preisgestaltung des Buches, auf die Sie womöglich keinen Einfluß hatten - ich kenne mich im Verlagswesen nicht aus, schließt eine weite Verbreitung aus. Wer ist also die Zielgruppe des Buches? Ich vermute, es ist als rein akademisches Werk gedacht."
Das Buch wäre 20 Euro billiger, wenn ich die doppelte Druckbeihilfe gezahlt hätte. Da dann aber auch nur 300 Ex. gedruckt worden wären, habe ich das nicht getan. Diese wenigen Exemplare müßten auch zu dem hohen Preis zu verkaufen sein. Zielgruppe ist praktisch jeder, da praktisch jeder diese Musik hört - freiwillig oder unfreiwillig. Wenn es nach mir gegangen wäre, wäre das Buch natürlich in einer viel höheren Auflage zu einem viel günstigeren Preis gedruckt worden. Aber dem Verlag war es dazu zu wissenschaftlich - was in diesem Forum kurioserweise oft abgestritten wird ...

an Berman:
„...aber wie kommen Sie bitte darauf, dass das Schlagzeug „permanent" schlägt? Das ist absolut nicht der Fall, Sie müssen sich eindeutig mehr in die Materie vertiefen, damit Sie derart falsche Behauptungen vermeiden."
Das ist die Regel. Daß es Ausnahmen gibt, ist mir klar. Allerdings ist das Schlagzeug wohl der am häufigsten eingesetzte Gewaltparameter. Es gibt Stücke mit Schlagzeug, aber ohne kreischende E-Gitarren (z.B. im Jazz), aber wohl kaum Stücke mit kreischenden E-Gitarren, die auf Schlagzeug verzichten würden.
„'Aber was ist die Alternative? Die Anarchie.'
Aufklärung, und Anpassung der Gesetzgebung."
Nein, Aufklärung und Anpassung der Gesetzgebung kann und soll es auch geben, wenn sich die Menschen an die Gesetze halten!
„Warum bringen sie dann dermaßen oft 'Gewaltmusik' in Verbindung mit 'Cannabis', wenn Sie nicht beabsichtigen sich dazu zu äussern?"
Das Thema kam am 17.1. durch Steff auf. Ich äußere mich natürlich zum Thema „Gewaltmusik und illegale Drogen"; nur die Legalisierungsdebatte gehört nicht hierher.
„WIESO sollte Rock mehr „Schaden" anrichten als Klassik?"
Siehe alle meine Beiträge hier ...
„Und wieso schliessen Sie aus, dass Klassik eventuell Schaden bringen könnte? Ich würde mich nie auf derart dünnes Eis bewegen und so etwas behaupten."
Kennen Sie denn Hinweise darauf, daß Klassik Schaden bringen könnte? (Bitte jetzt nicht wieder Hitler und Wagner ...)

an lassensieendlichmeinenarmlos:
„Hr.Miehling..., Ihre Antwort an Beerman: 'Was Sie schreiben, würde aber bedeuten, daß ein Großteil der Leute und v.a. der Jugendlichen immer in aggressiver Stimmung ist...'
Eben, genauso ist es ja! Und die Ursachen sind vielfältiger Natur, liegen - wenn überhaupt - nur zu einem geringen Teil in der gehörten Musik!"
Zum großen Teil an Mediengewalt, wozu Gewaltmusik gehört. Welche Gründe soll es sonst dafür geben, daß Jugendliche heute aggressiver sind als früher? Früher hätten Sie weit mehr Grund dazu gehabt: Weniger Rechte bzw. spätere Volljährigkeit, strengere Erziehung zuhause und in der Schule, weniger Wohlstand ...

an xnilsx:
„ob sie sich in ihrem werk mit der 'straight edge' bewegung beschäftigt haben."
Wieviel Prozent der Gewaltmusikhörer gehören wohl zu dieser Bewegung? Jemand aus dieser Bewegung hatte mir geschrieben. Auf meine Frage, ob sich die Mitglieder dieser Bewegung neben Drogenabstinenz und Zölibat oder Monogamie auch durch Gesetzestreue auszeichnen, hat er nicht mehr geantwortet ...

Berman:
„Ich würde von ihnen, Dr. Klaus Miehling noch einmal gern erläutert haben, welche Text- oder Musikpassage der Gruppe 'Arschgefickten Gummi Zofen, Die' selbige zu Vertretern der Gewaltmusik macht?"
Nomen est Omen. Sie können mir nicht erzählen, daß eine Gruppe, die sich diesen Namen gibt und damit an die (auch minderjährige) Öffentlichkeit geht, aggressionsfreie Musik macht. Schon der Name ist schlechter Einfluß genug, wenn ein 12jähriger (das haben Sie ja wohl gelesen) angibt, er wäre gerne „bester Freund" dieser Gruppe.

xnilsx
Montag, 29.01.07 20:26
 

erst einmal vielen dank für ihre antwort dr. miehling. wodurch sind sie denn mit einem edger in kontakt getreten? geschah dies aus zufall oder haben sie bewusst zu diesem thema recherchiert? sollte man bei einem umfassenden werk von knapp 1000 seiten nämlich erwarten, da

außerdem haben sie meine frage nicht hinreichend beantwortet. haben sie die straight-edge-bewegung, die mittlerweile immerhin 30.000 menschen in deutschland umfasst in ihrem buch angeführt, oder (bewusst) unter den tisch fallen lassen, um kritische stimmen innerhalb ihres buches erst garnicht aufkommen zu lassen? sagen sie nicht, dass 30.000 menschen eine zu übergehende minderheit von "gewaltmusikhörern" darstellt! sie sind doch in statistiken so gewandt!
wie bewerten sie denn nun aus ihrer sicht die straight-edge bewegung? auch alles asoziale, ohne moral und bürgerliche grundsätze?

ich hoffe wieder auf eine antwort und verbleibe
mfg,
nils

Andi
Montag, 29.01.07 21:16
 

"Kennen Sie denn Hinweise darauf, daß Klassik Schaden bringen könnte? (Bitte jetzt nicht wieder Hitler und Wagner ...)"
Zwar auch Wagner, aber nicht in Verbindung mit Hitler (auch wenn dieser Hinweis genauso gut ist, wie alle ihre Hinweise im Bezug auf "Gewaltmusik"):
"Wagner bekannte sich zu den Bestrebungen der März-Revolution. Er befreundete sich mit Liszt in Weimar. Die Nibelungen-Konzeption entstand. Reise Wagners nach Wien. 1849 musste er als Revolutionär, wegen der Teilnahme am Dresdner Maiaufstand, im späteren Verlauf der Märzrevolution im Königreich Sachsen fliehen und wurde, wie auch sein Freund Gottfried Semper, von der Polizei steckbrieflich gesucht." (Quelle: Wikipedia)
Ein Klassik Komponist, steckbrieflich gesucht? Wie passt das blos mit ihren Thesen zusammen?

Ich
Montag, 29.01.07 22:49
 

Das liest wahrscheinlich keiner mehr, aber ich möchte trotzdem eine Anmerkung machen. Ich hoffe ich wiederhole hier nicht, weil ich jetzt nicht alle KOmmentare gelesen habe.
Zu Gewaltmusik: Ich glaube nie zuvor gab es so viele verschiedene Richtungen von Musik wie heutzutage. Und somit ist es UNMÖGLICH für diese Stile einen Überbegriff zu finden.
Bach ist übrigens keine klassische Musik, sondern barocke.
Tut mir leid, wenn ich Klugscheißer spiele, aber ich glaube, dass unser guter Herr Buchautor noch einiges lernen kann.
Wenn man also Bach, Beethoven etc. alle als klassische Musik bezeichnet, so also wohl auch Liszt (Romantik) und Debussy (Impressionismus). Na gut. Also ist wohl auch Igor Strawinsky ein klassischer Komponist (egtl. Expressionismus). Wer sich mit dieser Musik nicht beschäftigt und sie einfach nur hört, dem werden die Ohren abfallen. Klangentfremdung von Instrumentencharakteren, Disonanz auf höchstem Grade. DIe meisten Leute würden bei "Le Sacre de Printemps" aus dem Raum stürmen. Wer nicht den Sinn dahinter kennt (Opfertanz --> brutal genug möchte man meinen), kann dahinter auch genauso gut einen Kriegsschauplatz sehen. Ich übrigens stehe absolut nicht auf Mozart. Der hypermarmonisierende Komponist löst alle Akkorde auf der TOnika auf, lässt nie etwas einfach so stehen und wirken --> Schlaftablette sind auch Drogen! ^^
Weiter im Text: Wenn man die heutige Musik in einen Hut steckt und die "klassische", dann gehört zur "klassischen" auch eindeutig Mahler und Schönberg. Weiß unser BUchautor, dass bei Uraufführungen dieser Komponisten und ihrer Zeitgenossen SCHLÄGEREIEN ausbrachen? Weil die Leute so geschockt waren (Atonalität, 12-Ton-Musik etc...)? DIe Kritiker haben sich das Maul zerissen und haben sich mit den Liebhabern dieser Musik WÄHREND DER AUFFÜHRUNG GEPRÜGELT, so dass manche Aufführungen gar nicht zu Ende gebracht werden konnten.
Mozart hat sich seinerzeit oft genug "daneben benommen", sich gegen die Gesellschaft erhoben (er hatte mehr als genug Weiber) und schlussendlich ist es nicht unwahrscheinlich, dass er seinen Kollegen Antonio Salieri in den Tod getrieben hat.
Schuberts Winterreise ist alles andere als ein aufbauender Liederzyklus (ich höre zum Aufbauen lieber "Kopf hoch" von Azad). Ich höre viel "klassische" Musik und ist es nicht so, dass in der wohl bekanntesten Oper "Zauberflöte" eine böse Hexe ihr Unwesen treibt? Und das nicht gerafe gewaltlos?
Also ich spiele seit 14 Jahren Klavier (ich bin 18) und ich höre leidenschaftlich gerne deutschen Rap. Ich bin nicht aggressiv, sondern werde eine Ausbildung bei der Polizei machen. DIe Leute, die aggressiv und gewalttätig sind hören die Musik vllt um sich aufzupushen, aber sie hören nicht die Musik und werden anschließend gewalttätig. Jeder muss mal seinen Zorn aus dem Körper lassen. Jedes negative Gefühl, das wir Menschen einstecken und nicht nach außen tragen, schadet uns. Denn die Psyche beeinflusst unsere Physe zu 100%.
Und weil der gute Mann auch gerne mal Statistiken bringt:
Ich habe mal von einer Statistik gelesen die zeigte, dass Autofahren, die beim Fahren klassische Musik hören, aggressiver und unachtsamer Fahren, als Fahrer, die normale - Entschuldigen sie, ich meine "gewaltsame" Musik hören.
Vielen Dank für die AUfmerksamkeit.
Ich persönlich zähle mich zu den nachdenklichen Menschen, mit einem Tick Melancholie. Trotz dass ich deutschen (und auch amerikanischen) Rap höre.

lassensieendlichmeinenarmlos
Montag, 29.01.07 23:44
 

"...Welche Gründe soll es sonst dafür geben, daß Jugendliche heute aggressiver sind als früher? Früher hätten Sie weit mehr Grund dazu gehabt..."
Sind Sie wirklich so naiv oder provozieren Sie nur? Ich bin es leid. Soll Ihnen doch jemand anderes die Welt erklären - ich tue es nicht!

Dr. Klaus Miehling
Dienstag, 30.01.07 00:12
 

an xnilsx:
„wodurch sind sie denn mit einem edger in kontakt getreten?"
Er hat mir aufgrund des Interviews über das Kontaktformular meiner Netzseite geschrieben. Ich habe nur dunkel in Erinnerung, früher einmal etwas über die Existenz dieser Bewegung als Teil des Hardcore gelesen zu haben.
„haben sie die straight-edge-bewegung, die mittlerweile immerhin 30.000 menschen in deutschland umfasst in ihrem buch angeführt, oder (bewusst) unter den tisch fallen lassen, um kritische stimmen innerhalb ihres buches erst garnicht aufkommen zu lassen? sagen sie nicht, dass 30.000 menschen eine zu übergehende minderheit von 'gewaltmusikhörern' darstellt! sie sind doch in statistiken so gewandt!"
Etwa 57 Millionen Menschen (mindestens) in Deutschland sind Gewaltmusikhörer. Davon sind 30.000 etwa 0,05 %. Das IST eine zu übergehende Minderheit. Außerdem habe ich ein Buch über die Gefahren populärer Musik geschrieben. Einem Arzt, der ein Buch über die Gefahren des Rauchens schreibt, werden Sie es doch auch nicht vorwerfen, wenn er nicht auf die positiven Aspekte eingeht, z.B. daß eine Zigarette entspannt und gut schmeckt!? So etwas nennt man „beim Thema bleiben". Apologeten der Gealtmusik gibt es ja mehr als genug!
„wie bewerten sie denn nun aus ihrer sicht die straight-edge bewegung? auch alles asoziale, ohne moral und bürgerliche grundsätze?"
Also sind sie doch asozial und unmoralisch? Ich hatte bisher nur die Information, daß diese Leute keine Drogen nehmen, oft Vegetarier sind und sexuell enthaltsam oder zumindest monogam leben. Mehr wußte ich nicht, kann daher auch nicht mehr dazu sagen.

an Andi:
„Ein Klassik Komponist, steckbrieflich gesucht? Wie passt das blos mit ihren Thesen zusammen?"
Ja, suchen Sie nur weiter! Wenn Sie ein paar hundert kriminelle Klassikkomponisten oder -interpreten beisammen haben, dann vergleichen wir unsere Listen.

an Ich:
„Bach ist übrigens keine klassische Musik, sondern barocke."
Ich hatte schon darauf hingewiesen, daß ich den Begriff „Klassik" nicht im engen Sinn der „Wiener Klassik" sondern im weiten Sinn von „E-Musik" verwende.
„Weiß unser BUchautor, dass bei Uraufführungen dieser Komponisten und ihrer Zeitgenossen SCHLÄGEREIEN ausbrachen? Weil die Leute so geschockt waren (Atonalität, 12-Ton-Musik etc...)?"
Natürlich weiß er das; er hat das auch im Buch erwähnt und in diesem Forum etwas dazu geschrieben (am 22. 12. und am 28. 1.).
„Mozart hat sich seinerzeit oft genug 'daneben benommen', sich gegen die Gesellschaft erhoben (er hatte mehr als genug Weiber)"
Wie weit seine Beziehungen zu Frauen (abgesehen von seiner Ehefrau) gingen, weiß kein Mensch.
„und schlussendlich ist es nicht unwahrscheinlich, dass er seinen Kollegen Antonio Salieri in den Tod getrieben hat."
Dann wohl als Geist. Salieri überlebte Mozart um 34 Jahre.
„und ist es nicht so, dass in der wohl bekanntesten Oper 'Zauberflöte' eine böse Hexe ihr Unwesen treibt? Und das nicht gerafe gewaltlos?"
Gewalt gibt es in der Zauberflöte nicht wirklich. Zu Gewalt in der klassischen Musik habe ich hier auch schon etwas geschrieben. 1. Es kommt (wie auch bei Gewalt in Filmen) auf den Kontext an: wird Gewalt negativ, wertneutral oder positiv dargestellt? Wie geht die Geschichte aus? 2. Klassische Musik stellt ggf. Gewalt dar, aber sie ist nicht selbst aggressiv. Das sehen Sie daran, daß man sich in eine aggressive (oder je nachdem auch nur überhebliche oder laszive) Stimmung versetzen muß, um Gewaltmusik zu singen oder zu spielen. Bei Klassik funktioniert das nicht. Da müssen Sie immer eine gewisse Distanz bewahren, Sie sind „Schauspieler", während Gewaltmusiker ihre eigenen negativen Emotionen zum Ausdruck bringen.
„DIe Leute, die aggressiv und gewalttätig sind hören die Musik vllt um sich aufzupushen, aber sie hören nicht die Musik und werden anschließend gewalttätig."
Wenn sich ein gewalttätiger Mensch „aufpusht", dann steigt ja wohl die Wahrscheinlichkeit, daß er gewalttätig wird!
„Ich habe mal von einer Statistik gelesen die zeigte, dass Autofahren, die beim Fahren klassische Musik hören, aggressiver und unachtsamer Fahren, als Fahrer, die normale - Entschuldigen sie, ich meine „gewaltsame" Musik hören."
Das hat hier schon einmal jemand behauptet, ist aber den Beweis schuldig geblieben. Die Studien, die ich kenne, belegen das Gegenteil. Ausnahme: Zu leise klassische Musik erhöht das Unfallrisiko, wenn man, sich auf die leisen Passagen konzentrierend, die man dann kaum mehr hört, vom Verkehr abgelenkt wird.

Prof. Dr. irr. Sinn
Dienstag, 30.01.07 01:32
 

Ich habe einmal gehört, dass fehlende musikalische vielfalt (z. b. das hören von hauptsächlich oder ausschließlich klassischer musik) zu gehirnschwund (vermutet), sozialen anomalien und damit in der folge zu sehr abstrusen, wirren, einfältigen aber in der art recht einfach gestrickten gedankengängen (klare gut-böse-vorstellung) führen kann. ist da was dran? erste studien scheinen diese vermutung jedenfalls zu untermauern. ich weiss nicht, ob ich hier in diesem forum richtig bin, aber falls jemand schon selbst erfahrungen zu diesem thema gesammelt hat (am besten im selbstversuch) wäre ich an den ergebnissen sehr interessiert.

Andi
Dienstag, 30.01.07 15:09
 

"„Weiß unser BUchautor, dass bei Uraufführungen dieser Komponisten und ihrer Zeitgenossen SCHLÄGEREIEN ausbrachen? Weil die Leute so geschockt waren (Atonalität, 12-Ton-Musik etc...)?"
Natürlich weiß er das; er hat das auch im Buch erwähnt und in diesem Forum etwas dazu geschrieben (am 22. 12. und am 28. 1.)."
Ich habe an diesen Daten jetzt keinen Kommentar ihrerseits gefunden, der sich mit Schlägereien bei Klassikaufführungen befasst (nur was von Pauken =! Gewalttätiges Schlagzeug).
Könnten sie vlt. noch etwas genauer darauf eingehen?

"Etwa 57 Millionen Menschen (mindestens) in Deutschland sind Gewaltmusikhörer. Davon sind 30.000 etwa 0,05 %. Das IST eine zu übergehende Minderheit."
Und die paar Konzerte, bei denen es zu ausschreitungen kam, sind in Vergleich zu allen in den letzten 50 Jahren gespielten Konzerten etwa keine zu vernachlässigende Minderheit?

"„Ein Klassik Komponist, steckbrieflich gesucht? Wie passt das blos mit ihren Thesen zusammen?"
Ja, suchen Sie nur weiter! Wenn Sie ein paar hundert kriminelle Klassikkomponisten oder -interpreten beisammen haben, dann vergleichen wir unsere Listen."
- Mozarts Weibergeschichten (soviel zum Thema Sexuell enthemmend)
- die oftmals genannte Verbindung zwischen Hitler und der Musik von Wagner
- die gerade genannten Schlägereien auf Klassikkonzerten
etc.

Alles Beispiele wie sie sie auch gegen die Moderne Musik verwenden.

Proggie
Dienstag, 30.01.07 17:00
 

Ich kenne Karmina Burana. Sehr gutes Stück. Es ist allerdings so verstörend. Wenn Sie nicht denken, dass die Chöre und dissonanten Melodien hierbei bizarr und aggressiv wären, weiß ich auch nicht mehr...
Außerdem: Wenn Sie so schlau sind, dann müssten Sie wissen, dass Mozart Origen gefeiert hat, ordinär war...

Bolle.FreiburgerStudent
Dienstag, 30.01.07 17:20
 

Hey, hab nicht alle kommentare gelesen, tut mir Leid.
Ich spiele Viola seit ich 8 bin, bin kein Profi, für ne 1 im Musikabitur hats aber doch gereicht. Höre auch sehr gerne Musik die älter als 100 Jahre ist, höre aber auch sehr gerne Metal. Höre eigentlich alles was ich interessant finde...
Was ich los werden will:

Ich stimme den ganzen Argumenten nicht zu, aber darum geht es mir nicht. Da kann man verschiene Ansichten haben. Von mir aus. Was mich wirklich zu dem Kommentar bewegt ist die Forerung, die böse Musik zu verbieten und eine Welt voller schöngeistiger Musik zu machen.
ääh Bitte??
Natürlich spricht Metal meine niederen Instinkte an. Natürlich kann es agressiv machen.
Aber agressiv sein gehört zum Mensch sein dazu. Der Witz ist nicht, sie zu entfernen, der Witz ist, sie zu kontrollieren.

Der Film Equilibrium beschreibt eine Zukunft in der den Menschen dank Medikamenten alle Emotionen geraubt werden um die Gewalt aus der Welt zu entfernen. Ein Polizeistaat. Besitz? Führt blos zu Neid. Wird verboten
Liebe? Führt blos zu Eifersucht. Wird entfernt.
Auf in den Ameisenstaat!
Die Idee, gewalttätige Musik zu verbieten hat mich an den Film erinnnert. Anschauen und nachdenken bitte...

eine Schlüsselszene im Film, wie er einen alten Plattenspieler findet und in einschaltet. Und was spielt der?
Agressive Musik? Finde Schon.
Welches Stück? Erster Satz von Beethovens 9.
Wunderbares Stück! Aber wer nichts Agressives fühlt bei der ersten Forte stelle, naja, der fühlt eben anders als ich...

Proggie
Dienstag, 30.01.07 17:58
 

"...Das ist der Plot, zu dem Mozart 1780 seine erste große Oper schrieb, ein Auftragswerk für den Karneval in München, wo sie 1781 unter seiner Leitung uraufgeführt wurde. Aus gutem Grund hielt er sie zeitlebens für seine beste, denn es ging ihm um weit mehr als die Wiederbelebung eines bekannten, bereits von anderen vertonten Stoffes der Antike. Es ging ihm um die Befreiung aus den ästhetischen Konventionen des Barock, aber auch um die Befreiung des Individuums, das ein uneingeschränktes Recht auf sein eigenes Gefühl hat, über alle religiösen und politischen Vorurteile hinaus"

- Aha, also darum ging es Mozart also... Befreiung des Individuums, jeder soll seine eigenen Gefühle ausleben... in der Musik, in der Kunst.

Also Mozart wäre damals nicht ihrer Meinung gewesen, Hr. Miehling.

Dr. Klaus Miehling
Dienstag, 30.01.07 19:58
 

an Andi
„'Weiß unser BUchautor, dass bei Uraufführungen dieser Komponisten und ihrer Zeitgenossen SCHLÄGEREIEN ausbrachen? Weil die Leute so geschockt waren (Atonalität, 12-Ton-Musik etc...)?'
Natürlich weiß er das; er hat das auch im Buch erwähnt und in diesem Forum etwas dazu geschrieben (am 22. 12. und am 28. 1.)."Ich habe an diesen Daten jetzt keinen Kommentar ihrerseits gefunden, der sich mit Schlägereien bei Klassikaufführungen befasst (nur was von Pauken =! Gewalttätiges Schlagzeug).
Könnten sie vlt. noch etwas genauer darauf eingehen?
Am 22. 12. hatte ich geschrieben: „Wenn ich von Ausschreitungen bei Gewaltmusikkonzerten spreche, dann sind das naturgemäß nur diejenigen, die ich als Einzelner in begrenzter Zeit in einer begrenzten Menge von Literatur gefunden habe. Deshalb können Sie das nicht der Gesamtmenge an überhaupt irgendwo stattfindenden Konzerten gegenüberstellen. Man sollte es lieber mit Ausschreitungen bei Klassikkonzerten vergleichen. Und da gibt es praktisch nichts außer einigen wenigen bei Avantgarde-Konzerten im früheren 20. Jh., und meine Meinung zur Avantgarde habe ich ja bereits angedeutet.
Und am 28. 1. habe ich mich relativ ausführlich zu Mathis' Vorhalt der Tumulte bei Strawinskys „Sacre" geäußert.
„Und die paar Konzerte, bei denen es zu ausschreitungen kam, sind in Vergleich zu allen in den letzten 50 Jahren gespielten Konzerten etwa keine zu vernachlässigende Minderheit?"
Vgl. dazu meinen eben nochmals zitierten Kommentar vom 22. 12.
„'Wenn Sie ein paar hundert kriminelle Klassikkomponisten oder -interpreten beisammen haben, dann vergleichen wir unsere Listen.'
- Mozarts Weibergeschichten (soviel zum Thema Sexuell enthemmend)"
Ich habe erst gestern geschrieben: „Wie weit seine Beziehungen zu Frauen (abgesehen von seiner Ehefrau) gingen, weiß kein Mensch."
„- die oftmals genannte Verbindung zwischen Hitler und der Musik von Wagner"
Mich würde jetzt wirklich einmal interessieren, welche Rolle Wagners Musik in Hitlers Leben spielte und ob und wie er sich dazu geäußert hat. Ich lehne mich wohl nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich behaupte, Hitler hat niemals seine Weltanschauung bzw. den von ihm angezettelten Massenmord auf Wagners Musik zurückgeführt. Hingegen gibt es etliche Beispiele, wo Kriminelle ihre Taten auf Gewaltmusik zurückgeführt haben.
„- die gerade genannten Schlägereien auf Klassikkonzerten",
die bezeichnenderweise nur (soweit bis jetzt zitiert) bei avantgardistischer oder gewaltmusikalisch grenzwertiger Musik auftraten. Vor fast hundert Jahren. Und seither? Praktisch ausschließlich bei Gewaltmusikkonzerten.
Das wären nun eine haltlose (Mozart) und eine zweifelhafte (Wagner/Hitler) Behauptung sowie eine Handvoll Schlägereien auf „Klassik"konzerten, die eigentlich keine waren, gegenüber mehr als 150 Gewaltmusikkonzerten mit Schlägereien oder anderen Ausschreitungen, die ich in meinem Buch zusammengestellt habe. Außerdem: Einzelfälle beweisen nichts, solange es Einzelfälle bleiben. Das ist der Grund, warum ich in meinem Buch schätzungsweise drei- bis viertausend solcher Fälle zusammengestellt habe. Das werden Sie im Bereich der klassischen Musik niemals schaffen, weil dort die Ausnahme darstellt, was im Umfeld von Gewaltmusik die Regel ist.

an Proggie:
„Wenn Sie so schlau sind, dann müssten Sie wissen, dass Mozart Origen gefeiert hat, ordinär war..."
Orgien? Woher haben Sie das? Aus kommerziellen Filmen des 20. Jhs.? Ordinär war Mozart in einigen seiner Briefe tatsächlich. Aber die waren nicht für die Öffentlichkeit bestimmt. Viele Gewaltmusiker sind dagegen öffentlich ordinär.

an Bolle.FreiburgerStudent :
„Was mich wirklich zu dem Kommentar bewegt ist die Forerung, die böse Musik zu verbieten und eine Welt voller schöngeistiger Musik zu machen."
Welche Forderung? Vielleicht den Satz „Als Lösung für dieses Problem empfiehlt der Autor einen radikalen Schnitt, der Popmusik durch klassische Musik ersetzt" in der Einleitung zum Interview? Erstens ist diese Formulierung nicht von mir, und zweitens besagt sie nicht, daß dies durch ein Verbot geschehen müsse.
„Natürlich spricht Metal meine niederen Instinkte an. Natürlich kann es agressiv machen."
Dnake für die Zustimmung!
„Aber agressiv sein gehört zum Mensch sein dazu. Der Witz ist nicht, sie zu entfernen, der Witz ist, sie zu kontrollieren."
Sie können das vielleicht (nicht zuletzt weil Sie auch klassische Musik machen und hören); andere können es nicht. Das ist das Problem.

an Proggie:
„- Aha, also darum ging es Mozart also... Befreiung des Individuums, jeder soll seine eigenen Gefühle ausleben... in der Musik, in der Kunst. Also Mozart wäre damals nicht ihrer Meinung gewesen, Hr. Miehling."
Erstens haben Sie nicht Mozart zitiert, sondern die Meinung irgendeines Musikwissenschaftlers; zweitens konnte Mozart nicht ahnen, welche Dimensionen Gewaltmusik im 20. Jh. erreichen wird.

anonym
Dienstag, 30.01.07 20:24
 

"meinung irgendeines Musikwissenschaftlers"

*lach*
ich kenne noch "irgendeinen Musikwissenschaftler"
wer im Glashaus...

Andi
Dienstag, 30.01.07 20:52
 

"Das ist der Grund, warum ich in meinem Buch schätzungsweise drei- bis viertausend solcher Fälle zusammengestellt habe. Das werden Sie im Bereich der klassischen Musik niemals schaffen, weil dort die Ausnahme darstellt, was im Umfeld von Gewaltmusik die Regel ist."
Ich hab auch gar nicht vor, mich auf einen Schwanzvergleich "wer hat die meisten Zitate" mit ihnen einzulassen. Da sind sie mir wahrscheinlich einige Jahrzehnte und ein gutes maß an Engstirnigkeit voraus.
Was ich eher bezeichnend finde ist, dass es überhaupt Gewalt-Fälle in der Klassik gibt. So wie sie schreiben, dürfte das ja eigentlich nicht der Fall sein.

Ausschreitungen bei Konzerten sind also die Regel? Da hab ich aber andere Erfahrungen gemacht.
Warum sind eine geringe Anzahl ausschreitungen bei Klassikkonzerten die Ausnahme und bei anderen die Regel?
Desweiteren: Wie wollen sie objektiv schreiben, wo sie doch schon vorher eine entschiedene Abneigung und Meinung zur Musik hatten?
Mir scheint, sie nehmen bei allen ihren Zitaten von vorneherein an, dass die Musik dran schuld war. Andere Faktoren lassen sie gar nicht gelten.
Und mal ehrlich: Wenn ein Musiker sagt, er fände es geil, wenn die Kids durchdrehen und alles Kaputtschlagen, hat der nicht mehr alle Tassen im Schrank.
Deswegen (und ähnlicher sinnfreier Zitate, die sie zudem generell negativ auslegen) aber alle anderen Musiker mit zu verteufeln, die sich einfach daran erfreuen, dass die Menschen ihre Musik mögen, dazu tanzen, oder auch einfach nur dazu entspannen können, halte ich für ein Produkt ihrer Abneigung gegen die Musik. Und ihre eigene Meinung können sie von mir aus in einem Essay niederschreiben, aber nicht als DIE wahrheit verkaufen, wie sie es hier tun.

Bolle.FreiburgerStudent
Dienstag, 30.01.07 21:35
 

antwort--

Nun ja, das mag sein, dass nicht jeder seine Agressionen kontrollieren kann.
Aber das kann man den Leuten beibringen, das nennt sich dann Erziehung und sowas. "Potentiell gewalttätigen Leuten", wie man das so schön ausdrückt, fehlt das wohl eher.
Sie könnten ja ein Buch darüber schreiben.
Oder den Punks vorm Audimax beibringen dass Mozart auch schöne Sauflieder drauf hatte.
oder sonst was...
das wäre meiner Meinung nach sinniger, als Musik zu diffamieren, die Ihnen persönlich nicht gefällt...
Solche Behauptungen fördern nämlich auch Agressionen, wie sie an den zahlreichen "emotionalen" Posts hier sehen.
Und das fördert nicht gerade das friedliche zusammensein...

Dr. Klaus Miehling
Mittwoch, 31.01.07 00:02
 

an anonym:
„ich kenne noch 'irgendeinen Musikwissenschaftler'
wer im Glashaus..."
Keine kluge Bemerkung von Ihnen. Proggie gab die Interpretation irgendeines Musikwissenschaftlers für die Meinung Mozarts aus. Das habe ich kritisiert.

an Andi:
„Was ich eher bezeichnend finde ist, dass es überhaupt Gewalt-Fälle in der Klassik gibt. So wie sie schreiben, dürfte das ja eigentlich nicht der Fall sein."
Dann haben Sie mich nach so viel Diskussion noch immer nicht verstanden. Zum x-ten Mal: Ich habe nie behauptet, daß Musik der einzige Grund für Gewalt ist. Wenn also im Umfeld Klassischer Musik extrem selten Gewalt vorkommt, dann haben diese Fälle mit der Musik höchstwahrscheinlich nichts zu tun. Wenn aber im Umfeld von Gewaltmusik, und damit meine ich nicht nur die Konzerte, auffallend häufig Gewalt vorkommt, dann hat das höchstwahrscheinlich in vielen dieser Fälle eben doch etwas mit der Musik zu tun.
„Warum sind eine geringe Anzahl ausschreitungen bei Klassikkonzerten die Ausnahme und bei anderen die Regel?"
Mein Satz „Das werden Sie im Bereich der klassischen Musik niemals schaffen, weil dort die Ausnahme darstellt, was im Umfeld von Gewaltmusik die Regel ist" bezog sich erkennbar auf die im Satz davor genannten drei- bis viertausend Fälle in meinem Buch und nicht nur auf die rund 150 mir bekannten Fälle von Ausschreitungen bei Konzerten. D.h. die Regel ist, daß Gewaltmusik zusammen mit illegalen oder zumindest vulgären Verhaltensweisen auftritt. Ausschreitungen bei Konzerten sind wohl nicht die Regel, aber sie sind erschreckend häufig. „Desweiteren: Wie wollen sie objektiv schreiben, wo sie doch schon vorher eine entschiedene Abneigung und Meinung zur Musik hatten?"
Sie werden wenige Wissenschaftler finden, die kein persönliches Interesse an dem von ihnen behandelten Gegenstand haben. Sehr viele Zitate in meinem Buch stammen von Gewaltmusikern und Gewaltmusikhörern selbst. Die Gegenseite kommt also ausführlich zu Wort. Natürlich sind es, dem Thema des Buches entsprechend, entlarvende Zitate. Und die Fakten - beispielsweise Ausschreitungen bei Konzerten oder Straftaten von Gewaltmusikern - sind vorhanden und wurden nicht von mir erfunden. Die Interpretation dieser Fakten muß aber von Menschen vorgenommen werden und ist somit immer subjektiv.
„Mir scheint, sie nehmen bei allen ihren Zitaten von vorneherein an, dass die Musik dran schuld war. Andere Faktoren lassen sie gar nicht gelten."
Darum geht es nicht. Im Einzelfall läßt sich viel spekulieren. Es ist die große Menge der Zitate, die plausibel macht, daß es oft etwas mit der Musik zu tun hat - abgesehen von den Zitaten, in denen die Musiker oder Hörer ausdrücklich der Musik die Schuld geben.
„Und mal ehrlich: Wenn ein Musiker sagt, er fände es geil, wenn die Kids durchdrehen und alles Kaputtschlagen, hat der nicht mehr alle Tassen im Schrank."
Allerdings. Doch wann hätte je ein klassischer Musiker so etwas gesagt?
„Und ihre eigene Meinung können sie von mir aus in einem Essay niederschreiben, aber nicht als DIE wahrheit verkaufen, wie sie es hier tun."
Über einen „Essay", der eine unbelegte Meinung wiedergibt hätten Sie sich weniger aufgeregt als über ein Sachbuch, daß seine Thesen belegt? In meinem Buch kann der Leser nachprüfen, wie ich zu meiner Meinung gekommen bin und es steht ihm selbstverständlich frei, sie zu übernehmen oder nicht.

an Bolle.FreiburgerStudent:
„Nun ja, das mag sein, dass nicht jeder seine Agressionen kontrollieren kann. Aber das kann man den Leuten beibringen, das nennt sich dann Erziehung und sowas. 'Potentiell gewalttätigen Leuten', wie man das so schön ausdrückt, fehlt das wohl eher."
Aber es wird doch immer diese Leute geben! Und wenn das so einfach mit der Erziehung wäre ...
„Solche Behauptungen fördern nämlich auch Agressionen, wie sie an den zahlreichen 'emotionalen' Posts hier sehen. Und das fördert nicht gerade das friedliche zusammensein..."
Das bestätigt ja nur, wie aggressiv viele Gewaltmusikhörer reagieren. Soll ich mir von diesen Leuten verbieten lassen, ein Buch zu schreiben? Und wen kümmern die Aggressionen von Nicht-Gewaltmusikhörern, wenn ihnen diese Musik durch rücksichtslose Nachbarn, beim Freiburg-Marathon, in Kaufhäusern oder durch den Walkmanhörer im Bus aufgezwungen wird? Gewaltmusiker und Gewaltmusikhörer tragen unermeßlich mehr an Aggression in die Gesellschaft als es ein Buch jemals tun kann.

Jim Panse
Mittwoch, 31.01.07 02:05
 

Ich bin für Gewalt und gegen Musik. Ganz einfach.

Berman
Mittwoch, 31.01.07 02:05
 

"Gewaltmusic-Johnny
Sonntag, 28.01.07 13:35
mal was am rande:
hab eben mal das buch "Gewaltmusik - Musikgewalt. Populäre Musik und die Folgen (Broschiert)" bei amazon angeschaut und muss sagen, dass ichs schon ziemlich witzig finde, dass die durschnittliche kundenbewertung von dr. k. miehlings buch (sagenhafte 2 von 5 sternen) nur dadurch zustande gekommen ist, dass sich herr dr. m. eine rezension mit voller punktebewertung selbst geschrieben hat. muss schon sagen respekt, herr miehling vor soviel objektiver selbsteinschätzung..."

Hm, die muss wohl jemand gemeldet haben :>.

Amazon hat die Bewertung gelöscht. Ich gebe Herrn Miehling recht, dass er das Recht hat sich zu den Anschuldigungen (falsches Zitat eines Amazon Rezensenten) zu äussern. Man darf aber nicht für sein eigenes Werk 5 Sterne verteilen!

Gruß,

Berman

xnilsx
Mittwoch, 31.01.07 14:23
 

@berman: hättest du dir nur einen stern gegeben?!?

die diskussion hier dreht sich im kreis und wird kein ende finden. lasst ihn schreiben, er wird "gewaltmusikhörer" nicht verstehen und das ist auch nicht seine aufgabe.
unsere aufgabe ist es allerdings solcher literatur, nicht den nährboden von weit über 100 kommentaren zu bieten!
bin gespannt wer den wälzer kauft. der preis ist jedenfalls abslout horrend und unverschämt.

gute nacht, gute nacht
scheiß ins bett, dass kracht...

den rest kennen sie als musikwissenschaftler sicherlich...
und wenn der text auf englisch wär, mit nem hip-hop-beat dahinter, würden sie es als gewalt musik bezeichnen, da bin ich mir sicher!

mfg
nils

Kathi
Mittwoch, 31.01.07 14:55
 


...JIPPIE JIPPIE JEAH JIPPIE JEAHH

KRAWALL UND REMMIDEMMI!...

xD ich find gewaltmusik toll

Andi
Mittwoch, 31.01.07 17:35
 

"Über einen „Essay", der eine unbelegte Meinung wiedergibt hätten Sie sich weniger aufgeregt als über ein Sachbuch, daß seine Thesen belegt?" Ja.

"Ausschreitungen bei Konzerten sind wohl nicht die Regel, aber sie sind erschreckend häufig." Eine relative Häufigkeit von 0-1% ist also "erschreckend häufig"?
Soviel zum Thema grundverständnis der Statistik...
Oder würden sie mehreren Millionen Menschen ihr liebstes Hobby nehmen, nur weil 5 davon ausgetickt sind (siehe Computerspiel debatte)?

Proggie
Mittwoch, 31.01.07 18:23
 

Apropos Statistiken:

Da unser Hr. Miehling hier ein rechter Statistikenliebhaber ist, zitiere ich den klugen, witzigen Autor und Experten Frank Schätzing (Autor des "Schwarms") aus seinem Buch "Nachrichten aus einem unbekannten Universum":

"Doch Statistik ist mit Vorsicht zu genießen. Will man ihr glauben, haben Ehepaare anderthalb Kinder, 60 % Hund, fahren eindreiviertel Auto, und ein Mensch kann in einem durchschnittlich zehn Zentimeter tiefen Wasser ertrinken..."

Humorvoll, aber wahr. So wie sie mit Statistiken umgehen, Hr. Dr., könnte man meinen, sie seien in eine Falle getappt, die man hier "Vorurteil" nennt....

Überall nur Ärger.....
Mittwoch, 31.01.07 19:11
 

Wann werden eigentlich diese verdammten Fussball.-, Eishockey.-, Basketball.-, Handball.-, !!Rugbyspiele!! u.s.w. verboten? Nichts als assige Spieler, Schiedsrichter, Betreuer u.s.w., die bei den noch schlimmeren Zuschauern die niederen Instinkte wecken und zur Gewalt auffordern.

Proggie
Mittwoch, 31.01.07 20:52
 

Wissen Sie was? Hab mir grad ALLE ihre Thesen durchgelesen und muss sagen... ja ich stimme ihnen zu! Yes ist schlecht, Genesis ist schlecht, alles ist schlecht!











Haben sie mir geglaubt?

Dr. Klaus Miehling
Mittwoch, 31.01.07 20:56
 

an Andi:
„'Ausschreitungen bei Konzerten sind wohl nicht die Regel, aber sie sind erschreckend häufig.'" Eine relative Häufigkeit von 0-1% ist also 'erschreckend häufig'?
Soviel zum Thema grundverständnis der Statistik..."
Ich wiederhole: Die 0 - 1 % sind Ihre Erfindung. Soviel zum Thema Grundverständnis der Statistik ...
„Oder würden sie mehreren Millionen Menschen ihr liebstes Hobby nehmen, nur weil 5 davon ausgetickt sind (siehe Computerspiel debatte)?"
Wenn fünf „austicken", d.h. wohl: Amokläufe begehen, ist es wahrscheinlich, daß 5.000 oder vielleicht auch 5 Millionen andere, „kleinere" Straftaten begehen.

Dr. Klaus Miehling
Mittwoch, 31.01.07 20:58
 

an Andi:

„'Ausschreitungen bei Konzerten sind wohl nicht die Regel, aber sie sind erschreckend häufig.'" Eine relative Häufigkeit von 0-1% ist also 'erschreckend häufig'?
Soviel zum Thema grundverständnis der Statistik..."

Ich wiederhole: Die 0 - 1 % sind Ihre Erfindung. Soviel zum Thema Grundverständnis der Statistik ...

„Oder würden sie mehreren Millionen Menschen ihr liebstes Hobby nehmen, nur weil 5 davon ausgetickt sind (siehe Computerspiel debatte)?"

Wenn fünf „austicken", d.h. wohl: Amokläufe begehen, ist es wahrscheinlich, daß 5.000 oder vielleicht auch 5 Millionen andere, „kleinere" Straftaten begehen.

Dr. Klaus Miehling
Mittwoch, 31.01.07 21:20
 

Es gab Probleme beim Absenden; nun ist der Text doch zweimal angekommen ...

Aber noch etwas zu den Fußballspielen etc.:

Man bedenke, daß bei diesen Spielen im allgemeinen Gewaltmusik zu hören ist (davor, danach, in der Pause, sogar nach Toren)! Zumindest im Fußball scheint diese Unsitte in den 1980er Jahren begonnen zu haben; genau zu dieser Zeit eskalierte auch die Gewalt. In den unteren Ligen ist Gewalt noch immer ein großes Problem. Wenn das in der 1. und 2. Liga und bei Länderspielen inzwischen nicht mehr so ist, dann liegt das an den inzwischen getroffenen Sicherheitsvorkehrungen. Um den üblichen Einwänden vorzubeugen: Natürlich ist die Musik auch hier nicht der einzige Grund für Gewalt, aber sie heizt die Stimmung zusätzlich an.

Bilbo 55
Mittwoch, 31.01.07 21:32
 

"Wenn fünf „austicken", d.h. wohl: Amokläufe begehen, ist es wahrscheinlich, daß 5.000 oder vielleicht auch 5 Millionen andere, „kleinere" Straftaten begehen."

Nein,ist es nicht.Die ersten verzeichneten Amokläufe waren schon am beginn des letzten Jarhunderts und seit dem ist die Zahl im Verhältniss zur Einwohnerzahl konstant.Vielleicht erinnern sie sich an den Jugendlichen der vor ca. einem halben Jahr mehrere Menschen mit einem Ninjaschwert attackierte?Nein?War auch nicht so populär (hat ja keine "Killerspiele" gespielt,also nicht politisch verwertbar).Das der anteil der computerspielenden unter den Amokläufern steigt,ist klar,da auch der Anteil der computerspielenden Bevölkerung steigt.

"bezog sich erkennbar auf die im Satz davor genannten drei- bis viertausend Fälle in meinem Buch"
Trotzdem sind die 0-1% recht realistisch.4000 Vorfälle?Und wie viele Konzerte gab es in dem doch recht breiten Zeitraum,den sie untersucht haben?

Bilbo 55
Mittwoch, 31.01.07 21:34
 

"aber sie heizt die Stimmung zusätzlich an."
Oder auch nicht.Es gibt bei Fußballspielen genug Gründe,die zu Ausschreitungen führen können.

boing
Mittwoch, 31.01.07 22:21
 

man möchte fast sagen, respekt an herrn miehling, dass er sich hier der diskussion so ausführlich stellt, aber dass eine minutiöse zitate-zerlegung aller posts und die ständige wiederholung der gleichen argumente hier nicht zu einer sinnvollen diskussion führen, ist doch offenkundig. die kommentare hier erinnern mich mehr an so manches foren-dinosaurier-topic mit xx seiten, wo alles wichtige im mählstrom der wiederholungen, unwichtigen details und dummheiten, die man trotz des ignoranz-vorwurfes besser links liegen lässt, untergeht. ich empfehle einen debattierklub, da weiss wenigstens jeder, dass es dem selbstzweck dient und ein ende ist auch in den meisten plänen vorgesehen.

es grüßt
die boing

Dr. Klaus Miehling
Mittwoch, 31.01.07 23:14
 

an Bilbo 55:
„Nein,ist es nicht.Die ersten verzeichneten Amokläufe waren schon am beginn des letzten Jarhunderts und seit dem ist die Zahl im Verhältniss zur Einwohnerzahl konstant.Vielleicht erinnern sie sich an den Jugendlichen der vor ca. einem halben Jahr mehrere Menschen mit einem Ninjaschwert attackierte?Nein?War auch nicht so populär (hat ja keine 'Killerspiele' gespielt,also nicht politisch verwertbar)."
Ninja - war das nicht einmal eine Serie im Fernsehen? (Also doch Mediengewalt?) Falls es stimmt, daß die relative Anzahl der Amokläufe nicht gestiegen ist, so ist doch die relative Anzahl der Gewalttaten und der Kriminalität allgemein angestiegen.
„Trotzdem sind die 0-1% recht realistisch.4000 Vorfälle?Und wie viele Konzerte gab es in dem doch recht breiten Zeitraum,den sie untersucht haben?"
Wie ich schon an anderer Stelle sagte: Da ich nur einen verschwindend kleinen Bruchteil der existierenden Literatur über Gewaltmusik auswerten konnte, sind die Beispiele in meinem Buch eben nur Beispiele. Wenn ich ein paar tausend Beispiele für kriminelles oder anstößiges Verhalten und 150 für Ausschreitungen bei Konzerten gefunden habe, dann sind das bei weitem nicht alle (inzwischen sind es schon wieder einige mehr). Wollten Sie z.B. jede Gewalttat bei Konzerten registrieren, dann müßten Sie jedes Exemplar der letzten Jahrzehnte sämtlicher Zeitungen der Welt lesen (vorausgesetzt, alle diese Fälle kämen überhaupt in die Zeitung).

Bolle.FreiburgerStudent
Mittwoch, 31.01.07 23:22
 

Eins möcht ich noch loswerde. Ich halte die Unterteilung von "E-" und "U-Musik" für selbstgefällig. Wenn HIM vom Suizid singt ist das keine "Unterhaltung" im Sinne"rein und wieder raus", sondern tatsächlich ernst gemeint. Das Selbe gilt andersrum.
"Wir Musiker machen 'ernste Musik', das ist nicht so einfach und simpel wie das Unterhaltungszeug das der Pöbel hört"
ein kluger Spruch vorm schlafen gehn
"Selbst der Gerechte wird ungerecht, wenn er selbstgerecht wird"

ach ja

Ich schließe mich Boing an. Das Problem bei Internetdiskussionen ist tatsächlich dass sie sich meistens in widerholungen verlaufen.

danke schön. Gute Nacht.
vielleicht sehe ich Sie ja mal in der Stadt :)

Bilbo 55
Donnerstag, 01.02.07 00:31
 

"Ninja - war das nicht einmal eine Serie im Fernsehen? (Also doch Mediengewalt?)"

Wer die Ninjas waren,können sie hier nachlesen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Ninja

Kann schon sein,das es mal was gleichnamiges im Fernsehen gab,aber die Schwerter die den damaligen Schwertern der Ninjas nachempfunden sind,sind heute weit verbreitet (auch wenn meist als Billigprodukt).Sie sind durchaus zum Verletzen oder gar Töten geeignet und nur weil jemand eine Waffe nutzt,die vieleicht auch mal in einem Film vorkam,ist das noch kein Hinweis darauf,dass er diese Waffe aufgrund des Filmes verwendete.Wenn man heutzutage eine Waffe sucht,KANN man nur eine Waffe bekommen,die auch schonmal in irgendeinem Film vorkam,aber was war zuerst?Der Film oder die Waffe?

Andi
Donnerstag, 01.02.07 14:47
 

"Wie ich schon an anderer Stelle sagte: Da ich nur einen verschwindend kleinen Bruchteil der existierenden Literatur über Gewaltmusik auswerten konnte, sind die Beispiele in meinem Buch eben nur Beispiele. Wenn ich ein paar tausend Beispiele für kriminelles oder anstößiges Verhalten und 150 für Ausschreitungen bei Konzerten gefunden habe, dann sind das bei weitem nicht alle (inzwischen sind es schon wieder einige mehr)."
Das ist ihre Erfindung...
wenn sie keine genauen Zahlen haben, können sie auch kein so hohes ausmaß annehmen.

A propos Ausmaß: Sie nehmen allgemein ein sehr hohes Ausmaß für den Einfluss der Musik an. Auf welcher Grundlage frage ich mich.
Eine die sie nannten, waren Studien über Mediengewalt. Zugegeben, Musik gehört in diesen riesiegen Pool der sich Medien schimpft hinein, aber wie können sie eine Aussage über den Musikeinfluss treffen, wenn beispielsweise Filme gezeigt wurden. Auch das Internet gehört zu den Medien. Die Musik muss also bei weitem nicht immer vertreten/oder immer im selben ausmaß vertreten sein. Und doch nehmen sie diese Studie zum Anlass eine hohes Ausmaß des Musikeinflusses anzunehmen.
Wenn sie wirklich etwas beweisen wollen, warum führen sie keine Studie durch, die genau das Untersucht, was sie beweisen möchten? Nehmen sie zum Beispiel eine representative Anzahl Menschen, untersuchen sie, welchen Einflüssen diese Menschen ausgesetzt waren, wie diese Menschen sich entwickelt haben und schlussendlich wie stark der negative Einfluss durch Musik zu bewerten ist und ob er im Vergleich zu den positiven Wirkungen wirklich so schlimm ist, wie sie von vorneherein annehmen.
Ihre ganzen Studien und Zitate beweisen momentan nur eines: Menschen sind grausam und hören Musik. Sie liefern keine Aussage darüber in welchem Ausmaß die Musik negativ wirken kann, geschweige denn ob Menschen grausam sind, weil sie Musik hören.

Nebenbei: Ihre Gewichtung 50% Gene, rest umwelteinflüsse ist schwachsinn. Wenn überhaupt können sie eine Aussage darüber treffen, mit welcher Wahrscheinlichkeit sich ein bestimmter Faktor negativ auswirken kann, eine generelle Gewichtung die für alle Menschen gilt kann man nicht annehmen. Dazu sind die Unterschiede zwischen den Menschen einfach zu groß.

Dr. Klaus Miehling
Donnerstag, 01.02.07 17:44
 

an Bolle.FreiburgerStudent:
„Ich halte die Unterteilung von 'E-' und 'U-Musik' für selbstgefällig."
Von mir stammt sie nicht. Ich hatte bereits auf die Problematik dieser Bezeichnungen hingewiesen und gesagt, daß es in dieser Hinsicht keine wirklich idealen Bezeichnungen gibt.
Dennoch halte ich die grundsätzliche Unterscheidung zweier Bereiche in der Musik für gerechtfertigt. Die Abgrenzung ist nicht immer einfach; aber wenn Sie z.B. eine Arie von Bach oder Mozart neben ein Punk-Lied stellen, das aus zwei Akkorden besteht, und wenn Sie insbesondere den Ausdruck der Sänger und den Klang der Instrumente miteinander vergleichen, werden Sie nicht abstreiten können, daß es sich hier künstlerisch, ästhetisch und moralisch um zwei gegensätzliche Welten handelt.

an Bilbo 55:
„Wenn man heutzutage eine Waffe sucht,KANN man nur eine Waffe bekommen,die auch schonmal in irgendeinem Film vorkam,aber was war zuerst?Der Film oder die Waffe?"
Sie haben mich auf Wikipedia hingewiesen. Dort lese ich:
„[...] entwickelte sich in Japan mit der Romantisierung der Vergangenheit im 19. und vor allem 20. Jahrhundert ein scheinbarer Gegensatz zwischen den 'ehrenvollen' Samurai und den 'ehrlosen' Ninja, hauptsächlich als dramaturgischer Effekt für Theater- und Filmgeschichten. Im 20. Jahrhundert gab es mehrmals einen regelrechten 'Ninja-Boom': Einmal in den 1920er-Jahren in Roman-Form und dann noch einmal in den 1950er- und 1960er-Jahren sowie in den 1980er Jahren mit billig produzierten Filmen wie 'American Ninja'."
Ein Ninja-Schwert ist keine in Europa übliche Waffe. Falls der Täter nicht zufällig von Beruf Waffenhändler oder Japanologe ist, dürfte er das Schwert über die Medien kennengelernt haben.

an Andi:
„wenn sie keine genauen Zahlen haben, können sie auch kein so hohes ausmaß annehmen."
Genauso könnte ich Ihnen vorhalten: Wenn sie keine genauen Zahlen haben, können sie auch kein so geringes Ausmaß annehmen. Ich finde das, was sich in den letzten Jahrzehnten auf Gewaltmusikkonzerten ereignet hat, schlimm genug, egal wie die uns beiden unbekannten Prozentzahlen aussehen. Aber wenn es um Tote, Verletzte und Sachschäden geht, haben Gewaltmusik- und Klassikhörer wohl im allgemeinen unterschiedliche Maßstäbe.
„Zugegeben, Musik gehört in diesen riesiegen Pool der sich Medien schimpft hinein, aber wie können sie eine Aussage über den Musikeinfluss treffen, wenn beispielsweise Filme gezeigt wurden. Auch das Internet gehört zu den Medien. Die Musik muss also bei weitem nicht immer vertreten/oder immer im selben ausmaß vertreten sein. Und doch nehmen sie diese Studie zum Anlass eine hohes Ausmaß des Musikeinflusses anzunehmen."
Ein hier noch nicht genannter Grund: Die Kriminalität stieg bereits zu einer Zeit an, als die elektronischen audiovisuellen Medien nur eine geringe Rolle spielten bzw. als sie noch nicht rund um die Uhr nutzbar und weniger gewalttätig waren. Besonders beeindruckend sind die Zahlen aus den USA: Dort stieg von 1960 bis 1970 die Verbrechensrate um 176 Prozent, und die Anzahl der Morde und Totschläge erhöhte sich um 60 Prozent. Die Zahl der von unter 15jährigen begangenen Verbrechen stieg zwischen 1950 und 1979 um das 83fache bei weniger schweren, um das 110fache bei schweren Verbrechen. Diesen extremen Anstieg können Sie nur mit einem Einfluß erklären, der a) neu war, b) dem sich vor allem Jugendliche aussetzten, c) dem sich relativ viele Jugendliche aussetzten, d) dem sie sich offenbar wiederholt aussetzten, e) der in der Lage war, etwas in ihrem Gehirn zu verändern. Das trifft m.E. nur auf die Musik des Rock'n'Roll und seiner Nachfolger zu. Andere Vorschläge nehme ich gerne entgegen.
„Ihre Gewichtung 50% Gene, rest umwelteinflüsse ist schwachsinn. Wenn überhaupt können sie eine Aussage darüber treffen, mit welcher Wahrscheinlichkeit sich ein bestimmter Faktor negativ auswirken kann, eine generelle Gewichtung die für alle Menschen gilt kann man nicht annehmen."
Wie ich schon sagte, ist das nicht „meine" Gewichtung, sondern ich habe sie aus der Fachliteratur übernommen und darauf hingewiesen, daß nur es ein ungefährer Durchschnittswert ist.

Bilbo 55
Donnerstag, 01.02.07 20:50
 

"Ein Ninja-Schwert ist keine in Europa übliche Waffe. Falls der Täter nicht zufällig von Beruf Waffenhändler oder Japanologe ist, dürfte er das Schwert über die Medien kennengelernt haben."

Medien,nicht aber Musik (ich glaube nicht das es viele Lieder gibt,die ein Ninjaschwert beschreiben).Außerdem IST das Ninjaschwert mittlerweile sehr wohl eine in Europa übliche Waffe.
Das ist nunmal dem Tourismus und unserem natürlichen Interesse an Fremdem zu verdanken.

Allerdings muss ich sagen:Ein Ziel haben sie Herr Miehling immerhin erreicht:Ich habe über das Thema relativ viel nachgedacht.Allerdings komme ich da eben zu einem anderen Schluss als sie.

Andi
Donnerstag, 01.02.07 22:31
 

"Genauso könnte ich Ihnen vorhalten: Wenn sie keine genauen Zahlen haben, können sie auch kein so geringes Ausmaß annehmen. Ich finde das, was sich in den letzten Jahrzehnten auf Gewaltmusikkonzerten ereignet hat, schlimm genug, egal wie die uns beiden unbekannten Prozentzahlen aussehen. Aber wenn es um Tote, Verletzte und Sachschäden geht, haben Gewaltmusik- und Klassikhörer wohl im allgemeinen unterschiedliche Maßstäbe."
Nein, sie können mir glauben, dass ich Gewalt jeglicher Form ablehne (und das als Musikhörer, na sowas aber auch...).
Ich finde nur, dass man diese Ausschreitungen nicht auf die Musik zurückführen kann.
Und wegen genauen Zahlen: Ja, sie können mir dasselbe vorwerfen, weshalb treffen wir uns nicht in der Mitte: nach jetztigen Kenntnisstand, kann man ein Ausmaß nicht Anhand dieser Daten feststellen.

Zu der anderen Studie: Gerade die USA ist bekannt für die vielen Getthos und andere soziale Brennpunkte. Ich nehme mal an, der großteil der Kriminalität findet in diesen Stadtteilen statt.
Bei einem solchen Anstieg stellt sich doch zuerst die Frage: Gab es eine Entwicklung in diesen Brennpunkten? Hat sich die Lage dort, aus irgendeinem Grund drastisch verschlechtert? Kann man den Anstieg der Kriminalität auf dieses (bekannte) Problem zurückführen, oder muss zu diesem Zeitpunkt zwingend ein anderer Grund vorgelegen haben?
Jetzt mal ehrlich: haben sie sich diese Fragen gestellt?
Oder haben sie nur das gesehen: Anstieg der Kriminalität -> junge Menschen -> Musikhörer -> "da muss es eine Verbindung geben!".

Dr. Klaus Miehling
Donnerstag, 01.02.07 23:33
 

an Andi:
„Gerade die USA ist bekannt für die vielen Getthos und andere soziale Brennpunkte. Ich nehme mal an, der großteil der Kriminalität findet in diesen Stadtteilen statt. Bei einem solchen Anstieg stellt sich doch zuerst die Frage: Gab es eine Entwicklung in diesen Brennpunkten? Hat sich die Lage dort, aus irgendeinem Grund drastisch verschlechtert? Kann man den Anstieg der Kriminalität auf dieses (bekannte) Problem zurückführen, oder muss zu diesem Zeitpunkt zwingend ein anderer Grund vorgelegen haben?"
Es handelt sich um keinen „gewöhnlichen" Anstieg der Kriminalität, sondern um eine Vervierundachzigfachung bzw. Verhundertelffachung (etwas beckmesserisch: „um das 83fache" ist eine Ver84fachung) innerhalb einer Generation. Da muß etwas grundlegendes passiert sein. Ich bin kein Kenner der US-amerikanischen Sozialgeschichte. Aber es dürfte auf der Hand liegen, daß solche exorbitanten Zahlen nicht nur bedeuten können, daß die Kriminellen aktiver geworden sind, sondern, daß hier der Anteil an Menschen bzw. Kindern und Jugendlichen, der grundsätzlich zu Straftaten bereit ist, enorm gestiegen sein muß; es müssen kriminelle Charaktere geradezu herangezüchtet worden sein. Ich bin noch nie auf eine Studie gestoßen, die eine Beeinflussung des Charakters durch so etwas wie „soziale Faktoren" (welche?) hingewiesen hätte. Es handelt sich um reine Korrelationen. Hier muß die nachwachsende Generation mit einem neuen, hochwirksamen - oder/und entsprechend beharrlichen - kriminalisierenden Einfluß aufgewachsen sein. An der gewaltfördernden Wirkung audiovisueller Gewalt gibt es heute praktisch keinen Zweifel mehr; sie ist kurz- und langfristig in zahlreichen Studien belegt. Aber sie scheint nur den Anstieg der Gewaltkriminalität (mit)erklären zu können, nicht den der anderen Kriminalität. Natürlich hat noch niemand in Echtzeit gesehen, wie Schallwellen Nervenverbindungen umlenken oder Gene verändern. Aber es hat auch noch niemand Elementarteilchen wirklich gesehen, und doch kann man auf ihre Existenz schließen, weil sie naturwissenschaftliche Gesetze und Phänomene erklären. Die These „Gewaltmusik kann Menschen kriminell machen" erklärt sehr viel, was sich bisher nicht erklären ließ, was man eben so einfach hingenommen hat, und diese These läßt sich durch zahlreiche Hinweise stützen. In „Psychologie heute" war übrigens 2005 ein interessanter Artikel, in dem dargestellt wurde, daß sich die Persönlichkeit der Menschen in den westlichen Gesellschaften in den letzten Jahrzehnten tatsächlich verändert hat. Wohlgemerkt: Es geht nicht um Mode, sondern um die Persönlichkeit, wobei dieser Begriff in der Psychologie auch das einschließt, was man sonst Charakter nennt, d.h. die moralisch bewertbaren Anteile. Der einzige Kandidat, der mir bis zu einem gewissen Grad neben den Medien plausibel erscheint, ist die Erziehung. Aber wie jeder weiß, der mit pubertierenden Jugendlichen zu tun hat: Ab einem gewissen Alter erreicht man damit fast gar nichts mehr. Außerdem müßte man sich, wenn man die Schuld für die Entwicklung in der Erziehung sehen will, mit dem Gedanken anfreunden, zuhause wie in der Schule den Rohrstock wieder einzuführen. Aber um auf die USA zurückzukommen: War die Erziehung dort in den 1950er/60er Jahren nicht noch ziemlich autoritär? Und könnte sie eine derartige Explosion der Jugendkriminalität auch nur ansatzweise erklären?

Berman
Freitag, 02.02.07 00:45
 

Dr. Klaus Miehling:
„Die Abgrenzung ist nicht immer einfach; aber wenn Sie z. B. eine Arie von Bach oder Mozart neben ein Punk-Lied stellen, das aus zwei Akkorden besteht, und wenn Sie insbesondere den Ausdruck der Sänger und den Klang der Instrumente miteinander vergleichen, werden Sie nicht abstreiten können, dass es sich hier künstlerisch, ästhetisch und moralisch um zwei gegensätzliche Welten handelt.“

Nun tun Sie es schon wieder.

Sie klingen, als würden sie „U-Musik“ jeglichen künstlerischen, ästhetischen und moralischen Wert absprechen. Und nun erzählen Sie mir nicht, in Ihrem Beitrag sei kein negativer Unterton versteckt.

Dabei hinkt dieser Vergleich extrem, Sie stellen irgend ein Genre (musikalisch einfach gestrickten Punk, vielleicht Skatepunk oder ähnliches, denn anspruchsvollen scheinen Sie bisher nicht gehört zu haben) welches ihnen gerade in den Kram passt einer Bach- oder Mozartarie gegenüber. Natürlich ist „Schlafe, mein Liebster“ (insbesondere von meiner Tante Christiane Artisi vorgetragen, vielleicht kennt sie ja jemand aus der Region Bremen oder Berlin :D ) viel schöner und intensiver als *irgendein* Skatepunksong (mal ausser Acht gelassen, dass Punk in vielen Fällen einfach gestrickt sein MUSS). Deshalb würde ich aber auch nie im Leben einen solchen Vergleich wagen! Wieso einen Vergleich anstellen, wenn das Ergebnis von vornherein feststeht?

Betrachten Sie doch lieber ein „Gewaltmusikstück“ einer anspruchsvollen Band aus dem Rock-/Pop-/Metaluniversum - die in selbigem die Messlatte darstellt - mit einem Stück von Bach oder Mozart, die dies für viele (natürlich neben einigen anderen) sicherlich in der Welt der abendländischen Kunstmusik tun!?

Da Sie von vornherein voreingenommen an große Meilensteine der Rock-/Pop-/Metal- etc. Musik herangehen (Sie würden sich sicherlich nicht freiwillig an ein Stück herantasten wollen, in dem „Schläge“, „Schüsse“ und „Explosionen“ [ihre Interpretation der Schlagzeuggeräusche]) vorkommen, können sie diese Musik leider nicht beurteilen. Sie blockieren von Anfang an.

Wenn Sie sich tatsächlich einmal Jethro Tulls „Thick As A Brick“, Queensryches „Operation Mindcrime“, oder Dream Theaters „Metropolis PT. 2“ vornehmen, und mit Geduld bei der Sache bleiben, können Sie leider nicht mehr leugnen dass ein paar erstklassige Stücke Musik geschaffen wurden, die ihresgleichen innerhalb ihrer Genres suchen. Es sei denn natürlich (und davon gehe ich stark aus), sie können mit der Musik nichts anfangen. An der Genialität der Stücke ändert das allerdings nichts.

Und aus zwei Akkorden besteht keines von ihnen.

Gruß,

Berman

Jonathan
Freitag, 02.02.07 08:58
 

Danke Berman, ich wart schon die ganze Zeit drauf, dass dem Mann mal einer "Dream Theater - Metropolis Part II" ans Herz legt. Ich möchte sehen, dass er danach noch behauptet, dass Metal und andere Gewaltmusik nicht vielschichtig und feinfühlig sein kann...

ALSO DR. KLAUS MIEHLING, WENN SIE ERNSTGENOMMEN WERDEN WOLLEN, SETZEN SIE SICH HIN UND BEFASSEN SIE SICH MIT DEN DINGEN ÜBER DIE SIE URTEILEN!!!

Andi
Freitag, 02.02.07 12:28
 

"Der einzige Kandidat, der mir bis zu einem gewissen Grad neben den Medien plausibel erscheint, ist die Erziehung. Aber wie jeder weiß, der mit pubertierenden Jugendlichen zu tun hat: Ab einem gewissen Alter erreicht man damit fast gar nichts mehr."
Den Einfluss haben sie doch im Verlauf der Diskussion auch schon marginalisiert (Anhand eines umstrittenen Buches wohlgemerkt) - unter anderem nachdem ich sie darauf angesprochen hatte...

Es ist unbestritten, dass es hier eine starke Veränderung gegeben hat (die sie hier auch schon abgestritten haben!).
Ja, pubertierende Jugendliche sind schwierig. Es wird nur umso schwieriger je weniger man sich vorher schon um die Kids gekümmert hat. Und das Kinder heute schon wesentlich früher (häufig schon vor der Pubertät) nicht mehr von den Eltern kontrolliert werden, ist seit längerem gang und gebe.
Hier wieder mein Verweis auf die Getthos in den USA: Es ist keine Seltenheit, dass Eltern dort mehrere Jobs haben um ihre Kinder zu ernähren. Zeit für Erziehung bleibt da häufig keine mehr.

Und zu Mediengewalt: Es kommt nicht darauf an, was die Medien zeigen, sondern wie die Zuschauer/hörer (im konkreten Beispiel Kinder) damit umgehen. Und das hängt wiederrum mit der Erziehung zusammen: Was dürfen meine Kinder anschauen (auswahl der Sendungen/Musik), wie viel am Tag, etc.
Wer sein Kind den ganzen Tag vor der Glotze sitzen lässt, braucht sich nicht wundern, wenn es sich nicht so entwickelt, wie es erwünscht wäre.

Proggie
Freitag, 02.02.07 15:07
 

Mir is da was aufgefallen.
Wenn ich irgendwelche Thesen veröffentlichen würde, so à la "verbietet dies, verbietet das, weils schlecht ist", würde ich auch beachten, ob mir vielleicht bei diskussionen der Rücken gestärkt werden kann. Aber so etwas "selbstmörderisches", wo ich als vernünftiger Mensch weiß, dass die Diskussionslage hoffnungslos für mich ist ("einer gegen alle"), würde ich nicht wagen.

Vielleicht hätten Sie ihre Thesen nicht soooo negativ darlegen sollen, dann hätten Sie jetzt auch mehr Leute auf ihrer Seite... aber so verklemmt wie Sie...

Proggie
Freitag, 02.02.07 15:17
 

Kennen Sie die Geschichte mit dem Geisterfahrer?

Eine Frau hört grade Radio. Ihr Mann ist vor Kurzem weg mit dem Auto in die Arbeit gefahren. Da hört die Frau im Raddio "Vorsicht Geisterfahrer auf der A4!"
Da ruft die Frau ihren Mann an (der fährt grad auf der A4):
"Du, Schatz, da fährt ein Geisterfahrer, du, fahr fei vorsichtig"
Der Mann:
"Aber, das sind ja ALLES Geisterfahrer!"

Diese Anekdote erinnert mich immer an Sie, Hr. Mielhing ;-)

Berman
Freitag, 02.02.07 16:19
 

Jonathan, Freitag, 02.02.07 08:58

"Danke Berman, ich wart schon die ganze Zeit drauf, dass dem Mann mal einer "Dream Theater - Metropolis Part II" ans Herz legt. Ich möchte sehen, dass er danach noch behauptet, dass Metal und andere Gewaltmusik nicht vielschichtig und feinfühlig sein kann..."

"Metropolis PT. 2" ist für mich das Maß der Dinge im Prog! Allerdings solltest Du den Begriff "Gewaltmusik" in Anführungzeichen setzen, sonst schaut es so aus als ob Du diesen schon in Deinen täglichen Sprachgebrauch übernommen und akzeptiert hättest ;).

@Proggie: Schöner Vergleich!

Gruß,

Berman

Jonathan
Freitag, 02.02.07 16:33
 

Close your eyes and begin to relax... :-)

"Gewaltmusik"!

Proggie
Freitag, 02.02.07 18:16
 

Hu, da sollte er doch mal Dance of Eternity anhörn!
Ha, da falln ihm bestimmt die Ohren ab!

Bilbo 55
Freitag, 02.02.07 18:57
 

Mittlerweile verspüre ich den unbestimmten Drang,unseren Doc auf ein Metal konzert einzuladen.... :)

dboon
Freitag, 02.02.07 18:57
 

so langsam wird klar,dass miehling sich nicht eingehend mit der musik,die er hier aufs schärfste verurteilt,befasst hat,sondern sie einfach als gewaltfördernd sieht.er rennt mit scheuklappen durch die gegend und weigert sich die argumente seiner vielen "widersacher" auch nur ansatzweise zu akzeptieren.deswegen ist es auch müssig,ihm progstücke von z.b. "dreamtheatre" zu empfehlen,er wird sie nicht hören,weil es ihm gar nicht darum geht,hier irgendwie konstruktiv mit anderen argumenten,sondern seine weltfremden und abstrusen thesenbis aufs letzte hemd zu verteidigen.und wenn man in kaufhäusern sich nur mit ohrenstöpseln bewegen kann,weil einen die beschallung,die zugegebenermassen manchmal etwas nervig ist,sogar richtig schmerzt,sollte man vielleicht etwaige ursachen dafür auch mal bei sich selbst suchen und hinterfragen.

Dr. Klaus Miehling
Freitag, 02.02.07 21:50
 

an Andi:
„Wer sein Kind den ganzen Tag vor der Glotze sitzen lässt, braucht sich nicht wundern, wenn es sich nicht so entwickelt, wie es erwünscht wäre."
Damit räumen Sie den negativen Einfluß zumindest des Fernsehens ein. Doch trotz aller erziehungs- und medienwissenschaftlichen Erkenntnisse: Die Kinder sehen viel fern, sei es erlaubter oder unerlaubterweise; wir müssen mit den Realitäten umgehen. Oder würden Sie die Schußwaffenfreigabe an Kinder unterstützen mit dem Hinweis, die Eltern müßten eben darauf achten, daß damit kein Unsinn angestellt wird?

an dboon:
„wenn man in kaufhäusern sich nur mit ohrenstöpseln bewegen kann,weil einen die beschallung,die zugegebenermassen manchmal etwas nervig ist,sogar richtig schmerzt,sollte man vielleicht etwaige ursachen dafür auch mal bei sich selbst suchen und hinterfragen."
Das habe ich getan. Zunächst: Wie schon bemerkt fühlt sich laut Umfrage die Hälfte der Bevölkerung von dieser Zwangsbeschallung gestört. Ich bin also kein Einzelfall.
Zwar bin ich in der Tat besonders empfindlich, aber das schreibe ich zum einen meinem Beruf als Musiker zu, der mich für Töne natürlich besonders sensibilisiert, zum andern der Tatsache, daß ich mich eben mit der Aggression, der destruktiven Botschaft dieser Musik nicht identifizieren kann und sie deshalb gegen mich als Hörer gerichtet empfinde (vgl., was ich im Interview gesagt hatte).

Andi
Freitag, 02.02.07 22:08
 

"Oder würden Sie die Schußwaffenfreigabe an Kinder unterstützen mit dem Hinweis, die Eltern müßten eben darauf achten, daß damit kein Unsinn angestellt wird?"
Medien mit Schußwaffen zu vergleichen ist Schwachsinn!

Ja, wir müssen mit den Realitäten umgehen und Kinder zur Medienkompetenz erziehen. Medien haben sich zu einem wichtigen Bestandteil unserer Gesellschaft entwickelt. Richtig mit ihnen umzugehen muss bestandteil der Erziehung sein.
Ich sagte nicht, dass Fernsehen (oder Medien allgemein) einen negativen Einfluss haben. Wichtig ist Inhalte/und Menge des Konsums dem Alter entsprechend auszusuchen/anzupassen. Altersfreigaben bei Filmen und Computerspielen (auch Altersvorschläge in Programmzeitschriften zb) halte ich für wichtig. Nur müssen diese von Eltern, Verkäufern, usw. eingehalten werden. Ein generelles Verbot ist allerdings unsinnig.

Gleiches gilt für Musik. Ich würde es nicht für richtig halten, einem Kleinkind Heavy Metal vorzuspielen. Einem Erwachsenen Menschen allerdings einreden zu wollen, sein Musikgeschmack sei hochgradig gefährlich ist allerdings unfug.

Andi
Freitag, 02.02.07 22:13
 

Nachtrag zur Zwangsbeschallung: Was ist Zwangsbeschallung? Niemand zwingt mich Radio zu hören oder Fernzusehen. Niemand zwingt mich in ein Kaufhaus zu gehen, in der Musik gespielt wird. Niemand zwingt mich, mich in der U-Bahn direkt neben einen Walkman-hörer zu setzen. Niemand zwingt mich in die Disco zu gehen, etc. etc.
Außerdem sollte man immer beachten: ein Kaufhaus ist keineswegs ein öffentliches Gebäude. Der Ladenbesitzer hat das Recht in seinem Laden Musik laufen zu lassen, genauso wie sie das Recht haben in ihrem Haus klassische Musik zu hören.

Dr. Klaus Miehling
Freitag, 02.02.07 23:52
 

an Andi:

„Medien mit Schußwaffen zu vergleichen ist Schwachsinn!"
Ich habe nicht die Medien, sondern deren gefährliche Inhalte mit Schußwaffen verglichen.

„Ich würde es nicht für richtig halten, einem Kleinkind Heavy Metal vorzuspielen. Einem Erwachsenen Menschen allerdings einreden zu wollen, sein Musikgeschmack sei hochgradig gefährlich ist allerdings unfug."
Auf Kinder und Jugendliche dürfte Musik in der Tat stärker wirken als auf Erwachsene - wobei freilich die heutigen Erwachsenen ebenfalls mit Gewaltmusik sozialisiert wurden und somit von ihr geprägt sind.

„Was ist Zwangsbeschallung? Niemand zwingt mich Radio zu hören oder Fernzusehen. Niemand zwingt mich in ein Kaufhaus zu gehen, in der Musik gespielt wird. Niemand zwingt mich, mich in der U-Bahn direkt neben einen Walkman-hörer zu setzen. Niemand zwingt mich in die Disco zu gehen, etc. etc."
Was Radio und Disco betrifft, haben Sie recht; das fällt auch nicht unter die Kategorie „Zwangsbeschallung". Aber schon beim Fernsehen wird es problematisch: Wenn ich ein Magazin oder eine Dokumentation sehen will, und das ist teilweise mit Gewaltmusik unterlegt, kann man das schon Zwangsbeschallung nennen. Einkaufen muß der Mensch auch, und wenn ich die Musik nicht dazu haben will, muß ich ggf. höhere Preise oder weitere Wege in Kauf nehmen. In den öffentlichen Verkehrsmitteln wird durch die Walkmanhörer die Möglichkeit, einen Platz zu finden, eingeschränkt - und vor allem haben sie ihr Gerät manchmal so laut eingestellt, daß man es überall hören kann (in Bussen ist das häufig so), oder die flächendeckende Beschallung ist einfach deswegen gegeben, weil sich gleich mehrere dieser rücksichtslosen Zeitgenossen dort aufhalten. Dabei ist der Gebrauch des „Walkman" nach den bundesweit gültigen Allg. Beförderungsbedingungen sogar verboten!

„Außerdem sollte man immer beachten: ein Kaufhaus ist keineswegs ein öffentliches Gebäude. Der Ladenbesitzer hat das Recht in seinem Laden Musik laufen zu lassen, genauso wie sie das Recht haben in ihrem Haus klassische Musik zu hören."
Das habe ich nicht bestritten. Die Ladenbesitzer sollten sich aber darüber klarwerden, daß sie damit die Hälfte der potenziellen Kundschaft verärgern und einige auch vergraulen.

dboon
Samstag, 03.02.07 10:36
 

herr miehling,was auffällt ist,dasssie sich so gut wie gar nicht,wenn überhaupt jemals mit "gewaltmusik" näher befasst haben,sie haben zuerst die steigenden kriminalitätszahlen gesehen und dann etwas gesucht,was dafür verantwortlich sein könnte und sind dann aus abneigung gegen alles was nicht "klassische musik" ist auf die anderen musikstile losgegangen.irgendetwas muss man sich ja auch überlegen,wenn man unbedingt ein buch verfassen möchte.die vehemenz,mit der sie alle argumente hier abschmettern zeigt doch,dass sie sich so in ihrer engstirnigkeit verfahren haben,dass es keinen ausweg gibt,andere meinungen und rangehensweisen auch nur im ansatz zu akzeptieren.und dies alles nur wegen einem pamphlet,was heutzutage wirklich keinen mensch interessiert.das ist einfach nur hobbyschriftstellerei.wie sieht es übrigens bei "klassikmusikhörern" mit der gewalt aus?oder trinken klassikhörer mehr rotwein als bier?oder spielt sich dort die gewalt eher in den eigenen vier wänden ab,weil klassik halt eher zuhause gehört wird als bei grossen rockkonzerten?oder läuft die gewalt etwa auf einer ganz anderen ebene ab,mehr im psychologischen bereich?nirgendwo sind die suizidraten höher als in den grossbügerlichen schichten,die es schick finden,klassikmusik zu hören?auch hierzu haben sie doch sicherlich wieder eine statistik zur hand.natürlich ist es schwer für sie als "autor" jetzt ein paar ihrer thesen abzuschwächen,wie sähe das denn aus.aber hier einen grossteil der bevölkerung als grundsätzlich gewaltbereit (physische gewalt) zu klassifizieren ist anmassend.weil sie mit dieser phobie wirklich ziemlich einsam dastehen.die gewalt auf einer anderen ebene üben sie aus,indem sie ihre thesen so offensiv vertreten,ich kann nur hoffen,dass sie nicht überwiegend in der jugendbildung tätig sind,was käme denn da bloss raus

Keule
Samstag, 03.02.07 11:10
 

Ist ja der Hammer, wie wieviele Kommentare hier geposted wurden. Möchte mich gar nicht en Detail darauf eingehen, da mich H. Miehlings Argumentation an die meiner Ex-Frau erinnert;-) Die hat sich auch alles immer so zurecht gelegt, so dass es ihr gepasst hat. "Typisch Gewaltmusikhörer".

H. Miehling ist paranoid und ihm muss geholfen werden. Wer Ohrenstöpsel trägt, wenn er ins Kaufhaus geht...

Und bevor Sie, H. Miehling, wieder "typische Argumentation eines Gewaltmusikhörers" postulieren und die weiter oben sogenannten "persönlichen Beleidigungen" anführen.

Nichts anderes machen Sie: eine (weiße) kultur-chauvinistische, intolerante Breitseite und Gesamt(vor)verurteilung -> das ist doch die tatsächliche Gewalt hier, verbal geäußert unter pseudo-wissenschaftlichen Gesichtspunkten.

Das Niveau Ihrer Herangehensweise ist so platt wie positivistisch. Erinnert mich an an grandiose Satireseite "Bert is evil" - dort wird Bert (von der Sesamstrasse, wahrscheinlich (nein, das haben Sie nicht gesagt, ich benutze es nur als Bild) auch Gewaltmusikerfreund und vielleicht so gar schwul (typisch Gewaltmusik, gell) dargestellt als das umfassende Übel. Als Komplize des Führers, als Kennedy-Attentäter, als bester Freund sämtlicher Diktatoren und als Liebhaber von Pam Anderson.

Sparen Sie sich Ihre "typisch Gewaltmusiker" Echo an meine Adresse. Ich verbringe sehr viel Zeit mit klassischer Musik (Orgel, Klavier, Gesang und Ausbildung).

Bei Ihrer Vebohrtheit kann ich nur hoffen, dass Ihnen das Klavierspiel Freude bereitet und die das Glück fühlen können, das einem der Klang eines Instruments schenken kann.

Proggie
Samstag, 03.02.07 12:11
 

"Was Radio und Disco betrifft, haben Sie recht; das fällt auch nicht unter die Kategorie „Zwangsbeschallung". Aber schon beim Fernsehen wird es problematisch: Wenn ich ein Magazin oder eine Dokumentation sehen will, und das ist teilweise mit Gewaltmusik unterlegt, kann man das schon Zwangsbeschallung nennen."

Nennen Sie mir bitte einen plausiblen Grund, warum die Macher von Dokus und Sendungen, ihre Magazine mit "Gewaltmusik" unterlegen. Wenn die doch nur halb so schlau wären wie Sie, müssten die ja wissen, dass diese Musik schädlich ist und so... (Ich meine, wie Sie das alles darlegen kommt einen der Eindruck, als wären ihre Thesen bereits Allgemeinwissen).
Welches Motiv haben denn die Macher von Filmen, Dokus etc. um "Gewaltmusik" laufen zu lassen, um uns "Zwangszubeschallen"? Warum sollten die sowas tun?

oLol
Samstag, 03.02.07 17:09
 

"Musik, die Gewalt im weitesten Sinne klanglich ausdrückt."

Gibts auch zugenüge in der Klassik.


Es geht dabei um das illegale Herunterladen von Musik, das vor allem dem Verkauf von Gewaltmusiktonträgern geschadet hat, nicht dem Verkauf von Klassiktonträgern. Offenbar begehen Gewaltmusikhörer diese Straftat häufiger als Klassikhörer."

Nein, es gibt einfach viel weniger Klassikhörer, und ich vermute mal, daß davon auch nur ein geringer Teil mit Tauschbörsensoftware umgehen kann, so einfach ist das.


"Der Ausdruck und die Emotionalität dieser Musik ist Aggression. Die Hörer müssen sich mit dieser Aggression identifizieren, ansonsten könnten sie diese Musik nicht ertragen. Wenn ich diese Musik höre, habe ich Symptome fast wie bei einer Panikattacke. Damit jemandem diese Musik gefällt, muss er diese Aggression zu seiner eigenen machen und sagen „Ja ich habe auch diese Aggression!“ "

Nur weil Sie auf solche Musik nicht klarkommen und beim Konsum derer recht merkwürdige körperliche Symptome aufweisen, ist das noch lange nicht so, daß es auch anderen so geht. Es zeugt nicht wirklich von Intelligenz, so zu verallgemeinern. Auf mich wirkt z.B. Heavy Metal (auch die extremen Subgenres davon) beruhigend.

P.S.: Ist das alles vielleicht nur ein skurriler Fake/Satire?

Andi
Samstag, 03.02.07 17:11
 

"Das habe ich nicht bestritten. Die Ladenbesitzer sollten sich aber darüber klarwerden, daß sie damit die Hälfte der potenziellen Kundschaft verärgern und einige auch vergraulen."
Offensichtlich sind Käuferzahlen und Umsatz hoch genug, dass die paar Menschen die dadurch vergrault werden, nicht ins Gewicht fallen. Ich denke sogar, dass die Musik gezielt der Hauptzielgruppe angepasst wird, und dadurch der Umsatz sogar gesteigert wird.
Worüber sollen sich die Ladenbesitzer also klar werden?

Xannasavin
Samstag, 03.02.07 19:41
 

Lol, es häufen sich immer mehr Faktoren, die besagen dass ich eigentlich Amoklaufen müsste... Vielleicht sollte ich mir endlich ne Knarre kaufen und dem Klischee entsprechen *augen verdreh*

Mein Gott, zu so einer gequirlten Sch*** kann man nicht erwarten, dass man etwas ernstes dazu schreibt...

Der Junge hatte sicher Probleme in seiner Kindheit und wurde von den "Gewaltmusikhörern" wegen seiner Brille und Bach gemobbt...

Dr. Klaus Miehling
Samstag, 03.02.07 20:25
 

an dboon:
„irgendetwas muss man sich ja auch überlegen,wenn man unbedingt ein buch verfassen möchte."
Ich hatte schon mit der Arbeit an einem anderen Buch begonnen, diese dann aber zugunsten des Gewaltmusik-Themas zurückgestellt, weil es mir so dringlich erschien. Mir mangelt es nie an Arbeit.
„die vehemenz,mit der sie alle argumente hier abschmettern zeigt doch,dass sie sich so in ihrer engstirnigkeit verfahren haben,dass es keinen ausweg gibt,andere meinungen und rangehensweisen auch nur im ansatz zu akzeptieren."
Oder es zeigt schlicht, daß ich recht habe. Außerdem schätzen Sie meine Position immer noch falsch ein, wie die nächste Aussage zeigt:
„wie sieht es übrigens bei 'klassikmusikhörern' mit der gewalt aus? [...] hier einen grossteil der bevölkerung als grundsätzlich gewaltbereit (physische gewalt) zu klassifizieren ist anmassend."
Zum wiederholten Mal: Physische Gewalt ist nur ein Aspekt der Wirkungen von Gewaltmusik, und ich habe nur gesagt, daß durch das Hören von Gewaltmusik die Wahrscheinlichkeit steigt, daß jemand Gewalt ausübt. Im Einzelfall ist eine sichere Prognose nicht möglich.

an proggie:
„(Ich meine, wie Sie das alles darlegen kommt einen der Eindruck, als wären ihre Thesen bereits Allgemeinwissen)."
Dieser Eindruck erstaunt mich; aber ich nehme es als Kompliment für die Schlüssigkeit meiner Argumente :-)
„Welches Motiv haben denn die Macher von Filmen, Dokus etc. um 'Gewaltmusik' laufen zu lassen, um uns 'Zwangszubeschallen'?"
Die Gründe sind wohl die gleichen wie für die Verbreitung von Gewaltmusik in unserer Gesellschaft überhaupt. Im Buch habe ich dafür fünf Gründe genannt: 1. Gewöhnung im Mutterleib, 2. Übermäßige Repräsentanz in Medien und Umwelt, 3. Unser genetisches Erbe, 4. Drogenwirkung der Gewaltmusik, 5. (v.a. für Deutschland gültig) Das Trauma des Nationalsozialismus. Hier also erst einmal diese Stichworte; sonst wird die Antwort zu lang. Aber noch ein schönes Zitat von Allan Bloom: „Es mag durchaus sein, daß der absolute Wahnsinn
einer Gesellschaft ihr selbst ganz normal vorkommt."

an Andi:
„Offensichtlich sind Käuferzahlen und Umsatz hoch genug, dass die paar Menschen die dadurch vergrault werden, nicht ins Gewicht fallen. Ich denke sogar, dass die Musik gezielt der Hauptzielgruppe angepasst wird, und dadurch der Umsatz sogar gesteigert wird.
Worüber sollen sich die Ladenbesitzer also klar werden?"
Das mit der Hauptzielgruppe ist bei manchen Läden und in der Gastronomie sicherlich richtig. Aber auch hier ist es dumm, weil man auf einen Teil der potenziellen Kundschaft verzichtet. Nur in Kneipen, die sowieso immer bis auf den letzten Platz besetzt sind, mag diese Selektion sinnvoll sein. Aber was ist mit Kaufhäusern und Supermärkten? Dort muß praktisch jeder einkaufen, dort kann es keine „Hauptzielgruppe" geben. Daß der Umsatz gesteigert wird, konnte m.W. noch nie nachgewiesen werden. Es gibt lediglich Hinweise auf durchschnittliche Verweildauern und durchschnittliche Ausgaben pro Kunde, die aber wenig aussagekräftig sind, wenn nicht die Zahl der Kunden genannt wird. Die besten Ergebnisse gab es jedenfalls - mit klassischer Musik! Außerdem geht die Zahl der Ladendiebstähle zurück, wenn man auf Zwangsbeschallung mit Gewaltmusik verzichtet.

Charlotte
Samstag, 03.02.07 23:48
 

Ich bin meines Zeichens Fan von klassischer Musik. Ihrer Argumentation kann ich trotzdem nicht folgen.
Gewalt ist meiner Meinung nach nicht etwas, dass durch Umwelteinflüsse hervorgerufen wird, sondern aus dem Menschen heraus kommt und zu seinem natürlichen Verhaltensmuster gehört. Dabei ist Agressionstrieb noch nichtmal etwas schlechtes. Im Gegenteil, er half unseren Vorfahren, sich gegen Umwelt und Artgenossen durchzusetzen, wie uns im Alltag gegen andere Menschen zu bestehen. Denn Gewalt übt jeder aus. Sei es in verbaler, handgreiflicher oder symbolischer Form.
Selbstverständlicherweise gehört Gewalt also auch zur bevorzugten Unterhaltung und Selbstdarstellung.
Sollte man also den Spiegel der menschlichen Prägungen zerschlagen, um in der Gesellschaft etwas zu bewirken?
Nicht die Umwelteinflüsse sind Ausschlaggebend für unsere Gewaltbereitschaft, sondern unser angeborener Agressionstrieb.
Im Übrigen meine ich, dass man diesen nicht bekämpfen sollte. Vielmehr gilt es im richtigen Maß damit umzugehen. Jeder Mensch profitiert täglich von Gewaltanwendung, sei es auch nur in verbaler Form. Wie sonst sollte man sich überhaupt in Konfliksituationen behaupten?

Und inwiefern kann man behaupten, klassische Musik würde nicht darauf abzielen, Menschen emotional zu beeinflussen. Mit der emotionalen Bezugsnahme eines Mediums kommt auch zwingend die Gewalt zum Zuge. Klassische Musik ist also nicht prinzipiell ausgenommen von agressiven Botschaften.

Opacor
Sonntag, 04.02.07 12:17
 

an Dr. Klaus Miehling

Ihre These ist, dass Musik, die sie "Gewaltmusik" nennen, also solche, die mit Schlagzeug und verzerrten Gitarren arbeitet, gewalttätig macht (bzw. machen kann).
Gut. Wenn dem so ist, dann müssten sie als Mensch, der wissenschaftlich arbeitet (was ich jetzt einfach aus ihrer selbstgewählten Bezeichnung als "Privatwissenschaftler" ableite), ja eigentlich kein Problem damit haben, Einzelfälle von statistisch relevanten zu trennen.
Charles Manson ist eine Person. Eine einzelne und nachgewiesen psychich kranke Person, also noch weniger relevant als irgendein geistig gesunder Mensch, der das, was sie als Gewaltmusik bezeichnen, konsumiert, ohne gewalttätig zu werden. Also bitte lassen sie solche unwürdigen und polemischen Versuche doch bleiben, sie wissen es besser (gefolgert aus ihrem akademischen Grad, der ja ein Abitur und somit Mathematik vorraussetzt).
Wenn sie allerdings nur eine Meinung kundtun wollten, dann hätten sie es nicht wissenschaftlich nennen dürfen. Dann spielen Studien natürlich auch keine Rolle, weder die, die sie zu der Meinung brachten, noch irgendeine andere. Wenn es aber Wissenschaft sein soll, müssen sie auch die Methodik und Technik selbiger (im Fall der Empirie eben Statistik) beherrschen und anwenden.

In einem Punkt gebe ich ihnen Recht: Weite Teile der zeitgenössischen Musik nhemen es nicht im entferntesten mit den großen Kalibern der Vergangenheit auf. Aber wo liegen da Ursache und Wirkung?
Als Musikwissenschaftler kennen sie sicherlich die Art und Weise, wie im Barock komponiert wurde, also mittels eines Katalogs "rhetorischer Figuren" (genauer Name ist mir leider entfallen) und somit größtenteils stinklangweilig. Dennoch schufen Komponisten wie Bach und Vivaldi einige der wunderbarsten Werke der Musikgeschichte in eben jener Zeit. Und an diese erinnert man sich. Die langweiligen wurden vergessen. Aber wer könnte schon das Weihnachtsoratorium (inklusive Bachs Parodie von "Tönet ihr Pauken, erschallet Trompeten" als "Jauchzet frohlocket, auf preiset die Tage") oder Vivaldis Frühling vergessen?
Ebenso ergeht es zeitgenössischer Musik. Schauen sie sich doch einfach die Anzahl der zeitgenössischen Produktionen 1950-1960 an und wie viele von denen noch beliebt sind, dann das selbe mit dan fortfolgenden Jahrzenten und den vorangegangenen. Dann stellen sie sicherlich fest, dass mit der Zeit eine Selektion erfolgt.

Und wie stehen sie zu "Mischhörern" wie einige es hier nennen? Das wurde mir bisher nicht ganz klar.
Ich persönlich bin ein solcher. Meine CD-Sammlung umfasst viele verschiedene Richtungen, die mich ansprechen, von der Popmusik (z.B. ABBA) über die Klassik (z.B. Mozart), über Heavy Metal (z.B. Blind Guardian) über Barock (z.B. Bach) über Rock (z.B. Beatles) bis, ... ja, wohin eigentlich?
Manchmal ist es schwer, Musik einem Stil zuzuodnen. Zum Beispiel ist Blackmore's Night eine Band um Ritchie Blackmore (ehemals Gitarrist von Deep Purple), die Musik aus der Renaissance spielt, aber hin und wieder auch Rock einstreut (was bei einem Musiker wie Blackmore und seinen Kompositionen nicht verwundern sollte) oder gar beides mischt. Was sind die jetzt, ihrer Meinung nach? E, U oder gespaltene Persönlichkeiten? und welches Genre ist es, wenn man Melodien und Gesang des 15. Jahrhunderts mit "Bless the Child" auf einen Tonträger bringt?

Noch etwas hätten sie in der Schule lernen sollen, womit ich nicht bewerten will, ob sie es getan haben oder nicht:
Wenn man eine These aufstellt, muss man diese verteiigen können. Das gilt auch, wenn man eine These (Trennung von E- und U-Musik) für sinnvoll erachtet und zum Teil seiner eigenen Interpretation macht.
Und wer fordert, dass wissenschaftlich gearbeitet wird und dann eine preisgekrönte Studie scheinbar nicht bis zum Ende liest (Agressionsabbau durch trommeln), dann behauptet, da sei nicht sauber gearbeitet worden (ihre Mutmaßung die Aussage diese Studie läge an den Eingangsvorrausetzungen, sprich Teilnehmern) und übersieht, dass mit zwei unabhänigen Kontrollgruppen (die eben nicht die aggressive Prädisposition aufwiesen) bestätigende Ergebnisse erzielt worden sind schießt sich selbst ins Bein.


Nebenbei noch eine persönliche Anmerkung:
Ist ihnen eigentlich aufgefallen, dass sie in diesem Thread zuminddes zwei Behauptungen aufgestellt haben, die so nicht zusammen passen?
"Ein Auto habe ich mir nie leisten können. Soviel zu IHREN Vorurteilen." und "Ich mußte mich am Druck mit einer vierstelligen Euro-Summe beteiligen [...]"
Hübsch. Ich persönlich fahre kein Auto, das als besonders billig angesehen wird (Mercedes C-Klasse), aber da ich es gebraucht gekauft habe, kann ich aus Erfahrung berichten, dass ein vierstelliger Betrag für sowas ausreicht. Und empirisch erwiesen ist, dass es Fahrzeuge gibt, deren Preis niedriger ist, als der eines Mercedes Benz.
Können und Wollen sollte man auseinander halten, denn böswillige Menschen würden ansonsten da eine Lüge sehen.

Proggie
Sonntag, 04.02.07 13:47
 

"1. Gewöhnung im Mutterleib, 2. Übermäßige Repräsentanz in Medien und Umwelt, 3. Unser genetisches Erbe, 4. Drogenwirkung der Gewaltmusik, 5. (v.a. für Deutschland gültig) Das Trauma des Nationalsozialismus."

Das sind ihre fünf Gründe, warum "Gewaltmusik" so gerne öffentlich gespielt wird.
Als ich das gelesen habe, konnte ich nicht den geringsten Zusammenhang zwischen den einzelnen Gründen erkennen, geschweige denn mit der Gewalt der Musik. Es kommt mir vor, wie als wären diese Gründe irgendwas, was nix mit Musik zu tun hat. "Genetisches Erbe" und "Gewöhnung im Mutterleib" sollen Gründe sein, im Fernsehen, Radio etc. "Gewaltmusik" aufzulegen? Das leuchtet mir beim besten Willen nicht ein. Oder was soll DAS bedeuten "Trauma des Nationalsozialismus"... Was soll das mit der Musik zu tun haben????

dboon
Sonntag, 04.02.07 15:51
 

Oder es zeigt schlicht, daß ich recht habe.(Zitat Miehling) Miehling ist nichts anderes als ein eitler Hobbywissenschaftler,der dringend auf die Couch gehört.Was für ein bedauernswerter Mensch,der permanent von Gewaltmusik bedroht wird,ja sogar richtiggehend Panikattacken erleidet,wenn er damit konfrontiert wird.Er hat sich mit seinen Thesen derart verrannt,dass es für ihn kein zurück mehr gibt,er ist der selbsternannte Kämpfer gegen die Gewaltmusik und für die von ihr Bedrohten.Gut,noch gibt es keine Anhänger für seine Thesen,aber wenn er noch recht lange durchhält in diesem Forum,wird sich schon noch einer finden.Leider ist dies hier der einzige Platz,an dem sich überhaupt jemand findet,der sein unsägliches "Werk" überhaupt bemerkt.Längst geht die Gewalt von Miehling aus,sein Diskussionsstil lässt nichts anderes gelten.

S. Köhler
Sonntag, 04.02.07 16:10
 

Guten Tag Herr Miehling,
ich glaube nicht das man auch nur irgendeine Musik
als Grund dafür nehmen kann, das Menschen durchdrehen.
Es liegt viel mehr an einer seelischen Schwäche,
an einem schlechten Umfeld der Person.

Wenn zum Beispiel eine Person in der Schule gemobbt wird,
ist es logisch, das diese Person Hass aufbaut und den auch
irgendwie ablassen muss,
Straftaten sind da eine Möglichkeit,
eine andere um sich abzureagieren ist Musik hören!

Also kann Musik davor schützen,
nicht dazu führen!

Gruß S. Köhler

S. Köhler
Sonntag, 04.02.07 16:10
 

Guten Tag Herr Miehling,
ich glaube nicht das man auch nur irgendeine Musik
als Grund dafür nehmen kann, das Menschen durchdrehen.
Es liegt viel mehr an einer seelischen Schwäche,
an einem schlechten Umfeld der Person.

Wenn zum Beispiel eine Person in der Schule gemobbt wird,
ist es logisch, das diese Person Hass aufbaut und den auch
irgendwie ablassen muss,
Straftaten sind da eine Möglichkeit,
eine andere um sich abzureagieren ist Musik hören!

Also kann Musik davor schützen,
nicht dazu führen!

Gruß S. Köhler

illywhacker
Sonntag, 04.02.07 18:31
 

touché, opacor! ;-)

Beethoven kills
Sonntag, 04.02.07 19:34
 

Herr Miehling hat den Berzug zur Realität verloren. Armes Schäflein.
Welcher Verlag erklärt sich bitteschön bereit, den hanebüchenen Unsinn eines offensichtlich verwirrten Sonderlings zu veröffentlichen?
Herr Miehling sollte sich einer christlich-, fundamentalen Sekte anschließen, sich auf das Studium des alten Testaments konzentrieren und die Welt mit seinen Äußerungen verschonen.
Himmel hilf.....

Dr. Klaus Miehling
Sonntag, 04.02.07 21:53
 

an Charlotte:
„Selbstverständlicherweise gehört Gewalt also auch zur bevorzugten Unterhaltung und Selbstdarstellung. Sollte man also den Spiegel der menschlichen Prägungen zerschlagen, um in der Gesellschaft etwas zu bewirken?"
Wenn man damit einen Rückgang von Gewalt und Kriminalität bewirken kann, ja.
„Nicht die Umwelteinflüsse sind Ausschlaggebend für unsere Gewaltbereitschaft, sondern unser angeborener Agressionstrieb."
Beides! Wie erklären Sie sich z.B. den dramatischen Anstieg der Gewaltkriminalität bei Kindern und Jugendlichen in den 1990er Jahren (bis zu einer Verfünffachung, je nach Bundesland)? Übrigens eine europaweite Entwicklung. In dieser Zeit kam die HipHop-Kultur nach Europa.
„Jeder Mensch profitiert täglich von Gewaltanwendung, sei es auch nur in verbaler Form. Wie sonst sollte man sich überhaupt in Konfliksituationen behaupten?"
Notwehr ist natürlich erlaubt. Aber wo sich zwei prügeln, muß einer angefangen haben.
„Und inwiefern kann man behaupten, klassische Musik würde nicht darauf abzielen, Menschen emotional zu beeinflussen."
Das habe ich nicht behauptet.
„Mit der emotionalen Bezugsnahme eines Mediums kommt auch zwingend die Gewalt zum Zuge. Klassische Musik ist also nicht prinzipiell ausgenommen von agressiven Botschaften."
Das sehe ich anders, mit wenigen Ausnahmen wie bestimmte Stücke der Avantgarde. Vgl., was ich am 29. 1. an „Ich" geschrieben habe.

an Opacor:
„Charles Manson ist eine Person. Eine einzelne und nachgewiesen psychich kranke Person, also noch weniger relevant als irgendein geistig gesunder Mensch, der das, was sie als Gewaltmusik bezeichnen, konsumiert, ohne gewalttätig zu werden."
Deshalb gibt es in meinem Buch auch tausende (!) von Beispielen (nicht alle freilich zur Gewalt, aber zu anderen schlimmen Dingen).
„Und wie stehen sie zu 'Mischhörern' wie einige es hier nennen? Das wurde mir bisher nicht ganz klar."
Die sind natürlich beiden Einflüssen ausgesetzt. Wobei ich glaube, daß der positive Einfluß klassischer Musik weniger stark als negative Einfluß von Gewaltmusik ist. Das Böse hat es bekanntlich immer leichter, sich durchzusetzen, als das Gute.
„Manchmal ist es schwer, Musik einem Stil zuzuodnen. [...] Was sind die jetzt, ihrer Meinung nach? E, U oder gespaltene Persönlichkeiten?"
Daß es eine Grauzone gibt, habe ich mehrmals gesagt.
„Wenn man eine These aufstellt, muss man diese verteiigen können. Das gilt auch, wenn man eine These (Trennung von E- und U-Musik) für sinnvoll erachtet und zum Teil seiner eigenen Interpretation macht."
Die „Trennung von E- und U-Musik" ist nicht meine These. Die ist schon längst etabliert. Wer sie aufheben will, der müßte das begründen. Die Unterscheidung zw. „Gewaltmusik" und „klassischer Musik" (bei aller Unvollkommenheit der Begriffe) habe ich wohl ausführlich begründet.
„Und wer fordert, dass wissenschaftlich gearbeitet wird und dann eine preisgekrönte Studie scheinbar nicht bis zum Ende liest (Agressionsabbau durch trommeln), dann behauptet, da sei nicht sauber gearbeitet worden (ihre Mutmaßung die Aussage diese Studie läge an den Eingangsvorrausetzungen, sprich Teilnehmern) [...] schießt sich selbst ins Bein."
Ich habe eben gemutmaßt, nicht behauptet. Auch habe ich nicht gemutmaßt, es sei nicht sauber gearbeitet worden. Im Gegenteil haben das hier einige meiner Gegner von den von mir ins Feld geführten Studien behauptet, und zwar ohne sie zu kennen.
„Ist ihnen eigentlich aufgefallen, dass sie in diesem Thread zuminddes zwei Behauptungen aufgestellt haben, die so nicht zusammen passen? 'Ein Auto habe ich mir nie leisten können. [...]' und 'Ich mußte mich am Druck mit einer vierstelligen Euro-Summe beteiligen [...]'"
Nicht die Anschaffung eines Gebrauchtwagens ist das Problem, sondern der Unterhalt. Ich kann nicht monatlich zwei- bis dreihundert Euro dafür abzweigen. Außerdem gehen Betriebsausgaben, und dazu gehören auch Druckbeihilfen, vor. Wenn Sie beckmesserisch sein wollen, könnten Sie auch sagen, wenn ich unter einer Brücke leben würde statt Miete zu zahlen, könnte ich mir ein Auto leisten.

Proggie
„'1. Gewöhnung im Mutterleib, 2. Übermäßige Repräsentanz in Medien und Umwelt, 3. Unser genetisches Erbe, 4. Drogenwirkung der Gewaltmusik, 5. (v.a. für Deutschland gültig) Das Trauma des Nationalsozialismus.'
Das sind ihre fünf Gründe, warum 'Gewaltmusik' so gerne öffentlich gespielt wird."
Genauer: Warum sie eine so hohe Akzeptanz besitzt.
„Als ich das gelesen habe, konnte ich nicht den geringsten Zusammenhang zwischen den einzelnen Gründen erkennen, geschweige denn mit der Gewalt der Musik. Es kommt mir vor, wie als wären diese Gründe irgendwas, was nix mit Musik zu tun hat."
Zu 1.: Man hat festgestellt, daß Säuglinge, die bereits während der ersten fünf Schwangerschaftsmonate dem Lärm von Düsenjägern ausgesetzt waren, sich von diesen Geräuschen weniger beunruhigen ließen als Kinder, die das Geräusch erst in den letzten vier Schwangerschaftsmonaten kennengelernt hatten. Vermutlich können Kinder auch für Gewaltmusik desensibilisiert werden, wenn die Mütter sie während der Schwangerschaft hören.
Zu 2.: Die übermäßige Repräsentanz von Gewaltmusik führt dazu, daß Jugendliche ihr nicht entgehen können, ja geradezu zwangsläufig an sie herangeführt werden. Sie haben die Gelegenheit, sich in einem Alter, in dem die musikalische Sensibilität noch schwächer ausgeprägt ist, an diese Musik zu gewöhnen.
Zu 3.: Larson bemerkte, daß „peer pressure", der Druck von Gleichaltrigen, ein wesentlicher Faktor dafür ist, daß so viele Kinder und Jugendliche der Gewaltmusik verfallen. In diesem Alter ist der Mensch noch mehr denn als Erwachsener den aus Vorzeiten ererbten Instinkten unterworfen, die ihn zum Herdentier machen und dabei dem Leitwolf oder Leithammel folgen lassen, der sich durch körperliche Stärke auszeichnet und seine Interessen rücksichtslos durchsetzt. Und diese Meinungsführer hören normalerweise Gewaltmusik.
Zu 4.: Hirnphysiologische Untersuchungen haben gezeigt, daß Gewaltmusik wie eine Droge wirken kann. Von einer Droge kann man bekanntlich abhängig werden.
Zu 5.: Die Erfahrung der NS-Diktatur hat in Deutschland dazu geführt, daß alles, was den nationalsozialistischen Machthabern ein Dorn im Auge war, gewesen wäre oder hätte gewesen sein können, besonders gefördert wurde. Das betrifft eben auch die verschiedenen Arten der Gewaltmusik; und da sie von den „Befreiern" Amerika und Großbritannien kam, war sie um so mehr gelitten.

an dboon:
„Leider ist dies hier der einzige Platz,an dem sich überhaupt jemand findet,der sein unsägliches 'Werk' überhaupt bemerkt."
Es gab auch eine Diskussion auf http://www.hifi-forum.de und noch auf anderen Netzseiten. Neulich habe ich in Radiointerview gegeben, und laut Verlag gab es „erschreckend viele" Rezensionsanfragen (erschreckend, weil gar nicht so viele Rezensionsexemplare vorgesehen waren).
„Längst geht die Gewalt von Miehling aus,sein Diskussionsstil lässt nichts anderes gelten."
Moment mal: Lassen denn meine Gegner meine Meinung gelten? Und mein Diskussionsstil gehört hier gewiß zu den sachlichsten.

An S. Köhler:
„ich glaube nicht das man auch nur irgendeine Musik als Grund dafür nehmen kann, das Menschen durchdrehen. Es liegt viel mehr an einer seelischen Schwäche, an einem schlechten Umfeld der Person. Wenn zum Beispiel eine Person in der Schule gemobbt wird, ist es logisch, das diese Person Hass aufbaut und den auch irgendwie ablassen muss,
Straftaten sind da eine Möglichkeit, eine andere um sich abzureagieren ist Musik hören! Also kann Musik davor schützen, nicht dazu führen!"
Zu diesen Argumenten wurde hier schon ausführlich diskutiert. Sehen Sie sich einmal die Beiträge der ersten Januartage an sowie das, was ich am 10. 12. zur Katharsishypothese geschrieben habe! Übrigens wurde ich auch in der Schule „gemobbt" und bin dadurch weder zum Straftäter noch zum Gewaltmusikhörer geworden - andernfalls hätte ich mich ja mit meinen Peinigern auf eine Stufe gestellt!

Andi
Sonntag, 04.02.07 22:28
 

"Übrigens wurde ich auch in der Schule „gemobbt" und bin dadurch weder zum Straftäter noch zum Gewaltmusikhörer geworden - andernfalls hätte ich mich ja mit meinen Peinigern auf eine Stufe gestellt!"
Auch ich wurde in der Schule gemobbt, bin Musikhörer und bin ebenso wie sie ein Mensch, der Gewalt ablehnt. Bin ich ein/e Einzelfall/Ausnahme?
Mein Ventil war tatsächlich zu einem guten Teil die Musik. Es tut gut seinen Frust bei lauter Musik rauszulassen.

Nie haben sie etwas über die Positiven Wirkungen der Musik geschrieben, sondern sie nur geleugnet.
Selbst rauchen kann positive Wirkungen haben: In meiner Schule gab es jemand, mit mehreren Herzfehlern. Durch das rauchen muss er wesentlich weniger Medikamente nehmen.
Will sagen: Alles hat eine Positive und eine Negative Seite. Diese haben sie jedoch, wie es scheint, nichtmal Ansatzweise gegeneinander abgewogen.

Zu ihrem Diskussionsstil: Wann haben sie hier jemals zugegeben, eine Sache überbewertet zu haben. Z.B. die Zahlen zu Ausschreitungen auf Konzerten: Wir haben viel diskutiert. Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass man über diese Zahlen (die noch nichtmal genau vorliegen - weder ihnen, noch mir) kein Ausmaß feststellen kann. Diesen Kompromis wollte ich mit ihnen eingehen, von ihnen kam jedoch keine Antwort mehr darauf!
Ich will ihnen hier nicht ihre Meinung nehmen, nur zu einer Diskussion gehört auch, gegebenenfalls zugeständnisse zu machen.
Mit der Vehemenz, mit der sie gegen jegliche Argumente vorgehen und der Ignoranz, die sie manch gutem Argument entgegenbringen (dabei meine ich, dass sie teilweise einfach nicht drauf eingehen), zeigt, dass sie nicht gewillt sind, andere Ideen/Meinungen als ihre gelten zu lassen.

Nebenbei: Ich habe zufällig auf einer hier geposteten Internetseite, das Register ihres Buches durchgesehen. Dabei ist mir aufgefallen, dass sie Schandmaul zumindest irgendwo im Buch erwähnen. Rein Interessehalber: In welchem zusammenhang? Und würden sie Schandmaul auch als Gewaltmusik bezeichnen?

pinky&brain
Sonntag, 04.02.07 22:51
 

"Zu 4.: Hirnphysiologische Untersuchungen haben gezeigt, daß Gewaltmusik wie eine Droge wirken kann. Von einer Droge kann man bekanntlich abhängig werden."
also macht "klassik" im gegensatz zu "gewaltmusik"(ist begriff ihre idee? bin mir nicht mehr sicher) nicht süchtig?

"Zu 1.: Man hat festgestellt, daß Säuglinge, die bereits während der ersten fünf Schwangerschaftsmonate dem Lärm von Düsenjägern ausgesetzt waren, sich von diesen Geräuschen weniger beunruhigen ließen als Kinder, die das Geräusch erst in den letzten vier Schwangerschaftsmonaten kennengelernt hatten. Vermutlich können Kinder auch für Gewaltmusik desensibilisiert werden, wenn die Mütter sie während der Schwangerschaft hören."

folglich würden die kinder auch gegen klassik desensibilisiert werden, wenn die mutter diese hört, damit würden die musikgeschmäcker ja schon im mutterleib festgelegt :)
außer sie vergleichen jetzt "nicht-klassische musik" (nk-musik)
mit lärm, da sie diese ja als solchen(subjektiv) wahrnehmen.

Dr. Klaus Miehling
Montag, 05.02.07 00:10
 

an Andi:
„Nie haben sie etwas über die Positiven Wirkungen der Musik geschrieben, sondern sie nur geleugnet."
Das war auch nicht das Thema des Buches (vgl. was ich am 29. 1. an xnilsx geschrieben habe).
„Selbst rauchen kann positive Wirkungen haben: In meiner Schule gab es jemand, mit mehreren Herzfehlern. Durch das rauchen muss er wesentlich weniger Medikamente nehmen."
Interessant. Aber deshalb würde man doch keinem „normalen" Menschen das Rauchen empfehlen!
„Wann haben sie hier jemals zugegeben, eine Sache überbewertet zu haben. Z.B. die Zahlen zu Ausschreitungen auf Konzerten: Wir haben viel diskutiert. Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass man über diese Zahlen (die noch nichtmal genau vorliegen - weder ihnen, noch mir) kein Ausmaß feststellen kann. Diesen Kompromis wollte ich mit ihnen eingehen, von ihnen kam jedoch keine Antwort mehr darauf!"
Ich habe nie behauptet, daß man ein „Ausmaß" im Sinne einer Prozentzahl feststellen könne, sondern daß ich die Tatsache, daß ich so viele Fälle gefunden habe, für schlimm genug halte. Das ist nach wie vor meine Ansicht.
„Ich will ihnen hier nicht ihre Meinung nehmen, nur zu einer Diskussion gehört auch, gegebenenfalls zugeständnisse zu machen."
Gegebenenfalls. Sie können in meinen Beiträgen mehrfach sinngemäß „da haben Sie recht" lesen.
„Mit der Vehemenz, mit der sie gegen jegliche Argumente vorgehen und der Ignoranz, die sie manch gutem Argument entgegenbringen (dabei meine ich, dass sie teilweise einfach nicht drauf eingehen), zeigt, dass sie nicht gewillt sind, andere Ideen/Meinungen als ihre gelten zu lassen."
Ich gehe hier auf fast alles ein. Den Kollegen, egal aus welcher Sparte, müssen Sie mir erst mal zeigen, der ebensoviel Zeit mit Diskussionsforen verbringt. Natürlich gibt es rein rhetorische Fragen, Fragen, die nur provozieren sollen, oder die schon beantwortet wurden. Und was heißt „nicht gewillt [...], andere Ideen/Meinungen [...]gelten zu lassen"? Selbstverständlich respektiere ich das Recht eines jeden auf eine eigene Meinung; aber Sie meinen wohl, daß ich meine Meinungen zugunsten denen anderer aufgeben solle!?
„Dabei ist mir aufgefallen, dass sie Schandmaul zumindest irgendwo im Buch erwähnen. Rein Interessehalber: In welchem zusammenhang? Und würden sie Schandmaul auch als Gewaltmusik bezeichnen?"
Diese Gruppe kommt lediglich im Unterkapitel „Namen von Gewaltmusikgruppen" vor, in dem ich zeige, wie schon die Namen, die sich viele Gruppen geben, auf negative Dinge aller Art hinweisen. Es dürften an die 400 Beispiele sein. In der Klassikbranche kenne ich kein einziges. Nach eigenem Bekunden macht die Gruppe „Deutschen Folkrock mit mittelalterlichen Instrumenten". Was übrigens nicht ganz stimmt, denn eine E-Gitarre und ein „Bass" (Baßgitarre? Kontrabaß? Jedenfalls wohl auch nicht mittelalterlich) sind auch dabei. Und natürlich „drums" ...

an pinkybrain:
„also macht 'klassik' im gegensatz zu 'gewaltmusik'(ist begriff ihre idee? bin mir nicht mehr sicher) nicht süchtig?"
Ich kenne keinen Hinweis darauf, daß klassische Musik süchtig macht. Klassikhörer hören auch weniger Musik als Gewaltmusikhörer (wieder so eine Statistik). Entscheidend bei der Drogenwirkung scheint der repetitive „beat" zu sein; der fehlt bei Klassik.
Den Begriff „Gewaltmusik" habe ich in Analogie zu „Gewaltvideo(spiel)" gebildet. Ich habe aber festgestellt, daß er im Netz schon zuvor einmal für rechtsextreme Rockmusik verwendet wurde. Ich habe jedenfalls keinen Markenschutz darauf, Sie dürfen Ihn gerne ebenfalls verwenden :-)
„folglich würden die kinder auch gegen klassik desensibilisiert werden, wenn die mutter diese hört, damit würden die musikgeschmäcker ja schon im mutterleib festgelegt :) außer sie vergleichen jetzt „nicht-klassische musik" (nk-musik) mit lärm, da sie diese ja als solchen(subjektiv) wahrnehmen."
Man weiß, daß Außengeräusche erst bei großen Lautstärken vom Ungeborenen gehört werden können (etwas anderes ist es, wenn die Mutter selbst singt, weil das auch über die Wirbelsäule übertragen wird); genauer gesagt funktioniert die Desensibilisierung also nur, wenn die Mutter die Musik laut hört. Mit „Desensibilisierung" meine ich aber nicht den Musikgeschmack, sondern, daß die natürliche Schreckreaktion auf bedrohliche Klänge nicht mehr auftritt.

Opacor
Montag, 05.02.07 09:30
 

an Dr. Klaus Miehling

Nun gut, sie trennen nicht nach E- und U-Musik (klang etwas anders an, aber wenn sie es sagen), sonden nach "klassischer" und "Gewaltmusik". Akzeptiert.
Was ist denn "klassische Musik"? Meinen sie damit Hayden, Mozart, Beethoven und deren Zeitgenossen (also die Musiker der Wiener und Mannheimer Klassik)? Wohl kaum, denn sie erwähnen auch Bach, der ein Barrockmusiker war.
Also nicht im fachlichen Sinn Klassik, sondern im umgangssprachlichen Sinn, womit sicher auch Romantik dazu gehört.
Was ist dann zum Beispiel mit Orffs "Carmina Burana" (speziell: O Fortuna)? Als Filmmusik in Filmen mit militärischem Hintergrund sehr beliebt.
Oder was ist mit Märschen?
Ich finde, sie machen ihre Trennung nicht wirklich klar. Das kann heißen, dass ich zu blöd bin, zu kapieren, was sie meinen, aber das erscheint mir nicht so. Grauzonen gut und schön, aber irgendein Kriterium muss es wohl geben, dass eindeutig zuordnet und dann in den Grauzonen nur eventuell Anwendung findet.

Oh und mein Argument bezüglich der Vielfalt ist ihnen wohl irgendwie durchgegangen. Wie stehen sie dazu, dass sich nur die besten Stücke aus jeder gegeben Epoche halten was ganz klar eine höhere Durchschnittsqualität der überlieferten Musik verursacht?

Zum Thema wissenschaftliches Arbeiten: Tausende Beispiele. Na da muss man ja zittern, bei den vielen Millionen Gewaltmusikhörern wäre das was? So ein knappes Promill? Da kann man sicherlich auch Klassische Musik mit Steuerhinterziehung korellieren. Statistik ist kein Spielzeug sondern das wichtigste wissenschaftliche Werkzeug der Empirie und auch 10000 Einzelfälle sind eben das. Denen kann man mindestes ebensoviele Gegenbeispiele entgegen stellen. Also macht man ein solche Aussage entweder von einer guten, spezifischen Statistik gestützt oder nennt es Meinung und nicht Wissenschaft.

Dass eine Musikgruppen sich Namen geben, die provozieren sollen ist eigentlich nur klar oder haben sie vergessen, dass auch ihre hochgeschätzen klassischen Musiker bewußt Gesetze gebrochen haben? Sicherlich kann man keinesfalls mit allen Gruppen konform gehen und einige verherrlichen wirklich Gewalt, aber wenn man jeden Musiker ablehnt, der mal ein Verbrechen begangen hat oder os tut, dann muss man z.B. auch Bach ablehen (sein überlanger Urlaub in Hamburg war ein Vertragsbruch).

Und noch eines: Wenn man nicht erwartet, sein Geld wiederzusehen ist es keine Investition. Wenn es nicht nötig ist, ist es keine Betriebsausgabe. Miete, Kleidung und selbstverständlich Nahrungs sind nötig, Publikation von Büchern nicht.
Ich sage nicht, dass sie lügen (das hieße, sie wären sich im Moment der Aussage der Falschheit selbiger bewußt und das ist eine Unterstellung, die ich nicht treffe), sondern, dass sie sich einen Personenkraftwagen leisten könnten, denn sie geben mit Sicherheit Geld für Dinge außer reiner Lebenshaltung aus (z.B. Druckbeihilfen oder CDs), die sie anderweitig ausgeben könnten, wenn sie nur wollten.

Charlotte
Montag, 05.02.07 12:19
 

1 die Anzahl der Musiker die Gewalt zu ihrem bevorzugten Thema machen steigt an
2 die Jugendkriminalität steigt an.

daraus ergibt sich keinesfalls der zwingende Zusammenhang, Punkt 1 würde Punkt 2 bedingen. Wenn man überhaupt so leichtfertig aus zwei Beobachtungen einen Zusammenhang formen kann. Mit dem gleichen Ausschlaggebenden Argument könnte man behaupten, die Storche würden die Babys bringen, da die Zahl der Storche und die jährliche Geburtenrate meistens Zeitgleich einen Anstieg zu verzeichnen haben.
Dann ergibt sich aus ihrer These noch die Frage wie die Musiker selber denn dazu kommen Gewalt in Songtexte zu integrieren. Bezieht dieser nicht gerade kleine Teil der Bevölkerung solche Ambitionen etwa auch aus schädlichen Medieneinflüssen?

Sie sagten ja, dass die Gewalt unter Jugendlichen angestiegen ist. Ich wage aber zu bezweifeln, dass dies gleichzeitig einen Anstieg der Konfliktsituationen bedeutet. Halten sie es nicht für möglich, dass in den 80 Jahren Jugendliche möglicherweise an vielen Stellen verbale Gewalt ausübten? Beispielsweise Mitschüler nicht handgreiflich ausgrenzten, sondern in verbaler Form dem "Mobbing" nachgingen? Wer selber schon einmal in solche Situationen kam, weis, dass verbale Angriffe nicht weniger verletzend sind. Mancheiner würde jetzt auf eine zunehmende Verrohung des Sprachgebrauchs verweisen, die so pauschal allerdings auch nicht existiert. Die gängigen agressiven Floskeln sind andere geworden.

dboon
Montag, 05.02.07 13:13
 

"Moment mal: Lassen denn meine Gegner meine Meinung gelten? Und mein Diskussionsstil gehört hier gewiß zu den sachlichsten." Der Diskussionsstil ist durchaus angemessen,auch sie provozieren mit ihren besserwisserischen Ausserungen.Wen wunderts auch,sie haben ihr Buch einfach miserabel recherchiert,wenn sie jemand auf Fehler,die sich auf ihre Methodik beziehen hinweist,wird das schlicht verneint.So einfach gehts nicht.Sie haben ihr Buch unter einem Leidensdruck geschrieben,weil sie persönlich unter der "Gewaltmusik" leiden.Zuallererst sollte man prüfen,ob Thesen,die man in ein Buch packt,überhaupt in irgendeiner Form haltbar sind.Und nicht einfach denken,jetzt schreib`ich mal ein Buch,weil mich die Umwelt und der Lärm so belasten.Und die "erschreckend" vielen Exemplare ,die,wie sie berichten,die von ihrem Buch angefordert werden,sind ja der Tatsache geschuldet,dass ein paar Menschen neugierig sind,wer sich hinter diesem Müll denn verbirgt.Das Interesse dürfte dann allerdings schnell vorbei sein, zu autistisch oder Paranoid wirkt das doch alles.

dboon
Montag, 05.02.07 13:24
 

Fallzahlen
Der Sicherheitsbericht der Bundesregierung, im November vergangenen Jahres veröffentlicht, zeichnete für den Bereich der Kinder und Jugendlichen insgesamt ein eher positives Bild. Mit einer Ausnahme: Die Zahl der Fälle von Gewaltkriminalität stieg an. Das betrifft jedoch nicht schwere Gewaltdelikte, wie Tötung und Raub, sondern Fälle von Körperverletzung. Nach Ansicht der Experten hat das aber vor allem mit einem veränderten Anzeigeverhalten zu tun. Bundesjustizministerin Brigitte Zypries wies bei der Vorlage des Berichtes darauf hin, dass inzwischen vermehrt auch "Schulhofraufereien" zur Anzeige gebracht würden. Den gestiegenen Fallzahlen liegt nach Ansicht der Experten also keine reale Zunahme zugrunde. Nach den Worten des Konstanzer Kriminologen Wolfgang Heinz hat sich auch beim Thema Gewalt in der Schule gezeigt, dass die Gewalttätigkeit in den vergangenen Jahren zurückgegangen ist. Das belegten auch Statistiken der Versicherungen, denen für Schulen wie Schulwege weniger Unfälle gemeldet worden seien. Die Bundesregierung kommt insgesamt zum Schluss, dass sich das geltende Jugendstrafrecht bewährt hat und neue Gesetze nicht nötig sind. Franffurter Rundschau vom 5.2.07,da gibts auch noch ein interessantes Interview dazu.

Raven
Montag, 05.02.07 13:41
 

Interessante Aktion – das Ganze ist doch hoffentlich ein Fake, oder? :)

Andi
Montag, 05.02.07 15:59
 

"Interessant. Aber deshalb würde man doch keinem „normalen" Menschen das Rauchen empfehlen!"
Nein, aber das Beispiel zeigt deutlich, dass man eine Sache nicht pauschal negativ bewerten kann. Es gilt immer positive und negative Wirkungen/Aspekte gegeneinander aufzuwiegen.

"„Nie haben sie etwas über die Positiven Wirkungen der Musik geschrieben, sondern sie nur geleugnet."
Das war auch nicht das Thema des Buches (vgl. was ich am 29. 1. an xnilsx geschrieben habe)."
In gewisser Weise schon. Wie wollen sie ein hohes schädliches Ausmaß annehmen, ohne die negativen Aspekte mit den positiven zu vergleichen und abzuwägen?

Zum namen der Gruppe Schandmaul:
"Das erste Konzert fand in der Kneipe „Die Hexe“ in Gröbenzell statt. Für diesen Auftritt wurde der selbstironische Name „Schandmaul“ gewählt, inspiriert durch einen Joker aus einem Kartenspiel, als Bezeichnung eines Narren, der kein Blatt vor den Mund nehmen muss." (Quelle Wikipedia)
Was ist schlimm daran kein Blatt vor den Mund zu nehmen? Sie tun es ja auch nicht!

Proggie
Montag, 05.02.07 18:07
 

"Das Böse hat es bekanntlich immer leichter, sich durchzusetzen, als das Gute."

Äh, hä??? Ich will ja nix sagen, aber in Fantasystories gibts Gut und Böse. Hier auf unserer Erde, in der Realität, nicht.
An diesem Beispiel sieht man deutlich, dass Hr. Miehlings Thesen und seine Einstellung zum Teil völlig abgehoben sind.

Dead
Montag, 05.02.07 18:27
 

Ist eigentlich mal jemanden aufgefallen, das die Klassische Musik genau wie seine "gewaltmusik" trommeln benutzt (pauken, becken usw.) man sieht KLASSIK IST AUCH GEWALTMUSIK

Berman
Montag, 05.02.07 18:50
 

an Dr. Klaus Miehling:

Mich würde interessieren, wie Sie zu Meilensteinen der Filmgeschichte wie beispielsweise "Léon" oder "Fight Club" stehen, in denen eindeutig Gewalt dargestellt wird? Lehnen Sie grundsätzlich jeden Film ab in dem Gewalt dargestellt wird? Schliesslich stehen Sie ja schon Schlagzeugklängen ohnmächtig gegenüber...

Gruß,

Berman

Gewaltmusik-Johnny
Montag, 05.02.07 19:06
 

Und ich hab auch noch ne Frage an Herrn Miehling: Was lässt sich eigentlich über die traditionelle und moderne Musik anderer Kulturen (von volkstümlicher indischer Tempelmusik, afrikanischer Musik über peruanische Panflötenmusik bis hin zur Klezmermusik oder auch neuere Stilrichtungen aus verschiedenen Ländern) sagen? Gewaltmusik? Wenn ja, wie äußert sich hier die Gewalt?

illywacker
Montag, 05.02.07 19:13
 

der schreiber des 1000. kommentares bekommt ein freiexemplar - handsigniert...???

ich verfolge die diskussion (z.t. auch aktiv) von anfang an, habe bisher alle kommentare gelesen und muß leider sagen: gebetsmühlenartig vorgetragener gutmenschenquark á la miehling wird durch stetige wiederholung nicht besser!

torsten
Montag, 05.02.07 19:19
 

bewundere wirklich euer durchhaltvermögen und die ernsthaftigkeit, mit der ihr dem agitator mit argumenten beizukommen versucht.

laßt es, es führt zu nichts!

er betet immer das gleiche runter, und fährt seine dialektische dampfwalze durch jede wand. laßt ihn ziehen, sonst ruiniert ihr nur eure nerven...

torsten
Montag, 05.02.07 19:28
 

Achtung, Zitaterecycling:

Alles, was man im Leben braucht, sind Ignoranz und Selbstvertrauen. Mark Twain (1835 - 1910)

Also - nur weiter so!

fuenf
Montag, 05.02.07 19:34
 

Was? Aufgeben? Jetzt?
666 Kommentare sollten schon drin sein.
;-)

Gewaltmusik-Johnny
Montag, 05.02.07 19:45
 

also will hier nur kurz anmerken, dass ich durchaus nicht meine nerven ruiniere... ich habe auch nicht vor herrn miehling bekehren zu wollen, oder meinen Musikgeschmack zu verteidigen. das wäre auch etwas schwachsinnig, denn ich muss hier ja nicht was verteidigen, was mir niemand wegnehmen kann. wenn ich gemein wäre könnte ich sagen, ich erfreue mich nur an der geistigen diarrhoe eines durchgeknallten 'musikexperten'. da ich nicht gemein bin, muss ich sagen dass ich die art, wie herr miehling agumentiert sehr interessant finde (nicht unbedingt auf den inhalt bezogen) und ich gespannt bin, wie herr miehling fortwährend versucht seine abstrusen thesen zu verteidigen. und die art seiner argumentation hat tatsächlich dampfwalzencharakter, aber eines muss man ihm lassen: er schafft es tatsächlich mit einem provokanten aber meiner meinung offensichtlich sinnfreien thema einen haufen leute zum argumentieren zu bringen und jeden kritikpunkt an seinen thesen zu 'widerlegen' (wenn auch mit der gleichen logig, wie bei seinen thesen).

fuenf
Montag, 05.02.07 19:54
 

Ja, und man sollte sich auch darüber klar sein:
1) es handelt sich nur um eine Hypothese, die erst mal noch genauer untersucht werden muss; und
2) in den eigenen vier Wänden wird auch in Zukunft immer jeder hören dürfen, was er will.
Das sagte auch Herr Miehling so.
Gibt also gar keinen Grund zur Panik.
;-)

Müllmann
Montag, 05.02.07 20:12
 

Also ich finde auch, dass der 666. Kommentar einen würdigen Abschluss bilden könnte. Vielleicht ein Iron Maiden Zitat?!

Ich verfolge die Diskussion auch seit dem ersten Tag und mittlerweile hat mich Herr Miehling überzeugt: Die Gewaltmusik ist schuld!!

Nach jahrelangem Heavy Metal Konsum bin ich ein schlechter Mensch geworden. Ich missachte ständig Gesetze (noch gestern bin ich trotz Verbot mit einem Eis in der Hand im Fahrstuhl gefahren!!!) und habe böse Gedanken (manchmal frage ich mich, ob Bücherverbrennungen in gewissen Fällen nicht doch sinnvoll wären..).

Wenn ich jetzt raus gehe und wahllos ein paar Passanten erschiesse werde ich später vor Gericht zur Verteidigung Miehlings Buch heranziehen: Ich kann ja gar nichts dafür, die Musik hat mich dazu getrieben! Mal sehen, was der Richter dazu sagt. Ob ich wegen Unzurechnungsfähigkeit mit einer Bewährungsstrafe und "Zwangsbeschallung mit klassischer Musik" davon komme?!?

Mit Herrn Miehlings Theorie hätte man sogar einen Freispruch für Charles Manson bekommen, oder?!?

Müllmann
Montag, 05.02.07 20:24
 

Uha, jetzt hätte ich doch beinahe vergessen, ein paar knallharte Peter Kraus Rock´n Roll-Platten zu hören um meine Aggressionen zu "pushen". Dann noch ein paar ABBA-Platten rückwärts abgehört (um die Nachrichten des Teufels zu herauszuhören - und ABBA selbst ist ja auch von hinten wie von vorn.....) und ab auf die Straße!! Herr Miehling, danke für die vielen Argumente, mit denen ich jetzt alle Schuld von mir weisen kann......

Raporter
Montag, 05.02.07 20:44
 

Ich gehe davon aus, mehr von Rap zu verstehen als Sie. Rapmusik hat ihren Ursprung in den Bronx, derzeit das gefährlichste, weil heruntergekommenste Viertel New Yorks. Schwarze Jugendliche brachten ihre Probleme musikalisch zum Ausdruck. Wenige Jahre später folgte die Truppe NWA aus Compton, LA, einem Schwarzen-Ghetto. Dass Gewalt, Drogen und Sex wichtige Bestandteile dieser Musik waren, liegt nahe. Doch das ist nun mehr als 30 Jahre her! Heute werden mit Rap Themen von A bis Z in Verbindung gebracht, Gute wie Schlechte. Und dass einige wenige, ihnen aus Fernsehen bekannte Rapper Gewaltverherrliche Texte schreiben, gibt ihnen kein Recht diesen Musikstil so ignorant darzustellen. Sie haben keine Ahnung!

Hip Hoppelhase
Montag, 05.02.07 20:59
 

@Raporter:
Mensch, du hast ja vielleicht einen lustigen Namen!

Potentieler Killer
Montag, 05.02.07 21:15
 

Da bin ich ja froh das ich nur Klassik höre.Obwohl hat nicht ein gewisser Herr Hitler und Konsorten auch Klassik gehört?

torsten
Montag, 05.02.07 21:40
 

...und nehmt euch in acht vor den kanonen aus tchaikovskys "1812" !

Dr. Klaus Miehling
Montag, 05.02.07 21:42
 

an Opacor:
„Was ist denn 'klassische Musik'?"
Wie ich am 21. 1. schrieb, verwende ich hier den Begriff für „die europäische Kunstmusik aller Zeiten (oder zumindest seit dem Mittelalter), das, was man auch als E-Musik bezeichnet."
Was ist dann zum Beispiel mit Orffs 'Carmina Burana' (speziell: O Fortuna)?"
In diesem Sinne auch Klassik.
„Oder was ist mit Märschen?"
Märsche in Opern: Klassik. Radetzky-Marsch: geht schon etwas Richtung U-Musik, Gewaltmusik ist er aber nicht. Narhalla-Marsch: U-Musik, aber wohl noch nicht Gewaltmusik.
„Grauzonen gut und schön, aber irgendein Kriterium muss es wohl geben, dass eindeutig zuordnet und dann in den Grauzonen nur eventuell Anwendung findet."
Zu den Kriterien habe ich mich am 18. 1. ausführlich geäußert.
„Wie stehen sie dazu, dass sich nur die besten Stücke aus jeder gegeben Epoche halten was ganz klar eine höhere Durchschnittsqualität der überlieferten Musik verursacht?"
Was heißt „sich halten"? Man kann natürlich immer „Hitlisten" erstellen nach CD- und Noten-Verkauf oder Ausstrahlung in Radio und Fernsehen, aber ist das ein Maß für die Qualität? Und aus früheren Zeiten ist sehr viel überliefert, auch vieles, was qualitativ schlecht ist. Aber Gewaltmusik definiert sich vor allem über ihren Klang, nicht über ihre kompositorische Qualität. Auch Bach wird zu Gewaltmusik, wenn man ihm einen Schlagzeugteppich unterlegt.
„Tausende Beispiele. Na da muss man ja zittern, bei den vielen Millionen Gewaltmusikhörern wäre das was? So ein knappes Promill?"
Ich bitte Sie: Was erwarten Sie von einem Buch? Wie soll ein einzelner Mensch Millionen Beispiele zusammentragen? Wer soll das lesen? Wer veröffentlichen? Wer die Veröffentlichung finanzieren?
„Also macht man ein solche Aussage entweder von einer guten, spezifischen Statistik gestützt oder nennt es Meinung und nicht Wissenschaft."
Das habe ich getan; nur wurden diese Statistiken hier von einigen - ohne Gegenbeweis - angezweifelt. Außerdem ist Musikwissenschaft, mein Fach, eine Geisteswissenschaft. Zu Geisteswissenschaften gehört auch die Bewertung und Beurteilung von Phänomenen wie z.B. von Musik, ihrer Entstehung, Funktion etc. Das hat immer mit Meinung zu tun und ist legitim.
„Dass eine Musikgruppen sich Namen geben, die provozieren sollen ist eigentlich nur klar oder haben sie vergessen, dass auch ihre hochgeschätzen klassischen Musiker bewußt Gesetze gebrochen haben?"
Ja, das gibt es, aber als Ausnahme. Bei Gewaltmusikern scheint es dagegen die Regel zu sein. Und wenn es so „klar" ist, warum haben dann klassische Musikensembles keine provozierenden Namen?
„wenn man jeden Musiker ablehnt, der mal ein Verbrechen begangen hat oder os tut, dann muss man z.B. auch Bach ablehen (sein überlanger Urlaub in Hamburg war ein Vertragsbruch)."
Ich lehne Musik nicht ab, weil ihre Komponisten oder Interpreten ein Verbrechen begangen haben. Vielmehr betrachte ich die Tatsache, daß sich unter den Komponisten, Interpreten und Hörern bestimmter Musikstile auffallend viele Verbrecher befinden als ein Indiz für die kriminalisierende Wirkung dieser Stile.
„Wenn man nicht erwartet, sein Geld wiederzusehen ist es keine Investition. Wenn es nicht nötig ist, ist es keine Betriebsausgabe."
Die Investition war nötig, um das Buch zu veröffentlichen. Und das Veröffentlichen von Büchern (und anderen Texten) gehört zur Berufsausübung eines Musikwissenschaftlers. Außerdem habe ich aufgrund der großen Zielgruppe ursprünglich durchaus erwartet, daß das Buch ohne Druckbeihilfe meinerseits in einer großen Auflage veröffentlicht wird. Und als feststand, daß das nicht der Fall sein würde - Hätten Sie vier Jahre Arbeit in den Ofen gesteckt?
„Ich sage [...] dass sie sich einen Personenkraftwagen leisten könnten, denn sie geben mit Sicherheit Geld für Dinge außer reiner Lebenshaltung aus (z.B. Druckbeihilfen oder CDs), die sie anderweitig ausgeben könnten, wenn sie nur wollten".
Dann hätte ich einen anderen Beruf wählen müssen - oder eine gut bezahlte Stelle an einer Hochschulstelle bekommen. Aber dieses Glück haben nur wenige.

an Charlotte:
„'1 die Anzahl der Musiker die Gewalt zu ihrem bevorzugten Thema machen steigt an
2 die Jugendkriminalität steigt an.'
daraus ergibt sich keinesfalls der zwingende Zusammenhang, Punkt 1 würde Punkt 2 bedingen."
Natürlich nicht. Deshalb nenne ich in meinem Buch viele Indizien, die zusammenpassen. Man kann z.B. noch auf die Frühzeit des Jazz hinweisen: Dieser entstand in den Bars und Bordellen von New Orleans. Dort kam es in der Folge zu gewaltsamen Zwischenfällen und Ausschweifungen, so daß diese Etablissements 1917 behördlicherseits geschlossen wurden. Die meisten Jazzmusiker gingen darauf hin nach Chicago, und kurz darauf wurde diese Stadt zu einem Zentrum des organisierten Verbrechens. Das KÖNNTEN wieder nur Zufälle sein, aber zusammen mit anderen dazu passenden chronologischen Zusammenhängen, nämlich dem Wertewandel und Kriminalitätsanstieg der 1950er/60er Jahre, als Gewaltmusik noch aggressiver wurde als zuvor, dem Ansteigen der jugendlichen Gewaltkriminalität zusammen mit dem HipHop, oder dem Anstieg der Kriminalität in Osteuropa, nachdem es praktisch keine Zensur für die aggressivsten westlichen Gewaltmusikstile mehr gab, ergibt sich die sehr plausible Hypothese, daß Gewaltmusik Kriminalität fördert. Wenn Sie dazu noch die vielen Beispiele krimineller Gewaltmusiker nehmen, die Parallelen zwischen Drogenkonsum und Gewaltmusik, die Aussagen von Straftätern, die ihre Verbrechen auf Gewaltmusik zurückführen, die Ergebnisse der Hirnforschung und psychologischer Studien, schließlich noch die Fälle, wo nach Reduzierung von Gewaltmusik Straftaten zurückgingen, dann wird aus der Hypothese eine wohlbegründete These.
Und um auf das nicht nur von Ihnen zitierte Beispiel mit den Störchen und der Geburtenrate zu kommen: Ich kenne das noch beschränkt auf einen bestimmten Zeitraum in Schleswig-Holstein, wo das offenbar einmal so gewesen ist. Wenn Sie diesen Zusammenhang für andere Zeiten und Orte untersuchen, werden Sie vermutlich bald feststellen, daß die Hypothese falsch war.
„Dann ergibt sich aus ihrer These noch die Frage wie die Musiker selber denn dazu kommen Gewalt in Songtexte zu integrieren. Bezieht dieser nicht gerade kleine Teil der Bevölkerung solche Ambitionen etwa auch aus schädlichen Medieneinflüssen?"
Ja, natürlich auch das.
„Sie sagten ja, dass die Gewalt unter Jugendlichen angestiegen ist. Ich wage aber zu bezweifeln, dass dies gleichzeitig einen Anstieg der Konfliktsituationen bedeutet. Halten sie es nicht für möglich, dass in den 80 Jahren Jugendliche möglicherweise an vielen Stellen verbale Gewalt ausübten? Beispielsweise Mitschüler nicht handgreiflich ausgrenzten, sondern in verbaler Form dem 'Mobbing' nachgingen?"
Das könnte sein; ein interessanter Aspekt. Aber das widerspräche meiner These doch gar nicht. Im Gegenteil: Es würde zeigen, daß Konflikte häufiger mit körperlicher Gewalt ausgetragen werden. Es könnte zudem darauf hinweisen, daß Gewalt auch außerhalb von Konfliktsituationen häufiger angewendet wird, z.B. um Schwächere zu quälen, zu erpressen oder zu bestehlen.

an dboon
„Der Diskussionsstil ist durchaus angemessen,auch sie provozieren mit ihren besserwisserischen Ausserungen."
Was meinen Sie mit „besserwisserisch"? Ein Beispiel, bitte! Jedenfalls habe ich noch niemandem hier vorgeworfen, „Müll" zu schreiben, paranoid oder sonstwie geisteskrank zu sein, wie Sie und andere das tun.
„Wen wunderts auch,sie haben ihr Buch einfach miserabel recherchiert,wenn sie jemand auf Fehler,die sich auf ihre Methodik beziehen hinweist,wird das schlicht verneint."
Mir hat noch niemand einen methodischen Fehler nachgewiesen. Es wurden Untersuchungen in Frage gestellt, die ich zitiert habe. Doch erstens wurde die Fehlerhaftigkeit dieser Untersuchungen nicht bewiesen, und zweitens wären diese Fehler dann nicht mir anzulasten. Es ist das Recht jeden Autors, sich der Ergebnisse anderer zu bedienen, wenn er die Quelle nennt. Andernfalls gäbe es keinen Fortschritt.
„Zuallererst sollte man prüfen,ob Thesen,die man in ein Buch packt,überhaupt in irgendeiner Form haltbar sind."
Wären sie es nicht, hätte ich das Buch nicht geschrieben.
„Der Sicherheitsbericht der Bundesregierung, im November vergangenen Jahres veröffentlicht, zeichnete für den Bereich der Kinder und Jugendlichen insgesamt ein eher positives Bild. Mit einer Ausnahme: Die Zahl der Fälle von Gewaltkriminalität stieg an. [...]. Nach Ansicht der Experten hat das aber vor allem mit einem veränderten Anzeigeverhalten zu tun. [...] Nach den Worten des Konstanzer Kriminologen Wolfgang Heinz hat sich auch beim Thema Gewalt in der Schule gezeigt, dass die Gewalttätigkeit in den vergangenen Jahren zurückgegangen ist."
Das ist aber die allerjüngste Entwicklung und widerspricht nicht meinen Aussagen, die frühere Jahre und Jahrzehnte betreffen. Außerdem müßte schon alleine der demographische Wandel zu einem Rückgang der Fallzahlen bei der Jugendkriminalität führen.
„Das belegten auch Statistiken der Versicherungen, denen für Schulen wie Schulwege weniger Unfälle gemeldet worden seien."
Unfälle? Das sind doch keine Straftaten!
„Die Bundesregierung kommt insgesamt zum Schluss, dass sich das geltende Jugendstrafrecht bewährt hat und neue Gesetze nicht nötig sind."
D.h. einen weiteren Rückgang der Straftaten möchte die Bundesregierung offenbar nicht! Aber das liegt abseits unseres Themas.

an Andi:
„Wie wollen sie ein hohes schädliches Ausmaß annehmen, ohne die negativen Aspekte mit den positiven zu vergleichen und abzuwägen?"
An xnilsx schrieb ich bereits: „Einem Arzt, der ein Buch über die Gefahren des Rauchens schreibt, werden Sie es doch auch nicht vorwerfen, wenn er nicht auf die positiven Aspekte eingeht, z.B. daß eine Zigarette entspannt und gut schmeckt!?"
„'[...] wurde der selbstironische Name 'Schandmaul' gewählt, inspiriert durch einen Joker aus einem Kartenspiel, als Bezeichnung eines Narren, der kein Blatt vor den Mund nehmen muss.' (Quelle Wikipedia) Was ist schlimm daran kein Blatt vor den Mund zu nehmen? Sie tun es ja auch nicht!"
Ich verstehe unter „Schandmaul" jemanden, der Schändliches sagt, d.h. der vulgäre Ausdrücke gebraucht, lügt, oder anderen fälschlich übel nachredet. Würden Sie es nicht als Beleidigung empfinden, wenn Sie jemand ein „Schandmaul" nennte?

an Proggie:
„Äh, hä??? Ich will ja nix sagen, aber in Fantasystories gibts Gut und Böse. Hier auf unserer Erde, in der Realität, nicht."
„Äh, hä??? Und wenn Sie jemand bestiehlt oder niederknüppelt? Im übrigen wäre diese Ihre Aussage wieder mal typisch Gewaltmusikhörer, wenn man meinem Buch folgt. Da muß also doch etwas dran sein ...

An Berman:
„Lehnen Sie grundsätzlich jeden Film ab in dem Gewalt dargestellt wird?"
Nein; wie ich schon schrieb: Es kommt darauf an, wie und in welchem Kontext Gewalt dargestellt wird.

An Gewaltmusik-Johnny:
„Was lässt sich eigentlich über die traditionelle und moderne Musik anderer Kulturen [...] sagen? Gewaltmusik? Wenn ja, wie äußert sich hier die Gewalt?"
Das übersteigt meine Kompetenz. Aber klassische indische Musik hat, wie ich schon einmal schrieb, bei Versuchen mit Pflanzen gut abgeschnitten.

An Müllmann:
„Wenn ich jetzt raus gehe und wahllos ein paar Passanten erschiesse werde ich später vor Gericht zur Verteidigung Miehlings Buch heranziehen: Ich kann ja gar nichts dafür, die Musik hat mich dazu getrieben! Mal sehen, was der Richter dazu sagt. Ob ich wegen Unzurechnungsfähigkeit mit einer Bewährungsstrafe und 'Zwangsbeschallung mit klassischer Musik' davon komme?!?"
Diese Wirkung meines Buches würde ich bedauern, aber tatsächlich ist von deutschen Gerichten „bei jugendlichen Tötungsdelinquenten ein ausschweifender Horror- oder Pornofilmkonsum ebenso wie das Hören 'aufwühlender' Rockmusik direkt vor der Tat schon als strafmildernd gewertet" worden (Heuermann/Kuzina, S. 177).
„Mit Herrn Miehlings Theorie hätte man sogar einen Freispruch für Charles Manson bekommen, oder?!?"
Manson hat sich ja tatsächlich auf die Beatles berufen, ist aber dennoch zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

An Raporter:
„Rapmusik hat ihren Ursprung in den Bronx, derzeit das gefährlichste, weil heruntergekommenste Viertel New Yorks. Schwarze Jugendliche brachten ihre Probleme musikalisch zum Ausdruck."
Ja, eben! Was für ein Ausdruck muß das dann wohl sein!
„Heute werden mit Rap Themen von A bis Z in Verbindung gebracht, Gute wie Schlechte. Und dass einige wenige, ihnen aus Fernsehen bekannte Rapper Gewaltverherrliche Texte schreiben, gibt ihnen kein Recht diesen Musikstil so ignorant darzustellen."
Dann sage ich jetzt zum x-ten Mal, daß es auf die Texte gar nicht so sehr ankommt. Daß Gewalt in der HipHop-Szene eine große Rolle spielt, d.h. im Leben dieser Leute, nicht nur in den Texten, das bezeugen Mitglieder dieser Szene selbst. Wenn Sie mein Buch gelesen hätten, dann wüßten Sie, daß meine Aussagen über Gewaltmusik nur zusammenfassen, was die Musiker und Hörer selber sagen.

dboon
Montag, 05.02.07 22:16
 

"Außerdem müßte schon alleine der demographische Wandel zu einem Rückgang der Fallzahlen bei der Jugendkriminalität führen". Unsinn,so leicht gehts auch nicht.Es ist immer leichter geworden Musik übers Internet zu bekommen,egal auf welche Art und Weise.Das kann sicher noch nicht mit einem demographischen Wandel begründet werden.Wenn man sie hört,meint man ja es werde alles immer noch schlimmer mit der Gewalt,aber jetzt kommen neue Zahlen und sie tun so,als ob dies völlig klar wäre,dasses jetzt weniger Gewalt gäbe.Keine Rede davon,dass vielleicht Wohnungsbaupolitik(Massenunterbringung in Wohnsilos,wo Familien auf engstem Raum hausen müssen),Arbeitslosigkeit verbunden mit fehlender Perspektive eine Rolle spielen könnten.Sie wollen ihre wirklich kranken Thesen unters Volk bringen,koste es was es wolle.Auch Gewalt,die in Familien erlitten wird,Schläge ,spielt für sie keine Rolle.Die Musik soll verantwortlich sein.Komischerweise wird das halt nirgendwo,ausser in ihrem ,sagen wir mal "Lebenswerk" erwähnt.Psychologen halten diesen Aspekt für unbedeutend für die Gewaltentstehung.Kümmern sie sich erst mal um sich und ihre Ängste und Panikattacken.

Johannes Lutz
Montag, 05.02.07 22:18
 

Bei Hip Hop bin ich selbst der Ansicht das er teilweise Gewallfördernt ist, vor allem bei Lyrisch "sehr anspruchsvollen" Rappern (von denen ich nun keine nennen will) bei denen pro Satz minimum etc. Schimpfowrt vorkommt etc! Ich kenne keinen gewalttätigen Metaler, im gegensatz zu vielen Hip Hopern!

Dr. Klaus Miehling
Montag, 05.02.07 23:28
 

an dboon:
„Es ist immer leichter geworden Musik übers Internet zu bekommen,egal auf welche Art und Weise.Das kann sicher noch nicht mit einem demographischen Wandel begründet werden."
Natürlich gibt es auch andere Faktoren, aber was den Faktor des demographischen Wandels betrifft, stimmt, was ich geschrieben habe. Auch die zunehmende Überwachung des öffentlichen Raumes durch Kameras wirkt abschreckend auf Straftäter.
„Wenn man sie hört,meint man ja es werde alles immer noch schlimmer mit der Gewalt,aber jetzt kommen neue Zahlen und sie tun so,als ob dies völlig klar wäre,dasses jetzt weniger Gewalt gäbe."
Nein, ich habe immer von der Zunahme der Gewalt in längerfristigen Zeiträumen gesprochen, insbesondere in Zusammenhang mit dem Wertewandel seit den 1960er Jahren und mit der HipHop-Welle der 90er. Ob die jüngste Entwicklung - die ja immer noch zumindest den Zahlen nach eine Zunahme der Gewalt zeigt - von Dauer ist, muß sich noch erweisen.
„Keine Rede davon,dass vielleicht Wohnungsbaupolitik(Massenunterbringung in Wohnsilos,wo Familien auf engstem Raum hausen müssen),Arbeitslosigkeit verbunden mit fehlender Perspektive eine Rolle spielen könnten."
Arbeitslosigkeit gab es zur Zeit des Wertewandels kaum. Und im Osten nahm die Kriminalität nach der Wende zu, während Wohnsilos dort massenhaft abgerissen wurden und werden.
Familien auf engstem Raum? Die Zahl der Quadratmeter pro Person ist in den letzten Jahrzehnten permanent angestiegen, weil die Familien kleiner werden. Sie argumentieren so anfechtbar und nennen meine Thesen „krank"???
„Auch Gewalt,die in Familien erlitten wird,Schläge ,spielt für sie keine Rolle."
Das habe ich nie behauptet. Nur ist diese Gewalt schwieriger zu fassen, weil sie sich oft im Verborgenen abspielt.
„Die Musik soll verantwortlich sein.Komischerweise wird das halt nirgendwo,ausser in ihrem ,sagen wir mal 'Lebenswerk' erwähnt."
Am 18. 1. wies ich darauf hin, daß ich allein im 20. Jh. 70 (!) Personen gefunden habe, die vor negativen Wirkungen populärer Musik warnten. Wie viele davon speziell vor Gewalt warnten, habe ich nicht gezählt, aber das sind auch einige.
„Psychologen halten diesen Aspekt für unbedeutend für die Gewaltentstehung."
Psychologen halten immerhin Mediengewalt für einen bedeutenden Faktor für Gewaltentstehung. Zur Musik gibt es wie gesagt noch keine Langzeituntersuchungen, da besteht ein Forschungsdefizit. Aber die Untersuchungen zur kurzzeitigen Wirkung bestätigen weitestgehend meine Thesen, das sagte ich ja hier schon öfters.

an Johannes Lutz:
„Ich kenne keinen gewalttätigen Metaler, im gegensatz zu vielen Hip Hopern!"
Danke, daß mich mal jemand wenigstens zum Teil unterstützt! Meinen Recherchen nach dürfte aber Metal gleich nach HipHop kommen, was die Gewalt in der Szene betrifft. Bei dem Straftaten, die den Tätern zufolge direkt von der Musik angeregt wurden, steht Metal ganz vorne - aber HipHop wird sicher aufholen, den gibt's ja noch nicht so lang. Die meisten Mordopfer gibt's jedenfalls schon jetzt unter den Rappern, und die sind nicht von bösen Klassikhörern umgebracht worden, sondern, wie in der Rapszene selbst angenommen wird, von Kollegen bzw. in deren Auftrag.

Torsten
Montag, 05.02.07 23:31
 

Seriöse Wissenschaftler und Journalisten setzen sich mit Kritik an ihren Veröffentlichungen auseinander. Sinnvollerweise diskutiert man so etwas außerdem, BEVOR es in Druck geht.

Das gilt natürlich nur, wenn der Autor an einer inhaltlichen Auseinandersetzung überhaupt interessiert ist.

Seit nunmehr acht (!!) Wochen warte ich vergeblich darauf, daß ein gewisser Herr innere Einkehr hält und sich diesem Ideal auch nur einen Schritt nähert.

wie "hansel" schon am 08.12. schrieb:
Herr Mehling bestätigt auf traurige Weise meine Vorurteile über Akademiker, die in ihrem Elfenbeinturm sitzen und eine sehr eingeschränkte Wahrnehmung von der realen Welt hier draussen haben. Mag sein, das er ein As in seiner Disziplin ist. Aber was soll man von jemandem erwarten, der die Welt nur über den Bücherrand und in selbstgefälligen Seminarrunden betrachtet?

torsten
Montag, 05.02.07 23:40
 

Richtig - familiäre Gewalt ist schwerer zu fassen.
Aber das genau macht ihren Einfluß auf die Persönlichkeitsentwicklung des Menschen so unberechenbar! Umso schlimmer, wenn selbsternannte "Wissenschaftsjournalisten" wie sie, diese ignorieren!!
"Am 18. 1. wies ich darauf hin, daß ich allein im 20. Jh. 70 (!) Personen gefunden habe, die vor negativen Wirkungen populärer Musik warnten. Wie viele davon speziell vor Gewalt warnten, habe ich nicht gezählt, aber das sind auch einige."

Ich wette, dass die Zahl derer, die seit dem 08.12.06 vor den negativen Wirkungen Ihres eingeschränkten Weltbildes warnen um einiges höher liegt!

Bilbo 55
Dienstag, 06.02.07 01:08
 

"Auch die zunehmende Überwachung des öffentlichen Raumes durch Kameras wirkt abschreckend auf Straftäter"

Dazu ne lole site: gehirnverschmutzung.de

Jakob
Dienstag, 06.02.07 05:58
 

der gute doktor erinnert mich an den da...

liebe grüße von einem sicherlich sehr gewalttätigen extremisten, der sich hier mit diesem königlichem mist eine ganze nacht um die ohren schlägt. ich glaub ich bin noch nie so lange an einem thread drangeblieben. kompliment an alle die mitgemacht haben!

Jakob
Dienstag, 06.02.07 06:02
 

noch ein kurzer nachtrag: mit dem lehrvideo von gottfried hanninger wird eindeutig bewiesen, dass blockflöte spielen auch aggressiv macht...

denn ma tschö
Dienstag, 06.02.07 10:42
 

tja, schade ich vermute, dass sich diese diskusionsrunde nun langsam dem ende nähert. da sich bekanntermaßen gleich und gleich zusammen tut, gehe ich davon aus, dass sich der komische kautz doc miehling ab sofort mit freaky gottfried zum thesen aufstellen treffen wird. da gibt das wenigstens keine widerrede. Band 2 ist zu erwarten....HILFE!!!!!

vauwee
Dienstag, 06.02.07 11:55
 

was ist DAS denn?
da stellt einer eine ebenso gewagte wie provokative und extreme these auf und versucht sie -vergeblich- zu belegen. viel diffuses wird geäußert (von beiden seiten).
eines ist doch ganz klar: jede form von musik, ganz egal, ob nun u- oder e-musik zielt doch auf das wecken bzw. fördern von emotionen! oder liege ich da falsch? so gesehen hat der doc ja sogar recht.
ABER: solche sätze wie "Wenn also im Umfeld Klassischer Musik extrem selten Gewalt vorkommt, dann haben diese Fälle mit der Musik höchstwahrscheinlich nichts zu tun. Wenn aber im Umfeld von Gewaltmusik, und damit meine ich nicht nur die Konzerte, auffallend häufig Gewalt vorkommt, dann hat das höchstwahrscheinlich in vielen dieser Fälle eben doch etwas mit der Musik zu tun." können -zumindest bei mir- nur ein überraschtes WOW! hervorrufen.
By the way: In der dunkelsten Zeit unserer Nation gehörte es ja bekanntermassen zum "guten Ton" klassische Musik zu hören - gerade bei denen, die sich durch extremste Rücksichtslosigkeit, Skrupellosigkeit und menschenverachtende Grausamkeit "auszeichneten". Rhythmusbetonte Musik (ausser Marschmusik) war verpöhnt bzw. sogar verboten.
Millionenfacher Mord und Verstümmelung waren das Ergebnis.
Noch Fragen?
Ach ja: Zur "Ausmerzung" der "unerwünschten" weil gewaltfördernden Musik empfehle ich, ab sofort talibanistische Aktionen (Musik war und ist bei denen auch verboten) - ein Chefstratege sagt, was Sache ist (es läßt sich ja alles irgendwie begründen...) und schon haben wir dieses Problem nicht mehr. Keine U-Musik, denn sie fördert ja die niederen Instinkte. Tanzen: Verboten, denn das fördert ja den Sittenverfall (Sexualität - pfui Teufel!). Kino? I wo, das verdirbt den Charakter. Und, und, und...

Mann, Mann, Mann! Als ob´s in unserer Welt keine anderen Probleme gäbe!

dboon
Dienstag, 06.02.07 11:55
 

"Ob die jüngste Entwicklung - die ja immer noch zumindest den Zahlen nach eine Zunahme der Gewalt zeigt - von Dauer ist, muß sich noch erweisen." Klingt sehr lapidar,ein Rückgang der Gewalt bei gleichzeitig immer mehr Musikkonsum (trotz demographischem Wandel) käme ihnen wie es scheint gar nicht entgegen.Letztendlich heisst es nichts anderes,als dass die Thesen ihres "Werkes" bereits überholt wurden. "Auch Gewalt,die in Familien erlitten wird,Schläge ,spielt für sie keine Rolle."
Das habe ich nie behauptet. Nur ist diese Gewalt schwieriger zu fassen, weil sie sich oft im Verborgenen abspielt. Ja und?Weiter? Ihre Antworten bzw.Thesen sind sehr angreifbar.Spielt denn die Gewalt,die sich im Verborgenen abspielt keine Rolle nur weil sie keiner sieht oder hört?Dieser Faktor ist derart zentral,weil er viele betrifft und sie wollen ihn wegen seiner "Unsichtbarkeit" nicht berücksichtigen,weil er halt nicht zu den Thesen ihres "Werkes" passt?Das ist schlichtweg unverschämt,aber zum Glück wird sich ihr Buch miserabelst verkaufen,und was wichtiger ist,es wird nicht zu einem Umdenken führen.Das ist deutlich,denn die positiven Reaktionen darauf sind noch nicht mal im Promillebereich. "Psychologen halten immerhin Mediengewalt für einen bedeutenden Faktor für Gewaltentstehung. Zur Musik gibt es wie gesagt noch keine Langzeituntersuchungen, da besteht ein Forschungsdefizit." Woher kommt denn dann ihre Überzeugung,nur aus schlampig untersuchten Statistiken und ein paar Zeitzeugen? "Die Zahl der Quadratmeter pro Person ist in den letzten Jahrzehnten permanent angestiegen, weil die Familien kleiner werden. Das kann man nicht verwerten,es gibt immer noch sehr viele Familien und dort speziell Zuwandererfamilien,die auf engstem Raum in Wohnsilos leben müssen.Vor allem in den Metropolenund nicht in dem Personenkreis in dem sie sich bewegen.Da sollten sie mal die Augen aufmachen. Kurzum ihre Thesen sind sehr angreifbar,sie berücksichtigen zu viele Faktoren überhaupt nicht.

Opacor
Dienstag, 06.02.07 12:41
 

Es sind nicht immer die zu ihrer Zeit beliebtesten Stücke, die sich halten. Das war bei Bach nicht so, nicht in den 50ern und wird nie so sein.

Schulhofschlägereien waren früher ein üblicher Teil der Jugendkultur (beinahe täglich an jeder Schule). Heute werden die viel seltener vorkommenden, allerdings leider inzwischen oft auch brutaleren, Schlägereien als Straftaten gemeldet. Das diese veränderte Wahrnehmung einen großen Einfluss auf die Statistik hat kann eigentlich niemand übersehen.

Früher waren Mütter zu Hause, also hatten Kinder einen Ansprechpartner, der heute oft fehlt (ohne implizieren zu wollen, dass das immer die Mutter sein muss). Das sich sowas auf Entwicklung auswirkt ist eigentlich auch offensichtlich.

Das wilde zitieren aus Statistiken, ohne die Methodik der Statistik zu beherrschen und zu glauben, man könne an Hand der Daten etwas beweisen ist ein bischen so, als würde man glauben, ein Auto zu sein, weil man in einer Garage steht. Und das kleine Wort "spezifisch" macht einen Unterschied. Dabei geht es nämlich darum, ob die statistik zu dem Thema gemacht wurde, für das man sie verwenden will (aussagekräftig) oder nicht (kaum zu gebrauchen).

Die Beatles sind "Gewaltmusik" aber "O Fortuna" nicht? Schön, dass ich das jetzt weiß.
Ehrlich gesagt, ich kann mir nicht vorstellen, dass es jemals einen Film geben wird (von Grotesken mal abgesehen), in denen "Yesterday" von den Beatles als Untermalung einer vorrückenden Armee genutzt wird, während an solcher Stelle der treibende Charakter von "O Fortuna" ein agressives Streben besser ausdrückt, als es tausend Worte könnten, wie man auch in Filmen schon bewundern kann (Beispiel: Excalibur).
Wahrscheinlich habe ich aber einfach nicht verstanden, warum "Gewaltmusik" nun so genannt werden sollte. Ich dachte, das sei Musik, die agressive Gefühle vermittelt, im Gegensatz zu Musik, die z.B. Liebe oder Melancholie transportiert.

Und gezielte Provokation war spätestens seit der Klassik (Musikgeschichtliche Epoche, nicht landläufiger Begriff) auch in der Musik und durch die Musik immer wieder beabsichtigt (z.B. Balette in Opern von Mozart, trotz eines kaiserlichen Verbots, oder Beethovens intendierte Widmung für seine 3. Symphnie "Eroica"). Dass bei allen Provokationen auch Menschen im Bezug auf ihre Zeit zu weit gehen ist eigentlich nur normal. Und so ist es auch heute. Nur fällt es oftmals viel schwerer, noch zu provozieren, weil fast alles schonmal dagewesen ist und somit die Geschmacklosigkeiten immer mehr der einzige Ausweg sind.
Nebenbei, ich bin nicht gemeint gewesen, mit der Frage, ob ich "Schandmaul" beleidigend finden würde, kann sie aber dennoch beantworten: Der Ton macht die Musik. "Du bist aber auch ein Schandmaul." als Kommentar auf eine ironische Bemerkung ist eher anerkennend als beleidigend. "Halt Dein verdammtes Schandmaul!" einem Mitmenschen an den Kopf zu Brüllen ist hingegen meiner Meinung nach durchaus beleidigend.

Es wäre wirklich schön, wenn sich jeder erstmal differenziert anschauen würde, wovon er spricht. Das geht wirklich in alle Richtungen. Nur weil ein Affe ein Schild an einen Mercedes hängt wo BMW draufsteht wird sich das Auto nicht ändern.
Ergo: Wer von Volksmusik (also seit Jahrhunderten überlieferter Musik) redet sollte Silbereisen und Co nicht erwähnen, nur weil ein deutscher Fernsehsender eine Abart des Schlagers (sogenannte "Volkstümliche Musik") unter dem Namen Volksmusik vertreibt*, ebenso wie niemand von sich behaupten sollte, dass diese oder jene Musik dieses oder jenes bewirkt ohne schlüssige Beweise zu haben.
Sicherlich, es gibt Dinge, die einem nicht gefallen, gerade in der Musik, aber die muss man auch erdulden. Es ist ebenso falsch zu behaupten, alle Rap Fans würden von Gewalt angezogen wie zu behaupten, alle Klassikfans seien intellektuell und verbohrt.

*Danke Herr Dr. Klaus Miehling dafür, dass sie in einem der ersten Kommentare auf den Unterschied hingewiesen haben. Diesen Unterschied kann man meiner Meinung nach nicht oft genug darlegen, solange ihn noch nicht jeder einzelne begriffen hat. Bei der Gleichstellung von "Am Brunnen vor dem Tore" und Silbereisens "Wenn Robben hinter Robben robben" (welches ich mir sehr zu meinem Missvergnügen einmal anhören musste) dreht sich bei mir auch was um. Zumindest in dem Punkt sind wir beide absolut einer Meinung.

Andi
Dienstag, 06.02.07 15:33
 

"„Wie wollen sie ein hohes schädliches Ausmaß annehmen, ohne die negativen Aspekte mit den positiven zu vergleichen und abzuwägen?"
An xnilsx schrieb ich bereits: „Einem Arzt, der ein Buch über die Gefahren des Rauchens schreibt, werden Sie es doch auch nicht vorwerfen, wenn er nicht auf die positiven Aspekte eingeht, z.B. daß eine Zigarette entspannt und gut schmeckt!?""
Wie ich mit meinem Beispiel schon schrieb: Zumindest in diesem Fall überwiegen die Positiven Aspekte des rauchens die negativen (die zweifellos vorhanden sind).
Schon das zeigt, dass man eine Pauschale Antwort auf die Frage der Schädlichkeit (bezogen auf alle Menschen) nicht geben kann.
Man muss letztendlich immer jeden Einzelfall betrachten.
Im gegensatz zu ihren Thesen, sind die negativen Wirkungen des Rauchens aber auch einwandfrei, naturwissenschaftlich korrekt, nachgewiesen.
Ihre Thesen stehen nach wie vor auf sehr wackligen Beinen.
Außerdem können sie einen Naturwissenschaftlichen Beweis nicht mit einem Geisteswissenschaftlichen Beweis vergleichen.
Allein die tatsache, dass sie auf Statistiken angewiesen sind, wo die Naturwissenschaft einen konkreten Versuch machen kann, macht ihre Thesen angreifbar (wie mehrere Hundert Kommentare hier zeigen) und letztendlich widerlegbar.
Versuchen sie mal physikalische Gesetze zu widerlegen...

Auf die Gefahr das ich mich wiederhole: Ihre Statistiken und Studien haben sich immer mit einem sehr breitem Spektrum an Einflüssen beschäftigt. Inwieweit die Musik hier ausschlaggebend war, können sie damit nicht zeigen.

Zu Schandmaul: 1. Bin ich mit dem Namen nicht angesprochen. 2. Ist dieser Name selbstironisch gewählt, was uns zu 3. führt: wenn sie sich die Texte mal anschauen, werden sie merken, dass die Lieder entweder herzergreifende Geschichten ("Der Clown", "Die drei Prüfungen") erzählen, oder witzige ("Der Kurier").
Dazu passt der Name Schandmaul meiner Meinung nach sehr gut.
Sie sehen also, dass der Kontext hier eigentlich nichts negatives zeigt (nur den haben sie sich scheinbar - mal wieder - nicht angeschaut).

Haudegen
Dienstag, 06.02.07 16:31
 

Ich muss ihnen zustimmen das Metal wirklich nichts auf dieser Welt zu suchen hat, da Metal die """Musik"""" notorischer, bleicher, realitätsferner, heidnischer Versager ist. Jeder Mettler ist 1. potthässlich, da Lederklamotten, lange fettige Haare und keine ausreichende Hygiene, 2. ein Mitläufer, da er sich beweisen muss, und komischerweise alle von diesen komischen Vögeln gleich rumspatzieren- und zwar gleich hässlich, 3. Neidisch, da sich Mettler über Schmuck, dicke Autos und halbnackte Frauen in Videos aufregen, jedoch selbst nur eine übergewichte, halbtote Crack-Leiche auf dem Sofa sitzen haben, welche von sich behauptet vom Teufel besessen zu sein.

Ja, ihr seid schon klasse Kerle!!! Ganz harte Kämpfer gegen die Gesellschaft!!!

Reim
Dienstag, 06.02.07 17:19
 

Ich habe soeben mit Herrn Miehling telefoniert, und ihn zu einem Konzert eingeladen, um sich ein Bild über die Musik-Szene zu machen. Herr Miehling hat mit folgenden Worten abgelehnt: "Tut mir leid, doch ich kann diese Musik nicht ertragen". Das ist eine der lächerlichsten Ausreden die er hätte von sich geben können. Dieser Mann beruht sich auf Texte von irgendwelchen dahergelaufenen ,unbekannten Journalisten, die behaupten sich in der Szene auszukennen. Doch was verrät mehr: Ein Din-A-4 Blatt mit schlechten Argumenten gegen Rapmusik, oder ein Zusammentreffen mit der Szene?

Sie sind ein Ignorant, Herr Miehling!

Ob sie ihren Doktor-Titel auch verdient haben, das wäre ein gutes Thema für ein Buch.

PS: Ihre Vision, ...

(Zitat: "eine Gesellschaft, die musikkulturell auf der klassischen Musik aufgebaut ist. Natürlich geht das nicht von heute auf morgen. Es muss ein Umdenkprozess stattfinden")

...ist zudem die Spitze des Eisbergs. Herr Miehling, sie kämpfen gegen Windmühlen! Gegen 5 Milliarden Menschen die Musik lieben! Sie sind verrückt!

Gruß M. Reim

torsten
Dienstag, 06.02.07 17:26
 

was soll das denn jetzt?

torsten
Dienstag, 06.02.07 17:28
 

meinte den Haudegen mit der schartigen Sprache...

andrea
Dienstag, 06.02.07 20:47
 

ist ja bös der hammer!!!!!

die heutige jugend ist ja voll von gaaaaaaanz bösen menschen

Bogen Alex
Dienstag, 06.02.07 20:50
 

@ Haudegen: Lerne lesen!!! der Oben interviewte herr hat auch RAp und HIp HOp angesprochen. Und noch was: dein bild der metal bande ist sowas von veraltet , die leute laufen nicht mehr so rum wie in den 80gern..... So nun zum I-View also ich meine jeder solte selber wissen was aggressiv macht und was nicht, das alleine auf eine bestimmte stilrichtung zu setzen ist vollkommener nonsens.

Dr. Klaus Miehling
Dienstag, 06.02.07 21:24
 

an Torsten:
„Richtig - familiäre Gewalt ist schwerer zu fassen. Aber das genau macht ihren Einfluß auf die Persönlichkeitsentwicklung des Menschen so unberechenbar! Umso schlimmer, wenn selbsternannte 'Wissenschaftsjournalisten' wie sie, diese ignorieren!!"
Ich habe kein Buch über die Persönlichkeitsentwicklung von Menschen geschrieben, sondern eines über die Wirkungen aggressiver Musik. Aber was wollen Sie mit Ihrem Hinweis auf familiäre Gewalt überhaupt sagen? Daß diese einen Einfluß auf die in den letzten Jahrzehnten enorm gestiegene Kriminalität hat? Wenn Sie meine Thesen schwächen wollen, müßte das bedeuten, daß familiäre Gewalt für die gestiegene Kriminalität mitverantwortlich ist. Aber inwiefern? Indem sie zu- oder abgenommen hat? Nun ist sie wie gesagt schwer zu fassen, aber es dürfte klar sein, daß die Erziehung in den letzten Jahrzehnten gewaltärmer geworden ist. War Gewalt zu meiner Zeit noch ein normales Erziehungsmittel, ist sie heute sogar politisch geächtet (ist sie nicht sogar ausdrücklich verboten worden?). Das müßte also bedeuten, daß gewaltärmere Erziehung zu gewalttätigeren Jugendlichen führt. Ist das Ihre Meinung?

an Vauwee:
„In der dunkelsten Zeit unserer Nation gehörte es ja bekanntermassen zum 'guten Ton' klassische Musik zu hören - gerade bei denen, die sich durch extremste Rücksichtslosigkeit, Skrupellosigkeit und menschenverachtende Grausamkeit 'auszeichneten'."
Klassische Musik zu hören gehörte bis dahin immer zum „guten Ton". Das können Sie nicht spezifisch auf eine Diktatur münzen!
„Rhythmusbetonte Musik (ausser Marschmusik) war verpöhnt bzw. sogar verboten."
Aber warum war sie denn verboten? Erstens aus außermusikalischen Gründen, weil sie mit „minderwertigen" Rassen in Verbindung gebracht wurde. Zweitens, weil sie zur Rebellion führt, und das kann keine Diktatur - aber natürlich auch kein demokratischer Staat - gebrauchen.
„Mann, Mann, Mann! Als ob´s in unserer Welt keine anderen Probleme gäbe!"
Das könnte man über jedes Problem sagen. Wenn Sie aber einmal die ganze Dimension des gewaltmusikalisch bewirkten Wertewandels betrachten, dann ist Gewaltmusik eine Wurzel mehrerer grundlegender Übel und Probleme (bzw. genauer: des Ausmaßes, das diese Probleme erreicht haben): Kriminalität, Drogen, Gewalt, Staatsverschuldung, Bildungsnotstand, Abtreibungen ...

an dboon:
„Klingt sehr lapidar,ein Rückgang der Gewalt bei gleichzeitig immer mehr Musikkonsum (trotz demographischem Wandel) käme ihnen wie es scheint gar nicht entgegen."
Der demographische Wandel läßt sich nun einmal nicht wegdiskutieren. Außerdem bezweifle ich, daß der Musikkonsum überhaupt noch steigt.
„Spielt denn die Gewalt,die sich im Verborgenen abspielt keine Rolle nur weil sie keiner sieht oder hört?Dieser Faktor ist derart zentral,weil er viele betrifft und sie wollen ihn wegen seiner 'Unsichtbarkeit' nicht berücksichtigen,weil er halt nicht zu den Thesen ihres 'Werkes' passt?Das ist schlichtweg unverschämt, ..."
Sie sollten besser nachdenken, bevor Sie jemandem etwas „Unverschämtes" unterstellen! Zum Faktor „familiäre Gewalt" habe ich mich ja gerade in meiner Antwort an Torsten geäußert.
„Die Zahl der Quadratmeter pro Person ist in den letzten Jahrzehnten permanent angestiegen, weil die Familien kleiner werden. Das kann man nicht verwerten,es gibt immer noch sehr viele Familien und dort speziell Zuwandererfamilien,die auf engstem Raum in Wohnsilos leben müssen.Vor allem in den Metropolenund nicht in dem Personenkreis in dem sie sich bewegen."
Wenn man Aussagen machen will, welche die gesamte gesellschaftliche Entwicklung betreffen, dann muß man die Faktoren auch in der Summe bzw. im Durchschnitt betrachten. Natürlich „gibt es immer noch sehr viele Familien, die ..." Aber es gibt auch sehr viele Familien, die in einem komfortablen Eigenheim leben. Man muß doch beides gegeneinander abwägen! Und da ist es nun einmal eine Tatsache, daß im Durchschnitt die Zahl der Quadratmeter pro Person gestiegen ist. Somit können beengte Wohnverhältnisse nicht für den Anstieg der Kriminalität verantwortlich gemacht werden.

an Opacor:
„Schulhofschlägereien waren früher ein üblicher Teil der Jugendkultur (beinahe täglich an jeder Schule). Heute werden die viel seltener vorkommenden, allerdings leider inzwischen oft auch brutaleren, Schlägereien als Straftaten gemeldet. Das diese veränderte Wahrnehmung einen großen Einfluss auf die Statistik hat kann eigentlich niemand übersehen."
Schlägereien sollen heute seltener sein als früher? Woher haben Sie diese Erkenntnis?
„Früher waren Mütter zu Hause, also hatten Kinder einen Ansprechpartner, der heute oft fehlt (ohne implizieren zu wollen, dass das immer die Mutter sein muss). Das sich sowas auf Entwicklung auswirkt ist eigentlich auch offensichtlich."
Da betrachten Sie nur die eine Seite. Es stimmt zwar, daß es heute nicht mehr so selbstverständlich ist, daß ein Elternteil zuhause bleibt. Andererseits ist die Arbeitslosigkeit viel höher als früher, so daß oft gezwungenermaßen sogar beide Elternteile zuhause sind. Und daß sich das „offensichtlich" auf die Entwicklung auswirkt, ist auch nur eine Hypothese, die zu untermauern wäre. Wenn ich mal so argumentiert hätte: Es ist doch offensichtlich, daß sich der Musikkonsum auf die Entwicklung auswirkt!
„Ehrlich gesagt, ich kann mir nicht vorstellen, dass es jemals einen Film geben wird (von Grotesken mal abgesehen), in denen 'Yesterday' von den Beatles als Untermalung einer vorrückenden Armee genutzt wird, während an solcher Stelle der treibende Charakter von 'O Fortuna' ein agressives Streben besser ausdrückt, als es tausend Worte könnten, wie man auch in Filmen schon bewundern kann (Beispiel: Excalibur)."
Wenn man einmal insgesamt betrachtet, welche Musik in Filmen für aggressive Szenen verwendet wird, dann dürfte das mehrheitlich in Richtung Rock und ähnliches gehen. Ich kenne den Film „Excalibur" nicht; aber da der Titel das Schwert von König Artus bezeichnet, wird es sich wohl um einen Fantasiefilm handeln. In solchen Filmen werden Schlachtenszenen als farbenprächtiges Massenspektakel inszeniert und das helden- und schicksalhafte des Kampfes wird hervorgehoben. Dazu paßt eine Musik wie „O Fortuna" (auch deren Text) sehr gut. Das ist freilich eine Verklärung der grausamen Wirklichkeit.
„Wahrscheinlich habe ich aber einfach nicht verstanden, warum 'Gewaltmusik' nun so genannt werden sollte. Ich dachte, das sei Musik, die agressive Gefühle vermittelt, im Gegensatz zu Musik, die z.B. Liebe oder Melancholie transportiert."
Vermittelt „O Fortuna" Ihnen aggressive Gefühle? „Gewaltmusik" hat einen mehr oder weniger aggressiven Charakter und wird deshalb natürlich oft aggressive Gefühle hervorrufen. Es kann aber auch sein, daß ein Hörer schon selbst einen so aggressiven Charakter oder eine aggressive Grundstimmung hat, daß er mäßig aggressive Musik gar nicht mehr als aggressiv wahrnimmt, weil sie sein eigenes Aggressionsniveau nicht übersteigt.
„Und gezielte Provokation war spätestens seit der Klassik (Musikgeschichtliche Epoche, nicht landläufiger Begriff) auch in der Musik und durch die Musik immer wieder beabsichtigt (z.B. Balette in Opern von Mozart, trotz eines kaiserlichen Verbots, oder Beethovens intendierte Widmung für seine 3. Symphnie 'Eroica')."
Wohl eher selten. Entscheidend ist aber, ob sich diese Provokation in der Musik ausdrückt. Das Beispiel von Mozart kenne ich nicht; aber seine Musik zu diesen Balletten wird als solche kaum „provokanter" gewesen sein als seine sonstige Musik. Und eine Widmung macht eine Musik noch nicht provokant. Beethoven hat die Widmung bekanntlich geändert bzw. gestrichen, aber die Musik blieb die gleiche.
„Nebenbei, ich bin nicht gemeint gewesen, mit der Frage, ob ich 'Schandmaul' beleidigend finden würde, kann sie aber dennoch beantworten: Der Ton macht die Musik. 'Du bist aber auch ein Schandmaul.' als Kommentar auf eine ironische Bemerkung ist eher anerkennend als beleidigend. „Halt Dein verdammtes Schandmaul!" einem Mitmenschen an den Kopf zu Brüllen ist hingegen meiner Meinung nach durchaus beleidigend."
Bitte entschuldigen Sie, wenn ich den Adressaten verwechselt habe! „Der Ton macht die Musik": Das ist ja auch mein Argument, wenn es um die Wirkung von Gewaltmusik geht. Was nun den Gruppennamen „Schandmaul" angeht, müßten wir vielleicht eine repräsentative Umfrage machen, wie das Wort von der Mehrheit der Bevölkerung interpretiert wird ...
„Sicherlich, es gibt Dinge, die einem nicht gefallen, gerade in der Musik, aber die muss man auch erdulden."
Da bin ich anderer Meinung. Aber vielleicht meinen Sie statt „erdulden" eher „tolerieren"? Da würde ich beipflichten; auch mir gefällt nicht alles in der „Klassik". Wenn Musik aber erklärter- oder unerklärtermaßen zur Rebellion anstachelt und aggressiv macht, dann sollte die Toleranz eine Grenze finden.
„Es ist ebenso falsch zu behaupten, alle Rap Fans würden von Gewalt angezogen wie zu behaupten, alle Klassikfans seien intellektuell und verbohrt."
Alle? Behauptet das jemand?

an Andi:
„Im gegensatz zu ihren Thesen, sind die negativen Wirkungen des Rauchens aber auch einwandfrei, naturwissenschaftlich korrekt, nachgewiesen."
So wie Sie und Ihre Mitstreiter kann ich auch argumentieren: Wenn Ratten an zuviel Tabakrauch erkranken oder sterben, muß das nicht auch für den Menschen gelten. Außerdem bekommen die Ratten unrealistisch hohe Dosen verabreicht. Und daß Raucher häufiger an Krebs erkranken und eher sterben, ist ja nur eine Korrelation. Erinnern Sie sich an das Beispiel mit den Störchen?
„Allein die tatsache, dass sie auf Statistiken angewiesen sind, wo die Naturwissenschaft einen konkreten Versuch machen kann, macht ihre Thesen angreifbar (wie mehrere Hundert Kommentare hier zeigen) und letztendlich widerlegbar. Versuchen sie mal physikalische Gesetze zu widerlegen..."
Physikalische Gesetze nicht, aber andere naturwissenschaftliche Theorien. Bekanntlich hielt man die Erde einmal für eine Scheibe. Aber wenn ich Sie richtig verstehe, dann bestreiten Sie mit Ihrer Aussage grundsätzlich, daß die Wirkung von Musik bewiesen werden könnte. Das würde aber auch bedeuten, daß die Wirkung existieren kann, auch wenn sie nicht beweisbar ist, und widerlegt haben Sie mit dieser Behauptung gar nichts. Im übrigen müßten Sie und andere Ihre Hypothesen von „sozialen Faktoren" u. dgl. dann auch wieder einpacken.
„Ihre Statistiken und Studien haben sich immer mit einem sehr breitem Spektrum an Einflüssen beschäftigt. Inwieweit die Musik hier ausschlaggebend war, können sie damit nicht zeigen."
Das stimmt nicht. Die meisten der von mir im Buch zitierten Studien haben sich ausschließlich mit medialen Einflüssen (welcher Art auch immer, darunter auch speziell mit Musik) beschäftigt.
„Zu Schandmaul: [...]: wenn sie sich die Texte mal anschauen, werden sie merken, dass die Lieder entweder herzergreifende Geschichten ('Der Clown', 'Die drei Prüfungen') erzählen, oder witzige ('Der Kurier') .[...] Sie sehen also, dass der Kontext hier eigentlich nichts negatives zeigt (nur den haben sie sich scheinbar - mal wieder - nicht angeschaut)."
Wer den Namen der Gruppe liest, der kennt den Kontext nicht. „Schandmaul" ist in meinem Sprachverständnis, und ich gehe davon aus, daß sich das nicht wesentlich vom Sprachverständnis der meisten deutschsprachigen Personen unterscheidet, ein negativ besetzter Begriff.

Bilbo 55
Dienstag, 06.02.07 22:06
 

"Bekanntlich hielt man die Erde einmal für eine Scheibe."

Naja,im mittelalter (das ja bekanntlich vom Aberglauben durchdrungen war),aber die Griechen hatten schon vernünftig geforscht und waren damit auch schon zu der Erkenntnis gekommen,das die Erde rund ist.Da sieht man mal wieder dass man bei guter Forschung auch zum korrekten Ergebniss kommt,leider forschen nicht alle korrekt...

dboon
Dienstag, 06.02.07 22:07
 

"War Gewalt zu meiner Zeit noch ein normales Erziehungsmittel, ist sie heute sogar politisch geächtet (ist sie nicht sogar ausdrücklich verboten worden?). Das müßte also bedeuten, daß gewaltärmere Erziehung zu gewalttätigeren Jugendlichen führt. Ist das Ihre Meinung? Also jetzt wird ihre Argumentation immer armseliger.Echt ein süsser Gedanke,dass die Gewalt abnimmt,weil sie "geächtet" oder "sogar "verboten" ist.Gott bewahre.Da sagen sie seit Wochen,dass das illegale downloaden von Musik so zugenommen hat (obwohl es ja verboten ist,und dann diese Gesetzesgläubigkeit?Das nimmt ihnen keiner ab,das ist bewusst irreführend,um seine Ziele zu erreichen.Völlig klar,dass dieses Forum therapeutische Zwecke errreichen soll. "Das könnte man über jedes Problem sagen. Wenn Sie aber einmal die ganze Dimension des gewaltmusikalisch bewirkten Wertewandels betrachten, dann ist Gewaltmusik eine Wurzel mehrerer grundlegender Übel und Probleme (bzw. genauer: des Ausmaßes, das diese Probleme erreicht haben): Kriminalität, Drogen, Gewalt, Staatsverschuldung, Bildungsnotstand, Abtreibungen ... Somit ist der Zeitpunkt endlich gekommen,wo dieses Forum beendet werden sollte,weltfremder und billiger geht nicht mehr. "Somit können beengte Wohnverhältnisse nicht für den Anstieg der Kriminalität verantwortlich gemacht werden. Noch ein Beispiel für ihre Besserwisserei.Ohne auch nur ein bisschen Ahnung davon haben,behaupten sie in ihrer Arroganz solche Dinge.Es gibt übrigens Studien,dass genau die beengten Wohnverhältnisse für Gewaltentstehung ausschlaggebend sind,auch z.B. nachzulesen in der FR von gestern. Jeder Streetworker kann ihnen das bestätigen.Wo und wie leben sie eigentlich?Da haben wir wieder den berühmten Elfenbeinturm?Und bei der Eurhythmie,ist die KLientel sicher eine andere.Wenn sie mal die Augen nicht vor der Realität verschliessen würden,könnten sie das alles sehen.Aber das wollen sie ja gar nicht. Lassen sies doch einfach endlich mal bleiben das Argument es würde ihnen vorgeworfen,wenn sie keine Stellung beziehen,zählt nicht,alle wären doch froh wenn sie hier endlich schweigen.Aber wahrscheinlich gibts eben einfach sonst nicht viel zu erleben für sie.

Bilbo 55
Dienstag, 06.02.07 22:19
 

"Lassen sies doch einfach endlich mal bleiben das Argument es würde ihnen vorgeworfen,wenn sie keine Stellung beziehen,zählt nicht,alle wären doch froh wenn sie hier endlich schweigen."

Das sehe ich anderst!ich finde es gut,das Herr Miehling seine Meinung vertritt und diskutiert und mag sie noch so weltfremd sein.
Ansonsten hast du aber natürlich Recht ;)

vauwee
Dienstag, 06.02.07 22:24
 

also ich frage mich so langsam, ob dieser doc nur ein fake ist!
das darf doch alles nicht wahr sein!
als nächstes argument kommt bestimmt auch noch, dass u-/bzw. "gewalt"-musik schuld ist an der nächsten klimakatastrophe. denn der zeitweise hierbei auftretende infraschall versetzt ja die luft in schwingungen, schwingungen erzeugen reibung und reibung wärme. heureka!
mein lieber herr doktor mehling: lassen sie´s einfach gut sein und stopfen sie weiterhin ohropax in ihre lauscher, damit sie kein opfer der gewaltmusik werden.
@ all: laßt dem mann doch seine abstrusen erkenntnisse.
ich jedenfalls betrachte diese argumentation als das, was sie sind: lauwarme luft, hervorgerufen von schlechter verdauung und so relavant, wie ein unausgebrütetes taubenei auf dem vordach des bahnhofs.
sorry - musste jetzt sein.

caro
Dienstag, 06.02.07 22:48
 

off topic: ich hoffe ja wirklich, dass ihr alle euch schon darauf vorbereitet, als 666ten kommentar ein paar schöne böse metal-lyrics zu posten

Dr. Klaus Miehling
Dienstag, 06.02.07 23:20
 

an dboon:
„Echt ein süsser Gedanke,dass die Gewalt abnimmt,weil sie 'geächtet' oder sogar 'verboten' ist.Gott bewahre.Da sagen sie seit Wochen,dass das illegale downloaden von Musik so zugenommen hat (obwohl es ja verboten ist,und dann diese Gesetzesgläubigkeit?Das nimmt ihnen keiner ab,das ist bewusst irreführend,um seine Ziele zu erreichen."
Nein, irreführend ist, wie Sie mir die Worte auf dem Bildschirm herumdrehen! Ich sagte nicht, familiäre Gewalt nimmt ab, weil sie verboten ist - obwohl ich durchaus der Meinung bin, daß ein Verbot bei EINIGEN Menschen durchaus eine Wirkung hat (es hören ja nicht alle Gewaltmusik ...) -, sondern ich meinte, daß das veränderte gesellschaftliche Klima gegenüber familiärer Gewalt ein Anzeichen dafür ist, daß Eltern heute eher als früher Gewalt als Mittel der Erziehung in Frage stellen, und daß deshalb heute mit weniger Gewalt erzogen wird als früher. Denken Sie auch an die Welle der antiautoritären Erziehung seit den 1960er Jahren! Aber Sie scheinen ja Zahlen zu haben, die das Gegenteil belegen. Wo sind sie?
„Somit können beengte Wohnverhältnisse nicht für den Anstieg der Kriminalität verantwortlich gemacht werden. Noch ein Beispiel für ihre Besserwisserei.Ohne auch nur ein bisschen Ahnung davon haben,behaupten sie in ihrer Arroganz solche Dinge.Es gibt übrigens Studien,dass genau die beengten Wohnverhältnisse für Gewaltentstehung ausschlaggebend sind,auch z.B. nachzulesen in der FR von gestern."
Sie wollen wieder nicht zur Kenntnis nehmen, was ich wirklich schreibe. Es geht nicht darum, was Studien (die in Ihren Augen offenbar nur dann seriös sind, wenn Sie Ihre, nicht wenn sie meine Position stützen) zum Zusammenhang von Wohnverhältnissen und Kriminalität ergeben haben. Wenn stimmt, was Sie schreiben, und was ich mangels besseren Wissens nicht widerlegen kann, dann heißt das in Zusammenhang mit den Fakten a) die Kriminalität ist angestiegen während b) die durchschnittliche Wohnfläche pro Person zugenommen hat, daß beengte Wohnverhältnisse nicht für den ANSTIEG der Kriminalität verantwortlich sein können. Daß Kriminalität mehrere Ursachen hat bzw. in Korrelation mit vielen Dingen steht, weiß ich natürlich und habe ich noch nie bestritten. Worum es mir geht und uns allen gehen sollte, ist die Frage: Warum ist die Kriminalität von den 1960er bis zu den 1990er Jahren so stark angestiegen, was hat sich in dieser Zeit so sehr verändert, daß es das hervorrufen konnte? Und da greift Ihr Argument mit den beengten Wohnverhältnissen eben nicht!
„alle wären doch froh wenn sie hier endlich schweigen."
Dann stellen Sie eben keine Fragen mehr! Außerdem ist das eine falsche verallgemeinernde Behauptung (s.o. Bilbo 55).

Reisender
Mittwoch, 07.02.07 00:47
 

war da nicht der Herr Hannibal Lecter der klassische Musik gehört hat?
ok jetzt mal im ernst... ich höre rock, heavy metal, techno, rap und auch beatles ab und zu... wenn jemand wegen musik eine straftat begeht, der war dann sowie krank im kopf. Es gibt manche kranken die wegen einem falschen wort den anderen nieder strechen so ist es halt ^^. Ich sag nur Fernsehen, Computer, "Bild" was meiner meinung nach zu viel dummes erzählt, umgang mit gewalttätigen menschne, stress was in dieser zeit nicht wegzudenken ist, religion

Reisender
Mittwoch, 07.02.07 00:49
 

dboon
Mittwoch, 07.02.07 09:53
 

"Es geht nicht darum, was Studien (die in Ihren Augen offenbar nur dann seriös sind, wenn Sie Ihre, nicht wenn sie meine Position stützen)" Genau das machen sie hier seit mehrere Wochen,alle wird so lange gedreht und gewendet,bis es ihnen in den Kram passt,danke für die Vorlage.

Kolchling
Mittwoch, 07.02.07 10:02
 

@Dr. Klaus Miehling
Was hätte Wagner wohl für Musik in der heutigen Zeit gemacht?

Ich finde durchaus, dass klassische Musik gewaltverherrlichend sein kann. Es müssen ja nicht immer die Texte sein, die emotionale Ausdrücke verarbeiten.

torsten
Mittwoch, 07.02.07 11:08
 

Nein, das ist nicht meine Meinung. Herr Miehling, wenn ich meine Meinung vertrete, verkaufe ich sie jedenfalls niemandem als wissenschaftliche Erkenntnis! Über Meinungen können wir natürlich auch noch diskutieren. (Nichts anderes passiert hier eigentlich...)
Ich will nur darauf hinaus, das Sie sattsam bekannte Faktoren (z.B. Erziehung) außen vor lassen. Natürlich werden Sie jetzt sagen, daß das auch nicht Thema ihres Buches ist. Aber einen Absatz in Ihrer Argumentation sollte Ihnen der Verweis schon wert sein! Auch hier fallen Ihre Schwächen in der Kommunikation Ihrer Arbeit auf. Wenn Sie ihre Erkenntnisse (m.E. Thesen) "unter's Volk" bringen wollen, müssen sie anders kommunizieren.

Andi
Mittwoch, 07.02.07 14:23
 

Sie haben immer noch nicht begriffen: Wenn sie eine Aussage über das Wirken von Musik machen wollen, müssen sie positive und negative Aspekte gegenüberstellen. Und dann noch herausfinden mit welcher Wahrscheinlichkeit ein Musikhörer tatsächlich Aggressionen (Aufgrund der Musik versteht sich) entwickelt.
Viel Spaß bei der Forschung. Ihre Studien beziehen sich, wie sie selber sagen, auf Medien. Medien sind aber ein sehr weites Spektrum und einen "Wirkungsanteil" für die Musik können sie aus diesen Studien nicht ableiten.

Zu den Naturwissenschaftlichen Beweisen: Ich wollte ihnen nur klar machen, dass der Vergleich mit dem rauchen (den sie sehr häufig schon verwendet haben) nicht angebracht ist, da das Mittel der Beweisführung grundlegend anders ist.

Jakob
Mittwoch, 07.02.07 14:48
 

Ich zitiere aus dem Spiegel, Ausgabe 50/2006, S. 58:

"Nach einer Untersuchung des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen stieg das Empfinden der Bürger, quasi von Verbrechern umstellt zu sein, zwischen 1993 und 2003 beträchtlich: Die Kriminalität habe insgesamt, so das Gefühl der Befragten, um 37 Prozent zugenommen, die Zahl der Morde sei um 27 Prozent gestiegen, die Sexualmorde hätten sich sogar mehr als verdreifacht. Die Realität indes sieht zum großen Teil anders aus: Die Zahl der Taten nimmt in vielen Bereichen deutlich ab (siehe Grafik). „Die Menschen haben ein völlig überzogenes Bild von der Höhe der Kriminalität in Deutschland“, sagt der Kriminologe Christian Pfeiffer.
Dass die Schere zwischen Wahrnehmung und Wirklichkeit so weit auseinanderklafft, lasten nicht nur Kriminologen dem Fernsehen an. „Gewaltdarstellungen in Unterhaltungsprogrammen beeinflussen die Vorstellung der Zuschauer von der Realität“, sagt der Mainzer Publizistikprofessor Michael Kunczik. Das gelte besonders für Vielseher."

Lieber Herr "Dr." Miehling,

anfangs war ich noch amüsiert über diese Diskussion, doch je mehr ich davon lese, desto schockierter bin ich. Es ist einfach nur lächerlich, was für Schwachsinn Sie hier als wissenschaftliche Erkenntnis verkaufen. Als ernsthafter Musikwissenschaftler hätten Sie sich mit dem Phänomen der "Gewaltmusik" in empirischen Studien beschäftigt, hätten also die tatsächlichen Einflüsse dieser Musik auf ihre Hörer in wissenschaftlichen Experimenten selbst untersucht. Alles was Sie jedoch tun, ist auf irgendwelchen sonstwo hervorgekramten Statistiken herumzureiten, um Ihre haarsträubende Meinung als "wissenschaftlich" fundiert darzustellen. Wie wenig man Sie als Musikwissenschaftler doch tatsächlich ernst nehmen kann, zeigen Ihre diversen Antworten auf musik- und stückspezifische Beispiele hier im Forum. Von einem Experten der klassischen Musik sollte man schon erwarten können, dass er mit dem Beispiel Mozarts vertraut ist, der den kaiserlichen Hof mit der Aufführung von - verbotenen - Ballettstücken provozierte. Auch kann man allein auf der Basis von Statistiken keine Aussagen über eine Musik treffen, mit der man sich persönlich nicht einmal beschäftigen will (zumal als "Musikwissenschaftler").

Der oben zitierte Text aus dem Spiegel zeigt doch, wie dilletantisch Sie selbst mit den Statistiken noch umgehen. Seit Tagen lassen Sie sich hier über steigende Kriminalität aus, von der faktisch doch überhaupt keine Rede sein kann. Und selbst wenn dem so wäre, könnten Sie diese Tatsache noch lange nicht mit der steigenden Quadratmeterzahl pro Einwohner in Verbindung bringen, da Sie dafür auch die auseinanderklaffende Wohlstandsschere berücksichtigen müssten: Immer weniger Reiche leben auf immer mehr Grund und Boden, während immer mehr Angehörige des Prekariats sich auf immer weniger Raum zusammenpferchen müssen - auch wenn Ihre "Satistik" da im gesamtdeutschen Durchschnitt wieder etwas anderes "beweist".

Lieber Herr Doktor Miehling, vielleicht sollten Sie die Gründe für Ihre "Panikattacken" beim Hören von Gewaltmusik nicht in der Musik suchen, sondern in sich selbst. Ich persönlich bin der Meinung - nach all dem, was Sie hier geschrieben haben - dass Sie ein gravierendes Problem mit sich selbst haben und dies nun auf Ihre Umwelt abzuwälzen versuchen. Vielleicht wäre die vierstellige Eurosumme, die Sie in Ihr Buch gesteckt haben, besser in einen Psychologen investiert gewesen.

Ich weiß, dass Sie auf diesen Beitrag sicherlich wieder eine neunmalkluge Antwort verfassen werden, doch ich kann Ihnen gleich schon sagen, dass ich darauf nicht mehr reagieren werde. Ich habe meine Meinung gesagt und halte es für sinnlos, weiter mit einem bornierten, uneinsichtigen Menschen wie Ihnen über solche Themen zu diskutieren. Dafür ist mir das Leben einfach zu schön.

dboon
Mittwoch, 07.02.07 15:44
 

Wie können sie immer noch behaupten,dass es eine Entlastung auf dem Wohnungsmarkt gibt,weil mehr Quadratmeter pro Person zur Verfügung stehen.Sie haben hier gar nichts verstanden,wollen es auch nicht.Natürlich ist es so,dass viele in beengten Verhältnissen leben,das hat mit der Zahl der qm/Person nichts zu tun.Da schliesse ich mich der Argumentation von "jakob" (s.o.) an,dass es immer mehr Reiche gibt,die auf immer mehr qm leben.Sie ignorieren zu viele wichtige Faktoren. Es geht um die Entstehung von Gewalt und auslösende Faktoren.Nichts aber auch gar nichts erhellendes haben sie zu diesem Thema beigetragen,nur ihre Thesen verteidigt,ohne auch nur einmal hier etwas berücksichtigt zu haben,was hier im Forum diskutiert wurde.Warum? Sie glauben sie hätten Recht,aber dem ist nicht so,sie nutzen dieses Forum,um ihre völlig verquere Weltanschauung zu rechtfertigen.In keinem Artikel der sich mit Gewaltentstehung beschäftigt ist auch nur im entferntesten etwas zu lesen,was ihre Thesen stützen könnte. Das gibt doch zu denken.Wahrscheinlich beelendet sie auch die Tatsache,dass sie es nur zu einem kleinen Forum geschafft haben,wo ihre Thesen immerhin diskutiert werden.Es gibt auch Foren in Musikzeitschriften oder Webseiten von Rockbands wo sie als völlig durchgeknallt bezeichnet werden,zum Teil völlig unter der Gürtellinie.Da ist das hier Gold dagegen.Nur fragt man sich,wo gibt es eigentlich Befürworter ihrer Thesen?Mir ist noch keine einzige untergekommen?Warum schreibt keine der grossen Tageszeitungen eine Rezension ihres für die Menschheit ach so wichtigen Buches?Mir ist zumindest keine bekannt.Oder wie wäre es mal mit Freiburger Wochenbericht oder Stadtkurier?Schön dass sie zumindest "bilbo55" als Fürsprecher Für eine Fortsetzung der Diskussion gewonnen haben(leider nicht als Befürworter ihrer verwirrten Thesen).Somit gibt es immer noch keinen,der sie versteht.

Proggie
Mittwoch, 07.02.07 15:53
 

"Gewaltmusik ist an der hohen Staatsverschuldung schuld"

HÄ? Langsam hängts aber? Oder?

Ich ziehe mich zurück. Ich werde in Zukunft weiter MEINE Musik hören.

Ach ja noch was:

Ich hab auch mal versucht, alle meine Kumples dazu zu bewegen, Prog anzuhören. Wurde aber stattdessen abgewiesen. Ja, auch ich fände es besser, komplexere Musik zu hören.

Aber im Gegensatz zu ihnen sehe ich nun ein:

Unsere Welt ist bunt, nicht schwarz-weiß, wie Sie das immer sehen.

Es gibt nun mal Rap, Metal, Rock und Pop. Ja, dann lasst doch die Metller matteln, die Rapper rappen, die Rocker rocken. Das ist eben unsere Welt. Sie können diese Musik genausowenig abschaffen, wie der Ku Klux Klan die Schwarzen ausrotten will. Geht einfach nicht...

Dr. Klaus Miehling
Mittwoch, 07.02.07 21:56
 

an torsten:
„Natürlich werden Sie jetzt sagen, daß das [Erziehung] auch nicht Thema ihres Buches ist. Aber einen Absatz in Ihrer Argumentation sollte Ihnen der Verweis schon wert sein!"
Zum Thema „Erziehung" habe ich mich in meinem Buch im Unterkapitel „Pädagogische Maßnahmen" geäußert. Verschiedene mögliche Einflüsse auf die Kriminalitätsrate werden im Kapitel „Gewaltmusik als Ursache?" diskutiert.

an Jakob:
„Von einem Experten der klassischen Musik sollte man schon erwarten können, dass er mit dem Beispiel Mozarts vertraut ist, der den kaiserlichen Hof mit der Aufführung von - verbotenen - Ballettstücken provozierte."
Sehen Sie sich einmal die Musikenzyklopädie MGG an: 26 Bände mit je an die 1000 Seiten. Heutzutage kann kein Wissenschaftler alles kennen und wissen, was sein Fach betrifft (und was in MGG steht ist natürlich längst nicht alles) .
„Der oben zitierte Text aus dem Spiegel zeigt doch, wie dilletantisch Sie selbst mit den Statistiken noch umgehen. Seit Tagen lassen Sie sich hier über steigende Kriminalität aus, von der faktisch doch überhaupt keine Rede sein kann."
Sie nehmen einfach nicht zur Kenntnis, was ich schreibe. Ich sprach von der Verdreifachung der Kriminalität zwischen den 1960er und 90er Jahren und dem Anstieg speziell der jugendlichen Gewaltkriminalität in den 90ern. Ersteres läßt sich mit dem Siegeszug der Gewaltmusik allgemein, letzteres mit der HipHop-Welle in Verbindung bringen. In den letzten Jahren mit stagnierender oder leicht sinkender Kriminalität (nochmals: auch aufgrund des demographischen Faktors) sehe ich keinen weiteren Anstieg der Verbreitung von Gewaltmusik, noch einen neuen Stil, der wie der Rap, in besonderer Weise mit der Kriminellenszene verbunden wäre.
„Und selbst wenn dem so wäre, könnten Sie diese Tatsache noch lange nicht mit der steigenden Quadratmeterzahl pro Einwohner in Verbindung bringen,"
Das tue ich doch gar nicht! Ich habe nur das Argument widerlegt, die steigende Kriminalität habe etwas mit beengten Wohnverhältnissen zu tun.

an dboon:
„Da schliesse ich mich der Argumentation von 'jakob' (s.o.) an,dass es immer mehr Reiche gibt,die auf immer mehr qm leben."
Dem steht aber gegenüber, daß sich heute kleinere Familien auf die Wohnungsbestände verteilen. Aber ich werde hier gerne exakte Zahlen zur Kenntnis nehmen, falls sie jemand vorlegen kann.
„In keinem Artikel der sich mit Gewaltentstehung beschäftigt ist auch nur im entferntesten etwas zu lesen,was ihre Thesen stützen könnte. Das gibt doch zu denken."
Nicht in Artikeln, aber in kriminologischen Büchern habe ich Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen Gewaltmusik und Kriminalität gefunden. Im übrigen gebe ich Ihnen recht: Ja, das gibt zu denken. Es ist das Resultat eines ungeheuren gesellschaftlichen Verdrängungsprozesses. Die Gründe dafür dürften sich mit denjenigen überschneiden, die ich am 4. 2. (an Proggie) für die große Akzeptanz von Gewaltmusik geltend gemacht habe.
„Es gibt auch Foren in Musikzeitschriften oder Webseiten von Rockbands wo sie als völlig durchgeknallt bezeichnet werden,zum Teil völlig unter der Gürtellinie.Da ist das hier Gold dagegen."
Na bitte, daß Gewaltmusikhörer so mit Andersdenkenden umgehen, bestätigt wieder meine Thesen.
„Nur fragt man sich,wo gibt es eigentlich Befürworter ihrer Thesen?"
Der Philosophieprofessor Ludger Lütkehaus hat ein Geleitwort für das Buch geschrieben, eine Dame aus Norddeutschland hat mir telefonisch ihre Zustimmung bekundet, ein Bundestagsabgeordneter hat sich positiv geäußert. Bekanntlich greifen Kritiker lieber zur Feder oder zum Telefonhörer als Befürworter, und wenn Sie den Anteil von Gewaltmusikhörern in der Gesellschaft bedenken, ist klar, daß die meisten Reaktionen so ausfallen wie in diesem Forum.
„Warum schreibt keine der grossen Tageszeitungen eine Rezension ihres für die Menschheit ach so wichtigen Buches?"
Wie ich bereits schrieb, gab es beim Verlag viele Rezensionsanfragen. Das Buch hat 685 Seiten, und das muß erst einmal gelesen werden. Ich weiß nicht, wie es bei Zeitungen ist, aber bei Fachzeitschriften dauert es normalerweise ein bis zwei Jahre bis eine Rezension erscheint. Bisher gab es Rezensionen in der Freiburger Studentenzeitung „Universitas" (WS 2006/07, mit falschen Zitaten!), in „Die Brücke" 2006/4 und eine kurze Vorstellung auf http://www.ndr4.de Außerdem bringen Sie mich dazu, nochmals darauf hinzuweisen, daß das Buch im vergangenen Oktober auf Rang 4 der Sachbuch-Bestenliste war.

an Proggie:
„'Gewaltmusik ist an der hohen Staatsverschuldung schuld'
HÄ? Langsam hängts aber? Oder?"
Wieder ein Beispiel für ein falsches Zitat. Ich sagte, Gewaltmusik sei „EINE Wurzel mehrerer grundlegender Übel und Probleme (bzw. genauer: des AUSMASSES, das diese Probleme erreicht haben)" und nannte dabei auch die Staatsverschuldung, was ich gerne näher erläutere:
Gewaltmusik ist bekanntlich meiner Überzeugung nach ein entscheidender Motor des Wertewandels der 1960er Jahre und der daraus resultierenden steigenden Kriminalität. Wir haben Steuerhinterziehung und Sozialbetrug ungeheuren Ausmaßes. Die Schäden gehen jährlich in die zig-Milliarden. Ohne diese Schäden hätte der Staat ohne Schuldenaufnahme die gleichen Leistungen bieten können. Zum Wertewandel gehört auch der Triumph von Anspruchsdenken und Hedonismus über persönliche Verantwortung und Voraussicht, und auch Politiker sind von diesem Wertewandel nicht ausgenommen, haben sich wohl auch zu sehr von Leuten einschüchtern lassen, die (wiederum im Zeichen des Wertewandels) mit einer Aufkündigung des „sozialen Friedens" drohten, wenn man die „Ansprüche" des Volkes auf staatliche Rundumversorgung nicht befriedigt.

Müllmann
Mittwoch, 07.02.07 22:29
 

657..

Woe to you, Oh Earth and Sea, for the Devil sends the
beast with wrath, because he knows the time is short...

dboon
Donnerstag, 08.02.07 11:17
 

"Der Philosophieprofessor Ludger Lütkehaus hat ein Geleitwort für das Buch geschrieben, eine Dame aus Norddeutschland hat mir telefonisch ihre Zustimmung bekundet, ein Bundestagsabgeordneter hat sich positiv geäußert." Da hätten wir schon mal drei Befürworter ihrer Thesen.Nur welche Gesinnung diese 3 Menschen haben wird auch nicht klar. "Ich habe nur das Argument widerlegt, die steigende Kriminalität habe etwas mit beengten Wohnverhältnissen zu tun. Sie haben das Argument nicht widerlegt,sie haben lediglich ihren Ansatz dazu kolportiert. "Na bitte, daß Gewaltmusikhörer so mit Andersdenkenden umgehen, bestätigt wieder meine Thesen" Ist es denn bereits gewalttätig oder gewaltbereit,wenn man ihre Ansichten und auch sie selbst als durchgeknallt empfindet?Das zeigt doch überdeutlich,was sie für ein Menschenbild haben.Jeder,der etwas deutlicher seine Ablehnungwas ihr Buch betrifft zum Ausdruck bringt,wird gleich in die Gewaltschublade gesteckt. "daß das Buch im vergangenen Oktober auf Rang 4 der Sachbuch-Bestenliste war. Ach ,wahrscheinlich aufgrund der "erschreckend" vielen Rezensionsanfragen. "Gewalt an den Schulen ist sein Aufhänger" (NDR 4) Nun haben wir aber gesehen,dass die Gewalt faktisch nicht zugenommen hat,sondern nur das "Anzeigeverhalten".Daraus muss man schliessen,dass ihr Buch keinen aktuellen Bezug hat,was interessieren schlecht ausgewertete Statistiken,wenn sie dazu noch keinen Bezug zu den Verhältnissen heute haben?Kurz gesagtihr Buch befasst sich mit Verhältnissen der Vergangenheit,was soll man heute noch damit anfangen? Sie verhalten sich hier selbstherrlich,glauben die "akademische Wahrhaftigkeit" zu besitzen.Deswegen ist ihre Argumentation keinen Deut besser,als die von ihnen angeprangerten Fans der o.a. Musikforen.

DaiDaiyueka
Donnerstag, 08.02.07 12:27
 

also bitte....
es gibt leute die auf laute musik reagieren und andere, die es nicht tun....
klar, dass bei konzerten wie Rammstein, Slipknot, Dir en grey oder Despairs Ray leute zum pogen animieren....dass es einige verletzte gibt, doch is diese immer zu unabsichtlich....die leute lassen nur ihre freude an der musik freien lauf....

und einige der lieder sind wirklch gut, um agressionen abzubauen....
jeder hat da seinen eigenen geschmack....

ich für meinen teil liebe laute und harte musik....wieso auch nciht....aber das musst nicht heißen, dass ich nur diese musik höre und gewaltätig bin....ich kann slipknot und gleich danach Mozard hören....hab ich keine probleme mit....weil es musik ist, die ich mag und die mich selbst bezüglich nicht agressiv macht....

ich sage nicht, dass seie es noch einmal überdenken sollen, in gewissen hinsicht is es richtig...dass musik gewaltätig machen kann ja....ich kenne einige beispiele...doch sollte man sie dann gleich verbieten????nur weil 1 unter 10000 davon agressiv wird????

mightymightymatze
Donnerstag, 08.02.07 12:52
 

Harrharr! *tränewegwisch* Habe gerade Sean Price gehört. Muss jetzt ein paar Leute erschießen gehen! Lese später zu Ende!

Subversive1
Donnerstag, 08.02.07 16:06
 

"Grauzone Liedermacher und klassische Musicals."

Also sowas wie Frank Rennicke und Richard Wagner?

Die Absichten Herrn Mehlings sind doch absolut deutlich:

Hass schüren gegen von Immigranten geprägte Subkultur und freidenkende Jugendliche!

Sie haben sicher auch etwas gegen die verenglischung UNSERER SCHÖNEN DEUTSCHEN SPRACHE, reden am Stammtisch viel über Leitkultur und die genetische Überlegeheit der arischen Rasse und finden die deutschen hätten deutlich mehr Einfluss auf der Welt verdient...

Laufen sie mir besser niemals über den Weg, denn ich bin von Gewaltmucke vollkommen indoktriniert und träume den ganzen Tag nur davon eines Tages Nazisschweine wie sie reihenweise abzuschalchten und aus ihren Körpern umweltfreundlichen Treibstoff her zu stellen!



Behindert?
Donnerstag, 08.02.07 19:02
 

Du kleiner Punk begreifst wohl gar nix!!!??

"Nazischweine wie Sie"

Die Zecken werden immer dümmer!!!

Markus
Donnerstag, 08.02.07 19:12
 

man sieht ihm schon an das er nicht viel sozialen erfolg gehabt hat. komischerweise sind es meistens diese leute die etwas verteufeln was die masse der menschheit bewegt. in diesem fall ist es die musik, genauer moderne musik. wüsste zu gerne was er zu mir sagen würde. ich mag klassische musik, pop, techno und black music. habe familie, arbeit und war nie gewalttätig und habe es auch nicht vor.

Markus
Donnerstag, 08.02.07 19:12
 

man sieht ihm schon an das er nicht viel sozialen erfolg gehabt hat. komischerweise sind es meistens diese leute die etwas verteufeln was die masse der menschheit bewegt. in diesem fall ist es die musik, genauer moderne musik. wüsste zu gerne was er zu mir sagen würde. ich mag klassische musik, pop, techno und black music. habe familie, arbeit und war nie gewalttätig und habe es auch nicht vor.

Bilbo 55
Donnerstag, 08.02.07 19:23
 

hoi!was meint ihr?bei wievielen Kommentaren kackt der Server ab ;)

Also Herr Miehling als Nazischwein zu bezeichnen ist und bleibt ein Unverschämtheit!Ein Hinweis:Nicht alle die extreme Meinungen vertreten sind Nazis.Es gibt außer den nazis da noch die Linksradikalen,die kapitalisten,die musikverbieter.....
die ham nur eins gemein,sind alle zu hinterfragen!!!(besonders Letztere)

Berman
Donnerstag, 08.02.07 21:31
 

Proggie:
"Ich hab auch mal versucht, alle meine Kumples dazu zu bewegen, Prog anzuhören. Wurde aber stattdessen abgewiesen. Ja, auch ich fände es besser, komplexere Musik zu hören."

Immer dranbleiben! Hattest du nicht geschrieben, dass du 16 bist? In diesem Alter ist es schwierig gleichgesinnte zu treffen. Du hast mit dem Genre Neoprog/Prog Rock/Metal schon eine sehr feine Wahl getroffen! Ich persönlich bevorzuge Neo-Progmetal und älteren Progrock, den man damals noch nicht so nannte...
Allerdings kann es nicht immer damit hinhauen... an einem schönen Juni Nachmittag muss einfach "June Afternoon" von Roxette her... manchmal braucht mans einfacher ;).

Warst du mal auf der Seite http://www.hifi-forum.de ? Dort findest du eine Menge Gleichgesinnte. Ich selber habe in meinem Freundeskreis kaum Leute gefunden die so wie ich Prog begeistert sind, da gibt es eher andere Berührungspunkte.

Bilbo 55:
"hoi!was meint ihr?bei wievielen Kommentaren kackt der Server ab ;)"

Nun ja, es sind schon über 600. Bei mir lädt diese Page schon derb zäh. Liegt wohl daran, dass dies eben nicht als ein vollwertiges Forum sondern eben nur als Kommentarboard ausgelegt ist.

Vielleicht macht sich ja jemand die Mühe und lässt es "umziehen"? Man müsste ja nur ein kleines Programm schreiben, welches die Comments nebst Usernamen in Beiträge verwandelt. (Nein, ich kann das leider nicht *G*)

Gruß,

Berman

Dr. Klaus Miehling
Donnerstag, 08.02.07 23:35
 

an dboon:
„Ist es denn bereits gewalttätig oder gewaltbereit,wenn man ihre Ansichten und auch sie selbst als durchgeknallt empfindet?Das zeigt doch überdeutlich,was sie für ein Menschenbild haben.Jeder,der etwas deutlicher seine Ablehnungwas ihr Buch betrifft zum Ausdruck bringt,wird gleich in die Gewaltschublade gesteckt."
Sie stellen eine Frage an mich, beantworten Sie aber gleich selbst, und das falsch. Ich habe nicht behauptet, daß Äußerungen „völlig unter der Gürtellinie" (Ihre Worte) in die „Gewaltschublade" gehören, jedenfalls nicht in die für körperliche Gewalt - von verbaler Gewalt kann man freilich schon reden. Zwischen „deutlichen" und beleidigenden Worten ist ein Unterschied. Vielleicht ist es in Ihren Kreisen normal, so miteinander umzugehen; in meinen nicht. Jedenfalls bestätigt es, wie Gewaltmusik die Umgangsformen vulgarisiert.
„daß das Buch im vergangenen Oktober auf Rang 4 der Sachbuch-Bestenliste war. Ach ,wahrscheinlich aufgrund der 'erschreckend' vielen Rezensionsanfragen."
Sie glauben doch nicht im Ernst, daß die Journalisten, welche die Bücher aussuchen, bei allen Neuerscheinungen die Verlage anschreiben, fragen, wieviele Rezensionsexemplare angefordert wurden und danach ihre Bestenliste ausrichten (zumal bei der wohl monatl. vierstelligen Zahl neuer Bücher dann Dutzende auf denselben Rang kämen)? Wenn dies das Kriterium wäre, bräuchte man auch nicht 25 (ungefähr, soweit ich mich erinnere) Journalisten dafür.
„Kurz gesagtihr Buch befasst sich mit Verhältnissen der Vergangenheit,was soll man heute noch damit anfangen?"
Es befaßt sich mit beidem! Wenn Gewaltmusik negative Folgen hat, dann muß das ja auch auf die Gewaltmusik der Vergangenheit zutreffen. An der Entwicklung der Jahre von etwa 1950 (USA) / 1960 (Europa) bis 1990 läßt sich der Zusammenhang von Gewaltmusik und Wertewandel am besten aufzeigen. Kürzere und rezentere Zeiträume sind immer schwieriger zu beurteilen; ja, da gibt es noch den Zusammenhang zwischen Rap und jugendl. Gewaltkriminalität in den 90ern, aber zu den letzten Jahren läßt sich noch nicht viel sagen. Allerdings habe ich natürlich Literatur bis zur Gegenwart ausgewertet, und es sind auch viele Beispiele aus dem 21. Jh. im Buch.

an DaiDaiyueka:
„in gewissen hinsicht is es richtig...dass musik gewaltätig machen kann ja....ich kenne einige beispiele..."
Na, das haben jetzt hoffentlich alle gelesen!!!
„doch sollte man sie dann gleich verbieten????nur weil 1 unter 10000 davon agressiv wird????"
Zur Frage von Verboten habe ich mich schon geäußert (20. 1., 19. 12.). Und wie ich am 25. 1. schrieb ist es wohl nicht einer von 10.000, d.h. 0,01 %, sondern es sind eher gegen 6 %, und das ist nur die kurzfristige, nicht die langfristige Wirkung! Aber selbst wenn man von der scheinbar so geringen Zahl von 6 % ausginge: Wenn 6 % der etwa 10 Mio. deutschen Jugendlichen durch Gewaltmusik kriminalisiert würden, dann wären das 600.000. Wenn von diesen jeder im Durchschnitt sagen wir zehn Straftaten im Jahr begeht (was z.B. bei Schwarzfahren und Ladendiebstahl leicht zusammenkommen kann), dann wären das 6 Mio. vermeidbarer Straftaten jährlich! Wenn Gewaltmusik von so vielen Menschen so oft und regelmäßig und über einen langen Zeitraum gehört wird, wie es nun mal der Fall ist, dann ergeben sich selbst aus kleinen Prozentzahlen riesengroße Auswirkungen.

Bilbo 55
Freitag, 09.02.07 00:23
 

"was z.B. bei Schwarzfahren und Ladendiebstahl leicht zusammenkommen kann"

Jetzt mal im ernst!Sie wollen mir doch nicht weißmachen dass Leute aufgrund von Musik schwarzfahren?Das ganze ist doch ganz simpel:Das Risiko erwischt zu werden is so gering,dass es sich lohnt (zumindest in den Augen mancher Leute) schwarz zu fahren.Man spart Geld und Geld kann ja eigentlich jeder gebrauchen.Wenn es also schon vom finanziellen Aspekt her Sinn macht,schwarz zu fahren,bleibt als Gegenwirkung nur noch die Moral.Das Fressen kommt aber bekanntlich vor der Moral (ist ja auch nur natürlich).Auch wenn es heute nicht mehr ums "Fressen" geht,so doch um Geld,dem auch wieder jeder Mensch ganz individuell einen eigenen Wert zuweist.Somit sehen es einige als lohnend an,schwarz zu fahren und andere als verwerflich.Das sagt aber immer noch nichts darüber aus,ob das Schwarzfahren in irgendeiner Form auf Musik zurück geht.
(außer wenn der Täter das Fahrgeld für CD´s ausgegeben hat und daher zahlungsunfähig ist,was aber auch beim kaufen von Klassiktonträgern passieren).

Berman
Freitag, 09.02.07 03:56
 

...mal davon abgesehen, dass es erst seit einigen Jahrzehnten effektiv(!) öffentliche Verkehrsmittel gibt. Somit haben Untersuchungen ob "Schwarzfahren" teilweise auf "Gewaltmusik" zurückzuführen ist keinerlei Aussage.

Seit es öfffentliche Verkehrsmittel GIBT fahren die Leute schwarz, da beisst die Maus keinen Faden ab. In der Zeit der Klassik gab es noch keine Deutsche Bahn. Und nun, Herr Miehling, zaubern Sie bitte keine Untersuchung aus dem Hut, die besagt, dass Schwarzfahrer in erster Linie unter den Gewaltmusik"-Hörern zu finden sind.

Viele die in den 70ern und 80ern jung waren (so aus Berichten meiner Eltern und meines Onkels) haben sich regelrechten Schwarzfahrergemeinschaften angeschlossen, weil für öffentliche Verkehrsmittel einfach kein Geld da war. Jeder hat in die Kasse eingezahlt, die Kasse hat dann Geld ausgespuckt, wurde man erwischt. Ob Klassikhörer oder Rockhörer hat keinerlei Rolle gespielt... Nun kommen Sie mir nicht mit Gesetzestreue und Heiligenschein-Denken; dass Schwarzfahren rechtswidrig ist, ist mir bewusst. Dem Untergang zugeführt wird damit ein milliardenschweres Unternehmen wie die DB allerdings nicht. (es ist immer in gewisser Weise die Frage WEN man schädigt, um ein Delikt scharf zu verurteilen. Ich glaube kein Jugendlicher würde die Münzen aus dem Hut eines Obdachlosen stehlen?! Doch leider haben Sie dieses Denken für sich noch nicht entdeckt.)

Heute kann ich in meinem Bekanntenkreis beobachten, dass immer weniger Leute zum Schwarzfahren "getrieben" werden, da es einfach mittlerweile (meist in Verbindung mit Ausbildung oder Schule) fairere Möglichkeiten gibt mit einem öffentlichen Verkehrsmittel von A nach B zu gelangen (Semesterticket beispielsweise...).

Diebstahl (früher wohl in erster Linie Mundraub, damals gab es keine Handys auf die Jugendliche scharf waren) gab es früher genauso wie heute. Heute heisst es in den meisten Fällen Ladendiebstahl, und dieser wird hart verfolgt. Jeder ist sich den Folgen bewusst, kein Kid denkt "Ich komm schon davon..."... auf jeden Fall spätestens beim zweiten Mal nicht mehr. Aber sicherlich hört kein Jugendlicher Musik, und denkt sich dann "Geh ich mal einen Ipod klauen!"

Das soziale Umfeld, fehlende Unterstützung in der Schule, der fehlende Rückhalt durch die Familie und vielleicht auch der Druck innerhalb der Gruppe können dazu führen diese Grenze zu übertreten.

"Aber selbst wenn man von der scheinbar so geringen Zahl von 6 % ausginge: Wenn 6 % der etwa 10 Mio. deutschen Jugendlichen durch Gewaltmusik kriminalisiert würden, dann wären das 600.000."

Absolut lachhaft. 600.000. Wäre das der Fall - und durch wissenschaftliche (nicht pseudowissenschaftliche) Studien belegbar, dann wäre die U-Musik nicht mehr existent, und die vielen Poster in diesem Forum schon längst "bekehrt".

Wundern Sie sich nicht, warum dem nicht so ist?

Mit Mondstatistiken um sich zu werfen finde ich absolut unverantwortlich.

Gruß,

Berman

Dr. Klaus Miehling
Freitag, 09.02.07 19:50
 

an Bilbo 55:
„Das Fressen kommt aber bekanntlich vor der Moral (ist ja auch nur natürlich)."
Sehen Sie, diese Einstellung ist es, die durch Gewaltmusikkonsum gefördert wird, ...
„Das sagt aber immer noch nichts darüber aus,ob das Schwarzfahren in irgendeiner Form auf Musik zurück geht."
... und daher kann Schwarzfahren (das ja nur ein Beispiel dafür war, daß ein Täter leicht eine größere Anzahl von Straftaten im Jahr begehen kann) wie jede andere Straftat auch letztlich auf Gewaltmusikkonsum zurückgehen.

an Berman:
„Nun kommen Sie mir nicht mit Gesetzestreue und Heiligenschein-Denken; dass Schwarzfahren rechtswidrig ist, ist mir bewusst. Dem Untergang zugeführt wird damit ein milliardenschweres Unternehmen wie die DB allerdings nicht. (es ist immer in gewisser Weise die Frage WEN man schädigt, um ein Delikt scharf zu verurteilen. [...] Doch leider haben Sie dieses Denken für sich noch nicht entdeckt.)"
Erstens ist die Bahn hoch verschuldet, und auch der ÖPNV wird von Steuergeldern bezuschußt. Wer schwarzfährt fährt immer auf Kosten der zahlenden Fahrgäste und der Steuerzahler. Zweitens ist ein wesentlicher Grundsatz der Rechts, daß jeder den gleichen Schutz genießt. Wer soll denn die Kriterien festlegen, wen man schädigen „darf" und wen nicht? Bald schädigen dann CDU-Wähler SPD-Wähler und umgekehrt, Türken schädigen Kurden und umgekehrt, HipHopper schädigen Metaler und umgekehrt, Gewaltmusikhörer schädigen Klassikhörer (und umgekehrt wohl weniger), etc. etc. Ihre Argumentation ist doch völlig absurd! Aber das ist nicht Thema dieser Diskussion. Vielmehr bestätigen die Stellungnahmen von Ihnen und Bilbo 55 genau das, was ich so pauschalisierend vom „typischen Gewaltmusikhörer" sage.
„Diebstahl [...] gab es früher genauso wie heute."
Aber nicht genauso oft! Die Zahl der Diebstähle verzweieinhalbfachte sich zwischen 1964 und 1989.
„Aber sicherlich hört kein Jugendlicher Musik, und denkt sich dann 'Geh ich mal einen Ipod klauen!'"
Hier gilt, was ich schon oben sagte. Gewaltmusikkonsum erhöht die kriminelle Energie; in welchen Taten sich diese äußert, hängt dann vom Individuum und von den Umständen ab.
„Das soziale Umfeld, fehlende Unterstützung in der Schule, der fehlende Rückhalt durch die Familie und vielleicht auch der Druck innerhalb der Gruppe können dazu führen diese Grenze zu übertreten."
Da muß ich wieder auf das hinweisen, was ich am 2. und 5. 1. zu primären und sekundären Ursachen der Kriminalität schrieb.
„'Aber selbst wenn man von der scheinbar so geringen Zahl von 6 % ausginge: Wenn 6 % der etwa 10 Mio. deutschen Jugendlichen durch Gewaltmusik kriminalisiert würden, dann wären das 600.000.' Absolut lachhaft. 600.000. Wäre das der Fall - und durch wissenschaftliche (nicht pseudowissenschaftliche) Studien belegbar, dann wäre die U-Musik nicht mehr existent, und die vielen Poster in diesem Forum schon längst 'bekehrt'."
Dann will ich Sie zunächst fragen: Wenn die von Ihnen und anderen genannten anderen Ursachen von Kriminalität „durch wissenschaftliche (nicht pseudowissenschaftliche) Studien belegbar" wären, dann wären folglich auch diese nicht mehr existent! Aber wieder zu den Zahlen: Der Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung, der ehemalige Punkmusiker (!) Thomas Krüger, sagte, daß „nur" 2 % der Jugendlichen durch Mediengewalt (da gehört Musikgewalt zumindest dazu) kriminalisiert würden. Damit wollte er die Wirkung herunterspielen. Dennoch würde diese Zahl immerhin 200.000 zusätzliche kriminelle Jugendliche mit hypothetischen aber sicher nicht unrealistischen 2 Mio. zusätzlichen Straftaten bedeuten. Und das gesteht sogar ein Punkmusiker zu!
„Mit Mondstatistiken um sich zu werfen finde ich absolut unverantwortlich."
Ich habe deutlich gemacht, daß dies nur ein Beispiel war, um zu zeigen, wie selbst kleine Prozentzahlen riesengroße Auswirkungen haben können. Und die genannten 6 % stammen immerhin aus Befragungen nach Gewaltmusikkonzerten, wo so viele angaben, in eine Stimmung gebracht worden zu sein, in der sie „alles kaputtschlagen" könnten.

Müllmann
Freitag, 09.02.07 20:50
 

Verdammt, 666 verpasst...

Also ein neuer Versuch mit Kommentaren zur Karnevalsmusik?!?

Ihr solltet Herrn Miehling wöchentlich eine CD-Rezension machen lassen (natürlich eine CD mit Gewaltmusik). Wäre ein Brüller

Dr. Klaus Miehling
Freitag, 09.02.07 22:48
 

Voraussichtlich werden Sie in den nächsten Tagen auf fudder.de tatsächlich etwas zur Frage „Ist Karnevalsmusik Gewaltmusik?" lesen können.

Mathis
Freitag, 09.02.07 23:48
 

Herr Miehling, das können wir doch schon bereits?
Sehen Sie einmal hier: http://fudder.de/artikel/2007/02/08/da-simmer-dabei-dat-is-gewaltmusik/


Falls es Sie interessiert, ihre Thesen wurden heute in einer Doppelstunde Musikunterricht in der dreizehnten Klasse ausführlich diskutiert - und zwar Original-Auszüge aus dem Buch. Dazu nur soviel: Ihrer Eigenschaftentabelle nach (Rubrik 1.1) ist mein Beispiel "Sacre du Printemps" -als klassisches Werk!- keine Grauzone, sondern EINDEUTIG Gewaltmusik nach Ihrer Definition!

Dr. Klaus Miehling
Samstag, 10.02.07 17:35
 

„Ihrer Eigenschaftentabelle nach (Rubrik 1.1) ist mein Beispiel 'Sacre du Printemps' -als klassisches Werk!- keine Grauzone, sondern EINDEUTIG Gewaltmusik nach Ihrer Definition!"
Das finde ich prima, daß Sie das Thema diskutiert haben! Gruß nach St. Georgen (oder war es woanders?). Bitte verstehen Sie meine Tabelle nicht falsch: Sie ist nur ein erster Versuch, gewaltmusikalische Parameter zu beschreiben. Ich hoffe, daß man mit akustischen Analysen und psychologischen Tests noch wesentlich weiterkommt. Bis dahin ist das menschliche Ohr noch immer der beste Analysator ... Leider habe ich keine Aufnahme von dem Stück, deshalb muß ich mich auf mein Gedächtnis verlassen. Zunächst einmal können es wohl nur bestimmte Abschnitte sein, die Sie meinen. Und von den Faktoren mit „hoher Relevanz" lt. meiner Tabelle kommt hier nur einer in Frage; „viel Schlagzeug". Was in der Tabelle nicht berücksichtigt ist, ist die Art des Schlagzeugs, d.h. die relative Lautstärke zum Rest der Instrumente, das Frequenzspektrum, und wie genau es rhythmisch eingesetzt wird. Das gehört zu den Dingen, die Leute anderer Fachrichtungen genauer untersuchen müßten.

Nicholas
Samstag, 10.02.07 23:45
 

Selten so gelacht.
Besonders bei der Sache mit der Solidaritätsbekundung zu amerikanischen Straftätern bin ich beinahe vom Stuhl gefallen, zufällig habe ich vor zwei Tagen einige Leute aus meiner klasse darauf angesprochen. Tja die wussten vorher noch nichts davon ich würde wetten das das den meisten anderen Jugendlichen ähnlich geht. Auf die anderen Punkte, wie das auch in der "Ernsten musik" teilweise sehr laute Schlagzeug d.h. Trommeln und Becken, was auf dasselbe hinausläuft, will ich hier erst gar nicht eingehen.

torsten
Sonntag, 11.02.07 01:04
 

schließt endlich den thread, es reicht wirklich!

Mathis
Sonntag, 11.02.07 09:48
 

Okay, ich gebs auf, schade dass Sie wirklich gar nicht mit sich reden lassen... zu einer gesunden Diskussion gehört auch dem anderen mal richtige Punkte einzugestehen, aber ihr Hass auf moderne Musik scheint so groß zu sein, dass Sie nicht mal ein einziges richtig gutes Gegenbeispiel gelten lassen können. Und es ist ein Gutes, der Meinung sind auch mein Musiklehrer und ein Musikprofessor, den Sie durchaus kennen. Da kann ich dem User Torsten dann auch nur zustimmen, weil so ist das ein offener Schlagabtausch und keine Diskussion, dann können wir das auch lassen...

Zitat:
"Das finde ich prima, daß Sie das Thema diskutiert haben! Gruß nach St. Georgen (oder war es woanders?)"

Sie sehen mich auch noch als Waldorfschüler?? *haha*
Grüße aus einer 750 Jahre alten Lateinschule aus Freiburg-Ost!

Dr. Klaus Miehling
Sonntag, 11.02.07 16:42
 

an Nicholas:
„Besonders bei der Sache mit der Solidaritätsbekundung zu amerikanischen Straftätern bin ich beinahe vom Stuhl gefallen, zufällig habe ich vor zwei Tagen einige Leute aus meiner klasse darauf angesprochen. Tja die wussten vorher noch nichts davon ich würde wetten das das den meisten anderen Jugendlichen ähnlich geht."
Das mag sein. Aber der Ursprung der Mode wirft ein bezeichnendes Licht auf die Szene. Und waren die Befragten überhaupt HipHopper?

an Mathis:
Die gewaltmusikalische „Grauzone" zeichnet sich dadurch aus, daß man für entsprechende Musikstücke Argumente finden kann, sie als Gewaltmusik einzustufen oder auch nicht. Ich sehe kein Problem darin, daß wir beim „Sacre" zu verschiedenen Ergebnissen kommen. Sie sind ja sogar noch kritischer als ich! Mit ist es lieber so als umgekehrt.
„Sie sehen mich auch noch als Waldorfschüler?? *haha*"
Ich habe es deswegen vermutet, weil ich weiß, daß Schüler aus der FWS St.Georgen hier mitdiskutiert haben.

thomsen
Dienstag, 13.02.07 13:38
 

Sehr geehrter Herr Dr. Miehling,

ich weiß nicht, ob auf diesen Aspekt bereits eingegangen worden ist, aber Sie berufen sich ja teilweise auch auf die polizeiliche Kriminalstatistik. Hier führen Sie an, dass die Kriminalität seit Einführung 1953 gestiegen sein soll und seitdem auf hohem Niveau stagniert...
Nun, das mag ja stimmen – wenn man sie als ganzes sieht – und auch, dass dies trotzdem der Fall ist, obwohl Verkehrsdelikte herausgenommen wurden und in der Folge 1/5 aller Straftaten wegfielen.
Das war bereits 1963 und ist nicht gerade eine Untermauerung Ihrer These. Was Tötungsdelikte, Kindstötungen etc. angeht hat sich schon bereits seit 1938 kaum etwas verändert.
Was gestiegen ist, sind Eigentumsdelikte. Das liegt aber auch daran, dass die Palette der möglichen Straftaten gestiegen ist. Zum Besispiel Autodiebstahl war nun mal früher weniger ein Problem, da es noch wenige Autos gab.
Drogen kamen auch erst wirklich nach dem Krieg auf. Vor allem Designerdrogen wurden hier für eine aufkommende Szene entdeckt. Auch deswegen neue Straftaten, die natürlich hinzuaddiert werden.
Desweiteren sei anzumerken, dass die Mentalität, sich tatsächlich an die Polizei zu wenden (mehr Vertrauen in die Staatsorgane, bessere Versicherungsleistungen, etc.), sich in den letzen Jahrzehnten gewandelt hat. Wo kein Richter, da kein Henker. Auch eine Erklärung, warum es mehr verzeichnete Straftaten gibt.
Auch haben Sie immer noch nicht, was bereits in der Diskussion aufgedröselt wurde, den Zusammenhang zwischen „Gewaltmusik“ (ich persönlich liebe den Begriff „Killermusik“) und Gewalt darstellen und beweisen können. In der Kriminalstatistik wird auf den Musikgeschmack der Täter nicht eingegangen.
Ich möchte Sie in ähnlich polemischer Weise darauf aufmerksam machen, dass auch die Wirtschaftskriminalität angestiegen ist. Und das von Tätern, die wohl eher auf klassische Musik, denn auf „Gewaltmusik“ stehen. Beweisen kann ich das nicht. Aber sie machen das ja auch nicht.
Die „Empirische Umfragen“, wie sie nennen, sind ein Witz. Die Täter von Gewalttaten hören nun mal eher moderne Musik. Dies ist aber eine Frage des Alters und der Bildung. Alte Menschen können keinen anderen verprügeln, weil Sie dazu rein körperlich nicht in der Lage sind. Viel interessanter wäre es zu beurteilen, inwiefern diese alten Leute früher straftätig in Erscheinung getreten sind, als sie vielleicht damals noch Gewaltmusik gehört haben.
Bei gleichem Hintergrund kann ich auch sagen, dass die Umweltverschmutzung und der Klimawandel schuld an der Kriminalität ist. Beides ist zusammen mit ihr vorangeschritten.

Zitat:
„Diktatoren wußten eben, daß Gewaltmusik staatszersetzend ist. Man mag dem in einer Diktatur noch etwas abgewinnen, nicht aber in einer Demokratie. Wollen Sie auch die Autobahnen abschaffen, weil Hitler sie bauen ließ?“

Hat das was damit zu tun, dass die Nazis wussten, dass die Musik staatszersetzend ist, oder dass die Musik, die offensichtlich die damals junge Generation begeisterte, von Schwarzen gemacht war? Das es klar ist, dass infolge dessen das Ganze schizophren wäre, wenn man „Negermusik“ gut fände und „Neger“ aber nicht, zu Verwirrung geführt hätte. Das wäre aber nicht auf das Gewaltpotential der Musik zurückzuführen, sondern darauf, dass die Nazis ihre "Glaubwürdigkeit" behalten wollten.

Sagten Sie tatsächlich, dass die Musik staatszersetzend ist? Als Fakt? Ist das auch Ihre Meinung? DAS ist unhaltbar.

Zitat:
„Mit dem Autobahnen-Vergleich wollte ich darauf hinweisen, daß das Argument „die Nazis haben es verboten, also müssen wir es erlauben" kurzsichtig und dumm ist.“

Das hat niemand gesagt. Aber bei dem Verbot der Musik ging es nicht um die Gewalt, wie oben erwähnt.

Achja. Wenn die Nazis so schlau waren und die „staatszersetzende Musik“ verboten haben, scheint das nicht sonderlich erfolgreich gewesen zu sein. Ein „staatszersetzenderes“ Ergebnis, als das Ende der Naziherrschaft kann ich mir kaum vorstellen.
...und das alles ohne „Gewaltmusik“.

Was ich auch bemerkenswert finde: Interessanterweise gehen Sie nur auf die 50er Jahre aufwärts ein.
Mir ist schon klar, warum: Die zwei blutigsten Jahrzehnte, die Europa je gesehen hat, lagen unmittelbar davor.

20 Millionen Kriegstote, 6 Millionen ermordete Juden – das passt natürlich nicht, weil es die „Gewaltmusik“ ja noch gar nicht gab.


Aber sie widersprechen ja Ihrer eigenen Behauptung:
„... da ich nie behauptet habe, Gewaltmusik sei für alles Unrecht auf der Welt verantwortlich.“

Ich sage: Wenn überhaupt spielt Gewaltmusik nur bei Spinnern eine Rolle, wie sog. „Killerspiele“. Charles Manson war ein Spinner. Und da Sie ja auch extrem empfindlich darauf reagieren, ist es vielleicht keine schlechte Idee, wenn Sie sich dieser Musik entziehen. Abewr verschonen sie den normalen Rest der Welt mit Ihrer Meinung.

Zitat:
„Die Texte meinte ich nicht, sondern die Musik.“ (hier hatte jemand geschrieben, dass es auch inhaltlich tiefgehende Texte im Hip hop gibt).

Wenn es Ihnen nicht auf die Texte ankommt, warum werden dann weiter oben von Ihnen Texte von Sido etc angesprochen? Bleiben Sie doch mal standhaft!

Zitat:
„Zwilling sind genetisch praktisch identisch. Wenn sie unmittelbar nach der Geburt getrennt werden, kann man davon ausgehen, daß Unterschiede in Persönlichkeit, Charakter und Verhalten nicht genetisch, sondern durch die Umwelt bedingt sind.“

Ja. Mag sein. Aber trotzdem können sie bei all der Umweltbeeinflussung nicht unterscheiden, welcher Anteil die gehörte Musik ausmacht. Dafür gibt es keine Experimente. Wenn ja, möchte ich Beweise.
Oder anders: Ein Kind hört gerne Techno, das andere ist Fan von Beatles, Jazz UND Klassik. Wie genau werden Ihre Ergebnisse sein?

Zitat:
„Nichts für ungut, aber widmen Sie doch den Februar lieber der Verbesserung Ihrer Rechtschreibung!“
Hier möchte ich auf das Wort „Zwillinge“ im Zitat zuvor aufmerksam machen. Es ist unangebracht, auch wenn Sie hier teilweise in niveaulose Weise angegangen werden. Im übrigen wurde eine neue Rechtsschreibung eingeführt, die anzuwenden Sie auch nicht in der Lage zu sein scheinen.

Zitat:
„Dylan benimmt sich jedenfalls wie ein typischer Gewaltmusiker. Er ist (oder war zumindest) ein Dieb, Betrüger, Drogenkonsument und Schläger.“

Jo. Friedensaktivist war und ist er auch.

Zitat:
„Die Kaufkraft eines heutigen Hartz-IV-Empfängers dürfte die eines Durchschnittsverdieners der 1950er Jahre nicht unterschreiten.“
Sie vergleichen Äpfel mit Birnen. Durchschnittsverdiener von heute mit Hartz-IV Empfänger zu vergleichen, dürfte passender sein – und hier besteht ein eklatanter Unterschied.
Fakt ist, dass der Unterschied zwischen arm und reich mehr und mehr auseinanderklafft und man früher als ungelernte Arbeitskraft besser aufsteigen konnte. Die Gründe hierfür aufzuzählen würden den Thread sprengen.

Was hier schon öfters angesprochen wurde, ist der Roman „Schöne neue Welt“. Hier bekommen die Menschen Drogen, um immer „happy“ zu bleiben.

Zitat
„Der Film Equilibrium beschreibt eine Zukunft in der den Menschen dank Medikamenten alle Emotionen geraubt werden um die Gewalt aus der Welt zu entfernen. Ein Polizeistaat. Besitz? Führt blos zu Neid. Wird verboten
Liebe? Führt blos zu Eifersucht. Wird entfernt.
Auf in den Ameisenstaat!“
Das hätte ich auch angesprochen, wenn nicht Bolle.FreiburgerStudent das getan hätte.
Was Sie verlangen ist das verleugnen von einem Teil menschlicher Emotionen, die in Musik wiedergegeben wurden. Und wissen Sie was?
GENAU das verursacht Agressionen.
Musik, Literatur, Poesie und Bilder waren schon immer ein Sprachrohr. Wenn nun jemand Metal, Hip Hop oder was auch immer für eine Musikrichtung hört, dann deswegen, weil er sich damit identifizieren kann, da er ähnlich Erfahrungen in seinem Leben gemacht hat.

In Ihrer Überlegung fehlt Ihnen, wie sie selbst einräumen, die Erkenntnis, was passiert, wenn man die Musik verbietet.
Ich denke, die Konsequenzen wären verheerend. Vor allem die Jugendlichen wären gezwungen, in anderer Weise auf sich aufmerksam zu machen.

Und das könnte sehr gut Gewalt sein...

torsten
Dienstag, 13.02.07 23:54
 

@thomsen: chapeau!

Dr. Klaus Miehling
Dienstag, 13.02.07 23:58
 

„Hier führen Sie an, dass die Kriminalität seit Einführung 1953 gestiegen sein soll und seitdem auf hohem Niveau stagniert... Nun, das mag ja stimmen – wenn man sie als ganzes sieht – und auch, dass dies trotzdem der Fall ist, obwohl Verkehrsdelikte herausgenommen wurden und in der Folge 1/5 aller Straftaten wegfielen. Das war bereits 1963 und ist nicht gerade eine Untermauerung Ihrer These."
Mit diesem Faktum begründe ich, warum ich von einer Verdreifachung spreche, obwohl es scheinbar nur eine Verzweieinhalbfachung ist.

„Was gestiegen ist, sind Eigentumsdelikte. Das liegt aber auch daran, dass die Palette der möglichen Straftaten gestiegen ist. Zum Besispiel Autodiebstahl war nun mal früher weniger ein Problem, da es noch wenige Autos gab."
Diebstahl ist zunächst Diebstahl. Sind keine Autos da, stehlen Diebe eben etwas anderes. Außerdem schreibe ich ja auch, daß sich Umfragen zufolge die Zahl der Menschen, die Straftaten akzeptieren, verdoppelt hat. Das ist bereits weniger als die Statistik der angezeigten Straftaten, die natürlich auch von anderen Faktoren abhängt, vermuten ließe. Aber an dieser Verdoppelung läßt sich nicht herumdiskutieren.

„Drogen kamen auch erst wirklich nach dem Krieg auf."
Genau wie die „neue", elektronisch verstärkte und mit dominanterem Schlagzeug versehene Gewaltmusik.

„Vor allem Designerdrogen wurden hier für eine aufkommende Szene entdeckt. Auch deswegen neue Straftaten, die natürlich hinzuaddiert werden."
Illegale Drogen gab es während des ganzen betrachteten Zeitraums. Die Behauptung, nur weil es mehr Auswahl an Drogen gibt, müßten anteilsmäßig mehr Menschen illegale Drogen nehmen, ist unlogisch.

„Desweiteren sei anzumerken, dass die Mentalität, sich tatsächlich an die Polizei zu wenden [...] sich in den letzen Jahrzehnten gewandelt hat. [...] Auch eine Erklärung, warum es mehr verzeichnete Straftaten gibt."
Dazu kenne ich keine Statistik. Aber auch das würde nicht die oben beschriebene Verdopplung der Anzahl potentieller Straftäter berühren.

„Auch haben Sie immer noch nicht, was bereits in der Diskussion aufgedröselt wurde, den Zusammenhang zwischen 'Gewaltmusik' [...] und Gewalt darstellen und beweisen können."
Den Zusammenhang aber ganz bestimmt! Das wurde auch von mehreren Diskutanten nicht abgestritten. Nur die Ursächlichkeit von Gewaltmusik wurde in Zweifel gezogen, da man entsprechende Untersuchungen nicht anerkennen wollte, aber ohne dies im Einzelfall begründen zu können.

„In der Kriminalstatistik wird auf den Musikgeschmack der Täter nicht eingegangen."
Leider nicht; aber es gibt entsprechende Untersuchungen.

„Ich möchte Sie in ähnlich polemischer Weise darauf aufmerksam machen, dass auch die Wirtschaftskriminalität angestiegen ist. Und das von Tätern, die wohl eher auf klassische Musik, denn auf 'Gewaltmusik' stehen. Beweisen kann ich das nicht. Aber sie machen das ja auch nicht."
Doch, das mache ich, indem ich mich auf entsprechende Studien beziehe. Im übrigen ist Gewaltmusik heute die bevorzugte Musik sämtlicher im Berufsleben stehenden Altersgruppen (es muß ja nicht Heavy Metal sein), so daß Ihre Hypothese nicht plausibel ist.

„Die Täter von Gewalttaten hören nun mal eher moderne Musik. Dies ist aber eine Frage des Alters und der Bildung."
Nicht nur. Sie hören z.B. deutlich häufiger Heavy Metal als der Durchschnitt junger Menschen, also eine besonders aggressive Art der Gewaltmusik.

„Bei gleichem Hintergrund kann ich auch sagen, dass die Umweltverschmutzung und der Klimawandel schuld an der Kriminalität ist. Beides ist zusammen mit ihr vorangeschritten."
Dieses Argument ist ebenso nichtssagend wie das mit den Störchen und der Geburtenrate. Der entscheidende Punkt ist doch, daß der Einfluß der Musik auf das Gehirn erwiesen ist. Das Gleiche kann man von Umweltverschmutzung und Klimawandel nicht behaupten. Auch betreffen diese Dinge alle Menschen; man hätte also keine Vergleichsgruppe.

„Hat das was damit zu tun, dass die Nazis wussten, dass die Musik staatszersetzend ist, oder dass die Musik, die offensichtlich die damals junge Generation begeisterte, von Schwarzen gemacht war?"
Es war sicherlich beides. Bedenken Sie, daß Gewaltmusik auch in kommunistischen Diktaturen kritisch gesehen wurde!

„Sagten Sie tatsächlich, dass die Musik staatszersetzend ist? Als Fakt? Ist das auch Ihre Meinung? DAS ist unhaltbar."
Das ergibt sich aus ihrem rebellischen Potential. M.E. hätte es ohne Gewaltmusik nicht die Studentenunruhen der 1960er Jahre gegeben, vielleicht nicht einmal die RAF - zumindest hätte sich diese nicht so großer Zustimmung erfreut. Das halte ich in der Tat für staatszersetzend, ebenso wie die Massenkriminalität in Form von Steuerhinterziehung und Sozialbetrug, die unserem Staat Milliardenschäden verursacht.

„Wenn die Nazis so schlau waren und die 'staatszersetzende Musik' verboten haben, scheint das nicht sonderlich erfolgreich gewesen zu sein. Ein 'staatszersetzenderes' Ergebnis, als das Ende der Naziherrschaft kann ich mir kaum vorstellen. ...und das alles ohne 'Gewaltmusik'.
Dieses Argument ist genauso schwach wie das von anderen angeführte, daß es Gewalt schon immer gegeben hätte.

„Was ich auch bemerkenswert finde: Interessanterweise gehen Sie nur auf die 50er Jahre aufwärts ein. Mir ist schon klar, warum: Die zwei blutigsten Jahrzehnte, die Europa je gesehen hat, lagen unmittelbar davor."
Das hat damit überhaupt nichts zu tun. Aus früheren Jahren kenne ich weder Kriminalstatistiken noch entsprechende Umfragen.

„Aber sie widersprechen ja Ihrer eigenen Behauptung: '... da ich nie behauptet habe, Gewaltmusik sei für alles Unrecht auf der Welt verantwortlich.'"
???

„Zitat: 'Die Texte meinte ich nicht, sondern die Musik.' (hier hatte jemand geschrieben, dass es auch inhaltlich tiefgehende Texte im Hip hop gibt).' Wenn es Ihnen nicht auf die Texte ankommt, warum werden dann weiter oben von Ihnen Texte von Sido etc angesprochen? Bleiben Sie doch mal standhaft!"
Nehmen Sie doch mal den Kontext zur Kenntnis! Das Zitat bezog sich auf die Bemerkung von Bilbo 55 „Für mich sind viele Raptexte weitaus inhaltsvoller und sagen einfach mehr aus,als irgendeine Symphonie", nachdem ich gesagt hatte, „daß ein einzelnes E-Musikstück normalerweise melodisch, harmonisch und satztechnisch abwechslungsreicher und interessanter ist als ein U-Musikstück." IN DIESER AUSSAGE ging es nicht um die Texte, und Sie drehen es so hin, als hätte ich die Bedeutung der Texte grundsätzlich abgestritten!

„Aber trotzdem können sie bei all der Umweltbeeinflussung nicht unterscheiden, welcher Anteil die gehörte Musik ausmacht. Dafür gibt es keine Experimente. Wenn ja, möchte ich Beweise."
Ich habe nie behauptet, den genauen Anteil zu kennen. Wenn jemand einen Herzinfarkt bekommt, können Sie auch nicht „beweisen", welchen Anteil seine Gene, welchen seine fettreiche Ernährung, welchen sein Übergewicht, welchen sein Nikotinkonsum, oder welchen der Streß (z.B. Zwangsbeschallung mit Gewaltmusik) hat, dem er ausgesetzt war. Dennoch ist allgemein anerkannt, daß all diese Dinge Risikofaktoren darstellen.

„Zitat: 'Nichts für ungut, aber widmen Sie doch den Februar lieber der Verbesserung Ihrer Rechtschreibung!' Hier möchte ich auf das Wort 'Zwillinge' im Zitat zuvor aufmerksam machen. Es ist unangebracht, auch wenn Sie hier teilweise in niveaulose Weise angegangen werden."
Sie können offenbar nicht zwischen Tippfehlern (ein fehlendes „e", das übrigens keinen Rechtschreib- sondern einen Grammatikfehler verursacht hat) und Rechtschreibfehlern aus Unkenntnis („widtmen") unterscheiden. Über Tippfehler (die auch Ihnen mehrmals unterliefen) mokiere ich mich nicht; normalerweise nicht einmal über Unkenntnis der Rechtschreibung; aber wenn man mich provozieren will ... Außerdem ist es schon etwas grotesk, wenn mich Leute belehren wollen, die nicht einmal kulturelle Grundfertigkeiten beherrschen.

„Im übrigen wurde eine neue Rechtsschreibung eingeführt, die anzuwenden Sie auch nicht in der Lage zu sein scheinen."
Ich verwende bewußt die alte Rechtschreibung. Die neue ist nur für Behörden und Schulen verbindlich, was Ihnen offenbar nicht bekannt ist.

„'Dylan [...] ist (oder war zumindest) ein Dieb, Betrüger, Drogenkonsument und Schläger.' Jo. Friedensaktivist war und ist er auch.
An Ihren TATEN sollt Ihr sie erkennen!

„Was Sie verlangen ist das verleugnen von einem Teil menschlicher Emotionen, die in Musik wiedergegeben wurden."
Wie war es dann früher, als es eine so extrem aggressive Musik noch nicht gab? Wurde deswegen etwas verleugnet? Ich verlange keineswegs ein Verleugnen von einem Teil menschlicher Emotionen. Vielmehr sollten wir mit diesem Teil der Emotionen vorsichtig und kontrolliert umgehen, anstatt sie durch aggressive Musik zu pflegen und zu trainieren.

„In Ihrer Überlegung fehlt Ihnen, wie sie selbst einräumen, die Erkenntnis, was passiert, wenn man die Musik verbietet."
Ja, weil ich nie ein sofortiges generelles Verbot gefordert habe.

thomsen
Mittwoch, 14.02.07 01:07
 

Der einzige Punkt, in dem ich mit Ihnen übereinstimme, ist das mit der Rechtschreibung.

Die Erklärungsmöglichkeiten, warum die Statistik immer mehr Straftaten verzeichnet, werden durch das Bundeskriminalamt selbst gegeben (siehe hierzu: http://www.bka.de/pks/pks2002/index2.html ).
Faktoren sind demnach:
-Anzeigeverhalten (z.B. Versicherungsaspekt)
-polizeiliche Kontrolle/Verfolgungsintensität
-statistische Erfassung (diese änderte sich in den letzten Jahrzehnten teilweise kolossal - z.B. verstärkter Einsatz von Computern)
-Änderung des Strafrechts
-tatsächliches Strafverhalten
--> schwierig, hier verlässliche Fakten zu sammeln, wenn man diese Faktoren nicht berücksichtigt.

Zitat:
"Wie war es dann früher, als es eine so extrem aggressive Musik noch nicht gab? Wurde deswegen etwas verleugnet?"

Ja. Sagt Ihnen der Spruch: "Unter den Talaren, der Muff von Tausend Jahren etwas?"

Zitat:
"An Ihren TATEN sollt Ihr sie erkennen!"
Meinen Sie Straftaten? Oder was meinen Sie? Friedensaktivist zu sein ist für mich persönlich eine Großtat.

Zitat:
"Dieses Argument ist genauso schwach wie das von anderen angeführte, daß es Gewalt schon immer gegeben hätte."

Warum? Sagten Sie nicht selbst, dass eine besondere Steigerung der Gewalt nach dem Aufkommen der "Gewaltmusik" zu verzeichnen gewesen sei? Ihr Blickwinkel ist einfach zu klein.
Genauso wenig kann der Mensch von sich behaupten, dass er die Krone der Schöpfung sei, da er im Verhältnis zum Alter der Erde nicht einmal einen Wimernschlag lang existiert. Dies mag sehr weit hergeholt sein, aber soll verdeutlichen, dass sie keinesfalls eine Tendenz aus ihren wenigen Daten herauslesen können.

Zitat:
"Dazu kenne ich keine Statistik. Aber auch das würde nicht die oben beschriebene Verdopplung der Anzahl potentieller Straftäter berühren."

Nunja. Stellen sie sich vor, sie suchen Gold. Nehmen sie einen Sieb mit großen Löchern, finden sie weniger, nehmen sie einen mit engen, finden sie mehr.

Ein Artikel der World Socialist Website vom 22. Oktober 1998 untermauert, dass Jugendkriminalität deswegen steigt, weil die Polizei verstärkt hier aktiv wird und dass die Polizeiliche Kriminalitätsstatistik einseitig und oberflächlich ist.
(siehe hierzu: http://www.wsws.org/de/1998/okt1998/juge-o22.shtml ) Der Artikel selbst beruft sich auf verschiedene Studien.

Dass die Polizeiaktivitäten zugenommen haben, lässt sich ja auch aus der Aufklärungsquote entnehmen, die von 1986-2005 um mehr als 10% zugenommen hat. Und dies ist eine Tendenz!

Gewaltdelikte sind zwar angestiegen: ihr Anteil an den insgesamt registrierten Straftaten erhöhte sich von 2,7 % (1963) auf 3,2 % (2004). Nicht besonders viel.

Aus der Zunahme polizeilich registrierter Fälle folgt nicht zwingend, dass tatsächlich mehr derartige Delikte vorgekommen sind; Hellfeld- und Dunkelfeldkriminalität können sich unterschiedlich, ja sogar gegenläufig entwickeln.Hinsichtlich der Entwicklung der Dunkelfeldkriminalität fehlen in Deutschland bundesweite Ergebnisse. Von einigen Schülerbefragungen abgesehen, gibt es für Deutschland lediglich eine einzige, allerdings regional - auf eine Großstadt (Bochum) - beschränkte Studie, in der mit vergleichbarer Methode zu drei verschiedenen, jeweils mindestens 10 Jahre auseinander liegenden Messzeitpunkten (1975, 1986, 1998) Daten auch zum Anzeigeverhalten erhoben worden sind. Dabei ergab sich hinsichtlich Diebstahl eine leichte Abnahme und hinsichtlich Körperverletzung eine deutliche Zunahme der Anzeigebereitschaft. 1975 war die Zahl der im Dunkelfeld verbliebenen Körperverletzungen 7,2mal so hoch wie im Hellfeld, 1998 dagegen nur noch 3,4mal so hoch ; die Anzeigerate verdoppelte sich. Ob dies über Bochum hinaus gilt, ob dies vielleicht sogar bundesweit so gilt, und ob dies darüber hinaus auch für andere Deliktsgruppen gilt, lässt sich mangels entsprechender repräsentativer, bundesweit kontinuierlich durchgeführter Dunkelfeldforschungen nicht sagen. Würden die Bochumer Ergebnisse zugrundegelegt, könnte man schlussfolgern, dass der überwiegende Teil des registrierten Kriminalitätsanstiegs auf einer Veränderung des Anzeigeverhaltens beruht. Immerhin bestätigen auch zu verschiedenen Messzeitpunkten durchgeführte Schülerbefragungen, dass Gewaltdelinquenz zwar angestiegen ist, die Anstiege im Dunkelfeld aber geringer sind als im Hellfeld. Die Zunahme registrierter Gewaltdelinquenz beruht demnach zum erheblichen, vermutlich sogar zum überwiegenden, Teil auf einer stärkeren Aufhellung des Dunkelfelds.

Weiter relativiert werden jedenfalls die kriminalstatistischen Befunde über die Zunahme von gefährlicher und schwerer Körperverletzung sowie von Raub durch Ergebnisse aus zwei neueren Aktenanalysen. Sie zeigen, dass durch vermehrte Anzeigen offenbar zunehmend „minder schwere“ Fälle angezeigt und registriert werden. Beide Untersuchungen bestätigen mithin nicht die Annahme, polizeilich registrierte Gewaltkriminalität sei „schwerer“ geworden.

Zum Nachlesen: http://www.uni-konstanz.de/rtf/kik/Heinz_Kriminalitaet_in_Deutschland.htm

Einzeldeliktanalysen zeigen, dass die Anstiege vor allem auf die Zunahme der Eigentums- und Vermögensdelikte zurückgehen.

Demnach müsste es heißen: Klaumusik und nicht Gewaltmusik!




Dr. Klaus Miehling
Mittwoch, 14.02.07 19:51
 

„Die Erklärungsmöglichkeiten, warum die Statistik immer mehr Straftaten verzeichnet, werden durch das Bundeskriminalamt selbst gegeben"
Ich werde mir das gerne ansehen, muß aber nochmals auf die Verdopplung der Zahl der Menschen hinweisen, die Straftaten akzeptieren. Darauf, auf die Veränderung in den Köpfen, kommt es an!

„Zitat: 'Wie war es dann früher, als es eine so extrem aggressive Musik noch nicht gab? Wurde deswegen etwas verleugnet?'
Ja. Sagt Ihnen der Spruch: 'Unter den Talaren, der Muff von Tausend Jahren etwas?'"
Linksextreme Sprüche, die noch dazu keine sinnvolle Aussage darstellen, sind noch keine Argumente.

„Zitat: 'An Ihren TATEN sollt Ihr sie erkennen!'
Meinen Sie Straftaten? Oder was meinen Sie? Friedensaktivist zu sein ist für mich persönlich eine Großtat."
Friedensaktivist zu sein ist ein Bekenntnis. Behaupten kann man viel. Wenn jemand stiehlt und prügelt, das sind Taten. Und wenn sich Taten und Worte widersprechen, dann sollte man Menschen nach ihren Taten beurteilen.

„Zitat: 'Dieses Argument ist genauso schwach wie das von anderen angeführte, daß es Gewalt schon immer gegeben hätte.'
Warum? Sagten Sie nicht selbst, dass eine besondere Steigerung der Gewalt nach dem Aufkommen der 'Gewaltmusik' zu verzeichnen gewesen sei? Ihr Blickwinkel ist einfach zu klein."
Eine Steigerung, ja; aber das heißt doch nicht, daß es vorher keine Gewalt gegeben hätte!

„Genauso wenig kann der Mensch von sich behaupten, dass er die Krone der Schöpfung sei, da er im Verhältnis zum Alter der Erde nicht einmal einen Wimernschlag lang existiert. Dies mag sehr weit hergeholt sein, aber soll verdeutlichen, dass sie keinesfalls eine Tendenz aus ihren wenigen Daten herauslesen können."
Das verdeutlicht gar nichts. Es geht um die Entwicklung der letzten Jahrzehnte.

„Zitat: 'Dazu kenne ich keine Statistik. Aber auch das würde nicht die oben beschriebene Verdopplung der Anzahl potentieller Straftäter berühren.'
Nunja. Stellen sie sich vor, sie suchen Gold. Nehmen sie einen Sieb mit großen Löchern, finden sie weniger, nehmen sie einen mit engen, finden sie mehr."
Mit welcher Begründung unterstellen Sie, daß die Daten mit zwei verschiedenen „Sieben" erhoben worden wären? Es handelt sich um repräsentative Umfragen von Meinungsforschungsinstituten.

„Ein Artikel der World Socialist Website vom 22. Oktober 1998 untermauert, dass Jugendkriminalität deswegen steigt, weil die Polizei verstärkt hier aktiv wird und dass die Polizeiliche Kriminalitätsstatistik einseitig und oberflächlich ist."
Nun gut, wenn Sie dafür auch Kritik z.B. von christlicher und anthroposophischer Seite akzeptieren oder Argumente von einer NPD-Seite ...

„Dass die Polizeiaktivitäten zugenommen haben, lässt sich ja auch aus der Aufklärungsquote entnehmen, die von 1986-2005 um mehr als 10% zugenommen hat."
Die registrierte Kriminalität beruht auf den gemeldeten Straftaten, nicht auf der Aufklärungsquote.

„Gewaltdelikte sind zwar angestiegen: ihr Anteil an den insgesamt registrierten Straftaten erhöhte sich von 2,7 % (1963) auf 3,2 % (2004). Nicht besonders viel."
Ja, das ist ein gutes Beispiel, wie man mit Statistik manipulieren kann. Ich bin beim ersten Lesen selbst darauf hereingefallen und dachte mir: Das kann doch nicht sein. Ja, der ANTEIL an den registrierten Straftaten ist nur um 18,5 % gestiegen (immerhin). Aber die Straftaten insgesamt sind ja auch angestiegen. Somit kamen 1970 99 Gewaltdelikte auf 100.000 Ew., 2003 waren es 247. Und jetzt sagen Sie noch einmal, daß diese Verzweieinhalbfachung „nicht besonders viel" sei!

„Würden die Bochumer Ergebnisse zugrundegelegt, könnte man schlussfolgern, dass der überwiegende Teil des registrierten Kriminalitätsanstiegs auf einer Veränderung des Anzeigeverhaltens beruht."
Sie haben nur zwei Zahlen zitiert: „hinsichtlich Diebstahl eine leichte Abnahme und hinsichtlich Körperverletzung eine deutliche Zunahme" der Anzeigebereitschaft. Das läßt nicht darauf schließen, daß „der überwiegende Teil des registrierten Kriminalitätsanstiegs auf einer Veränderung des Anzeigeverhaltens" beruhe.

„Einzeldeliktanalysen zeigen, dass die Anstiege vor allem auf die Zunahme der Eigentums- und Vermögensdelikte zurückgehen. Demnach müsste es heißen: Klaumusik und nicht Gewaltmusik!"
Ja, dieser Musik könnte man viele Namen geben. Aber wie schon mehrfach gesagt: Ich nenne sie wegen ihres klanglichen Ausdrucks „Gewaltmusik", nicht wegen ihrer Wirkung. Wenn man „Gewalt" natürlich weiter faßt, kann man jeden Eingriff in die Rechte von anderen (wie beim Diebstahl), jedes „Brechen" (!) von Gesetzen als Gewalt bezeichnen. In diesem Fall würde „Gewaltmusik" auch für die allgemein kriminalisierende Wirkung dieser Musik stehen.

thomsen
Mittwoch, 14.02.07 23:46
 

Viel geschrieben. Viel an der Substanz vorbei.
Letztenendes kann es sein, dass die Verbrechensrate angestiegen ist, oder auch nicht.
Hier steht die erhöhte Anzeigebereischaft diametral zu ihrer erwähnten erhöhten Akzeptanz von Verbrechen gegenüber.

Wer Recht hat, wird vermutlich nie herauskommen.

Aber wenn sie Diebstahl zu Gewalt zählen, dann haben Sie wohl Recht...

Ich habe fertig. Ich werde diesen Blog nunmehr noch zur Belustigung weiterverfolgen.

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr Dr. in spe

Dr. Klaus Miehling
Freitag, 16.02.07 18:44
 

„Hier steht die erhöhte Anzeigebereischaft diametral zu ihrer erwähnten erhöhten Akzeptanz von Verbrechen gegenüber."
Nein, das ist kein Widerspruch. Auch ein Dieb läßt sich nicht gerne bestehlen. Die Akzeptanz gilt nur, wenn man selbst die Straftat begeht. Daß man selbst Opfer sein könnte, daran denken diese Leute nicht; bzw. sie hoffen, immer zu denen zu gehören, die selbst mehr betrügen als sie betrogen werden. Die tolerierten Delikte treffen ja immer vermeintlich „die anderen": Steuerhinterziehung, Sozialbetrug, Ladendiebstahl, Diebstahl am Arbeitsplatz ...

Nero
Samstag, 17.02.07 01:06
 

Man kann nicht leugnen dass die Kriminalitätsrate steigt, und auch eine Begründung die auf der so genannten Gewaltmusik basiert ist durchaus relevant und unabdingbar.
Dennoch macht die Dosis bzw. der Zugang das Gift.
Ich halte es für falsch "Gewaltmusik" zu verteufeln und abschaffen zu wollen, genauso falsch ist es aber auch die aggresive Wirkung dieser Musik abzustreiten.
Wichtig wäre meiner Meinung nach gegenseitiger Respekt und Interesse. Dabei würden einige Schandmäuler herausfinden, dass Sie Herr Dr. Miehling in weiten Bereichen durchaus im Recht sind. Und Sie, Herr Dr. Miehling würden anfangen ihre radikale Position etwas zu relativieren und könnten damit wahrscheinlich mehr erreichen als auf diese Weise.

Denn das Problem ist niemals die Kunst, oder verschiedene Standpunkte, das Problem ist meist Ignoranz und Unverständniss

kus (fudder)
Samstag, 17.02.07 01:11
 

Wer diesen Stern-Artikel liest, könnte die Thesen von Dr. Miehling vielleicht etwas anders bewerten. Der Stern-Autor bringt sexuelle Gewalt, Pornos und Rapper wie Bushido und Sido in einen Zusammenhang

Möchte ich nur mal zur Diskussion stellen...

Dr. Klaus Miehling
Sonntag, 18.02.07 21:36
 

Vielen Dank, Caro! Nachdem längere Zeit keine Stellungnahme zu diesem Stern-Artikel eingegangen ist, werde ich mal den Anfang machen.

Die sexuelle Verwahrlosung geht in der heutigen Zeit wohl mehrheitlich auf die (audio)visuellen Medien zurück, die sexuelle Inhalte am besten darstellen können. Dazu zählen auch die Thematisierung jugendlicher Sexualität in praktisch jeder Fernsehserie und Jugendzeitschriften wie „Bravo". Die jüngste, in dem Artikel thematisierte Entwicklung, scheint freilich hauptsächlich auf die Pornographie im Netz zurückzuführen zu sein, unterstützt durch die im Artikel genannten Rapper Sido, Bushido, Frauenarzt und möglicherweise andere. Die zitierten geradezu unglaublichen Beispiele von Eltern verweisen zwar wieder auf das hier schon oft angesprochene Thema „Erziehung", aber woher haben denn diese Eltern ihre perverse Einstellung zur Sexualität?

Der Anfang der Entwicklung findet sich in dem hier schon mehrfach angesprochenen Wertewandel der 1960er Jahre, zu dem auch die „sexuelle Revolution" gehört. Die enthemmende Wirkung der Musik und das Vorbild der Interpreten haben es erst möglich gemacht, daß sich in der Gesellschaft eine immer größere Toleranz für das öffentliche Darstellen von Sexualität in allen nur denkbaren Varianten entwickelt hat. „Maßlos tolerante Umgebungen erzeugen immer größere Abweichungen" (Rainer Dollase). Das bewahrheitet sich hier ebenso wie im Bereich der Musik.

Dr. Klaus Miehling
Sonntag, 18.02.07 21:47
 

Entschuldigung, da habe ich Caro gedankt, aber in diesem Fall war es kus ...

der noob
Dienstag, 20.02.07 16:08
 

als ich angefangen habe den ganzen text zu lesen dachte ich mir wie kann ein mensch nur so etwas schreiben .
haben sie während ihrer ganzer kindheit nichts gemacht sie waren also ein braver engel ? Nur weil sie während ihrer gesmten kindheit klassik hören mussten (nehm ich mal an sonst würden sie ja ein amokläufer)müssen dass nicht andere ich höre selbst rammstein sido, busihido 50 cent u.s.w. und ich glaub ich habe noch keinen ermordet. Was ich aus den text entnemhen kann ist

no=pc
No= metal rao hiphop u.s.w.

nur die frage ist wass dann soll ein 14 jähriger tun drausen ticken spielen NEIN! Die folge wären mehr gewaltaten .

Mich regt übrigens klssisches musik auf danach könnte ich echt ...

und weichen sie bitte nicht von tehma ab die welt verändert sich eben sehen sie es ein!

mfg:die noobs

der noob
Dienstag, 20.02.07 16:24
 

wegen des stern artikels da lags es ann den eltern da die eltern mit den kindern pornos angekuckt hat woher sollen denn die wissen was falsch ist und was richtig wenn dass nicht von den eltern beigebracht wird.

p.s.:ich habe immer noch keinem umgebracht

die noobs
Dienstag, 20.02.07 16:27
 

ach ja hatte ich vergessen zu erwähnen beii uns am hauptbahnhof(hamburg) wird klassische musik gespielt um die bettler und die obdachlosen zu vertreiben lol

moell
Dienstag, 20.02.07 18:08
 

@die noobs - ... die gleiche strategie verfolgt man in magdeburg auch ...

hallo?
Dienstag, 20.02.07 19:28
 

Ähm. In dem Artikel geht es um die Texte und es wird nicht auf die musikalische Untermalung eingegangen! Das ist für mich ein ganz anderes Argument. Und die Texte sind gar nicht Mittelpunkt Ihrer These! Damit können Sie diesen Artikel gar nicht als Bestätigung benutzen.

Dr. Klaus Miehling
Dienstag, 20.02.07 21:32
 

an der noob:
„wegen des stern artikels da lags es ann den eltern da die eltern mit den kindern pornos angekuckt hat woher sollen denn die wissen was falsch ist und was richtig wenn dass nicht von den eltern beigebracht wird."
Erstens wurden nicht nur Eltern als Ursache genannt, sondern auch Pornographie im Netz und Rapmusik, und zweitens, wie ich schon sagte: „woher haben denn diese Eltern ihre perverse Einstellung zur Sexualität?" Die Antwort hatte ich ausgespart, denn sie dürfte klar sein: von den Medien!

an die noobs:
„beii uns am hauptbahnhof(hamburg) wird klassische musik gespielt um die bettler und die obdachlosen zu vertreiben"
Ist mir bekannt; und es gibt weitere Beispiele. Gibt Ihnen diese Wirkung klassischer Musik nicht zu denken? Es sind nicht nur Bettler und Obdachlose, sondern vor allem die Drogenszene, die vertrieben wird.

an moell:
„... die gleiche strategie verfolgt man in magdeburg auch ..."
Danke, das wußte ich noch nicht!

an hallo:
„In dem Artikel geht es um die Texte und es wird nicht auf die musikalische Untermalung eingegangen! Das ist für mich ein ganz anderes Argument. Und die Texte sind gar nicht Mittelpunkt Ihrer These! Damit können Sie diesen Artikel gar nicht als Bestätigung benutzen."
Die Texte sind nicht Mittelpunkt meiner These, aber natürlich gehören sie dazu! Und warum können die Texte denn so gut wirken? Wegen der Musik! Wenn die Rapper diese Texte einfach so vorlesen oder nur schriftlich veröffentlichen würden, glauben Sie im Ernst, daß die Wirkung dann ebenso groß wäre?

torsten
Dienstag, 20.02.07 22:57
 

...und wieder ein beispiel für selektive wahrnehmung:
wie arm dran und klapprig muß ein thesengebäude sein, wenn sein konstrukteur im blut- und sp****bekleckerten boulevardjournalismus nach bestätigung sucht??
und was hat das mit dem so oft zitierten wissenschaftlichem anspruch zu tun?
wenn der stern das thema wirklich ernst nehmen würde, hätte er seinen lesern eine schmierige visuelle präsentation des beitrages erspart!
pfui deibel, ich kann garnicht soviel k***** wie mir übel ist bei soviel verlogenheit!

Nero
Mittwoch, 21.02.07 13:29
 

"Die Texte sind nicht Mittelpunkt meiner These, aber natürlich gehören sie dazu! Und warum können die Texte denn so gut wirken? Wegen der Musik! Wenn die Rapper diese Texte einfach so vorlesen oder nur schriftlich veröffentlichen würden, glauben Sie im Ernst, daß die Wirkung dann ebenso groß wäre?"

Nein. Aber ich glaube dass dieselbe Musik ohne dementsprechend krasse Texte ganz andere Reaktionen herbeirufen würde....

der noob
Mittwoch, 21.02.07 15:45
 

@ Herr Miehling sie sagten:
Erstens wurden nicht nur Eltern als Ursache genannt, sondern auch Pornographie im Netz und Rapmusik, und zweitens, wie ich schon sagte: „woher haben denn diese Eltern ihre perverse Einstellung zur Sexualität?" Die Antwort hatte ich ausgespart, denn sie dürfte klar sein: von den Medien!

also haben ihrer ansicht schon die eltern an allen schuld
oder wie habe es zu verstehen und dazu sollen alle Medienabgeschfat werden also mp3 player handy pc fernsehen also zurück ins Mittelalter?


trotzdem lob von mir herr miehling dass sie zu alles was zu sagen haben. sich hir nicht drücken trotzdem bin ich mit ihrer meinung nicht einverstanden aber dass obere musste einfach mal gesagt werden.

der noobs
Mittwoch, 21.02.07 16:11
 

Nochmal an herr miehling

Gibt Ihnen diese Wirkung klassischer Musik nicht zu denken? Es sind nicht nur Bettler und Obdachlose, sondern vor allem die Drogenszene, die vertrieben wird.

ja gibt mir zu denken nämlich dass niemand diese musik mag glauben sie irgrnd jemand hört freiwillig klassische Musik an der uni!Nein.Also wären wir alle drogendealer

hallo?
Mittwoch, 21.02.07 22:31
 

Die Frage, wie die Texte wirken würden, wäre da nicht der beat (im Hip Hop etwas anders zu verstehen, wie sie es tun), ist abwegig, weil beides nunmal zusammen gehört.

Es wird nunmal nicht auf die Musik, sondern auf die Inhalte eingegangen. Somit kommt Ihnen der Artikel gelegen, aber ist lediglich ein Beleg dafür, wie undifferenziert Sie argumentieren.

Eins kann ich Ihnen aber mit Sicherheit sagen:

Bisher gab es kein einziges Hiphop-Lied, das ohne den Text in Charts gekommen ist. Und damit meine ich nicht nur Deutschland, sondern die ganze Welt.
Grundlage, und somit das wichtigste, ist immer noch der Rap an sich. Würde die Musik für Agressionen ausreichen, müsste man sich doch keine Mühe machen und mehr (oder weniger) sinnvolle Aussagen auf den Track packen.

Haben Sie schon mal den Begriff "positive Agression" gehört? Diesen gibt es in der Psychologie.

Dr. Klaus Miehling
Mittwoch, 21.02.07 23:41
 

an torsten:
„wie arm dran und klapprig muß ein thesengebäude sein, wenn sein konstrukteur im blut- und sp****bekleckerten boulevardjournalismus nach bestätigung sucht??"
Sie übersehen, daß der Stern-Artikel von fudder.de in die Diskussion eingebracht wurde. Außerdem habe ich hier und v.a. in meinem Buch genügend Belege aus der Fachliteratur angeführt. Den Inhalt eines Artikels als falsch abzulehnen, nur weil er dem „Boulevardjournalismus" entstammt, zeugt von Vorurteilen. Jedenfalls haben Sie nichts genannt, was Aussagen des Artikels widerlegen würde. Würden Sie einen Artikel im „Stern" auch dann für falsch halten, wenn er die Harmlosigkeit von Rap propagierte?

an der noob:
„also haben ihrer ansicht schon die eltern an allen schuld"
Das habe ich nicht gesagt, sondern daß die Eltern selbst von - in diesem Fall: sexuellen - Medieninhalten geprägt sind.
„oder wie habe es zu verstehen und dazu sollen alle Medienabgeschfat werden also mp3 player handy pc fernsehen also zurück ins Mittelalter?"
Nein, nicht die Medien sind das Problem, sondern bestimmte Inhalte dieser Medien.
„'Gibt Ihnen diese Wirkung klassischer Musik nicht zu denken? Es sind nicht nur Bettler und Obdachlose, sondern vor allem die Drogenszene, die vertrieben wird.'
ja gibt mir zu denken nämlich dass niemand diese musik mag glauben sie irgrnd jemand hört freiwillig klassische Musik an der uni!Nein.Also wären wir alle drogendealer"
An Universitäten gibt es z.B. Studenten, die Musikwissenschaft studieren, es gibt Universitätsorchester und -chöre, wo klassische Musik gemacht wird. Ich kannte auch Studenten anderer Fächer (d.h. nicht der Musikwissenschaft), die im Studium generale Renaissance- und Barocktänze gelernt haben.

an hallo?:
„Es wird nunmal nicht auf die Musik, sondern auf die Inhalte eingegangen. Somit kommt Ihnen der Artikel gelegen, aber ist lediglich ein Beleg dafür, wie undifferenziert Sie argumentieren."
Was soll daran undifferenziert sein, wenn ich sage, daß Gewaltmusik auf verschiedene Weise wirkt, d.h. über Musik, Text und Vorbild der Interpreten?
„Haben Sie schon mal den Begriff 'positive Agression' gehört? Diesen gibt es in der Psychologie."
Nur daß aus dem Kontext dieser Diskussion klar sein sollte, daß es hier um die negative Aggression geht. Ich spreche nur von „Aggression", weil der Begriff in der Umgangssprache immer eine negative Konnotation hat.

der noob
Donnerstag, 22.02.07 15:11
 

da sie gerne studien lesen hier ist eine

Viele Ängste vor einer gewaltauslösenden oder aggressionsfördernden Wirkung von Musik sind unbegründet. Zu diesem Ergebnis gelangt eine empirische Studie, die im Rahmen einer Examensarbeit im Fach Musik der Universität Oldenburg (Fachbereich Kommunikation/Ästhetik) entstanden ist und einen detaillierten Einblick in die Wirkungszusammenhänge von Musik, Persönlichkeit und Gewalt liefert. Foto Für die Arbeit, deren Ergebnisse sowohl für die Musikpädagogik wie die Jugendsozialarbeit von Interesse sein dürften, befragte der Student Carsten Stöver 200 Jugendliche aus acht städtischen und sechs ländlichen Jugendzentren. Er wurde betreut von Prof. Dr. Wolfgang Martin Stroh (Universität Oldenburg), Prof. Dr. Thomas Münch (ehemals Universität Oldenburg, jetzt Musikhochschule Würzburg).

Die wissenschaftliche Diskussion um "Musik und Gewalt" konstatiert auf der einen Seite gewalttätige Handlungen im Umfeld gewisser Musikdarbietungen, wozu auf der anderen Seite die "Katharsisthese" im Widerspruch zu stehen scheint, derzufolge Musik der Abfuhr von Energien, der Verarbeitung von Gewaltphantasien und damit der Behinderung gewalttätiger Handlungen dienen kann. Die moderne Musikpsychologie fasst dies Dilemma dahingehend zusammen, dass sie betont, die Wirkung von Musik hänge von vielen außermusikalischen Faktoren ab, die bei der Frage nach Kausalitäten zwischen Musik und Gewalthandlungen mit berücksichtigt werden müssten. Foto In seiner Studie untersuchte Stöver die "Neigung zu aggressivem Verhalten", die er mit den jeweiligen Musikpräferenzen, charakteristischen Umgangsweisen mit Musik, Musikverwendung in Situationen von Ärger und Trauer sowie dem Stellenwert, den Musik für die Jugendlichen hat, in Beziehung setzte.
Die Befragung ergab drei Gruppen von Musikpräferenzen ("Cluster"): die "Freunde gitarrenlastisger Rockmusik" (50 Prozent), "Technopop-Fans" (25 Prozent) und "Liebhaber angesagter Musikstile" (25 Prozent). Auf der "Aggressivitätsskala" unterschieden sich diese drei Gruppen nicht signifikant. In Situationen von Ärger oder Trauer setzen die Jugendlichen aber eindeutig unterschiedliche Musik ein. Je höher die Neigung zu aggressivem Verhalten ausgeprägt ist, umso mehr neigen die Jugendlichen auch dazu, Ärger mit aggressiver Musik zu verarbeiten, während in Situationen von Trauer der Wunsch nach trauriger Musik bei den Aggressiven signifikant stärker ausgeprägt ist als bei den weniger Aggressiven. Allerdings konnte nicht festgestellt werden, dass Musikpräferenzen etwas über Persönlichkeitsmerkmale aussagen, d.h. vom Hören aggressiver Musik kann nicht auf eine Neigung zu aggressivem Verhalten geschlossen werden. Hingegen war zu konstatieren, dass Jugendliche mit Neigung zu aggressivem Verhalten Musik eher "stimulativ" einsetzen und auch Musik eher "assoziativ" hören als andere Jugendliche.
quelle: http://www.3sat.de/3sat.php?http://www.3sat.de/nano/news/08500/index.html

der noob
Donnerstag, 22.02.07 15:15
 

schuldigung das da oben war fehler haft hier die richtige

http://www.3sat.de/3sat.php?http://www.3sat.de/nano/news/08500/index.html

Dr. Klaus Miehling
Donnerstag, 22.02.07 18:57
 

Auf die Studie von Stöver wurde in diesem Forum schon hingewiesen. Von mir angeführte Studien wurden ja bereits ohne Begründung angezweifelt. Nun werde ich Ihnen darlegen, warum die Stöver-Studie KEIN Beleg dafür ist, daß aggressive Musik NICHT aggressiv macht, und zwar MIT Begründung:

„Die Befragung ergab drei Gruppen von Musikpräferenzen ('Cluster'): die 'Freunde gitarrenlastisger Rockmusik' (50 Prozent), 'Technopop-Fans' (25 Prozent) und 'Liebhaber angesagter Musikstile' (25 Prozent). Auf der 'Aggressivitätsskala' unterschieden sich diese drei Gruppen nicht signifikant."

Sie sehen hier, daß nur die Aggressivität verschiedener Gruppen von Gewaltmusikhörern untersucht wurde; eine Kontrollgruppe von Klassikhörern ist nicht vorhanden. Letztlich besagt die Studie nur, daß die drei untersuchten Hörergruppen im Durchschnitt die gleiche Aggressivität aufweisen. Wobei zu fragen wäre, ob „gitarrenlastige Rockmusik", Techno und „angesagte Musikstile" (d.h. ???) sich überhaupt wesentlich in ihrer Aggressivität voneinander unterscheiden. Es wurde weder die Aggressivität der drei Gruppen im Vergleich zu Klassikhörern untersucht, noch, ob unmittelbar nach dem Musikkonsum die Aggressivität der Hörer ansteigt. Die Aussage

„Allerdings konnte nicht festgestellt werden, dass Musikpräferenzen etwas über Persönlichkeitsmerkmale aussagen, d.h. vom Hören aggressiver Musik kann nicht auf eine Neigung zu aggressivem Verhalten geschlossen werden."

ist somit irreführend verallgemeinernd, da nur drei, sich in ihrer Aggressivität wohl nicht wesentlich unterscheidende, Musikstile in die Untersuchung einbezogen wurden.

Andi
Donnerstag, 22.02.07 19:51
 

1. Wo hat diese Studie behauptet, einen Vergleich mit Klassikhörern anstellen zu wollen? Wieso setzen sie voraus dass Klassikhörer eine geeignete Kontrollgruppe wären? Wären "nicht musikhörer" nicht wesentlich besser geeignet?

2. Unterscheiden sich die drei Musikstile sehr stark voneinander. Sie verallgemeinern hier mal wieder (Klassik = gut, alles andere = böse). Das alle Musikstile das gleiche Agressionsmaß haben, ist lediglich ihre (in meinen Augen immer noch nicht bewiesene) Annahme.

3. Haben sie richtig erkannt, dass die Studie nur beweist, dass alle drei Gruppen, dass gleiche Aggressionspotential hatten. Ausgehend von der Tatsache, dass die untersuchten Musikstile sich wesentlich voneinander Unterscheiden (siehe 2.) kann man also durchaus davon ausgehen, dass die Art der gehörten Musik (in dieser Studie) nicht ausschlaggebend für das Agressionspotential war.
Somit ist das gezogene Fazit für mich nicht irreführend verallgemeinernd, sondern durchaus nachvollziehbar, anhand der Bedingungen unter denen die Studie gemacht wurde.

günther hetzer
Freitag, 23.02.07 08:57
 

"Bei Jugendlichen die Foxtrott tanzen können ist die Wahrscheinlichkeit dass sie einen Doppelmord begehen um 75 % geringer."

(copy & paste)

Dr. Klaus Miehling
Freitag, 23.02.07 23:19
 

an Andi:

„Wo hat diese Studie behauptet, einen Vergleich mit Klassikhörern anstellen zu wollen?"
Wo habe ich behauptet, die Studie würde das behaupten?

„Wieso setzen sie voraus dass Klassikhörer eine geeignete Kontrollgruppe wären? Wären 'nicht musikhörer' nicht wesentlich besser geeignet?"
Klassikhörer wären natürlich eine geeignete Kontrollgruppe, wenn man die Wirkung von klassischer Musik und Gewaltmusik vergleichen will, worum es in unserer Diskussion unter anderem geht. Nicht-Musikhörer wären auch eine interessante Kontrollgruppe, aber schwerlich zu finden. Immerhin könnte man zwischen Viel- und Wenighörern unterscheiden. „Unterscheiden sich die drei Musikstile sehr stark voneinander. Sie verallgemeinern hier mal wieder (Klassik = gut, alles andere = böse). Das alle Musikstile das gleiche Agressionsmaß haben, ist lediglich ihre (in meinen Augen immer noch nicht bewiesene) Annahme."
Ich habe nicht gesagt, diese Musikstile unterschieden sich nicht voneinander; ich habe nur ihre Aggressivtät ähnlich eingeschätzt. Die Aggressivität von gitarrenlastiger Rockmusik und Techno liegt sicher z.T. auf einer anderen Ebene, aber ich könnte nicht das eine als aggressiver als das andere bezeichnen. Und wenn mit „angesagte Musikstile" das gemeint ist, was so in den Kneipen und Clubs läuft, dann ist auch das sehr aggressiv. Wie würden denn Sie die drei Stile hinsichtlich ihrer Aggressivität einstufen?

„Somit ist das gezogene Fazit für mich nicht irreführend verallgemeinernd, sondern durchaus nachvollziehbar, anhand der Bedingungen unter denen die Studie gemacht wurde."
Die Aussage „vom Hören aggressiver Musik kann nicht auf eine Neigung zu aggressivem Verhalten geschlossen werden" ist durch die Studie an drei - ich bleibe dabei: im Aggressionsgehalt ähnlichen - Musikstilen nicht bewiesen worden; daher ist sie in Zusammenhang mit der Studie irreführend verallgemeinernd.

Im Bereich „Videospiele" hat übrigens eine neue Untersuchung wieder einmal festgestellt, daß aggressive Spiele aggressiv machen, und das auch langfristig; und sogar, daß der Einfluß der Spiele auf die Aggressivität höher ist als umgekehrt der Einfluß der Persönlichkeit auf die Neigung, solche Spiele zu spielen:
http://opus.kobv.de/ubp/volltexte/2006/773/
Ja, das hat nichts mit Musik zu tun (soweit den Spielen nicht Gewaltmusik unterlegt ist), aber in diesem Forum wurde ja von einigen die Wirkung jeglicher Mediengewalt angezweifelt.

Andi
Sonntag, 25.02.07 16:37
 

"Wie würden denn Sie die drei Stile hinsichtlich ihrer Aggressivität einstufen? "
Rockmusik hat sehr viele Fascetten. Es gibt sicher aggressive Stücke, aber auch sehr viele ruhigere Stücke. Im Durchschnitt würde ich die Aggressivität eher im mittleren Bereich einordnen (wenn es dafür eine Skala gäbe).
Mit Techno kenn ich mich nicht aus, würde es aber als aggressiver als Rockmusik einstufen.
Unter "angesagte Musik" verstehe ich das, was momentan in den Charts zu finden ist, also im großen und ganzen Pop-Musik. Die ist in meinen Augen weder sonderlich anspruchsvoll, noch sonderlich aggressiv.

Ich will nochmal betonen, dass oben meine ganz persönliche Meinung steht.

Desweitern möcht ich nochmal sagen, dass die Studie sicher nicht representativ ist. Sie ist meiner Meinung nach in sich schlüssig (auch mit dem gezogenen Fazit), aber sicher nicht allgemein gültig.
Ich fände es durchaus interessant, wenn man die Studie auf mehr Musikstile ausweiten würde und andere Umweltfaktoren mit einbeziehen würde.

Zu den Computerspielen: Ich habe nie die Wirkung von Mediengewalt angezweifelt. Natürlich können aggressive Spiele (und Musik) den Konsumenten ebenfalls aggressiv machen. Ob das passiert, hängt meiner Meinung nach allerdings stark von anderen Faktoren ab. Die Summe der Einflüsse macht das Ergebnis. Der Musik oder den Computerspielen alleine die Schuld zuzuweisen (wie es nach jedem Amoklauf passiert) halte ich deswegen für falsch.
Und hier ist auch wieder, dass von ihnen angenommene hohe Ausmaß, der Grund, warum viele hier ihre Arbeit ablehnen und als schwachsinn einstufen.

Genie
Sonntag, 25.02.07 18:41
 

Ich finde es eigentlich schon beleidigend... Ich persönlich steh unter anderem auf Drum 'n' Bass (im Bereich von 150-180bpm angelegte elektronische Musik) und wenn ich so Musik hör, fang ich innerlich schon zu tanzen an. Ich frag mich, was daran agressiv sein sollte. Den Begriff "positive Agression" habe ich deswegen angesprochen, weil wenn Musik Agressionen auslösen soll, dies ja beim jeweiligen Anhänger der Musikrichtung sehr wohl Wohlbefinden ist.
Wollen Sie uns wirklich erzählen, Menschen könnten das nicht selbst realisieren, was sie agressiv macht? Letztenendes entmündigen sie 90% und mehr der Bevölkerung...

Ich persönlich glaube, dass sie ein ganz armer Mensch sind und nach einem Grund suchen, warum das so ist. Wenn sie wirklich ablehnen, dass Musik (und natürlich auch klassische Musik) die Menschen vereint, als dass sie sie auseinanderbringt (was ja durch Agression passiert), kann ich Ihnen nur einen guten Rat geben:

Halten Sie sich von anderen Menschen fern! Sie sind alle verrückt und dazu verdammt sich selbst mit Musik zu beschallen und dann die Waffen sprechen zu lassen!

AAAAARRRRRhahaha :-D

Dr. Klaus Miehling
Sonntag, 25.02.07 23:21
 

an Andi:
Danke für Ihre Einschätzung! Natürlich gebe ich Ihnen recht, daß Rockmusik - wie andere Stile auch - verschiedene Facetten und damit verschiedene Grade der Aggressivität hat. Wie gesagt fällt es mir aber insgesamt schwer, insgesamt in den drei in der Studie genannten Stilen wesentliche Unterschiede in der Aggressivität zu erkennen. Was beim Techno meist fehlt, ist der aggressive Gesang, und die Klänge sind meist weniger verzerrt; andererseits ist der „beat" oft schneller und baßlastiger. Die Popmusik gilt i.a. als weniger aggressiv, aber meiner Beobachtung nach ist dort das Schlagzeug bzw. sein elektronisches Äquivalent in den letzten Jahren immer dominanter, d.h. lauter und baßlastiger geworden, so daß die Stücke zwar noch melodisch und harmonisch abwechslungsreicher als normalerweise im Rock sind, aber kaum weniger aggressiv.
„Natürlich können aggressive Spiele (und Musik) den Konsumenten ebenfalls aggressiv machen. Ob das passiert, hängt meiner Meinung nach allerdings stark von anderen Faktoren ab. Die Summe der Einflüsse macht das Ergebnis. Der Musik oder den Computerspielen alleine die Schuld zuzuweisen (wie es nach jedem Amoklauf passiert) halte ich deswegen für falsch."
Ich kenne niemanden, der Computerspielen die alleinige Schuld an einem Amoklauf zuweisen würde. Aber die Spiele sind ein Faktor, den man durch ein Verbot leicht eindämmen könnte, was bei anderen möglichen Faktoren nicht der Fall ist. Deshalb wird darüber zu recht diskutiert.
„Und hier ist auch wieder, dass von ihnen angenommene hohe Ausmaß, der Grund, warum viele hier ihre Arbeit ablehnen und als schwachsinn einstufen."
Wenn ich ein zu hohes Ausmaß annähme, aber sonst in der Sache recht hätte, dann wäre das kein Grund, die Arbeit als „Schwachsinn" einzustufen. Als Schwachsinn bezeichnet man ja wohl etwas, das von Grund auf falsch ist.

an Genie:
„Den Begriff 'positive Agression' habe ich deswegen angesprochen, weil wenn Musik Agressionen auslösen soll, dies ja beim jeweiligen Anhänger der Musikrichtung sehr wohl Wohlbefinden ist."
Natürlich; für einen Sadisten ist es Wohlbefinden, wenn er andere quälen kann. Ist Sadismus deswegen positiv?
„Wollen Sie uns wirklich erzählen, Menschen könnten das nicht selbst realisieren, was sie agressiv macht? Letztenendes entmündigen sie 90% und mehr der Bevölkerung..."
Viele machen es sich einfach nicht bewußt; sie denken gar nicht darüber nach. Im Prinzip kann man die unmittelbar aggressiv machende Wirkung von Gewaltmusik schon spüren (ich zitiere in meinem Buch ja auch entsprechende Aussagen von Hörern); die langfristige Persönlichkeitsveränderung dagegen kann man nicht durch unmittelbares Erleben auf ihre Ursachen zurückführen. Denken Sie nur z.B. an die Folgen des Rauchens: Während des Rauchens merkt man nicht, daß man sich langfristig einen Schaden zufügt. Wir brauchen Wissenschaftler, welche die Zusammenhänge untersuchen und erklären.

Torsten
Montag, 26.02.07 13:59
 

Hallo Herr Miehling!
Kleiner Tipp: Machen sie doch bitte besser auf Zitate aufmerksam. Die kleinen " " sind leicht zu übersehen, und so passiert es mir teilweise, dass ich ein Zitat nicht als Zitat entlarve, und ich mich dann natürlich wundere.

Danke, Torsten

Andi
Montag, 26.02.07 18:07
 

"Ich kenne niemanden, der Computerspielen die alleinige Schuld an einem Amoklauf zuweisen würde. Aber die Spiele sind ein Faktor, den man durch ein Verbot leicht eindämmen könnte, was bei anderen möglichen Faktoren nicht der Fall ist. Deshalb wird darüber zu recht diskutiert."
Naja, bisher hat es nach einem Amoklauf nie sehr lange gedauert, bis einseitige, völlig unseriös recherierte Artikel (meist in Bild, aber auch in TV-Magazinen von ARD, ZDF (von den privaten ganz zu schweigen)) auftauchen, die nach einem Verbot von "Killerspielen" schreien.
Werden Spieler interviewed, werden Zitate völlig aus dem Zusammenhang gerissen, oder abgeschnitten, um das Bild vom potentiellen Amokläufer perfekt zu machen.
Diskussion ja, aber dann bitte mit seriösen mitteln, und nicht nur mit hetzreden.
Fakt ist jedenfalls, dass der Jugendschutz hier in Deutschland mit zu den schärfsten gehört (dazu gehören unmengen zensierte Spiele, einige indizierten und viele mit FSK 18 - was nicht FSK 18 ist, ist auch in der Regel harmlos). Was soll denn bitte noch mehr passieren, ohne gleich einen ganzen Markt zu zerstören und Millionen normalen Menschen ihr Hobby zu nehmen?

Dr. Klaus Miehling
Montag, 26.02.07 21:37
 

an Torsten:
Hier und da ist mir ein Absatz verrutscht. Wenn es Ihnen hilft, werde ich ab jetzt „Zitat" vor die Zitate schreiben.

an Andi:
Zitat: „Fakt ist jedenfalls, dass der Jugendschutz hier in Deutschland mit zu den schärfsten gehört (dazu gehören unmengen zensierte Spiele, einige indizierten und viele mit FSK 18 - was nicht FSK 18 ist, ist auch in der Regel harmlos). Was soll denn bitte noch mehr passieren, ohne gleich einen ganzen Markt zu zerstören und Millionen normalen Menschen ihr Hobby zu nehmen?"
Im Bereich Musik wird außer Rechtsrock fast gar nichts zensiert. Im Fernsehen sah ich schon Filme mit Sexszenen und FSK 12, ja sogar FSK 6. Mit Spielen kenne ich mich zu wenig aus, deshalb kann ich zu Ihren Bedenken, daß man bei weitergehenden Maßnahmen einen ganzen Markt zerstören würde, nicht viel sagen. Man müßte z.B. überprüfen, ob die in den Studien untersuchten Spiele indiziert sind. Falls nicht, wäre das m.E. schon ein Grund, weitergehende Maßnahmen zu treffen.

Dr. Klaus Miehling
Montag, 26.02.07 21:58
 

P.S.: Das Verwenden indizierter Spiele für solche Untersuchungen dürfte gar nicht erlaubt sein. Das würde aber bedeuten, daß auch nicht indizierte Spiele eine Gefahr darstellen.

Bemitleidenswerter Psycho
Montag, 26.02.07 22:13
 

Sich mit unserem Herrn doktor zu streiten ist unnötig.
Ihre These beruht auf einigen Aspekten, die druchaus verständnlich sind jedoch ist das nur der negative Teil ihrer These, denn der größere ist eindeutig positiv.
Sich mit sowenigen Aspekten eine solche diskussion einzuhandeln ist lächerlich und sie als gebildeter Mensch (Doktortitel......)
Musik ist Kultur.
Ich habe früher Rap gehört, doch die Texte waren mir zu eintönig und mir gefiel diese Art von Musik nicht mehr, da keine Instrumente zum Einsatz kommen.
Bei Metal hingegen, kommen Bass,E-Gittare und Schlagzeug sowie Keyboard vor. Alle berühmten Metallbands haben weltklasse Gitarrenspieler, die ihr Metier einfach verstehen.
die E-Gitarre stammt von der normalen Gitarre ab....
Ein Schlagzeug was in ihren Augen Schüsse und Krieg darstellt, ist ein schwer zu erlenendes Instrument - sie leiden wohl eher unter Verfolgswahn des 2. Weltkrieges o.ä.

Ihre Aspekte, die durchaus sehr lächerlich sind, kommen mir mehr als absud vor und einen Doktor zu sehen, der sich für sowas einsetzt: mein Beileid, es sterben Millionen von Menschen an Aids, etc, aber nicht an Metall oder Rap, setzen sie sich für was wichtiges ein, oder sehen sie eine Gefahr in Metall oder Hi-Hop die ähnlich groß ist wie Epidemien wie Aids???

Sie wollen mir hier weißmachen, das Metall, schädlich ist.
Kennen sie rechtsradikale Musik -die ist in Augen nicht schädlich?
Bevor Metal wohl eher rechtsradikales oder?????

Wenn sie ihr Blickfeld das durchaus beschrenkt ist, etwas vergrößern würden, und nicht nur die Musik für alles verantowrtlichen machen würden, dann würden sie zum Beispiel auch erkennen, dass die sozialen Umfelder der heutigen Jugend immer schlechter werden, was für mich der Hauptgrund von Gewalt ist.....

Das die Musikindustrie durchaus Milliarden verdient ist klar, aber das sie diese beschuldigen, Menschen gewalttätig zu machen, etc, ist absurd.

Auch ein Junger Klassik-Musik-Hörer kann durchaus in der Lage sein Gewalt anzuwenden, gar jemanden umzubringen, was nicht an seiner Musik liegt die er hört, sondern wie er aufwächst.

Wenn ich Metal höre, dann höre ich auf die absolute Kunst des Gitarre und Schlagzeug spielen, und nicht auf einen durchaus teilweise sehr obzösen Text, der auch mal gewalttätig oder sonstiges werden kann.
Der Text ist meißtens auf Englisch und interessiert mich wenig.
Der Klang ist mir wichtig, und mir gefällt er.
Nur weil sie warscheinlich ein persönliches Problem mit den beiden Musikrichtugnen haben, müssen sie nicht mit solchen wackeligen Thesen an die Öffenlichkeit gehen.
Ich höre nun seit 5 Jahren Metal und wachse durchaus in einer guten/hohen Gesellschaftschicht auf, doch wenn ich gewalttätig werden würde (noch nie vorgekommen), dann sicher nicht, weil irgendein Interpret was gesungen hat.

Kurze Zusammenfassung:
Gewalttaten kommen eher in schlechten Gesellschaftsschichten vor, und dann weil die Jugend oft keine Liebe empfängt, und das genauso auch weiter gibt....

Meiner Meinung nach liegt die hohe Gewaltbereitschaft eher an einen schlimmen Vergang Deutschlands, einer schlechten Erziehung durch schlechte Sozialpolitik, und vor allem nicht durch Musik.

Dafür dass sie auf Klassik stehen, kann keiner was, aber verbieten sie nicht anderen den Geschmack, denn das probieren sie....


Mein Beileid - ich bin selber Psychologe in ausbildung und muss sagen, jeder meiner Kameraden und Lehrer musste zu diesme Thema nur tief Luft holen, denn keiner konnte sich eine These vorstellen. die meißten wollten sie eher einladen mal in den Unterricht zu kommen, um unser "Versuchsobjekt" zu werden, denn psyychisch scheinen sie wohl einige Probleme zu haben.


Mein Beileid

pinky&brain
Montag, 26.02.07 23:12
 

sry aber der beitrag war wie viele überflüssig...bitte ein bischen lesen

der herr doktor ziehlt weder auf die texte ab noch darauf rechte musik über metal oder hiphop zu stellen.

ich stehe nicht hinter dem was er sagt, aber so eine herabwürdigung ist nicht gerechtfertigt.

Dr. Klaus Miehling
Dienstag, 27.02.07 19:50
 

an bemitleidenswerter Psycho:

pinky&brain sagte bereits, daß Ihr Beitrag eigentlich überflüssig ist, womit er/sie offenbar sagen will, daß einige Ihrer Vorhalte nicht dem entsprechen, was ich vertrete. Dennoch will ich kurz darauf antworten, um Ihnen die Lektüre meiner bisherigen Forumsbeiträge zu ersparen:

„es sterben Millionen von Menschen an Aids, etc, aber nicht an Metall oder Rap, setzen sie sich für was wichtiges ein, oder sehen sie eine Gefahr in Metall oder Hi-Hop die ähnlich groß ist wie Epidemien wie Aids???"
Soll man sich nur für solche Probleme einsetzen, die Millionen Menschen das Leben kosten? Außerdem hat Gewaltmusik mehr mit Aids zu tun als sie denken: Viele Texte dieser Musik und viele Interpreten propagieren ein hemmungsloses Ausleben der Sexualität und den Konsum illegaler Drogen. Die Hauptursachen von Aids sind aber bekanntlich Sex mit wechselnden Partnern und der gemeinsame Gebrauch schlecht desinfizierter Drogenspritzen. „Kennen sie rechtsradikale Musik -die ist in Augen nicht schädlich?"
Doch, selbstverständlich.

„dass die sozialen Umfelder der heutigen Jugend immer schlechter werden, was für mich der Hauptgrund von Gewalt ist....."
Meine diesbezügliche Argumentation werde ich nicht nochmals ausbreiten. Siehe oben!

„Der Text ist meißtens auf Englisch und interessiert mich wenig. Der Klang ist mir wichtig, und mir gefällt er."
Und der Klang ist gefährlicher als die Texte, wie ich hier schon oft sagte.

„ich bin selber Psychologe in ausbildung und muss sagen, jeder meiner Kameraden und Lehrer musste zu diesme Thema nur tief Luft holen, denn keiner konnte sich eine These vorstellen."
Dann sind ihnen die in meinem Buch zitierten psychologischen Untersuchungen offenbar unbekannt.

„denn psyychisch scheinen sie wohl einige Probleme zu haben."
Solche Ferndiagnosen sind unseriös; aber das müssen Sie wohl erst noch lernen.

Genie
Mittwoch, 28.02.07 09:48
 

"Die Hauptursachen von Aids sind aber bekanntlich Sex mit wechselnden Partnern und der gemeinsame Gebrauch schlecht desinfizierter Drogenspritzen."

1. Nein. Hauptursache ist unverhüteter Sex (Aber der Papst will es ja so. Und der hört bestimmt keine Gewaltmusik...).

2. Lässt sich vermeiden, wenn es Ausgabestellen für Spritzen gibt, wie Pilotprojekte (unter anderem in FR) gezeigt haben. Im Übrigen werden einmal gebrauchte Spritzen nicht mehr wiederverwendet - man müsst sie aufwändig hohen Temperaturen aussetzen, was teurer wäre als Einwegspritzen zu verwenden (aber das konnten Sie ja nicht wissen).

Spricht mal wieder dafür, wie undifferenziert Ihre Denkweise ist.

der noob
Mittwoch, 28.02.07 14:00
 

wissen wie man solche leute nennt wie sie herr miehling rassisten weil sie gegenüber anderer musik nicht tolerrant sind aber wir müssen tolerrant sein gegenüber neo-nazis tokio hotel fans ....

Dr. Klaus Miehling
Mittwoch, 28.02.07 19:05
 

28.2.07

an Genie:

Verhütung und kontrollierte Spritzenausgabe (der Staat als Dealer!) gehen an der Wurzel der Probleme vorbei. Was Sie ansprechen, ist die Begrenzung vermeidbarer Schäden, mehr nicht.
Am Anfang war ein Mensch, der auf irgendeinem Weg den Aids-Virus eingefangen hat. Hätte dieser in einer monogamen sexuelle Beziehung (oder enthaltsam) gelebt, hätte sich maximal ein weiterer Mensch infiziert. Das kann sich natürlich an verschiedenen Orten mit verschiedenen einzelnen Menschen wiederholen, aber eine größere Verbreitung hätte es nicht gegeben. Entsprechend: Würden sich die Leute an die Gesetze halten und keine illegalen Drogen nehmen, könnte sich der Virus auch auf diesem Wege nicht verbreiten.

Zitat: „Im Übrigen werden einmal gebrauchte Spritzen nicht mehr wiederverwendet."
Ja, bei der staatlichen Ausgabe, aber davon sprach ich nicht. Warum gibt es denn unter Drogensüchtigen überdurchschnittlich viele Aids-Fälle?

Zitat: „Spricht mal wieder dafür, wie undifferenziert Ihre Denkweise ist."
Mir scheint, Sie haben vielmehr vor lauter Hedonismus und Anarchie den Blick für die Wurzeln des Übels verloren.

Dr. Klaus Miehling
Mittwoch, 28.02.07 19:12
 

28.2.07

an Genie:

Verhütung und kontrollierte Spritzenausgabe (der Staat als Dealer!) gehen an der Wurzel der Probleme vorbei. Was Sie ansprechen, ist die Begrenzung vermeidbarer Schäden, mehr nicht.
Am Anfang war ein Mensch, der auf irgendeinem Weg den Aids-Virus eingefangen hat. Hätte dieser in einer monogamen sexuelle Beziehung (oder enthaltsam) gelebt, hätte sich maximal ein weiterer Mensch infiziert. Das kann sich natürlich an verschiedenen Orten mit verschiedenen einzelnen Menschen wiederholen, aber eine größere Verbreitung hätte es nicht gegeben. Entsprechend: Würden sich die Leute an die Gesetze halten und keine illegalen Drogen nehmen, könnte sich der Virus auch auf diesem Wege nicht verbreiten.

Zitat: „Im Übrigen werden einmal gebrauchte Spritzen nicht mehr wiederverwendet."
Ja, bei der staatlichen Ausgabe, aber davon sprach ich nicht. Warum gibt es denn unter Drogensüchtigen überdurchschnittlich viele Aids-Fälle?

Zitat: „Spricht mal wieder dafür, wie undifferenziert Ihre Denkweise ist."
Mir scheint, Sie haben vielmehr vor lauter Hedonismus und Anarchie den Blick für die Wurzeln des Übels verloren.

Dr. Klaus Miehling
Mittwoch, 28.02.07 19:17
 

an Genie:

Verhütung und kontrollierte Spritzenausgabe (der Staat als Dealer!) gehen an der Wurzel der Probleme vorbei. Was Sie ansprechen, ist die Begrenzung vermeidbarer Schäden, mehr nicht.
Am Anfang war ein Mensch, der auf irgendeinem Weg den Aids-Virus eingefangen hat. Hätte dieser in einer monogamen sexuelle Beziehung (oder enthaltsam) gelebt, hätte sich maximal ein weiterer Mensch infiziert. Das kann sich natürlich an verschiedenen Orten mit verschiedenen einzelnen Menschen wiederholen, aber eine größere Verbreitung hätte es nicht gegeben. Entsprechend: Würden sich die Leute an die Gesetze halten und keine illegalen Drogen nehmen, könnte sich der Virus auch auf diesem Wege nicht verbreiten.

Zitat: „Im Übrigen werden einmal gebrauchte Spritzen nicht mehr wiederverwendet."
Ja, bei der staatlichen Ausgabe, aber davon sprach ich nicht. Warum gibt es denn unter Drogensüchtigen überdurchschnittlich viele Aids-Fälle?

Zitat: „Spricht mal wieder dafür, wie undifferenziert Ihre Denkweise ist."
Mir scheint, Sie haben vielmehr vor lauter Hedonismus und Anarchie den Blick für die Wurzeln des Übels verloren.

der onkel
Mittwoch, 28.02.07 19:36
 

Bis zu Ihrem letzten post war ich eigentlich zwischen Achselzucken ob Ihrer abstrusen Äußerungen und einem fast schon an Mitleid grenzenden "was für ein armes Würstchen" hin und her gerissen - doch nun haben Sie ja doch noch Ihr wahres Gesicht gezeigt... Weit davon entfernt, nur ein "verschrobener Professor" mit abenteuerlichen Theorien zu sein, sind Sie ganz im Gegenteil ein gefährlicher Mensch, der Ignoranz, Rassismus und Kulturchauvinismus unter dem Deckmäntelchen der Wissenschaft versucht unters Volk zu bringen.
Mich friert es ob solcher Gesellen, wie Sie einer sind, werter Herr Doktor - mögen Sie so schnell als irgend möglich wieder in der Senke der Nichtbeachtung verschwinden, in die Sie gehören...

Das Grauen
Donnerstag, 01.03.07 18:13
 

Ich sags mal so: Herr Miehling sie reden meiner Meinung nach nur .....
Bitte aufhören so etwas dubioses zu beahaupten .
Sie haben soweit ich sehe nur die negativen Seiten aufgezählt.
Ach ja und wenn es nach ihnen gehen würde dann würde die Rate an Unfalltoten wieder steigen das laut einer Studie Leute die Klassik hören heufiger Autounfälle haben.
Nur weil sie Probleme mit nichtklasischer Musik haben brauchen sie ja nich solche behauptungen zu unterbreiten..

Meter Paffay
Donnerstag, 01.03.07 21:24
 


töööö tööö tötö tö tö töööö tö tö töööö

Manchmal sing ich ein paar Lieder ohne Sinn
Manchmal schmeiß ich mich vor Lachen hin
Manchmal schreiben Leute voll den Scheiß
Bin ich froh, dass ich's besser weiß

Manchmal hat ein Mensch sehr lang studiert
Manchmal ist er trotzdem sehr verwirrt
Manchmal wünscht' ich, ich hätt ein Gewehr
Dann gäb's keine solch' Doktoren mehr

Was willst du uns heute hier erzähl'n ?
Das die Klassik hilft uns zu verstehn ?
Ist nicht der Mensch, der selbst bestimmt ?
Wenn er anderen das Leben nimmt?


Du heller Schein du !

Dr. Klaus Miehling
Donnerstag, 01.03.07 23:42
 

an Das Grauen:
Zitat: „wenn es nach ihnen gehen würde dann würde die Rate an Unfalltoten wieder steigen das laut einer Studie Leute die Klassik hören heufiger Autounfälle haben."
Nicht wer Klassik hört, sonder wer Gewaltmusik (im Auto) hört, verursacht mehr Unfälle. Wenn dennoch die Zahl der Unfalltoten stetig sinkt, so ist das der verbesserten Sicherheitstechnik zu verdanken.

an Meter Paffay:
Zitat: „Manchmal wünscht' ich, ich hätt ein Gewehr
Dann gäb's keine solch' Doktoren mehr"
Damit wäre klar bewiesen:
Gewaltmusikhör'n führt zum Schießen.
Zitat: „Ist nicht der Mensch, der selbst bestimmt?
Wenn er anderen das Leben nimmt?"
Was man dem Menschen vorgemacht,
Das ahmt er nach; wer hätt's gedacht?
Die Seelenkunde uns dies lehrt,
Und wer's nicht glaubt, der denkt verkehrt.

Dr. Klaus Miehling
Donnerstag, 01.03.07 23:58
 

an Das Grauen:
Zitat: „wenn es nach ihnen gehen würde dann würde die Rate an Unfalltoten wieder steigen das laut einer Studie Leute die Klassik hören heufiger Autounfälle haben."
Nicht wer Klassik hört, sonder wer Gewaltmusik (im Auto) hört, verursacht mehr Unfälle. Wenn dennoch die Zahl der Unfalltoten stetig sinkt, so ist das der verbesserten Sicherheitstechnik zu verdanken.

an Meter Paffay:
Zitat: „Manchmal wünscht' ich, ich hätt ein Gewehr
Dann gäb's keine solch' Doktoren mehr"
Damit wäre klar bewiesen:
Gewaltmusikhör'n führt zum Schießen.
Zitat: „Ist nicht der Mensch, der selbst bestimmt?
Wenn er anderen das Leben nimmt?"
Was man dem Menschen vorgemacht,
Das ahmt er nach; wer hätt's gedacht?
Die Seelenkunde uns dies lehrt,
Und wer's nicht glaubt, der denkt verkehrt.

Meter Paffay
Freitag, 02.03.07 01:29
 

Klar bewiesen ist damit gar nichts. Woran belegst du denn diese Aussage ? Du weißt weder was für Musik ich höre, noch was in Menschen vorgeht, die deiner Meinung nach Gewaltmusik hören. Ach und Peter Maffay wird sich darüber sicher auch sehr freuen.

Nicht jeder ist gleich ein Killer oder potentiell gewaltätig, nur weil seine Musik von solchen Themen handelt. Wenn man einen klaren Verstand, etwas Toleranz und Humor besitzt, kann man viele Arten von Musik dulden, muss sie aber nicht mögen.
Wenn du willst, streiche "Musik" im letzten Satz und setze "Menschen".

Das Nachahmen, betrifft die Menschen NICHT, die einen weltoffenen und wahrhaftigen Horizont besitzen und den gilt es zu formen. Es fehlt nicht an Zensur, es fehlt an Aufklärung und Erziehung.

Deine Idee, die Welt vor der Gewalt irgendwie zu verschonen ist ja nicht grundfalsch, aber das erreichen wir nicht durch so eine engstirnige dahergestrickte Klassikgesellschaft.
"Wir sind verurteilt frei zu sein" ,gelle ? Möge uns die Musik doch bitte auch frei erhalten bleiben.

Amen !







der onkel
Freitag, 02.03.07 07:57
 

Zitat: „Manchmal wünscht' ich, ich hätt ein Gewehr
Dann gäb's keine solch' Doktoren mehr"
Zitat: "Damit wäre klar bewiesen:
Gewaltmusikhör'n führt zum Schießen."
Und genauso lückenlos ist die Beweisführung auch bei Ihren "wisenschaftlichen Untersuchungen"...

Avanti dilletanti!

Dr. Klaus Miehling
Freitag, 02.03.07 22:02
 

an Meter Paffay:

Zitat: „Das Nachahmen, betrifft die Menschen NICHT, die einen weltoffenen und wahrhaftigen Horizont besitzen und den gilt es zu formen."

Der Neurologe John Maziotta von der University of California in Los Angeles sagt: „Menschen und andere Lebewesen lernen vor allem durch Nachmachen. Menschen sind auf Nachahmung programmiert."
Diesem biologischen Erbe kann sich niemand entziehen. Natürlich kann man sich seine Vorbilder mit Bedacht aussuchen, und daß es „an Aufklärung und Erziehung" fehlt, bestreite ich nicht. Genau das will ich ja: aufklären.

Terrorizer
Samstag, 03.03.07 09:13
 

.... stimmt, es liegt GENAU DARAN, dass in meinem Zimmer gerade Machine Head läuft, dass ich beim Lesen dieses Interviews latent AGGRESSIV werde und man davon ausgehen kann, dass meine Hemmschwelle, was das ANWENDEN VON GEWALT angeht, augenblicklich sinken könnte, wenn mir der Interviewte "Wissenschaftler" (is klar..) vor die Flinte kommen würde ;o).

Das ist mit ABSTAND der GRÖSSTE SCHWACHSINN, den ich an einem Samstagmorgen gelesen habe! Und ich habe schon eine Menge Schwachsinn gelesen.

Herzlichen Glückwunsch, Sie FREAK!!

S.

P.S.: Resümee des Tages: Es war also MUSIKFASCHISMUS auf dem Kontinent - man hat es lange geahnt doch jetzt ist es raus: Adolf hörte heimlich Slayer! Weil auf Beethoven hätte er die Juden nur gekuschelt... is klar. ;o)

Das Grauen
Samstag, 03.03.07 11:02
 

Zitat: „Manchmal wünscht' ich, ich hätt ein Gewehr
Dann gäb's keine solch' Doktoren mehr"
Damit wäre klar bewiesen:
Gewaltmusikhör'n führt zum Schießen.

Sind sie sicher , dass Meter Paffay in diesem Moment NICHT Schubert oder Monzart gehört hatt. In diesem Fall wäre ihre Studie klar widerlegt .

Jörn
Samstag, 03.03.07 12:35
 

Hallo Herr Miehling!

Mich würde interessieren ob sie schon einmal wegen diesem Artikel in Freiburg angesprochen wurden, und wenn ja, in welcher Weise.

Vielen Dank, Gruß Jörn

Hansel
Samstag, 03.03.07 22:26
 

Seid Ihr immer noch nicht fertig??????

hansel
Samstag, 03.03.07 22:54
 

...was "früher" wirklich besser war: Es gab noch kein Internet.

Bekanntlich darf hier jeder (fast) jeden unkontrollierten Schwachsinn vom Stapel lassen.
Normalerweise schützt einen in den Foren ja auch eine dazwischengeschaltete Redaktion vor dem größten Unsinn...;-)))

Das hier jeder extremistisches oder sonstwie geartetes Gedankengut veröffentlichen darf, läßt mir schon manchmal eine Gänsehaut über den Rücken laufen.

Das solche weltfremden Sektierer wie Herr M. hier ein Podium für ihr verquastes Weltbild gefunden haben, sollte ihm mindestens genauso zu denken geben wie mir!

Wenn die Gesellschaft in einem so engen moralischen Korsett stecken würde wie sie propagieren, bekämen sie jedenfalls keine Gelegenheit, über ihren schöngeistigen verbrämten Weltschmerz auch nur eine Träne öffentlich zu vergießen!

Herr M. - auch sie sind ein Produkt der gesellschaftlichen Zustände, die sie anprangern! Leider wahr.

Appell an die Fudder-Redaktion:
Schließt bitte endlich diesen Thread, es ist wirklich genug jetzt. Seit Monaten drehen sich die Teilnehmer im Kreis - ineinander verbissen. Gebt Ihr jetzt zukünftig jedem skurillen Zeitgenossen Gelegenheit zur Selbstdarstellung? Müssen wir in Zukunft auch mit Beiträgen von anderen Eiferern rechnen?
Scientologen? Kannibalen? Gottgesandten?

Sorry, aber der Ruch des Unseriösen liegt in der Luft...

Dr. Klaus Miehling
Samstag, 03.03.07 23:27
 

an Jörn:

„Mich würde interessieren ob sie schon einmal wegen diesem Artikel in Freiburg angesprochen wurden, und wenn ja, in welcher Weise."

Einzelne Schüler/innen der 8. und 10. Klasse der Schule, an der ich arbeite, haben blöde Bemerkungen gemacht (sind halt noch unreif ...), und ein Gymnasiallehrer hat mich in seinen Musikkurs (13. Klasse) eingeladen, nachdem ihm Schüler des Kurses von dieser Diskussion erzählt haben. Voraussichtlich werde ich am 30. März dorthin gehen.

So ein Suffkopf
Sonntag, 04.03.07 23:28
 

Es ist fasst schon wie mit einer Sekte, du kannst ne Fülle von guten Argumenten bringen, aber der Sektenguru wiederholt immer und immerwieder im Singsang die schon lang ausgehebelten Irrlehren.

Erinnert mich irgendwie an die drei Äffchen


Also liebe Moderatoren, macht Schluss mit der Selbstinszenierung des Buchautors.
Macht jetzt so schnell wie möglich zu.



Genie
Mittwoch, 07.03.07 18:20
 

Zitat:
"Hätte dieser in einer monogamen sexuelle Beziehung (oder enthaltsam) gelebt, hätte sich maximal ein weiterer Mensch infiziert."
Hätte er verhütet, wäre niemand zu Schaden gekommen... eindeutig die bessere Quote.
Ach Fuck - noch besser, er hätte nur Schubert gehört, dann wäre erwahrscheinlich auch nicht schwul geworden, die gottlose Tucke!

Gottseidank haben Sie nichts zu sagen und sind nur eine ganz, ganz kleines (Irr-)licht. Somit tangiert mich Ihre Denkweise auch nur am Rektum.

ich bin draußen...

Dr. Klaus Miehling
Mittwoch, 07.03.07 22:51
 

„Hätte er verhütet, wäre niemand zu Schaden gekommen... eindeutig die bessere Quote."

Keine Verhütung ist zu 100 Prozent sicher. Und besser als bei Enthaltsamkeit ist die Quote schon gar nicht.

Martin Silenus
Donnerstag, 08.03.07 10:03
 

Oje, diese sinnbefreite Diskussion existiert immer noch.


Und Herr Miehling hat immer noch nichts gelernt, muss er ja nicht mehr, er hat ja die ultimative Weisheit und verteidigt sie erbittert. Ein trauriges Beispiel für zwanghaftes Schubladendenken.
Ein weiterer warnender Moralapostel mit beschränkter Weltsicht, der über etwas herzieht was er weder versteht noch verstehen will. So etwas wäre bei seinem Kreuzzug für die Ordnung und die Moral ja nur hinderlich.

Aber jedem seine Meinung, solange er sie nicht der Allgemeinheit aufzwingt.







Martin Silenus
Donnerstag, 08.03.07 10:23
 

Und hier das, was eigentlich alle schon gedacht haben:


http://www.uni-giessen.de/graduiertenzentrum/magazin/rezension-2204.php


Ich verweise auf die Stichworte: schlampiges Arbeiten, Einseitig, mangelnde Sachkenntnisse und Schwarzweiss-Malerei.

Maexx
Donnerstag, 08.03.07 16:42
 

Ist doch wieder einmal interressant zu sehen das ein Anhänger einer musikalischen Minderheit sich anmaßt sich ein Urteil über den Geschack anderer zu machen und diesen dann auch noch verurteilt. Hat irgenwann mal jemand etwas ähnliches über die Hörer von Klassik, Volksmusik oder dergleichen verlautbaren lassen nur weil die gerade nicht seinem Gerschmack entsprechen oder hat dieser Doktor einfach nur Verbalen Durchfall?

Chri
Donnerstag, 08.03.07 16:45
 

Hat der werte Herr auch die Studien gelesen das z.B.: Klassische Musik Autofahrer Aggressiver Fahren lässt als Pop oder Rock oder Sonstiger Musik???

Ich meine wie kommt man auf so eine These? (hmm was falsches geraucht?)

Dr. Klaus Miehling
Donnerstag, 08.03.07 23:26
 

an Maexx:
Zitat: „Ist doch wieder einmal interressant zu sehen das ein Anhänger einer musikalischen Minderheit sich anmaßt sich ein Urteil über den Geschack anderer zu machen und diesen dann auch noch verurteilt. Hat irgenwann mal jemand etwas ähnliches über die Hörer von Klassik, Volksmusik oder dergleichen verlautbaren lassen nur weil die gerade nicht seinem Gerschmack entsprechen [...]?"
1. Es geht hier nicht um Geschmack.
2. Über den volkstümlichen Schlager lästern auch Gewaltmusikhörer.

an Chri:
Zitat: „Hat der werte Herr auch die Studien gelesen das z.B.: Klassische Musik Autofahrer Aggressiver Fahren lässt als Pop oder Rock oder Sonstiger Musik???"
Das Gegenteil ist der Fall! Welche Studien meinen Sie?

Konsument
Freitag, 09.03.07 11:11
 

ohh, das Interviewgebrabbel von diesem Herrn Miehling erzeugt ganz schlechte vibes...

komisch, aber irgendwie verspüre ich gar keine agressiven Gefühle die durch seinen Text transportiert wurden.

Tja, wahrscheinlich nehme ich diesen selbsternannten Gewaltmusikexperten einfach nicht ernst und er geht mir ziemlich am Arsch vorbei ;)

Martin Silenus
Freitag, 09.03.07 12:00
 

Hier noch was zum Nachlesen zum Aggressionsförderung von Heavy Metal:


http://www.3sat.de/3sat.php?http://www.3sat.de/nano/news/08500/index.html


Bin mal sehr gespannt wie Herr Miehling das aufnimmt.

noname
Freitag, 09.03.07 15:35
 

hey, ich glaub ich kauf mir das buch, hab nämlich kein klopapier mehr^^

aber im ernst:
dieser arme irre miehling hat doch so was von keine Ahnung! "gewaltmusik" is schwachsinn, denn im normalfall hört man nur musik die man mag, und was man mag macht einen logischerweise nicht aggressiv! auch slipknot und konsorten; wenn man das mag dann kann einen das gar nicht aggressiv machen, oder? nur weil miehling "gewaltmusik" offensichtlich nicht leiden kann, braucht er doch kein buch mit hirnlosen, nach absolut unflexiblen und steifen statistik-daten schreiben. es kann mir kein mensch erzählen, das maximo park, kaiser chiefs oder strokes jemanden aggressiv machen können! das hier ist einfach lachhaft!
hat aber auch was gutes: wieder mal ein link zum arschablachen, den man kumpels schicken kann^^:::

Dr. Klaus Miehling
Freitag, 09.03.07 21:53
 

an Martin Silenus:

Zur von Ihnen verlinkten Studie habe ich mich in diesem Forum bereits am 22. 2. ausführlich geäußert.

Dr. Klaus Miehling
Freitag, 09.03.07 21:53
 

an Martin Silenus:

Zur von Ihnen verlinkten Studie habe ich mich in diesem Forum bereits am 22. 2. ausführlich geäußert.

brainbug
Samstag, 10.03.07 02:07
 

Sehr geehrter Herr Dr. Miehling,

Agression ist als Teil der natürlichen Anlagen durch die Evolution vorgesehen und hat sich in der Entwicklung als sinnvolle Fähigkeit erwiesen.

Die Frage, ob Musik aggressiv macht ist also nicht erheblich, da dieses Potential bereits in jedem Menschen verankert ist.

Ausserdem erschliesst sich mir auch bei allerbestem Willen der Sinn Ihrer These nicht. Wollen Sie ernsthaft die Gesellschaft verbessern, indem Sie über die Gefahren von "Gewaltmusik" philosophieren?

Da wäre es genauso sinnvoll die Farbe rot in Frage zu stellen, die nachweislich auch anregend das neuronale Netz beeinflusst.

Es kommt nicht auf die musikalischen Vorlieben des Einzelnen an, sondern auf den verantwortungsvollen Umgang mit den Dingen.

Ausserdem, was wäre die Menschheit ohne Sex, Drugs und heftigen Rock n Roll:

Todlangweilig!

Dr. Klaus Miehling
Samstag, 10.03.07 22:54
 

Zitat: „Agression ist als Teil der natürlichen Anlagen durch die Evolution vorgesehen und hat sich in der Entwicklung als sinnvolle Fähigkeit erwiesen. Die Frage, ob Musik aggressiv macht ist also nicht erheblich, da dieses Potential bereits in jedem Menschen verankert ist."
Seltsame Argumentation. Gerade WEIL „dieses Potential bereits in jedem Menschen verankert ist", müssen wir vorsichtig damit umgehen. Die Gefahr von Gewaltmusik liegt darin, daß sie dieses Potential aktiviert bzw. vom sinnvollen Bereich in einen destruktiven überführt!

Zitat: „Wollen Sie ernsthaft die Gesellschaft verbessern, indem Sie über die Gefahren von 'Gewaltmusik' philosophieren? Da wäre es genauso sinnvoll die Farbe rot in Frage zu stellen, die nachweislich auch anregend das neuronale Netz beeinflusst."
Aber der Grad der Beeinflussung ist nicht zu vergleichen.

Zitat: „Es kommt nicht auf die musikalischen Vorlieben des Einzelnen an, sondern auf den verantwortungsvollen Umgang mit den Dingen."
Der aber durch Einflüsse wie den von Gewaltmusik bei vielen Menschen untergraben wird.

Zitat: „Ausserdem, was wäre die Menschheit ohne Sex, Drugs und heftigen Rock n Roll: Todlangweilig!"
Bedauerlich, wenn Sie diese Dinge brauchen, um sich nicht zu langweilen.

buchhändler
Sonntag, 11.03.07 01:04
 

mir ist im beruf ja schon viel mist durch meine finger gegangen, aber dieses machwerk stellt den traurigen höhepunkt der letzten 20 jahre dar. Schade um das papier.

buchhändler
Sonntag, 11.03.07 01:04
 

mir ist im beruf ja schon viel mist durch meine finger gegangen, aber dieses machwerk stellt den traurigen höhepunkt der letzten 20 jahre dar. Schade um das papier.

Leising
Sonntag, 11.03.07 18:38
 

Also nur mal so, wenn sie die musik die ich liebe und selbst praktiziere als agressiv machend bezeichnen, dann machen SIE mich agressiv, weil das einfach nur dummes geschätz ist um ihr buch zu verkaufen. Fänden sie es besser wenn jeder seine Emotionen in sich reinfrisst um dann später zu explodieren?
Ich selbst dreh lieber mal ein bisschen Metal auf und schwing mich an meinen Sandsack und tobe mich dort aus.

ZITAT: "Das ohrenfälligste dabei ist das Schlagzeug, das ja akustisch nichts anderes darstellt als Schläge, Schüsse, Explosionen und dergleichen."
wenn das so ist, was sagen sie dazu das in Opern und allgemein in der klassischen musik, Paukenschläge zu finden sind. Ihrer ansicht nach müsste dies auch agressiv machen.

ZITAT:"Aber die Gewalt kann auch im verzerrten Klang einer E-Gitarre."
Richhard Wagner arbeitete auch gerne mit verzerrten Geigenklängen. Der gehört verboten ab auf den index damit.

Meiner Meinung nach ist das gequirlter Mist, geldmacherrei und ein bisschen am bekanntheitsgrad schrauben.

Zitat: „Ausserdem, was wäre die Menschheit ohne Sex, Drugs und heftigen Rock n Roll: Todlangweilig!"
Bedauerlich, wenn Sie diese Dinge brauchen, um sich nicht zu langweilen."

Nur wenn man keine abkriegt, weil man klassik hört :P


\"gewaltmusikhörer\"
Sonntag, 11.03.07 22:11
 

also, herr miehling....
ich verstehe sie nicht ganz, wie sie zu diesen behauptungen stehen können...

wenn ich mir manche klassische musik anhöre, finde ich, hört man des öfteren auch aggressionen heraus... und da musik stimmung beeiflusst, müsste man ja auch aggressiv werden. somit macht auch klassische musik aggressiv...
moderne musik kann sehr beruhigend sein... und auch sehr meditativ, und die musik, die eine sehr hohe meditative wirkung hat, ist aussschliesslich elektronisch... aber ihrer meinung nach gewaltmusik...


Penner33
Sonntag, 11.03.07 22:19
 

Den herren Miehling kenn ich. War mal an unserer Schule. Ich mache selber Rockmusik und habe schon 16 Menschen umgebracht, 33 Wale stranden lassen und ein paar Lehrer erstochen (lehrer seh ich nicht als Menschen an). Kleiner scherz.n Lächerlich kann ich nur sagen.

Dr. Klaus Miehling
Sonntag, 11.03.07 23:11
 

11.3.07

An Leising:
Zitat: „Ich selbst dreh lieber mal ein bisschen Metal auf und schwing mich an meinen Sandsack und tobe mich dort aus."
Das zeigt, daß Metal aggressiv macht. In Konzerthallen und Diskotheken hängen keine Sandsäcke. Außerdem sind Sie hinterher zwar müde, aber Sie haben wieder einmal Aggression „geübt", und damit steigt die Wahrscheinlichkeit, daß sie in Zukunft auf bestimmte Situationen aggressiv reagieren.
Zitat: „was sagen sie dazu das in Opern und allgemein in der klassischen musik, Paukenschläge zu finden sind."
Dazu habe ich mich in diesem Forum schon mehrmals geäußert, z.B. am 28. 1. an Berman.
Zitat: „Richhard Wagner arbeitete auch gerne mit verzerrten Geigenklängen."
Wo? Wie? Vielleicht ein „sul ponticello"? Das ist mit verzerrten E-Gitarren- oder Synthesizerklängen nicht vergleichbar.
Zitat: „Meiner Meinung nach ist das [...], geldmacherrei und ein bisschen am bekanntheitsgrad schrauben."
Wenn es um Geld und Bekanntheit ginge, hätte ich ein 200-Seiten-Buch geschrieben. Das wäre billiger gewesen und würde deshalb von mehr Leuten gekauft werden (und es hätte weniger Arbeit gemacht). Mein Buch hat mich im Gegenteil einiges gekostet.
Zitat: „Nur wenn man keine abkriegt, weil man klassik hört"
Ich kenne viele Klassikhörer, die „eine abgekriegt" haben. Schließlich gibt es auch Frauen, die Klassik hören, und zwar prozentual gesehen mehr als Männer (21 % der Frauen, 13 % der Männer - Focus-Umfrage von 1998)! Folglich findet ein klassikhörender Mann statistisch gesehen mit größerer Wahrscheinlichkeit eine (klassikhörernde) Frau als ein gewaltmusikhörender Mann eine (gewaltmusikhörende) Frau.

An gewaltmusikhörer:
Zitat: „die musik, die eine sehr hohe meditative wirkung hat, ist aussschliesslich elektronisch... aber ihrer meinung nach gewaltmusik..."
Da irren Sie sich. Ich behaupte nirgends, daß jede elektronisch erzeugte Musik Gewaltmusik wäre.

Peter
Montag, 12.03.07 10:30
 

*zitat*
Das zeigt, daß Metal aggressiv macht. In Konzerthallen und Diskotheken hängen keine Sandsäcke. Außerdem sind Sie hinterher zwar müde, aber Sie haben wieder einmal Aggression „geübt", und damit steigt die Wahrscheinlichkeit, daß sie in Zukunft auf bestimmte Situationen aggressiv reagieren.

Metal is eigentlich eine sehr friedliche subkultur...
Ich würde auch behaupten jeder mensch ist gelegentlich aggressiv. Das jetzt an der musik festzumachen.. ich meine sog. gewaltmusik ist vielleicht sehr gefühlsgeladen aber pauschal davon auszugehen das brutale musik auch tätliche gewalt hervoruft finde ich abwegig besonderst weil nach meinen erfahrungen (metal) gewaltätige aktionen grade bei konzerten ausbleiben.
Es sei den man will pogo oder sowas als gewalt bezeichnen es ist sicher irgendwie gewalt aber eben kontrolliert und nicht in der absicht jemand zu schaden oder zu verletzen gemeint. Ein ziemlicher unterschied finde ich. Generell hat musik ja nicht sicher mit tätlicher gewalt zu tun, selbst wenn im text von krieg, mord, splatter etc die rede ist. Diese theorie wird vielleicht von einzelfällen gestützt aber bitte....

Martin Silenus
Montag, 12.03.07 11:53
 

@Buchhändler

Zitat: mir ist im beruf ja schon viel mist durch meine finger gegangen, aber dieses machwerk stellt den traurigen höhepunkt der letzten 20 jahre dar. Schade um das papier.

Das kann ich selbst als ehemaliger Unterschreiben. Soviel ich weiss halten die meisten Buchhändler, die noch im Besitz ihres gesunden Menschenverstandes sind nicht viel davon.

@Herr Miehling: Ja, bei näherer Betrachtung haben sie das wirklich, zwar schwammig wie immer, aber sie haben etwas dazu gesagt.
So Herr Miehling, wenn am Ende das Verbot stehen soll, dann mach ich ihnen mal einen Vorschlag: verbieten wir gleich jegliche Musik, so nach dem radikalen Schema: "ganz oder gar nicht." So könnte man auch den künftigen Massenmördern vorbeugen, denn die meisten von ihnen waren ja Freunde der klassischen Musik.

So jetzt mal im Ernst, was sie hier machen ist nicht nur ein Angriff auf die Kunst, sondern auch eine Attacke auf die Grundrechte des Menschen in bester Tradition von Gedankenkontrolle und Gleichschaltung. Ich hoffe inständig, dass ihre abstruse und schlampige Arbeit ohne Gehör zu finden irgendwo versumpft. Denn sollte es soweit kommen, dann machen wir einen weiteren Schritt in Richtung Nanny- und Polizeistaat. Aber in Tagen wo es halt nicht so läuft wie es soll sucht man halt gern Sündenböcke, am besten solche, die mit Vorurteilen belastet und von so elitären Gutmenschen wie ihnen nicht verstanden werden.
1984, Clockwork Orange, schöne neue Welt und Equilibrium lassen grüssen.


Es grüsst

Martin Silenus

der noob
Montag, 12.03.07 22:41
 

Jetzt kommst dass buch von herr miehling kostet 99,99 und dass ist schon einer der billigsten seiner werke dass teuerste ist c.a. 120
euro teuer

Martin Silenus
Dienstag, 13.03.07 09:34
 

Zitat Miehling:Und was ist mit den Attacken der Gewaltmusik? Wenn jemand ein Medikament in den freien Verkehr bringen würde, das ebensolche Wirkungen hat, würde er bestraft, das Medikament verboten werden, wie ja auch bestimmte Drogen verboten sind. Gewiß, wenn Sie die Wirkung von Gewaltmusik anzweifeln, können Sie mit Recht gegen ein Verbot sein. Da ich diese Wirkungen nicht anzweifle, kann ich ein Verbot mit ebensolchem Recht befürworten. Aber wie ich in diesem Forum bereits schrieb: Es ist noch zu früh, um über Verbote zu diskutieren. Weitere Forschung, Aufklärung, Selbstkritik der Medien, Jugendschutz, Gewaltsteuer: Das wäre mal ein Anfang.

Wie ich es, so glaub ich zumindest, schon mal sagte, sie suchen ein Monster das es nicht gibt. Jedenfalls nicht so wie sie es sich vorstellen.
Von welchen Attacken sprechen sie? Musik kann nicht attackieren, das können nur Menschen. Und wer Musik als Grund für sein gewalttätiges Verhalten angibt, der hatte entweder schon vorher einen an der Klatsche oder hat nicht den Mut die Verantwortung für seine Taten zu übernehmen und sich einzugestehen, dass er seine Aggressionen nicht kontrollieren kann.


Zu Früh um über ein Verbot zu diskutieren? Ganz und gar nicht! Je früher solcher Unsinn im Keim erstickt wird um so besser. Und selbst wenn es so wäre wie sie behaupten, so würde ein Verbot überhaupt nichts bringen, im Gegenteil es würde nur noch schlimmer werden.

Ich habe mir mal die Freiheit genommen das mal im Geiste durchzuspielen.

1. Die Hörer der verschiedenen Musikstile würden faktisch kriminalisiert. Das hat noch nie was gebracht und macht es vor allem für Jugendliche nur noch reizvoller sich dieser Musik hinzugeben. Erster Schuss ins eigene Bein.

2. Wenn diese Musikstile verboten werden, dann würden zahlreiche Bands, Chöre und Vereine aufgelöst werden müssen. Als Folge landen wieder Jugendliche auf den Strassen. Menschen werden einer wichtigen Freizeitbeschäftigung und einer ebenso wichtigen Möglichkeit ihre sozialen Kontakte zu pflegen beraubt. Das wird erst recht Aggressionen auslösen.
Zweiter Schuss ins eigene Bein.

3. Werden sich nun erst recht Ärger und Gewalt breitmachen, denn wer lässt sich schon gern etwas von oben herab verbieten und wegnehmen, was ihm zuvor Halt und die Möglichkeit gegeben hat seine Gefühle zu kanalisieren und auszudrücken.
Nun mal ganz ehrlich, wie würden sie reagieren, wenn man ihnen verbietet klassische Musik zu hören und zu spielen?
Dritter Schuss ins eigene Bein.

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Jetzt mal ganz ehrlich von Mensch zu Mensch. Was haben für ein Problem? Sie suchen so eifrig das Negative an nichtklassischer Musik, dass es schon fast an Fanatismus grenzt. Positive Aspekte blenden sie komplett aus oder reden sie mal schnell weg. Denken sie etwa auch in Schwarzweiss?
Was ich ihnen aber vor allem übel nehme, ist die Tatsache, dass sie mit Sachen um sich werfen, die uns, die Liebhaber dieser Musikrichtungen, in die nähe von schon fast Bilderbuchkriminellen rückt und uns zu hirnlosen Subjekten und Menschen zweiter Klasse degradiert. Wenn das nicht die Absicht war, dann sollten sie vielleicht mal ihre Ausdruckweise überdenken, denn die ist geradezu diskriminierend.


der onkel
Dienstag, 13.03.07 09:54
 

@ martin silenus:
ihr Engagement in allen Ehren, aber merken sie nicht, dass dieser Mensch überhaupt kein Interesse an einer Verständigung oder auch nur Annäherung hat?
Mittlerweile wurden hier fast 800 Nachrichten gepostet, darunter viele, deren Verfasser sich ernsthaft mit den Thesen dieses sogenannten Doktors auseinandergesetzt haben.
Das Ergebnis? Meister Miehling ist nicht ein Jota von seinen komplett hirnrissigen Thesen abgewichen oder hat auch nur ansatzweise zu erkennen gegeben, das er den Sinn einer Diskussion, nämlich andere Argumente anzuhören, abzuwägen und diesen gegebenenfalls zuzustimmen, verstanden hätte.
Das liegt einfach nicht in seinem Interesse, genauso kann man mit Scientologen oder Islamisten diskutieren, nämlich gar nicht...
Ich verweise hier gerne nochmal auf einen früheren post von mir: das ist ein böser Mensch, der Übles tut - wir sollten aufhören, ihm dafür ein Podium zu bieten.

Martin Silenus
Dienstag, 13.03.07 10:13
 

@ der Onkel:

Ich bin mir dessen sehr wohl bewusst und leider ist es so wie sie sagen. Nennen sies einen Funken Hoffnung und einen letzten Appell an den letzten Rest gesunden Menschenverstand bei Hr. Miehling.

der onkel
Dienstag, 13.03.07 10:31
 

@ Martin Silenus: das ehrt sie und ich muss zugeben, das ich am Anfang auch diese Hoffnung hatte... Belassen wir es dabei, hier sind Hopfen und Malz verloren ;-))
"Woe to you, oh Earth and Sea: For the Devil sends the beast with wrath, because he knows the time is short...
Let him who hath understanding reckon the number of the
beast. For it is a human number, its number is Six hundred and
sixty six."" Muhaha ;-))

panta
Dienstag, 13.03.07 22:01
 

"Es geht dabei um das illegale Herunterladen von Musik...Offenbar begehen Gewaltmusikhörer diese Straftat häufiger als Klassikhörer"
Is ja logisch denn "Gewaltmusik" wird öfters gehört, also auch öfters runtergeladen (egal ob legal oder illegal)

So eine sinnlose Argumentation. Das das keine Argumente sind erkennt ja wohl ein Dreijähriger!

Dr. Klaus Miehling
Dienstag, 13.03.07 22:59
 

Gestern habe ich folgendes geschrieben, das, wie ich jetzt sehe, gar nicht durchgekommen ist:

an Peter:
Zitat: „pauschal davon auszugehen das brutale musik auch tätliche gewalt hervoruft finde ich abwegig besonderst weil nach meinen erfahrungen (metal) gewaltätige aktionen grade bei konzerten ausbleiben."
Da gibt es Gegenbeispiele. Außerdem kann sich die Gewalt auch erst nach dem Konzert auf dem Nachhauseweg entladen; davon bekommen Sie dann gar nichts mit. Und schließlich, darauf wies ich ja hin, hat Gewaltmusik neben dem kurzfristigen auch einen langfristigen Effekt; davon bin ich jedenfalls überzeugt, und für Videospiele und Filme ist er bereits mehrfach nachgewiesen.
an Martin Silenus:
Zitat: „was sie hier machen ist nicht nur ein Angriff auf die Kunst, sondern auch eine Attacke auf die Grundrechte des Menschen in bester Tradition von Gedankenkontrolle und Gleichschaltung."
Und was ist mit den Attacken der Gewaltmusik? Wenn jemand ein Medikament in den freien Verkehr bringen würde, das ebensolche Wirkungen hat, würde er bestraft, das Medikament verboten werden, wie ja auch bestimmte Drogen verboten sind. Gewiß, wenn Sie die Wirkung von Gewaltmusik anzweifeln, können Sie mit Recht gegen ein Verbot sein. Da ich diese Wirkungen nicht anzweifle, kann ich ein Verbot mit ebensolchem Recht befürworten. Aber wie ich in diesem Forum bereits schrieb: Es ist noch zu früh, um über Verbote zu diskutieren. Weitere Forschung, Aufklärung, Selbstkritik der Medien, Jugendschutz, Gewaltsteuer: Das wäre mal ein Anfang.

an der noob:
Zitat: „Jetzt kommst dass buch von herr miehling kostet 99,99 und dass ist schon einer der billigsten seiner werke dass teuerste ist c.a. 120 euro teuer"
Ja, ja, nur schön übertreiben ...
1. Das Buch kostet 98 Euro. Abweichende Preise sind im Ausland möglich.
2. Das teuerste meiner drei Bücher kostet 108 Euro; es sind zwei Bände.
3. Das dritte (chronologisch erste) kostet 59 Euro.
Die Preise werden von den Verlagen festgesetzt. Die Bücher sind teuer, weil sie viele Seiten haben und nur in kleinen Auflagen erscheinen. Mich haben alle drei Bücher viel Geld gekostet. Das erste ist vor mehr als dreizehn Jahren erschienen, und ich habe auch in dieser langen Zeit nur einen Bruchteil meiner Investition wieder hereinbekommen.

Dr. Klaus Miehling
Dienstag, 13.03.07 23:48
 

13.3.07

Moment - es wurde ja schon auf das Vorige geantwortet. Also kam es doch durch, aber nun steht es nicht mehr da???
Wie auch immer, nun zu den nächsten Stellungnahmen:

an Martin Silenus:
Zitat: „Von welchen Attacken sprechen sie? Musik kann nicht attackieren, das können nur Menschen."
Menschen können es mit Musik.
Zitat: „Und wer Musik als Grund für sein gewalttätiges Verhalten angibt, der hatte entweder schon vorher einen an der Klatsche oder hat nicht den Mut die Verantwortung für seine Taten zu übernehmen und sich einzugestehen, dass er seine Aggressionen nicht kontrollieren kann."
Ja und nein. Natürlich ist jeder selbst verantwortlich. Aber es ist nun mal eine Tatsache, daß das Verhalten von Menschen auch durch ihre Umwelt beeinflußt wird.
Zitat: „Und selbst wenn es so wäre wie sie behaupten, so würde ein Verbot überhaupt nichts bringen, im Gegenteil es würde nur noch schlimmer werden. [...] 1. Die Hörer der verschiedenen Musikstile würden faktisch kriminalisiert. Das hat noch nie was gebracht und macht es vor allem für Jugendliche nur noch reizvoller sich dieser Musik hinzugeben."
Ein altes Argument, aber falsch. Warum nehmen mehr Menschen Alkohol zu sich als Cannabisprodukte (härtere Drogen lasse ich einmal wegen des hohen Preises außen vor)? Weil das eine erlaubt ist, das andere nicht. Es denken ja nicht alle Jugendlichen so, wie Sie behaupten. Ein Verbot würde auch bewirken, daß Gewaltmusik nicht mehr so leicht erhältlich wäre.
Zitat: „2. Wenn diese Musikstile verboten werden, dann würden zahlreiche Bands, Chöre und Vereine aufgelöst werden müssen. Als Folge landen wieder Jugendliche auf den Strassen. Menschen werden einer wichtigen Freizeitbeschäftigung und einer ebenso wichtigen Möglichkeit ihre sozialen Kontakte zu pflegen beraubt."
Ja, wenn das von heute auf morgen geschieht. Wir sind uns wohl darin einig, daß das völlig unrealistisch ist. Insgesamt würde es ja nicht weniger Musik geben, sondern nur andere Musik. Und da es unter Klassikhörern mehr musikalisch Aktive gibt als unter Gewaltmusikhörern, würde es insgesamt sogar mehr Musikensembles, Chöre und Vereine geben, und es wären weniger Jugendliche „auf den Straßen"!
Zitat: „3. Werden sich nun erst recht Ärger und Gewalt breitmachen, denn wer lässt sich schon gern etwas von oben herab verbieten und wegnehmen, was ihm zuvor Halt und die Möglichkeit gegeben hat seine Gefühle zu kanalisieren und auszudrücken."
Gleiche Antwort wie oben: Ja, wenn das von heute auf morgen geschieht. Wir sind uns wohl darin einig, daß das völlig unrealistisch ist.
Zitat: „Nun mal ganz ehrlich, wie würden sie reagieren, wenn man ihnen verbietet klassische Musik zu hören und zu spielen?"
Jedenfalls nicht mit Gewalt.
Zitat: „Positive Aspekte blenden sie komplett aus oder reden sie mal schnell weg. Denken sie etwa auch in Schwarzweiss?"
Wie ich auf solche Vorwürfe schon sagte: Das ist nicht das Thema. Diesen Vorwurf können Sie auch denjenigen machen, die vor dem Rauchen warnen und diese einseitigen, diskriminierenden Sprüche auf die Zigarettenpackungen drucken lassen.
Zitat: „Was ich ihnen aber vor allem übel nehme, ist die Tatsache, dass sie mit Sachen um sich werfen, die uns, die Liebhaber dieser Musikrichtungen, in die nähe von schon fast Bilderbuchkriminellen rückt und uns zu hirnlosen Subjekten und Menschen zweiter Klasse degradiert. Wenn das nicht die Absicht war, dann sollten sie vielleicht mal ihre Ausdruckweise überdenken, denn die ist geradezu diskriminierend."
Ich habe nie ohne Belege einer bestimmten Person irgend etwas unterstellt, sondern immer wieder darauf hingewiesen, daß es sich um Wahrscheinlichkeiten, um statistische Effekte (eben wie auch beim Rauchen) handelt. Und die Ausdrucksweise überdenken sollten Leute, die mich in diesem Forum persönlich beleidigen.

an panta:
Zitat: „Is ja logisch denn 'Gewaltmusik' wird öfters gehört, also auch öfters runtergeladen (egal ob legal oder illegal) So eine sinnlose Argumentation. Das das keine Argumente sind erkennt ja wohl ein Dreijähriger!"
Daß das so nicht gemeint war, erkennt ja wohl ein Dreijähriger! Aus meiner Aussage im Interview: „das vor allem dem Verkauf von Gewaltmusiktonträgern geschadet hat, nicht dem Verkauf von Klassiktonträgern", hätten Sie schließen können, daß ich natürlich von relativen, nicht von absoluten Zahlen spreche. Das ist immer so, wenn ich Gewaltmusik- und Klassikhörer miteinander vergleiche, und es ist so selbstverständlich, daß man eigentlich nicht noch extra darauf hinweisen muß.

der buchhändler
Mittwoch, 14.03.07 01:36
 

Ich werde mir von Ihnen nicht das singen verbieten lassen!
Ebenso nicht das Recht auf freie Meinungsäußerung und die Freiheit der Kunst!
Kann es sein, das Sie auch mit anderen Elementen einer freiheitlich-demokratischen Grundordnung ihre Probleme haben??
Jene, die nur "das Beste" für den Menschen wollten, haben in ihrem Fanatismus oft mehr zerstört, als sie neu ordnen wollten.
Da sollten Sie mal drüber nachdenken.
Ach - ich vergaß, dafür muß man ja leider sich selbst reflektieren können. Was nun?

Bestimmt wird ihnen der Verlag die ihm irgendwann lästig gewordene Restauflage dereinst zum Schnäppchenpreis anbieten.

Greifen Sie zu, der nächste Winter kommt bestimmt!

Dr. Klaus Miehling
Mittwoch, 14.03.07 16:54
 

Über solche emotionalen und unsachlichen Reaktionen kann ich nur den Kopf schütteln. Ich persönlich will und kann gar nichts verbieten. Ich stehe auch zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung. Zu dieser gehört, daß ich meine Meinung äußern und auf Probleme hinweisen kann. Sie und andere müssen selbstverständlich nicht meiner Meinung sein, aber Sie führen sich hier so auf, als würde ich etwas Unrechtes tun. Sie sollten sich einmal das Umfeld von Gewaltmusik vor Augen halten und dann „darüber nachdenken", warum es so ist, wie es ist.
„Fanatismus" hat mit dem, was ich mache, gar nichts zu tun. Eher ist in der bedingungslosen Gefolgschaft mancher Gewaltmusikhörer Ihren Idolen gegenüber ein Fanatismus zu sehen, der ja in einigen Fällen nachweislich zu furchtbaren Verbrechen „im Namen" der Gewaltmusik geführt hat. Fanatiker sind nicht zuletzt dadurch charakterisiert, daß sie sich berechtigt fühlen, gegen Gesetze zu verstoßen. Und das haben einige meiner Gegner hier gezeigt (z.B. was Drogen betrifft), während ich immer deutlich gemacht habe, daß Gesetze zu respektieren sind, und daß meine Kritik der Tatsache gilt, daß viele Gewaltmusiker und Gewaltmusikhörer immer wieder gegen diesen Grundsatz unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung verstoßen.

der onkel
Mittwoch, 14.03.07 17:19
 

Oh, es reicht, fahren Sie doch bitte endlich zur Hölle!

redrum, redrum

jörn
Mittwoch, 14.03.07 17:26
 

redrum ist ein Szenewort. Rückwärts gelesen beudeutet es "murder". Dies ist geschmackslos, ich bitte den Post umgehend zu löschen.

der onkel
Mittwoch, 14.03.07 17:36
 

@ jörn: bist Du von der Onkelpolizei? Redrum ist aus Shining von Stephen King und sollte die Besessenheit von Herrn Miehling zum Ausdruck bringen - Dir ist ja wohl echt nicht mehr zu helfen, Du Vollpfosten, muhahahaa

ne is klar!
Mittwoch, 14.03.07 17:42
 

Sei nicht zu streng zu ihm, er kommt aus einer harten Wohngegend!

Jörn
Mittwoch, 14.03.07 20:02
 

@ der onkel

1. Kenne ich nicht, also auch nicht kennenswert.
2. Das Wort "Vollpfosten" disqualifiziert dich selbst.

@ne is klar!:

Meine Wohngegend hat damit Null zu tun.
Wenn du dich darüber lustig machst wo ich her komme, da besuch mich doch einfach mal (Mulhouse/FR)

ne is klar
Mittwoch, 14.03.07 20:41
 

Oh doch...sehr kennenswert!

Soll das etwa ein lächerlicher Versuch einer Drohung sein?

Jörn
Mittwoch, 14.03.07 21:01
 

Hehe, wodurch sich *edit* wie du gleich bedroht fühlen!

Ich habe mich leidglich auf deine Bemerkung über meine Wohngegend bezogen. Ich denke nicht dass du schon mal in einem arabischen Viertel in Mulhouse unterwegs warst; falls ja, würdest du das nicht ins lächerliche ziehen. Wenn du mir nicht glaubst dann komm vorbei, basta

ne is klar
Mittwoch, 14.03.07 21:21
 

Fühl ich mich nicht!

Bin schwer beeindruckt!

der onkel
Donnerstag, 15.03.07 07:09
 

@ ne is klar: danke für die Schützenhilfe, aber da ist jeder Satz zuviel - er ist halt einfach ein Gewinner ;-))

ne is klar
Donnerstag, 15.03.07 09:09
 

Ein Gewinner vor dem Herrn...vielleicht kommt ja doch noch was von oben! ;o)

Jörn
Donnerstag, 15.03.07 16:36
 

Kommentar wurde editiert von der fudder-Redaktion.

Grund: Beleidigung

ne is klar
Donnerstag, 15.03.07 17:14
 

Es tut mir wirklich leid, dass das Schicksal dich in eine so schlimme Gegend verschlagen hat! Bei deiner Person zeigt sich mal wieder, dass fehlender Intellekt und soziales Umfeld leider meistens in direktem Zusammenhang steht!

Ich bedauer dich um deine Einstellung gegenüber dem weiblichen Geschlecht, sowie die Tatsache, dass du scheinbar ohne plumpe Beleidigungen nicht weit kommst!

Was dein Siegerdenken angeht...."ne is klar"!

Danke das du mit deiner Art zu meiner Belustigung beiträgst und nicht die Hoffnung verlieren, vielleicht hat er da oben doch noch erbarmen mit dir!



Kapöllmeista
Donnerstag, 15.03.07 17:16
 

Liebes Fudder-Team, seht ihr irgend einen Sinn im Fortbestehen dieses Threads?

fudder-Redaktion
Donnerstag, 15.03.07 17:50
 

@Jörn: Bitte erst mal unsere Netquette lesen, dann weiter diskutieren. Deine vorangegangenen Beiträge wurden wg. Beleidigungen editiert.

torpedo bosenheim
Donnerstag, 15.03.07 21:44
 

Moment mal, haben nicht viele Nazis klassische Musik gehört?
So ein friedlichen Gemütszustand kann diese Musikart ja dann wohl nicht auslösen.
Oder lags vielleicht gar nicht an der Musik? ach Herr Miehling wirds wissen.

pfeifen-johnny
Donnerstag, 15.03.07 22:13
 

@fudder
wenn ihr einen satz wie von jörn so editiert: "Hehe, wodurch sich *edit* wie du gleich bedroht fühlen!" dann muss man fast meinen 'jörn' hätte 'ne is klar' ganz schrecklich beleidigt. also will meinen, das edit verschlimmert das ganze eigentlich nur. also entweder ihr editiert den ganzen satzt oder lasst beleidigungen a la pappnase o.ä. einfach so stehen...

...finde ich.
(den beitrag dürft ihr nach gelesen auch gerne wieder rauslöschen, er trägt nämlich nicht zum eigentlichen thema bei)

Digger
Freitag, 16.03.07 23:51
 

Dr. Klaus Miehling macht mich wütend und aggresiv, wieso schaffen wir ihm nicht ab.

Wann lernt es die Menschheit endlich, alles was einen aggresiv macht sollte abgeschafft werden z.b. GEZ, MIEHLING, Gebrauchsanweisungen, Ikea Möbel, Knöllchen, die Farbe rot, Rechnungen, Stau, sämtliche Politiker, Kinder der Nachbarn, Hunde und Katzen der Nachbarn, die Nachbarn........

Skelettor
Samstag, 17.03.07 11:09
 

Ach, lasst uns doch über was anderes reden! Über Sex oder so - da kann der Doc nämlich nicht mitreden :-D

Hahni
Samstag, 17.03.07 17:57
 

Also ich würd nach ner Stunde klassischer Musik oder Schlager oder dieser "Ich hab dich ja so lieb" - kacke eher amog laufen als nach einer Stunde "Gewalt" - Musik in der ich meine Aggressionen ausleben kann...

Moe
Samstag, 17.03.07 19:10
 

Sagen sie mal, Herr Miehling...
Was ist eigentlich, wenn ich mir ein klassisches Stück hernehme, sagen wir irgendetwas für ein Streichquartett und das mit E- Gitarren, Bass und Schlagzeug so umarrangiere, dass sich von Melodie und Harmonie keinerlei Änderungen ergeben...was ist das dann für Musik?
Und behalt die Musik nicht ihren Charakter, ihre Emotion, ihre, nunja, sagen wir einfach "Musikalität" immer bei, egal mit was man sie spielt? Und ist es nicht genauso möglich, die gleiche Qualität mit anderen Mitteln zu erreichen?

Es gibt schließlich mehr als nur einen Weg nach Rom...aber ich schätze sie sind da nicht meiner Meinung und Schwarz ist Schwarz und Weiß ist Weiß und von Grau haben sie in ihrem Leben noch nie etwa sgehört.

Dr. Klaus Miehling
Samstag, 17.03.07 23:20
 

Zitat: „Was ist eigentlich, wenn ich mir ein klassisches Stück hernehme, sagen wir irgendetwas für ein Streichquartett und das mit E- Gitarren, Bass und Schlagzeug so umarrangiere, dass sich von Melodie und Harmonie keinerlei Änderungen ergeben...was ist das dann für Musik?"

Das hatte ich weiter oben schon gesagt: Auf den Klang kommt es vor allem an. Deshalb wäre dieses Stück auch Gewaltmusik; jedenfalls - um spitzfindigen Einwänden vorzubeugen - wenn man die von Ihnen genannten Instrumente so einsetzt wie in der Pop- und Rockmusik. Denn natürlich lassen sich E-Gitarren klanglich unterschiedlich einstellen, und ein Xylophon z.B. ist auch ein Schlagzeug ...

Zitat: „Schwarz ist Schwarz und Weiß ist Weiß und von Grau haben sie in ihrem Leben noch nie etwa sgehört."

Ich verstehe, daß Sie nicht die ganze Diskussion gelesen haben. Aber wenigstens das kurze Interview sollten sie gelesen haben, ehe Sie vorschnelle Kritik üben. Im Interview sagte ich nämlich: „Es gibt Grauzonen, etwa im Bereich der Liedermacher oder des 'klassischen' Musicals. Hier genaue Grenzen zu ziehen, möchte ich mir nicht anmaßen."

der noob
Sonntag, 18.03.07 11:42
 

kann es sein dass unser herr miehling einiger fragen geschickt ausweicht indem er sie nicht beantwortet

z.b.Moment mal, haben nicht viele Nazis klassische Musik gehört?
So ein friedlichen Gemütszustand kann diese Musikart ja dann wohl nicht auslösen.
Oder lags vielleicht gar nicht an der Musik? ach Herr Miehling wirds wissen.

keine reaction

und

Dr. Klaus Miehling macht mich wütend und aggresiv, wieso schaffen wir ihm nicht ab.

Wann lernt es die Menschheit endlich, alles was einen aggresiv macht sollte abgeschafft werden z.b. GEZ, MIEHLING, Gebrauchsanweisungen, Ikea Möbel, Knöllchen, die Farbe rot, Rechnungen, Stau, sämtliche Politiker, Kinder der Nachbarn, Hunde und Katzen der Nachbarn, die Nachbarn........

wieder keine reaction


therisenevil
Sonntag, 18.03.07 14:30
 

Also bitte...im Artikel sagen sie, dass U- Musik verboten werden soll und die Gesellschaft irgendwann kulturell dann auf klassischer Musik aufbauen soll...aber jetzt behaupten sie, sie stehen zur demokratischen Grundordnung?

Sie erinnern mich etwas an meine Klavierlehrerin...sie sieht es auch nicht ein, dass Geschmäcker nunmal verschieden sind...das ist genauso wie mit essen...es ist genetisch bedingt dass bestimmten Personen etwas schmeckt und anderen nicht, vielleicht kennen sie den heute (aufgrund seiner Krebserregenden Eigenschaften) verbotenen versuch mit Formaldehyd? Ein Stoff, denn manche Menschen geschmacklich wahrnehmen, abere aber nicht?
So verhält es sich auch mit Musik...hinter alldem, was sie schreiben lese ich nur heraus, dass es ihnen nicht passt, dass andere Leute andere Musik mögen als sie, sie wollen es einfach nicht verstehen...
Und von Statistik verstehen sie auch nichts, denn die von ihnen kombinierten Statistiken sind absolut inkompatibel.
Sie können die gewaltbereitschaft eines pubertierenden Jugendlichen, der HipHop hört, weil es Mode ist nicht mit der eines klassikhörenden 40 Jährigen vergleichen. Der altersdurchschnitt der Menschen, die Klassik hören ist wesentlich höher als der derer, die "Gewaltmusik" hören. Das ist durch verschiedene faktoren bedingt, wie etwa, dass populäre Musik es nicht so lange gibt, wie klassische.
Das erinnert mich auch etwas an die Aussagen von (qualifizierten!!!) Ärtzten aus der Zeit, als die erste Eisenbahn für...da ging es darum, dass solch hohe Geschwindigkeuten Gehirnschädigend sowohl für Fahrgast als auch Zuschauer wären. Heute ist für uns unsere Straßenbahn selbstverständlich.
Sie haben Angst vor Veränderungen, sie sind ein von grundauf konservativer Mensch, der unterschiedliche Meinungen scheut.

Das Argument mit der inkompatibilität der Statistiken kam auch schonmal, aber da haben sies einfach ignoriert...

Anne
Sonntag, 18.03.07 18:38
 

und was ist mit der expressionistischen musik, die die grundlage des heutigen metals ist? die darstellung des "unschönen"? die damalige auflehnung? ist bartok auf der selben stufe wie sido?

nochmal anne
Sonntag, 18.03.07 18:50
 

ich höre übrigens metal, blues, ska etc. sowie abendländische musik.

Jörn
Sonntag, 18.03.07 20:35
 

ZITAT(therisendevil): "...es ist genetisch bedingt dass bestimmten Personen etwas schmeckt und anderen nicht..."

Nein, es ist nicht genetisch bestimmt. Der Geschmacksinn wird im frühen Kindesalter geprägt (Kultur, Klima, Religion, Elternhaus usw). Das erklärt auch dass man in ärmeren Gegenden proteinreicher, bewusster isst, in Ländern wie Deutschland oder in den USA eher deftig und fett. Oder die Asiaten ehr scharf usw. Also NICHT genetisch!


Ob das mit der Musik ähnlich läuft, ist jetzt eine Frage an den Doktor.

Dr. Klaus Miehling
Sonntag, 18.03.07 23:34
 

an der noob:
Zitat: „kann es sein dass unser herr miehling einiger fragen geschickt ausweicht indem er sie nicht beantwortet z.b.Moment mal, haben nicht viele Nazis klassische Musik gehört?"
Auf diese Frage bzw. dieses abgeschmackte Argument war ich eigentlich schon am 30. 1. (an Andi) eingegangen, als Hitler mit Wagner in Verbindung gebracht wurde, daher wollte ich es nicht nochmals aufgreifen. Ob „viele" Nazis klassische Musik gehört haben, weiß ich nicht. Als Gegenargument kann ich jedenfalls darauf hinweisen, daß Gewaltmusik offenbar ein sehr geeignetes Vehikel für nationalsozialistische Ideologien darstellt („Rechtsrock") - und natürlich auch für andere Ideologien, die vor Gewalt nicht zurückschrecken.
Die zweite Frage („Warum schaffen wir nicht [...] ab?") habe ich nicht beantwortet, weil sie einfach zu blöde und offensichtlich nicht ernst gemeint ist.

an therisenevil:
Zitat: „Also bitte...im Artikel sagen sie, dass U- Musik verboten werden soll und die Gesellschaft irgendwann kulturell dann auf klassischer Musik aufbauen soll...aber jetzt behaupten sie, sie stehen zur demokratischen Grundordnung?"
Mit „Artikel" meinen Sie wohl das Interview. Wo steht da etwas von einem Verbot?
Im übrigen gehe ich selbstverständlich davon aus, daß ein solches Verbot im Rahmen unserer demokratischen Grundordnung erlassen werden würde.
Zitat: „Sie erinnern mich etwas an meine Klavierlehrerin...sie sieht es auch nicht ein, dass Geschmäcker nunmal verschieden sind... [...] ...hinter alldem, was sie schreiben lese ich nur heraus, dass es ihnen nicht passt, dass andere Leute andere Musik mögen als sie, sie wollen es einfach nicht verstehen..."
Wenn Sie hier mit Geschmack argumentieren, dann wollen SIE offenbar nicht verstehen, worum es in dieser Diskussion geht.
Zitat: „Und von Statistik verstehen sie auch nichts, denn die von ihnen kombinierten Statistiken sind absolut inkompatibel. Sie können die gewaltbereitschaft eines pubertierenden Jugendlichen, der HipHop hört, weil es Mode ist nicht mit der eines klassikhörenden 40 Jährigen vergleichen. Der altersdurchschnitt der Menschen, die Klassik hören ist wesentlich höher als der derer, die 'Gewaltmusik' hören."
Sie unterstellen mir, von Statistik nichts zu verstehen, kennen aber selbst die Statistiken bzw. Studien nicht, auf die ich mich beziehe! Die meisten Studien wurden an Schülern oder Studenten, also Gruppen mit einheitlicher und sehr begrenzter Altersstruktur, durchgeführt.
Zitat: „Sie haben Angst vor Veränderungen,"
Haben Sie noch nicht gemerkt, daß ich mit meinem Buch etwas verändern will?
Zitat: „sie sind ein von grundauf konservativer Mensch, der unterschiedliche Meinungen scheut."
Wenn dem so wäre, würde ich mich nicht hier fast täglich seit einem Vierteljahr mit unterschiedlichen Meinungen auseinandersetzen.

an Anne:
Zitat: „und was ist mit der expressionistischen musik, die die grundlage des heutigen metals ist? die darstellung des 'unschönen'? die damalige auflehnung? ist bartok auf der selben stufe wie sido?"
Dazu habe ich hier schon einiges geschrieben (zur Avantgarde und zu Stravinsky nämlich).
Zwischen Bartók und Metal oder Sido liegen dennoch Welten. Fragen Sie doch mal einen Metal- oder Raphörer, ob er Bartók ebenso „geil" und „cool" findet ...

an Jörn:
Zitat: „Nein, es ist nicht genetisch bestimmt. Der Geschmacksinn wird im frühen Kindesalter geprägt (Kultur, Klima, Religion, Elternhaus usw). [...] Also NICHT genetisch!"
Dafür bin ich nicht der Experte, aber ich vermute doch sehr, daß die Grundgeschmacksempfindungen, wie sie an jeweils unterschiedlichen Stellen der Zungenoberfläche rezipiert werden (süß, sauer, salzig, bitter, und noch ein fünfter, den man vor nicht sehr langer Zeit erst entdeckt hat) bei allen Menschen gleich sind. Welche konkreten Geschmäcker als angenehm empfunden werden, ist wiederum „Geschmackssache". Also: Sowohl als auch.
Zitat: „Ob das mit der Musik ähnlich läuft, ist jetzt eine Frage an den Doktor."
Ja, hier gilt entsprechendes. Dazu schrieb ich etwas am 16. 1.

rockmode
Sonntag, 18.03.07 23:44
 

das folgende wurde von einem potenziellen amokläufer geschrieben:
Ich bin leidenschaftlicher e-gitarrist und schlagzeuger. Aber ich spiele auch Klavier. Bin ich krank?
musik macht mich nicht aggressiv.
Und jetzt ratet mal, wer mich aggressiv macht.

rockmode
Montag, 19.03.07 11:53
 

achja, für mich sind sie einfach nur so spießig

Der Staat macht viele unnütze Gesetze und versucht alles zu reglementieren. Ich glaube "Anarchie" wäre das kleinere Übel!!

Andi
Montag, 19.03.07 15:38
 

"Zwischen Bartók und Metal oder Sido liegen dennoch Welten. Fragen Sie doch mal einen Metal- oder Raphörer, ob er Bartók ebenso „geil" und „cool" findet ..."

Zumindest im Metal Bereich kenne ich viele Leute, die auch Klassik oder zumindest (wie bei mir) orchestrale Musik (z.B. Filmusik von John Williams) hören und mögen. Die recht große Anzahl an Bands die klassische Elemente bis hin zu ganzen Orchestern in ihre Musik einfließen lassen, spricht ebenso gegen ihre... ich nenn es mal unterstellung.
Ob das in Rapperkreisen auch so ist weis ich nicht.

Dr. Klaus Miehling
Montag, 19.03.07 22:58
 

Wieso spricht die Tatsache, daß es Leute gibt, die sowohl U als auch E hören, gegen meine „Unterstellung"? Daß es solche Hörer gibt, sage ich auch in meinem Buch. Allerdings ist dieser Mischkonsum m.W. noch nicht näher untersucht worden. Man fragt die Probanden normalerweise nur nach ihrem bevorzugten Musikstil, wenn man Zusammenhänge zwischen Musikgeschmack und Persönlichkeit feststellen will. Das bedeutet aber, daß die Unterschiede zwischen reinen Gewaltmusik- und reinen Klassikhörern noch deutlicher ausfallen dürften als es die Untersuchungen zeigen, die eben dieses Phänomen nicht berücksichtigen. Und das wiederum spricht FÜR meine „Unterstellungen".

Dr. Klaus Miehling
Montag, 19.03.07 23:16
 

Ich dachte eben, Sie meinten mit „Unterstellung" meine These von der kriminalitätsfördernden Wirkung von Gewaltmusik. Aber vermutlich bezogen Sie sich ja direkt auf meine von Ihnen zitierte Aufforderung „Fragen Sie doch mal ..." Das war allerdings keine Unterstellung.

Mike
Dienstag, 20.03.07 13:53
 

Na toll! Ich würde mal gerne wissen, wieviele Bäume wieder gefällt wurden damit dieses Buch gedruckt werden konnte. In der aktuellen Klimadebatte sollte man doch möglichst auf überflüssiges Abholzen der Wälder zur Herstellung solch überflüssiger Bücher verzichten.
Und Herr Dr. Miehling, wenn Sie sich nicht so sehr über die "Gewaltmusik" aufregen würden, würden Sie auch nicht so viel CO² ausatmen und somit dem Klima unseres Planeten einen großen Gefallen tun. Nehmen Sie sich doch zum abreagieren am Besten mal ein Paar Drumsticks in die Hand und dreschen Sie nach Lust und Laune auf ein Schlagzeug ein. So können Sie wunderbar Ihre inneren angestauten Aggressionen abbauen und müssen nicht auf die Straße gehen um friedliebende Rapper, Popper, Rocker etc. anpöbeln und auch keine Bäume fällen.
Denken Sie mal drüber nach...

Andi
Dienstag, 20.03.07 15:56
 

"Ich dachte eben, Sie meinten mit „Unterstellung" meine These von der kriminalitätsfördernden Wirkung von Gewaltmusik. Aber vermutlich bezogen Sie sich ja direkt auf meine von Ihnen zitierte Aufforderung „Fragen Sie doch mal ..." Das war allerdings keine Unterstellung."

In meinen Augen ist das schon eine Unterstellung, da sie mit dieser Aussage impliziert haben, das ihrer Meinung nach Metaller und Rapper Klassik grundsätzlich nicht mögen (können?). Und das stimmt einfach nicht!
Zitat (Sinngemäß) von einem ehemaligen Klassenkameraden (Rock und New Metal hörer, Schlagzeugspieler): "Es gibt in der Klassik geile Stücke."
Andere Beispiele hab ich in meinem Post oben schon genannt.
Soviel zu ihrer Unterstellung.

Anderes Beispiel was gegen die aggressionssteigernde Wirkung von Musik spricht: Mein Hobby ist das bemalen von Zinnfiguren (hochdetailierte Figuren in der Größe von etwa 3cm). Während ich male höre ich meistens Musik (Und zwar das, was sie als Gewaltmusik bezeichnen würden). Dennoch gelingt es mir (und unzähligen anderen Hobbyisten) diese Figuren sehr detailiert zu bemalen. Das dazu ein hohes Maß an Konzentration notwendig ist, dürfte selbsverständlich sein. Aggressionen sind Gift für die Qualität der Bemalung.
Ehe sie auf "Einzelfall" verweisen: Der Großteil der Menschen die dieses Hobby betreiben hört Metal oder andere Populäre Musik. Die Zahl der Hobbyisten in Deutschland dürfte bei 10000-20000 Menschen liegen (und das sind nur die, die in den gängigen Internet Foren angemeldet sind).
Diverse Treffen der Hobbyisten verlaufen Grundsätzlich friedlich, und das obwohl laut ihrer These alle eine hohes Maß an Aggression in sich tragen und sich untereinander kaum kennen.

Alles nur Zufall? (Auch wenn ich weis, das es sinnlos ist, diese Frage IHNEN zu stellen, tu ichs trotzdem...)

Dr. Klaus Miehling
Dienstag, 20.03.07 23:27
 

Zitat: „In meinen Augen ist das schon eine Unterstellung, da sie mit dieser Aussage impliziert haben, das ihrer Meinung nach Metaller und Rapper Klassik grundsätzlich nicht mögen (können?). Und das stimmt einfach nicht!"
Gewiß, Ausnahmen gibt es immer, und die bestätigen die Regel.

Zitat: „Ehe sie auf 'Einzelfall' verweisen: Der Großteil der Menschen die dieses Hobby betreiben hört Metal oder andere Populäre Musik."
Den Begriff „Hobbyist" müssen Sie mir erklären. Ein Hobbyist müßte jemand sein, der irgendein Hobby betreibt; aber Sie beziehen sich offensichtlich speziell auf das Bemalen von Zinnfiguren.

Zitat: „Diverse Treffen der Hobbyisten verlaufen Grundsätzlich friedlich, und das obwohl laut ihrer These alle eine hohes Maß an Aggression in sich tragen und sich untereinander kaum kennen. Alles nur Zufall?"
Sie interpretieren mich falsch, wie so viele andere. Ich behaupte nirgends, daß Gewaltmusikhörer permanent an der Schwelle zum Ausbruch von Gewalttätigkeit stehen. Auch habe ich schon mehrmals darauf hingewiesen, daß der Faktor „körperliche Gewalt" nur eine von vielen potentiellen Ausdrucksformen krimineller Energie darstellt. Meine These lautet, daß das Hören von Gewaltmusik die Wahrscheinlichkeit erhöht, daß ein Individuum kriminelles Verhalten als Handlungsmöglichkeit akzeptiert. Die Kriminalität im allgemeinen und die Gewaltkriminalität im besonderen sind denn ja auch in den letzten Jahrzehnten stark angestiegen. Das ist und bleibt eine Tatsache, mag es auf manchen Veranstaltungen auch noch so friedlich zugehen.

...
Mittwoch, 21.03.07 01:36
 

Wieso muss man das eigentlich so gegeneinander ausspielen? Ic für meinen Teil muss sagen, dass ich, seit ich sehr oft Black oder Death Metal höre, auch klassische Musik mag. Es gibt sehr viele Gemeinsamkeiten, ich sehe es nicht als Widerspruch, beides zu mögen!

Und: Trotz meines z.T. sehr extremen Musikgeschmacks bin ich grundsätzlich eine sehr friedfertige Person, die keiner Fliege was zu Leide tun würde!

Zu Dr. Miehling kann ich deshalb nur sagen, dass man das nicht so verallgemeinern darf! Menschen reagieren mitunter einfach aggressiv auf etwasm, das sie nervt! Und welche Empfindung wecken in uns Töne, Geräusche, Klänge die wir nicht mögen..? Eben..!

der noob
Mittwoch, 21.03.07 14:36
 

Langsam krieg ich zuviel von solchen Leuten Evil or Mad . Haben die denn kein eigenes Leben, sodass sie das von anderen schlecht machen müssen?!
Außerdem hat er nicht wirklich Ahnung, wovon er redet.

Zitat:
Das ohrenfälligste dabei ist das Schlagzeug, das ja akustisch nichts anderes darstellt als Schläge, Schüsse, Explosionen und dergleichen

Das würde dann aber auch implizieren, dass die meisten afrikanischen Stämme, deren Musik ja prinzipiell aus rhythmischem Trommeln besteht, außergewöhnlich gewalttätig sind.

Darüber hinaus sollte man vielleicht erwähnen, dass in der Zeit, in der die Klassik entstand bzw. gehört wurde (was natürlich bis zum Ende des 19. Jh. geht, da damals dann die ''Gewaltmusik'' anfing), der Krieg (also die Gewalt) als eine ganz tolle Institution galten.

Abschließend könnte man also sagen: Junge, such dir ein eigenes Leben!

und hier noch ein satz von Goethe
"Es hört doch jeder nur, was er versteht."

Sasaki Kojiro
Mittwoch, 21.03.07 15:39
 

Zu mir: Sasaki Kojiro, 16 Jahre (seit 9 Jahren aktiver (Band-)Gitarrist, Klassik und Metal), 12te Klasse Elite-Gymnasium.

Aufforderung an Herrn Dr. Klaus Miehling :

Bitte definieren Sie "Musik"! Dann dürften Sie merken, dass es so etwas, wie eine gewisse künstlerische Freiheit gibt, Themen zu behandeln, welche oft verschwiegen werden, obwohl sie existieren.
Aggression? Beispiele von aggressiver Musik in der Klassik: Das Presto des Sommers, der 4 Jahreszeiten von Vivaldi, die Symphonie mit dem Paukenschlag u.v.m. Ungleich gewalttätiger, als Gesellschaftskritik von Rammstein. Deren Ziele sind es die Menschen auf Tabu-Themen aufmerksam zu machen. Haydn wollte seine Zuhörer böserweise mit dem Paukenschlag wieder aufwecken, wenn sie eingeschlafen waren.

Schlagzeug = Maschinengewehr
Pauke = ?, Gummibärchen, welches auf den Boden fällt? wohl kaum...

Klingen E-Gitarre und Geige nicht aehnlich? Warum hat sich wohl im Metal-Bereich eine neoklassische Welle entwickelt? Bis auf den Text sind Metal und Klassik gleich. Ich schreibe im Rahmen meines Abiturs eine Facharbeit über die Beziehungen, Ähnlichkeiten und Einflüsse von Metal und klassischer Musik. Sie werden staunen, wie sehr Sie sich mit ihren Theorien verrannt haben. Bei Interesse bitte E-Mail an : Sasaki_Kojiro@gentlemansclub.de

Ansonsten bitte ich darum diesen Aberwitz so wenig wie möglich außerhalb dieser Seite zu kommentieren, da Herr Dr. Klaus Miehling dann samt seiner (!!!)musikfeindlichen(!!!) Theorien bald wieder in der Versenkung verschwindet!

Andi
Mittwoch, 21.03.07 21:58
 

"Zitat: „In meinen Augen ist das schon eine Unterstellung, da sie mit dieser Aussage impliziert haben, das ihrer Meinung nach Metaller und Rapper Klassik grundsätzlich nicht mögen (können?). Und das stimmt einfach nicht!"
Gewiß, Ausnahmen gibt es immer, und die bestätigen die Regel."
1. Bestätigen Ausnahmen die Regel nicht, deswegen sind es Ausnahmen!
2. Würde ich in dem Fall nicht von Ausnahmen sprechen, da es sich bei den genannten Beispielen keineswegs um angehörige einer musikalischen Minderheit handelt.

"Den Begriff „Hobbyist" müssen Sie mir erklären. Ein Hobbyist müßte jemand sein, der irgendein Hobby betreibt; aber Sie beziehen sich offensichtlich speziell auf das Bemalen von Zinnfiguren."
Ich benutze das Wort Hobbyist hier tatsächlich als Synomym für Betreiber besagten Hobbys.

Zu meinem Beispiel "malen unter Musikeinfluss" haben sie mal wieder nichts gesagt. Warum ignorieren sie die Kernaussagen bei ihren Antworten eigentlich fast grundsätzlich?

"Das ohrenfälligste dabei ist das Schlagzeug, das ja akustisch nichts anderes darstellt als Schläge, Schüsse, Explosionen und dergleichen"
Wie kommen sie eigentlich darauf? Schüsse u.ä. haben ein vollkommen anderes Klangbild als ein Schlagzeug...

Sasaki Kojiro
Mittwoch, 21.03.07 22:20
 

Bemerkenswerterweise hören die meisten Metal-Freunde nebenbei Klassik. Das zeigt wie miserabel Herr Dr. Klaus Miehling seine hanebüchenen Theorien recherchiert hat. Seine Ideen beruhen auf nichts weiter, als auf Vorurteilen, welche er mit etwas Fantasie ausgeschmückt einer Öffentlichkeit präsentiert, welche seine Ausführungen aufgrund mangelnder Sachkenntnis und den daraus resultierenden Vorurteilen gerne aufnimmt. Mich würde interessierren, ob sie eine "Marktlücke" entdeckt haben, oder ihre Theorien wirklich selber glauben.

Woher der Zusammenhang von Klassik und Metal kommt habe ich bereits am Mittwoch, 21.03.07 um 15:39 erläutert.

Dr. Klaus Miehling
Mittwoch, 21.03.07 23:50
 

an der noob:
Zitat: „Das würde dann aber auch implizieren, dass die meisten afrikanischen Stämme, deren Musik ja prinzipiell aus rhythmischem Trommeln besteht, außergewöhnlich gewalttätig sind."
Dazu schreibt der Musikpsychologe Gerhart Harrer:
„die Gesänge der Naturvölker [...] sind endlos, und der faktische Schluß eines solchen Liedes besteht meist in einem lauten Geschrei, unter dem alles Volk auseinanderstiebt, um den Folgen der durch den Gesang angestauten Gewalt [!!!], die zu explodieren scheint, im letzten Augenblick zu entrinnen" (²1982, S. 13).
Es gibt genügend Beispiele an Bürgerkriegen und Völkermorden auf dem schwarzen Kontinent, mit unvorstellbaren Grausamkeiten (wie sie allerdings in manchen Heavy-Metal-Texten vorkommen). Bei den Stammeskulturen ist z.B. an Kannibalismus und Kopfjägertum zu denken.

an Sasaki Kojiro:
Zu vermeintlicher Gewalt in klassischer Musik habe ich hier v.a. am 28., 29. und 30. 1. etwas geschrieben.

an Andi:
Zitat: „Zu meinem Beispiel 'malen unter Musikeinfluss' haben sie mal wieder nichts gesagt."
Weil es keinen Beweis für oder gegen bestimmte Musikwirkungen darstellt.
Zitat: „Warum ignorieren sie die Kernaussagen bei ihren Antworten eigentlich fast grundsätzlich?"
Das ist eine falsche Unterstellung, wovon sich jeder bei der Durchsicht dieses Forums überzeugen kann. Aber bei der Menge der Beiträge spekulieren Sie natürlich darauf, daß das jetzt niemand mehr tun wird.
Zitat: „Schüsse u.ä. haben ein vollkommen anderes Klangbild als ein Schlagzeug..."
Warum wurde dann das Schlagzeug in der Jugendsprache der 70er Jahre als „Schießbude" bezeichnet? Ganz offensichtlich gab es damals diese Assoziation. Es gibt in beiden Bereichen viele Arten von Klangbildern; die Übereinstimmung muß keine hundertprozentige sein. Vögel klingen auch anders als Violinen oder Flöten, und doch wird mit diesen Instrumenten in der klassischen Musik der Gesang von Vögeln nachgeahmt - was auch der musikalische Laie leicht erkennen kann (z.B. in Beethovens „Pastorale").

nochmals an Sasaki Kojiro:
Zitat: „Bemerkenswerterweise hören die meisten Metal-Freunde nebenbei Klassik. Das zeigt wie miserabel Herr Dr. Klaus Miehling seine hanebüchenen Theorien recherchiert hat."
Die meisten? Aus Ihrem persönlichen Freundeskreis, oder haben Sie dazu eine wissenschaftliche Studie vorliegen? Im übrigen habe ich in meinem Buch ausdrücklich darauf hingewiesen, daß es Menschen gibt, die sowohl E- als auch U-Musik hören. Da Metal eine besonders aggressive Musikrichtung ist, nehme ich an, daß der Anteil der Auch-Klassik-Hörer dort besonders gering ist. Das ist eine Vermutung, nicht mehr und nicht weniger. Wenn Sie daraus gleich schließen, daß meine Theorien, für die diese Frage wenig relevant ist, „hanebüchen" und „miserabel recherchiert" wären, urteilen Sie vorschnell.

caro
Donnerstag, 22.03.07 10:07
 

Artikel im Telegraph von heute:

Heav[..] metal 'a comfort for the bright child'

"Intelligent teenagers often listen to heavy metal music to cope with the pressures associated with being talented, according to research.

The results of a study of more than 1,000 of the brightest five per cent of young people will come as relief to parents whose offspring, usually long-haired, are devotees of Iron Maiden, AC/DC and their musical descendants.

Researchers found that, far from being a sign of delinquency and poor academic ability, many adolescent "metalheads" are extremely bright and often use the music to help them deal with the stresses and strains of being gifted social outsiders.
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Stuart Cadwallader, a psychologist at the University of Warwick, will present the findings at the British Psychological Society conference in York today.

He said: "There is a perception of gifted and talented students as being into classical music and spending a lot of time reading. I think that is an inaccurate stereotype. There is literature that links heavy metal to poor academic performance and delinquency but we found a group that contradicts that."

Andi
Donnerstag, 22.03.07 11:43
 

"Zitat: „Zu meinem Beispiel 'malen unter Musikeinfluss' haben sie mal wieder nichts gesagt."
Weil es keinen Beweis für oder gegen bestimmte Musikwirkungen darstellt."
Sie bringen andauernd Beispiele die für ihre These sprechen, warum ignorieren sie Beispiele die dagegen sprechen?

"Zitat: „Warum ignorieren sie die Kernaussagen bei ihren Antworten eigentlich fast grundsätzlich?"
Das ist eine falsche Unterstellung, wovon sich jeder bei der Durchsicht dieses Forums überzeugen kann. Aber bei der Menge der Beiträge spekulieren Sie natürlich darauf, daß das jetzt niemand mehr tun wird."
Ich verfolge diese Diskussion schon seit Beginn und meine Unterstellung ist begründet. Bei antworten auf meine Beiträge, zitieren sie meistens nur Nebensätze und lassen meine Kernaussagen aus. Dasselbe hab ich auch bei einigen anderen Beiträgen beobachtet.

Phil
Donnerstag, 22.03.07 13:54
 

De facto halte ich thesen die den ihren ähnlich sind für weit aus gefährlicher als das was sie da als gewaltmusik anprangern. schon vor 65 jahren hat ein gruppe vornehmlich deutscher versucht zb Jazz als "entartet" darzustellen weil er einem den verstand verneble und zu sexuellen entgleisungen führte. für mein verständnis tun sie ähnliches wenn auch zum Glück weit weniger effizient.

Vic Vinci
Donnerstag, 22.03.07 15:00
 

Also erst mal respekt an jeden, der sich diesen Unsinn von anfang an bis hierher angetan hat.

Ich habe mich bis zum01.01. gekämpft und dann aufgegeben.

Weil mir fast der Schädel geplatz wäre.

---Zitat---
"Zitat: „Warum ignorieren sie die Kernaussagen bei ihren Antworten eigentlich fast grundsätzlich?"
Das ist eine falsche Unterstellung, wovon sich jeder bei der Durchsicht dieses Forums überzeugen kann. Aber bei der Menge der Beiträge spekulieren Sie natürlich darauf, daß das jetzt niemand mehr tun wird."
Ich verfolge diese Diskussion schon seit Beginn und meine Unterstellung ist begründet. Bei antworten auf meine Beiträge, zitieren sie meistens nur Nebensätze und lassen meine Kernaussagen aus. Dasselbe hab ich auch bei einigen anderen Beiträgen beobachtet.
---Zitat---

In jedem ihrer Kommentare haben sie nur irgendwelche nebensätze aufgegriffen oder ein paar zufällige ungereimtheiten verwendet, um die komplette aussage des betreffenden (vermeintlich) zu entkräften.

Dabei habe ich immer wieder festgestellt, dass sie eindeutige Gegenbeweise einfach völlig ignoriert haben.

Am anfang fand ich es ja noch ulkig, aber dann musste ich bekanntschaft mit Ihrer IGNORANZ und STARRHALSIGKEIT machen.

Alle Probleme unserer heutigen Welt auf die Moderne Musik zu schieben finde ich einfach nur schwach. Das zeugt davon, dass es ihnen zu anstrengend ist, selber mit ihren problemen fertig zu werden.

Wie haben sie eigentlich ihre Kindheit verbracht? es würde mich einfach mal interessieren. (falls es Ihnen nichts ausmacht)

Oder auch, in welchen kreißen sie normalerweise verkehren.

Ich selber bin leidenschaftlicher musiker (metal, punk, rock, folklore) und höre auch selber gerne musicals oder teilweiße auch klassische musik.

und ich äuserst friedlebend. Ich habe in meinem ganzen leben noch keine schlägerei angefangen, noch jemanden irgendwie schwerwiegender verletzt.

Auch wenn ich mir teilweise wünsche, dass das anders wäre...

Aber Gewalt ist für mich nunmal KEINE Lösung.

Und ich war auch shcon bei vielen "gewaltmusik" (was ist das bitte für ein "entartetes" wort???) konzerten.

Ich habe noch nie (außerhalb meines familien und freundeskreises) so viel brüderlichkeit und akzeptanz erfahren.

Nicht, dass ich anderswo wirklich schlimme erfahrungen gemacht habe (weder in deutschland noch in china). Aber wenn viele leute zusammen kommen, um SPAß zu haben, ist einfach schon eine art Verbindung zwischen allen da.

Und noch etwas: Ich als Musiker und Künstler finde es sehr beleidigend von Ihnen, mich quasi als "gefahr für meine Mitmenschen" einstufen...

Enttäuschend...

Sasaki Kojiro
Donnerstag, 22.03.07 16:34
 

"Da Metal eine besonders aggressive Musikrichtung ist"
Eigentlich muss man das nicht mehr kommentieren.....

"nehme ich an, daß der Anteil der Auch-Klassik-Hörer dort besonders gering ist. Das ist eine Vermutung, nicht mehr und nicht weniger."
Ich habe bereits die Gegenargumente mit den Paralellen angeführt, welche meine Vermutung um ein hundertfaches plausibler macht, als Ihre Position.
Ich würde mich nicht trauen ein Buch mit Vermutungen zu veröffentlichen, was aber wissenschaftlich aufgebaut ist und auch solche Forderungen stellt.

Mein Aufruf : Hört Musik die EUCH gefällt, macht EURE Musik, und LEBT EURE Musik! Was euch eine kranke Psyche in vollkommener geistiger Umnachtung erzählt darf euch nicht kümmern. Dieser Mann zeigt deutlichst, dass er das Wesen der Musik (noch) nicht verstanden hat. Er begreift Musik nicht, er ist nicht schlauer, wenn er ein Lied (gerne auch instrumental) gehört hat. Wenn sich so ein Mensch über Musik auslässt, dann ist wohl deutlich was man davon halten kann.
Ich nehme an Sie spielen kein Instrument.

Urteile wie „hanebüchen" und „miserabel recherchiert" halte ich in diesem Kontext für absolut angemessen. Sie stimmen ja schließlich mit der Wahrheit überein.

Mit Ihrem Aufruf zum Kunstverbot, nehmen machen Sie die Welt ein gewaltiges Stück grauer. Mich erfährt eine tiefe Innere Befriedigung, bei dem Gedanken, dass es immer Leute geben wird, welche für eine legitime (aber unterdrückte) Sache aufstehen, kämpfen und ihr Leben lassen würden.

Ich bleibe normalerweise sachlich, aber wenn jemand den grundlegenden Inhalt und die Motivation meines Lebens in vollkommen inakzeptabler Art und Weise angreift, dann platzt mir der Kragen! Ich möchte Sie gerne wissen lassen, wie sehr ich mich durch Ihre Theorien gekränkt, beleidigt, ja sogar psychisch verletzt fühle!

Bei einem Aufruf zu Verbot von im Grundgesetz verankerten Grundrechten, wie freier Kunstausübung, droht Strafe!
Wenn Ihr Buch nicht so teuer wäre, würde ich mich gerne näher damit beschäftigen. Mit einem kurzen Interview als Quelle ist nicht gut umzugehen und entgegenzuargumentieren. So muss ich darauf vertrauen, dass die Mehrheit der Menschen einen gesunden Verstand besitzt.

Ich habe das Problem auch mit einigen Erwachsenen diskutiert (Sie merken, wie sehr mich Ihre Hasschrift anwidert), und habe als Antwort meistens diese bekommen : "Es gibt leider immer ein paar einzelne Spinner"
Ich bin geneigt das zu glauben.

Im Allgemeinen halte ich eine deutliche Distanzierung von ihren Theorien und eine Entschuldigung für angebracht, ja sogar notwendig.

Dr. Klaus Miehling
Donnerstag, 22.03.07 23:43
 

an caro:
Wenn ich es richtig verstanden habe, hat man eine Gruppe hochintelligenter Personen untersucht und dann festgestellt, daß es darunter auch (wie viele?) Hörer von Heavy-Metal gibt. Das ist nicht weiter erstaunlich; die Frage ist doch, ob HM-Hörer in dieser Gruppe im Vergleich zum Durchschnitt über- oder unterrepräsentiert (oder ebenso repräsentiert) sind. Diese Frage beantwortet der Text nicht. Immerhin wird darauf hingewiesen: „There is literature that links heavy metal to poor academic performance and delinquency [...]"

an Phil:
Zitat: „schon vor 65 jahren hat ein gruppe vornehmlich deutscher versucht zb Jazz als 'entartet' darzustellen weil er einem den verstand verneble und zu sexuellen entgleisungen führte."
Schon wieder die Nazi-Keule! Nicht nur in Deutschland, sondern auch in den USA hat man die Gefährlichkeit des Jazz erkannt, und das schon in den 1920er Jahren.

an Vic Vinci:
Zitat: „Alle Probleme unserer heutigen Welt auf die Moderne Musik zu schieben finde ich einfach nur schwach."
Und mir diese Meinung zu unterstellen, ist ebenfalls schwach.
Zitat: „Wie haben sie eigentlich ihre Kindheit verbracht? es würde mich einfach mal interessieren."
Für die damalige Zeit ganz normal: Als einziges Kind von Mittelschicht-Eltern (Vater berufstätig, Mutter Hausfrau) in einer Drei-Zimmer-Mietwohnung.
Zitat: „Oder auch, in welchen kreißen sie normalerweise verkehren."
Das ist schwierig zu beantworten. Was den Musikgeschmack betrifft, hören wohl alle meine näheren Bekannten Klassik, jedoch nicht alle ausschließlich. Die meisten sind Akademiker, aber auch nicht alle.
Zitat: „Ich selber bin leidenschaftlicher musiker (metal, punk, rock, folklore) und höre auch selber gerne musicals oder teilweiße auch klassische musik. und ich äuserst friedlebend."
Da muß ich zum x-ten Mal darauf hinweisen, daß die Frage der körperlichen Gewalt in diesem Forum überbewertet wird; sie ist nur eine von vielen Ausdrucksformen von krimineller Energie, die durch Gewaltmusikkonsum erhöht werden kann. Womit ich Ihnen persönlich nichts unterstelle. Der Einzelfall kann immer anders aussehen als der Durchschnitt.
Zitat: „Und ich war auch shcon bei vielen 'gewaltmusik' [...] konzerten. Ich habe noch nie (außerhalb meines familien und freundeskreises) so viel brüderlichkeit und akzeptanz erfahren."
Daran zweifle ich nicht. Die Gewalt findet selten zwischen Gewaltmusikhörern statt (Ausnahme: Rap/HipHop), sondern richtet sich gegen die Außenwelt. Wo ein Gruppengefühl entsteht, entsteht auch leicht ein Feindbild gegenüber anderen Gruppen.
Zitat: „Ich als Musiker und Künstler finde es sehr beleidigend von Ihnen, mich quasi als 'gefahr für meine Mitmenschen' einstufen..."
Das mache ich nicht (s.o.).

an Sasaki Kojiro:
Zitat: „Ich würde mich nicht trauen ein Buch mit Vermutungen zu veröffentlichen, was aber wissenschaftlich aufgebaut ist und auch solche Forderungen stellt."
Sie urteilen schon wieder vorschnell. Meine Vermutung betraf EINE einzige Sache (Anteil von Auch-Klassikhörern unter Metalhörern), zu der ich im Buch gar nichts sage, und die für meine Thesen nicht relevant ist.
Zitat: „Mein Aufruf : [...] und LEBT EURE Musik!"
Also auch eine Musik, die, wie es in vielen Metal-Texten der Fall ist, von Gewalt handelt! Das sagt ja wohl genug.
Zitat: „Ich nehme an Sie spielen kein Instrument."
Vorschnelles Urteil Nr. 3. Ich habe ein Diplom für alte Musik mit Hauptfach Cembalo. Ich spiele auch Klavier in einer Waldorfschule und Orgel in der Kirche. Außerdem spiele ich Blockflöte, ein wenig Gambe, Zink und Barockoboe; und viele Jahre Gesangsunterricht hatte ich auch. Kurz: Wie Sie bin ich Musiker mit Leib und Seele.
Zitat: „Bei einem Aufruf zu Verbot von im Grundgesetz verankerten Grundrechten, wie freier Kunstausübung, droht Strafe!"
Wo steht das? Nach Art. 2, 5, 18 u. 19 GG können Grundrechte eingeschränkt werden. Außerdem habe ich nicht zu einem Verbot „aufgerufen". Ich stelle Sachverhalte dar und rufe allenfalls dazu auf, daß man vor ihnen nicht mehr die Augen verschließt. Dann wird nach den Spielregeln unserer Demokratie auf diese Sachverhalte zu reagieren sein. Im übrigen gibt es eine Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien, die - selten genug - auch schon Musik indiziert hat.

...
Freitag, 23.03.07 03:34
 

Zitat:"Im übrigen gibt es eine Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien, die - selten genug - auch schon Musik indiziert hat."
@Herr Miehling: Ich bin grundsätzlich gegen die Zensur von Musik, das ist aus meiner Sicht ein ähnlich schlimmer Eingriff in die Persönlichkeitsrechte, wie wenn man jemandem verbieten würde, seiner Glaubensrichtung anzugehören, oder gar zu denken was einem richtig erscheint. Im Übrigen sind wohl die allermeisten Musikhörer intelligent genug, zwischen den "gewalttätigen" Liedtexten und der Realität, wo man sowas nicht ausleben darf, zu Unterscheiden! Wollen Sie diese Intelligenz Millionen von Menschen aberkennen? Und ausserdem ist es durchaus Möglich, Aggressionen durch Kunst auszuleben, statt sie in Form von Gewalt herauszulassen.

Vic Vinci
Freitag, 23.03.07 05:34
 

---Zitat---
an Vic Vinci:
Zitat: „Alle Probleme unserer heutigen Welt auf die Moderne Musik zu schieben finde ich einfach nur schwach."
Und mir diese Meinung zu unterstellen, ist ebenfalls schwach.
---Zitat---

Ok. Vllt habe ich sie falsch verstanden, aber die aussage, dass Jugendliche zu dieben, schlägern und/oder sozial inkompatiblen werden, dadurch, dass sie gewaltmusik hören, erschien mir hier sehr eindeutig.

---Zitat---
Zitat: „Wie haben sie eigentlich ihre Kindheit verbracht? es würde mich einfach mal interessieren."
Für die damalige Zeit ganz normal: Als einziges Kind von Mittelschicht-Eltern (Vater berufstätig, Mutter Hausfrau) in einer Drei-Zimmer-Mietwohnung.
---Zitat---

Hier hätte ich noch eine etwas konkretere Frage einzubringen: Wurden sie von Ihren eltern ermuntert, ihre eigene Persönlichkeit auszuleben und zu experimentieren?

War ihr vater vllt selber gegen die sog. gewaltmusik?

Ich bin jetzt kein psychologe oder besitze besondere menschenkenntnis, aber sie erinnern mich sehr stark an einen freund, der von seinen eltern wohl immer verboten bekommen hat, andersartige musik, als die klassik zu hören.

---Zitat---
Zitat: „Oder auch, in welchen kreißen sie normalerweise verkehren."
Das ist schwierig zu beantworten. Was den Musikgeschmack betrifft, hören wohl alle meine näheren Bekannten Klassik, jedoch nicht alle ausschließlich. Die meisten sind Akademiker, aber auch nicht alle.
---Zitat---

dann darf ich wohl davon ausgehen, dass sie selber wenig, bis gar keinen sozialen kontakt zu "gewaltmusikhörern" (ich muss mir noch ein anderes wort dafür einfallen lasssen...) haben?

Ich selber kenne mitlerweile menschen aus unglaublich vielen schichten, mit dem unterschiedlichstem musik geschmack.
Und wenn ich eines festgestellt habe, dann: der Musikgeschmack hat NICHTS, aber auch ÜBERHAUTP NICHTS mit eventuellen agressionen von menschen zu tun.

---Zitat---
Da muß ich zum x-ten Mal darauf hinweisen, daß die Frage der körperlichen Gewalt in diesem Forum überbewertet wird; sie ist nur eine von vielen Ausdrucksformen von krimineller Energie, die durch Gewaltmusikkonsum erhöht werden kann.
---Zitat---

ok. welche ANDEREN formen der Gewalt meinen Sie?

---Zitat---
Daran zweifle ich nicht. Die Gewalt findet selten zwischen Gewaltmusikhörern statt (Ausnahme: Rap/HipHop), sondern richtet sich gegen die Außenwelt. Wo ein Gruppengefühl entsteht, entsteht auch leicht ein Feindbild gegenüber anderen Gruppen.
---Zitat---

Gut. Dann müsste man auch den Fußball, oder sport im allgemeinen verbieten.
Auch dort finden sich menschen zu (meist 2) gruppen zusammen, die mit der anderen EINDEUTIG rivalisieren.

Aber versuchen sie doch mal diesen Ansatz:

Diese Menschen wollen (meist) keine gemeinsamen Feindbilder, sondern GUTE MUSIK und SPAß.

---Zitat---
Zitat: „Ich als Musiker und Künstler finde es sehr beleidigend von Ihnen, mich quasi als 'gefahr für meine Mitmenschen' einstufen..."
Das mache ich nicht (s.o.).
---Zitat---

Nachdem sie die Musik, die ich selber spiele, imitiere und komponiere als gemeingefährlich und gewaltfördernd einstufen,
fühle ich mich noch immer persönlich angegriffen...

In einem Punkt muss ich ihnen allerdings recht geben:
Es gibt teilweise sehr, sehr schlechte musik, die auch oft nur gewalt verherrlicht und vllt auch fördern will.

Ich selber war früher in einer sehr intoleranten phase, in der ich anders geartete musik, als metal, und vor allem Hip Hop als talent- sowie hirnloses gewäsch abgetan habe.
und in der ich auch vollkommen unreflektierte vorurteile über höhrer solcher musik gefällt habe.

Mitlerweile bin ich zum Glück aus dieser Phase seit längerer zeit herausgewachsen.

Und sollten Sie interesse haben, gebe ich ihnen gerne viele, viele Beispiele für Musik (metal, hip hop, punk,...) die eindeutig gegen gewalt und für frieden, tolleranz und eine bessere welt sind.

Nero
Freitag, 23.03.07 14:12
 

Nero mein Name, bin für Gewalttätigkeiten wie das Abfackeln Roms bekannt, natürlich aufgrund völlig übermäßigem Metalkonsums.

Ich möchte suggerieren, nein, eigentlich mit überaus lauten Blastbeats im Hinterkopf flehen, das Wort ENDE in den symbolischen Stein dieses Themas zu meisseln.
Ich danke allen Beteiligten dieser Diskussion, dank Ihnen hat mein geistiges Wörterbuch ein neues Synonym für die Wörter: Engstirnigkeit,
Unprofessionalität,
Ignoranz bekommen. Ratet mal welches das ist.

An alle Metalheads unter Ihnen: Sie kennen sicher die Aussage "Don't feed the Troll". Überaus passend möchte ich anmerken.
Herr Dr. Miehling, kennen sie die finnischen Wälder? Laut einigen Viking Metal Bands sollten dort noch ein paar Trolle herumlaufen..
Ich möchte Sie nicht persönlich angreifen, allerdings werden sogar die Argumente dieser Bands sachlicher verteidigt und untermauert als Ihre.
Nunja, vermutlich möchte ich sie doch persönlich angreifen..

Natürlich ist meine Aggresion die ich hier öffentlich kundtue auf die Hintergrundbeschallung zurückzuführen. Könnte auch nicht anders sein, denn ich lese überaus gerne weltfremde Kommentare kleiner Geister.
Metalheads, Punkheads, Technoschädel, kurz und gut, Gewaltmusiker/Gewaltmusikhöhrer aller Länder vereinigt euch.
Wie Sasaki Kojiro schon erwähnte (übrigens Respekt, schön sachlich geblieben. Könnte ich bei diesem Thema nicht.) können wir gewalttätigen Kettensägenmassenmörder beruhigt sein.
Da solch radikale Elemente wie unser sehr geehrter Herr Doktor niemals in den Genuss von Sepultura oder Sex Pistols oder ähnlichem kommen, sind sie uns (geistigen) Messerstechern in Punkto Aggression klar unterlegen und werden sich nie durchsetzen können.
Merkt man übrigens auch in der Diskussion.

Manche Menschen bevorzugen es aggressiv an ein Thema heranzugehen, und anderen Ihre Argumente an den Kopf zu schleudern. Verwerflich konfrontativ. Es könnten vielleicht sogar Migräneanfälle, bzw. bei ungeordnetem Schrifbild Epilepsieanfälle entstehen.
Andere bevorzugen es sich einzuigeln und ihre Position bis zum Ende nicht zu verlassen. Ich hoffe dass diese Menschen niemals auf einer symbolischen Gesprächsstraße von einem metaphorischen Auto überfahren werden.

Würde sowieso ein Gewaltmusiker sein, denn diese steigert, wie wir zu wissen glauben, die Unfallgefahr. Sagen die Igel. Können sie aber nicht so ganz genau wissen, da sie, nachdem ihnen das passiert ist nicht mehr wirklich mitteilungsfähig sind.
Bemerkt dass sich hinter dieser Fabel eine zweite Ebene erstreckt? Wahrscheinlich nicht. Auch gut.

Lassen wir den Herrn Doktor nachdenken, und füttern wir den Troll nicht weiter. Es möge ein Wunder geschehen.
Wie in der Bibel. Ist übrigens ein wissenschaftlich viel belegteres Buch als Ihres.
Sogar für mich Atheisten.



Hier kommt Alex
Freitag, 23.03.07 14:52
 

Ich sinniere gerade darüber, wie schön es doch wäre Herrn Doktor Miehling unter den Klängen des guten alten Ludwig van ein wenig zu tollschocken - selbstverständlich nur, um seine These zu widerlegen ;-)
@nero: sehr gut geschrieben, und jedes Wort stimmt...

Sasaki Kojiro
Freitag, 23.03.07 17:36
 

auch mein kompliment an nero! extrem kluger beitrag!

Andi
Freitag, 23.03.07 18:59
 

Danke fürs Ignorieren, zeigt nur zu deutlich das ich wohl doch recht hatte mit meiner "Unterstellung"!

Ich werde mich nun wohl doch langsam aus dieser "Diskussion" zurückziehen, die ich seit beginn sowohl aktiv als auch passiv verfolgt habe.
Sie sind ein verachtenswerter Mensch, der mit seiner Verbortheit, Schwarz/Weiß-Sicht, seinen Vorurteilen und seiner Ignoranz neue Maßstäbe gesetzt hat. Bleiben sie am Ball, ich bin sicher sie können das immer noch toppen!

Warum konnte ich sie so lange nicht ignorieren und habe immer wieder Argumente gegen ihre "Thesen" gesucht?
Auch wenn es sie wahrscheinlich nicht interessiert, will ich diese Frage doch beantworten:
Einige Jahre meiner Schulzeit waren dank Mobbing,etc. die reinste Hölle für mich. Ich hätte mehr als genug Gründe zum Amoklauf gehabt. Die Musik gab mir oft genug halt, in ihr konnte ich mich wiederfinden, fühlte mich verstanden. Es war genau die Musik, die sie als "Gewaltmusik" bezeichnen und die ihrer Meinung nach das Zünglein an der Waage der Eskalation sein kann.
Kurz: Ich fühle mich von ihnen aufs heftigste Beleidigt.

Ich kenne mittlerweile genug Menschen mit den Unterschiedlichsten Musikgeschmäckern. Meine Erfahrung: Der Musikgeschmack hat nicht das geringste mit der Persönlichkeit dieser Menschen zu tun.

Abschließend ein Tipp für sie: Schreiben sie ihr nächstes Buch über ein Thema von dem sie auch nur Ansatzweise Ahnung haben. Sie sind Musikwissenschaftler. Kein Psychologe, Biologe, Wirtschaftsexperte, Kriminologe und zu guter letzt haben sie von dem Mittel der Statistik auch keine Ahnung. Ihr Buch ist eine Zusammenstückelung von Halbwahrheiten, Vorurteilen und Weltfremder Argumentation. Jede Klopapierrolle hat da mehr zu bieten.

Dr. Klaus Miehling
Freitag, 23.03.07 23:52
 

an ...:
Zitat: „Im Übrigen sind wohl die allermeisten Musikhörer intelligent genug, zwischen den 'gewalttätigen' Liedtexten und der Realität, wo man sowas nicht ausleben darf, zu Unterscheiden!"
Vielleicht die allermeisten, aber nicht alle, wie traurige Beispiele zeigen. Es geht mir jedoch, wie bereits im Interview zu lesen ist, weniger um die Texte als vielmehr um die Musik selbst. Zitat: „Und ausserdem ist es durchaus Möglich, Aggressionen durch Kunst auszuleben, statt sie in Form von Gewalt herauszulassen."
Dazu sagt die Aggressionsforschung - soweit ich sehe inzwischen einmütig -: nein! Vgl., was ich am 10. 12. zur Katharsishypothese geschrieben habe.

an Vic Vinci:
Zitat: „Wurden sie von Ihren eltern ermuntert, ihre eigene Persönlichkeit auszuleben und zu experimentieren? War ihr vater vllt selber gegen die sog. gewaltmusik?"
Den gleichen Musikgeschmack hatten wir nicht, zumindest seit ich etwa 14 Jahre alt war (meine Eltern: Oper des 19. Jhs. und Operette, ich: Barock). Gewaltmusik war, soweit ich mich erinnern kann, kein Thema bei uns.
Zitat: „sie erinnern mich sehr stark an einen freund, der von seinen eltern wohl immer verboten bekommen hat, andersartige musik, als die klassik zu hören."
Bei war es nicht so; außerdem würde es mich wundern, wenn eine solche Maßnahme auch noch bei einem erwachsenen Menschen nachwirken sollte.
Zitat: „dann darf ich wohl davon ausgehen, dass sie selber wenig, bis gar keinen sozialen kontakt zu 'gewaltmusikhörern' [...] haben?
Ich sprach von „näheren Bekannten". Es gibt aber wiederum Kinder von Bekannten, die Gewaltmusik hören, und das trifft gewiß auch auf die Mehrzahl der Kinder und Jugendlichen an der Schule zu, wo ich arbeite.
Zitat: „ok. welche ANDEREN formen der Gewalt meinen Sie?"
Da zitiere ich noch einmal aus dem Vorwort meines Buches: „Gewaltmusik ist ein akustisches Symbol für Gewalt. Wenn man den Begriff 'Gewalt' nicht zu eng faßt und darunter all das versteht, was unberechtigten körperlichen oder seelischen Zwang ausübt, was andere um ihren Besitz bringt oder diesen zerstört oder beeinträchtigt, letztlich jedes Verhalten, das die Rechte anderer verletzt, dann steht der Begriff 'Gewaltmusik' nicht nur für den Klang, sondern auch für die Wirkungen dieser Musik."
Zitat: „Gut. Dann müsste man auch den Fußball, oder sport im allgemeinen verbieten."
Wenn man den vor kurzem ermordeten Polizisten in Italien und die Ausschreitungen in den unteren deutschen Ligen bedenkt, ist das überlegenswert ...
Zitat: „Aber versuchen sie doch mal diesen Ansatz: Diese Menschen wollen (meist) keine gemeinsamen Feindbilder, sondern GUTE MUSIK und SPAß."
Ja, die Spaßgesellschaft ... Natürlich kann man zwischen denen, die sich ausdrücklich einer „Szene" zugehörig fühlen und denen, bei denen das nicht so ist, differenzieren. Aber auch ohne ausdrückliche Feindbilder steigert Gewaltmusik die Aggressivität. Das zeigen mehrere Studien, und vor kurzem hat mit jemand von der Univ. Potsdam die vorläufigen Ergebnisse einer neuen Studie mitgeteilt, in der das wieder einmal herauskam (der Bericht ist aber noch nicht veröffentlicht). Nur die Untersuchungen zur langfristigen Wirkung von Musik fehlen leider noch. Ich habe im Buch und in diesem Forum ja bereits Argumente dafür genannt, weshalb ich auch von dieser langfristigen Wirkung überzeugt bin, die im übrigen für audiovisuelle Mediengewalt längst eindrucksvoll bewiesen ist, so daß die Vehemenz, mit der diese Wirkungen für Musikgewalt hier abgestritten werden, so als ob dies ein völlig absurder Gedanke sei, schon sehr sonderbar ist.
Zitat: „Und sollten Sie interesse haben, gebe ich ihnen gerne viele, viele Beispiele für Musik (metal, hip hop, punk,...) die eindeutig gegen gewalt und für frieden, tolleranz und eine bessere welt sind."
Was HipHop betrifft, zitiere ich nochmals den Rapper LJ: „'keine Gewalt' im HipHop-Kontext bedeutete 'keine Gewalt gegen dich selbst und den, der dein Schicksal teilt'."
Für Musik wie „White Metal" gilt: Die Musik spricht eine ganz andere Sprache als der Text. Wie kann man „Frieden, Toleranz und eine bessere Welt" mit klanglich aggressiven Mitteln glaubhaft propagieren? Das ist, als würde man auf der Straße nackt gegen Pornographie demonstrieren ...

nero
Samstag, 24.03.07 13:57
 

Zitat: „sie erinnern mich sehr stark an einen freund, der von seinen eltern wohl immer verboten bekommen hat, andersartige musik, als die klassik zu hören."
Bei war es nicht so; außerdem würde es mich wundern, wenn eine solche Maßnahme auch noch bei einem erwachsenen Menschen nachwirken sollte

In Psychologie haben sie wohl vornehmlich geschlafen, oder?

Zitat: „Gut. Dann müsste man auch den Fußball, oder sport im allgemeinen verbieten."
Wenn man den vor kurzem ermordeten Polizisten in Italien und die Ausschreitungen in den unteren deutschen Ligen bedenkt, ist das überlegenswert ...

Bingo. Schach und ähnliche Denksporte übrigens auch. Erzeugt eigentlich das gleiche Problem, nur Intellektueller. Die (Hirn)Hooligans werden keine Polizisten zertrampeln sondern wahrscheinlich Steuer hinterziehen.
Grundsätzlich sollte also alles verboten werden, was verschiedene Lager hervorruft, da dabei Feindbilder entstehen könnten? Das größte Problem wäre dabei klar die Demokratie...
Mittlerweile begben Sie sich auf gefährlich lächerliches Gebiet....
Übrigens: Kennen sie die http://www.verbietetbrot.de ?

Zitat: Das ist, als würde man auf der Straße nackt gegen Pornographie demonstrieren ...

Ay. Nur würde ein solches Vorgehen wachrütteln, es würde die Menschen ansprechen und/oder aufwecken. Kurzum: er wäre sicherlich effektiver als ein verklemmtes Flugblättchen voller vertäumter Phrasen zu diesem Thema (natürlich voll bekleidet) zu verteilen. Auch wenn die Durchführung etwas unkonventionell und auf den ersten Blick unlogisch wäre, würde das Ergebniss für sich sprechen.
Natürlich erscheint jetzt die Frage ob nicht die Musik durch ihre relativ gegensätzlichen Eigenschaften nicht eher hilfreich ist den Inhalt zu transportieren, als den Text ad absurdum zu führen....

Vermutlich werden sie mir Neurologische Studien vorlegen, in welchen das Gegenteil bewiesen wird.
Ich muss Ihnen leider mitteilen dass mein Engagement an diesem Thema durch die Lächerlichkeit so weit beschränkt ist, dass ich kaum gleich viele Wissenschaftler zitiren kann, ich möchte Sie aber auch darauf hinweisen dass das Thema der Musik wissenschaftlich noch lange nicht begreifbar wurde und daher alle Studien eine simple Form der ach so leicht manipulierbaren Statistik sind.

Hochachtungsvoll, Nero

therisenevil
Samstag, 24.03.07 14:36
 

Her Miehling, wissen sei, meine Familie stammt aus der ehemaligen Sowjetunion. So ein Verbot, wie sie es beschreiben, gab es einmal schon. Und, soviel haben mir meine Eltern erzählt, war dort sehr viel andere Kunst verboten, darunter natürlich auch die Rockmusik. Menschen, die ihre Kunst trotzdem auslebten, wurden teilweise ermordet oder in den suizid getrieben oder in den Knast gesperrt (falls sie sich vorstellen können, was der sowjetische Knast darstellt)...Ich will das nicht auf die rockmusik- Hörer beschränken, aber war denn hier jetzt gerwalttätig, die Rockmusiker oder die (klassikhörernden) fanatischen sozialisten? Und gerade so ein Verbot ruft doch ungeahnte Aggressionen hervor, und den Willen,. siene Kunst trotzdem auszuleben. wie gesagt, ich beschränke mich hier nicht nur aus die Rockmusik,. sondern auf alles, was die sozialisten verboten haben.

Stellen sie sich vor, es klopft eines tages jemand an ihre Tür, und sagt ihnen, dass es ab jetzt verboten ist, klassische Musik zu hörenund zu spielen und zu komponieren, weil diese ja aggressiv macht...ich weiß, dass es nicht so istm, weisen sie mich bitte nicht darauf hin, aber stellen sie sich das mal vor. So. Was löst das für Emotionen in ihnen aus? Ich meine ich habe gesehen, sie haben viel selbst komponiert, also liegt ihnen etwas an ihrer Kunst...würden sie gleichgültig reagieren, so nach dem Motto, ja, so ist es halt, wenn diese Musik denn schädlich ist für mich...oder würden sie sich weigern das hinzunehmen? Würden sie kein Bisschen böse sein? ich glaube doch. Und so fühlen sich beim lesen ihres Interviews die leute, die ihr leben ganz oder zum Teil der Musik verschrieben haben, ob jetzt der Klassischen oder nicht.
Ich hab mal auf meine schule (Gymnasium mit Musikalischem Schwerpunkt) die Leute, die sich näöchstes Jahr wohl den Musik LK mit mir teilen gefragt, viele von ihnen hören fast nur klassische Musik. Sie haben meine emotionen sehr gut nachvollziehen können, obwohl sie mit ,,Gewaltmusik" nichts am Hut haben. Sie würde auch auf jeden Fall eher mich als sie unterstützen. wenn ich irgendwann einmal die gelegenheit dazu haben sollte, werde ich mal jemand von den Düsseldorfer Symphonikern fragen, ob er sich nicht mal dazu äußern mag. Und ich wette, ich weiß, zumindest unmgefähr, was er/sie sagen wird...

Eva
Samstag, 24.03.07 21:33
 

Eine ganzinteressante Studie: *klick*

Dr. Klaus Miehling
Samstag, 24.03.07 23:09
 

Das ist offenbar die Studie, aus der Caro zitiert hatte. Auf der Seite, die Sie verlinkt haben, steht nun immerhin konkret, daß ein Drittel der besten Schüler Heavy Metal bevorzugt. Das wären dreimal so viele wie im Durchschnitt. Andererseits gibt es Studien, die belegen, daß auch Schüler mit schlechten Schulleistungen überdurchschnittlich oft HM hören. Um beides zusammenzubringen, würde das bedeuten, daß HM sowohl von besonders schlechten als auch von besonders guten Schülern besonders gerne gehört wird. Die durchschnittlichen Schüler würden demzufolge selten HM hören.

Aber ist Ihnen etwas aufgefallen? Der Bericht ist überschrieben: „Heavy Metal macht schlau". Hoppla, da macht die Gegenseite (laut.de) genau das, was sie (in Form hiesiger Forumsbeiträge) mir vorwirft: Aus einer bloßen Korrelation (nur davon ist im Bericht die Rede) eine Ursache-Wirkungs-Beziehung.

Am Beispiel von Videospielen wurde festgestellt, daß sich häufiges Spielen negativ auf die Schulleistungen auswirkt. Aber: Es gibt eine kleine Gruppe von Hochbegabten, bei denen das Spielen diesen schlechten Einfluß nicht hat. Im Falle von Heavy Metal könnte das nun ebenso sein; das legt die Studie nahe - immerhin ist von einer sehr kleinen Gruppe der fünf Prozent Besten die Rede. Daß Heavy Metal - und andere Gewaltmusik - auf die anderen 95 Prozent aber doch einen negativen Einfluß haben kann, wird durch die Studie nicht widerlegt.

der onkel
Sonntag, 25.03.07 09:41
 

schau an, und die Beiträge von nero und thereisanevil mal wieder komplett ignoriert...
Das Ganze ist mittlerweile einfach nur noch peinlich, bitte, fudder, schließt diesen Thread, nehmt ihm endlich seine Bühne weg - es reicht!

Vic Vinci
Sonntag, 25.03.07 13:21
 

Richtig.

Nachdem er alle Argumente ignoriert oder mit nebensächlichkeiten wegzureden versucht hat, macht das keinen sinn mehr.

Ich habe mal kurz versucht, ihn zu verstehen, aber das ging dick nach hinten los. Nicht das ich ihn überzeugen will. Schließlich hat jeder das recht auf freie meinung und entfaltung. Aber wenn man etwas hinausposaunt, dann bitte gut begründet oder wenigstens logisch nachvollziehbar.

Wäre es tatsächlich so, wie herr dr Miehling behauptet, würde diese Welt schlimmer sein, als die Bronx zu ihrer übelsten zeit.

Naja,

anfangs war s ja noch witzig, aber bald hat es nur noch generft.

Es gibt nachweißlich keinen zusammenhang zwischen geschmack und aggressionen oder ähnlichem.

Ich verabschiede mich.

Ps: Hätte ich zeit und lust (und vor allem GELD) hätte, dann würde ich mir mal ihr buch kaufen, lesen und dann alle thesen stück für stück auseinander nehmen und wiederlegen.

Gewaltmusikhörer
Sonntag, 25.03.07 13:46
 

Die Kunst imitiert die Realität, nicht umgekehrt. Zumindest ist das meistens so. Wenn vereinzelt junge Leute die Kunst imitieren, dann ist das die Schuld der Eltern, nicht der Künstler.

Die These, dass Unterhaltungsmusik grundsätzlich aggressiv macht ist jedenfalls sehr abenteuerlich. Sicher wird in der Unterhaltungsmusik eine gewisse Gewalt ausgelebt, aber diese Aggression haben wir alle in uns. Manche lassen sie raus, indem sie ihre Freunde anschreien, andere indem sie ihre Frau schlagen und wieder andere indem sie aggressive Kunst schaffen (was wohl die beste Lösung von allem ist). Ganz komische Gestalten wiederum lassen ihren Aggressionen freien Lauf, indem sie negative Bücher über etwas schreiben, das sie nicht mögen. Aber auf solche arme Menschen will ich in diesem Posting nicht eingehen.

Peace!

Dr. Klaus Miehling
Sonntag, 25.03.07 23:15
 

an der onkel:
Zitat: „schau an, und die Beiträge von nero und thereisanevil mal wieder komplett ignoriert..."
Was heißt „mal wieder"? Ich ignoriere nur selten Beiträge. Aber irgendwann sind Argumente ausdiskutiert. Auch auf meine Argumente wird nicht immer geantwortet. Nero und thereisanevil bezogen sich vor allem auf Dinge, die entweder bereits ausführlich besprochen wurden, oder die, wenn man sie zu sehr vertieft, vom Thema wegführen (z.B. Sport). Außerdem findet Nero das alles sowieso „lächerlich".
Aber wenn wir nicht wegen der Zeitumstellung eine kürzere Nacht gehabt hätten, hätte ich mir vielleicht die Zeit genommen, etwas zu thereisanevil zu schreiben. Also

nachträglich an thereisanevil:
Inwieweit Rockmusik in der UdSSR verboten war, interessiert mich. Gab es da ein Gesetz? Und wo zog man die Grenzen? Diktatoren wußten eben, daß Gewaltmusik staatszersetzend ist; das schrieb ich schon am 11. 1.
Zitat: „Aber war denn hier jetzt gewalttätig, die Rockmusiker oder die (klassikhörernden) fanatischen sozialisten?"
Die Sozialisten waren natürlich gewalttätig. Aber kann man sie, wie Sie es tun, pauschal als „klassikhörend" bezeichnen? Vielleicht gingen sie in die Oper; aber doch wohl eher, um sich dem Volk zu zeigen als aus Liebe zur Musik!? Und wie ich hier immer wieder sagen muß: Natürlich gab es Gewalt schon immer, und natürlich ist Gewaltmusik nicht die einzige Ursache dafür. Fanatismus ist eine andere. Deshalb sind gewalttätige Menschen, die keine Gewaltmusik hören, kein Argument gegen eine aggressionsfördernde Wirkung von Gewaltmusik - genausowenig wie Nichtraucher, die an Krebs erkranken, ein Beweis geegn die krebsfördernde Wirkung des Rauchens sind.

an Vic Vinci:
Zitat: „Es gibt nachweißlich keinen zusammenhang zwischen geschmack und aggressionen oder ähnlichem."
Woher wollen Sie das wissen? Ich nenne in meinem Buch Studien, die Ihre Behauptung widerlegen.
Zitat: „Hätte ich zeit und lust (und vor allem GELD) hätte, dann würde ich mir mal ihr buch kaufen, lesen und dann alle thesen stück für stück auseinander nehmen und wiederlegen."
Hic rhodos, hic salta! Leihen Sie das Buch einfach in der Bibliothek aus; und wenn es dort nicht vorhanden ist, schlagen Sie es zur Anschaffung vor!

an Gewaltmusikhörer:
„Aggression haben wir alle in uns. Manche lassen sie raus, indem sie ihre Freunde anschreien, andere indem sie ihre Frau schlagen und wieder andere indem sie aggressive Kunst schaffen (was wohl die beste Lösung von allem ist)."
Nein, das ist nicht die beste Lösung, denn über die Musik werden die Aggressionen auf - je nach „Erfolg" - tausende oder gar Millionen von Menschen übertragen. In der Massenmediengesellschaft wird Musik zu einem Multiplikator von Emotionen, und Gewaltmusik wird zu einem Multiplikator von Haß, Aggression und krimineller Energie.

Sich wundert
Montag, 26.03.07 01:26
 

[url]http://portal.gmx.net/de/themen/unterhaltung/musik/klatsch-tratsch/3797124-Studie-Heavy-Metal-m[..] nun?

Sich wundert
Montag, 26.03.07 01:33
 

so... nachdem ich das hier scheinbar nicht hinbekomme...bei gmx ist gerade eine interessante studie vorgestellt worden...wonach heavy metal musik vor allem von "schlauen" menschen gehört wird. (bei gmx.de unter "unterhaltung" sowie bei laut.de nachzulesen)


und was nun!?

Vic Vinci
Montag, 26.03.07 06:26
 

---Zitat---
Zitat: „Es gibt nachweißlich keinen zusammenhang zwischen geschmack und aggressionen oder ähnlichem."
Woher wollen Sie das wissen? Ich nenne in meinem Buch Studien, die Ihre Behauptung widerlegen.
---Zitat---

Ich nenne ihnen Wiederholt alle meine Lebenserfahrungen mit vielen Menschen aus vielen Ländern, die alle musik hören und unterschiedliche agressionslevel besitzen. UNABHÄNGIG VOM MUSIKGESCHMAK!!!

Und auch nochmal zum mitschreiben: GLauben sie nicht, dass wir mitlerweile schon den 4ten weltkrieg hinter uns hätten, wenn ihre thesen auch nur auf jeden 100sten menschen zutreffen würden???

---Zitat---
Zitat: „Hätte ich zeit und lust (und vor allem GELD) hätte, dann würde ich mir mal ihr buch kaufen, lesen und dann alle thesen stück für stück auseinander nehmen und wiederlegen."
Hic rhodos, hic salta! Leihen Sie das Buch einfach in der Bibliothek aus; und wenn es dort nicht vorhanden ist, schlagen Sie es zur Anschaffung vor!
---Zitat---

Um Ihnen Geld zur weiteren Verbreitung ihres nonesense zu geben?

Um andere Menschen auf die Existenz dieses Schundwerkes aufmerksam zu machen?

Ich glaube wir beide kennen die antwort.

Außerdem schulden Sie mir nach all ihren beleidigungen gegen mich und meine Kollegen immer noch eine dicke entschuldigung

DevouringKing
Montag, 26.03.07 07:16
 

hier ist der artikel.

Hochbegabte Schüler hören Heavy Metal. Die britische University of Warwick fand heraus, dass weder Brahms noch Miles Davis, sondern die Musik von Slayer und Slipknot zu den Favoriten der jugendlichen Intelligenz gehört.

Habt ihr auch schön eure Hausaufgaben gemacht?
Mehr Bilder gibt's
in der Galerie.
York (bb) - Laut einer Studie der staatlichen Universität Warwick bevorzugen schulisch hochbegabte Jugendliche bei der Wahl ihrer Musik Heavy Metal. Der verantwortliche Psychologe Stuart Cadwallader präsentierte seine Ergebnisse heute auf der Konferenz der British Psychological Society in York. Gemeinsam mit seinem Team befragte er über 1000 Mitglieder der National Academy for Gifted and Talented Youth, einer Organisation, die ihre Mitglieder aus den besten fünf Prozent der britischen Schüler im Alter zwischen 11 und 19 Jahren rekrutiert.

Mehr als ein Drittel der Testpersonen gaben Heavy Metal als eine ihrer Lieblings-Musikrichtungen an. Damit lag die Außenseitersparte gleichauf mit Rock und Pop. Weit abgeschlagen fand man die Klischee-Musikrichtungen der Streber, Jazz und Klassik, so ein Bericht des Independent.
Den Umstand, dass die besonders begabten Schüler zu eher brutaler und provozierender Musik tendieren, erklärt sich Cadwallader folgendermaßen: "Vielleicht erfahren begabte Menschen besonders viel Druck und Frustration und benötigen die Musik daher eher als Ventil, um ihren Gefühlen freien Lauf zu lassen."

Inwiefern die Wahl der harten Musikvorliebe etwas über den IQ der Testpersonen aussagt oder ob sie nicht doch eher von Modeströmungen abhängt, klärte die Studie nicht. Dennoch hilft sie dabei, mit dem Vorurteil aufzuräumen, wonach Heavy Metal eine Musikrichtung für Unterprivilegierte ist.



@ Dr. Klaus Miehling

interresanter mensch

Musik ist eie reflection die Jedes lebewesen anders aufnimmt.

es gibt keine böse oder gute musik
und es gibt auch keine aggresive musik

es gibt nur musik die menschen mögen oder nicht mögen

definieren sie mir doch einmal aggresive musik ?

sie behaupten lautes geschrei und verzerrte e Gitarren und viele schnelle Drum schläge als beispiel.
für sie klingt es störend weil sie es nicht mögen aber es ist deshalb nicht aggresiv als musik.

es gibt an sich keine aggresive musik.
diese meinung vertrete ich zumindest.

ich persöhnlich mache diese musik und höre sie beim lesen schlafen und lernen.
http://www.myspace.com/devouringking

wenn sie diese musik nicht hören Können beschreibe ich es ihnen kurtz

es sind beats oberhalb der 1000 bpm grenze und für das menschliche ohr nicht mehr als beats wahrzunehmen sondern als durchgehende frequenzen die an geräusche errinern.

Klingen für sie kaputte auspüffe oder Züge/flugzeuge oder Maschinen gewehre oder formel 1 motoren auch aggresiv ?
evtl halten sie ja Lautstärke für aggresiv weil es sie stört ?

ich bin gespannt auf ihre antwort aber ich weiss dass sie behaupten dass es aggresive musik gibt, sie sind fest davon überzeugt dass weiss ich und dass werden sie auch immer bleiben, mich interresiert nur mit welchen argumenten sie mich vom gegenteil überzeugen wollen.

ich sage es liegt alles im auge des betrachters.

ich fragte einen menschen vor einiger zeit warum der trend in schnelle musik heutzutage immer mehr zu nimmt.
können sie mir dass beantworten ?
der mensch den ich fragte sagte durch umwelt einflöse wie Flugzeuge, Autos, Züge. was denken sie ist der grund ?

ich kritisiere sie nicht sondern habe nur eine andere grund meinung zum thema Musik und bin gespannt auf ihre antwort.

(reschtschreib fehler sind beabsichtigt und dienen der unterhaltung)

Eva
Montag, 26.03.07 09:17
 

Schaut mal ein paar Beiträge weter oben; ich hab die Studie längst verlinkt.

jan
Montag, 26.03.07 10:44
 

ich habe gehört, dass ein überdurchschnittlich hoher teil der gewaltverbrecher schuhe getragen hat :-) verbietet die dinger
die meisten von ihnen trugen auch die neuartigen pullover, die ja wissenschaftlich erwisen gewaltausbrüche hervorrufen.

ich rufe zum boykott diese "studie" auf
nur weil der mann kein sex und drogen mag muss er es uns nicht verbieten
ich denke der soudtrack zum boykott sollte cannibal corpse- she was asking for it sein ^^

therisenevil
Montag, 26.03.07 14:27
 

Genau weiß ich es auch nicht, müsste ich nochmal meine Eltern fragen...Ich weiß nur, dass Beatels und alles das, was in den Staaten zu der zeit "in" war, verboten war, die Leute kamen mit Müh und Not an die Aufnahmen, warscheinlich auch wegen dem Reiz des verbotenen. aber sie gingen dennoch um. Zb gerade die beatles wurden so populär, dass sie fast hätten ein Konzert in Moskau spielen können...aber eben nur fast...Diese Musik...nicht nur Rockmusik, galt eben als unsozialistisch und war deshalb verboten...gerade im Bereich der Musik blieb an erlaubter Musik aber eigentlich fast nur die Klassik...Und ich bin mir sicher, dass es geung Sozialisten gab, die klassische Musik zu der Zeit sehr gerne mochten...schleißlich wurde die Musikausbildung in der UdSSR weit mehr gefördert als heute in Deutschland (Zur normalen Schulausbildung gehörte Klavierspiel wenn ich mich nicht irre und Gehörbildung und Chor, und ich glaub noch ein anderes Instrument, aber da bin ich grad nicht sicher... hab die Deteils gerade nicht im Kopf, aber meine Mutter kann obwohl sie nicht besondern musikalisch ist etwas Klavier spielen und erzählt mir öfters, wie sehr sie die Melodiediktate gehasst hat usw...)..
Nachdem man mit der schule fertig war konnte man jedenfalls, ohne zusätzliche Übung, auf so eine Art weiterführende Musikschule gehen, sich da ausbilden assen, und Musiklehrer werden...wenn man auf ein Konservatorium wollte brauchte man eben zusätzlichen Unterricht...
Aber ich schweife ab...die Musik wurde in der UdSSR also recht hoch geschätzt, wie ich es verstehe, die Kunstfreiheit allerdings ganz und gar nicht...und ich behaupte mal, dass es in der UdSSR weitaus krimineller zuging als hier in Deutschland, trotz Musikverbot...wie wollen sie das jetzt erklären?

Nero
Montag, 26.03.07 14:31
 

@ Dr. Miehling
Nur weil ich bekunde dieses Thema für nicht ganz knusper zu halten, heisst das nicht dass ich nicht interessiert wäre.
Ich wollte lediglich daraufhinweisen dass ich nicht wirklich zu einer Material- oder Zeitschlacht bereit bin um Experten zu verhören. Tut mir leid, dieses Missverständniss lag an meiner Formulierungsweise.

ZITAT:

Nein, das ist nicht die beste Lösung, denn über die Musik werden die Aggressionen auf - je nach „Erfolg" - tausende oder gar Millionen von Menschen übertragen. In der Massenmediengesellschaft wird Musik zu einem Multiplikator von Emotionen, und Gewaltmusik wird zu einem Multiplikator von Haß, Aggression und krimineller Energie.

Deswegen bin ich dafür nur mehr Liebeslieder auf allen Stationen Deutschlands zu senden. Besser noch weltweit.
Natürlich über völlig platonische Liebe, denn ansonsten wären die Folgen ähnlich verheerend...
Wir könnten Emotionen verbieten lassen.
Kennen sie den Film Equilibrium? In diesem wird dieses Thema ausführlichst behandelt. Würde wahrscheinlich aber zu weit vom Thema ablenken, oder?

Mit freundlichen Grüßen
Emotionsmensch Nero



Nobody Knows
Montag, 26.03.07 18:52
 

das es zeitgeschichtlich immer mal mehr und weniger Gewalt gab ist eigentlich deutlich belegt. In der Antike gab es kriegerische Staaten, im Mittelalter haben sich die Menschen bekämpft und dass hat sich nicht geändert, auch als klassische Musik ohne Konkurenz existierte. Das letzte Jahunder hatte zwei Weltkriege. Das Volk der Dichter und Denker, Heimat vieler genialer klassischer Musiker, hat sich zu einem der schlimmsten Verbrechen der Menschheit hinreißen lassen. Und das Beispiel Wagner, wie schon genannt, zeigt ja das es auch unter klassischen Musiker Idioten gab, was sich auch bei der heutigen Musikern nicht geändert hat. Fazit ist das Gewalt schon immer da war, ob die Jugendlichen gewalttätiger geworden sind, mag sein, ist mir nie so aufgefallen. Musik entwickelt sich weiter genauso wie die Menschheit, Gewalt steigt und fällt wie die Weltgeschichte zeigt. Dass Musik einen maßgeblichen Einfluss hat, ist falsch( es gibt sogar Menschen, die sich an Musik abreagieren können). Zwar gibt es Bands, die Gewalt fördern, aber das sind Einzelfälle. Das dumme Menschen Musik missverstehen können ist nun mal so. Mensch sind immer mit Gewalt konfrontiert, täglich in den Nachrichten, sollte man deswegen Nachrichten verbieten? Der Trend läuft dahin das entweder Computerspiele oder Metalbands für die Jugendverbrechen verantwortlich gemacht werden. Aber die meisten Sozialpädagogen, die wirklich was mit der Jugend zu tun haben, sehen dabei auch keinen Zusammenhang. Dazu kommt noch die Anlage Umweltproblematik. 60% ist Anlage und 40% Umwelt, der Einfluss der Musik ist also wirklich gering.
Mein persönlciher Kontakt mit Metalbands und Metalhörern war bis jetzt immer unglaublich positiv, wo hingegen manche die Klassik hören, eher arrogant auf einen herabschauen, was ich auch erlebt habe.
Einzeleindrücke, natürlich. Ich würde daher auch nie so eine These aufstellen, wie Dr. Miehling es getan hat. Aber in Ordnung, zum Glück gibt es ja Meinungsfreiheit, und wie es aussieht bist jetzt kaum jemanden der sich dieser These anschließen kann.
Ich höre diese so genannte Gewaltmusik, wenn ich nach meinem nächsten Marilyn Manson Konzert das Gefühl habe, ich müsste wild um mich schlagen, gebe ich Bescheid.

P.S. habe eben noch gelesen, dass die meinsten hochbegabten Metal hören, wie ist das zu erklären?

Dr. Klaus Miehling
Montag, 26.03.07 23:58
 

an sich wundert:
Zu dieser Studie habe ich mich schon vorgestern geäußert.

an Vic Vinci:
Zitat: „Ich nenne ihnen Wiederholt alle meine Lebenserfahrungen mit vielen Menschen aus vielen Ländern, die alle musik hören und unterschiedliche agressionslevel besitzen. UNABHÄNGIG VOM MUSIKGESCHMAK!!!"
Dagegen könnte ich MEINE Lebenserfahrungen setzen. Haben Sie schon einmal etwas von selektiver Wahrnehmung gehört?
Zitat: „GLauben sie nicht, dass wir mitlerweile schon den 4ten weltkrieg hinter uns hätten, wenn ihre thesen auch nur auf jeden 100sten menschen zutreffen würden???"
Das Entstehen eines Krieges hat wenig mit Kriminalität und unmittelbarer Aggression zu tun, auch wenn im Krieg selbst niedere Instinkte durchbrechen können. Nein, was stattdessen zu erwarten und auch tatsächlich geschehen ist, ist ein deutlicher Anstieg der Kriminalität und ein Verlust der Werte.
Zitat: „Um Ihnen Geld zur weiteren Verbreitung ihres nonesense zu geben?"
Wie ich hier schon sagte: Ich verdiene an dem Buch nichts; im Gegenteil.
„Um andere Menschen auf die Existenz dieses Schundwerkes aufmerksam zu machen?"
Was erlauben Sie sich, ein Buch, das Sie nicht gelesen haben, als Schundwerk zu bezeichnen???
Zitat: „Außerdem schulden Sie mir nach all ihren beleidigungen gegen mich und meine Kollegen immer noch eine dicke entschuldigung"
ICH IHNEN???

an Devouring King:
Sie beziehen sich auf eine in diesem Forum gerade erst diskutierte Studie.
Zitat: „es gibt keine böse oder gute musik und es gibt auch keine aggresive musik [...] ich weiss dass sie behaupten dass es aggresive musik gibt, sie sind fest davon überzeugt dass weiss ich und dass werden sie auch immer bleiben, mich interresiert nur mit welchen argumenten sie mich vom gegenteil überzeugen wollen."
1. Es ist allgemeiner Konsens, daß Musik Emotionen ausdrücken und hervorrufen kann.
2. Warum soll Musik ausgerechnet negative Emotionen wie Haß und Aggression nicht ausdrücken können?
3. Pop- u. Rockmusik u. dgl. wird in Rezensionen immer wieder als aggressiv u.ä. beschrieben, auch von Leuten, die diese Musik gerne hören, und auch wenn es als Lob gemeint ist.
4. Auch Rockmusiker beschreiben ihre Musik als aggressiv u.ä.
5. In wissenschaftlichen Studien wurde festgestellt, daß derartige Musik das Aggressionsniveau erhöht.
6. Das Verhalten von Hörern eines Rockkonzertes zeigt Aggression z.B. durch Schreien und emporgereckte Fäuste (auch wenn es nicht immer wirklich zu Gewalttaten kommt).
7. Der Gesang von Rockmusik ist häufig aggressiv, was ebenso erkennbar ist wie wenn jemand aggressiv spricht.
8. Schlagzeug ist klanglicher Ausdruck von Aggressivität, weil „Schlagen" eine aggressive Handlung ist, und weil impulshaltige Geräusche in der Natur Gefahr bedeuten (ja, ja, den Specht ausgenommen) und vom menschlichen Gehirn unwillkürlich so rezipiert werden - auch wenn sich viele dagegen „abgehärtet" haben.
9. Klassik wird zwar auch von vielen Menschen nicht gemocht, aber mir ist kein Fall bekannt, in der sie Aggression und panikähnliche Reaktionen hervorgerufen hätte (ich meine jetzt nicht Tumulte bei Schönberg oder Strawinsky vor fast hundert Jahren, da ich diese Musik nicht oder nur bedingt zur Klassik zähle), während Rockmusik u.ä. dies tatsächlich hervorrufen kann.
Zitat: „ich fragte einen menschen vor einiger zeit warum der trend in schnelle musik heutzutage immer mehr zu nimmt. können sie mir dass beantworten ? der mensch den ich fragte sagte durch umwelt einflöse wie Flugzeuge, Autos, Züge. was denken sie ist der grund ?"
Da müßte man zunächst unterscheiden: Meinen Sie, a) daß klassische Musik heute i.a. schneller interpretiert wird als noch vor ein paar Jahrzehnten? Oder daß b) in der populären Musik ein schnellerer „beat" bevorzugt wird?
Zu a): Klassische Musik wurde vor noch nicht langer Zeit i.a. zu langsam gespielt. So hat man z.B. Beethovens Metronomangaben nicht respektiert und seine Stücke langsamer vorgetragen als er es selbst vorgeschrieben hat. Die Tendenz zu schnelleren Tempi ist also ein Weg zurück zu den Quellen.
Zu b): Da der „beat" aggressiv ist, wirkt die Musik i.a. um so aggressiver, je schneller er ist (vorausgesetzt, die anderen Parameter bleiben gleich). Musik mit einem „beat" kann nachweislich wie eine Droge wirken; und von einer Droge braucht man i.a. immer höhere Dosen, um die gleiche Wirkung zu erreichen. Ich vermute, daß daher die Tendenz zu immer schnelleren „beats" kommt. Es könnte auch von der Plattenindustrie gesteuert sein. Wahrscheinlich beides. Aber vielleicht können die Gewaltmusikhörer in diesem Forum diese Frage beantworten.
Mit Flugzeugen, Autos und Zügen hat es jedenfalls nichts zu tun. Wenn Sie in einer holperigen Postkutsche fahren, spüren Sie die Geschwindigkeit weit stärker, obwohl sie geringer ist. Auch wüßte ich nicht, inwieweit Beziehungen zwischen kinetischem Empfinden und Geschwindigkeit (Reizdichte) in der Musik überhaupt bestehen könnten.

Dr. Klaus Miehling
Dienstag, 27.03.07 00:14
 

P.S. an Devouring King:
Ich habe noch ein Argument vergessen:
10. Auch Hörer beschreiben die Musik als aggressiv; einige bekennen sogar, von ihr zu Gewalttaten getrieben worden zu sein. Vgl. z.B. den von mir am 1. 1. zitierten Hörer!

Und Nobody Knows hatte ich auch vergessen:
Sie sprechen sehr viele Punkte an, die aber alle hier schon diskutiert worden sind.
Zitat: „Aber die meisten Sozialpädagogen, die wirklich was mit der Jugend zu tun haben, sehen dabei auch keinen Zusammenhang."
Haben Sie dazu eine repräsentative Umfrage? Im Stern gab es zwei Artikel zum Rap, in denen sich Sozialpädagogen gegenteilig geäußert haben.
Zitat: „P.S. habe eben noch gelesen, dass die meinsten hochbegabten Metal hören, wie ist das zu erklären?"
Sie meinen wohl auch die bereits besprochene Studie. Es sind nicht die meisten, sondern gut ein Drittel. Eine mögliche Erklärung dafür wurde auch schon zitiert: "Vielleicht erfahren begabte Menschen besonders viel Druck und Frustration und benötigen die Musik daher eher als Ventil, um ihren Gefühlen freien Lauf zu lassen." Das ist die Meinung des Autors der Studie; ich selbst habe dazu keine Hypothese.

DevouringKing
Dienstag, 27.03.07 01:03
 

Guten abend herr Dr. Klaus Miehling

vielen dank für ihre antworten und Mühen.
ihre antworten klingen logisch.

ich beschäftige mich sehr mit aggresiver musik.

zudem suche ich parameter die aggresive musik beschreiben.

hier ein beispiel.

also ich habe mir heute mal gedanken gemacht und auch gespräche mit vielen menschen geführt in denen ich sie drum gebeten hatte mir aggresive musik zu defenieren.

ich mache selber musik der etwas extremeren art und habe mich oft gefragt wieso 30% der hörer die meinungen der restlichen 70% nicht teilte

und zwar sagten 70% es sei dass aggresivste was sie jeh gehört hätten mit abstand sogar ! (und dass obwohl sie alle metal oder harten techno hörten)

und die anderen 30% sagten es sei für sie nicht aggresiv und auch keine musik sondern nur iergentwelche komischen stör geräusche.

ich habe mich gefragt wie es dazu kommt.

schließlich habe ich folgendes erdacht.

eine Oma empfindet zb metal oder techno musik nicht als aggresiv sondern als Krach

und viele classic Hörer bezeichnen extrem schnellen techno oder metal auch als krach und nicht als Musik.


da habe ich folgendes gemacht.

ich stelle mir 3 Zonen vor.

Zone 1 Krach empfinden
Zone 2 Aggresives empfinden
Zone 3 ertragbares Empfinden

als beispiel

ein mensch der classic hört empfindet zb rock musik als aggresiv und schnellen techno als krach und shcon garnicht mehr als musik, zb vergleicht er es mit Maschinen auf einer baustelle oder einem maschinen gewehr.

ein mensch der zb pop hört empfindet metal als aggresiv und speedcore etc, als krach.

also in dem fall ist für den pop hörer metal in der Zone 2 für das aggresive empfinden und speedcore in der Zone 1 für krach empfinden

und pop classic jazz etc in Zone 3 für ertragbares empfinden.

bist du der pop hörer und würdest speedcore hören und als krach bezeichnen würde dass folgednes bedeuteten
dass heisst du bist weit unter dem level es zu ertragen und gut zu finden

also ist es schon viel zu extrem für dich, so extrem dass du es nicht als aggresiv wahrnimmst. da du nur krach empfindest.
also kurtz
so hart dass du es garnicht als musik wahr nehmen kannst

die experimente die ich mit Metal hörern machten waren meistens so wenn sie meine Musik Hörten.
meine Musik war zone 1 (krach) und bei manchen abgebrühteren schon Zone 2 also aggresive musik.
für mich ist es Zone 3 ich sehe es als art Ambience und entspannungs Musik.

jetzt die frage. gibt es Grenzen ? ich denke es gibt technische Grenzen.
zb stöst meine Musik an die grenzen der frequenzen und an die BPM,s die für das menschliche ohr wahrnehmbar sind.

die musik entwickelt sich immer weiter.
aber ich glaube diese aggresive art von Musik kann sich iergentwann nicht mehr weiter entwickeln durch die technischen grenzen.

jedenfalls arbeite ich an der aggresivsten musik der welt und suche daher nach einer definition für Aggresive Musik.

ich weiss nicht ob diese sichtweise mit den Zonen richtig sein könnte. es war ein kleiner versuch der für mich schon sinn ergiebt aber ich kann mich auch irren.

allerdings ist es bei den meisten menschen anders.
die meisten menschen empfinden aggresivität anders und die einen früher die anderen später. ich zb kenne keine aggresive musik und versuche ständig heftigere und extremre musik zu machen. ich kenne meine grenzen dabei noch nicht.
leider stoße ich schon an die technischen grenzen

jedenfalls suche ich immer noch nach der definition für aggresive musik.

glauben sie es kann gefährlich sein diese aggresivste musik der welt zu erschaffen ? wie ich aus einem ihrer beiträge entnehmen konnte wohl eher nicht weil es eben nur eine kleine minderheit von menschen hören.

und ja es ist wie eine droge, und bei mir ist es so dass die droge zu soft ist und sich leider durch die physikalischen grenzen nicht mehr verstärken lässt. aber dennoch bin ich ein absolut friedfertiger mensch der gewalt verabscheut.

ich glaube die musik hilft den menschen.

die musik ist eine kunst, so unfassbar schön und traurig. es ist traurig dass sie zeitlich begrenzt ist für jeden menschen auf dieser welt
aber die zeitliche begrenzung des dies seits ist ja ein normaler verlauf der dinge, und wir sollten glücklich sein solch tolle erfahrungen gemacht zu haben.

aber jetzt denke ich, dass die menschen sowas schönes lieber nicht erfahren sollten, es macht sie zu traurig wenn sie wissen das sie es bald nicht mehr fühlen können.

anderseits sollten wir menschen froh sein von hier zu gehen, dieses leben ist eine prüfung und sehr hart und traurig aber hat auch schöne sachen.

wir menschen sollten versuchen nicht zu viel negatives zu erleben um es nicht mit positivem kompensieren zu müssen, den viele menschen wissen nicht wie stark und schön etwas positives sein kann.
die menschen müssen sehr viel leid auf sich nehmen um dann eine kleine chance zu haben ihren horizont zu erweitern und lernen erst dann wirklich zu lieben und sehen die wirklich positiven dinge die so schön sind dass sie traurig sind.

ich sollte aufhören mit der musik die ich mache. es ist keine hilfe sondern nur traurig für die menschen die es verstehen

allerdings mache ich noch weiter.

ich finde es spannend ihre ansichten zu lesen und finde sie als menschen sehr interresant.
ich mache mir allerdings auf keinen fall sorgen dass das was sie vorhaben jehmals durchgebracht wird. zu viel spricht dagegen.
also wenn sie sich diese Zonen angucken.
ich empfinde keine musik der welt als aggresiv.
ich empfinde jede musik als empfindbar und als soft ambience.
ich unterscheide dabei schon unter positiver und trauriger musik
und auch unter ruiger und heftiger/schneller musik.
allerdings wirkt diese schnelle musik genau so beruigend auf mich. alles ist für mich wie eine art ambience.

was halten sie von dem denk ansatz mit den 3 Zonen ?

mit freundlichen grüßen ein Künstler

http://www.myspace.com/devouringking

Diskutant
Dienstag, 27.03.07 02:07
 

A hört Techno und kann mit Rockmusik nichts anfangen, will es am liebsten verbieten lassen.
B hört Volksmusik und kann mit Pop nichts anfangen, will es am liebsten verbieten lassen.
C hört Rap und kann mit Klassik nichts anfangen, will es am liebsten verbieten lassen.
D hört Metal und kann mit Rap nichts anfangen, will es am liebsten verbieten lassen.
E hört Jazz und kann mit Volksmusik nichts anfagen, will es am liebsten verbieten lassen.
F hört Ambient und kann mit Techno nichts anfagen, will es am liebsten verbieten lassen.
G hört Klassik und kann mit Rock nichts anfagen, will es am liebsten verbieten lassen.

G ist zusätzlich Musikwissenschaftler und versucht seine Empfindungen wissenschaftlich zu begründen. Er scheitert kläglich.

Denn Musik ist Geschmackssache. Der eine empfindet als Krach und Gewalt, was der andere als angenehm empfindet. Und so ist es mit jeder Art von Kunst.

Würden wir jetzt jede Art von Kunst verbieten, nur weil sie irgendjemandem nicht gefällt, leben wir in der Schlimmsten aller Welten. Genau soetwas ist nicht anzustreben. Auch nicht in abgeschwächter Form.
Jeder Schritt zum Verbot einer Kunst, ist ein Schritt in Richtung Diktatur und Gedankenkontrolle. Den Kunst bedeutet Freiheit. Das Verbot folglich Sklaverei.

Da preise ich mir doch unser demokratisches Land, in dem jeder hören kann was er will.


Und das musikalische Klänge aus einer bestimmten Musiksparte den Menschen zu einem verstandeslosen Tier mutieren lassen soll, der nicht mehr zwischen gut und böse unterscheiden kann, glauben sie doch nicht ernsthaft.

Der Mensch ist ein so komplexes Wesen, dass man seine Handlungsweisen nicht auf einen Umstand reduzieren kann. Jede Straftat hat eine lange Vorgeschichte, die meist schon in der Kindheit beginnt.
Sie machen es sich sehr einfach, wenn sie davon ausgehen, dass Musik den Menschen zu einer brutalen Bestie mutieren lässt, die nicht mehr fähig ist zu denken und zu abstrahieren und alles kurz und klein haut.

Der aufgeklärte, geistesgegenwärtige Mensch besitzt einen Verstand und kann mit sogenannter "Gewaltmusik" umgehen. (Hier will ich einfach mal unterstellen, dass "Gewaltmusik" gewalttätig macht, was immernoch nicht bewiesen ist und was ich anzweifle. Zu beweisen das "falsche" Musik Straftaten auslöst, halte ich für unmöglich. Denn es spielen fast unendlich viele Faktoren eine Rolle, wenn man soetwas betrachtet.)

Es mag sicherlich einige verwirrte Geister geben, die mit sogenannter "Gewaltmusik" nicht umgehen können. Das liegt aber wiederum nicht an der Gewaltmusik, sondern an den Menschen.

Es soll auch Menschen geben, die können mit engen Räumen nicht umgehen. Sowas nennt man Klaustrophobie. An wem liegt das dann? Am engen Raum oder am Menschen? Nach ihrer herangehensweise müsste es an allen engen Räumen liegen. Folglich müssten alle engen Räume verboten werden. Das das sinnlos ist, sollte wohl klar sein.

Jeder geistesgegenwärtige Mensch weiß, dass Musik nicht ungefiltert in den Menschen eindringt. Sie muss so viel Instanzen durchlaufen (den Raum, die Ohren, das Gehirn mit seinen komplexen Vernetzungen und Verbindungen) bis sie irgendwelche absolut subjektiven Empfindungen auslöst. Zu behaupten, die Musik würde den Menschen vergewaltigen, ohne das sie subjektiv verarbeitet wird, ohne das der Mensch abstrahiert, ist wohl arg kindisch und sicherlich nicht von einem seriösen Wissenschaftler zu vertreten.

Und warum jegliche klassische Musik "positive" Energien freisetzen soll, während jegliche popkulturelle Musik "negative Energien" freisetzt, habe ich bis jetzt nicht verstanden.
Das Wörter wie Klassik und Rock nur bloße Kategorisierungen sind, auf deren Grundlage man nicht wirklich wissenschaftlich arbeiten kann, sollte wohl klar sein.
Wenn man das Schlagzeug mit Gewehren und Explosionen vergleicht, sollte man konsequent sein und sich mal die Klassik genauer anschauen. Dort gibt es ähnliche Klänge. Und die "kreischenden" E-Gitarren finden ihr pendant in den "kreischenden" Geigen.

Das waren ein paar Gedanken meinerseits dazu. Ich bin studierter Philosoph und Germanist, höre selbst "Gewaltmusik", kenne viele Leute die "Gewaltmusik" hören und kann bei dieser Vielzahl keinen einzigen Straf- oder Gewalttäter finden. Ich habe bei keinem in irgendeiner Art und Weise angestaute Agressionen wahrgenommen, die auf "Gewaltmusik" zurückzuführen sind. Ich kenne viele Leute die Metal hören. Und ich würde sogar so weit gehen und sagen, dass sie überdurchschnittlich nett sind.


Daswarwohlnix
Dienstag, 27.03.07 17:29
 

Sehr geehrter Herr Miehling,
geben Sie den Jugendlichen a) eine faire, ehrliche Erziehung, b) Arbeit, c) eine unvergiftete, unverseuchte Zukunft, e) weniger Fanatismus und Krieg und d) Hoffnung und Perspektive, dann lässt auch die Gewaltbereitschaft nach. Musik - egal welcher Art - ist ein Ventil, mit dem sich vorhandene Emotionen Luft machen. Wer hilflos, wütend, verzweifelt, hoffnungslos und hasserfüllt ist, wird auch wütende, verzweifelte, hoffnungslose und hasserfüllte Musik machen oder eben hören, um nicht mehr hilflos zu sein. Um ÜBERHAUPT etwas tun zu können in einer Welt, die ihm die Luft zum Atmen nicht gönnt. Und stecken Sie sich Ihre dummen, bornierten, ignoranten, widerwärtigen und vor allem FALSCHEN "Lösungsansätze" in den Arsch.
Sagt eine 42jährige Klassikhörerin.

Gewaltmusikhörer
Dienstag, 27.03.07 21:36
 

"Nein, das ist nicht die beste Lösung, denn über die Musik werden die Aggressionen auf - je nach „Erfolg" - tausende oder gar Millionen von Menschen übertragen. In der Massenmediengesellschaft wird Musik zu einem Multiplikator von Emotionen, und Gewaltmusik wird zu einem Multiplikator von Haß, Aggression und krimineller Energie."

Wie bereits gesagt ist es die Aufgabe der Eltern, ihre Kinder so zu erziehen, dass sie sich von "schädlichen Einflüssen" wie "Gewaltmusik" nicht negativ beeinflussen lassen, falls Popmusik überhaupt aggressiv macht, was Sie meiner Meinung nach mit ihren angeblichen Studienergebnissen nicht belegen konnten. Es darf nicht die Aufgabe der Kunst sein, die Jugend zu erziehen. Die Kunst soll dem Künstler ein Ventil bieten und den Konsumenten unterhalten. Ähnliches gilt für einen gewalttätigen Kinofilm. Würde mich mal interessieren, welche Art von Kunst Sie überhaupt schätzen, neben klassischer Musik. In viele verschiedene Kunstformen kann man Aggressionen hinein interpretieren, so wie Sie es z.B. mit dem Schlagzeug bei der Popmusik machen. Die von Ihnen heißgeliebte Barockmusik birgt übrigens mindestens genauso viel Aggressivität als das Drum-Programming von DJ Premier.

Draußen...

Dr. Klaus Miehling
Dienstag, 27.03.07 23:56
 

an DevouringKing:
Zitat: „ich stelle mir 3 Zonen vor.
Zone 1 Krach empfinden
Zone 2 Aggresives empfinden
Zone 3 ertragbares Empfinden"
Diese Einteilung halte ich für problematisch, weil sich die Zonen in der Praxis vermischen:
Krach kann auch als aggressiv empfunden werden; z.B., wenn jemand heftig gegen Ihre Türe schlägt, dem Sie nicht öffnen wollen, oder wenn Ihr Nachbar nachts die Bohrmaschine betätigt, wenn Sie schlafen wollen. Ich glaube sogar, daß die meisten derjenigen, die Musik als „Krach" bezeichnen, schon durch diese Wortwahl zeigen, daß sie die Musik als aggressiv empfinden. Ertragbar und aggressiv ist aber auch kein Widerspruch; denn wer sich mit der Aggression aggressiver Musik identifiziert, der kann sie ertragen und sogar toll finden.
Zitat: „ich empfinde keine musik der welt als aggresiv.
ich empfinde jede musik als empfindbar und als soft ambience.
ich unterscheide dabei schon unter positiver und trauriger musik
und auch unter ruiger und heftiger/schneller musik.
allerdings wirkt diese schnelle musik genau so beruigend auf mich. alles ist für mich wie eine art ambience."
Musik ist extrem vielfältig; wenn Sie „alles [...] wie eine art ambience" empfinden, ist das schon sehr seltsam. War das schon immer so, oder hat es sich entwickelt? Jedenfalls dürften Sie damit eine große Ausnahme darstellen.
Wenn ich Sie richtig verstanden habe, kann man Ihre Theorie auch so formulieren, daß verschiedene Hörer eine unterschiedliche Menge von Musikstilen als aggressiv empfinden. Anders ausgedrückt: Es gibt Musik, die von (fast) niemandem als aggressiv empfunden wird, (d.h. wohl im wesentlichen die Klassik), solche die von (fast) allen als aggressiv empfunden wird (z.B. Heavy Metal), und alle möglichen Zwischenstufen. Wenn es aber stimmt, daß als aggressiv empfundene Musik aggressiv machen kann, dann gibt es somit auch mehr oder weniger gefährliche Musik. Dann glaube ich auch, ohne das Ihnen im Einzelfall unterstellen zu wollen, daß viele Menschen aggressive Musik nur deshalb nicht als aggressiv empfinden, weil sie ihrem bereits vorhandenen Aggressionsniveau entspricht oder es sogar unterschreitet. Das bedeutet aber nicht, daß die Musik dann wirkungslos wäre; vielmehr dient sie der Bestätigung und Verstärkung des eigenen Aggressionsniveaus (wobei ich „Aggressionsniveau", ein problematischer Begriff, nicht nur in bezug auf körperliche Gewaltbereitschaft verstanden wissen will).
„glauben sie es kann gefährlich sein diese aggresivste musik der welt zu erschaffen ? wie ich aus einem ihrer beiträge entnehmen konnte wohl eher nicht weil es eben nur eine kleine minderheit von menschen hören."
Nun, wenn diese Musik auf die kleine Minderheit einen entsprechenden Einfluß hat, kann sie schon gefährlich werden.
Ich kann mir aber vorstellen, daß, wenn man die gewaltmusikalischen Parameter, die ich im Buch und vereinfacht auch in diesem Forum beschrieben habe, immer mehr steigert, irgendwo eine Grenze erreicht wird (ich meine nicht technisch), ab der die Aggressivität nicht mehr gesteigert werden kann bzw. das Ergebnis wirklich in so etwas wie Krach umschlägt, der zwar unerträglich wird, aber vom Spektrum der menschlichen Emotionen so weit entfernt ist, daß er diese Emotionen auch nicht mehr hervorrufen kann. Wenn man dieser Musik / diesem Krach nicht entfliehen kann, würde freilich schon das aggressiv machen.

an Diskutant:
Zitat: „Würden wir jetzt jede Art von Kunst verbieten, nur weil sie irgendjemandem nicht gefällt, leben wir in der Schlimmsten aller Welten."
In der Tat: „nur weil sie irgendjemandem nicht gefällt" wäre kein berechtigter Grund.
Zitat: „Jeder Schritt zum Verbot einer Kunst, ist ein Schritt in Richtung Diktatur und Gedankenkontrolle. Den Kunst bedeutet Freiheit. Das Verbot folglich Sklaverei."
Das ist eine Schwarz-Weiß-Betrachtungsweise, die man bisher mir vorgeworfen hat.
Zitat: „Der Mensch ist ein so komplexes Wesen, dass man seine Handlungsweisen nicht auf einen Umstand reduzieren kann."
Richtig. Und?
Zitat: „Jede Straftat hat eine lange Vorgeschichte, die meist schon in der Kindheit beginnt."
Richtig. Auch der Gewaltmusikkonsum beginnt meist schon in der Kindheit.
Zitat: „Sie machen es sich sehr einfach, wenn sie davon ausgehen, dass Musik den Menschen zu einer brutalen Bestie mutieren lässt, die nicht mehr fähig ist zu denken und zu abstrahieren und alles kurz und klein haut."
Damit überzeichnen Sie meine Aussagen.
Zitat: „Es mag sicherlich einige verwirrte Geister geben, die mit sogenannter 'Gewaltmusik' nicht umgehen können. Das liegt aber wiederum nicht an der Gewaltmusik, sondern an den Menschen."
Sowohl als auch. Natürlich kann Gewaltmusik nichts ausrichten, wenn sie niemand hört! Aber sie wird doch für Menschen gemacht, und deshalb müssen ihre Produzenten berücksichtigen, was sie in Menschen auslösen kann.

An Gewaltmusikhörer:
Zitat: „Es darf nicht die Aufgabe der Kunst sein, die Jugend zu erziehen. Die Kunst soll dem Künstler ein Ventil bieten und den Konsumenten unterhalten."
Warum sollte sie nicht das eine mit dem anderen verbinden? Daß Kunst eine wichtige Rolle im Erziehungsprozeß spielt, ist allgemein anerkannt. Deshalb gibt es an Schulen Unterricht in Musik und Bildender Kunst.
Musik erzieht die Jugend so oder so, ob wir wollen oder nicht. Der durchschnittliche Jugendliche verbringt mehr Zeit mit Musikhören als in der Schule. Und da soll das völlig wirkungslos bleiben?

Vic Vinci
Mittwoch, 28.03.07 11:02
 

---Zitat---
an Vic Vinci:
Zitat: „Ich nenne ihnen Wiederholt alle meine Lebenserfahrungen mit vielen Menschen aus vielen Ländern, die alle musik hören und unterschiedliche agressionslevel besitzen. UNABHÄNGIG VOM MUSIKGESCHMAK!!!"
Dagegen könnte ich MEINE Lebenserfahrungen setzen. Haben Sie schon einmal etwas von selektiver Wahrnehmung gehört?
Zitat: „GLauben sie nicht, dass wir mitlerweile schon den 4ten weltkrieg hinter uns hätten, wenn ihre thesen auch nur auf jeden 100sten menschen zutreffen würden???"
Das Entstehen eines Krieges hat wenig mit Kriminalität und unmittelbarer Aggression zu tun, auch wenn im Krieg selbst niedere Instinkte durchbrechen können. Nein, was stattdessen zu erwarten und auch tatsächlich geschehen ist, ist ein deutlicher Anstieg der Kriminalität und ein Verlust der Werte.
Zitat: „Um Ihnen Geld zur weiteren Verbreitung ihres nonesense zu geben?"
Wie ich hier schon sagte: Ich verdiene an dem Buch nichts; im Gegenteil.
„Um andere Menschen auf die Existenz dieses Schundwerkes aufmerksam zu machen?"
Was erlauben Sie sich, ein Buch, das Sie nicht gelesen haben, als Schundwerk zu bezeichnen???
Zitat: „Außerdem schulden Sie mir nach all ihren beleidigungen gegen mich und meine Kollegen immer noch eine dicke entschuldigung"
ICH IHNEN???
---Zitat---

Noch Fragen???

Andere haben alle ihre thesen bisher auseinandergenommen und wiederlegt. Und Sie halten immer noch daran fest.

Ich finde es traurig.

Und ja: SIE schulden MIR und allen anderen MUSIKERN dieser Welt eine DICKE ENTSCHULDIGUNG

Anne
Mittwoch, 28.03.07 16:55
 

tja ich finde bartok geil ;D und ich kenen so einige andere metaler, die es ähnlich sehen... ihre thesen mögen ja auf 1 von sehr vielen zu treffen aber das hat sicher viele andere gründe. schon mal an mangelde zuneigung der eltern gedacht, weil diese welt immer stressiger und unpersönlicher wird? weil die kinder nur noch alleine gelassen werden vor rechnern und PC?

Anne
Mittwoch, 28.03.07 16:57
 

ich meinte natürlich PC und fernseher...

RosaroterPanzer
Mittwoch, 28.03.07 18:26
 

Jaja! Das sind sie wieder: Die Leute die meinen ihr Musikgeschmack wär besser als der von anderen weil sie nicht über den Tellerrand hinausschauen können.

Dr. Klaus Miehling
Mittwoch, 28.03.07 23:22
 

an Vic Vinci:
Zitat: „Andere haben alle ihre thesen bisher auseinandergenommen und wiederlegt."
Sie verwechseln „widerlegen" mit „anzweifeln".

an Anne:
Zitat: „schon mal an mangelde zuneigung der eltern gedacht, weil diese welt immer stressiger und unpersönlicher wird? weil die kinder nur noch alleine gelassen werden vor rechnern und PC? [korrigiert in: 'PC und fernseher']"
Das Thema Erziehung wurde hier schon diskutiert. Immerhin scheinen Sie die Problematik von Fernsehkonsum und Videospielen/Netz (ich nehme an, dafür steht „PC") zu erkennen. Aber der Konsum aggressiver Musik ist eben auch ein Problem. Daß die Welt „immer stressiger und unpersönlicher wird" ist ein Allgemeinplatz, der einer Überprüfung kaum standhalten dürfte. Aber das müßte man in einem anderen Forum diskutieren ...

jockel
Mittwoch, 28.03.07 23:45
 

natürlich wurden die Thesen auch zum Teil widerlegt,sie haben das einfach aus ihrer arroganten besserwisserischen Art nicht akzeptiert.Kann mich da nur der Klassikhörerin "daswarwohlnix"vom 27.3. anschliessen. Geilen sie sich nur noch eine Weile an ihrem kranken Weltbild auf hier im Forum,ich sehe darin eher eine psychologische Grossbaustelle

Vic Vinci
Donnerstag, 29.03.07 05:55
 

Schauen sie doch mal auf http://www.verbietetbrot.de diese These ist genau so sinnvoll und ergiebig wie die Ihre.

Man kann keine äußeren einflüsse für die Entscheidungen von Menschen verantwortlich machen.

Man kann IMMER nein sagen. Die entscheidung ist einzig und allein bei der handelnden Person.

Und sie nennen hier einige kleine Ausnahmen, bei denen es bei konzerten zu ausschreitungen kam. Überall wo menschen zusammen kommen, kann sowas passieren.

Wenn jemand auf streit und schlägerei aus ist, kann er das auch in einem Klassikkonzert erreichen.

Aber wie schon erwähnt: Sie scheinen solchen Argumenten ja nicht zugänglich zu sein.

"Schüsse und explosionen..."

jaja

Diskutant
Donnerstag, 29.03.07 14:45
 

Ich denke sogar, dass die wenigen Ausschreitungen auf Rockkonzerten simpel zu erklären sind. Ganz unabhängig von der gespielten Musik.
Wo liegt der unterschied zwischen Klassikkonzerten und Rockkonzerten?

Richtig! Erstens an den unterschiedlichen Altersgruppen der Hörer. Das ältere Menschen weniger auf Gewalttaten aus sind als Jüngere, ist eine natürliche Sache.

Desweiteren liegt ein zweiter Unterschied darin, dass die Menschen auf Klassikkonzerten sitzen, während auf Rockkonzerten so gut wie immer gestanden wird.
Das es bei einer dicht gedrängten Menge zu allerlei Körperkontakten und somit auch zu Missverständnissen kommt, sollte wohl klar sein.
Wenn jeder seinen reservierten Sitz besitzt, läuft das alles natürlicherweise gesittet ab.

Außerdem bin ich mir sicher, dass es auch allerlei Verletzungen und Tote auf Klassikkonzerten gab. Durch "Herzinfarkte" und ähnliches.

Man sollte immer auch Untersuchen, wo soetwas herkommt. Niemand würde auf die Idee kommen die Herzinfarkte etc. auf die Musik zurückzuführen.
Deswegen finde ich es auch Vermessen die gesamten Toten und Verletzten auf die Rockmusik zurückzuführen, ohne im Detail zu Betrachten, woher soetwas kommt.

Genauso könnte ich die durchgeknallte These aufstellen, dass Leute die Klassik hören, überdurchschnittlich oft sterben und dass das an der Musik liegt. Das das Humbug ist, wissen sie und ich.

Ebenso halte ich die Zusammenführung von ein paar Todesfällen auf Rockkonzerten mit Rockmusik für lächerlich und untragbar.

Aber wenn ich wollte, könnte ich genausogut eine These über die Gefahren durch "Klassikmusik", die ich dann auch dreisterweise "Gewaltmusik" nenne, aufstellen und sie mit irgendwelchen "Statistiken" belegen.



Übrigens wenn sie "Gewaltmusik" für so akut gewaltfördernd ansehen, dass sie sie verbieten lassen wollen, dann war mein Vergleich mit der Bestie sicherlich nicht überzogen.

Wenn Musik wirklich so gewaltfördernd wäre, müsste mein Hund , der ab und zu zwangsläufig auch schon mitgehört hat, auch irgendwelche Verhaltensveränderungen aufweisen.
Aber wissen sie was er tut? Er schläft oftmals, wenn ich brutale Gewaltmusik wie Pink Floyd, Yes oder auch Metallica höre.

Das einzige Musikstück bei dem er irgendwelche Reaktionen zeigt, ist das Lied "Dogs" von "Pink Floyd". Und das, weil da ein Hundebellen zu hören ist.

Wenn irgendjemand in der Umgebung ein Gewehr betätigen würde, würde mein Hund Reaktion zeigen. Bei den "Schüssen" von Gewaltmusik zeigt er aber komischerweise keine. Ist mein Hund jetzt komisch oder ihre These?

Vic Vinci
Donnerstag, 29.03.07 15:09
 

---Zitat--- Diskutant
Man sollte immer auch Untersuchen, wo soetwas herkommt. Niemand würde auf die Idee kommen die Herzinfarkte etc. auf die Musik zurückzuführen.
---Zitat---

da fällt mir grad ne interessante Geschichte zu ein(aus der Metal-Hammer):

Es ging um ein Metal Konzert, bei dem natürlich auch gepogt wurde. und dabei wurde ein junger Mann etwas fester im Bauch erwischt. (unfall halt)

unglücklicherweise starb er wenige stunden nach dem konzert.

und was stand in den Zeitungen???

WALL OF DEATH - TOT DURCH KILLERTANZ

Hier sehen wir mal wieder: Vorurteile gegenüber Metal (und undergroundmusik im allgemeinen)

Denn wie die obduktion ergab, verstarb der Mann an einem Tumor, der ihn auch ohne den rempler in den Bauch zu diesem Zeitpunkt getötet hätte.

Von einer öffentlichen Entschuldigung fehlt natürlich jede spur.

---Zitat--- vic vinci
Man kann keine äußeren einflüsse für die Entscheidungen von Menschen verantwortlich machen.
---Zitat---

das gilt natürlich nur eingeschränkt. Ich spreche hierbei jedoch nur von sogenannten Kurzschlussreaktionen.

Gewaltmusikhörer
Donnerstag, 29.03.07 18:32
 

"Musik erzieht die Jugend so oder so, ob wir wollen oder nicht. Der durchschnittliche Jugendliche verbringt mehr Zeit mit Musikhören als in der Schule. Und da soll das völlig wirkungslos bleiben?"

Sicher kann die Kunst auch negativen Einfluss auf die Jugend haben. Die Ursache der gesellschaftlichen Probleme liegt allerdings tiefer. Der negative Einfluss der Musik ist dabei nur ein heißer Tropfen auf den Stein, den die Eltern in den Griff bekommen müssten. Die Kunst drückt die Probleme vielmehr aus, als dass sie neue erzeugt. Und selbst wenn ihre Annahme richtig wäre und die Musik allein tatsächlich neue gesellschaftliche Probleme schafft, wäre das auch keine Rechtfertigung für den Verbot von ernst zu nehmender Kunst (es kommt natürlich auf die Qualität der Musik an, was wiederum auch zu einem großen Teil Geschmackssache ist).

Dr. Klaus Miehling
Donnerstag, 29.03.07 23:39
 

an Vic Vinci:
Zitat: „Schauen sie doch mal auf http://www.verbietetbrot.de diese These ist genau so sinnvoll und ergiebig wie die Ihre."
Auf diese Seite wird immer wieder hingewiesen. Das ist zu kurz gedacht. Denn ein Einfluß von Brot auf die menschliche Psyche ist nicht erwiesen, der von Musik schon.
Zitat: „Man kann keine äußeren einflüsse für die Entscheidungen von Menschen verantwortlich machen. Man kann IMMER nein sagen. Die entscheidung ist einzig und allein bei der handelnden Person." Später schreiben Sie: „das gilt natürlich nur eingeschränkt. Ich spreche hierbei jedoch nur von sogenannten Kurzschlussreaktionen".
D.h. nur für Kurzschlußreaktionen ist der Mensch selbst verantwortlich? Oder meinen Sie das Gegenteil? Jedenfalls laufen Kurzschlußreaktionen ohne Überlegung ab, d.h. hier kommt besonders zum Tragen, was das Gehirn im Laufe des Lebens durch Beobachtung gelernt hat. Diese Kurzschlußreaktionen werden von genau dem Teil des Gehirns gesteuert, der durch Gewaltmusik besonders stimuliert wird.
Und was heißt „verantwortlich"? Natürlich trägt der Mensch die Verantwortung für das, was er tut. Aber das, was er tut, wird eben auch durch äußere Einflüsse bewirkt. In der psychologischen Literatur können Sie von vielen Experimenten lesen, in denen Kinder (aber auch Erwachsene) sich unterschiedlich verhalten, je nachdem welchen Film, welche Musik etc. man ihnen zuvor vorgeführt hat. „Die Nachahmung stellt im menschlichen Leben nicht eine periphere Erscheinung dar, die etwa nur in der frühen Kindheit auftritt [...], sondern muß als ein zentraler Faktor der psychischen Entwicklung angesehen werden." (Oerter: Moderne Entwicklungspsychologie, S. 136)
Zitat: „Wenn jemand auf streit und schlägerei aus ist, kann er das auch in einem Klassikkonzert erreichen."
Nur seltsam, daß das offenbar nicht vorkommt.

an Diskutant:
Zitat: „Wo liegt der unterschied zwischen Klassikkonzerten und Rockkonzerten? Richtig! Erstens an den unterschiedlichen Altersgruppen der Hörer. Das ältere Menschen weniger auf Gewalttaten aus sind als Jüngere, ist eine natürliche Sache. Desweiteren liegt ein zweiter Unterschied darin, dass die Menschen auf Klassikkonzerten sitzen, während auf Rockkonzerten so gut wie immer gestanden wird. [...] Wenn jeder seinen reservierten Sitz besitzt, läuft das alles natürlicherweise gesittet ab."
Wieso kam es dann auch zu Ausschreitungen, als noch gesessen wurde? Man denke z.B. an den legendären Film „Saat der Gewalt" mit Jazz- und erstmals Rock'n'Roll-Musik, bei dem Kinosäle zertrümmert wurden und die Ausschreitungen auf der Straße weitergingen.
Zitat: „Außerdem bin ich mir sicher, dass es auch allerlei Verletzungen und Tote auf Klassikkonzerten gab. Durch 'Herzinfarkte' und ähnliches. Man sollte immer auch Untersuchen, wo soetwas herkommt. Niemand würde auf die Idee kommen die Herzinfarkte etc. auf die Musik zurückzuführen. Deswegen finde ich es auch Vermessen die gesamten Toten und Verletzten auf die Rockmusik zurückzuführen, ohne im Detail zu Betrachten, woher soetwas kommt."
Die Toten und Verletzten werden normalerweise in Zusammenhang mit Ausschreitungen oder Drogenkonsum genannt. Ich kenne nur eine Ausnahme: Beim Festival von Bethel („Woodstock") 1969 soll es drei Tote „aus einwandfrei natürlichen Ursachen" gegeben haben. Das habe ich in meinem Buch auch so zitiert.
Zitat: „Genauso könnte ich die durchgeknallte These aufstellen, dass Leute die Klassik hören, überdurchschnittlich oft sterben und dass das an der Musik liegt. Das das Humbug ist, wissen sie und ich."
In der Tat, weil jeder einmal stirbt. Doch obwohl die Besucher von Klassikkonzerten im Durchschnitt älter sind als die Besucher von Rockkonzerten, womit die Wahrscheinlichkeit, daß während eines Klassikkonzerts jemand stirbt, größer ist als die Wahrscheinlichkeit, daß während eines Rockkonzerts jemand stirbt, findet man nur Beispiele von Toten auf Rock- bzw. Gewaltmusikkonzerten.
Zitat: „Aber wenn ich wollte, könnte ich genausogut eine These über die Gefahren durch 'Klassikmusik', die ich dann auch dreisterweise 'Gewaltmusik' nenne, aufstellen und sie mit irgendwelchen 'Statistiken' belegen."
Da sage ich erneut: Hic Rhodos, hic salta! Dann belegen Sie mal; ich bin sehr gespannt.
Zitat: „Übrigens wenn sie 'Gewaltmusik' für so akut gewaltfördernd ansehen, dass sie sie verbieten lassen wollen, dann war mein Vergleich mit der Bestie sicherlich nicht überzogen."
Ja, WENN.
Zitat: „Wenn Musik wirklich so gewaltfördernd wäre, müsste mein Hund , der ab und zu zwangsläufig auch schon mitgehört hat, auch irgendwelche Verhaltensveränderungen aufweisen. Aber wissen sie was er tut? Er schläft oftmals, wenn ich brutale Gewaltmusik wie Pink Floyd, Yes oder auch Metallica höre."
Ratten fliehen Käfige, die mit Rockmusik beschallt werden. Hunde sind Rudeltiere und bleiben Ihrem Herrn selbst dann treu, wenn er Gewaltmusik hört.
Zitat: „Wenn irgendjemand in der Umgebung ein Gewehr betätigen würde, würde mein Hund Reaktion zeigen. Bei den 'Schüssen' von Gewaltmusik zeigt er aber komischerweise keine. Ist mein Hund jetzt komisch oder ihre These?"
Weder noch. Vielleicht haben Sie noch nicht bemerkt, daß sich meine These auf Menschen bezieht. Auch gibt es Tiere, die anders reagieren (s.o.). Ich kann noch ein von einer Kollegin berichtetes Beispiel anführen, wo eine Ente, die Junge hatte, die sie nicht verlassen konnte, bei einem Freiluftrockkonzert eine halbe Stunde lang panisch von einer Ecke in die andere geflattert ist.

Nochmals an Vic Vinci:
Zitat: „da fällt mir grad ne interessante Geschichte zu ein(aus der Metal-Hammer):
Es ging um ein Metal Konzert, bei dem natürlich auch gepogt wurde. und dabei wurde ein junger Mann etwas fester im Bauch erwischt. (unfall halt) unglücklicherweise starb er wenige stunden nach dem konzert. und was stand in den Zeitungen??? WALL OF DEATH - TOT DURCH KILLERTANZ Denn wie die obduktion ergab, verstarb der Mann an einem Tumor, der ihn auch ohne den rempler in den Bauch zu diesem Zeitpunkt getötet hätte."
Unglaubwürdig. Wenn jemand einen Tumor hat, fällt er nicht von jetzt auf gleich tot um, sondern hat einen längeren Leidensweg. Wenn ihn der Tumor ein paar Stunden nach Konzert quasi natürlicherweise getötet hätte, dann wäre der Mann todkrank im Bett gelegen und gar nicht dazu in der Lage gewesen, ein Konzert zu besuchen.

an Gewaltmusikhörer:
Zitat: „Und selbst wenn ihre Annahme richtig wäre und die Musik allein tatsächlich neue gesellschaftliche Probleme schafft, wäre das auch keine Rechtfertigung für den Verbot von ernst zu nehmender Kunst (es kommt natürlich auf die Qualität der Musik an, was wiederum auch zu einem großen Teil Geschmackssache ist)."
Wie schon oft gesagt, ist es zu früh, um über ein Verbot zu diskutieren. Aber Sie scheinen mir hier zwei Dinge durcheinanderzubringen: Den Aggressionsgrad und den Kunstwert. Es dürfte zwar ein statistischer Zusammenhang zwischen beiden bestehen, aber es sind ganz verschiedene Dinge. Und wenn der Kunstwert bzw. die Qualität „zu einem großen Teil Geschmackssache" ist, dann dürften volkstümliche Schlager zu den ganz großen Kunstwerken zählen.

Bilbo 55
Freitag, 30.03.07 00:49
 

"Denn ein Einfluß von Brot auf die menschliche Psyche ist nicht erwiesen, der von Musik schon."

Geben sie Herr Miehling doch bitte mal 5 Jahre Brot-Verbot.
Meint ihr dass er das so ganz unemotional und ruhig hin nimmt? ;)

Nero
Freitag, 30.03.07 01:48
 

Zitat: „Schauen sie doch mal auf http://www.verbietetbrot.de diese These ist genau so sinnvoll und ergiebig wie die Ihre."
Auf diese Seite wird immer wieder hingewiesen. Das ist zu kurz gedacht. Denn ein Einfluß von Brot auf die menschliche Psyche ist nicht erwiesen, der von Musik schon.

Es ging auch nur um ein weiteres Beispiel Kindergartenstatistik zu relativieren.

Zu Ihren Argumenten betreffs der Nachahmung: Ich stimme Ihnen vollends zu, allerdings ist das eine Eigenschaft der Spiegelzellen, die bestimmte Assoziationen bzw. Handlungen die im Verbund mit z.B: Musik stehen und beobachtet wurden nachahmen.
Will heissen: wenn der Papi vor dem Sprößling zu Machine Head Headbangt wird das der Sohnemann nachmachen.
Will aber auch heissen dass, wenn man automatisch Gewalt mit jener Musik asoziiert, man entsprechende Beobachtungen gemacht hat. (Ich streite die Möglichkeit diese zu sammeln nicht ab.) So weit, so gut.
Wenn aber jetzt zum Vergleich ein Kleinkind von einer Spinne gebissen wurde und mit einer Spinne Schmerz und Gewalt assoziiert und eine Arachnophobie entwickelt, behandelt man auch das Kind und rottet nicht die Spinnen aus.
Ich führe somit ein gestörtes Verhältniss zur "Gewaltmusik" für überzogene Reaktionen dazu auf, die keineswegs unbedingt durch die Musik selbst begründet werden.
Personen die "Gewaltmusik" nicht automatisch mit Gewalt, sondern hauptsächlich mit Freude, Kunst und Euphorie assoziieren (Wie alle die ähnliche Standpunkte vertreten wie ich) dürften daher nicht aufgrund dieser Musik gewalttätig werden.
So gesehen sind Sie, wenn Sie "Gewaltmusik" hören sollten, um einiges gewaltbereiter als ich. Wollten sie das damit sagen?
Ich glaube nicht.

Zitat: „Wenn jemand auf streit und schlägerei aus ist, kann er das auch in einem Klassikkonzert erreichen."
Nur seltsam, daß das offenbar nicht vorkommt.

Naja, Gewalt muss sich nicht physisch entladen, wie Sie immer erwähnen. Inwiefern das läster-potential, oder intrigante Entwicklungen bei dem Publikum eines klassischens Konzertes steigen lässt sich aber leider schwerer überprüfen als z.B die Anzahl der blauen Augen. Ich hoffe, Sie wollen nicht bestreiten dass intellektuelle "Kriegsführung" auf psychischem Terrain nicht auch gesellschaftsschädlich wäre.

Zu "Saat der Gewalt": Warum gibt es auch bei sitzendem Publikum Randale?
Warum gibt es auch bei Nichtrauchern Krebspatienten? (um Ihr beliebtes Beispiel zu zitieren...)

Zitat: Doch obwohl die Besucher von Klassikkonzerten im Durchschnitt älter sind als die Besucher von Rockkonzerten, womit die Wahrscheinlichkeit, daß während eines Klassikkonzerts jemand stirbt, größer ist als die Wahrscheinlichkeit, daß während eines Rockkonzerts jemand stirbt, findet man nur Beispiele von Toten auf Rock- bzw. Gewaltmusikkonzerten.

Mich würde der Prozentsatz eher interessieren als diese Aussage.
Unter allen Umständen müsste man für entsprechende Hochrechnungen Diskutants Hinweise berücksichtigen, daher befürchte Ich dass Sie nicht der geeignete Kandidat dafür wären diese zu liefern.
Es ist nebenbei auch nicht annähernd so interessant ob ein Pensionist bei Genuss einer Mozart Symphonie in einer Kleinstadt verendet, oder ob ein Jugendlicher auf einem KoRn Konzert unter tausenden den Löffel abgibt. Daher werden entsprechende Nachrichten auch komplet anders verbreitet und publiziert.

Zitat:
Unglaubwürdig. Wenn jemand einen Tumor hat, fällt er nicht von jetzt auf gleich tot um, sondern hat einen längeren Leidensweg. Wenn ihn der Tumor ein paar Stunden nach Konzert quasi natürlicherweise getötet hätte, dann wäre der Mann todkrank im Bett gelegen und gar nicht dazu in der Lage gewesen, ein Konzert zu besuchen.

Ja Herr Doktor. Natürlich ist Ihre Aussage recherchierter als die eines sehr rennomierten und wohl überwachten Magazines.

Entschuldigen Sie bitte den Sarkasmus, mit freundlichen Grüßen Nero

Vic Vinci
Freitag, 30.03.07 06:30
 

---Zitat---Nero
Zitat:
Unglaubwürdig. Wenn jemand einen Tumor hat, fällt er nicht von jetzt auf gleich tot um, sondern hat einen längeren Leidensweg. Wenn ihn der Tumor ein paar Stunden nach Konzert quasi natürlicherweise getötet hätte, dann wäre der Mann todkrank im Bett gelegen und gar nicht dazu in der Lage gewesen, ein Konzert zu besuchen.
---Zitat---

Ups, dann hab ich das wohl verwechselt. Ist schon ne ganze weile her, dass ich die story gelesen habe.

Es war aber auf jeden fall ein natürlicher Tod. (obduktion bestätigte das)

---Zitat---
Zitat: „Schauen sie doch mal auf http://www.verbietetbrot.de diese These ist genau so sinnvoll und ergiebig wie die Ihre."
Auf diese Seite wird immer wieder hingewiesen. Das ist zu kurz gedacht. Denn ein Einfluß von Brot auf die menschliche Psyche ist nicht erwiesen, der von Musik schon.
---Zitat---

Es geht mir ja eigentlich nur um die These Metaller/Hip Hopper/andere-musik-als-klassik-hörer = böße und gewälttätig

Das Musik die Psyche berührt ist eindeutig. Ich spüre es ja selber jedesmal wenn ich musik höre.

Aber die These von Herrn Miehling ist in meinen Augen einfach schwachsinn.

Man fängt nicht an auf einmal leute umzumetzeln, nur weil man sich ein bestimmtes Lied angehört hat.

Selbstverständlich gibt es auch die Ausnahmen, die die Regel bestätigen. Leider

Charlotte
Freitag, 30.03.07 12:14
 

Sehr geehrter Herr Dr. Miehling,
in einem Punkt würde ich doch gerne noch einmal das Wissenschaftliche Fundament ihrer Meinung zu rate ziehen.
Wie sind die Gewalttätigen Ausschreitungen in der Vegwangenheit Europas zu erklären. Da wären zum Beispiel der 30Jährige Krieg, der ja in der Kulturepoche des Barrocks stattfand. Obwohl die Musik dieser Zeit also keine Gewaltmusik war, konnte ganz Deutschland mit einem Krieg überzogen worden, der große Teile der Bevölkerung auslöschte und dazu noch andere Nationen dazu bewegte, sich aktiv am Krieg zu beteiligen.

Um ein weiteres Beispiel zu nennen, die blutige Französische Revolution fand statt, obwohl die Wiener Klassik sich in ihrer Blütezeit befand. Sind Komponisten wie Joseph Haydn jetzt in wirklichkeit die Schöpfer von unmenschlicher Gewaltmusik? Hatte Napoleon zugang zu Gewaltmusik, dass er Europa mit seinem blutigen Feldzug überziehen konnte?

Friedrich der Große war ein exzellenter Querflötenspieler und Komponist klassischer Musik. Dennoch führte er zahlreiche impulsive und unüberlegte Kriege.

diese und viele andere Beispiele sind mir trotz ihres Buches noch unerklärlich.

Wie kann man das auswerten?

Till Kulawik
Freitag, 30.03.07 12:32
 

Gewaltmusik ändert nichts daran, wieviele Kriege geführt werden oder wie impulsiv die jeweiligen Kriegsherrn agieren. Vielmehr hat Gewaltmusik Einfluss auf die Summe ihrer Hörer: Psychische Folgen durch Musik mit höherer Querfrequenz sind wissenschaftlich nachgewiesen. Berücksichtigt werden muss auch Zielgruppe und Botschaft der Musik.
Ich bin für die radikale Beseitigung jeder neueren Populären Musik und will klassische und romantische Musik auf den iPods der Jugend wissen.

Nero
Freitag, 30.03.07 16:08
 

@Vic:
Ne, stimmt schon, dein Zitat war wieder nur ein Zitat useres Docs.

@Till Kulawik:
Das war nicht ernst gemeint, oder? Wenn doch würden mich einige Argumente Ihrerseits ebenfalls interessieren.
Denn dass Musik jeder art psychische Folgen hat liegt wohl auf der Hand.

Furu
Freitag, 30.03.07 18:06
 

Und was kommt als nächste?
Vielleicht:
"Alle Amokläufer haben Mütter. Da muss es einen Zusammenhang geben. Verbietet Mütter!! "

Also langsam ist das Maas voll anstatt das ma wirklich untersucht wird werden Behauptungen aufgestellt und von der Presse hochgespielt. Und wo ist da der Sinn???

Gewaltmusikhörer
Freitag, 30.03.07 20:57
 

"Aber Sie scheinen mir hier zwei Dinge durcheinanderzubringen: Den Aggressionsgrad und den Kunstwert."

Ich habe nie behauptet, dass das eine mit dem anderen was zu tun hat. Ich habe nur gesagt, dass man die Kunst nicht verbieten sollte, selbst wenn sie wirklich so schlechte Folgen für die Menschheit hätte, wie Sie behaupten. Weil es nunmal Kunst ist. Es gibt wie überall im Leben für alles Vor- und Nachteile.

"Und wenn der Kunstwert bzw. die Qualität „zu einem großen Teil Geschmackssache" ist, dann dürften volkstümliche Schlager zu den ganz großen Kunstwerken zählen."

Diese Ausführung müssen Sie mir näher erläutern. Ich würde behaupten, dass selbst diese Rentnermusik einen gewissen künstlerischen Wert hat. Man sollte sie nicht verbieten ;-)

Dr. Klaus Miehling
Freitag, 30.03.07 23:55
 

an Nero:
Zitat: „Personen die 'Gewaltmusik' nicht automatisch mit Gewalt, sondern hauptsächlich mit Freude, Kunst und Euphorie assoziieren (Wie alle die ähnliche Standpunkte vertreten wie ich) dürften daher nicht aufgrund dieser Musik gewalttätig werden."
Das ist eine These, die überprüft werden müßte (und um Gewalt geht es ja nicht allein). Wenn aber eine Musik, die klanglich Gewalt ausdrückt - und daß Gewaltmusik das tut, dabei bleibe ich -, mit Freude, Kunst und Euphorie assoziiert wird, halte ich das für sehr bedenklich. Es gibt auch Leute, die grausame Darstellungen in Filmen mit diesen Dingen assoziieren, und die haben ja wohl eine wichtige natürliche Hemmschwelle verloren. In der Musik ist das freilich abstrakter, aber deshalb m.E. nicht ungefährlicher; nur daß es sich, wie ich immer wieder betone, nicht auf eine Erhöhung der körperlichen Gewaltbereitschaft beschränkt.
Zitat: „So gesehen sind Sie, wenn Sie 'Gewaltmusik' hören sollten, um einiges gewaltbereiter als ich. Wollten sie das damit sagen? Ich glaube nicht."
Das kann ich nicht beurteilen. Richtig ist, daß ich aggressiv werde, wenn mir Gewaltmusik aufgezwungen wird. Es gibt etliche Fälle, in denen mit Gewaltmusik Zwangsbeschallte den Ruhestörer angegriffen oder sogar ermordet haben - und natürlich auch umgekehrte Fälle, in denen die Ruhestörer Leute, die sich beschwert haben, angegriffen oder sogar ermordet haben. Zu letzteren Fällen habe ich mehr Beispiele gefunden, aber das mag Zufall sein.
Zitat: „Naja, Gewalt muss sich nicht physisch entladen, wie Sie immer erwähnen. Inwiefern das läster-potential, oder intrigante Entwicklungen bei dem Publikum eines klassischens Konzertes steigen lässt sich aber leider schwerer überprüfen als z.B die Anzahl der blauen Augen. Ich hoffe, Sie wollen nicht bestreiten dass intellektuelle 'Kriegsführung' auf psychischem Terrain nicht auch gesellschaftsschädlich wäre."
Man kann viel spekulieren; aber wenn wir uns an das halten, was nachweisbar ist, hat Gewaltmusik den schlechten Einfluß, nicht klassische Musik. Und ich halte physische Gewalt gleichwohl für schlimmer als „Läster-Potential, oder intrigante Entwicklungen", abgesehen davon, daß es keine Anhaltspunkte dafür gibt, daß klassische Musik etwas damit zu tun hat.
Zitat: „Zu 'Saat der Gewalt': Warum gibt es auch bei sitzendem Publikum Randale?
Warum gibt es auch bei Nichtrauchern Krebspatienten? (um Ihr beliebtes Beispiel zu zitieren...)"
Dieses Beispiel verwende ich, wenn es um die langfristigen Wirkungen geht. Randale bei Konzerten ist natürlich vor allem auf die unmittelbare Wirkung der Musik zurückzuführen. Krebs entsteht nicht von einer Minute auf die andere. Deshalb beantwortet Ihre Gegenfrage meine Frage nicht.
Zitat: „Zitat: 'Unglaubwürdig. Wenn jemand einen Tumor hat, fällt er nicht von jetzt auf gleich tot um, sondern hat einen längeren Leidensweg. Wenn ihn der Tumor ein paar Stunden nach Konzert quasi natürlicherweise getötet hätte, dann wäre der Mann todkrank im Bett gelegen und gar nicht dazu in der Lage gewesen, ein Konzert zu besuchen.'
Ja Herr Doktor. Natürlich ist Ihre Aussage recherchierter als die eines sehr rennomierten und wohl überwachten Magazines."
Meine Aussage ist nicht recherchierter, aber sie entspricht der Lebenserfahrung. Vic Vinci meint ja nun selbst, daß er da wohl etwas verwechselt hat. Aber ich lasse mich gerne von einem Dr. med. eines besseren belehren ...

an Vic Vinci:
Zitat: „Ups, dann hab ich das wohl verwechselt. Ist schon ne ganze weile her, dass ich die story gelesen habe. Es war aber auf jeden fall ein natürlicher Tod. (obduktion bestätigte das)"
Solch einen Zufall kann es natürlich geben. Aber hier ein anderer Fall: „Ein englischer Teenager ist angeblich gestorben, weil er bei einem Konzert mit 'Heavy-Metal-Rockmusik' seinen Kopf zu heftig im Rhythmus geschüttelt hatte. Die Todesursache sei jetzt von einem Pathologen gerichtlich bezeugt worden, berichteten am Wochenende britische Zeitungen. [...] Der 15jährige hatte Zeugenaussagen zufolge vor seinem Tod etwa drei Stunden lang seinen Kopf zum Takt der lauten Tonkulisse zuckend hin- und her bewegt. Am nächsten Tag war er plötzlich auf einer Seite gelähmt und konnte nicht mehr sprechen. Die Ärzte stellten einen Bluterguß im Gehirn fest. Acht Tage später starb der Junge" (Siegener Zeitung, 29. 3. 1982).
Hier bestätigte die Obduktion also die Ursächlichkeit des gewaltmusikinduzierten Verhaltens. Es gäbe auch noch Beispiele von Stagedivern u.a. ...
Zitat: „Man fängt nicht an auf einmal leute umzumetzeln, nur weil man sich ein bestimmtes Lied angehört hat."
Nicht NUR, aber das Lied kann der Auslöser sein. Und wie Sie selbst schreiben:
„Selbstverständlich gibt es auch die Ausnahmen, die die Regel bestätigen. Leider"
Gewiß sind solche extremen unmittelbaren Reaktionen, d.h. ein Mord, die Ausnahme. Aber was ist z.B. mit den vielen Toten bei Autounfällen nach Diskothekenbesuchen? Das liegt nicht immer nur am Alkohol: „Laute, heftige Musik lenkt den Fahrer ab und führt zu einer verhängnisvollen Selbstüberschätzung" (Ministerium für Umwelt und Verkehr Baden-Württemberg: Themenheft Lärm, S. 6). Und wer weiß schon, wie viele Sachbeschädigungen und Körperverletzungen nach dem Hören von Gewaltmusik begangen werden? Dann ist da noch die langfristige Persönlichkeitsveränderung bei regelmäßigem Gewaltmusikkonsum ... Aber ich weiß, an die wollen Sie nicht glauben.

an Charlotte:
Zitat: „Wie sind die Gewalttätigen Ausschreitungen in der Vegwangenheit Europas zu erklären."
Dieses Argument wurde schon mehrmals gebracht. Damit gehen Sie davon aus, ich würde sämtliche Gewalt auf Gewaltmusik zurückführen, und es ist mir ein Rätsel, wie Sie und andere darauf kommen.
Zitat: „Da wären zum Beispiel der 30Jährige Krieg, der ja in der Kulturepoche des Barrocks stattfand. Obwohl die Musik dieser Zeit also keine Gewaltmusik war, [...]"
„Gewaltmusik" gab es wohl schon immer; sie wurde z.B. in den Wirtshäusern gespielt. Freilich war sie nicht so extrem aggressiv wie heute.
Zitat: „Friedrich der Große war ein exzellenter Querflötenspieler und Komponist klassischer Musik. Dennoch führte er zahlreiche impulsive und unüberlegte Kriege."
Zu seiner Zeit war Krieg ein Mittel der Politik (nun, manchmal ist er es noch heute). Ein Krieg kann im übrigen nicht „impulsiv und unüberlegt" wie eine Gewalttat im Affekt sein. Er muß geplant und organisiert werden.
Kurz: Natürlich gab es Gewalt schon immer, weil Aggression ein natürlicher Trieb des Menschen ist, der auch durch die Gene beeinflußt wird. Die Wirkung der Gewaltmusik zeigt sich denn auch nicht im Vergleich der Jahrhunderte, sondern in der Entwicklung der letzten Jahrzehnte, wie sie im Unterkapitel 3.1.1. „Gewaltmusik, Wertewandel und Kriminalität" meines Buches (das Sie ja offenbar kennen) beschrieben ist.

an Till Kulawik:
Ihr Beitrag war wohl ein Scherz? Eine „Querfrequenz" ist die Frequenz eine quer verlaufenden Schwingung; aber das ergibt in diesem Zusammenhang keinen Sinn.

an Furu:
Zitat: „Also langsam ist das Maas voll anstatt das ma wirklich untersucht wird werden Behauptungen aufgestellt und von der Presse hochgespielt."
Aber es IST ja untersucht. Jedenfalls Korrelationen und kurzfristige Wirkungen.

an Gewaltmusikhörer:
Zitat: „Ich habe nur gesagt, dass man die Kunst nicht verbieten sollte, selbst wenn sie wirklich so schlechte Folgen für die Menschheit hätte, wie Sie behaupten. Weil es nunmal Kunst ist."
Dann ist für Sie die Freiheit der Kunst ein höherer Wert als Recht auf Eigentum, körperliche Unversehrtheit und Leben.
Zitat: „'Und wenn der Kunstwert bzw. die Qualität 'zu einem großen Teil Geschmackssache' ist, dann dürften volkstümliche Schlager zu den ganz großen Kunstwerken zählen.'"
Diese Ausführung müssen Sie mir näher erläutern."
Ich wählte dieses Beispiel, weil der volkstümliche Schlager wohl die beliebteste Musikgattung überhaupt ist. Wenn also der Geschmack den Kunstwert „zu einem großen Teil" bestimmt, dann muß die beliebteste Musik auch die kunstvollste sein. Meine Meinung ist das freilich nicht. Aber Sie setzen den Kunstbegriff wohl weit unten an. Sehen Sie nicht, daß viele Menschen die Kunstfreiheit mißbrauchen, so wie auch die Religionsfreiheit z.B. für islamistische Straftaten mißbraucht werden kann?

der onkel
Samstag, 31.03.07 09:04
 

Hallo, Fudder??
Meint ihr, das Ganze hier dient tatsächlich noch dem Meinungsaustausch?
Close, please! Alles gesagt, nichts bewirkt - schickt ihn zurück unter seinen Stein, bittebitte!!

Andi
Samstag, 31.03.07 13:44
 

Ich kann nicht anders, ich muss nochmal meinen Senf dazugeben (auf die gefahr hin weiter ignoriert zu werden!)

"Um beides zusammenzubringen, würde das bedeuten, daß HM sowohl von besonders schlechten als auch von besonders guten Schülern besonders gerne gehört wird. Die durchschnittlichen Schüler würden demzufolge selten HM hören."
Soviel zu ihren ihren Grundkenntnissen der Mathematik... 2 extreme anhand eines Durchschnitts zu beschreiben ist sinnlos. Natürlich ist der Durchschnitt der zahlen 2 und 18 = 10 aber was sagt das aus? Richtig: Rein gar nichts!
Vieleicht hören sie sich doch nochmal eine Statistik Vorlesung an?

"Sehen Sie nicht, daß viele Menschen die Kunstfreiheit mißbrauchen, so wie auch die Religionsfreiheit z.B. für islamistische Straftaten mißbraucht werden kann?"
Würden sie deshalb auch die Religionsfreiheit abschaffen?

"Natürlich gab es Gewalt schon immer, weil Aggression ein natürlicher Trieb des Menschen ist, der auch durch die Gene beeinflußt wird. Die Wirkung der Gewaltmusik zeigt sich denn auch nicht im Vergleich der Jahrhunderte, sondern in der Entwicklung der letzten Jahrzehnte,"
Aber wenn sie so radikale Schlüsse ziehen, können sie nicht alles andere Ausklammern.
Warum ist hängt fast alle Gewalt heute (ihrer Meinung nach) mit Musik zusammen, früher aber nicht?
Warum hat popüläre Musik so gravierende Auswirkungen auf das Gehirn (wie sie immer predigen), Klassik aber anscheinend keine?

Zum Thema "Wall of Death - Artikel": Es ging lediglich um die reißerische und schlecht recherierte Berichterstattung. Angenommen sowas kommt sehr häufig vor (ich gehe davon aus, siehe z.B. die ewige Computerspiel debatte, von der ähnlich schlecht recheriert berichtet wird) wäre es kein Wunder, dass sie soviele Artikel und "Beweise" gefunden haben. Die Frage nach der Glaubwürdigkeit ihrer Quellen wurde ja schon öfters gestellt. Scheinbar nur nicht von ihnen.

"Zitat: „Friedrich der Große war ein exzellenter Querflötenspieler und Komponist klassischer Musik. Dennoch führte er zahlreiche impulsive und unüberlegte Kriege."
Zu seiner Zeit war Krieg ein Mittel der Politik (nun, manchmal ist er es noch heute). Ein Krieg kann im übrigen nicht „impulsiv und unüberlegt" wie eine Gewalttat im Affekt sein. Er muß geplant und organisiert werden."
Wenn ein Otto-Normal Bürger impulsiv jemanden ermorden kann, warum kann dann ein Staatsoberhaupt nicht auch impulsiv einen Krieg anzetteln?

Vic Vinci
Samstag, 31.03.07 16:05
 

---Zitat---
Zitat: „Ups, dann hab ich das wohl verwechselt. Ist schon ne ganze weile her, dass ich die story gelesen habe. Es war aber auf jeden fall ein natürlicher Tod. (obduktion bestätigte das)"
Solch einen Zufall kann es natürlich geben.
---Zitat---

Sie haben meine Absicht etwas missverstanden. Mir ging es weniger um den tod, denn um die reaktion der medien (metal=boesse)

---Zitat---
Aber hier ein anderer Fall: „Ein englischer Teenager ist angeblich gestorben, weil er bei einem Konzert mit 'Heavy-Metal-Rockmusik' seinen Kopf zu heftig im Rhythmus geschüttelt hatte.[...] Der 15jährige hatte Zeugenaussagen zufolge vor seinem Tod etwa drei Stunden lang seinen Kopf zum Takt der lauten Tonkulisse zuckend hin- und her bewegt. Die Ärzte stellten einen Bluterguß im Gehirn fest. Acht Tage später starb der Junge" (Siegener Zeitung, 29. 3. 1982).

Hier bestätigte die Obduktion also die Ursächlichkeit des gewaltmusikinduzierten Verhaltens. Es gäbe auch noch Beispiele von Stagedivern u.a. ...

---Zitat---

Dies wuerde ich weniger der musik, denn der koerperlichen belastung zuschreiben.
Schliesslich wuerden wir alle durch zu hohe koerperliche belastung sterben.

---Zitat---
Zitat: „Man fängt nicht an auf einmal leute umzumetzeln, nur weil man sich ein bestimmtes Lied angehört hat."
Nicht NUR, aber das Lied kann der Auslöser sein. Und wie Sie selbst schreiben:
„Selbstverständlich gibt es auch die Ausnahmen, die die Regel bestätigen. Leider"
Gewiß sind solche extremen unmittelbaren Reaktionen, d.h. ein Mord, die Ausnahme.
---Zitat---

denken sie bitte nochmal nach, woher die AUSNAHME ihren namen hat

und weil ich mich nicht zurueckhalten kann:

ein verbranntes toast, ein pc-absturz, ein autounfall, ein kratzer im lack,etc KANN der ausloeser fuer ein massaker sein


---Zitat---
Aber was ist z.B. mit den vielen Toten bei Autounfällen nach Diskothekenbesuchen? Das liegt nicht immer nur am Alkohol: „Laute, heftige Musik lenkt den Fahrer ab und führt zu einer verhängnisvollen Selbstüberschätzung" (Ministerium für Umwelt und Verkehr Baden-Württemberg: Themenheft Lärm, S. 6).
---Zitat---

got ya

Es ist (wirklich) WISSENSCHAFTLICH nachgewiesen, dass KLASSISCHE musik den fahrer am meisten ABLENKT und so eher zu verkehrsunfaellen fuehrt.

heavy metal liegt "nur" auf platz zwei

damit sind Sie sich wohl selber in die falle gelaufen.

---Zitat---
Und wer weiß schon, wie viele Sachbeschädigungen und Körperverletzungen nach dem Hören von Gewaltmusik begangen werden?
---Zitat---

oder nach dem trinken von alkohol, dem streiten mit menschen, dem korb einer frau, dem atmen von luft,...

sie machen es sich eindeutig ZU einfach.

---Zitat---
Dann ist da noch die langfristige Persönlichkeitsveränderung bei regelmäßigem Gewaltmusikkonsum ... Aber ich weiß, an die wollen Sie nicht glauben.
---Zitat---

und noch ein trugschluss.
Persoehnlichkeitsveraenderung findet IMMER statt.

Was Sie uns aber aufzwingen wollen, ist der glaube an die NEGATIVE veraenderung der Persoehnlichkeit durch das Hoeren von gewaltmusik.

Azin
Samstag, 31.03.07 19:40
 

Es macht mich krank --- Herr Miehling gehört anscheinend zu den Menschen, die einfach nichts besseres zu tun haben, als Gründe für Aggressivität in unserer - der jugendlichen - Kultur zu suchen.

Zu sogenannten "Killerspielen" würde ich das gleiche sagen:
Hört verdammt noch mal auf uns über einen Kamm zu scheren. Nichts davon macht gewalttätig! Die durch Medien aufgepuschten Gegenargumente zeigen ausschließlich Menschen, die zufällig eine Art Musik gehört und eine Art Spiel gespielt haben.

Kann man jemand die derzeitige Erwachsenengeneration davon abhalten, andauernd nur - entschuldigt meine wortwahl - SCHEISSE zu erzählen?! Nacher glaubt das noch jemand...
stimmt übrigens dem Kommentator vor mir vollkommen zu. Gott sei Dank ist alles mit Zitaten belegt, denn ich werde mir nicht die Arbeit machen.

--- Herr Miehling hat zu viel Freizeit.

Dr. Klaus Miehling
Samstag, 31.03.07 23:36
 

an Andi:
Zitat: „Ich kann nicht anders, ich muss nochmal meinen Senf dazugeben (auf die gefahr hin weiter ignoriert zu werden!)"
Ihr letzter Beitrag datierte vom 23. 3. Den hatte ich ignoriert. Sie schrieben darin: „Sie sind ein verachtenswerter Mensch". Glauben Sie, auf dieser Grundlage ließe sich diskutieren?

an Vic Vinci:
Zitat: „Dies [Tod bei Headbangig, Stagediving] wuerde ich weniger der musik, denn der koerperlichen belastung zuschreiben."
Die Musik war aber der Anlaß für das riskante körperliche Verhalten.
Zitat: „denken sie bitte nochmal nach, woher die AUSNAHME ihren namen hat"
Ich schrieb aber weiter: „Aber was ist z.B. mit den vielen Toten bei Autounfällen nach Diskothekenbesuchen? [...] Und wer weiß schon, wie viele Sachbeschädigungen und Körperverletzungen nach dem Hören von Gewaltmusik begangen werden? Dann ist da noch die langfristige Persönlichkeitsveränderung bei regelmäßigem Gewaltmusikkonsum ..."
Damit wollte ich sagen, daß man nicht nur auf die extremen Fälle, eben die Ausnahmen, schauen soll. Kleinvieh macht auch Mist, wie der Volksmund sagt.
Zitat: „ein verbranntes toast, ein pc-absturz, ein autounfall, ein kratzer im lack,etc KANN der ausloeser fuer ein massaker sein"
Ja, aber diese Dinge können nicht die Persönlichkeit verändern.
Zitat: „Es ist (wirklich) WISSENSCHAFTLICH nachgewiesen, dass KLASSISCHE musik den fahrer am meisten ABLENKT und so eher zu verkehrsunfaellen fuehrt."
Dann nennen Sie mir bitte die Quelle. Wie ich hier schon einmal sagte, kann klassische Musik dann das Unfallrisiko erhöhen, wenn es sehr leise Stellen gibt, die durch die Fahrgeräusche übertönt werden, so daß man sich auf die Musik mehr als auf den Verkehr konzentriert. Abgesehen von diesem Sonderfall ist aber Pop- und Rockmusik weit gefährlicher. Vgl. Motte-Haber, Helga de la u. Rötter, Günther: Musikhören beim Autofahren = Schriften zur Musikpsychologie und Musikästhetik 4, Frankfurt/M. u.a. 1990, sowie eine von Warren Brodsky an der Ben-Gurion Universität in Beer-Sheva durchgeführte Untersuchung (zit. bei http://www.newscientist.com in einem am 13. 3. 2002 veröffentlichten Beitrag von Mick Hamer, mit Bezug auf Transportation Research F, vol. 4).
Zitat: „Was Sie uns aber aufzwingen wollen, ist der glaube an die NEGATIVE veraenderung der Persoehnlichkeit durch das Hoeren von gewaltmusik."
Aufzwingen? Dann müßte ich das von Ihnen auch behaupten. Wir tauschen hier Meinungen und Argumente aus.

an Azin:
„Hört verdammt noch mal auf uns über einen Kamm zu scheren. Nichts davon macht gewalttätig! Die durch Medien aufgepuschten Gegenargumente zeigen ausschließlich Menschen, die zufällig eine Art Musik gehört und eine Art Spiel gespielt haben."
Und was ist mit denjenigen, die selbst zugegeben haben, von Musik beeinflußt eine Straftat begangen zu haben?
Zitat: „Herr Miehling hat zu viel Freizeit."
Das Schreiben von Büchern und anderen Texten gehört zu meiner Arbeit; das Antworten in diesem Forum zähle ich auch dazu, weil sich das Thema auf meine Arbeit bezieht.

Andi
Sonntag, 01.04.07 11:35
 

"an Andi:
Zitat: „Ich kann nicht anders, ich muss nochmal meinen Senf dazugeben (auf die gefahr hin weiter ignoriert zu werden!)"
Ihr letzter Beitrag datierte vom 23. 3. Den hatte ich ignoriert. Sie schrieben darin: „Sie sind ein verachtenswerter Mensch". Glauben Sie, auf dieser Grundlage ließe sich diskutieren?"
Meinen Post vom 22.3. haben sie auch ignoriert. Genauso wie sie jetzt den Rest meines Schriebs ignoriert haben. Genauso wie sie " Dr. Fridolin Heißenbüttel" am 18.12. gänzlich ignoriert haben (und der hat sie nicht persönlich angegriffen!). Ich könnte noch mehr Beispiele finden.
Obiges habe ich nur geschrieben WEIL SIE mich ignoriert haben!

Andrew
Sonntag, 01.04.07 18:53
 

Ich bin für ein Verbot von klassischer Musik, da sie zu Kriegen führt.
- Der Dreissigjährige Krieg beispielsweise fiel in eine Zeit, in der Johann Sebastian Bach, Claudio Monteverdi und Heinrich Schütz ihre größten Erfolge feierten.
- Enrico Caruso wurde mit Opernarien zum Weltstar und hat damit höchstwahrscheinlich den ersten Weltkrieg ausgelöst.
- Dass der Siegeszug von Franz Lehars Operette "Das Land des Lächelns" in die gleiche Zeit wie der Aufstieg Adolf Hitlers fällt, kann und darf kein Zufall sein.
- Erst, als die Popularität orchestraler Werke zugunsten Bebop, Swing und Rock & Roll abnahm, war auch die Zeit der Kriege vorbei: Beweis, seit 1945 haben wir in Deutschland keinen Krieg mehr. Danke, Charlie Parker!

JUL
Sonntag, 01.04.07 21:12
 

Diese Meinung ala alles verbieten usw. kommt mir bekannt vor.
Die gabs schonmal.
Im dritten Reich.

Ja richtig gelesen. Ich finde der Typ ist ein nazi.

Dr. Klaus Miehling
Sonntag, 01.04.07 21:45
 

an Andi:
Zitat: „Meinen Post vom 22.3. haben sie auch ignoriert."
Weil er nur haltlose Vorwürfe enthielt.
Zitat: „Genauso wie sie jetzt den Rest meines Schriebs ignoriert haben."
Ja, wegen Ihrer Beleidigung, zur der Sie jetzt (wenn richtig interpretiere, daß sie die mit „Obiges" meinen) sagen: „Obiges habe ich nur geschrieben WEIL SIE mich ignoriert haben!" Sie halten jemanden also für einen „verachtenswerten Menschen", weil er in einem Forum nicht auf jede Aussage eingeht?
Zitat: „Genauso wie sie 'Dr. Fridolin Heißenbüttel' am 18.12. gänzlich ignoriert haben."
Der Genannte hatte keine Frage gestellt; man muß wohl nicht jede Meinungsäußerung kommentieren.

an Andrew:
Sie haben wohl nicht den vorgestrigen Beitrag von Charlotte und meine Antwort darauf gelesen. Aber vermutlich verstehen Sie Ihren Text als Aprilscherz.
Zitat: „Der Dreissigjährige Krieg beispielsweise fiel in eine Zeit, in der Johann Sebastian Bach, Claudio Monteverdi und Heinrich Schütz ihre größten Erfolge feierten."
Bach und 30j. Krieg??? Tja, Gewaltmusikhörer und Allgemeinbildung ...

Andi
Sonntag, 01.04.07 22:14
 

"Der Genannte hatte keine Frage gestellt; man muß wohl nicht jede Meinungsäußerung kommentieren."
Nein, aber er hat ihnen einen gut gemeinten Rat gegeben. Und selbst als er sich später darüber beschwert hat, dass sie ihn ignorierten, haben sie nicht das Wort an ihn gerichtet. Höflichkeit ist was anderes.

"Sie halten jemanden also für einen „verachtenswerten Menschen", weil er in einem Forum nicht auf jede Aussage eingeht?"
Nein, ich halte jemanden für Verachtenswert, der Grundsätzlich nur auf zufällige ungereimtheiten und Nebensächlichkeiten in Aussagen eingeht, meint damit jedes Argument wiederlegen zu können, und nach nunmehr fast 900 Kommentaren, die zum großen Teil sehr gute Argumente enthielten, immer noch ausschließlich Vorurteilsbehaftete und von einem engstirnigen, radikalen Weltbild bestimmte Grütze von sich gibt, ohne auch nur Ansatzweise etwas von dem zu verstehen was er da verurteilt!

"Tja, Gewaltmusikhörer und Allgemeinbildung ..."
Und wieder ein Vorurteil, danke dass sie die Beweisführung gegen sie so einfach gestallten!

@Fudder: Nun auch von mir der Aufruf: Schließt bitte dieses Forum ehe Herr Miehling (das Dr. lass ich bewusst weg, denn den Titel hat er wohl im Lotto gewonnen!) sich noch vollends zum Affen macht. Lächerlich genug ist er schon.

Vic Vinci
Montag, 02.04.07 06:37
 

---Zitat---
Zitat: „Dies [Tod bei Headbangig, Stagediving] wuerde ich weniger der musik, denn der koerperlichen belastung zuschreiben."
Die Musik war aber der Anlaß für das riskante körperliche Verhalten.
---Zitat---

und wieso machen dann andere extremsportler ihren sport?

Ich bitte sie. Das ist hahnewüchend.

---Zitat---
Zitat: „denken sie bitte nochmal nach, woher die AUSNAHME ihren namen hat"
Ich schrieb aber weiter: „Aber was ist z.B. mit den vielen Toten bei Autounfällen nach Diskothekenbesuchen? [...] Und wer weiß schon, wie viele Sachbeschädigungen und Körperverletzungen nach dem Hören von Gewaltmusik begangen werden? Dann ist da noch die langfristige Persönlichkeitsveränderung bei regelmäßigem Gewaltmusikkonsum ..."
Damit wollte ich sagen, daß man nicht nur auf die extremen Fälle, eben die Ausnahmen, schauen soll. Kleinvieh macht auch Mist, wie der Volksmund sagt.
---Zitat---

Das macht es durchaus. Nur gibt es in unserem Leben SO VIEL KLEINVIEH, dass man solche folgen lang nicht mehr auf eine einzige sache (so groß und prägnant die musik auch sein mag) schieben kann.

Und dann noch ihre gen-Lehre. Ihrer meinung nach, sind wir dann ja alle HALBE NAZIS.

Hiermit wäre entschuldigung Nummer 2 fällig.

---Zitat---
Zitat: „ein verbranntes toast, ein pc-absturz, ein autounfall, ein kratzer im lack,etc KANN der ausloeser fuer ein massaker sein"
Ja, aber diese Dinge können nicht die Persönlichkeit verändern.
---Zitat---

wieso nicht? die veränderung mag klein sein, aber sie findet statt. Man verändern sich mit jeder sekunde, die man lebt.
Aber sie scheinen die ausnahme zu sein. da sie sich immer noch an ihrer verstockten weltanschauung festklammern.

---Zitat---
Zitat: „Es ist (wirklich) WISSENSCHAFTLICH nachgewiesen, dass KLASSISCHE musik den fahrer am meisten ABLENKT und so eher zu verkehrsunfaellen fuehrt."
Dann nennen Sie mir bitte die Quelle.
---Zitat---

Die Quelle weiß ich leider nicht mehr, aber ich kann ihnen sagen, Warum:

Da die Klassische musik mitunter zu den anspruchsvollsten (spielerisch, technisch und vom hören) gehört, muss man sich beim zuhören auch viel mehr konzentrieren. Diese Konzentration kann man nicht mehr auf s autofahren verwenden.

---Zitat---
Zitat: „Was Sie uns aber aufzwingen wollen, ist der glaube an die NEGATIVE veraenderung der Persoehnlichkeit durch das Hoeren von gewaltmusik."
Aufzwingen? Dann müßte ich das von Ihnen auch behaupten. Wir tauschen hier Meinungen und Argumente aus.
---Zitat---

Ich lasse einfach mal ihre worte sprechen:

"Es muss ein Umdenkprozess stattfinden"


Und mit diesem Thread werde ich mich wohl aus dieser diskussion verabschieden.

Mir ist meine Zeit einfach zu kostbar hierfür.

Das erinnert mich stark an die geschichte mit den Perlen udn den Säuen...

Andrew
Montag, 02.04.07 10:17
 

Na, da ist unser Doktorchen ja brav übers Stöckchen gesprungen. Meinen Sie wirklich, ich wüsste nicht, wann JSB gelebt hat? Ab und zu muss ich mich ja auch mal bilden, so zwischen zwei Gewaltmusikstücken von Bright Eyes oder Bonnie Prince Billie. Und Ihren vorgestrigen Beitrag zu Charlotte habe ich tatsächlich nicht gelesen, ab und zu habe ich ja auch noch andere Sachen vor, als dieses Forum zu studieren. Zum Beispiel Amok laufen. Ausserdem war ihr Beitrag zu Charlotte nicht der einzige vorgestrige. Eigentlich sind alle Ihre Kommentare vorgestrig.

Alexander DeLarge
Montag, 02.04.07 12:29
 

Ich bekomme wunderbare Aggressionen, wenn ich den guten alten Ludwig van höre. Oder Ouvertüren von Rossini. Da bin ich sofort bereit für das gute alte Rein und Raus Spiel. Naughty Naughty, very Naughty!

Vic Vinci
Montag, 02.04.07 13:40
 

Sie sollten sich vllt mal das Stück "Darkness be my friend" von Bruce dickinson anhören.

Eine sehr gefühlvolle und tragende Metal-Ballade.

Sollten sie daraus tatsächlich noch gewalt heraushören, sind sie vollends verloren.

Dr. Klaus Miehling
Montag, 02.04.07 23:45
 

an Vic Vinci:

Sie wollen sich zwar nicht mehr an der Diskussion beteiligen, aber für andere Leser des Forums möchte ich doch auf einige Ihrer Bemerkungen eingehen:

Zitat: „und wieso machen dann andere extremsportler ihren sport?"
Ich weiß nicht, was Leute zu Extremsportarten treibt; aber mit Headbanging und Stagediving oder auch Pogen können Sie das nicht vergleichen; denn diese Verhaltensweisen treten ja wohl nur dann auf, wenn Gewaltmusik gespielt wird, eben als unmittelbare Reaktion darauf, während Sport keine unmittelbare Reaktion auf irgend etwas darstellt.

Zitat: „Nur gibt es in unserem Leben SO VIEL KLEINVIEH, dass man solche folgen lang nicht mehr auf eine einzige sache (so groß und prägnant die musik auch sein mag) schieben kann."
Mit „Kleinvieh macht Mist" meinte ich, daß auch viele kleine Straftaten schlimm sind. Sie scheinen es auf die vielen Einflüsse zu beziehen, denen der Mensch unterliegt. Jedenfalls ist nicht jeder Einfluß gleichwertig. Musik ist erstens ein Einfluß, dem sich die meisten Menschen sehr häufig aussetzen; und zweitens ist ihre Wirkung auf die Psyche belegt. Das ist bei vielen anderen Dingen - wie beim vielzitierten Brot, das doch jeder Verbrecher ißt - eben nicht der Fall.

Zitat: „Und dann noch ihre gen-Lehre. Ihrer meinung nach, sind wir dann ja alle HALBE NAZIS."
Ja was denn nun? Spreche ich der Musik großen Einfluß zu, soll das falsch sein. Sage ich, daß die Gene ebenfalls einen großen Einfluß haben, soll das auch falsch sein. Es ist übrigens nicht „meine Gen-Lehre", sondern eine allgemein anerkannte Lehre, die ich der Literatur entnommen habe; auch wenn die genaue Höhe des genetischen Anteils nur schwer zu bestimmen ist. Sie finden meistens Angaben von 40 - 60 Prozent, was Persönlichkeitseigenschaften betrifft; deshalb pflege ich zu schreiben: „ungefähr die Hälfte". Aber was soll das mit halben Nazis zu tun haben???

Zitat: „die veränderung mag klein sein, aber sie findet statt. Man verändern sich mit jeder sekunde, die man lebt."
Eine Veränderung im Gehirn tritt in der Tat mit jeder neuen Erfahrung auf. Aber das muß keine persönlichkeitsrelevante Veränderung sein. Nun gut, vielleicht ist das eine philosophische Frage, was man unter „Persönlichkeit" und unter „persönlichkeitsverändernd" versteht. Aber weshalb sträuben Sie sich dann gegen meine Thesen? Wenn wir uns also in jeder Sekunde verändern, und wenn auch die von Ihnen zitierten Dinge wie der „Kratzer im Lack" einen Anteil daran haben, warum soll dann Musik - Musik, die dafür geschrieben ist, Emotionen in Menschen auszulösen, und die viele Menschen täglich während mehrerer Stunden hören - nicht die Persönlichkeit beeinflussen?

Zitat: „Da die Klassische musik mitunter zu den anspruchsvollsten (spielerisch, technisch und vom hören) gehört, muss man sich beim zuhören auch viel mehr konzentrieren. Diese Konzentration kann man nicht mehr auf s autofahren verwenden."
Das entspricht ja „meiner" (in Anführungszeichen, weil sie natürlich von den Untersuchern stammt) Argumentation in bezug auf leise klassische Musik. Dennoch - und im Gegensatz zu Ihnen konnte ich die Quellen nennen - geht von Pop- und Rockmusik die größere Gefahr aus, weil sie zu einem riskanteren und aggressiveren Fahrstil führt, und weil dabei mehr gegen Verkehrsregeln verstoßen wird.

Zitat: „Ich lasse einfach mal ihre worte sprechen: 'Es muss ein Umdenkprozess stattfinden'"
Damit wollen Sie Ihre Unterstellung begründen, daß ich jemandem meine Meinung „aufzwingen" würde. Jener Satz von mir ist lediglich eine Meinungsäußerung. Wenn jemand wie Sie die Meinung anderer als „hahnewüchend" (das Wort, das Sie meinen, heißt übrigens „hanebüchen") und ein Buch, das er nicht einmal gelesen hat, als „Schundwerk" diffamiert, hat das wesentlich mehr mit Aufzwingen der eigenen Meinung zu tun. Wirklich eine Meinung aufzwingen kann man freilich nur mit einer „Gehirnwäsche" - und dafür ist Gewaltmusik hervorragend geeignet: „Ich denke, alles, was gelernt wurde, kann wieder gelöscht und neu programmiert werden. Das ist mein Job: Umerziehen und neu programmieren" (Ice-T). Oder: „Wir arbeiten immer daran, Denken und Willen des Menschen zu dirigieren" (Mick Jagger).
DAS ist aufzwingen der eigenen Meinung.

Zitat: „Das erinnert mich stark an die geschichte mit den Perlen udn den Säuen..."
Ja, daran muß ich auch jedesmal denken, wenn ich meine Antworten schreibe.

engel
Mittwoch, 04.04.07 14:42
 

einfach zum heulen das man sowas behauptet.......ahhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhh
einfach zum kotzen bei dem text muss man sich ja halb bepissen :D wie kann man nur sooooooooo viel quatsch im hirn haben? wei

Gewaltmusikkonsument
Mittwoch, 04.04.07 15:14
 

Deutschland, es geht bergab.
Es tut mir Leid, aber so viel geistigen Dünnschiss von einer Person hab ich selten zu hören bekommen. Schlimm genug, dass Spielen die Schuld für Verbrechen in die Schuhe geschoben wird, aber jetzt auch noch der Musik?
Also bitte, langsam wird es lächerlich.
Armes Deutschland

Lischen
Mittwoch, 04.04.07 15:48
 

Achja, und sind Mönchschöre auch Gewaltmusik? Damals sind die Europäer wie die verrückten durch die Gegend gezogen und haben jeden gemetzelt der nicht Christ sien wollte, von längeren Kriegen und so mal abgesehen...
Aber ja: auch ich will zurück in die Zeit von Mozart, als man sich noch nicht Wusch sondern Perücken trug und jeden Dreck überpuderte und sich in Parfüm badete...

UND: Ist das nicht ein wenig eurozentriert, denn so wie ich den Typen verstehe geht es doch um europäische Klassische Musik (bzw. Amerikanische)...was ist mit uralten Afrikanischen Stammes klängen? viele, viele Trommeln sind das, trotzdem wunderbar, genau weil es das innerste Der Seele, wo leider Gottes auch die Gewalt wohnt, anspricht...

Man sollte doch sehen, dass nicht die Musik, sondern das drumherum die Gewaltbereitschaft mitbestimmen....

FAZIT: Mich macht nur eine Musik richtig aggressiv, und das ist Volksmusik...verbieten würd ich sie trotzdem nie!

Long Live Rock'n Roll

nigga
Mittwoch, 04.04.07 22:03
 

was soll der scheiß?

erst computerspiele und jetzt musik?

sollen wir zuhause rumsitzen und nähen lernen?

ich will BITCHES,DROGEN,"GEWALT"MUSIK UND PARTYS.

Gewaltmusikhörer
Freitag, 06.04.07 20:04
 

"Dann ist für Sie die Freiheit der Kunst ein höherer Wert als Recht auf Eigentum, körperliche Unversehrtheit und Leben."

Aber wie bereits gesagt ist es nicht erwiesen, dass populäre Musik wirklich liebe, brave Kinder zu bösen Mördern macht. Um genauer zu sein, stehen Sie mit der Meinung sogar scheinbar alleine da (wie die Diskussion hier erahnen lässt).

"Wenn also der Geschmack den Kunstwert „zu einem großen Teil" bestimmt, dann muß die beliebteste Musik auch die kunstvollste sein."

Da haben Sie mich falsch verstanden. Ich persönlich schätze 90 % der Musik, die im Radio und im Musikfernsehen regelmäßig läuft (also die populäre Musik) eher als künstlerisch weniger gehaltvoll ein. Ich habe gewisse Ansprüche an meine Musik: an Reimschemen, die Art der Musikproduktion, den Inhalt, die Glaubwürdigkeit des Künstlers, das Charisma des vortragenden Künstlers etc. Aber nur weil ich eben jene Ansprüche habe, heißt das nicht, dass ich alleine bestimmen kann, was Kunst ist und was nicht. Genauso wenig wie Sie das können. Jeder hat seine eigenen Ansprüche, auch wenn ich z.B. Techno nicht richtig nachvollziehen kann...

"Sehen Sie nicht, daß viele Menschen die Kunstfreiheit mißbrauchen, so wie auch die Religionsfreiheit z.B. für islamistische Straftaten mißbraucht werden kann?"

Doch. Aber würden Sie deshalb etwa den Islam verbieten?

Dr. Klaus Miehling
Freitag, 06.04.07 21:47
 

Zitat: „Aber wie bereits gesagt ist es nicht erwiesen, dass populäre Musik wirklich liebe, brave Kinder zu bösen Mördern macht."
Liebe, brave Kinder: vielleicht ja, vielleicht nein. Aber es gibt Menschen, bei denen populäre Musik kriminelle Energie schafft oder auch nur verstärkt, und es gibt Beispiele von Mördern, die Musik als (Mit-)Ursache für ihre Tat angeben.

Zitat: „Um genauer zu sein, stehen Sie mit der Meinung sogar scheinbar alleine da (wie die Diskussion hier erahnen lässt)."
Scheinbar.

Zitat: „Aber nur weil ich eben jene Ansprüche habe, heißt das nicht, dass ich alleine bestimmen kann, was Kunst ist und was nicht. Genauso wenig wie Sie das können. Jeder hat seine eigenen Ansprüche, auch wenn ich z.B. Techno nicht richtig nachvollziehen kann..."
Aber was heißt hier „Ansprüche"? Wenn z.B. der volkstümliche Schlager den Ansprüchen vieler Leute genügt, so heißt das weder, daß er Kunst wäre, noch daß seine Anhänger ihn als Kunst bezeichnen würden.

Zitat: „'Sehen Sie nicht, daß viele Menschen die Kunstfreiheit mißbrauchen, so wie auch die Religionsfreiheit z.B. für islamistische Straftaten mißbraucht werden kann?'
Doch. Aber würden Sie deshalb etwa den Islam verbieten?"
Nicht den Islam, aber seine fundamentalistischen Auswüchse, soweit diese staatliche Gesetze mißachten; und das ist ja auch verboten. Vermutlich ist es mit dem Koran ähnlich wie mit der Bibel: man kann ihn so und so deuten. Ich wollte sagen, daß das Prinzip der Kunstfreiheit ebensowenig wie das der Religionsfreiheit ein „Totschlagargument" sein darf, das einem alles erlaubt und einen jeglicher Rechtfertigung für sein Tun enthebt.

Asmodean
Samstag, 07.04.07 13:09
 

Diskussionen sind ja schön und gut...aber hier ist es doch schon lange zu einem toten Punkt gekommen. Herr Miehling wird sich nicht von seiner Meinung abbringen lassen und wir werden weiterhin allle Auswüchse der Gewaltmusik konsumieren und zu Mördern und Vergewaltigern werden.
Herr Miehling bringt vielleicht noch 1-2 weitere Bücher heraus und wird da mit höchstwahrscheinlich nichts erreichen, solange wir hier noch ein paar Freiheiten haben.
Freuet euch, mehret euch und hört weiter was euch gefällt.
Mfg
Asmodean

Statistiker
Samstag, 07.04.07 13:18
 

Ob wir die 1000 wohl voll kriegen?

Nero
Sonntag, 08.04.07 16:33
 

Zwischenresümee

1.) Fallbeispiele

Fallbeispiele von nicht kriminellen Gewaltmusikhörern sind logisch, da nicht jeder der Raucht Krebs bekommt, oder Ausnahmen die Regel bestätigen.
Fallbeispiele von kriminellen oder zu Schaden gekommenen Gewaltmusikhörern sind ohne weitere Untersuchung absolut.
Sind ja auch mehr. Sagen Sie. Wären wir bei:

2.) Statistik

Alle Menschen dieser Erde haben dank Ihrer eingegrenzten Sichtweise gegenüber Percussion früher oder später Kontakt mit Gewaltmusik, nicht aber mit Ernster Musik. Folglicherweise ist die Anzahl der Kriminellen die Gewaltmusik hören höher.
Müsste sogar Ihnen schwachsinnig erscheinen so zu Argumentieren. Tun Sie aber durch (wie ich glaube) bewusste Gegenüberstellung. Prozentsätze sind da viel objektiver.
Ich empfehle: "So Lügt man mit Statistik" von Walter Krämer im Piper Verlag. Kostet auch nur nen Zehner.

3.) Experten

Ich differenziere: Ich wage es nicht Studien wie auch immer anzuzweifeln, die Interpretation die zwischen diesen gespannt wird ist allerdings manchmal mehr als Zweifelhaft.
Herrlich fand ich nebenbei Ihre Versuche immer wieder die Autofahrstudie zu ignorieren.
Experten behaupten Musik sei wie eine Droge. Kein Thema.
Doch Drogen wurden und werden zum Beispiel für medizinische Vorgänge verwendet, sind sogar essenziell. Die Dosis macht das Gift. Erwiesenermaßen. Wobei wir beim nächsten Thema sind:

4.) Persönliche Wahrnehmung

Ich glaube dass die voll hinter Ihrem Buch stehen, ich nehme Ihnen Ihre Kommentare, Vorurteile und Fachunkenntniss in manchen Gebieten nicht krumm. Weder Ich, Sie, oder einer der anderen Anwesenden sind in der Lage wissenschaftlich korrekt an alle Spaten heranzugehen, teilweise wurde unglaublichster Müll gelabert. Man kann jedoch nicht Leugnen dass Ihre distanziertere Einstellung zu "Gewaltmusik" (mittlerweise eines meiner Lieblingswörter) doch einiges an Erfahrungen vorenthalten hat. Ich kann gut verstehen dass Headbanging bzw. Pogo, Moshpits oder konsorten für Sie äußerst besorgniserregend wirken (und manchmal durchaus sind). Das jedoch weiter bis hin zu Kleinvieh wie Schwarzfahren, oder Kapitalverbrechen hochzumünzen ist wohl krass.

5.) Relation

Dass Musik manipulieren kann, bzw. diverse Emotionen hervorruft oder verstärkt ist unumstritten. Inwieweit dies geschieht allerdings nicht. "Gewaltmusik" (das Wort zergeht mir eben auf der Zunge) ist sicher kein Kernpunkt der heutigen Kriminalität, auch wenn Sie das so sehen mögen.
Dass Medien aller Art dazu gedacht sind Meinungen zu vermitteln ist auch klar. Wo wären wir wenn diese Möglichkeit nicht bestünde?
Es gäbe keine Lieder über Drogen, und keine Bücher die uns zu erklären versuchen wie gefährlich diese Lieder sind.






Dr. Klaus Miehling
Sonntag, 08.04.07 21:49
 

1.) Fallbeispiele

Wer bei der großen Zahl von Fallbeispielen in meinem Buch nicht ins Grübeln kommt, dem ist nicht zu helfen. Ergänzt werden Sie ja durch die ...

2.) Statistik

Selbstverständlich argumentiere ich statistisch ausschließlich mit Prozentsätzen! Das Buch von Krämer habe ich gelesen.

3.) Experten

Zitat: „Herrlich fand ich nebenbei Ihre Versuche immer wieder die Autofahrstudie zu ignorieren."
Ignorieren? Ich bat, mir die Studie zu nennen. Das ist nicht geschehen.
Zitat: „Die Dosis macht das Gift."
Deshalb schreibe ich in dem Buch auch, daß die Wirkung von Gewaltmusik mit der Dosis steigt. Und nun bedenken Sie, in welcher Dosis viele Menschen diese Musik konsumieren!

4.) Persönliche Wahrnehmung

Zitat: „Ich kann gut verstehen dass Headbanging bzw. Pogo, Moshpits oder konsorten für Sie äußerst besorgniserregend wirken (und manchmal durchaus sind). Das jedoch weiter bis hin zu Kleinvieh wie Schwarzfahren, oder Kapitalverbrechen hochzumünzen ist wohl krass."
Headbanging etc. auf der einen und Straftaten auf der anderen Seite ziehe ich in kein kausales Verhältnis (was Sie mit „hochmünzen" offenbar meinen). Andererseits: Wer weiß, wie sich Headbanging auf das Gehirn auswirkt ...?

5.) Relation

Zitat: „'Gewaltmusik' [...] ist sicher kein Kernpunkt der heutigen Kriminalität, auch wenn Sie das so sehen mögen."
„Sicher"? Das zu beweisen, dürfte Ihnen schwerfallen. Kommt freilich auch darauf an, was Sie unter „Kernpunkt" verstehen.
Zitat: „Dass Medien aller Art dazu gedacht sind Meinungen zu vermitteln ist auch klar. Wo wären wir wenn diese Möglichkeit nicht bestünde?"
Auch die Meinungsfreiheit hat Grenzen. Die Aufforderung zu einer Straftat ist eine. Auch ist der musikalische Ausdruck (ich meine nicht den gesungenen Text) allenfalls indirekt eine Meinungsäußerung. Vielmehr ist er eine Übertragung negativer Emotionen, und als solche - freilich wieder indirekt - auch eine Aufforderung zu Straftaten. Und selbst wenn man das erlauben wollte, darf es kritisiert werden; insbesondere bei dem Ausmaß, in welchem, und der Selbstverständlichkeit, mit der diese Übertragung negativer Emotionen in unserer Gesellschaft stattfindet.

Nero
Montag, 09.04.07 02:45
 

Ad 2.) In dieser Diskussion ist mir noch kein Prozentsatz untergekommen, verzeihen Sie mir also bitte meine voreiligen Schlüsse, ich wollte Ihnen natürlich nichts unterstellen.
Ad 3.) Nun, die maximal erträgliche Dosis wird von Individuum zu Individuum variieren, ich behaupte es setzt auch eine Art Gewöhnungsmechanismus ein (vergleichbar mit anderen Nervengiften).
Wie schon erwähnt vertrete ich die Ansicht das "Gewaltmusik" nur für Gegner entsprechend negativ asoziiert wird, Freunde der "Gewaltmusik" werden wohl kaum Schießereien in Schlagzeugsoli interpretieren. Dass diese Musik dennoch relativ starke Emotionen hervorruft ist unabstreitbar, ich kann nur von mir sprechen, dennoch behaupte ich dass eine bestimmte Art von Euphorie bei Gewohnheitshörern eintritt. Dass dieser Tatendrang auch negative Auswirkungen haben kann ist klar, dass er es aber nicht haben muss ebenso.
Ad 4.) Nein, ich meinte kein kausales Verhältniss, mit meiner Aussage wollte ich mögliche und häufige Folgen dieser eben genannten Euphorie nennen. Dass unter jenen auch Straftaten zu finden sind ist natürlich durchaus möglich, aber keinesfalls die Regel.
Ad 5.) Nein, das zu beweisen wird mir keineswegs schwerfallen, auch wenn wir die Sache aus komplett unterschiedlichen Standpunkten betrachten (was eine Diskussion mit Ihnen so interessant macht). Vielleicht senkt Gewaltmusik die geistige Grenze Straftaten zu begehen, jedoch sind die Fälle in denen sie kausal wirkt wohl eher selten. Natürlich kommen wir dazu zu 1.) den unzähligen Fallbeispielen die ich nicht leugnen oder herunterspielen möchte. Doch bei so vielen Betroffenen (Gewaltmusikhörern, freiwillig oder nicht) ist eine entsprechende Zahl (besser wäre der Prozentsatz, den Sie wenn möglich vielleicht anführen könnten) relativ nachvollziehbar und beweist für sich nicht wirklich viel.
Meinungsfreiheit hat ihre Grenzen, ich bin nicht so verblendet Ihnen nicht zuzustimmen, und denke ebenfalls dass eine bestimmte Kontrolle notwendig ist, allerdings finde ich es durchwegs vage "Gewaltmusik" als Transportmittel negativer Emotionen darzustellen.
Freilich empfinden Sie so, allerdings wage ich sehr wohl zu behaupten dass Sie dabei einer Minderheit angehören.
Auch Arachnophoben interpretieren in Ihren Nemesis viel Schrecklicheres als es der Meinung der breiten Masse entspricht.

Anscheinend ist der einzige wirklich markante Punkt, in dem unsere Meinungen meilenweit auseinanderklaffen, der Transport negativer Energien und Emotionen durch Gewaltmusik.
Ich würde mich sehr freuen die Diskussion mit Ihnen zu genau diesem Punkt fortzusetzen und bedanke mich für die schnelle und anregende Antwort. Ich hoffe ich habe meinen Standpunkt zu diesem Thema fürs erste klar genug beschrieben, bei Bedarf werde ich das natürlich ausführlicher tun.

Mit freundlichen Grüßen Nero

Lisa
Montag, 09.04.07 18:46
 

Immerhin halten mich Thyrfing und Darkthrone davon ab, die Techno-hörenden Gabber vom 2. Stock nicht zu schnetzeln, da ich meiner Aggression über die Musik freien Lauf lassen kann.
Heil der Gewaltmusik.

jawoll
Montag, 09.04.07 19:04
 

nicht mehr lang, und dann sind es 1000 (!!!!) kommentare!
das ist ziemlich verrückt, wobei dieses wort den wahnsinn in seinem ganzen ausmaß noch nicht fassen kann.

im großen und ganzen kann ich herr miehlings these nachvollziehen und könnte sogar zustimmen, wenn er das problem (= die gesellschaft) in seiner ganzeit betrachten würde. dh nicht die musik allein verantwortlich machen.
das würde aber auch den rahmen sprengen.

was ich aber eigentlich sagen will: ihr habt hier diesen mann der öffentlichkeit ausgeliefert und reaktionen bekommen, mit denen sicher nicht zu rechnen war, vor allem, was die anzahl betrifft.
das heisst, ihr habt auch unzählige klicks = werbeeinnahmen (wenn ich richtig informiert bin).
und herr miehling verbringt sehr viel zeit in diesem forum und verschwendet hier sehr viel energie. ich bewundere seine geduld!
ALSO: was bekommt er beim 1000. Kommentar?

Dr. Klaus Miehling
Montag, 09.04.07 22:07
 

an Nero:

Ad 3.) „Eine Art Gewöhnungsmechanismus" scheint es in der Tat zu geben. Musik nach Art der Beatles oder ein Film wie „Saat der Gewalt" dürfte heute nicht mehr die gleichen extremen Reaktionen hervorrufen wie damals. Aber wir tun gut daran, uns an „damals" zu erinnern, denn es zeigt, welches Potential bereits in der Gewaltmusik der 1950er und 60er Jahre steckt. Die Gewöhnung bedeutet ja, daß man sich ein „dickeres Fell" zulegt, unsensibler wird gegenüber musikalischer und dadurch eben auch gegenüber alltäglicher „Gewalt" im weitesten Sinne. Das haben auch einige Beiträge in diesem Forum gezeigt, von Leuten, die gar nichts mehr dabei finden, illegale Drogen zu nehmen, oder die Schwarzfahren und Diebstahl verharmlosen. Hier sind Maßstäbe der Ehrlichkeit und des Respektes vor dem Gesetz verlorengegangen, wie sie seit Jahrhunderten oder mehr zu einer zivilisierten Gesellschaft gehören und wohl auch in allen Religionen zu finden sind. (Ja, natürlich weiß ich, daß es schon immer Menschen gab, die sich über Moral und Gesetz hinweggesetzt haben - aber heute ist das zur Normalität geworden!)

Zitat: „Wie schon erwähnt vertrete ich die Ansicht das 'Gewaltmusik' nur für Gegner entsprechend negativ asoziiert wird, Freunde der 'Gewaltmusik' werden wohl kaum Schießereien in Schlagzeugsoli interpretieren."
Da haben Sie wohl meinen Beitrag vom 21. 3. nicht gelesen, wo ich darauf hinweise, daß das Schlagzeug in der Jugendsprache der 70er Jahre als „Schießbude" bezeichnet wurde. Aber es geht mir auch weniger um bewußte als um unbewußte Assoziationen.
Ihrem ersten Halbsatz pflichte ich natürlich bei. Doch genau hier liegt ja das Problem: in der Zustimmung zum Negativen!

Zitat: „Dass diese Musik dennoch relativ starke Emotionen hervorruft ist unabstreitbar, ich kann nur von mir sprechen, dennoch behaupte ich dass eine bestimmte Art von Euphorie bei Gewohnheitshörern eintritt. Dass dieser Tatendrang auch negative Auswirkungen haben kann ist klar, dass er es aber nicht haben muss ebenso."
Da stimme ich Ihnen zu, was die kurzfristige Wirkung der Musik betrifft. Wenn man die Verbreitung von Gewaltmusik bedenkt, genügt es ja wohl auch, wenn sie nur bei einem Teil der Hörer negative Auswirkungen hat. Bei der langfristigen Wirkung halte ich einen negativen Einfluß für unausweichlich; wie stark dieser ist, ist aber gewiß individuell unterschiedlich und natürlich von der Dosis abhängig.

Ad 5.) Zitat: „Vielleicht senkt Gewaltmusik die geistige Grenze Straftaten zu begehen, jedoch sind die Fälle in denen sie kausal wirkt wohl eher selten."
Je nach dem wie eng man den Begriff „kausal" faßt. Aber Sie haben mit Ihren eigenen Worten - „geistige Grenze" - genau meine Grundthese wiedergegeben: Gewaltmusik senkt die Hemmschwelle, erhöht die Bereitschaft zu Straftaten.

Zitat: „Natürlich kommen wir dazu zu 1.) den unzähligen Fallbeispielen die ich nicht leugnen oder herunterspielen möchte. Doch bei so vielen Betroffenen (Gewaltmusikhörern, freiwillig oder nicht) ist eine entsprechende Zahl (besser wäre der Prozentsatz, den Sie wenn möglich vielleicht anführen könnten) relativ nachvollziehbar und beweist für sich nicht wirklich viel."
Ja, bei den Hörern. Indes sind auch hier die Beispiele in meinem Buch normalerweise so, daß die Straftat direkt im Zusammenhang mit dem Gewaltmusikhören begangen wurde. Vor allem aber meinte ich die Musiker. Es dürfte schwerfallen, in irgendeiner Berufsgruppe einen vergleichbaren Anteil an Straftätern zu finden.

an jawoll:

„im großen und ganzen kann ich herr miehlings these nachvollziehen und könnte sogar zustimmen, wenn er das problem (= die gesellschaft) in seiner ganzeit betrachten würde. dh nicht die musik allein verantwortlich machen."
Danke für Ihre Zustimmung - aber da haben auch Sie mich falsch verstanden: Ich mache die Musik keineswegs allein verantwortlich. Aber (populäre) Musik ist nun mal das Thema, um das es in meinem Buch und in diesem Forum geht.

jawoll
Montag, 09.04.07 23:28
 

doch, ich habe das schon rausgehört/-gelsen, dass sie auch andere probleme sehen und die heutige gesellschaft im ganzen problematisch finden.

aber sie haben sich nunmal auf die musik spezialisiert und sogar ein ganzes buch darüber geschrieben.
anstatt ein buch zu schreiben über die probleme und auswüchse der gesellschaft, die eben diese zu dem machen, was sie ist.
aber wie ich schon sagte, würde das ja den rahmen sprengen.
das heisst, sie hätten ein sehr oberflächliches buch schreiben oder aber unendlich viele bände rausbringen müssen.
solche oberflächlichen bücher gibt es viele und da ist es natürlich begrüßenswert, wenn sich jemand eines phänomens annimmt und dieses gründlich durchleuchtet. (ich habe das buch jedoch nicht gelesen, kann also über die gründlichkeit nichts sagen.)

genau darum werden sie aber jetzt angegriffen - weil ja gewalt nicht durch gewaltmusik entsteht, sondern diese aus einem klima der gewalt hervorgeht und vielleicht wiederum, begünstigt durch weitere faktoren, lust auf gewalt macht.
das sieht man ja auch in vielen kommentaren, in denen berichtet wird, gewaltmusik helfe, diese negativen gefühle loszuwerden, sich auszupowern oder zu beruhigen, usw.
die negativen gefühle sind also da, jetzt muss passende musik her.

die gewaltmusik ist also ein abfallprodukt der gewalt, welches diese spirale aus negativen gefühlen aber immer weiter dreht.
stimmen sie mir da zu, wenn ich behaupte, erts war die gewalt da, dann kam die gewaltmusik?

ich glaube, ihrer grundidee könnten einige mehr hier zustimmen, wenn sie nicht so radikal wären und den großteil der heute von jungen menschen gehörten musik verteufeln würden. denn damit identifiziert man sich ja auch, man IST die musik, die man hört. das bescheinigt einem die zugehörigkeit zu einer gruppe, ein lebensgefühl.
wer kann da schon sagen "ja, der herr miehling hat recht - die musik ist ziemlich aggressiv, sie putscht mich auf, sie macht mich unruhig. manchmal, wenn ich dieses lied höre, möchte ich meinem chef am liebsten den hals umdrehen."?
wenn sie also ein buch geschrieben hätten, um bei dem beispiel zu bleiben, über leistungsdruck in der heutigen gesellschaft, unsichere arbeitsplätze und perspektivlosigkeit und in einem kapitel auf die musik eingegangen wären, die ihren teil zum negativen klima beiträgt, wären die kommentare wohl eher so ausgefallen: "ja, das kenn ich. mir gehts auch oft so. ich komme gestresst von der arbeit und dann hör ich dieses lied und könnte ausrasten." oder ähnlich.
aber gegen ihre these muss man sich als junger mensch ja fast schon verteidigen.

es ist ein unendliches thema, aber um zum schluss zu kommen: sie haben die sache von der anderen seite her aufgezogen und 1. vertehen viele menschen ihre denkweise sicher nicht und 2. fühlen sie sich persönlich angegriffen und können darum einfach nicht zustimmen, nichtmal darüber nachdenken.

was meinen sie?

Nero
Dienstag, 10.04.07 04:57
 

Zitat:
Hier sind Maßstäbe der Ehrlichkeit und des Respektes vor dem Gesetz verlorengegangen, wie sie seit Jahrhunderten oder mehr zu einer zivilisierten Gesellschaft gehören und wohl auch in allen Religionen zu finden sind

Nun, das klingt doch erschrekend konservativ, nicht dass ich jetzt als zwangshaft-progressiver Mensch durch eine rosarote Brille alle Veränderungen gutheisse, sie sind aber teilweise vonnöten. Dass Religionen in den jeweiligen Auswüchsen auch ihre negativen Seiten haben ist auch von Ihnen schon erwähnt worden.
Alles in allem passt das Zitat (nur Sinngemäß wiedergegeben, das sollte nicht der genaue Wortlaut sein): "Warum Kondome? Enthaltsam leben schützt besser vor Aids" von unzähligen wichtigen Katholiken da gut ins Bild. Doch dass bei Wesenheiten wie dem Menschen, die seit jeher einem starken hedonistischen Trieb unterliegen nicht funktioniert, ist auch den eben genannten Gläubigen klar.
Zur Schießbude: Verbinden Sie mit dem Wort Straßenschlachten mit Handfeuerwaffen? Meine ersten Gedanken dazu betrafen das Wiener Riesenrad und somit den Festtags//Rummelcharakter. Abgesehen davon (und das ist nun wirklich nicht so entscheidend) stimme ich Ihnen bis zu folgendem Zitat zu:

Ja, bei den Hörern. Indes sind auch hier die Beispiele in meinem Buch normalerweise so, daß die Straftat direkt im Zusammenhang mit dem Gewaltmusikhören begangen wurde. Vor allem aber meinte ich die Musiker. Es dürfte schwerfallen, in irgendeiner Berufsgruppe einen vergleichbaren Anteil an Straftätern zu finden.

Hmm. Ich würde da gerne zwei Punkte trennen: Nehmen wir vorerst den unbestreitbar hohen Prozentsatz an Drogenkonsumenten. Scheinbar haben Künstler aller Art grundsätzlich eine Affinität zu zweifelhaften Substanzen, ich möchte das nicht nur auf die Musiker beschränkt wissen.
Ich behaupte dass unter den graphischen Künstlern sich ein vergleichbar hoher Prozentsatz finden lässt, und kurioserweise werden sich hier wie in der Musik 2 Arten von "Kunst" abzeichnen, die sich, ähnlich wie sich die Ernste von der Unterhaltungsmusik trennt, trennen.
Drogen sind nicht nur das Problem der Gewaltmusiker, wohl eher zumindest das Problem eines nicht unwesentlichen Teils der gesammten Kunstwelt.
Eine weitere Frage die sich mir stellt, ist, ob sie die Verbeitung zweifelhafter Inhalte auch als kriminelle Handlung sehen, ich schätze aber nicht, da Sie mehr Gewichtung auf die Musik selbst als auf die Texte legen.
Das der Prozentsatz an Falschparkern, Taschendieben oder Meuchelmörder bei Gewaltmusikern wesentlich höher ist als bei otto Normalmenschen wage ich anzuzweifeln. (Zu Fallbeispielen werde ich mich gesondert äußern)









Dr. Klaus Miehling
Dienstag, 10.04.07 23:36
 

an jawoll:

Zitat: „die gewaltmusik ist also ein abfallprodukt der gewalt, welches diese spirale aus negativen gefühlen aber immer weiter dreht."
Das ist völlig richtig - wobei man „Gewalt" wieder in einem sehr weiten Sinn verstehen muß. Zitat: „stimmen sie mir da zu, wenn ich behaupte, erts war die gewalt da, dann kam die gewaltmusik?"
Ja, da stimme ich Ihnen zu. „Gewalt" gibt es ja schon im Tierreich, „Musik" dagegen noch nicht.
Zitat: „ich glaube, ihrer grundidee könnten einige mehr hier zustimmen, wenn sie nicht so radikal wären und den großteil der heute von jungen menschen gehörten musik verteufeln würden."
Zum einen bin ich nicht so radikal wie es in etlichen Forumsbeiträgen dargestellt wurde, zum anderen kommt es für mich nicht in Frage, aus taktischen Gründen einen Teil der von mir erkannten Fakten zurückzuhalten.
Zitat: „denn damit identifiziert man sich ja auch, man IST die musik, die man hört. das bescheinigt einem die zugehörigkeit zu einer gruppe, ein lebensgefühl."
So steht das sinngemäß auch in meinem Buch. Und wer will da noch die Bedeutung der Musik abstreiten?!
Zitat: „1. vertehen viele menschen ihre denkweise sicher nicht und 2. fühlen sie sich persönlich angegriffen und können darum einfach nicht zustimmen, nichtmal darüber nachdenken.
was meinen sie?"
Ja, damit muß man als Überbringer schlechter Nachrichten leben.

an Nero:

Zitat: „'Hier sind Maßstäbe der Ehrlichkeit und des Respektes vor dem Gesetz verlorengegangen, wie sie seit Jahrhunderten oder mehr zu einer zivilisierten Gesellschaft gehören und wohl auch in allen Religionen zu finden sind'
Nun, das klingt doch erschrekend konservativ, nicht dass ich jetzt als zwangshaft-progressiver Mensch durch eine rosarote Brille alle Veränderungen gutheisse, sie sind aber teilweise vonnöten."
Ehrlichkeit und Respekt vor dem Gesetz, darauf beziehen Sie sich hier, mögen konservative Werte sein (oder heute wieder progressiv ...), aber warum „erschreckend"?
Zitat: „Zur Schießbude: Verbinden Sie mit dem Wort Straßenschlachten mit Handfeuerwaffen? Meine ersten Gedanken dazu betrafen das Wiener Riesenrad und somit den Festtags//Rummelcharakter."
Ich erwähnte die Bezeichnung, weil Sie meinten: „Freunde der 'Gewaltmusik' werden wohl kaum Schießereien in Schlagzeugsoli interpretieren". Die Bezeichnung „Schießbude" zeigt dagegen, daß man die Geräusche des Schlagzeugs tatsächlich mit Schüssen assoziiert hat. Das wurde in diesem Forum ja nicht nur von Ihnen bestritten.
Zitat: „Ich würde da gerne zwei Punkte trennen: Nehmen wir vorerst den unbestreitbar hohen Prozentsatz an Drogenkonsumenten. [...] Drogen sind nicht nur das Problem der Gewaltmusiker, wohl eher zumindest das Problem eines nicht unwesentlichen Teils der gesammten Kunstwelt."
Da ich auch Kunstgeschichte studiert habe, ist mir die Bildende Kunst nicht ganz fremd; doch während man bei Berichten über Gewaltmusiker immer wieder etwas über Drogenkonsum liest, kenne ich dergleichen von Bildenden Künstlern nicht (mit einer Ausnahme eines zeitgenössischen Malers, was aber nicht viel besagt). Oder nehmen Sie die Klassische Musikszene: Dort werden praktisch keine illegalen Drogen genommen; es wäre auch gar nicht möglich, unter Drogeneinfluß auf professionellem Niveau klassische Musik zu interpretieren.
Zitat: „Eine weitere Frage die sich mir stellt, ist, ob sie die Verbeitung zweifelhafter Inhalte auch als kriminelle Handlung sehen, ich schätze aber nicht, da Sie mehr Gewichtung auf die Musik selbst als auf die Texte legen."
Das entscheide nicht ich, sondern das Gesetz, das freilich auslegungsbedürftig ist. Jedenfalls halte ich die Verbreitung zweifelhafter Inhalte für verantwortungslos und moralisch bedenklich; insbesondere wenn sie Minderjährigen zugänglich gemacht werden.
Zitat: „Das der Prozentsatz an Falschparkern, Taschendieben oder Meuchelmörder bei Gewaltmusikern wesentlich höher ist als bei otto Normalmenschen wage ich anzuzweifeln."
Das ist in bezug auf Musiker m.W. noch nicht untersucht worden, wohl aber in bezug auf Hörer. Und wenn Gewaltmusikhörer statistisch gesehen krimineller sind als Klassikhörer, dann ist die Annahme plausibel, daß entsprechendes auch für Musiker gilt. Bis jetzt fand ich unter ihnen 455 Drogendelikte (darunter 30 Drogenhändler), 67 Schläger (Körperverletzung), 63 Fälle von Sachbeschädigung, 62 Diebe und Einbrecher, 24 Betrüger, 21 Verstöße gegen Waffengesetze, 21 Mörder (und vier, die es versucht haben sowie sechs Totschläger), 16 Fälle von Bedrohung oder Erpressung, ebensoviele von Aufstachelung zum Rassenhaß und Volksverhetzung, ebensoviele Brandstiftungen etc. (mit „Fälle" meine ich hier Personen/Musikgruppen; einzelne Fälle sind es noch mehr). Diese Liste beinhaltet lediglich, was ein einzelner in begrenzter Zeit recherchieren konnte. Versuchen Sie einmal, solche Zahlen für andere Berufe zu finden, z.B. für Schauspieler oder Politiker (denn über Nicht-Prominente wird nicht entsprechend berichtet). Natürlich fällt uns da schon das eine oder andere Beispiel ein. Aber so viele?

soso
Mittwoch, 11.04.07 12:06
 

nehmen wir doch mal den Vietnamkrieg. Hat da Nixon zu viel Gewaltmusik gehört. Auf jedenfall sind die Kriegsgegner durch die Musik von Springsteen und Hendrix usw auf die Straße gegangen und haben ein Umdenken bewirkt. Da frag ich mich doch. Wer sind die Guten. Also ich hör da lieber Gewaltmusik und stehe gegen das Establishment. Und wenn ich so kucke wer da auf den klassischen Aufführungen der guten Musik so rumsitzt.... Politik, Waffenhandel Kriegstreiber und sonstige Heuchler.
So war das provokant genug.

fastgiga
Mittwoch, 11.04.07 12:24
 

Ich muss schon sagen, das ist die beste PR-Action die ich je gesehen habe, Herzlichen Glückwunsch Herr Dr. Klaus Miehling.
Die Kunst durch ein einfaches Interview so viele Gemüter zu bewegen ist ein Zeichen dafür das Sie es sehr gut verstehen die Menschen zu beeinflussen.

Einen provozierenden Text zu schreiben, und ein Buch darüber zu veröffentlichen ist die älteste Masche um Geld zu verdienen.
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Leider muss ich sagen das Sie in einigen Punkten recht haben. Manche der von Ihnen genannten Musikarten könnten zu Gewalt führen, wenn der Zuhörer dumm genug ist die Botschaft der Lieder misszuverstehen oder sie zu Ernst zu nehmen.
Der Größte Teil der Menschheit ist leider Dumm, tut mir leid das jetzt sagen zu müssen aber es ist eine Tatsache die Komiker jeden Tag in Einkaufszonen beweisen.

Ich bin nicht Gewaltbereit, dennoch sind meine Hosen länger und weiter als man es früher gewohnt war. Das dies in den USA als Solidaritätsbekundung zu amerikanischen Strafgefangenen verstanden wird war mir nicht bewusst.

Ich stimme Ihnen zu, Musik kann Dumme menschen dazu verleiten Gewaltätig zu werden, aber es ist eine lüge das Musik der ausschlaggebende Faktor ist. Viel wichtiger sind die sozialen probleme von Menschen.
Andere Faktoren sind:PC-Spiele, Fernseher, Politik, Zeitungen, Werbung, komische Interviews von irgendwelchen Doktoren auf irgendwelchen Seiten und viele viele andere.

Das Jazz Gewalt fördert......also...tut mir leid....aber das ist der größte Bockmisst den ich je gesehen hab.....und ich hab mal nen Papst sagen höhren in der Bibel würde stehen das Frauen nicht Papst werden dürfen.

Eien Frage hätte ich da noch am Sie:Wie bitteschön wollen SIE mir verbieten Rap Musik zu höhren? Und in ihrem ganten Intervie haben Sie nicht gesagt mit welchem Juristischen Mitteln das zu erreichen ist. Wenn sie sagen das diese Musik abgeschafft werden soll, weil durch diese musik menschen sterben, dann bitte ich sie auch Brot, Wasser und Sonnenlicht zu verbieten, weil dadurch Menschen sterben.

Nero
Mittwoch, 11.04.07 15:31
 

'Hier sind Maßstäbe der Ehrlichkeit und des Respektes vor dem Gesetz verlorengegangen, wie sie seit Jahrhunderten oder mehr zu einer zivilisierten Gesellschaft gehören und wohl auch in allen Religionen zu finden sind'

Vor dem Beistrich vertretbar, hinter dem Beistrich erschreckend konservativ. Maßstäbe müssen nicht deswegen verteten werden weil sie seit Jahrhunderten existieren, oder weit verbreitet sind. Wäre dann die Frauenbeschneidung auch....

Zur Kunst: Joa, aber unter der Bezeichnung Künstler gibt es sehr wohl auch eine Szene die man oft nicht als Künstler in dem gebräuchlichsten Sinne betrachtet... ich beziehe mich eher auf Comic Künstler, Mangaka, Regisseure, Bleistiftzeichner.... und nicht unbedingt auf Aushängeschilder wie z.b Bildhauer oder Freskenpinsler
Sie haben recht, ich trenne auch hier Ernste- und Unterhaltungskunst, und ich weise auch darauf hin dass der unbestrittene Großteil des Drogenverbrauchs der Künstler bei denen die im Bereich der U-Kunst tätig sind zu finden ist.
Das betrifft jedoch alle, und nicht nur Musiker.

Zum letzten Punkt:

Zitat eins:
Ja, bei den Hörern. Indes sind auch hier die Beispiele in meinem Buch normalerweise so, daß die Straftat direkt im Zusammenhang mit dem Gewaltmusikhören begangen wurde. Vor allem aber meinte ich die Musiker. Es dürfte schwerfallen, in irgendeiner Berufsgruppe einen vergleichbaren Anteil an Straftätern zu finden.

Zitat zwei:
Das ist in bezug auf Musiker m.W. noch nicht untersucht worden, wohl aber in bezug auf Hörer. Und wenn Gewaltmusikhörer statistisch gesehen krimineller sind als Klassikhörer, dann ist die Annahme plausibel, daß entsprechendes auch für Musiker gilt.

Jaaaaaaaa.... bitte entscheiden Sie sich. Stammen die Zahlen jetzt von Musikern oder Hörern?
Naja, ich wage zu behaupten dass man unter bekannten Schauspielern einen ebensohohen Prozentsatz an Straftaten findet wie bei Musikern. Allerdings ist das nicht wirklich überprüfbar, da es sowohl unzählige Musiker als auch unzähliche Schauspieler zu geben scheint die man durchleuchten müsste.
Es mag ignorant klingen, aber leider fürchte ich dass dieses Thema der Diskussion keine wirklichen Früchte tragen wird, weil man ohne Zweifel viel zu viele Beispiele finden könnte.....

Gewaltmusikhörer
Mittwoch, 11.04.07 20:20
 

"Aber es gibt Menschen, bei denen populäre Musik kriminelle Energie schafft oder auch nur verstärkt, und es gibt Beispiele von Mördern, die Musik als (Mit-)Ursache für ihre Tat angeben."

Das liegt dann aber eher an falsch verstandenen Texten, weniger an einer vermeintlich unterbewussten Wirkung der Instrumentierung. Außerdem ist es nicht gerade naheliegend, dass jegliche Form der Popmusik eben jene Wirkung hat. Ich kann ihre Argumentation im Bezug auf Genres wie Techno, Rap oder Jungle nachvollziehen. Aber nicht im Bezug auf sagen wir mal eine Popballade. Eine Popballade ist nämlich wesentlich ruhiger wie z.B. die sehr aggressive Barockmusik.

"Aber was heißt hier „Ansprüche"? Wenn z.B. der volkstümliche Schlager den Ansprüchen vieler Leute genügt, so heißt das weder, daß er Kunst wäre, noch daß seine Anhänger ihn als Kunst bezeichnen würden."

Leute, die Schlager hören, haben wahrscheinlich kaum Ansprüche an Ihre Musik. Ich habe mich nicht mit dieser Musik beschäftigt, also kann ich nicht viel dazu sagen, außer, dass sie mir nicht gefällt. Ich habe jedenfalls gewisse Ansprüche an meine Musik und finde, dass niemand so gut reimen kann wie wir Rapper. Selbst die klassischen Dichter nicht. Auch wenn Sie diese Einschätzung jetzt wahrscheinlich auch schockiert.

"Nicht den Islam, aber seine fundamentalistischen Auswüchse"

Das ist etwas, das Sie - bei allem Respekt - nicht zu begreifen scheinen. Man kann etwas Ganzes nicht halb verbieten. Gewisse Werte gehören zum Islam einfach dazu. Dass diese aus Ignoranz fehlinterpretiert werden ist leider nicht zu verhindern. Das liegt an der Ignoranz der Menschen, nicht an der der Religion. Genauso ist es eben bei der Musik. Es gibt positive wie negative Aspekte. Letztlich soll sie uns unterhalten. Eigentlich ist es schon arrogant von uns Europäern, Popmusik lediglich als Unterhaltungsmusik zu sehen und klassische Musik derart zu glorifiizieren. Mit klassischer Musik wurde auch Schund getrieben. Es ist nicht alles Gold was glänzt. Alles hat seine Vor- und Nachteile und es ist naheliegend, dass Sie nur so verkrampft nach Argumten gegen Popmusik suchen, weil sie diese nicht mögen. Wo kämen wir hin wenn jeder Mensch so handelte? Ich finde Ihre Einstellung ähnlich ignorant wie die der Plattenbosse, die die Unterhaltungsmusik zu ihren Zwecken missbrauchen.

Gewaltmusikhörer
Mittwoch, 11.04.07 20:21
 

"Aber es gibt Menschen, bei denen populäre Musik kriminelle Energie schafft oder auch nur verstärkt, und es gibt Beispiele von Mördern, die Musik als (Mit-)Ursache für ihre Tat angeben."

Das liegt dann aber eher an falsch verstandenen Texten, weniger an einer vermeintlich unterbewussten Wirkung der Instrumentierung. Außerdem ist es nicht gerade naheliegend, dass jegliche Form der Popmusik eben jene Wirkung hat. Ich kann ihre Argumentation im Bezug auf Genres wie Techno, Rap oder Jungle nachvollziehen. Aber nicht im Bezug auf sagen wir mal eine Popballade. Eine Popballade ist nämlich wesentlich ruhiger wie z.B. die sehr aggressive Barockmusik.

"Aber was heißt hier „Ansprüche"? Wenn z.B. der volkstümliche Schlager den Ansprüchen vieler Leute genügt, so heißt das weder, daß er Kunst wäre, noch daß seine Anhänger ihn als Kunst bezeichnen würden."

Leute, die Schlager hören, haben wahrscheinlich kaum Ansprüche an Ihre Musik. Ich habe mich nicht mit dieser Musik beschäftigt, also kann ich nicht viel dazu sagen, außer, dass sie mir nicht gefällt. Ich habe jedenfalls gewisse Ansprüche an meine Musik und finde, dass niemand so gut reimen kann wie wir Rapper. Selbst die klassischen Dichter nicht. Auch wenn Sie diese Einschätzung jetzt wahrscheinlich auch schockiert.

"Nicht den Islam, aber seine fundamentalistischen Auswüchse"

Das ist etwas, das Sie - bei allem Respekt - nicht zu begreifen scheinen. Man kann etwas Ganzes nicht halb verbieten. Gewisse Werte gehören zum Islam einfach dazu. Dass diese aus Ignoranz fehlinterpretiert werden ist leider nicht zu verhindern. Das liegt an der Ignoranz der Menschen, nicht an der der Religion. Genauso ist es eben bei der Musik. Es gibt positive wie negative Aspekte. Letztlich soll sie uns unterhalten. Eigentlich ist es schon arrogant von uns Europäern, Popmusik lediglich als Unterhaltungsmusik zu sehen und klassische Musik derart zu glorifiizieren. Mit klassischer Musik wurde auch Schund getrieben. Es ist nicht alles Gold was glänzt. Alles hat seine Vor- und Nachteile und es ist naheliegend, dass Sie nur so verkrampft nach Argumten gegen Popmusik suchen, weil sie diese nicht mögen. Wo kämen wir hin wenn jeder Mensch so handelte? Ich finde Ihre Einstellung ähnlich ignorant wie die der Plattenbosse, die die Unterhaltungsmusik zu ihren Zwecken missbrauchen.

joerg richter
Mittwoch, 11.04.07 21:53
 

...jeder, der schonmal mit anderen Menschen gesprochen hat, ist ein potenzieller Straftäter. Ich glaube nicht, dass osama bin laden bis zu den Anschlägen geschwiegen hat! Der hat gesprochen! Und das auch noch zu anderen Menschen! Man glaubt es kaum - Bush spricht auch - darum lässt er auch im Irak töten... welch eine Schande, denn auch ich spreche des öfteren, bin ich jetzt ein Massenmörder? HILFE !!!

Dr. Klaus Miehling
Mittwoch, 11.04.07 23:47
 

an fastgiga:

Zitat: „Einen provozierenden Text zu schreiben, und ein Buch darüber zu veröffentlichen ist die älteste Masche um Geld zu verdienen."
Vielleicht, wenn man eine prominente Persönlichkeit ist. Mich hat das Buch Geld gekostet, was ich wahrscheinlich schon zum dritten Mal erwähne; aber es ärgert mich, wenn man mir zu Unrecht Geldmacherei unterstellt.

Zitat: „Ich stimme Ihnen zu, Musik kann Dumme menschen dazu verleiten Gewaltätig zu werden, aber es ist eine lüge das Musik der ausschlaggebende Faktor ist. Viel wichtiger sind die sozialen probleme von Menschen."
Wie definieren Sie „ausschlaggebend"? Und wie wollen Sie beweisen, daß soziale Probleme Ursache von Gewalt sind?

Zitat: „Wie bitteschön wollen SIE mir verbieten Rap Musik zu höhren? Und in ihrem ganten Intervie haben Sie nicht gesagt mit welchem Juristischen Mitteln das zu erreichen ist."
Weil ich im ganzen Interview nirgends von einem Verbot gesprochen habe.

Zitat: „Wenn sie sagen das diese Musik abgeschafft werden soll, weil durch diese musik menschen sterben, dann bitte ich sie auch Brot, Wasser und Sonnenlicht zu verbieten, weil dadurch Menschen sterben."
Durch Brot? Im übrigen können Sie Naturerscheinungen wie Wasser und Sonnenlicht nicht mit bestimmten Musikgattungen vergleichen, die erstens von Menschen geschaffen und zweitens nicht lebensnotwendig sind.

an Nero:

Zitat: „Maßstäbe müssen nicht deswegen verteten werden weil sie seit Jahrhunderten existieren, oder weit verbreitet sind."
Ja, wenn sie sich nicht bewährt haben. Die Maßstäbe, die ich angesprochen habe, haben sich bewährt. Vor allem wollte ich mit der Bemerkung die außergewöhnliche Wirkung von Gewaltmusik zeigen, die binnen weniger Jahre so alte und grundlegende Werte unserer Kultur auf den Kopf gestellt hat.

Zitat: „Sie haben recht, ich trenne auch hier Ernste- und Unterhaltungskunst, und ich weise auch darauf hin dass der unbestrittene Großteil des Drogenverbrauchs der Künstler bei denen die im Bereich der U-Kunst tätig sind zu finden ist. Das betrifft jedoch alle, und nicht nur Musiker."
Wenn es so ist, würde mich schon interessieren, woher Sie die Information haben, daß so viele U-Künstler auch jenseits der Musikbranche Drogen nehmen. Und dann wäre doch zu fragen, ob sich diese U-Künstler nicht auch in besonderer Weise zu U-Musik hingezogen führen, was dann deren Drogenkonsum im Sinne meiner These erklärbar machen würde.

Zitat: „Stammen die Zahlen jetzt von Musikern oder Hörern?"
Bei den Hörern stütze ich mich auf beispielhafte Aussagen und auf wissenschaftliche Untersuchungen. Bei den Musikern auf viele Einzelfälle, die in der Literatur, in Pressemeldungen oder Interviews festgehalten sind. Es gibt aber auch hierzu drei Untersuchungen, wonach Unterhaltungsmusiker überdurchschnittlich zu Arroganz, Neurotizismus und Psychotizismus neigen.

Zitat: „Naja, ich wage zu behaupten dass man unter bekannten Schauspielern einen ebensohohen Prozentsatz an Straftaten findet wie bei Musikern. Allerdings ist das nicht wirklich überprüfbar, da es sowohl unzählige Musiker als auch unzähliche Schauspieler zu geben scheint die man durchleuchten müsste. Es mag ignorant klingen, aber leider fürchte ich dass dieses Thema der Diskussion keine wirklichen Früchte tragen wird, weil man ohne Zweifel viel zu viele Beispiele finden könnte....."
Das ist eben die Frage! Natürlich kann es unter weltweit hunderttausenden von Schauspielern auch über 400 geben, die illegale Drogen nehmen. Aber der Punkt ist doch: Ist der illegale Drogenkonsum unter ihnen so verbreitet, daß Sie in Berichten über Schauspieler (und das ist schon die kleinere Gruppe der besonders prominenten) so viele Drogenkonsumenten finden? Und hat schon einmal ein Schauspieler gesagt, fast alle seine Kollegen nähmen illegale Drogen? Gewaltmusiker haben so etwas gesagt; und es gibt ein ganzes Buch nur über das Thema Gewaltmusik und illegale Drogen („Sky High" von Harry Shapiro). Diese Überlegungen können Sie für weitere Straftaten durchexerzieren.

an Gewaltmusikhörer:

Zitat: „Das liegt dann aber eher an falsch verstandenen Texten, weniger an einer vermeintlich unterbewussten Wirkung der Instrumentierung."
Aber was wären die Texte ohne die suggestive und aggressive Musik?

Zitat: „Außerdem ist es nicht gerade naheliegend, dass jegliche Form der Popmusik eben jene Wirkung hat. Ich kann ihre Argumentation im Bezug auf Genres wie Techno, Rap oder Jungle nachvollziehen."
Na, wenn alle diese Erkenntnis teilen würden, wären wir schon ein großes Stück weiter!

Zitat: „Aber nicht im Bezug auf sagen wir mal eine Popballade. Eine Popballade ist nämlich wesentlich ruhiger wie z.B. die sehr aggressive Barockmusik."
Barockmusik aggressiv??? Wenn Sie aber mit einer Popballade so etwas wie Katie Melua meinen, wenn sie sich nur mit der Gitarre begleitet, dann gebe ich Ihnen Recht, daß das kaum zu Straftaten führen wird.

Zitat: „Ich habe jedenfalls gewisse Ansprüche an meine Musik und finde, dass niemand so gut reimen kann wie wir Rapper. Selbst die klassischen Dichter nicht. Auch wenn Sie diese Einschätzung jetzt wahrscheinlich auch schockiert."
In der Tat. Was ich bisher an Raptexten gelesen habe, war nur peinlich. Insbesondere vom Versmaß hatten die keine Ahnung.

Zitat: „'Nicht den Islam, aber seine fundamentalistischen Auswüchse'
Das ist etwas, das Sie - bei allem Respekt - nicht zu begreifen scheinen. Man kann etwas Ganzes nicht halb verbieten. Gewisse Werte gehören zum Islam einfach dazu. Dass diese aus Ignoranz fehlinterpretiert werden ist leider nicht zu verhindern. Das liegt an der Ignoranz der Menschen, nicht an der der Religion."
Ich meinte ja diese Fehlinterpretationen, und wollte sagen, daß z.B. Mord selbstverständlich verboten bleiben muß, auch wenn manche Fundamentalisten ihn für erlaubt halten.

Nero
Donnerstag, 12.04.07 01:07
 

Wenn es so ist, würde mich schon interessieren, woher Sie die Information haben, daß so viele U-Künstler auch jenseits der Musikbranche Drogen nehmen. Und dann wäre doch zu fragen, ob sich diese U-Künstler nicht auch in besonderer Weise zu U-Musik hingezogen führen, was dann deren Drogenkonsum im Sinne meiner These erklärbar machen würde.

Einflüsse von Naturdrogen auf die Malerei sind seit Jahrhunderten bekannt, z.B. von
halluzinogenen Pilzen (Psilocybin) auf die Kunst und Kultur mittel- und südamerikanischer Indianer
Peyote (Meskalin) auf die Kunst und Textilgestaltung Nord- und mittelamerikanischer Indianervölker wie der Apachen
Haschisch und Marihuana auf die ornamentale Malerei und Architektur im arabischen und indischen Raum.
In den 30 er Jahren spielten in Deutschland Drogen wie Kokain oder Opiate eine stärkere Rolle in der darstellenden Kunst, z.B. Otto Dix (1925) " Portrait der Tänzerin Anita Berber", die kokainabhängig war, oder das Bild "Bahnhof Königsrein" (1917) des expressionistischen "Brücke"-Künstlers Ernst Ludwig Kirchner, der medikamenten- und drogenabhängig in ein Sanatorium in Königstein/Taunus gekommen war.
Halluzinogene Drogen wie LSD , Meskalin oder Psilocybin beeinflussten die moderne Malerei der Surrealisten, wie den Zeichner und Literaten Henri Michaux, oder den magischen Realismus, die sich in den 60er Jahren zur Psychedelischen Kunst weiterentwickelte. Mitte des Jahrzehnts begannen junge Künstler in San Francisco die Postergestaltung bzw. Poster-Art zur Kunstrichtung zu entwickeln. Sie malten psychedelische Konzertplakate, die visuelle Elemente von LSD-Trips, wie feuerspeiende Fabelwesen, Mandala-ähnliche Ornamente und surreale Band-Logos verwandten, z.B. die Graffitti-Künstler Bill Graham, Stanley Mouse oder Rick Griffin.
Meine Sie dass alle Künstler das ohne Inspiration durch entsprechende Substanzen geschaffen haben? Laut einigen Quellen falsch.
Weitere Informationen kommen von meinem Interesse im Bereich der U-Kunst, im Laufe der Zeit wurde mir durchaus bewusst dass ca. 75% meiner perönlichen Lieblingskünstler zb. Marihuana konsumieren. Natürlich kann ich das nicht für alle gelten lassen, dennoch ist in verschiedenen Teilbereichen in denen ich micht relativ gut auskenne ein recht hoher Prozentsatz verzeichnet.
Naja, wir sprechen von einem Küstler=Droge (stupide gesagt) Problem, und sind derzeit von Gewaltmusikhörer=Droge entfernt. Dennoch wird man unter Gewaltmusikhörenden U-Künstlern (außer U-Musikern wohlgemerkt) einen höheren Prozentsatz an Drogenkonsumenten finden als bei nicht künstlerisch tätigen Gewaltmusikhörern. Leider bin ich nicht im Stande eine entsprechende Studie durchzuführen, werde mich aber nach schon getätigten umsehen.

Es gibt aber auch hierzu drei Untersuchungen, wonach Unterhaltungsmusiker überdurchschnittlich zu Arroganz, Neurotizismus und Psychotizismus neigen.

Ja, diese Symptome treten grundsätzlich überdurchschnittlich oft bei Prominenten auf, wobei Arroganz auch bei (Pseudo)Intellektuellen die sich eher mit klassischer Musik indentifizieren weit verbreitet ist.

Ist der illegale Drogenkonsum unter ihnen so verbreitet, daß Sie in Berichten über Schauspieler (und das ist schon die kleinere Gruppe der besonders prominenten) so viele Drogenkonsumenten finden?

Zumindest der legale Drogenkonsum sicher. Und eigentlich dürfte es für weitere Überlegungen egal sein ob man sich die Birne wegsäuft oder wegraucht. Naja, das eine verstößt gegen das Gesetz, aber dass die Wirkung die Gleiche ist, ist nachvollziehbar. Da Sie nun aber das Brechen von Gesetzen als maßgebliche Straftat ansehen: Diverse Gewaltmusiker haben wenigstens schon verstanden dass sie auf bösem illegalem Haschisch wenigstens keine Leute verprügeln, wie z.b: Russel Crowe das permanet im Alkoholrausch durchexerziert.
Allerdings kann ich mit diesem Argument wahrscheinlich nicht auf Ihr Verständniss rechnen, und beschließe meine Argumentation zu diesem Thema.
Nebenbei: Gewaltmusiker sagen viel, das ist immerhin ihr Beruf, Schauspieler sagen das was man ihnen in den Mund legt, und Politiker genau Nichts in langen Satzkonstrukten.
Verwundert Sie dass Musiker daher interessantere Äußerungen tätigen? Zudem (wenn wir jetzt das Thema der "Texte" gaaanz kurz streifen) manche davon absolut kurzsichtig und missinterpretiert zitiert oder verdammt werden. (als Beispiel "Futter für die Schweine" von Eisregen).

Gegenfrage zu:
Aber was wären die Texte ohne die suggestive und aggressive Musik?

Was wäre die Musik ohne die suggestiven und aggresiven Texte?

der onkel
Donnerstag, 12.04.07 07:19
 

Realität ist was für Leute, die mit Drogen nicht zurechtkommen!
In diesem Sinne, weiterhin viel Spaß mit dem Leben Ihrer Wahl, Herr Miehling...

Bitte nicht weiter füttern, Leute, es ist echt langsam mal gut!

Dr. Klausilein Mähling
Donnerstag, 12.04.07 13:09
 

"...hoffentlich wurde bei der herstellung dieses buches zartes papier verwendet. lesen will diesen käse ja bestimmt keiner, da kann man sich wenigstens noch den hintern mit abwischen."
Das triffts genau und deshalb: Don't feed the trolls!

Moi
Donnerstag, 12.04.07 13:23
 

Ich bin ein gegenbeispiel... wurde als kleines kind mit klassik bombadiert um meine Inteligenz zu fördern... und was tat ich ? musst mit 5jahren zum psychologen weil ich leichenberge im Kindergarten gemalt hab...
nun bin ich eine dunkle seele und zwar eine glückliche^^ ohne irgendwelche todesängste und albträume...
ja so kanns gehn... ich schlafe sehr gut zu bands wie megaherz/eisbrecher oder auch Witt...
bin aber immerhin noch ausgleich hörer so liebe ich Tomte genau so aber zu viel tomete ist zuviel gefühlsertränkung...^^
diese sogenante "gewaltmusik" ist musik die ab und zu für die richtigen menschen sehr befreiend sein kann...
ich für meine teil fühle mich erst mit musik irgendwo zuhause.. ich steh mit ihr auf und sachlaf mit ihr ein...
musik ist nicht nur musik, musik mein leben und einlebensgefühl - sowas kann man nicht verbieten, sowas kann man nichtmal verbieten wollen!

Dr. Klaus Miehling
Donnerstag, 12.04.07 23:57
 

an Nero:

Zitat: „Einflüsse von Naturdrogen auf die Malerei sind seit Jahrhunderten bekannt, z.B. [...]"
Sie bringen zunächst Beispiele von außereuropäischen Kulturen; das tangiert mein Thema jedoch nicht, da sich meine Kritik auf die mir vertraute europäisch-nordamerikanische Kultur bezieht. Außerdem dürften die von Ihnen genannten Drogen in den von Ihnen genannten Kulturen nicht verboten sein. Was Ihre europäischen Beispiele betrifft, nennen Sie Ernst Ludwig Kirchner, und daß Drogen „die moderne Malerei der Surrealisten, wie den Zeichner und Literaten Henri Michaux, oder den magischen Realismus" beeinflußten. Das ist etwas vage. Da mag es einige Fälle gegeben haben, aber eine so extreme Verbreitung wie in der Gewaltmusikszene kann ich daraus nicht erkennen. Wenn „im Bereich der U-Kunst [...] ca. 75% meiner perönlichen Lieblingskünstler zb. Marihuana konsumieren", ist das freilich deutlich, ließe sich aber, wie ich schon mutmaßte, mit Gewaltmusikvorlieben dieser Leute erklären.

Zitat: „Dennoch wird man unter Gewaltmusikhörenden U-Künstlern (außer U-Musikern wohlgemerkt) einen höheren Prozentsatz an Drogenkonsumenten finden als bei nicht künstlerisch tätigen Gewaltmusikhörern. Leider bin ich nicht im Stande eine entsprechende Studie durchzuführen, werde mich aber nach schon getätigten umsehen."
Da kann ich weder zustimmen noch widersprechen.

Zitat: „Ja, diese Symptome [Arroganz, Neurotizismus und Psychotizismus] reten grundsätzlich überdurchschnittlich oft bei Prominenten auf, wobei Arroganz auch bei (Pseudo)Intellektuellen die sich eher mit klassischer Musik indentifizieren weit verbreitet ist."
Aber eine Studie dazu kennen Sie wohl nicht? Sehen Sie, ich muß hier alles belegen, und selbst dann werden die Ergebnisse der von mir angeführten Studien noch von vielen Diskutanten angezweifelt oder gar verächtlich gemacht. Da erwarte ich schon, daß auch die Gegenseite mehr bringt als bloße Vermutungen oder subjektive Eindrücke, die erfahrungsgemäß selektiver Wahrnehmung unterliegen.

Zitat: „Gewaltmusiker sagen viel, das ist immerhin ihr Beruf, Schauspieler sagen das was man ihnen in den Mund legt, und Politiker genau Nichts in langen Satzkonstrukten.
Verwundert Sie dass Musiker daher interessantere Äußerungen tätigen?"
Meinen Sie damit, daß viele der Äußerungen gelogen wären? Dazu habe ich ja schon im Interview etwas gesagt: „Wenn da wirklich so viel gelogen würde, spräche schon das gegen diese Musik. Was wären das für Menschen, die möchten, dass man sie für drogensüchtige, sexbesessene Verbrecher hält? Und das schlechte Vorbild für die Hörer wäre doch das gleiche! Was ist mit den fast zweihundert Musikern, die an Drogen gestorben sind? Was ist mit den Ausschreitungen im Umfeld von Konzerten, die schon über 200 Tote und zehntausende Verletzte gefordert haben? Im Netz können Sie sogar US-amerikanische Polizei- und Gerichtsakten einsehen, die Straftaten von Rapmusikern betreffen. Wenn sich unter tausenden von Fällen einige wenige als Falschmeldungen herausstellen sollten, würde das am Gesamtbild nichts ändern."

Zitat: „Was wäre die Musik ohne die suggestiven und aggresiven Texte?"
Sie wäre immer noch selbst aggressiv und suggestiv. Und sie hat dadurch die Gabe, selbst harmlose Texte schlimm erscheinen zu lassen. So soll „Kill for peace" von den Fugs ein ironisches Antikriegs-Lied sein. Da jedoch 59 von insgesamt 211 Wörtern „kill" („töte!") lauten, dürfte, zumal in Verbindung mit der aggressiven Musik, genau das Gegenteil beim Hörer ankommen. Auch der Film „Quadrophenia" von The Who, der als Kritik an destruktiver Jugendbandenkultur gemeint war, wurde von den Mitgliedern ebendieser Bandenkultur als „ihr Film" und mithin als Bestätigung ihres kriminellen Verhaltens mißverstanden. Er mußte mißverstanden werden, weil die Gewalt der Musik stärker war als eventuelle gute Absichten der Macher.

an Moi:

Zitat: „Ich bin ein gegenbeispiel... wurde als kleines kind mit klassik bombadiert um meine Inteligenz zu fördern... und was tat ich ? musst mit 5jahren zum psychologen weil ich leichenberge im Kindergarten gemalt hab..."
Wieso Gegenbeispiel? Ich habe als Kind auch solche Sachen gemalt. Die Inhalte, d.h. Themen der Kunst sind ja nicht das Problem, sondern die Art ihrer Darstellung; das wurde in diesem Forum schon von manchen mißverstanden.

Nero
Freitag, 13.04.07 14:55
 

Aber eine Studie dazu kennen Sie wohl nicht? Sehen Sie, ich muß hier alles belegen, und selbst dann werden die Ergebnisse der von mir angeführten Studien noch von vielen Diskutanten angezweifelt oder gar verächtlich gemacht. Da erwarte ich schon, daß auch die Gegenseite mehr bringt als bloße Vermutungen oder subjektive Eindrücke, die erfahrungsgemäß selektiver Wahrnehmung unterliegen.

Sie können davon ausgehen dass ich mich seit Tagen auf der Suche nach Belegen zu meinen Thesen befinde...

Meinen Sie damit, daß viele der Äußerungen gelogen wären?

Joa, aber nicht die der Musiker, wenn Sie verstehen was ich meine. In punkto Drogenkonsum sind diese gegenüber der Öffentlichkeit einfach ehrlicher//unverschämter//unverblümter.

Zum letzten Punkt ist nichts hinzuzufügen. Missverständnisse wird es immer geben, um diese abzuschaffen hilft nur totale Isolation....... und bei sämtlichen Betroffenen die das Wort Ironie nicht kennen liegt das wohl am Gewaltmusikkonsum.

Zitat:
Die Inhalte, d.h. Themen der Kunst sind ja nicht das Problem, sondern die Art ihrer Darstellung; das wurde in diesem Forum schon von manchen mißverstanden.

Besser Sonate für den Krieg als Song für den Weltfrieden?

buchhändler
Freitag, 13.04.07 23:12
 

ich fasse es nicht!
leute, habt ihr nichts anderes zu tun?
ihr spuckt immer noch gegen den wind...

eure diskussion über diesen schwachsinn ist ne super referenz für einen hochschulstandort - echt!

HunterSX
Freitag, 13.04.07 23:40
 

omg zuerst waren es killerspiele und jez killer mucke?^^ wie arm ist das?
das illegale downloaden von musik ist häufiger in Aggro musik zu verzeichnen als klasische musik. joa is klar weil keiner son schrott hören will ;)

mal ganz ehrlich vorn paar tagen hab ich noch iwo im internet (glaub gmx news) gelesen das leute die hard rock oder Metal hören deutlich Intelligenter sind bzw in der Schule besser abschneiden als solche motzart kinder.

der werte herr doktor sollte mal alle wischenschaftlichen teste durchlesen was die musik anbelangt keiner wird mir mein Metal wegnehmen :P

Dr. Klaus Miehling
Samstag, 14.04.07 00:08
 

Zitat: „Zum letzten Punkt ist nichts hinzuzufügen. Missverständnisse wird es immer geben, um diese abzuschaffen hilft nur totale Isolation....... und bei sämtlichen Betroffenen die das Wort Ironie nicht kennen liegt das wohl am Gewaltmusikkonsum."
Sie sprechen hier offenbar die Suggestivität und Aggressivität der Musik und ihre Wirkung auf das Textverständnis an. Ich glaube, daß die Musik ehrlicher als der Text ist: Papier ist geduldig, aber der Klang verrät die wahre Befindlichkeit der Interpreten, und weil er direkt die Emotionen anspricht, kann man sich auch kaum dagegen wehren.

Zitat: „Besser Sonate für den Krieg als Song für den Weltfrieden?"
Das schließt an das eben Gesagte an. Die Musik ist stärker als der Text. Eine Friedensbotschaft läßt sich nicht mit aggressiven (klanglichen) Mitteln glaubhaft und wirkungsvoll verbreiten. Eine „Sonate für den Krieg" kenne ich nicht; aber ich glaube, daß eine klassische Sonate letztlich mehr für den Weltfrieden tut als ein Rocktitel, der diesen Weltfrieden in seinem Text propagiert, aber in seiner Musik konterkariert.

Dr. Klaus Miehling
Samstag, 14.04.07 00:21
 

Mein voriger Beitrag galt Nero; während ich schrieb kam noch der von HunterSX dazu:

Zitat: „mal ganz ehrlich vorn paar tagen hab ich noch iwo im internet (glaub gmx news) gelesen das leute die hard rock oder Metal hören deutlich Intelligenter sind bzw in der Schule besser abschneiden als solche motzart kinder."
Ja, das sieht man auch an Ihren Orthographiekenntnissen ...
Die von Ihnen genannte Studie wurde in diesem Forum bereits diskutiert (vgl., was ich am 24. 3. schrieb).

Milchreis
Samstag, 14.04.07 01:10
 

"Ja, das sieht man auch an Ihren Orthographiekenntnissen ..."

Der Punkt geht an den Doc ;)

Nameless
Samstag, 14.04.07 11:37
 

"Eine Friedensbotschaft läßt sich nicht mit aggressiven (klanglichen) Mitteln glaubhaft und wirkungsvoll verbreiten. Eine „Sonate für den Krieg" kenne ich nicht; aber ich glaube, daß eine klassische Sonate letztlich mehr für den Weltfrieden tut als ein Rocktitel, der diesen Weltfrieden in seinem Text propagiert, aber in seiner Musik konterkariert."

Was halten sie von den Live Aid Festivalen (1985 und 2005)?
Milliarden Menschen weltweit haben diese Benefizveranstaltungen am Bildschrim und Live vor Ort mit erlebt. Von Ausschreitungen ist mir nichts bekannt. Nur das sehr viele Bands aus allen Genres dort mitgewirkt haben um auf Armut und Hunger in der dritten Welt aufmerksam zu machen.

Von derartigen Klassikveranstalltungen hab ich noch nichts gehört? Warum, wenn man eine solche Botschaft mit Klassik doch so viel besser an den Mann bringen kann?

Garet
Samstag, 14.04.07 14:05
 

Ich bleib dabei das Brot an allem schuld ist! Verbietet Brot!

Dr. Klaus Miehling
Samstag, 14.04.07 23:27
 

an Nameless:

Zitat: „Was halten sie von den Live Aid Festivalen (1985 und 2005)?"
Die Botschaft wird bei diesen Veranstaltungen nicht durch die Musik vermittelt, sondern durch das Drumherum. Was dadurch wirklich erreicht wird, weiß ich nicht. Ich glaube, es wird zu Spenden aufgerufen, oder? Es kann durchaus sein, daß jemand hier etwas spendet, zugleich aber mit seiner kriminellen Energie, die meiner These zufolge ja durch das Hören von Gewaltmusik verstärkt wird, z.B. einen viel größeren Betrag an Steuern hinterzieht. Deshalb glaube ich in der Tat, daß die Bilanz solcher Veranstaltungen negativ ist - aber was bekannt wird, sind eben nur die Spendenbeträge.

Zitat: „Von derartigen Klassikveranstalltungen hab ich noch nichts gehört?"
Doch, es gibt auch im klassischen Bereich Benefiz-Konzerte; allerdings nicht in so großem Stil, da relativ wenige Leute Klassik hören.

Zitat: „Warum, wenn man eine solche Botschaft mit Klassik doch so viel besser an den Mann bringen kann?"
Eben, weil das Klassikpublikum nicht so groß ist. Der Einsatz für Probleme der Dritten Welt - darum geht es ja bei „Live Aid" - ist eine zwiespältige Sache. Oft geht es den Leuten dabei eher darum, gegen den eigenen Staat zu protestieren. Und wer sich für den „Weltfrieden" einsetzt, ist im Privatleben oft alles andere als friedlich. Das können Sie auch an den Biographien mancher Gewaltmusiker sehen; und solche Leute sind unglaubwürdig. Zu den Beispielen Bob Dylan und John Lennon, die hier als Vorbilder dargestellt wurden, habe ich schon am 27. 1. etwas geschrieben.

Moghedien
Sonntag, 15.04.07 21:52
 

Herr Miehling...dürfte ich sie einmal fragen was sie von diesem Lied halten: http://www.youtube.com/watch?v=MV-6KX2jKQQ
Schandmaul-Tyrann
Diese Band vermischt die phösen Schlagzeug und E-Gitarren Klänge mit Klassik. Dies ein gutes Beispiel, (für mich) dass ein Schlagzeug eben keine "Schläge und Explosionen" ausdrückt sondern genau wie der E-Bass ein einfaches Rythmusinstrument ist.
Bin gespannt
Mfg
Moghedien

Dr. Klaus Miehling
Sonntag, 15.04.07 23:41
 

an Moghedien:

Nur weil ein Streichorchester dabei ist, verliert das Schlagzeug noch lange nicht seine Aggressivität. Vielleicht haben Sie meine Aussage, daß das in der Gewaltmusik verwendete Schlagzeug an Schüsse, Explosionen oder Schläge erinnert, falsch verstanden. Ich meine damit nicht, daß in jedem Gewaltmusikstück diese Dinge inhaltlich dargestellt würden, sondern daß der Klang des Schlagzeugs dem Klang von Schlägen (um „Schläge" handelt es sich ja tatsächlich), und je nach Spektrum bisweilen auch dem Klang von Schüssen oder Explosionen entspricht.

Seb
Montag, 16.04.07 16:04
 

ich finde diese aufstelleung von ihnen verdammt lächerlich. meiner meinung nach sollte jeder die musik art hören die er/sie gut findet. ich mein sicherlich kann man sagen die kriminalität der jugendlichen steigt aber muss dies wirklich an der musik liegen? könnten es nicht andere einflüsse sein? sie sagen mit ihrer aussagen das beispielsweiße alle hiphop,pop und rap hörer kriminalisten sind. sicherlich gibt es in dieser "szene" eine hohe kriminalität aber was wäre wenn z.B. klassik in den charts wäre, könnte es dann nicht sein das die kriminalität genauso hoch oder noch höher sein würde? ich persönlich hör metal,rock,hard-rock und spiele dies auch selbst auf instrumenten ... nach ihrer behauptung würde dies heißen das ich mit meinem instrument mich in die gewalt vertiefe und diese anderen menschen "weitergebe"!?!? ich sehe das anders ich möchte mit meinem instrument positive emotionen oder lebensgefühle ausdrücken. nach diesem satz werden sie jetzt wieder sagen lebensgefühle wie z.B. gewalt tun sie dies jemand wie sie kann mich gewiss nicht von meiner eigenen meinung überzeugen.
stücke wie z.B. everlast- what it's like die evtl. von einer persönliches lebenserfahrung handeln und den leuten etwas rüberbringen soll, nein ich meine nicht gewalt.
auch ein sehr gutes aber umstrttenes beispiel:
Viele Lieder von den Böhsen Onkelz drücken lebenseinstellungen aus wie z.B. leb dein leben wie du es willst und lass dir nichts (von z.B. leuten wie ihnen) vorschreiben...Viele bekannte von mir die diese band hören haben eine positive lebenseinstellung bekommen und sind von ihren zum teil suizieden gedanken weggekommen. auch das (vor der trennung) "zusammenleben" der fans auf konzerten is beeindruckend. Punks,Ausländer,Außenseiter etc. haben auf den konzerten spass und feiern zusammen. für diese menschen is eine welt zusammengebrochen als diese band sich aufgelöst haben.
vielleicht machen sie sich nochmals gedanken was sie hier mit ihrer äußerung aufstellen und was sie letzendlich damit bezwecken.

Dr. Klaus Miehling
Montag, 16.04.07 23:37
 

an Seb:

Zitat: „sicherlich kann man sagen die kriminalität der jugendlichen steigt aber muss dies wirklich an der musik liegen? könnten es nicht andere einflüsse sein?"
Sowohl als auch. Wie ich schon sagte, haben die audiovisuellen Medien (Fernsehen, Video, Videospiele) einen großen Anteil am Anstieg speziell der Gewaltkriminalität.

Zitat: „sie sagen mit ihrer aussagen das beispielsweiße alle hiphop,pop und rap hörer kriminalisten sind."
Wo sage ich das???

Zitat: „sicherlich gibt es in dieser 'szene' eine hohe kriminalität"
Was ich sage. Und worauf führen Sie das zurück?

Zitat: „ich persönlich hör metal,rock,hard-rock und spiele dies auch selbst auf instrumenten ... [...] ich möchte mit meinem instrument positive emotionen oder lebensgefühle ausdrücken."
Können Sie das genauer erklären bzw. die betreffenden Emotionen und Lebensgefühle benennen?

Zitat: „Viele Lieder von den Böhsen Onkelz drücken lebenseinstellungen aus wie z.B. leb dein leben wie du es willst und lass dir nichts (von z.B. leuten wie ihnen) vorschreiben..."
Da haben Sie den Nagel auf den Kopf getroffen. Genau aus dieser Lebenseinstellung resultiert ja die Kriminalität! Wer sich „nichts vorschreiben" läßt, der respektiert auch die Gesetze nicht. Sie geben mir ja völlig recht!

Zitat: „auch das (vor der trennung) 'zusammenleben' der fans auf konzerten is beeindruckend. Punks,Ausländer,Außenseiter etc. haben auf den konzerten spass und feiern zusammen. für diese menschen is eine welt zusammengebrochen als diese band sich aufgelöst haben."
Das zeigt die Macht von Gewaltmusik! Ich habe in diesem Forum schon einmal gesagt, daß so ein Gruppengefühl nicht unproblematisch ist. Eine friedliche Zusammenarbeit verschiedener Nationalitäten gibt es aber auch in der klassischen Musikszene, während es bei Gewaltmusikkonzerten eben trotzdem nicht selten Gewalt unter den Zuhörern gibt; auch bei den Böhsen Onkelz, auf die Sie sich hier beziehen, war das der Fall! Reto Wehrli, übrigens ein sehr engagierter Verteidiger des Heavy-Metal, schreibt, es lieferten sich „antifaschistische Gruppierungen Saalschlachten mit Fans; rechtsradikale Skinheads, denen die Onkelz seit deren Gesinnungsumschwung als Verräter galten, griffen ihrerseits die Sicherheitsleute der Band an."

Kane666
Dienstag, 17.04.07 00:17
 

Also, 1. Ich habe lange nicht mehr so gelacht, wie beim lesen dieses Artikels.
2. Ich glaube schon mal garnicht was da drin steht, weil in unserem Dorf gibt es eine Disco in der man nach einlass ungefaihr eine halbe Stunde warten muss bis es n Schlägerei gibt. Interresant ist es, das dort "normale" Musik gespielt wird.
3. In einem nahe gelegenem Kino gibt es alle paar wochen ein Treffen mit Leuten die "gewalt" Musik hören (Slayer, Slip Knot etc..). Dort habe ich noch keine Schlägerrei beobachtet oder anderes agrresives Verhalten beobachtet.
4. Hat einer die Adresse von dem Herr Dr. Miehling!!!, denn ich möchte ihm mal reale Gewalt zeigen :)

ps. Rechtschreibfehler vorbehalten!!!!

Seb
Dienstag, 17.04.07 16:21
 

Zitat: Können Sie das genauer erklären bzw. die betreffenden Emotionen und Lebensgefühle benennen?
klar kann ich das:
gute und schlechte erfahrungen in meinem leben. ich persönlich würde sagen das die musik mir schon oft in meinem leben geholfen hat an tagen an der meine aggresion sehr hoch war habe ich mich hingesetzt musik gehört oder ein stück auf der gitarre geschrieben was mir geholfen hat mich abzureagieren. wie wollen sie mir diese erfahrung erklären? ich würde sagen das die musik der mehrheit der menschen genau das gegenteil macht was sie sagen...die musik hilft den menschen ihre "gewalt" abbauen und kontrollieren ohne gleich auf die strasse zu rennen.
einerseits geb ich ihnen recht ich denke das viele texte von deutschrappern zur höheren kriminalität führen. wenn ich mir manche lieder dieser musikart anhöre würde ich auch gerne diesem rapper eine reinhauen.... ^^
aber beispielsweiße lieder von den red hot chilli pepper oder ähnliches beinhalten keinerlei gewalt oder ähnliches. genau im gegenteil diese musik macht fröhlich.


zitat:Da haben Sie den Nagel auf den Kopf getroffen. Genau aus dieser Lebenseinstellung resultiert ja die Kriminalität! Wer sich „nichts vorschreiben" läßt, der respektiert auch die Gesetze nicht. Sie geben mir ja völlig recht!
ich geb ihnen damit nicht recht. es soll eig heißen das z.B. (dummes beispiel) ein aggresiver mensch auf einmal mitten in der stadt ein anderen auffordert von einer bank aufzustehn oder ähnliches. damit wollte ich nicht sagen das sich diese menschen nicht an gesetze halten.

sie behupten das die klassische musik die einzigste nichtgewaltmusik ist. auch haben sie gemeint das dass schlagzeug ausdruck von schüssen und schlägen sei. was sagen sie dann zu paukenschlägen in der klassischen musik. sie drücken ebenfalls ihrer meinung nach schüsse und schläge aus. das würde heißen das die klassische musik ebenfalss gewalt beinhaltet.

nach ihrer meinung nach sollten alle menschen dieser welt keine musik mehr hören. zu was würde dies führen?
ich denke das dies zu noch mehr gewalt führt da viele personen sich nicht mehr mit der musik "abreagieren" können. viele millionen menschen wären arbeitslos (sänger,gitarristen,.../auch mitarbeiter der musiksender wie MTV oder VIVA) was dazu führt das sie kein geld haben und evtl. auf der strasse leben. dies wiederrum führt zu mehr kriminalität (überfälle etc.)

merken sie eig. das zu 99,9% die aussagen der hier geschriebenen meinung gegen sie ist?

StGermain
Dienstag, 17.04.07 16:26
 

Ich bin heute beim Stöbern in der Stadtbibliothek Dresden zufällig auf dieses Buch gestoßen. Gleich am Anfang gibts eine nette Beschreibung einer Drogen-, Sauf- und Sexorgie einer amerikanischen Plattenfirma, die mich dazu veranlasste, mir das Buch mal genauer anzusehen.

Amüsant fand ich die ganzen Aufzählungen von Verfehlungen von Musikern und Produzenten. Naja, so erfährt man wenigstens, welcher Künstler früher mal die Schule geschwänzt hat. Ob der Autor auch Anna Netrebko oder Anne-Sophie Mutter aufgezählt hätte, wenn diese mal nen Strafzettel wegen Falschparken bekommen hätten? Ich glaube nicht. Was mich wunderte, relativ häufig tauchte der Name "Nino de Angelo" auf. Ergo, Schlagersänger sind also auch Gewaltmusiker! Oder wie? Sogar Karsten Speck wird aufgeführt. LOL! Man bekommt so den Eindruck, der Autor durchforstet den lieben langen Tag die Medienlandschaft, um Statistiken über Delikte musizierender Promis anzulegen.

Nicht mehr ernst nehmen konnte ich das Buch aber spätestens dann nicht mehr, als ich den Bandnamen "Silly" in der Liste der Bandnamen mit gewaltätigem Hintergrund las. Hallo? Silly heißt "albern"! Aber was hat "albern" mit Gewalt zu tun? Ich glaube auch nicht, dass sich jemand durch den Namen der Band oder den Musikgenuss selbiger zur Gewalt anstacheln ließe! So WTF?

Danach habe ich das Buch weggelegt, weil jeglicher Anspruch auf Glaubwürdigkeit einfach nicht gegeben war.

Mein Fazit: Am Anfang war ich amüsiert, dann nur noch verärgert. Schade um die 100 Meus, die die Bibo dafür berappen musste. Naja, wahrscheinlich besser als das Geld für CD's. DVD's oder Songbooks von Gewaltmusikern wie Fanta4 oder David Hasselhoff. Wieder eine Seele gerettet, oder auch zwei :)

Dr. Klaus Miehling
Mittwoch, 18.04.07 00:15
 

an Seb:

Zitat: „ich persönlich würde sagen das die musik mir schon oft in meinem leben geholfen hat an tagen an der meine aggresion sehr hoch war habe ich mich hingesetzt musik gehört oder ein stück auf der gitarre geschrieben was mir geholfen hat mich abzureagieren. wie wollen sie mir diese erfahrung erklären?"
Als Pseudo-Katharsis durch Erschöpfung und/oder natürlicher Aggressionsrückgang durch das Vergehen von Zeit.

Zitat: „ich würde sagen das die musik der mehrheit der menschen genau das gegenteil macht was sie sagen...die musik hilft den menschen ihre 'gewalt' abbauen und kontrollieren ohne gleich auf die strasse zu rennen."
Ein weitverbreiteter Irrtum, zu dem ich schon am 10. 12. in diesem Forum etwas schrieb.

Zitat: „aber beispielsweiße lieder von den red hot chilli pepper oder ähnliches beinhalten keinerlei gewalt oder ähnliches."
Vielleicht nicht im Text, aber dennoch im Klang.

Zitat: „ich geb ihnen damit nicht recht. es soll eig heißen das z.B. (dummes beispiel) ein aggresiver mensch auf einmal mitten in der stadt ein anderen auffordert von einer bank aufzustehn oder ähnliches. damit wollte ich nicht sagen das sich diese menschen nicht an gesetze halten."
Aber das ist oft die Folge und wird von vielen Interpreten im wirklichen Leben auch vorgemacht.

Zitat: „sie behupten das die klassische musik die einzigste nichtgewaltmusik ist."
Nein. Ich sagte, Gewaltmusik sei „die Mehrheit der sogenannten populären Musik."

Zitat: „was sagen sie dann zu paukenschlägen in der klassischen musik. sie drücken ebenfalls ihrer meinung nach schüsse und schläge aus. das würde heißen das die klassische musik ebenfalss gewalt beinhaltet."
Mit „Schlagzeug" meinte ich die typischerweise in der populären Musik verwendeten Schlaginstrumente, die - im Gegensatz zur Pauke - keine bestimmte Tonhöhe besitzen. Zur Frage des Schlagzeugs in klassischer Musik habe ich hier am 28. 1. etwas geschrieben.

Zitat: „nach ihrer meinung nach sollten alle menschen dieser welt keine musik mehr hören. zu was würde dies führen?"
Statt „Musik" meinen Sie wohl „Gewaltmusik". Ja, das ist eine schöne Utopie. Zu was es führen würde? Gewalt und Kriminalität würden allmählich zurückgehen. Allmählich deshalb, weil die vielen mit Gewaltmusik sozialisierten Menschen natürlich nicht plötzlich ihren Charakter ändern würden. Aber neue, ohne Gewaltmusik sozialisierte Generationen wären ehrlicher und friedlicher. Langfristig wäre wohl mit einer Halbierung der Kriminalität zu rechnen; was die Gewaltkriminalität betrifft, müssen aber auch die audiovisuellen Medien berücksichtigt werden.

Zitat: „ich denke das dies zu noch mehr gewalt führt da viele personen sich nicht mehr mit der musik 'abreagieren' können."
Dazu habe ich oben schon etwas gesagt.

Zitat: „viele millionen menschen wären arbeitslos (sänger,gitarristen,.../auch mitarbeiter der musiksender wie MTV oder VIVA) was dazu führt das sie kein geld haben und evtl. auf der strasse leben. dies wiederrum führt zu mehr kriminalität (überfälle etc.)"
Zum einen geschähe das nicht von heute auf morgen, zum anderen will ich ja nicht, daß es weniger Musik gibt, sondern daß Gewaltmusik durch klassische Musik ersetzt wird. Insgesamt gäbe es also nicht weniger Arbeitslose.

Zitat: „merken sie eig. das zu 99,9% die aussagen der hier geschriebenen meinung gegen sie ist?"
Das hieße, daß eine von 1000 für mich ist - aber es waren schon einige zumindest teilweise für mich, und insgesamt sind die 1000 noch gar nicht erreicht!

an StGermain:

Zitat: „Nicht mehr ernst nehmen konnte ich das Buch aber spätestens dann nicht mehr, als ich den Bandnamen 'Silly' in der Liste der Bandnamen mit gewaltätigem Hintergrund las. Hallo? Silly heißt 'albern'! Aber was hat 'albern' mit Gewalt zu tun?"
So geht es, wenn man das Buch oberflächlich durchblättert und vorschnell urteilt. Die Liste zitiert keineswegs nur Bandnamen „mit gewalttätigem Hintergrund", sondern Namen, die mit Gewalt oder Sex oder Kriminalität oder Leistungsverweigerung/Geringschätzung geistiger Leistungen zu tun haben oder einfach vulgär sind. Die Liste soll all die negativen Bereiche zeigen, mit denen Gewaltmusik verbunden ist. „Silly" heißt nämlich auch „dumm". Kokettieren mit Dummheit - oder auch Albernheit - ist ja wohl eine schlechte „Visitenkarte" für eine Musikgruppe.

pippi
Mittwoch, 18.04.07 16:24
 

herr mehling!

ich bin jetzt nicht der gesamten diskussion gefolgt, das hätte nun eindeutig zu lange gedauert...

aber dennoch wage ich eine these aufzustellen, die mir beim überfliegen der ganzen geschichte hier nicht aufgefallen ist:

könnte es nicht sein, dass musik jeder art auch (oder vor allem?) dazu genutzt wird, zb agressionen abzubauen? ich kann aus persönlicher erfahrung sagen, dass ich besonders dann zur ruhe kommen kann, wenn ich ein stündchen aggressive musik höre.
danach ist viel überschüssige energie aus meinem körper gewichen und ich ich bin wieder entspannter :)

meine idee daher: menschen, die zu aggressiven ausbrüchen neigen UND "gewaltmusik" hören, tun dies vermutlich unbewusst, um zumindest einen teil ihrer angestauten energien auf diese weise loszuwerden. dass es ihnen nicht glückt, mithilfe der musik ALLE aggressionen loszuwerden, liegt dann vermutlich in den genen :) stellen sie sich vor, plötzlich gäbe es keine art von gewaltmusik mehr! da würde aus dem bankräuber plötzlich womöglich ein amokläufer!! wo kämen wir da bloß hin...

nichts für ungut, ist nur mal ne idee am rande!

herzlichst, pippi langstrumpf(deren soundtrack, da ja irgendwie pop-artig, auch gewaltmusik darstellt!)

ps: über eine stellungnahme würde ich mich sehr freuen!

Nameless
Mittwoch, 18.04.07 17:16
 

Vor ein paar Tagen habe ich eine Doku über einen französischen Dichter aus dem Mittelalter gesehen (Den Namen hab ich leider vergessen).
Dieser Mensch war quasi vom Pech verfolgt, wahrscheinlich Spielsüchtig, hat unter anderem auch Einbrüche begangen (ein Paradebeispiel für einen Gewaltmusiker nach Miehling also). Seiner Zeit hatte er mit seinen Werken quasi keinen Erfolg, heute sind seine Werke hoch geschätzt. Und verleiten wahrscheinlich auch keinen dazu die gleichen Fehler wie der Macher zu begehen.

Ferner hieß es in der Doku noch, das Kriminalität kein Phänomen der Großstädte der Neuzeit sei, sondern auch im Mittelalter schon ein großes Problem war (Beispiel war hier Paris).

Also ich weis nicht wie sie das Werten, aber für mich heißt das, dass es Kriminalität schon immer gab und relativ gesehen im gleichen Umfang schon immer in Großstädten existierte.

Wenn sie jetzt sagen, dass Rapper meistens Kriminell sind, dann stimme ich ihnen zu (ist ein Fakt den man nicht schön reden kann). Allerdings kann man nicht sagen, dass sie das aufgrund der Musik sind, da die meisten eben in jenen Großstadtvierteln aufgewachsen sind, die im Mittelalter auch schon von hoher Kriminalität geprägt waren und heute noch sind.

Clawhammer
Mittwoch, 18.04.07 22:15
 

Hallo Herr Miehling
sie haben schon mal meinen Respekt, da sie obwohl hier jeder beitrag den ich gelesen habe, gegen sie spriecht, sie sich trotzdem der diskussion stellen.
Allerdings halt ich ihre Meinung für nicht sehr sinnvoll um es harmlos auszudrücken und ganz ohne Gewalt, dass ja nicht der Verdacht aufkommt, ich könnte von der Gewaltmusik die ich jeden Tag höre beeinflusst sein.
Was wäre eine Gesellschaft die in einem kulturell so wichtigen Faktor so beschränkt wäre?? Wo bleibt da die Individualität??
Es tut mir leid aber ihre Bemühungen kommen mir vor wie die zweifelhaften Bemühungen eines Teenies "seine" Musik als einzig wahre hinzustellen.

StGermain
Mittwoch, 18.04.07 22:19
 

Hallo Dr. Miehling,

Sie schrieben:
Kokettieren mit Dummheit - oder auch Albernheit - ist ja wohl eine schlechte „Visitenkarte" für eine Musikgruppe.

Sie müssen die Band "Silly" im historischen Kontext sehen. Der Bandname "Silly" war eine pure Provokation gegen das DDR-Regime. Nicht mehr und nicht weniger. Wenn Sie sich mal das eine oder andere Lied von der Band angehört hätte, würden Sie feststellen, dass da sicher nicht mit Dummheit, Leistungsverweigerung usw. kokettiert wird.

Clawhammer
Mittwoch, 18.04.07 22:31
 

Im Endeffekt haben Sie keinen Respekt vor großer Kunst, die vielen Menschen schon geholfen hat und mit der sie sich identifizieren können. Hinter der viel Arbeit und Können steckt.

Ich persönlich bin leidenschaftlicher Schlagzeuger, ein Instrument gegen das sie ja offensichtlich sehr viel einzuwenden haben.
Wenn die "Explosions- und Schuss-Geräusche" so gewaltbereit machen sollten dringen Baustellen verboten werden...gar nicht auszudenken was ein Presslufthammer alles für gesellschaftliche Schäden anrichten kann.

Dr. Klaus Miehling
Mittwoch, 18.04.07 23:42
 

an Pippi:

Zitat: „könnte es nicht sein, dass musik jeder art auch (oder vor allem?) dazu genutzt wird, zb agressionen abzubauen?"
Wie ich an Seb schrieb: Daß man mit Musik Aggressionen abbauen kann, ist ein weitverbreiteter Irrtum, zu dem ich mich in diesem Forum schon am 10. 12. geäußert habe.

an Nameless:

Zitat: „Vor ein paar Tagen habe ich eine Doku über einen französischen Dichter aus dem Mittelalter gesehen (Den Namen hab ich leider vergessen). Dieser Mensch war quasi vom Pech verfolgt, wahrscheinlich Spielsüchtig, hat unter anderem auch Einbrüche begangen (ein Paradebeispiel für einen Gewaltmusiker nach Miehling also). Seiner Zeit hatte er mit seinen Werken quasi keinen Erfolg, heute sind seine Werke hoch geschätzt. Und verleiten wahrscheinlich auch keinen dazu die gleichen Fehler wie der Macher zu begehen."
Das war François Villon. Nun, heute ist man froh über jeden Text, der aus dieser Zeit erhalten ist. Wenn seine Werke keinen dazu verleiten, „die gleichen Fehler wie der Macher zu begehen", so liegt das an folgenden Gründen: 1. Villon ist sehr viel weniger Leuten bekannt als irgend ein prominenter zeitgenössischer Gewaltmusiker. 2. Villon ist schon lange tot und eignet sich daher kaum mehr als Identifikationsobjekt. 3. Bloße Texte wirken nicht annähernd so stark wie Musik. Dieser Fall taugt also nicht als Argument gegen meine Thesen.

Zitat: „Ferner hieß es in der Doku noch, das Kriminalität kein Phänomen der Großstädte der Neuzeit sei, sondern auch im Mittelalter schon ein großes Problem war (Beispiel war hier Paris). Also ich weis nicht wie sie das Werten, aber für mich heißt das, dass es Kriminalität schon immer gab und relativ gesehen im gleichen Umfang schon immer in Großstädten existierte."
Das wurde in diesem Forum schon ausgiebig diskutiert. Es dürfte heute kaum mehr möglich sein, eine Kriminalitätsrate im Mittelalter zu bestimmen. Daher halte ich mich an die gut dokumentierte Entwicklung seit den 1950er Jahren.

Zitat: „Wenn sie jetzt sagen, dass Rapper meistens Kriminell sind, dann stimme ich ihnen zu (ist ein Fakt den man nicht schön reden kann). Allerdings kann man nicht sagen, dass sie das aufgrund der Musik sind, da die meisten eben in jenen Großstadtvierteln aufgewachsen sind, die im Mittelalter auch schon von hoher Kriminalität geprägt waren und heute noch sind."
Der Rap stammt aus den USA; dort gab es im Mittelalter nur Indianer. Aber Sie schreiben, als wäre die Kriminalitätsrate etwas Naturgegebenes. Man müßte vielmehr fragen: Warum ist die Kriminalitätsrate so hoch? Und warum bringt Kriminalität gerade so eine Musik hervor? Und was bedeutet das für den Charakter der Musik und ihre Wirkung?

an Clawhammer:

Zitat: „Was wäre eine Gesellschaft die in einem kulturell so wichtigen Faktor so beschränkt wäre??"
Was meinen Sie? Den Faktor der Aggressivität oder die Gewaltmusik? Letztere gab es, jedenfalls in der heutigen extremen Ausprägung, früher nicht, und das hat der Gesellschaft nicht geschadet. Im Gegenteil, wie ich bekanntlich meine.

Zitat: „Es tut mir leid aber ihre Bemühungen kommen mir vor wie die zweifelhaften Bemühungen eines Teenies 'seine' Musik als einzig wahre hinzustellen."
Mit dem Unterschied, daß ein solcher Teenie i.a. auf einen ganz bestimmten Stil fixiert ist, während ich alle Stilarten der sogenannten E-Musik (mit Ausnahme der Avantgarde) empfehle - was nicht heißt, daß es darunter nicht auch Musik gäbe, die mir persönlich nicht besonders gefällt. Aber Geschmack ist hier nicht das Thema. Außerdem dürfte ich im Vergleich zum Teenie die besseren Argumente haben. :-)

an StGermain:

Zitat: „Sie müssen die Band 'Silly' im historischen Kontext sehen. Der Bandname 'Silly' war eine pure Provokation gegen das DDR-Regime."
Provokation ist ein typisches Merkmal vieler Gewaltmusik, und insofern steht der Name zu Recht in meiner Liste. Zwar bin auch ich kein Sympathisant des DDR-Regimes, aber um meine persönlichen politischen Ansichten soll es ja auch nicht gehen.

nochmals an Clawhammer:

Zitat: „Im Endeffekt haben Sie keinen Respekt vor großer Kunst, die vielen Menschen schon geholfen hat und mit der sie sich identifizieren können. Hinter der viel Arbeit und Können steckt."
Kleiner Auszug aus meinem Buch:
„Es besteht eine große Diskrepanz zwischen den Fähigkeiten der Gewaltmusiker und dem künstlerischen Wert ihrer Musik auf der einen und der Anerkennung, die sie dafür erhalten, auf der anderen Seite. Selbst die berühmten Beatles
'could neither read music nor play any instrument other than guitar. For Martin the Beatles musicianship was a bad joke.' (Phau)
Pete Townshend (The Who) sagt über das Komponieren von Rocktiteln (Büttner, S. 224):
'It's not a science, kids can do it, anybody can do it. [...] They are children's songs. Three chords, some words; you can write them in five minutes on the way to the studio.'
Die 'drei Akkorde' sind schon sprichwörtlich geworden; Punkmusik kommt sogar oft mit nur zwei Akkorden aus – wie bereits 'Off The Hook' der Rolling Stones (Hartwich-Wiechell, S. 100). Grundsätzlich ist seltener Akkordwechsel charakteristisch für die besonders aggressiven Gewaltmusikstile.
Das Publikum kommt solchem Dilettantismus entgegen. So sagt ein 15jähriger Realschüler:
'Also für mich müssen die Musiker nichts können, die können alles mögliche machen; das ist ziemlich egal, ob die jetzt den richtigen Ton treffen' (Hafen, S. 154)."
Arbeit und Können sind eben relative Begriffe. Haben Sie eine Ahnung, wieviel klassische Musiker arbeiten und können müssen?

Zitat: „Wenn die 'Explosions- und Schuss-Geräusche' so gewaltbereit machen sollten dringen Baustellen verboten werden...gar nicht auszudenken was ein Presslufthammer alles für gesellschaftliche Schäden anrichten kann."
Nun, wenn Sie so eine Baustelle direkt neben Ihrer Wohnung haben ... Außerdem kommen bei Musik ja noch andere Parameter hinzu!

pippi
Donnerstag, 19.04.07 00:47
 

so, herr mehling, ich hab nun doch gelesen, was sie zum thema "gewaltmusik macht ruhiger" zu sagen hatten.. das wurde tatsächlich schon erwähnt.
was sie allerdings antworteten, war unbefriedigend. sie sagten, der agressionsrückgang sei einfach durch die zeit bedingt, die beim musikhören verstreicht.
wenn dem so wäre, würde es allerdings implizieren, dass sich durch die gewaltmusik scheinbar keine neuen agressionen mehr bilden, denn sonst, so sehe ich das, würde die agression die vorher im hörer zu finden war, nicht zurückgehen können, sondern sich eher verstärken.
desweiteren sagten sie, der körper würde ermüden und dadurch gingen die agressionen zurück... dann allerdings könnte man doch davon ausgehen, dass die agression zurückkommt, sobald die müdigkeit verflogen ist? und das ist schlicht und einfach nicht der fall. da kannn auch niemand etwas gegen einwenden, schließlich sind das ganz subjektive erfahrungen, die sowohl seb als auch ich und bestimmt noch weitere menschen gemacht haben: nach konsum der schädlichen musik ist die agression verflogen und kommt auch nicht wieder, selbst wenn der hörer (in meinem beispiel ich) wieder voller tatendrang und bester laune sein tagwerk verrichtet :)


ich muss mich zudem über ihre etwas verquere art, aussagen zu ihren gunsten zu verdrehen, etwas wundern, sehr geehrter herr mehling. ein kleines beispiel sei hier aufgegriffen, das an sich nicht ins gewicht fällt, jedoch einen gewissen hang zur wortverdrehung deutlich macht:
weiter oben fragte ein aufmerksamer leser sie, wenn auch vielleicht nicht ganz höflich, wie ich zugeben muss, ob ihnen schon aufgefallen sei, dass sich 99,9% aller einträge gegen sie richteten. daraufhin antworteten sie dem frager recht ausweichend: bei 99,9% gegenstimmen käme ein beführworter auf 1000 beiträge. soweit konnte ich logisch folgen.
ihr nächster satz allerdings drehte das ganze um: [Das hieße, daß eine von 1000 für mich ist ]- aber es waren schon einige zumindest teilweise für mich, und insgesamt sind die 1000 noch gar nicht erreicht!
-> wie seltsam ist dieses statement denn bitte! "insgesamt sind die 1000 noch nicht erreicht!" es geht hier nicht um absolute, sondern um prozentuale häufigkeiten! und selbst diese häufigkeiten waren natürlich nur näherungsweise, quasi überspitzt, ausgedrückt! das kann doch jeder verstehen! oder?
und zu welchen prozentzahlen kommen sie denn, wenn "einige" zumindest "teilweise" für sie waren? wird das zu 1%? oder gar2?
hm...
naja, nichts für ungut und gute nacht :)
die pippi

Nameless
Donnerstag, 19.04.07 12:14
 

"Der Rap stammt aus den USA; dort gab es im Mittelalter nur Indianer. Aber Sie schreiben, als wäre die Kriminalitätsrate etwas Naturgegebenes."
Vlt. hätte ich schreiben sollen "...in Großstadt Vierteln, wie es sie auch im MA gegeben hat". Müssen sie alles verdrehen?

Nein, ich meine nicht die Kriminalitätsrate wäre etwas Naturgegebenes, sondern etwas, dass es auch im MA schon gegeben hat und folglich eher auf die Lebensbedingungen in solchen Großstadt Vierteln (damals wie heute) zurückzuführen ist, denn auf andere Einflüsse.

"Arbeit und Können sind eben relative Begriffe. Haben Sie eine Ahnung, wieviel klassische Musiker arbeiten und können müssen?"
Auch wenn die Frage nicht an mich gerichtet war: Ja hab ich. Haben sie eine Ahnung wie viel Metal Gittaristen arbeiten und können müssen? Wie lange es dauert, bis eine Gruppe richtig zusammen funktioniert und gut klingen kann. Auch wenn sie es nicht wahrhaben wollen: Auch außerhalb der Klassischen Musik wird viel gearbeitet.

Jens
Donnerstag, 19.04.07 15:16
 

HA! Von wegen Killerspiele. Gewaltmusik. Genauso falsch, aber einfach zu glauben und sehr bulevar. Was wollen wir mehr?

Mal ehrlich: ist das nich ein wenig zu einfach? Würde ein Millonärs-Kind wegen HipHop oder Heavy Matel zum Kriminellen werden? Ist es nich nacheliegender das vorallem das eigene, soziale Umfeld beeinflusst?

"...die von Ihnen ausgiebig zitierten Gewaltmusiker-Statements zu Gewalt, enthemmten Sex, Drogen,..."

Wo ist das Problem bei enthemmten Sex? Ich sehe keines.

Drogen? Der Kaffe, der morgens von Millionen Menschen getrunken wird, ist eine Droge, genauso wie Alkohol. Selbst Aspirin ist eine Droge.

Zum Thema Gewalt:
Ich höre viel und gerne Heavy Matel, vor allem die Band "Manowar". Auf den Kozerten gibt es natürlich Sprechchöre, wobei der am meisten Gebrauchte wohl "Hail, Hail, Hail and Kill" ist. Von außen betrachten geht is dabei um Gewalt, genau wie in praktisch allen Texten der Band, aber: wer einmal auf einem Manowar-Konzert war, weiß das es dabei mehr um zusammenhalt gegen einen imagineren Gegner (das flase Matel) geht als um den Tatsächlichen angriff von Irgendjemandem. Weiter kann man kaum zählen wie viele Konzertbesucher es insgesamt gibt. Dagegen sind "zehntausende Verletzte" nicht viel, von 200 Toten garnicht erst gesprochen.

200 toten Musiker? Die gleiche Frage: Wie viele, lebende, gab es insgesamt? Nimmt man dazu das Beispiel Kurt Cobain so sieht man das nich die Musik in umgebracht hat, sondern der Ruhm den er durch seine Fähigkeiten erhielt.

Ich bin und bleibe Heavy Matel hörer. Ich glaube das Deutschland oder die Welt größere problem hat als "Gewaltmusik"!

Jens

PS: Pfanzen wachsen besser bei Heavy Matel als bei klassicher Musik.

Clawhammer
Donnerstag, 19.04.07 16:29
 

Oh doch, mein lieber Herr Miehling, ein Großteil der von Ihnen sogenannten "Gewaltmusik" ist große Kunst, hinter der viel Arbeit, Fleiß und jahrelange Übung steckt. Natürlich gibt es auch viel Musik die mit drei Akkorden auskommt und recht simpel gestrickt ist, aber das wird von Ihnen ja alles in einen Topf geworfen. Im Übrigen gibt es auch "Gewalt-Lieder" die von professionellen, gelernten und durchaus erfolgreichen Komponisten, die sich auch schon mit klassischen Stücken ausreichend befasst haben, in monatelanger Arbeit auskomponiert wurden.
Das meine Ich wenn ich behaupte, dass sie keinen Respekt vor der Arbeit dieser Künstler und ihren Werken haben.

pippi
Donnerstag, 19.04.07 20:58
 

ui - und nicht wacken vergessen!

gibt doch jetzt erst bald nen film drüber... diese menschen sind die herzensbesten der welt :)

liebe grüße, die pippi!

Seb
Donnerstag, 19.04.07 22:25
 

sie wiedersprechen sich andauernd selbst und haben keine ahnung.
lassen sie die menschheit in ruhe und hörn sie ihre klassik wenn ich mir hier meinen anständigen metal reinzieh. ich geh auf die strasse schlagen :D:D:D

FAHR ZUR HÖLLE

Dr. Klaus Miehling
Donnerstag, 19.04.07 23:38
 

an Jens:

Zitat: „HA! Von wegen Killerspiele. Gewaltmusik. Genauso falsch, aber einfach zu glauben und sehr bulevar."
Woher wollen Sie das wissen?

Zitat: „Würde ein Millonärs-Kind wegen HipHop oder Heavy Matel zum Kriminellen werden?"
Das kommt auf den Einzelfall an.

Zitat: „Ist es nich nacheliegender das vorallem das eigene, soziale Umfeld beeinflusst?"
Gehört nicht auch Musik zum sozialen Umfeld?

Zitat: „Wo ist das Problem bei enthemmten Sex? Ich sehe keines."
Geschlechtskrankheiten (darunter Aids), ungewollte Schwangerschaften, psychische Probleme ...

Zitat: „Drogen? Der Kaffe, der morgens von Millionen Menschen getrunken wird, ist eine Droge, genauso wie Alkohol. Selbst Aspirin ist eine Droge."
Im hier diskutierten Kontext meine ich natürlich v.a. illegale Drogen, aber auch den übermäßigen Konsum legaler Drogen wie Alkohol, mit dem die Menschen sich selbst und ggf. auch anderen schaden.

Zitat: „Weiter kann man kaum zählen wie viele Konzertbesucher es insgesamt gibt. Dagegen sind 'zehntausende Verletzte' nicht viel, von 200 Toten garnicht erst gesprochen."
Ich bin nicht überrascht, daß Sie als Gewaltmusikhörer das so sehen.

Zitat: „200 toten Musiker? Die gleiche Frage: Wie viele, lebende, gab es insgesamt?"
Für die Leser: Damit sind die Drogentoten gemeint. Zunächst kann man das nicht ins Verhältnis zu allen lebenden Gewaltmusikern setzen, sondern nur zu den prominenten, weil nur deren Tod in die Schlagzeilen kommt. Außerdem geht es immer um die relativen Zahlen. Finden Sie einmal ebensoviele Drogentote unter Prominenten mit anderen Berufen, z.B. Schauspielern und Politikern!

Zitat: „Nimmt man dazu das Beispiel Kurt Cobain so sieht man das nich die Musik in umgebracht hat, sondern der Ruhm den er durch seine Fähigkeiten erhielt."
Natürlich bringt die Musik direkt niemanden um, wohl aber indirekt. Cobain ist ein spezieller Fall, weil er sich erschossen hat, gleichzeitig aber eine tödliche Dosis Drogen im Blut hatte. Wenn Sie die „Todesfälle der letzten Wochen" im „musikexpress" studieren, werden Sie feststellen, daß ein großer Teil der angeführten Musiker auffallend jung stirbt (einmal hatte die Hälfte nicht das 41. Lebensjahr erreicht). Macht Sie das nicht nachdenklich?

Zitat: „Pfanzen wachsen besser bei Heavy Matel als bei klassicher Musik."
Die Quelle bitte! Ich kenne nur Untersuchungen, bei denen das Gegenteil herauskam.

an Clawhammer:

Zitat: „Oh doch, mein lieber Herr Miehling, ein Großteil der von Ihnen sogenannten 'Gewaltmusik' ist große Kunst, hinter der viel Arbeit, Fleiß und jahrelange Übung steckt."
Ein Großteil??? Nennen Sie bitte einmal ein paar Beispiele! Ich mache aber gleich im ersten Teil meines Buches deutlich, daß es mir nicht um die Kunstfrage geht. Man kann - leider - auch Kunst in den Dienst einer schlechten Sache stellen.

Christoph M.
Freitag, 20.04.07 10:52
 

Guten Tag,

ich muss gestehen, dass ich nicht alle Beiträge aus dem Forum lesen konnte. Trotzdem werde ich meine Gedanken, auf den oben stehenden Interview von ihnen bezogen, aufschreiben und hoffe, dass nicht zu viele Punkte, die ich gerne ansprechen würde, schon diskutiert wurden.

Als erstes möchte ich sagen, dass ich Rock-Hardcore höre. Speziell Scremo-, Jazz-, Noise- und Metalcore. Durch ihre studien werden sie sicherlich auch auf diesen Bereich der Musik (Hardcore) gestoßen sein.
Das Hardcore (sowie auch Metal u.ä.) vom klanglichen aggressive Musik ist, lässt sich wohl kaum dementieren, wo ich ihnen damit auch "Recht" gebe.

Doch wieso Hardcore?

Hardcore hat sich in den 80igern aus dem Punk entwickelt, demenstprechend "rebellisch", sowieso auch "sozialkritisch" sind auch ihre Texte. Nehmen wir, dass immernoch aktuelle Thema Prä. Bush, so kann man viele Künstler und Musiker (ich möchte da mal eine Unterscheidung für mich einführen) finden, die gegen den unsinnigen Krieg oder schlechte Außenpolitik "rebellieren".

Wo kommt der Hörer ins Spiel?

Ich, für meinen Teil , kann sagen, dass es für mich sehr "befriedigend" ist, unter Untermalung der sog. Gewaltmusik, Gedanken anderer Künstler und Musiker zu erfahren und so evtl auch eine neue Meinung für mich zu bilden.

Ich frage mich, wenn nun alle "Umdenken" würden (s.o.), würde diese Kultur verschwinden, die viele, so wie ich auch, brauchen. Ohne Rebellion hätte sich nie etwas verändert. Schauen wir uns den Krieg der Anarchisten gegen die Faschisten in Spanien an. Wäre damals keine Rebellion entstanden ....möchte ich gar nicht Wissen wie es heute aussehen würde.
Mal davon abgesehen erinnert mich Ihre Einteilung von "Ernster Musik" (kann nicht auch diese Musik unterhaltend sein?) und "Gewaltmusik" an den Faschismus ...

"Weil es notwendig ist, um unsere Gesellschaft ehrlicher und friedlicher zu machen" ...

Das würde bedeuten, dass alle Menschen die Gesellschaft, die im übrigen großteilig Gewalt- bzw. Unterhaltungsmusik hört, terrorisieren würde. Wie kann man mit Hilfe einer "verseuchten" Gesellschaft im Rücken, den Kampf, der ja so notwendig ist, um eine friedliche und ehrliche Gesellschaft zu formen (!), versuchen ein Umdenken zu erzwingen? Das klingt nach Gewalt in meinen Ohren.

Nun, ich habe keine Beweise dafür, dass aggressive Musik nicht den Sexualtrieb sowie den Aggresiontrieb stimulieren. Wiederrum frage ich mich, wieso Sie das "unterbinden" wollen?

Ich denke, dass doch jeder das stimulieren kann, was er für nötig hält, solange er nicht andere Menschen in seiner Freiheit beeinflusst. Durch Ihre Theorie fühlich ich mich aber sehr massiv beengt.

Um ihre Meinung und sozial vollkommen unakzeptablen Umdenkungsprozess durchzusetzten, haben sie ein Vergleich zu Drogen gewählt.

Der Unterschied zwischen beiden ist, dass der Staat Verbote gegen Drogenkonsum erlässt, weil er dem Körper massiven Schaden zufügt, soviel steht fest.
Doch Verbote gegen "Musikkonsum" zu erlassen würde die Menschen in Ihrer Freiheit beeinflussen.
Wollen sie einschränken? Der Staat nicht!

Dass Musiker an Drogenkosum sterben, bzw. wir es erfahren, liegt an den Medien. Schauen sie sich in Ihrer weiteren Umgebung um, sie werden mehr Tote finden und ich behaupte, dass diese Toten nicht drogenabhängig geworden sind, weil sie Musik gehört haben.

Das wenige Jugendliche ihrem "Idol" insoweit nachstreben, dass sie auch Drogen nehmen, ist für mich eine verschwindend kleine Zahl ... bei der weitläufigen Definition von Gewaltmusik.

Was mich doch sehr bestürtzt hat ist folgendes:

"Sie sagen, dass Hörer klassischer Musik moralisch höher einzuschätzen sind als Gewaltmusikhörer".

Wenn das nicht an Faschismus erinnert. Ich glaube, dass sie sich hier etwas zu weit aus dem Fenster gelehnt haben.
Hörer klassischer Musik sind höher einzuschätzen?

Gerade die Gedanken und Gefühle die viele (!) Künstler und Musiker der Hardcore und Gewaltmusik allgemein haben, sind doch ehrenwerter, als Sie, die die Freiheiten, die jeder Mensch hat, über unser Staatsystem zu unterbinden!

Sie grenzen "unsere" Freiheit ein und damit "unsere" Kultur auslöschen?
Das gleiche haben soviele Menschen versucht und sind gescheitert.

Wenn es danach geht:

JA ich bin der JUDE!

Vergasen sie mich, aber es wird uns immer weiter geben.


Fazit: Jeder kämpft auf seinem Gebiet doch Ziel ist:

Freiheit bei Gleicheit und Gleichgerechtigkeit!

Diesen Grundstz befolge ich.

... und diese Worte aus dem Mund eines Gewaltmusikhörers?

Sie sehen, die Missstände userer Gesellschaft kommen keineswegs von Musik, sonder sie fördert die Entwicklung und die von allen geliebte Freiheit, dass zu tun was man will, sowie Sie es auch tun.

Ich denke sie wissen, dass ich mir keine Meinung über Ihre politische Richtung durch meine Vergleiche zum Faschismus mache.

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende,
doch gegen Freiheit eines jeden zu kämpfen ist für mich das Unmoralischste was ich mir vorstellen kann!

Gruß Christoph M.


Nero
Freitag, 20.04.07 19:25
 

@ Christoph M.

Selten überzeugender Beitrag in einer aussichtslosen Diskussion.
Die Antworten auf ihren Post könen sie sich beliebig aus den 900 davor herraussuchen, Innovativität ist schon lange tot.

One more for our brothers,
Hail Oden

Dr. Klaus Miehling
Freitag, 20.04.07 23:47
 

an Christoph M.:

Zitat: „Ich frage mich, wenn nun alle 'Umdenken' würden (s.o.), würde diese Kultur verschwinden, die viele, so wie ich auch, brauchen. Ohne Rebellion hätte sich nie etwas verändert. Schauen wir uns den Krieg der Anarchisten gegen die Faschisten in Spanien an. Wäre damals keine Rebellion entstanden ....möchte ich gar nicht Wissen wie es heute aussehen würde."
Von Spanien weiß ich, daß es heute eine demokratische Monarchie ist, die Anarchie sich also nicht durchgesetzt hat. Gewalttätige Rebellionen haben selten (wenn überhaupt jemals) zu einer Verbesserung der Verhältnisse geführt. Veränderungen müssen auf friedlichem und demokratischem Wege erfolgen.

Zitat: „Mal davon abgesehen erinnert mich Ihre Einteilung von 'Ernster Musik' (kann nicht auch diese Musik unterhaltend sein?) und 'Gewaltmusik' an den Faschismus ..."
Ja, auch „Ernste Musik" kann unterhaltend sein. Daher verwende ich lieber den Begriff „Klassische Musik", der freilich auch seine Schwächen hat.

Zitat: „Wie kann man mit Hilfe einer 'verseuchten' Gesellschaft im Rücken, den Kampf, der ja so notwendig ist, um eine friedliche und ehrliche Gesellschaft zu formen (!), versuchen ein Umdenken zu erzwingen? Das klingt nach Gewalt in meinen Ohren."
Daß das jemand schreibt, der sich eben noch positiv über Rebellion geäußert hat, ist befremdlich. Von „erzwingen" habe ich nicht gesprochen, nicht einmal von „formen". Ich will überzeugen. Dabei ist mir klar, daß die Veränderung mehrere Generationen in Anspruch nehmen wird, wobei von Generation zu Generation der Einfluß der Gewaltmusik geringer werden soll.

Zitat: „Nun, ich habe keine Beweise dafür, dass aggressive Musik nicht den Sexualtrieb sowie den Aggresiontrieb stimulieren. Wiederrum frage ich mich, wieso Sie das 'unterbinden' wollen?"
Das Wort „unterbinden", obwohl Sie es in Anführungszeichen setzen, habe ich weder im Interview noch in der Diskussion gebraucht.

Zitat: „Ich denke, dass doch jeder das stimulieren kann, was er für nötig hält, solange er nicht andere Menschen in seiner Freiheit beeinflusst."
Wenn in jemandem der Aggressions- und/oder Sexualtrieb stimuliert wird, dann steigt die Wahrscheinlichkeit, daß er andere Menschen in ihrer Freiheit beeinflußt.

Zitat: „Um ihre Meinung und sozial vollkommen unakzeptablen Umdenkungsprozess durchzusetzten, haben sie ein Vergleich zu Drogen gewählt. Der Unterschied zwischen beiden ist, dass der Staat Verbote gegen Drogenkonsum erlässt, weil er dem Körper massiven Schaden zufügt, soviel steht fest. Doch Verbote gegen 'Musikkonsum' zu erlassen würde die Menschen in Ihrer Freiheit beeinflussen."
Ich gehe eben davon aus, daß auch Gewaltmusik massiven Schaden anrichtet.

Zitat: „ich behaupte, dass diese Toten nicht drogenabhängig geworden sind, weil sie Musik gehört haben. Das wenige Jugendliche ihrem 'Idol' insoweit nachstreben, dass sie auch Drogen nehmen, ist für mich eine verschwindend kleine Zahl ... bei der weitläufigen Definition von Gewaltmusik."
Wir haben das Drogenproblem in unserer Gesellschaft seit den 1960er Jahren; seit der Zeit, in der Gewaltmusiker den Konsum illegaler Drogen direkt oder indirekt propagiert haben. Lesen Sie einmal „Sky High. Droge und Musik im 20. Jahrhundert" von Harry Shapiro!

Zitat: „Was mich doch sehr bestürtzt hat ist folgendes: 'Sie sagen, dass Hörer klassischer Musik moralisch höher einzuschätzen sind als Gewaltmusikhörer'. Wenn das nicht an Faschismus erinnert. Ich glaube, dass sie sich hier etwas zu weit aus dem Fenster gelehnt haben.
Hörer klassischer Musik sind höher einzuschätzen?"
Sie zitieren hier den Mitarbeiter von „Fudder" im Interview. Aus meiner darauf gegebenen Antwort sollte deutlich geworden sein, daß es dabei um eine statistische Tatsache geht, die aber nicht zwangsläufig auf jeden Einzelnen zutrifft.

Zitat: „Sie sehen, die Missstände userer Gesellschaft kommen keineswegs von Musik, sonder sie fördert die Entwicklung und die von allen geliebte Freiheit, dass zu tun was man will, sowie Sie es auch tun."
Ich habe schon oben an Seb geschrieben, daß „zu tun was man will" ja in letzter Konsequenz auch eine Mißachtung der Gesetze bedeutet. Seb antwortete dann, so habe er es nicht gemeint. Nur: Dieser Grundsatz „Tu was du willst, nutze alle Mittel", wie er sich auch in der Techno- und Rapszene sowie im Satanismus findet, wird eben normalerweise auch als Mißachtung der Gesetze verstanden. Das zeigen ja die vielen Straftaten von Gewaltmusikern und Gewaltmusikhörern.

Zitat: „gegen Freiheit eines jeden zu kämpfen ist für mich das Unmoralischste was ich mir vorstellen kann!"
Dann müßten Sie auch gegen Verkehrsregeln, ja gegen Vorschriften und Gesetze überhaupt sein. Ich nehme aber an, daß Sie die Notwendigkeit von Vorschriften, die ja immer eine Begrenzung der Freiheit darstellen, ebenso einsehen wie ich. Und um sich frei für oder gegen eine Sache entscheiden zu können, muß man möglichst umfassend darüber informiert sein. Indem ich über die Schattenseiten der Gewaltmusik informiere - die ja sehr manipulativ ist und damit wiederum Menschen in ihrer Freiheit einschränkt! -, trage ich also etwas zur Möglichkeit der freien Entscheidung bei. Wer auch über die Gefahren der Gewaltmusik informiert ist, kann sich freier dafür oder dagegen entscheiden, als wenn die einzige Information im „Hype" der Musikindustrie und im das Denken niederknüppelnden „Beat" besteht.

Fellfrosch
Samstag, 21.04.07 01:32
 

Ohje Herr Miehling gegen die Gesellschaft!
Leute, lasst den Kerl doch labern. Seine Vorstellungen sind idiotisch da sind mir uns alle einig und dass er damit niemals Erfolg haben wird ist sowieso klar.
Das einzige was er hier griegt ist Aufmerksamkeit. Damit hat er was er will. Lasst ihr in Ruhe und ihr habt eure.
Mich würd nur mal interessieren ob dieser feine Klassik-Hörer überhaupt selbst daran glaubt die ganze Welt mit dieser "Utopie" auf den Kopf stellen zu können. Aber wenn man es sich zu oft einredet glaubt man ja selbst den größten Schwachsinn. Und was ist das überhaupt für einer, dass er die Zeit findet hier jeden Tag ellenlange Kommentare reinzuschreiben um gegen die riesige Menge an Gegnern anzukämpfen?! Erbärmlich! Man kann seine Zeit auch besser verwenden, anstatt sich abzumühen kompromisslos einen kleinen Krieg für nichts und wieder nichts zu führen. Naja dann stirbt er eben ohne etwas in seinem Leben erreicht zu haben außer Anderen auf die Nerven zu fallen. Schön. Denn es wird sich nichts ändern. Nicht Heute, nicht Morgen und auch nicht sonstwann. Und selbst wenn er (was ich nicht glaube) hier noch ein paar Anhänger seiner Theorie findet, bekehrt oder sonst was.
Gut Nacht

Moshpit
Samstag, 21.04.07 01:41
 

Da kämpft jemand ganz alleine auf verlorenem Posten verzweifelt um seine Ideologie, indem er die Einwände der Leute hier mit peinlichen Ausreden zerlegt. Beispiel? Hier:

Zitat: „Nun, ich habe keine Beweise dafür, dass aggressive Musik nicht den Sexualtrieb sowie den Aggresiontrieb stimulieren. Wiederrum frage ich mich, wieso Sie das 'unterbinden' wollen?"
Das Wort „unterbinden", obwohl Sie es in Anführungszeichen setzen, habe ich weder im Interview noch in der Diskussion gebraucht.

Man könnte ja einfach mal sinnvoll antworten mit einer Gegenthese, aber nein, man meckert an zwei Anführungszeichen rum, obwohl ja wohl bekannt sein müsste, dass man diese nicht nur zum Zitieren sondern auch anderweitig verwenden kann. Gehen da jemandem die Argumente aus?? Verständlich bei soviel (eigentlich NUR, und das massenhaft) Kritik!

dingeldidong
Samstag, 21.04.07 01:49
 

Wissen Sie wie ich auf diese Seite gekommen bin? Über die Rubrik "Lustiges" in einem Forum! Das sollte Ihnen zu denken geben

jawoll
Samstag, 21.04.07 13:47
 

los fudder, sagt mir was es zum 1000. kommentar gibt!

Jens
Samstag, 21.04.07 17:51
 

@FellFrosch
Ich muss dir Recht geben. Ich gleube das hier jemand die eigenen Probleme mit einer Musikrichtung auf die Allgemeinheit projeziert. Ich fühle mich persöhnlich aber angegriffen.

___

An Herrn Dr. Mehling

Aus Zeitmangel schreibe Ich zunächst nur zu einem ihrer Punkte:

Das Problem der Geschlechtskrankheiten und ungewollter Schwangerschaften lässt sich leit durch Aufklärung vermeiden. Es gab dazu einen Test in den USA. Einer Gruppe von Jungendlichen wurde Empfolen zu verhüten, einer anderen keinen Sex zu haben vor der Ehe. Auf dauer hatten die beiden Gruppen gleich viel Sex, aber die "Aufgeklärten" haben deutlich mehr verhütet. (Quelle kann ich im Moment nicht angeben. Ich sah dazu eine Sendung auf "N24", ich suche aber!)

Jens
PS: eins noch: Kunst liegt im Auge des Betrachters! Man kann nicht eindeutig sagen ob etwas "Kunst" ist oder nicht.

Asmodean
Samstag, 21.04.07 18:15
 

@Jens:
Ich wette mir dir, das die Antwort auf dein P.S. ungefähr so lauten wird:
Aber man kann zwischen allgemein gefährlicher und ungefährlicher Kunst unterscheiden.
Aus seinen kommentatren habe ich eines gemerkt. Herr Miehling kann es!
Ich kann es nicht und viele Wissenschaftler versuchen es. (aber für jede bewiesene These treten wieder 2 auf die das Gegenteil beweisen)
Im Moment gibt es einfach noch keine Methoden das menschliche gehirn so auszuloten, dass man Wirkung von verschiedenen Umwelteinflüssen genau bestimmen kann. Nicht nur wage. Wir werden uns nicht dazu einigen können. Jede Partei verteidigt ihren Standpunkt einfach viel zu verbissen^^

Macht etwas sinnvolleres als Herrn Miehling unsere Auffassung der "Gewaltmusik" (Äußerst schwammiger Begriff...muss ich sagen. fast wie "Killerspiele") nahelegen zu wollen. Z.B. mit dem Kopf gegen eine Wand laufen...kommt auf das selbe heraus.
Mfg
Asmodean

Asmodean
Samstag, 21.04.07 20:29
 

@Asmodean
Ich habe hier nicht hineingeschrieben um Herrn Mehlings Meinung zu ändern - klappt im Leben nicht. Aber ich wollte das nicht so stehen lassen. Wenn niemand Schreiben würde wie es auch sein kann, könnte der ein oder andere Unwissende denken, dass "Gewalltmusik" tatsächlich immer derartige Effeckte hat. Ich versuche hier einige Besucher der Seite davon zu überzeugen das nicht jeder der diese Musik hört gewaltätig und drogenabhänig ist oder wird.



Nochmal an Herrn Dr. Klaus Miehling:


Zitat: "Zitat: „HA! Von wegen Killerspiele. Gewaltmusik. Genauso falsch, aber einfach zu glauben und sehr bulevar."
Woher wollen Sie das wissen?"

Ich weiß es, weil ich seit Jahren sowohl "Killerspiele" als auch "Gewaltmusik" konsumiere. Ich kenne viele leute die das auch tun oder nur eines von beiden. Keiner ist nach beginn des "konsums" auffällig geworden.
Auf der Grundschule hatte ich jedoch Mitschüler die schon damals geraucht haben und auch sonst in ihr "Gewaltmusiker"-Bild passen. Die hören jetzt auch HipHop und ähnliches, aber sind nicht deshalb Straffällig, sondern aufgrund von Gruppenzwang und falschen Freunden. Ich wusste zu der Zeit noch nicht was das ist, was sie "Gewaltmusik" nennen und ich denke nich das die Oben genannten das wussten.

Jens

Jens
Samstag, 21.04.07 20:32
 

Der kommentar hier drüber ist von mir. Habe aus versehen einen falschen namen einkopiert, sorry.

Jens

Dr. Klaus Miehling
Sonntag, 22.04.07 00:09
 

21.4.07

an Moshpit:

Zitat: „Zitat: 'Nun, ich habe keine Beweise dafür, dass aggressive Musik nicht den Sexualtrieb sowie den Aggresiontrieb stimulieren. Wiederrum frage ich mich, wieso Sie das 'unterbinden' wollen?'
Das Wort 'unterbinden', obwohl Sie es in Anführungszeichen setzen, habe ich weder im Interview noch in der Diskussion gebraucht.
Man könnte ja einfach mal sinnvoll antworten mit einer Gegenthese, aber nein, man meckert an zwei Anführungszeichen rum, obwohl ja wohl bekannt sein müsste, dass man diese nicht nur zum Zitieren sondern auch anderweitig verwenden kann. Gehen da jemandem die Argumente aus??"
Die Frage lautete, warum ich den Gewaltmusikkonsum unterbinden will. Meine Antwort, ich hätte das Wort „unterbinden" nirgends verwendet, hat nichts mit einer „peinlichen Ausrede" zu tun, wie Sie weiter oben behaupten, sondern impliziert, daß die Frage falsch gestellt war.
Im übrigen sind meine Forumsbeiträge voll von Argumenten, weshalb ich Gewaltmusik für gefährlich halte.

an dingeldidong

Zitat: „Wissen Sie wie ich auf diese Seite gekommen bin? Über die Rubrik 'Lustiges' in einem Forum! Das sollte Ihnen zu denken geben."
Mir? Die lustigen Beiträge sind ja wohl die mit den vielen Grammatik- und Rechtschreibfehlern.

an Jens

Zitat: „Das Problem der Geschlechtskrankheiten und ungewollter Schwangerschaften lässt sich leit durch Aufklärung vermeiden. Es gab dazu einen Test in den USA. Einer Gruppe von Jungendlichen wurde Empfolen zu verhüten, einer anderen keinen Sex zu haben vor der Ehe. Auf dauer hatten die beiden Gruppen gleich viel Sex, aber die 'Aufgeklärten' haben deutlich mehr verhütet."
Das mag sein, aber keine Verhütung schützt hundertprozentig, und gegen Geschlechtskrankheiten helfen nur bestimmte Verhütungsmittel. Beim Thema „Gewaltmusik und Sex" müssen Sie auch bedenken, daß diese Musik auch und besonders gerne von Kindern und Jugendlichen gehört wird.

Zitat: „Kunst liegt im Auge des Betrachters! Man kann nicht eindeutig sagen ob etwas 'Kunst' ist oder nicht."
Ich meine, daß es hier zwar, wie bei der Frage der Gewaltmusik auch, eine Grauzone gibt, daß aber dennoch für die meisten Schöpfungen entscheidbar ist, ob sie Kunst sind oder nicht. Andernfalls wäre der Kunstbegriff ad absurdum geführt und hätte seine Berechtigung verloren.

Zitat: „Ich versuche hier einige Besucher der Seite davon zu überzeugen das nicht jeder der diese Musik hört gewaltätig und drogenabhänig ist oder wird."
Was ich auch nie behauptet habe.

Zitat: „Ich weiß es, weil ich seit Jahren sowohl 'Killerspiele' als auch 'Gewaltmusik' konsumiere. Ich kenne viele leute die das auch tun oder nur eines von beiden. Keiner ist nach beginn des 'konsums' auffällig geworden."
Was nicht viel heißen will, denn die meisten Straftäter bleiben relativ unauffällig. Womit ich keinem Ihrer Bekannten etwas unterstellen will. Aber der persönliche Eindruck kann leicht täuschen bzw. die Leute die man kennt müssen nicht repräsentativ für die Gesamtbevölkerung sein.

Zitat: „Auf der Grundschule hatte ich jedoch Mitschüler die schon damals geraucht haben und auch sonst in ihr 'Gewaltmusiker'-Bild passen. Die hören jetzt auch HipHop und ähnliches, aber sind nicht deshalb Straffällig, sondern aufgrund von Gruppenzwang und falschen Freunden."
Aber was bewegt jemanden dazu, sich solche Freunde zu wählen und dem Gruppenzwang nachzugeben?

Nameless
Sonntag, 22.04.07 11:05
 

Da sie meinem Beitrag vom 19.04. scheinbar nichts mehr hinzuzufügen haben, gehe ich mal davon aus, dass ich recht habe.

"Zitat: „Auf der Grundschule hatte ich jedoch Mitschüler die schon damals geraucht haben und auch sonst in ihr 'Gewaltmusiker'-Bild passen. Die hören jetzt auch HipHop und ähnliches, aber sind nicht deshalb Straffällig, sondern aufgrund von Gruppenzwang und falschen Freunden."
Aber was bewegt jemanden dazu, sich solche Freunde zu wählen und dem Gruppenzwang nachzugeben?"

Der Wunsch nach Anerkennung und akzeptiert zu werden.
Ich denke auch, dass man sich seine Freunde nicht bewusst aussucht, sondern viel eher in einen Freundeskreis "hereinwächst". Am Anfang stellt man die Frage nach der Persönlichkeit des Gegenüber gar nicht.

"Zitat: „Zitat: 'Nun, ich habe keine Beweise dafür, dass aggressive Musik nicht den Sexualtrieb sowie den Aggresiontrieb stimulieren. Wiederrum frage ich mich, wieso Sie das 'unterbinden' wollen?'
Das Wort 'unterbinden', obwohl Sie es in Anführungszeichen setzen, habe ich weder im Interview noch in der Diskussion gebraucht.
Man könnte ja einfach mal sinnvoll antworten mit einer Gegenthese, aber nein, man meckert an zwei Anführungszeichen rum, obwohl ja wohl bekannt sein müsste, dass man diese nicht nur zum Zitieren sondern auch anderweitig verwenden kann. Gehen da jemandem die Argumente aus??"
Die Frage lautete, warum ich den Gewaltmusikkonsum unterbinden will. Meine Antwort, ich hätte das Wort „unterbinden" nirgends verwendet, hat nichts mit einer „peinlichen Ausrede" zu tun, wie Sie weiter oben behaupten, sondern impliziert, daß die Frage falsch gestellt war.
Im übrigen sind meine Forumsbeiträge voll von Argumenten, weshalb ich Gewaltmusik für gefährlich halte."

So wie ich das verstanden habe, war die Frage nicht, weshalb sie Gewaltmusik unterbinden wollen, sondern Aggressions- und Sexualtrieb (zwei durchaus natürliche Wesenszüge des Menschen, wie ich meine).
Und dann auf einem schlecht gewählten Wort (was eigentlich gut gewählt ist, denn zumindest fordern sie einen Umdenkprozess, an dessen Ende ein Verbot der Musik steht) rumzureiten, anstatt eine Antwort zu geben, find ich schon arm.

"Zitat: „Wissen Sie wie ich auf diese Seite gekommen bin? Über die Rubrik 'Lustiges' in einem Forum! Das sollte Ihnen zu denken geben."
Mir? Die lustigen Beiträge sind ja wohl die mit den vielen Grammatik- und Rechtschreibfehlern. "

Auch wenn ich damit ihr Weltbild zerstöre: Es wird tatsächlich über sie und ihre völlig absurde Meinung und Argumentation gelacht.

Dr. Klaus Miehling
Sonntag, 22.04.07 12:19
 

Leider hatte ich Beiträge vom 19. 4. übersehen:

an pippi:

Zitat: „was sie allerdings antworteten, war unbefriedigend. sie sagten, der agressionsrückgang sei einfach durch die zeit bedingt, die beim musikhören verstreicht. wenn dem so wäre, würde es allerdings implizieren, dass sich durch die gewaltmusik scheinbar keine neuen agressionen mehr bilden, denn sonst, so sehe ich das, würde die agression die vorher im hörer zu finden war, nicht zurückgehen können, sondern sich eher verstärken."
Wenn die Aggression vor dem Musikhören höher ist als die, welche durch das Musikstück ausgelöst würde, könnte es durchaus zu einem Rückgang kommen. Im „Freiburger Wochenbericht" vom 14. 4. war ein Bericht über eine Studie mit gewalttätigen Videospielen. Was dabei herauskam, könnte entsprechend auch für Gewaltmusik gelten: Von den 125 untersuchten Kindern blieb bei 77 der „Wut-Level" nach dem Spielen unverändert (was wohlgemerkt nichts über evtl. langfristige Wirkungen aussagt), bei 22 stieg er an, und das sogar beträchtlich (er „verdoppelte sich nahezu"); bei acht schließlich sank er; und genau diese acht hatten schon vor dem Spiel einen so hohen „Wut-Level" wie die eben genannten 22 ihn nach dem Spiel hatten. Das würde also bedeuten, daß bei einer sehr kleinen Minderheit (6 %) die Aggression tatsächlich zurückgeht, eben weil sie schon zu vor sehr aggressiv sind. Bei 18 % dagegen stieg die Aggression stark an; und die sind das Problem. Über langfristige Wirkungen sagt die Studie nichts aus; es gibt aber andere Studien, die eine solch langfristige, die Persönlichkeit betreffende aggressivierende Wirkung von gewalthaltigen Videospielen oder Filmen belegen. Ich spreche ja immer von Durchschnittswerten und betone, daß es im Einzelfall anders aussehen kann.

Zitat: „desweiteren sagten sie, der körper würde ermüden und dadurch gingen die agressionen zurück... dann allerdings könnte man doch davon ausgehen, dass die agression zurückkommt, sobald die müdigkeit verflogen ist? und das ist schlicht und einfach nicht der fall."
Wie eben ausgeführt beträfe das nur eine kleine Minderheit der Hörer; außerdem dürfte langfristig gesehen das Aggressionsniveau dennoch steigen. Das geschieht langsam und für Sie unmerklich.

Zitat: „da kannn auch niemand etwas gegen einwenden, schließlich sind das ganz subjektive erfahrungen, die sowohl seb als auch ich und bestimmt noch weitere menschen gemacht haben: nach konsum der schädlichen musik ist die agression verflogen und kommt auch nicht wieder,"
„Subjektive Erfahrungen" sind eben subjektiv und beziehen sich auf den Einzelfall der eigenen Person. Genausogut kann ich meine subjektive Erfahrung dagegensetzen, daß ich beim Hören solcher Musik aggressiv werde, und ich könnte weitere Hörer zitieren (habe ich in diesem Forum auch schon getan), die ebenfalls davon aggressiv werden - obwohl sie im Gegensatz zu mir die Musik gerne hören.

Zitat: „weiter oben fragte ein aufmerksamer leser sie, wenn auch vielleicht nicht ganz höflich, wie ich zugeben muss, ob ihnen schon aufgefallen sei, dass sich 99,9% aller einträge gegen sie richteten. daraufhin antworteten sie dem frager recht ausweichend: bei 99,9% gegenstimmen käme ein beführworter auf 1000 beiträge. soweit konnte ich logisch folgen.
ihr nächster satz allerdings drehte das ganze um: [Das hieße, daß eine von 1000 für mich ist ]- aber es waren schon einige zumindest teilweise für mich, und insgesamt sind die 1000 noch gar nicht erreicht!
-> wie seltsam ist dieses statement denn bitte! 'insgesamt sind die 1000 noch nicht erreicht!' es geht hier nicht um absolute, sondern um prozentuale häufigkeiten!"
Wieso seltsam? Ich wollte damit sagen, daß jemand bei weniger als tausend Einträgen - von denen etwa 150 von mir sein dürften und somit nicht zählen - nicht behaupten kann, 99,9 % wären gegen mich. Das geht nicht auf.

an Nameless:

Zitat: „Vlt. hätte ich schreiben sollen '...in Großstadt Vierteln, wie es sie auch im MA gegeben hat'. Müssen sie alles verdrehen?"
Ich verdrehe nichts, sondern Sie drücken sich unklar aus. Außerdem gab es im MA praktisch keine „Großstädte", und die damalige Kriminalitätsrate läßt sich heute nicht mehr feststellen. Und schließlich habe ich nie behauptet, jede Kriminalität ginge auf Gewaltmusikeinfluß zurück.

Zitat: „Da sie meinem Beitrag vom 19.04. scheinbar nichts mehr hinzuzufügen haben, gehe ich mal davon aus, dass ich recht habe."
Siehe oben.

Zitat: „[Aber was bewegt jemanden dazu, sich solche Freunde zu wählen und dem Gruppenzwang nachzugeben?] „Der Wunsch nach Anerkennung und akzeptiert zu werden."
Das beantwortet die Frage nicht, denn man kann Anerkennung und Akzeptanz ja auch bei anderen Leuten suchen.

Zitat: „Ich denke auch, dass man sich seine Freunde nicht bewusst aussucht, sondern viel eher in einen Freundeskreis 'hereinwächst'. Am Anfang stellt man die Frage nach der Persönlichkeit des Gegenüber gar nicht."
Wenn nicht am Anfang, dann sollte man sie später stellen.

Zitat: „So wie ich das verstanden habe, war die Frage nicht, weshalb sie Gewaltmusik unterbinden wollen, sondern Aggressions- und Sexualtrieb (zwei durchaus natürliche Wesenszüge des Menschen, wie ich meine)."
Christoph M. hatte geschrieben: „Nun, ich habe keine Beweise dafür, dass aggressive Musik nicht den Sexualtrieb sowie den Aggresiontrieb stimulieren. Wiederrum frage ich mich, wieso Sie das 'unterbinden' wollen?" In diesem Kontext habe ich „das" auf die Stimulierung der Triebe durch Gewaltmusik bezogen, nicht auf die Triebe selbst, die natürlich „durchaus natürliche Wesenszüge des Menschen" sind; aber sie haben auch ihre negativen Seiten und sollten daher nicht über das „Natürliche" hinaus noch zusätzlich stimuliert werden. Was dabei herauskommt, können wir täglich in der Zeitung lesen und in den Nachrichten hören.

Zitat: „Auch wenn ich damit ihr Weltbild zerstöre: Es wird tatsächlich über sie und ihre völlig absurde Meinung und Argumentation gelacht."
Wer hier absurder argumentiert, mögen unvoreingenommene Leser entscheiden. Wenn sich die meisten Gewaltmusikhörer von mir überzeugen ließen, DAS würde mein Weltbild zerstören!

Nameless
Sonntag, 22.04.07 13:44
 

"Ich verdrehe nichts, sondern Sie drücken sich unklar aus."

Es kann passieren, dass man sich nicht 100%ig korrekt ausdrückt. Das eigentlich gemeinte ist in den meisten Fällen aber dennoch leicht erkennbar. Deswegen sollte nicht auf solchen Kleinigkeiten rumgeritten werden.

"Außerdem gab es im MA praktisch keine „Großstädte", und die damalige Kriminalitätsrate läßt sich heute nicht mehr feststellen."

Sie sind doch der, der Wert darauf legt alles in Relation zu sehen. Dazu mal ein paar Werte: Im Jahr 2000 haben wir eine Erdbevölkerung von ca. 6,5 Mrd. Menschen.
Im Jahr 1000 (im MA also) waren es ca. 200-300 Millionen, also nur ein Bruchteil von dem was heute auf der Erde lebt.
Die aus unsere Sicht kleinen Städte damals, kann man daher also schon als Großstädte ihrer Zeit bezeichnen.
Viel bezeichnender sind allerdings die Lebensbedingungen, die sich in relation zu ihrer Zeit nicht wesentlich geändert haben.
Um auf das Beispiel der Rapper zurückzukommen: Die Kriminalität unter Rappern ist groß, das ist ein Fakt. Sie führen diesen Umstand auf die Musik zurück (kein Fakt sondern ihre These). Ich denke, dass obiger zusammenhang eher die Lebensbedingungen in den Großstädten als Grund für die Kriminalität vermuten lässt (auch kein Fakt, meine These).

"Und schließlich habe ich nie behauptet, jede Kriminalität ginge auf Gewaltmusikeinfluß zurück."

Im Fall der Rapper sehen sie das aber doch scheinbar recht eindeutig, oder zumindest halten sie es für sehr wahrscheinlich, dass in diesem Milieu die Musik eine entscheidene Rolle spielt.
Oder habe ich das Falsch verstanden?
Wenn ja: streichen sie meine Argumentation, oder überhaupt alles, da sie sich ja dann immer mit diesen Satz rausreden können (und es teilweise auch jetzt schon getan haben).
Wenn nein: sehen sie meine Argumentation oben, als weiteren Erklärungsversuch für die Kriminalitätsrate und versuchen sie ihn zu widerlegen.

Gewaltmusikhörer
Sonntag, 22.04.07 14:45
 

"Aber was wären die Texte ohne die suggestive und aggressive Musik?"

Es gibt durchaus ruhige Musik mit politisch fragwürdigen Texten.

"Na, wenn alle diese Erkenntnis teilen würden, wären wir schon ein großes Stück weiter!"

Ich sagte, dass ich Ihre Erkenntnis nachvollziehen kann, nicht, dass ich sie teile. Dies ist ein großer Unterschied, Herr Dr. Miehling...

"Barockmusik aggressiv???"

Ich habe diese Musik im Schulunterricht gehört und fand sie durchaus aggressiv.

"Wenn Sie aber mit einer Popballade so etwas wie Katie Melua meinen, wenn sie sich nur mit der Gitarre begleitet, dann gebe ich Ihnen Recht, daß das kaum zu Straftaten führen wird."

Dann haben Sie aber zwischenzeitlich Ihre Meinung geändert, weil anfangs war Ihr Standpunkt noch, dass jegliche Form von Unterhaltungsmusik zu Straftaten führt - nicht nur Heavy Metal, Rap und Techno...

"In der Tat. Was ich bisher an Raptexten gelesen habe, war nur peinlich. Insbesondere vom Versmaß hatten die keine Ahnung. "

Rap ist eben Kunst, da geht es nicht darum, immer die selben dogmatischen Werte der klassischen Musik zu bedienen. Das war doch schon immer so, dass irgendwelche selbsternannten Musikexperten die Entwicklung der Musik mit irgendwelchen dogmatischen Regeln eindämmen wollten. Selbst Beethoven und Mozart mussten gegen verschiedene Vorgaben ankämpfen, um sich künstlerisch verwirklichen zu können.

Außerdem wurde früher meist nur in Reimschemen gereimt, die jeder Hobbydichter nachbauen konnte. Rap hat einen neuen Standart im Bezug auf die Reimkunst eingeführt. Nicht jeder kann reimen wie es z.B. der Rapper Nas zu Beginn seiner Karriere tat.

"Ich meinte ja diese Fehlinterpretationen, und wollte sagen, daß z.B. Mord selbstverständlich verboten bleiben muß, auch wenn manche Fundamentalisten ihn für erlaubt halten."

Ja, aber dafür haben Sie genauso wenig eine Lösung wie ich. Manche Dinge sind einfach problematisch. Da hilft es nicht, schlicht gegen alles zu wettern, was man nicht ganz nachvollziehen kann. Wir können ja auch nicht die Politik abschaffen, nur weil die Politiker ständig falsche Entscheidungen treffen und persönliche Macht politischem Erfolg vorziehen. Es gibt nun mal Probleme auf dieser Welt...

Dr. Klaus Miehling
Sonntag, 22.04.07 23:40
 

an Nameless:

Zitat: „Sie sind doch der, der Wert darauf legt alles in Relation zu sehen. Dazu mal ein paar Werte: Im Jahr 2000 haben wir eine Erdbevölkerung von ca. 6,5 Mrd. Menschen.
Im Jahr 1000 (im MA also) waren es ca. 200-300 Millionen, also nur ein Bruchteil von dem was heute auf der Erde lebt.
Die aus unsere Sicht kleinen Städte damals, kann man daher also schon als Großstädte ihrer Zeit bezeichnen.
Viel bezeichnender sind allerdings die Lebensbedingungen, die sich in relation zu ihrer Zeit nicht wesentlich geändert haben."
Natürlich kann man Städte mir einigen tausend Einwohnern als „Großstädte" des MA bezeichnen. Aber Ihnen geht es doch um die Lebensbedingungen; und da sind die Großstädte des MA eben eher mit unseren Kleinstädten vergleichbar. Davon abgesehen haben sich die Lebensbedingungen seit damals wohl erheblich verändert.

Zitat: „Die Kriminalität unter Rappern ist groß, das ist ein Fakt. Sie führen diesen Umstand auf die Musik zurück (kein Fakt sondern ihre These). Ich denke, dass obiger zusammenhang eher die Lebensbedingungen in den Großstädten als Grund für die Kriminalität vermuten lässt (auch kein Fakt, meine These)."
Damit implizieren Sie aber, daß die Kriminalität unter der Großstadtbevölkerung insgesamt (oder zumindest unter den Bewohnern der entsprechenden Stadtviertel) ebensohoch ist wie unter den Rappern. Und das trifft wohl kaum zu; auch wenn mir keine vergleichenden Daten aus einzelnen Stadtvierteln bekannt sind.

Zitat: „'Und schließlich habe ich nie behauptet, jede Kriminalität ginge auf Gewaltmusikeinfluß zurück.'
Im Fall der Rapper sehen sie das aber doch scheinbar recht eindeutig, oder zumindest halten sie es für sehr wahrscheinlich, dass in diesem Milieu die Musik eine entscheidene Rolle spielt. Oder habe ich das Falsch verstanden?"
Das kommt darauf an, was Sie unter „entscheidend", und was Sie unter „Einfluß der Musik" verstehen. Den größten Einfluß haben die Gene; unter den Umwelteinflüssen allerdings halte ich die Musik für einen der größten. Und unter der Wirkung der Musik verstehe ich neben der direkten Wirkung über den Klang auch die Wirkung der Texte und das Vorbild der Interpreten. Und statt von Rappern sollten wir eher von den Angehörigen der HipHop-Kultur und den Raphörern sprechen. Denn die Rapper haben ja auch einmal als Hörer angefangen, und als sie sich dafür entschieden, selbst zu rappen, waren sie i.a. schon kriminell geworden (wie auch die Biographien vieler prominenter Rapper zeigen).

Zitat: „Wenn ja: streichen sie meine Argumentation, oder überhaupt alles, da sie sich ja dann immer mit diesen Satz rausreden können (und es teilweise auch jetzt schon getan haben)."
Was hat das mit „rausreden" zu tun? Sind Sie jetzt beleidigt, weil meine Ansicht nicht so extrem ist, wie es Ihr Feindbild erwartet?

Zitat: „Wenn nein: sehen sie meine Argumentation oben, als weiteren Erklärungsversuch für die Kriminalitätsrate und versuchen sie ihn zu widerlegen."
Ihre Argumentation lautete: Rapper sind oft kriminell, weil sie aus Großstadtvierteln stammen, in welchen die Kriminalitätsrate hoch ist. Nur: Das ist keine Erklärung. Man kann ja auch nicht behaupten: Viele Rapper sind Schwarze, WEIL sie aus Großstadtvierteln mit einem hohen Anteil an Schwarzen stammen. Nein, sie sind Schwarze, weil es in ihren Genen liegt. Und wie ich oben sagte: Wir müssen auch und vor allem den Einfluß auf die Hörer betrachten. Ich nehme an, daß es Raphörer nicht nur in besonders kriminalitätsbelasteten Großstadtvierteln gibt; und doch zeigen Untersuchungen immer wieder die überdurchschnittliche Kriminalität dieser Personengruppe.

an Gewaltmusikhörer:

Zitat: „'Aber was wären die Texte ohne die suggestive und aggressive Musik?'
Es gibt durchaus ruhige Musik mit politisch fragwürdigen Texten."
Gewiß; aber haben die Texte dann die gleiche Wirkung?

Zitat: „'Barockmusik aggressiv???'
Ich habe diese Musik im Schulunterricht gehört und fand sie durchaus aggressiv."
Können Sie das näher beschreiben? Hat die Musik Sie selbst aggressiv gemacht?

Zitat: „Dann haben Sie aber zwischenzeitlich Ihre Meinung geändert, weil anfangs war Ihr Standpunkt noch, dass jegliche Form von Unterhaltungsmusik zu Straftaten führt - nicht nur Heavy Metal, Rap und Techno..."
Dann zitieren Sie bitte mal einen Satz, in welchem ich das gesagt haben soll.

Zitat: „Rap ist eben Kunst, da geht es nicht darum, immer die selben dogmatischen Werte der klassischen Musik zu bedienen."
Ich sprach ja nicht von Werten der klassischen Musik, sondern von Grundsätzen der Poesie. Kunst wird nicht dadurch zu Kunst, daß ihr Schöpfer behauptet, sie sei es. Wenn weder Reim noch Versmaß eine Rolle spielen, was soll dann an Raptexten kunstvoll sein? Den von Ihnen genannten Rapper Nas kenne ich nicht. Natürlich mag es Ausnahmen geben; aber unter den Raptexten, die ich gelesen habe, war nichts, was man als Kunst bezeichnen könnte.

Zitat: „Manche Dinge sind einfach problematisch. Da hilft es nicht, schlicht gegen alles zu wettern, was man nicht ganz nachvollziehen kann. Wir können ja auch nicht die Politik abschaffen, nur weil die Politiker ständig falsche Entscheidungen treffen und persönliche Macht politischem Erfolg vorziehen."
Nein, wir können nicht die Politik abschaffen, und ich will auch nicht die Musik abschaffen. Aber man darf bestimmte Politiker kritisieren, und man darf bestimmte Musik kritisieren.

Niklas Kahl
Montag, 23.04.07 15:24
 

"[...] Klassische Musik spricht auch die neueren kognitiven Schichten an, während Gewaltmusik vor allem das Stammhirn anspricht, und dort speziell den Aggressions- und Sexualtrieb. [...]"

Naja, heißt ja auch nicht umsonst "Sex, Drugs & rock'n'Roll", oder? :D

Simon G.
Montag, 23.04.07 16:00
 

Ich bin auch felsenfest davon überzeugt, dass ich mal ein ganz großer Fußballstar werde, wenn ich nur endlich mal von den ganzen Metzelspielen los komme und anfange FIFA zu zocken. Aber als Metaller habe ich wohl eh versagt im Leben alles ist für die Katz ich geh mich mal schnell exmatrikulieren und beginne meine Karriere als Unkrautzupfer. Gut das ich das hier gelesen habe um ein Haar wäre ich noch Ingenieur oder gar Doktor geworden. Außerdem werde ich vor meinem nächsten 100m Lauf nur noch Entspannungsmusik hören, dass ich mich auch ja nicht zu sehr aufputsche. Könnte ja sein das ich gewinne oder gar ne 9mm aus meiner knappen Sprinterhose ziehe und wahllos um mich ballere. So, da ich schon einmal dabei bin. Ohhhhh!!!! Superstars kommen bald ich muss mich weiter medial vergewaltigen lassen, denn soweit stimme ich Ihnen zu diese Art von "Musik" macht mich zum Gewalttäter!!!!

Nameless
Montag, 23.04.07 16:53
 

"Davon abgesehen haben sich die Lebensbedingungen seit damals wohl erheblich verändert."
Ich schrieb auch "in relation zu ihrer Zeit". 1:1 vergleichen kann man natürlich nicht.
2000 Menschen auf einen Fleck waren damals eben sehr viele Menschen, wenn die Dörfer aus 3 Häusern und einer Kuh bestanden. Soviel zum Thema Relation.

"Was hat das mit „rausreden" zu tun? Sind Sie jetzt beleidigt, weil meine Ansicht nicht so extrem ist, wie es Ihr Feindbild erwartet?"
Ich bin nicht beleidigt, nur finde ich es bezeichnend, dass sie sehr viele andere Erklärungsversuche mit diesem Satz "abschmettern" und nicht weiter darauf eingehen.
Was ihre "nicht extreme" Ansicht betrifft: Die Art mit der sie hier auftreten, und die Vehemenz mit der sie die moderne Musik verteufeln, sieht in meinen Augen sehr Extrem aus.

"Und statt von Rappern sollten wir eher von den Angehörigen der HipHop-Kultur und den Raphörern sprechen."
Geht, klar, habe das Wort "Rapper" sowieso als Synomym für alle Anhänger dieser Szene verwendet.

"Rapper sind oft kriminell, weil sie aus Großstadtvierteln stammen, in welchen die Kriminalitätsrate hoch ist."
Nein, meine Argumentation lautete, dass Rapper (bzw. Anhänger der HipHop-Kultur, um weiteren missverständnissen vorzubeugen) Kriminell sind, weil deren Lebensbedingungen und deren Umfeld von Armut geprägt sind. Und das diese Umstände zu einer hohen Kriminalität führen, zeigte sich schon im MA.

Da fällt mir doch glatt noch ein Beispiel ein: Es gibt wohl Verbrecher-Syndikate (vornehmend in Osteuropa) die Kinder unter 14 Jahren (also nach unserem Recht nicht strafmündig) dazu zwingen in Gebäude einzubrechen und zu stehlen. Diese Kinder lernen das stehlen quasi von klein auf und entwickeln diesbezüglich kein Unrechtsbewusstsein.
Ich denke, dass in diesem Punkt unbestritten ist, dass Musik hier auch nur die geringste Rolle spielt.
Jetzt kann man vergleichen: Kinder in genannten Großstadtvierteln wachsen in einem Umfeld auf, dass von Kriminalität, Rassenhass (im Fall von amerikanischen Städten), Armut und dergleichen geprägt ist. Wie oben können diese Kinder wohl kaum ein Unrechtsbewusstsein entwickeln - sie haben ja auch kaum eine Chance es anders zu lernen.

Ich denke, wenn man hier anfängt etwas zu tun, erreicht man mehr, als mit einem Verbot der Musik. Diese ist ein Ausdruck der Lebensumstände, keine Ursache.

"Damit implizieren Sie aber, daß die Kriminalität unter der Großstadtbevölkerung insgesamt (oder zumindest unter den Bewohnern der entsprechenden Stadtviertel) ebensohoch ist wie unter den Rappern. Und das trifft wohl kaum zu; auch wenn mir keine vergleichenden Daten aus einzelnen Stadtvierteln bekannt sind."
1. Gibt es wohl nicht nur Rapper in Großstädten
und 2. auch noch andere Gründe für Kriminalität, die ich gar nicht bestreiten will.
Es geht mir hier nur um einen Erklärungsversuch für die hohe Kriminalität in diesen Vierteln, die sie allzugern mit der gehörten Musik begründen.
Es gibt sicher keine Umfassende Erklärung für ein bestimmtes Verhalten.

Nameless
Montag, 23.04.07 16:58
 

"Ich denke, dass in diesem Punkt unbestritten ist, dass Musik hier auch nur die geringste Rolle spielt."

Da hat sich in meinem Post oben doch tatsächlich der Fehlerteufel eingeschlichen...
Der Satz soll natürlich lauten: "Ich denke, dass in diesem Punkt unbestritten ist, dass Musik hier keine Rolle spielt.

Tomkick
Montag, 23.04.07 17:54
 

Ich stelle mal eine kleine Rezension des Werkes rein.
http://www.uni-giessen.de/graduiertenzentrum/magazin/rezension-2204.php

Dr Klaus Miehling
Montag, 23.04.07 20:04
 

Ich bin ein kleiner ahnungsloser Penner, der meint sich wichtig machen zu müssen!

Peter Pan
Montag, 23.04.07 22:40
 

es ist ja allgemein bekannt, dass klassische Musik in Verknüpfung mit Oper und Gefühlen steht....

In einer Oper gibt es immer Gewalt und in keiner anderen Musikart werden Gefühle so gross geschrieben wie in der Klassik,...
Das ist ja der Mega Schwachsinn - ebenso können Trauer, Gewalt, Einsamkeit, Wut, Agression, usw. genauso durch Klassik wie auch durch Rock oder Pop dargestelt werden!

Der Typ hat bei mir verschissen - aber sowas von!

gewalttätiges Musik-Opfer
Dienstag, 24.04.07 15:13
 

Du Musiknazi....Ney ney ney....ich habe auch mal klassik gehört...und darauf prompt ein ganzens dorf niedergemetzelt....weil sich son lahmen dreck keiner anhören kann...Das muss knallen muss das...das muss drücken im gesicht und die Ohren betäuben....so wie Debauchery....

Dr. Klaus Miehling
Dienstag, 24.04.07 21:33
 

Hatte das folgende noch vergangene Nacht abgeschickt, kam jedoch nicht an:

Die am Montag, 23.04.07 um 20:04 unter meinem Namen abgespeicherte Nachricht stammt natürlich nicht von mir. Da hat wieder ein Gewaltmusikhörer sein wahres Gesicht gezeigt.

an Nameless:

Zitat: „Nein, meine Argumentation lautete, dass Rapper (bzw. Anhänger der HipHop-Kultur, um weiteren missverständnissen vorzubeugen) Kriminell sind, weil deren Lebensbedingungen und deren Umfeld von Armut geprägt sind."
Das ist auch nicht überzeugend. Erstens hat die HipHop-Kultur auch Anhänger unter wohlhabenderen Schichten, und zweitens macht Armut niemandem zu einem Kriminellen.

Zitat: „Da fällt mir doch glatt noch ein Beispiel ein: Es gibt wohl Verbrecher-Syndikate (vornehmend in Osteuropa) die Kinder unter 14 Jahren (also nach unserem Recht nicht strafmündig) dazu zwingen in Gebäude einzubrechen und zu stehlen. Diese Kinder lernen das stehlen quasi von klein auf und entwickeln diesbezüglich kein Unrechtsbewusstsein.
Ich denke, dass in diesem Punkt unbestritten ist, dass Musik hier auch nur die geringste Rolle spielt. [korrigiert in: keine Rolle spielt]"
Nun, wer weiß, welche Musik die Anstifter gehört haben ...

Zitat: „Jetzt kann man vergleichen: Kinder in genannten Großstadtvierteln wachsen in einem Umfeld auf, dass von Kriminalität, Rassenhass (im Fall von amerikanischen Städten), Armut und dergleichen geprägt ist. Wie oben können diese Kinder wohl kaum ein Unrechtsbewusstsein entwickeln - sie haben ja auch kaum eine Chance es anders zu lernen."
Der Mensch hat von Natur aus ein Unrechtsbewußtsein: Schon Kleinkinder schreien, wenn man ihnen etwas wegnimmt. Und gerade wenn man in seinem eigenen Umfeld Kriminalität und das damit verbundene Unrecht und Leid erlebt, kann und sollte man erst recht ein Unrechtsbewußtsein entwickeln.

Zitat: „Ich denke, wenn man hier anfängt etwas zu tun, erreicht man mehr, als mit einem Verbot der Musik. Diese ist ein Ausdruck der Lebensumstände, keine Ursache."
Das schließt sich nicht aus. Die Musik transportiert die kriminellen Ideologien auch in die Gehirne von Jugendlichen, die unter ganz anderen Lebensumständen aufwachsen.

an Peter Pan:
Zitat: „Das ist ja der Mega Schwachsinn - ebenso können Trauer, Gewalt, Einsamkeit, Wut, Agression, usw. genauso durch Klassik wie auch durch Rock oder Pop dargestelt werden!"
Klassische Musik stellt Gewalt ggf. dar, aber sie drückt sie nicht aus! Vgl. meine diesbezügl. Ausführungen vom 29. 1.

Gewaltmusikhörer
Dienstag, 24.04.07 23:06
 

"Gewiß; aber haben die Texte dann die gleiche Wirkung?"

Das ist eine gute Frage, die ich mir bislang nicht gestellt habe, weil ich ohnehin der Meinung bin, dass es nicht die Aufgabe der Musik ist, Menschen zu erziehen.

"Können Sie das näher beschreiben? Hat die Musik Sie selbst aggressiv gemacht?"

Das ist länger her. Ich kenne mich mit dieser Musik wirklich nicht aus, deshalb möchte ich nichts falsches sagen... Aber die Musik ist ja noch ziemlich unmelodisch, weil es gewisse Vorschriften gab, wie ein Stück komponiert werden musste. Dadurch klingt die Musik soweit ich mich erinnern kann durchaus aggressiv. Ich selbst wurde davon nicht aggressiv, aber das passiert mir auch beim Konsum von moderner Musik nicht, unabhängig von der bpm-Zahl oder ob da jetzt ein Schlagzeug dabei ist oder nicht.

Am Rande habe ich mitbekommen, dass es in einer Diskussion mit einem anderen Poster zum Vergleich mit Videospielen kam. Hierzu kann ich aus eigener Erfahrung sagen, dass Videospiele mich aggressiv machen. Ich befinde mich während des Spielens und unmittelbar danach in einer anderen Welt, als nähme ich Drogen. Ich bin kaum ansprechbar und sehr aggressiv, wenn mich jemand z.B. dafür kritisiert, dass ich zu lange spiele. Wenn ich dieses Gefühl mit dem Konsum von Musik vergleiche, dann muss ich sagen, dass ich nach dem Musikhören eigentlich immer sehr entspannt bin. Die Wirkung von Musik ist nicht im Ansatz zu vergleichen mit der von Videospielen. Wobei ich anmerken muss, dass ich Videospiele auch mag ;-)

"Dann zitieren Sie bitte mal einen Satz, in welchem ich das gesagt haben soll."

Sie können nicht ernsthaft von mir verlangen, dass ich mir den kompletten Thread durchlese um einen Satz rauszusuchen, der inhaltlich genau das wiedergibt. Dafür hab' ich keine Zeit. Vielleicht habe ich Sie auch falsch verstanden, aber ich habe den Eindruck, dass auch andere User es so verstanden haben, als verurteilten Sie jegliche populäre Musik. Schließlich haben Sie dem Schlagzeug, welches das Fundament für 90 % der modernen Popmusik bildet, grundsätzlich eine aggressive Wirkung zugeschrieben.

"Ich sprach ja nicht von Werten der klassischen Musik, sondern von Grundsätzen der Poesie."

Was ist Poesie? Poesie ist eine völlig subjektive Bezeichnung für die Qualität der Lyrik. Die Sprache hat sich verändert und die Geschmäcker eben auch. Früher war die Lyrik eben blumiger, das heißt aber nicht automatisch, dass die Dichter talentierter waren als moderne Reimer. Viele moderne "Poetry"-Künstler und auch Rapper nutzen nach wie vor eine etwas blumige, verschlüsselte Sprache und werden dafür kritisiert, einfach weil es heute nicht mehr gefragt ist.

"Kunst wird nicht dadurch zu Kunst, daß ihr Schöpfer behauptet, sie sei es"

Popmusik wird nicht dadurch zu Gewaltmusik, dass ein Akademiker behauptet, sie sei es....

"Wenn weder Reim noch Versmaß eine Rolle spielen, was soll dann an Raptexten kunstvoll sein?"

Zum Thema Reim: Nein, bei der sogenannten Poesie ging es nicht um Reime. Da konnte man "Haus" auf "Maus" reimen, es ging höchstens um Reimschemen, dass man z.B. über Kreuz reimt. Das ist aber kein besonders schwieriges Reimschema, das kann man einfach "nachbauen". So habe ich mit 12 Jahren gereimt. Natürlich war meine Wortwahl damals lächerlich und peinlich, aber ich war eben auch erst 12. Auch als fortgeschrittener Lyricist kann man solche Reimschemen verwenden, aber eben nicht ausschließlich. Es gibt nichts schöneres, als mit Lyrics zu spielen und ständig die Reimschemen zu wechseln. Man kann beliebig viele Silben von verschiedenen Wörtern zusammenreimen (vorausgesetzt man besitzt das Talent dazu). Doppelreime sind üblich, man kann aber auch Dreifachreime oder bis hin zu Achtfachtreimen schreiben (nur irgendwann hört sich's nicht mehr gut an, weil man's nicht mehr so gut "flowen" kann). So was gibts ja bei herkömmlichen Gedichten gar nicht... Da wird meistens nur normal gereimt... Ein guter Lyricist kann sehr viel allein mit Reimen machen und die Reime sind beim Rap nur ein Aspekt von vielen.

Zum Thema Versmaß: Ein bestimmtes sich wiederholendes Muster von zum Beispiel betonten und unbetonten Silben ergibt ein Versmaß (lt. Wikipedia). Nun frage ich mich, wieso man ein besonderes Talent haben muss, um ein sich immer wiederholendes Muster anzuwenden, gerade im Bezug auf Betonung. Bei normalen Gedichten hat das wohl seinen Sinn. Die haben eben ihr monotones Muster und werden vorgelesen. Ich will dem nicht den künstlerischen Wert absprechen, solche Gedichte stellen ein Kulturgut dar. Aber ich sehe eben auch nicht unbedingt, dass man für herkömmliche Gedichte mehr Talent benötigt als für sehr gute Rapmusik (es gibt natürlich auch sehr schlechte Rapmusik). Wenn ein Rapper seine Silben immer gleich betont, immer gleiche Reimschemen benutzt und seine Stimme immer gleich einsetzt, dann wird er heute eher als mangelndes Talent gesehen. Immer dasselbe machen kann jeder. Wer kreativ ist, beherrscht eine Vielzahl an Flows, Reimschemen und inhaltlichen Stoßrichtungen.

Außerdem möchte ich noch anmerken, dass Sie unmöglich den Kunstwert einer Kunst bewerten können, mit der Sie sich nicht auskennen. Ich habe Barockmusik als aggressiv in Erinnerung - sie widersprechen mir diesbezüglich. Wahrscheinlich haben Sie Recht. Weil Sie diese Musik lieben, während ich keine Ahnung von dieser Musik habe. Ich würde mir nie rausnehmen, zu beurteilen, ob eine klassische Komposition jetzt gut ist oder nicht, weil ich das nicht beurteilen kann. Genauso wie ich mir einen Film auch nur zur Unterhaltung anschaue und nicht beurteilen kann, welcher Schauspieler seine Rolle gut gespielt hat und welcher nicht. Ich habe ein Problem mit dieser Einstellung, alles beurteilen zu müssen - unabhängig davon, ob man überhaupt eine Ahnung von diesem Thema hat. Ich habe zwar vorhin Rap mit klassischer Reimkunst verglichen und einige Vorteile aufgeführt, die Rap nach meiner subjektiven Wahrnehmung für mich persönlich hat. Ich würde aber deshalb nicht automatisch behaupten, dass Goethe kein Genie war. Das war er wahrscheinlich trotzdem. Nur hat sich die Kunst eben im Laufe der Zeit gewandelt und so wie sie früher war gefällt sie mir weniger wie so wie sie heute ist. Ich habe keine Ahnung klassischen Gedichten, ya dig? ;-)

"Den von Ihnen genannten Rapper Nas kenne ich nicht."

Es ist eben nicht Ihr Metier. Jedenfalls wurde Nas in der Vergangenheit öfter als "Straßenpoet" bezeichnet, weil er, obwohl er aus eher ärmlichen Verhältnissen stammt, einen sehr großen Wortschatz hat und diesen gekonnt nutzt um aussagekräftige, durchschlagsfähige, mehrsilbige Reime zu schreiben.

"Natürlich mag es Ausnahmen geben; aber unter den Raptexten, die ich gelesen habe, war nichts, was man als Kunst bezeichnen könnte."

Es würde mich interessieren, welche Rapper sie dabei gehört haben bzw. welche Texte sie gelesen haben. Es gibt nämlich viele Rapper, denen man nur schwerlich ein wie auch immer geartetes lyrisches Talent bescheinigen kann, die es aber immerhin aufgrund ihres Charismas schaffen, ihre Inhalte so an den Hörer zu bringen, dass dieser sehr gut damit unterhalten wird. Das sind dann sicherlich keine Poeten, aber zumindest passable Entertainer. Natürlich gefällt mir nicht jeder erfolgreiche Rapper, aber deshalb will ich auch nicht jedem Rapper ohne komplexe Reimschemen beschuldigen, er mache keine Kunst.

"Nein, wir können nicht die Politik abschaffen, und ich will auch nicht die Musik abschaffen. Aber man darf bestimmte Politiker kritisieren, und man darf bestimmte Musik kritisieren."

Das muss man sogar. Wo kämen wir denn hin, wenn jeder die selbe Meinung hätte? Meinungsvielfalt ist wichtig und es ist sicher nicht falsch, einflussreiche Musiker zu kritisieren, wenn man der Meinung ist, ihr Einfluss auf die Jugend sei schädlich. Aber Sie kritisieren ja nicht bestimmte Musiker, sondern so gut wie jede Form von Musik, die nicht Ihrem persönlichen Geschmack entspricht. Das macht Sie für uns so unglaubwürdig, selbst wenn Sie Ihre Quellen gut recherchiert haben sollten (was von anderen an dieser Diskussion teilnehmenden Usern auch schon in Frage gestellt wurde). Sie werden einfach nicht genügend Leute finden, die Sie beim Feldzug gegen die Popmusik unterstützen um der Popmusik ernsthaft zu schaden. Ob es Ihnen gelingt, vermeintliche Missstände aufzuzeigen, erscheint mir auch fraglich, weil Sie öffentlich auf kollektive Ablehnung stoßen (wie man z.B. an dieser Diskussion sieht oder bei den Rezensionen zu Ihrem Buch bei Amazon).

Gewaltmusikhörer
Dienstag, 24.04.07 23:07
 

"Gewiß; aber haben die Texte dann die gleiche Wirkung?"

Das ist eine gute Frage, die ich mir bislang nicht gestellt habe, weil ich ohnehin der Meinung bin, dass es nicht die Aufgabe der Musik ist, Menschen zu erziehen.

"Können Sie das näher beschreiben? Hat die Musik Sie selbst aggressiv gemacht?"

Das ist länger her. Ich kenne mich mit dieser Musik wirklich nicht aus, deshalb möchte ich nichts falsches sagen... Aber die Musik ist ja noch ziemlich unmelodisch, weil es gewisse Vorschriften gab, wie ein Stück komponiert werden musste. Dadurch klingt die Musik soweit ich mich erinnern kann durchaus aggressiv. Ich selbst wurde davon nicht aggressiv, aber das passiert mir auch beim Konsum von moderner Musik nicht, unabhängig von der bpm-Zahl oder ob da jetzt ein Schlagzeug dabei ist oder nicht.

Am Rande habe ich mitbekommen, dass es in einer Diskussion mit einem anderen Poster zum Vergleich mit Videospielen kam. Hierzu kann ich aus eigener Erfahrung sagen, dass Videospiele mich aggressiv machen. Ich befinde mich während des Spielens und unmittelbar danach in einer anderen Welt, als nähme ich Drogen. Ich bin kaum ansprechbar und sehr aggressiv, wenn mich jemand z.B. dafür kritisiert, dass ich zu lange spiele. Wenn ich dieses Gefühl mit dem Konsum von Musik vergleiche, dann muss ich sagen, dass ich nach dem Musikhören eigentlich immer sehr entspannt bin. Die Wirkung von Musik ist nicht im Ansatz zu vergleichen mit der von Videospielen. Wobei ich anmerken muss, dass ich Videospiele auch mag ;-)

"Dann zitieren Sie bitte mal einen Satz, in welchem ich das gesagt haben soll."

Sie können nicht ernsthaft von mir verlangen, dass ich mir den kompletten Thread durchlese um einen Satz rauszusuchen, der inhaltlich genau das wiedergibt. Dafür hab' ich keine Zeit. Vielleicht habe ich Sie auch falsch verstanden, aber ich habe den Eindruck, dass auch andere User es so verstanden haben, als verurteilten Sie jegliche populäre Musik. Schließlich haben Sie dem Schlagzeug, welches das Fundament für 90 % der modernen Popmusik bildet, grundsätzlich eine aggressive Wirkung zugeschrieben.

"Ich sprach ja nicht von Werten der klassischen Musik, sondern von Grundsätzen der Poesie."

Was ist Poesie? Poesie ist eine völlig subjektive Bezeichnung für die Qualität der Lyrik. Die Sprache hat sich verändert und die Geschmäcker eben auch. Früher war die Lyrik eben blumiger, das heißt aber nicht automatisch, dass die Dichter talentierter waren als moderne Reimer. Viele moderne "Poetry"-Künstler und auch Rapper nutzen nach wie vor eine etwas blumige, verschlüsselte Sprache und werden dafür kritisiert, einfach weil es heute nicht mehr gefragt ist.

"Kunst wird nicht dadurch zu Kunst, daß ihr Schöpfer behauptet, sie sei es"

Popmusik wird nicht dadurch zu Gewaltmusik, dass ein Akademiker behauptet, sie sei es....

fuenf
Dienstag, 24.04.07 23:52
 

"weil" ist auch ein schönes Wort!

Dr. Klaus Miehling
Mittwoch, 25.04.07 00:06
 

an Gewaltmusikhörer:

Zitat: „Aber die Musik [Barockmusik] ist ja noch ziemlich unmelodisch, weil es gewisse Vorschriften gab, wie ein Stück komponiert werden musste. Dadurch klingt die Musik soweit ich mich erinnern kann durchaus aggressiv. Ich selbst wurde davon nicht aggressiv, aber das passiert mir auch beim Konsum von moderner Musik nicht, unabhängig von der bpm-Zahl oder ob da jetzt ein Schlagzeug dabei ist oder nicht."
Barockmusik unmelodisch? Händel z.B. war ein großer Melodiker. Und „gewisse Vorschriften wie ein Stück komponiert werden muß" gibt es praktisch bei jeder Musik, nur daß die Art der Vorschriften wechselt. Wie auch immer - die Gestaltung einer Melodie hat mit der Aggressivität von Musik nur wenig zu tun. Entscheidend ist aber, daß die Musik Sie nicht aggressiv gemacht hat. Das bestätigt meine Aussage, daß Barockmusik wie auch andere „klassische" Musik Aggression allenfalls darstellt, aber nicht ausdrückt. Ich habe noch keine Aussage gefunden, daß klassische Musik (evtl. Grenzfälle in der moderneren E-Musik einmal beiseite gelassen), irgendjemanden aggressiv gemacht hat. (Natürlich kann man aggressiv werden, weil einem Musik aufgezwungen wird, aber das liegt dann nicht am Charakter der Musik.)

Zitat: „Sie können nicht ernsthaft von mir verlangen, dass ich mir den kompletten Thread durchlese um einen Satz rauszusuchen, der inhaltlich genau das wiedergibt."
Nein, aber wenn Sie mir etwas unterstellen, müssen Sie das ja irgendwo gelesen haben.

Zitat: „Vielleicht habe ich Sie auch falsch verstanden, aber ich habe den Eindruck, dass auch andere User es so verstanden haben, als verurteilten Sie jegliche populäre Musik. Schließlich haben Sie dem Schlagzeug, welches das Fundament für 90 % der modernen Popmusik bildet, grundsätzlich eine aggressive Wirkung zugeschrieben."
Ja, und 90 % sind nicht „jegliche" populäre Musik. Im Interview, und daß Sie das lesen, bevor Sie Kritik üben, kann ich wohl erwarten, sagte ich: „es betrifft die Mehrheit der sogenannten populären Musik."

Zitat: „Poesie ist eine völlig subjektive Bezeichnung für die Qualität der Lyrik. Die Sprache hat sich verändert und die Geschmäcker eben auch. Früher war die Lyrik eben blumiger, das heißt aber nicht automatisch, dass die Dichter talentierter waren als moderne Reimer. Viele moderne 'Poetry'-Künstler und auch Rapper nutzen nach wie vor eine etwas blumige, verschlüsselte Sprache und werden dafür kritisiert, einfach weil es heute nicht mehr gefragt ist."
Mit „Poesie" meinte ich nicht die umgangssprachliche Bedeutung, sondern den Gattungsbegriff, der Lyrik einschließt, aber alle rhythmisch gebundenen Formen umfaßt. Ich kritisiere auch nicht fehlende „Blumigkeit"; aber damit Sprache zur Kunst wird, muß sie - wie die Töne in der Musik - bestimmten Regeln unterworfen sein, die über die bloße Grammatik hinausgehen, d.h. zumindest Versmaß und evtl. Reime in Verbindung mit einem bestimmten Reimschema.

Zitat: „Popmusik wird nicht dadurch zu Gewaltmusik, dass ein Akademiker behauptet, sie sei es...."
Popmusik wird nicht dadurch harmlos, weil ein Popmusikhörer behauptet, sie sei es ...

Zitat: „Zum Thema Reim: [...] Es gibt nichts schöneres, als mit Lyrics zu spielen und ständig die Reimschemen zu wechseln. Man kann beliebig viele Silben von verschiedenen Wörtern zusammenreimen (vorausgesetzt man besitzt das Talent dazu). Doppelreime sind üblich, man kann aber auch Dreifachreime oder bis hin zu Achtfachtreimen schreiben (nur irgendwann hört sich's nicht mehr gut an, weil man's nicht mehr so gut „flowen" kann). So was gibts ja bei herkömmlichen Gedichten gar nicht... Da wird meistens nur normal gereimt..."
Nur zur Verteidigung der „herkömmlichen Gedichte": Da gibt es all das, was Sie beschreiben, auch. Außerdem z.B. solche Kunststücke wie Akrosticha (die Anfangsbuchstaben der Verse untereinander ergeben neue Wörter) und versteckte Zahlen (gewisse Buchstaben werden groß geschrieben und als römische Zahlen gelesen).

Zitat: „Zum Thema Versmaß: Ein bestimmtes sich wiederholendes Muster von zum Beispiel betonten und unbetonten Silben ergibt ein Versmaß (lt. Wikipedia). Nun frage ich mich, wieso man ein besonderes Talent haben muss, um ein sich immer wiederholendes Muster anzuwenden, gerade im Bezug auf Betonung."
Weil man in der Wahl der Wörter eingeschränkt ist. Lesen Sie mal Gedichte in Geburtstagsanzeigen in Tageszeitungen: Da fehlt meistens das Talent ...

Zitat: Außerdem möchte ich noch anmerken, dass Sie unmöglich den Kunstwert einer Kunst bewerten können, mit der Sie sich nicht auskennen. Ich habe Barockmusik als aggressiv in Erinnerung - sie widersprechen mir diesbezüglich. Wahrscheinlich haben Sie Recht. Weil Sie diese Musik lieben, während ich keine Ahnung von dieser Musik habe. Ich würde mir nie rausnehmen, zu beurteilen, ob eine klassische Komposition jetzt gut ist oder nicht, weil ich das nicht beurteilen kann."
Ob Musik aggressiv ist oder nicht, hat mit ihrem Klang zu tun, nicht mit ihrem Kunstwert. Was Poesie oder Lyrik betrifft, denke ich schon, daß jeder halbwegs intelligente Mensch solche Texte beurteilen kann; vorausgesetzt, sie sind in seiner Muttersprache geschrieben. Die Sprache liegt uns nun einmal näher als die Tonkunst - wobei ich glaube, daß auch hier die meisten Menschen die Spreu vom Weizen trennen können; unabhängig davon, welche Art Musik ihnen gefällt. Etwas anderes ist es, wenn die Beurteilung sehr differenziert werden soll, aber das meinte ich nicht.

Zitat: „Es würde mich interessieren, welche Rapper sie dabei gehört haben bzw. welche Texte sie gelesen haben."
Z.B. die Auswahl in dem Buch „HipHop XXL. Fette Reime und Fette Beats in Deutschland, hg. v. Heide Buhmann u. Hanspeter Haeseler.

Zitat: „Aber Sie kritisieren ja nicht bestimmte Musiker, sondern so gut wie jede Form von Musik, die nicht Ihrem persönlichen Geschmack entspricht."
Das stimmt nicht; außereuropäische Musik entspricht auch nicht meinem Geschmack, aber über die sage ich nichts, weil ich sie zu wenig kenne und über ihre Wirkungen zu wenig weiß. Auch in der klassischen Musik entspricht nicht alles meinem Geschmack. Operette z. B. ...

pippi
Mittwoch, 25.04.07 00:38
 

scheinbar hab ich mehr zu tun, als so mancher hochschulprofessor... zumindest kann ich es mit meinem übersättigten geist nicht vereinbaren, weiter diese einbahnstraße langzurattern :D

schönes leben noch, herr miehling, ich mach mal meine anlage an... *tanz*

Nameless
Mittwoch, 25.04.07 16:27
 

"Das ist auch nicht überzeugend. Erstens hat die HipHop-Kultur auch Anhänger unter wohlhabenderen Schichten, und zweitens macht Armut niemandem zu einem Kriminellen."
Sie haben einen Satz in ihrem Zitat vergessen. Im MA war es wohl scheinbar wirklich so, dass schlechte Lebensumstände zu Gewalt oder Kriminalität geführt haben. An der Musik hats jedenfalls nicht gelegen...

"Der Mensch hat von Natur aus ein Unrechtsbewußtsein: Schon Kleinkinder schreien, wenn man ihnen etwas wegnimmt. Und gerade wenn man in seinem eigenen Umfeld Kriminalität und das damit verbundene Unrecht und Leid erlebt, kann und sollte man erst recht ein Unrechtsbewußtsein entwickeln."
Vieleicht haben diese Menschen aber auch gelernt, dass sie untergehen, wenn sie sich nicht wehren...

Zur Gewalt in Klassischer Musik: In dem Lied "Hier kommt Alex" von den Toten Hosen wird ganz am Anfang ein Stück von (ich glaube) Mozart eingespielt. Nach dieser (meiner Meinung nach sehr aggressiv klingenden) Passage, folgt ein Schrei (da kann jemand Mozart nicht ertragen) und kurz darauf wohl klingende Gitarrenklänge.
Auch wenn dies vlt. inszeniert ist: Für mich ist eindeutig das Klassische Musik zumindest sehr aggressiv klingen kann, genau wie manche moderne Musik auch. Warum sollte dann ausgerechnet die moderne Musik diese Aggression auch in ihren Hörern hervorrufen, klassische aber nicht?
Warum bekommen sie "Panikattacken" wenn sie Gewaltmusik hören, Milliarden andere Menschen aber nicht? Vlt. mal daran gedacht, dass sie vlt. überreagieren und damit einen Ausnahmefall darstellen, nicht aber das was ihrer Meinung nach die Regel sein sollte?

rudi s.
Mittwoch, 25.04.07 19:06
 

Es gibt ja seit langem Theorien darüber, dass Musik aus Bereichen wie z.B. Punk, Rap oder Metal Leute aggressiv macht. Ganz klar, wenn Musik aggressive Töne von sich gibt, muss das den Menschen, der dies hört, aggressiv machen. Aber nein, dem ist nicht ganz so. Jedenfalls hat das Craig Anderson von der Iowa State University und Forscher am Texas Departement of Human Services in Austin herausgefunden.

Bei seinen Untersuchungen spielte er verschiedenen Probanden unterschiedliche Musik einer Band vor. Die erste Gruppe bekam aggressive Stücke dargeboten. Eine Kontrollgruppe ruhigere, friedliche Stücke.
Die Testpersonen, die aggressiven Stücken lauschten, hatten bei verschiedenen psychologischen Tests erhöhte Werte im Bereich Aggression. Also genau wie man das bisher erwartet hatte.
Allerdings testeten die Forscher weiter und erkannten, dass der Effekt nicht durch die Musik selbst, sondern durch die Texte ausgelöst wurde. Daraus folgerten sie, dass die Beschäftigung mit solchen Songtexten zu einer erhöhten Gewaltbereitschaft führt.

Daraus folgern wir: Wenn wir zu Liedern von Eminem und Slayer einen Text von Nicole hinterlegen fördert es keine Aggressionen. :)

Der Original-Artikel findet sich unter http://www.newswise.com.
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Viele Ängste vor einer gewaltauslösenden oder aggressionsfördernden Wirkung von Musik sind unbegründet. Zu diesem Ergebnis gelangt eine empirische Studie, die im Rahmen einer Examensarbeit im Fach Musik der Universität Oldenburg (Fachbereich Kommunikation/Ästhetik) entstanden ist und einen detaillierten Einblick in die Wirkungszusammenhänge von Musik, Persönlichkeit und Gewalt liefert. Für die Arbeit, deren Ergebnisse sowohl für die Musikpädagogik wie die Jugendsozialarbeit von Interesse sein dürften, befragte der Student Carsten Stöver 200 Jugendliche aus acht städtischen und sechs ländlichen Jugendzentren. Er wurde betreut von Prof. Dr. Wolfgang Martin Stroh (Universität Oldenburg), Prof. Dr. Thomas Münch (ehemals Universität Oldenburg, jetzt Musikhochschule Würzburg).

Die wissenschaftliche Diskussion um "Musik und Gewalt" konstatiert auf der einen Seite gewalttätige Handlungen im Umfeld gewisser Musikdarbietungen, wozu auf der anderen Seite die "Katharsisthese" im Widerspruch zu stehen scheint, der zu Folge Musik der Abfuhr von Energien, der Verarbeitung von Gewaltphantasien und damit der Behinderung gewalttätiger Handlungen dienen kann. Die moderne Musikpsychologie fasst dies Dilemma dahingehend zusammen, dass sie betont, die Wirkung von Musik hänge von vielen außermusikalischen Faktoren ab, die bei der Frage nach Kausalitäten zwischen Musik und Gewalthandlungen mit berücksichtigt werden müssten.

In seiner Studie untersuchte Stöver die "Neigung zu aggressivem Verhalten", die er mit den jeweiligen Musikpräferenzen, charakteristischen Umgangsweisen mit Musik, Musikverwendung in Situationen von Ärger und Trauer sowie dem Stellenwert, den Musik für die Jugendlichen hat, in Beziehung setzte.

Die Befragung ergab drei Gruppen von Musikpräferenzen ("Cluster"): die "Freunde gitarrenlastiger Rockmusik" (50 Prozent), "Technopop-Fans" (25 Prozent) und "Liebhaber angesagter Musikstile" (25 Prozent). Auf der "Aggressivitätsskala" unterschieden sich diese drei Gruppen nicht signifikant. In Situationen von Ärger oder Trauer setzen die Jugendlichen aber eindeutig unterschiedliche Musik ein. Je höher die Neigung zu aggressivem Verhalten ausgeprägt ist, umso mehr neigen die Jugendlichen auch dazu, Ärger mit aggressiver Musik zu verarbeiten, während in Situationen von Trauer der Wunsch nach trauriger Musik bei den Aggressiven signifikant stärker ausgeprägt ist als bei den weniger Aggressiven. Allerdings konnte nicht festgestellt werden, dass Musikpräferenzen etwas über Persönlichkeitsmerkmale aussagen, d.h. vom Hören aggressiver Musik kann nicht auf eine Neigung zu aggressivem Verhalten geschlossen werden. Hingegen war zu konstatieren, dass Jugendliche mit Neigung zu aggressivem Verhalten Musik eher "stimulativ" einsetzen und auch Musik eher "assoziativ" hören als andere Jugendliche.

Dr. Klaus Miehling
Mittwoch, 25.04.07 23:16
 

an Nameless:

Zitat: „Im MA war es wohl scheinbar wirklich so, dass schlechte Lebensumstände zu Gewalt oder Kriminalität geführt haben. An der Musik hats jedenfalls nicht gelegen..."
Ja - kennen Sie den Unterschied zwischen „scheinbar" und „anscheinend"? Nun, ich bin kein Experte für die Kriminalität im MA. Aber was ich hier schon mehrmals geschrieben habe: Natürlich gab es Kriminalität schon immer, und Kriminalität hat selbstverständlich verschiedene Ursachen. Aber auch Gewaltmusik gab es schon immer; im MA war es die Musik der Spielleute. Es gibt da einige Berichte; nur daß da weniger von Gewalt als von sexuellen Ausschweifungen im Zusammenhang mit dieser Musik die Rede ist.

Zitat: „Vieleicht haben diese Menschen aber auch gelernt, dass sie untergehen, wenn sie sich nicht wehren..."
Gegen Sich-Wehren hat auch niemand etwas. Jeder darf sich verteidigen, um Schaden von sich und seinem Eigentum abzuwenden. Deswegen muß man nicht kriminell werden.

Zitat: „Für mich ist eindeutig das Klassische Musik zumindest sehr aggressiv klingen kann, genau wie manche moderne Musik auch. Warum sollte dann ausgerechnet die moderne Musik diese Aggression auch in ihren Hörern hervorrufen, klassische aber nicht?"
Weil - ich wiederhole mich wieder - klassische Musik Aggression nur darstellt, Gewaltmusik sie aber ausdrückt.

Zitat: „Warum bekommen sie 'Panikattacken' wenn sie Gewaltmusik hören, Milliarden andere Menschen aber nicht? Vlt. mal daran gedacht, dass sie vlt. überreagieren und damit einen Ausnahmefall darstellen, nicht aber das was ihrer Meinung nach die Regel sein sollte?"
Ich weiß, daß ich einen Ausnahmefall - wenngleich keinen Einzelfall - darstelle. Dennoch meine ich aus Gründen, die ich hier und in meinem Buch dargestellt habe, daß meine Reaktion eine natürliche ist, und daß diejenigen, die diese Reaktion nicht zeigen, sich im Laufe der Zeit (d.h. in der Regel schon in der Kindheit) dagegen desensibilisiert haben. Es hat natürlich auch etwas damit zu tun, inwieweit die Musik die eigene Persönlichkeitsstruktur anspricht.

An rudi s.:

Ich kenne den von Ihnen genannten Artikel. Soweit ich sehe wurden nur Rockstücke mit aggressiven Texten mit Rockstücken mit nicht-aggressiven Texten verglichen. Das Ergebnis war also nicht, daß es nur die Texte seien, die aggressiv machen, sondern daß Rockstücke mit aggressiven Texten aggressiver machen als Rockstücke mit nicht-aggressiven Texten.

Als nächstes beziehen Sie sich auf die Untersuchung von Stöver. Über diese wurde hier schon diskutiert; am 22. 2. hatte ich geschrieben, warum die Studie - auch in der offiziellen Zusammenfassung - falsch interpretiert wird. Stöver hat lediglich herausgefunden, daß sich „Freunde gitarrenlastiger Rockmusik", „Technopop-Fans" und „Liebhaber angesagter Musikstile" auf der Aggressivitätsskala nicht signifikant unterscheiden. Das sind drei aggressive Musikstile, und wenn sich ihre Anhänger untereinander in ihrer Aggressivitätsneigung kaum unterscheiden, ist das nicht überraschend. Es sagt überhaupt nichts über deren Aggressivität im Vergleich zu Klassikhörern aus.

Gewaltmusikhörer
Mittwoch, 25.04.07 23:37
 

"Barockmusik unmelodisch? Händel z.B. war ein großer Melodiker."

Wie gesagt habe ich keine Ahnung von dieser Musik und wenn Sie sagen, dass Barockmusik melodisch ist, dann wird das auch stimmen.

"Und „gewisse Vorschriften wie ein Stück komponiert werden muß" gibt es praktisch bei jeder Musik, nur daß die Art der Vorschriften wechselt."

Wenn also die Vorschriften sich ändern, dann ist das ein natürlicher musikhistorischer Vorgang, der sich mit den Geschmäckern der Zeit ändert. Es hat also weniger etwas mit der Qualität der Musik zu tun. Es sei denn, die Geschmäcker werden immer oberflächlicher. Diesen Trend kann ich zwar im sogenannten "Mainstream" erkennen, aber auf Untergrundbasis gibt es genug Musik, deren Anhänger meist sehr anspruchsvoll sind. Übrigens: Ich denke, dass die früheren Vorschriften um einiges strenger und puristischer waren. Wenn man aber eben Liebhaber jener puristischen Musik ist... warum nicht??? Das selbe gilt meines Erachtens für moderne Musik: Warum nicht, wenn es gefällt? Man sollte die Hörer selbst entscheiden lassen. Auch wenn das manchmal weh tut, weil es in der Tat sehr oberflächliche Hörer gibt, die scheinbar nur nebenbei Musik hören, weil man das eben macht. Und dabei auch sehr schlechte Musik wählen...

"Das bestätigt meine Aussage, daß Barockmusik wie auch andere „klassische" Musik Aggression allenfalls darstellt, aber nicht ausdrückt."

War/ist es nicht die Stärke klassischer Musik, dass die Komponisten durch künstlerische Eingaben - durch Improvisationen - ihren Gefühlen freien Lauf lassen? Wenn ich wütend bin und improvisiere, dann drückt mein improvisiertes "Produkt" auch Wut aus. In klassischen Kompositionen kommen oft plötzliche Stimmungswandel vor. Ich denke, dass das Komponieren klassischer Musik für den Komponisten etwas sehr sprituelles ist. Er lässt sich von Gedanken in seinem Unterbewusstsein leiten und "schreibt" die Musik aus seinem Bauch heraus. Beethovens 3. Sinfonie beginnt z.B. sehr ruhig, aber nach ein paar Minuten kommen auch mal aggressivere Passagen. Das ist richtig unbequem beim Hören. Es soll aber ja auch nicht unterhalten, dafür ist die Popmusik gedacht. Jedenfalls sind die mir bekannten klassischen Kompositionen nicht von Anfang bis Ende konstant entspannend, sondern sie enthalten auch aggressive Abschnitte, wenngleich diese selbstverständlich nicht so aggressiv sind wie beispielsweise Heavy Metal...

"Im Interview, und daß Sie das lesen, bevor Sie Kritik üben, kann ich wohl erwarten, sagte ich: „es betrifft die Mehrheit der sogenannten populären Musik."

Ja, das hatte ich vor einigen Wochen einmal gelesen, aber bitte sehen Sie mir nach, dass mir diese inhaltlichen Details entgangen sind.

"Mit „Poesie" meinte ich nicht die umgangssprachliche Bedeutung, sondern den Gattungsbegriff, der Lyrik einschließt, aber alle rhythmisch gebundenen Formen umfaßt."

Rap kommt von der Straße. Sicher wurde diese Musik mittlerweile so populär, dass auch wohlhabende mitteleuropäische Jugendliche wie ich sich damit beschäftigen. Aber die Musik kommt nach wie vor aus amerikanischen Armutsvierteln. Warum sollte diese Musik von der Gattung Poesie beeinflusst sein oder sogar von dieser Gattung abstammen? Rap hat überhaupt nichts mit der Gattung Poesie zu tun, auch wenn man zwischen diesen beiden Welten durchaus Bezüge herstellen kann. Den Regeln der Poesie ist Rap jedenfalls nicht unterworfen. Vielmehr hat sie sich ihre eigenen Regeln - basierend auf der kompetitiven HipHop-Kultur - geschaffen. Wie Sie schon gesagt haben, hat jede Musik seine Vorschriften, die sich nur mit der Zeit immer wieder ändern.

"Popmusik wird nicht dadurch harmlos, weil ein Popmusikhörer behauptet, sie sei es ..."

Ich habe nie behauptet, dass die Popmusik keine Nachteile mit sich bringt. Die Fragen, die man sich dabei stellen muss, sind folgende:

1.) Wie groß ist der negative Einfluss überhaupt? Wieso wird der negative Einfluss von z.B. Filmen in diesen Diskussionen immer außen vor gelassen? Wenn "Audio-Kunst" gefährlich sein kann, wieso kann es dann die visuelle Kunst nicht sein?

2.) Ist die Musik wirklich verantwortlich für die Probleme in unserer Gesellschaft? Sind es nicht vielmehr die bereits vorhandenen Probleme der Gesellschaft, die den Nährboden für das Entstehen mehr oder weniger gefährlicher Musik bilden? Wieso rennen wir immer vor den echten Problemen weg und wälzen sie dann auf solch unbedeutende Dinge um? Werden die wirklich schlimmen Verbrechen der Menschheit nicht in erster Linie außerhalb der Kunst begangen und von der Kunst nur bestätigt?

3.) Sollte man Kunst, die Menschen sowohl positiv als auch negativ beeinflussen kann, wegen des negativen Einflusses schlecht reden und den positiven Einfluss dabei außen vor lassen? Über den positiven Einfluss, den die Musik haben kann, haben wir nämlich noch nicht geredet.

"Nur zur Verteidigung der „herkömmlichen Gedichte":..."

Wie ich weiter unten geschrieben habe, war es nie meine Absicht, die herkömmlichen Gedichte künstlerisch abzuwerten. Ich habe nur aufgezeigt, was ich persönlich an Rap finde, was ich bei klassischen Gedichten eben so noch nicht rausgehört habe (ich habe mich allerdings auch noch nicht so tief damit beschäftigt).

"Da gibt es all das, was Sie beschreiben, auch. Außerdem z.B. solche Kunststücke wie Akrosticha (die Anfangsbuchstaben der Verse untereinander ergeben neue Wörter)"

Das Wort Akrosticha war mir zuvor noch nicht bekannt, aber das von Ihnen beschriebene Kunststück kenne ich von einigen Gedichten. Mir fällt sogar ein vergleichbares Kunststück beim Refrain eines Rapsongs ein. Der Song behandelt die Untreue einer Ehefrau. Dabei wird das Wort "Love" genommen und in einzelne Buchstaben "gesplittet" und in der jeweiligen Zeile kommt ein Wort mit dem entsprechenden Buchstaben aus "L-O-V-E." vor.
Das geht dann ungefähr so:

The L is for the lies the b**** is telling her husband
The O is for the other motherf****** that she f*****

Weiter kann ich's nicht ^^

Das ist auch nicht besonders schwer, aber es ist eine nette "Hookline", die das Thema auf den Punkt bringt und mir sehr gefällt.

Ansonsten ist mir die Verwendung von Akrosticha (mein Beispiel war ja sicherlich kein klassischer Akrostichon, sondern nur etwas vergleichbares) in der Rapmusik nicht bekannt. Das würde auch keinen Sinn machen, weil Raptexte in der Regel nicht durchgelesen oder langsam vorgelesen, sondern über "Beats" vorgetragen werden, wodurch solche Stilmittel selbst den geübtesten Ohren kaum auffielen. Wie gesagt ändern sich eben die Ansprüche an die Kunst. So hat Rap sicher vieles nicht zu bieten, was herkömmliche Gedichte zu bieten haben, dafür hat Rap eben andere Sachen zu bieten, die die normalen Gedichte nicht bieten.

Ein Stilmittel, das zurzeit im Rap recht beliebt ist und meines Wissens auch bei herkömmlichen Gedichten oft verwendet wird, sind Aliterationen. Mich würde mal interessieren, was Sie von folgendem Track halten:

http://www.youtube.com/watch?v=CLklnMWl63k

Der Rapper Papoose zieht wirklich das komplette Alphabet durch ohne regelmäßig Hilfswörter wie "to" oder "and" zu benutzen (die Sätze müssen ja auch grammatikalisch Sinn machen). Das ist eine lyrische Klasse, vor der ich meinen Hut ziehe.

Ich habe übrigens mal ein Gedicht von Rilke gehört, das mir gefallen hat, weil er dabei viele "Binnenreime" verwendet hat. Binnenreine stellen meines Erachtens eine gute Ergänzung zu den Doppelreimen dar, wobei ich nicht wüsste, dass in klassischen Gedichten Doppelreime verwendet werden. Das ist unser Reimschema, wir haben das eingeführt. Auch wenn Michael Jackson und Cat Stevens mal jeweils einen Doppelreim hatten.

"Weil man in der Wahl der Wörter eingeschränkt ist. Lesen Sie mal Gedichte in Geburtstagsanzeigen in Tageszeitungen: Da fehlt meistens das Talent ..."

Ich denke auch, dass das so ist. Weil sonst könnte wirklich jeder Gedichte schreiben. Das ist ein weiteres Beispiel wie sich eben Ansprüche mit der Zeit ändern. Es ist naheliegend, dass das Versmaß in klassischen Gedichten notwendig ist, eben wegen der Einschränkung der möglichen Wörter. Für Rap macht das einfach keinen Sinn. Es ist Musik. Es muss gut klingen. Versmaß existiert nicht als Qualitätsmerkmal für Rapmusik.

"Ob Musik aggressiv ist oder nicht, hat mit ihrem Klang zu tun, nicht mit ihrem Kunstwert."

Richtig. Das hat mit dem Klang, der Attitüde des Künstlers und den Texten zu tun. Nicht mit ihrem Kunstwert.

"Was Poesie oder Lyrik betrifft, denke ich schon, daß jeder halbwegs intelligente Mensch solche Texte beurteilen kann; vorausgesetzt, sie sind in seiner Muttersprache geschrieben."

Das hat nichts mit Intelligenz zu tun. Sie können nicht etwas vollständig verstehen, das Sie nicht mögen. Sie sind doch voreingenommen was Ihre Meinungsbildung betrifft. Wenn Sie etwas mögen, dann beschäftigen Sie sich ganz anders damit. Wenn Sie Fußball nicht mögen, dann wissen Sie wahrscheinlich nicht was Abseits bedeutet. Und wenn Sie Basketball nicht mögen, dann wissen Sie nicht, was ein Airball ist.

"Die Sprache liegt uns nun einmal näher als die Tonkunst - wobei ich glaube, daß auch hier die meisten Menschen die Spreu vom Weizen trennen können; unabhängig davon, welche Art Musik ihnen gefällt."

Die Musik gilt als eine Art universelle Sprache, die jeder ein Stück weit versteht. Der eine spricht die Sprache eben besonders gerne, der andere weniger (wobei ich mit sprechen nicht nur das Musizieren, sondern auch das Konsumieren und das Identifizieren mit der Musik meine). Wer die Sprache weniger gut "spricht", kann die Spreu eben nicht so sehr vom Weizen trennen wie ein Musikliebhaber.

"Z.B. die Auswahl in dem Buch „HipHop XXL. Fette Reime und Fette Beats in Deutschland, hg. v. Heide Buhmann u. Hanspeter Haeseler"

Dieses Buch habe ich leider nicht gelesen. Aber da es sich bei dem Buch ausschließlich um deutschen HipHop handelt, kann dieses Buch nicht als Zeugnis für die Qualität von Rapmusik herhalten. Deutscher Rap war vor ein paar Jahren noch gar nicht so weit entwickelt wie er heute ist, wobei er mittlerweile zumindest im Mainstream wieder ein bisschen schwächer geworden ist.

Nameless
Donnerstag, 26.04.07 19:24
 

"Ich kenne den von Ihnen genannten Artikel. Soweit ich sehe wurden nur Rockstücke mit aggressiven Texten mit Rockstücken mit nicht-aggressiven Texten verglichen. Das Ergebnis war also nicht, daß es nur die Texte seien, die aggressiv machen, sondern daß Rockstücke mit aggressiven Texten aggressiver machen als Rockstücke mit nicht-aggressiven Texten."

Das würde aber zumindest ihre These "die Texte seien Sekundär, das gefährliche ist die Musik an sich" widerlegen, da es laut dieser Studie ja wohl genau anders herum ist.
Weiter kann man Argumentieren, dass bei weitem nicht der Großteil der Texte moderner Musik aggressiv ist. Es mag sein, dass sich aggressive Texte in Genres wie Metal (und da eigentlich nur in diversen Sub-Genres) und Rap häufen, aber von "der Aggressiven modernen Musik" zu reden, wäre dann schlicht falsch verallgemeinert.

Dr. Klaus Miehling
Donnerstag, 26.04.07 23:48
 

an Gewaltmusikhörer:

Zitat: „War/ist es nicht die Stärke klassischer Musik, dass die Komponisten durch künstlerische Eingaben - durch Improvisationen - ihren Gefühlen freien Lauf lassen? Wenn ich wütend bin und improvisiere, dann drückt mein improvisiertes 'Produkt' auch Wut aus."
Tja, in welchem Stil improvisieren Sie denn? Vielleicht kann man bessere Begriffe finden als „darstellen" (in der klassischen Musik) vs. „ausdrücken" (in der Gewaltmusik) der Affekte. Wenn ich wütend bin, kann ich das musikalisch nicht ausdrücken, bzw. ich müßte ungeordnet auf dem Klavier herumhämmern oder auf ein Schlagzeug hauen; aber das Ergebnis würde ich nicht als musikalisch bezeichnen. Wenn ich dagegen Aggression musikalisch darstellen will, dann kann ich selbst nicht wütend sein, sondern allenfalls so tun als ob. Meinen Sie nicht, daß ein großer Unterschied in der Wahl der Mittel (und im Ergebnis) besteht, ob Aggression von einem Komponisten wie Händel oder Beethoven dargestellt, oder ob sie von einer Rockgruppe ausgedrückt wird?

Zitat: „Rap kommt von der Straße. Sicher wurde diese Musik mittlerweile so populär, dass auch wohlhabende mitteleuropäische Jugendliche wie ich sich damit beschäftigen. Aber die Musik kommt nach wie vor aus amerikanischen Armutsvierteln. Warum sollte diese Musik von der Gattung Poesie beeinflusst sein oder sogar von dieser Gattung abstammen?"
Nein, das erwarte ich nicht. Wir hatten ja nur darüber diskutiert, ob Rap Kunst ist. Und da meinte ich eben, daß die mir bekannten Raptexte es nicht sind, weil sie sich nicht an gewissen formale Vorgaben halten, die ich dazu für notwendig erachte, und die praktisch jede Poesie von der Antike bis ins 18./19. Jh. berücksichtigt hat (egal, welches Vers- oder Reimschema im speziellen man nimmt).

Zitat: „Ich habe nie behauptet, dass die Popmusik keine Nachteile mit sich bringt. Die Fragen, die man sich dabei stellen muss, sind folgende:"
1.) Wie groß ist der negative Einfluss überhaupt? Wieso wird der negative Einfluss von z.B. Filmen in diesen Diskussionen immer außen vor gelassen? Wenn 'Audio-Kunst' gefährlich sein kann, wieso kann es dann die visuelle Kunst nicht sein?"
Ganz im Gegenteil! Der negative Einfluß von Filmen (und Videospielen) ist es doch, der normalerweise diskutiert wird; die Musik wird normalerweise außen vor gelassen.

Zitat: „2.) Ist die Musik wirklich verantwortlich für die Probleme in unserer Gesellschaft? Sind es nicht vielmehr die bereits vorhandenen Probleme der Gesellschaft, die den Nährboden für das Entstehen mehr oder weniger gefährlicher Musik bilden?"
Da muß ich wieder meine Standardantwort geben: Sowohl als auch.

Zitat: „Wieso rennen wir immer vor den echten Problemen weg und wälzen sie dann auf solch unbedeutende Dinge um? Werden die wirklich schlimmen Verbrechen der Menschheit nicht in erster Linie außerhalb der Kunst begangen und von der Kunst nur bestätigt?"
Die „wirklich schlimmen Verbrechen der Menschheit" finden gottseidank seit über sechs Jahrzehnten nicht mehr auf deutschem Boden statt. Ich beziehe mich auf die Probleme unserer Gesellschaft hier und jetzt, und ich finde sie schlimm genug.

Zitat: „3.) Sollte man Kunst, die Menschen sowohl positiv als auch negativ beeinflussen kann, wegen des negativen Einflusses schlecht reden und den positiven Einfluss dabei außen vor lassen? Über den positiven Einfluss, den die Musik haben kann, haben wir nämlich noch nicht geredet."
Wir beide vielleicht nicht, aber mit Nameless habe ich vor etwa zwei Wochen darüber diskutiert (wenn auch nur über einen Aspekt). Alles in allem kann ich in Gewaltmusik nichts Positives sehen, außer daß sie vielen Leuten „Spaß" bringt. Sie bringt zwar auch Arbeitsplätze, aber das bringt klassische Musik auch. Bevor es die moderne Gewaltmusik gab, hat sie niemand vermißt. Kurz: Jeder denkbare positive Effekt von Gewaltmusik läßt sich durch klassische Musik auch erreichen; und das ohne die „Nebenwirkungen" der Gewaltmusik.

Zitat: „Ein Stilmittel, das zurzeit im Rap recht beliebt ist und meines Wissens auch bei herkömmlichen Gedichten oft verwendet wird, sind Aliterationen. Mich würde mal interessieren, was Sie von folgendem Track halten:
http://www.youtube.com/watch?v=CLklnMWl63k "
Um den Text zu beurteilen, müßte ich ihn lesen statt hören; und auch dann wäre es problematisch, da Englisch nicht meine Muttersprache ist.

an Nameless:

Zitat: „'Das Ergebnis war also nicht, daß es nur die Texte seien, die aggressiv machen, sondern daß Rockstücke mit aggressiven Texten aggressiver machen als Rockstücke mit nicht-aggressiven Texten.'
Das würde aber zumindest ihre These 'die Texte seien Sekundär, das gefährliche ist die Musik an sich' widerlegen, da es laut dieser Studie ja wohl genau anders herum ist."
Keineswegs. Es bestätigt nur, daß die Texte überhaupt eine Rolle spielen. Wie stark sie im Verhältnis zur Musik wirken, wird durch die Studie nicht festgestellt. Beispiel: Sie untersuchen zwei Personengruppen, von denen beide denselben Speiseplan mit derselben Kalorienzahl einhalten; nur daß die zweite Gruppe täglich noch einen Apfel zusätzlich ißt. Nach einem Jahr stellen Sie fest, daß die Personen der ersten Gruppe durchschnittlich um zehn Pfund zugenommen haben, die der zweiten um zehn Pfund und 100 Gramm. Was war nun entscheidend für die Gewichtszunahme: der Apfel oder der ganze Rest?

Zitat: „Es mag sein, dass sich aggressive Texte in Genres wie Metal (und da eigentlich nur in diversen Sub-Genres) und Rap häufen, aber von 'der Aggressiven modernen Musik' zu reden, wäre dann schlicht falsch verallgemeinert."
Ja, wenn man sich nur auf die Texte bezieht.

aggroberlin und hardrockfan
Samstag, 28.04.07 18:48
 

*Dieser Kommentar wurde von der fudder-Redaktion wegen Verstoß gegen die fudder netiquette editiert.*

Nameless
Sonntag, 29.04.07 11:46
 

"Beispiel: Sie untersuchen zwei Personengruppen, von denen beide denselben Speiseplan mit derselben Kalorienzahl einhalten; nur daß die zweite Gruppe täglich noch einen Apfel zusätzlich ißt. Nach einem Jahr stellen Sie fest, daß die Personen der ersten Gruppe durchschnittlich um zehn Pfund zugenommen haben, die der zweiten um zehn Pfund und 100 Gramm. Was war nun entscheidend für die Gewichtszunahme: der Apfel oder der ganze Rest?"
In der Ernährung spielen neben dem Speiseplan noch eine ganze Reihe andere Physiologische Faktoren eine Rolle.
In dem Fall ist der Grund also in anderen Ursachen zu suchen (Gene, evt. über- oder unterfunktion wichtiger Verdauungsorgane, Stress, etc.).
Genau wie in der Musik: Werden andere Erklärungen für Gewalt und Kriminalität geliefert, werden diese von ihnen abgeschmettert. Es scheint fast so, als würden sie in allem die Ursache "Musik" als essentiell sehen, andere Ursachen aber herunterspielen.
Davon ab: So wie ich die Zusammenfassung der Studie (den Orginalartikel konnte ich unter dem geposteten Link nicht finden) aufgefasst habe, war ihr Ergebnis, dass Aggressionen hauptsächlich durch aggressive Texte hervorgerufen werden und nicht (wie es ihre These besagt) durch die "aggressive Musik" selber.

"Bevor es die moderne Gewaltmusik gab, hat sie niemand vermißt."
Bevor es die Klassische Musik gab, hat sie auch niemand vermisst. Andererseits: Wenn etwas nicht vermisst wird, wieso wird es dann Erfunden, bzw. warum wird es dann so Erfolgreich? (Diese Fragen kann man im Zusammenhang mit beiden Musikrichtungen stellen.)
Und wenn man sich anschaut, wie es in Europa nach "Einführung" der Klassischen Musik weiterging, würde ich sagen: es hat sich weder etwas verbessert, noch verschlechtert: Es wurden weiterhin Kriege geführt, die Kluft zwischen Arm und Reich blieb nahezu unverändert, etc.

Dr. Klaus Miehling
Sonntag, 29.04.07 21:34
 

an Nameless:

Zitat: „In der Ernährung spielen neben dem Speiseplan noch eine ganze Reihe andere Physiologische Faktoren eine Rolle. In dem Fall ist der Grund also in anderen Ursachen zu suchen (Gene, evt. über- oder unterfunktion wichtiger Verdauungsorgane, Stress, etc.)."
In meinem Beispiel ging es um den Vergleich der durchschnittlichen Gewichtszunahme zweier Personengruppen, d.h. die „anderen Ursachen" gleichen sich statistisch aus.

Zitat: „Genau wie in der Musik: Werden andere Erklärungen für Gewalt und Kriminalität geliefert, werden diese von ihnen abgeschmettert. Es scheint fast so, als würden sie in allem die Ursache 'Musik' als essentiell sehen, andere Ursachen aber herunterspielen."
Ich spiele andere Ursachen nicht herunter, sie sind lediglich nicht mein Thema. Musik ist eine Ursache unter mehreren, und zwar eine, die bisher praktisch nicht beachtet wurde. Und sie ist eine ganz wesentliche Ursache, weil sie die Persönlichkeit verändern kann, was andere zur Diskussion stehende Faktoren vermutlich nicht tun (vgl. meine Ausführungen zu primären und sekundären Kriminalitätsursachen vom 2. und 5. 1.).

Zitat: „So wie ich die Zusammenfassung der Studie (den Orginalartikel konnte ich unter dem geposteten Link nicht finden) aufgefasst habe, war ihr Ergebnis, dass Aggressionen hauptsächlich durch aggressive Texte hervorgerufen werden und nicht (wie es ihre These besagt) durch die 'aggressive Musik' selber."
Ich habe die URL nicht mehr, aber es gibt den Text als pdf-Datei im Netz; über eine Suchmaschine müßten Sie ihn finden: Anderson, Craig A. u. Carnagey, Nicholas L. u. Eubanks, Janie: Exposure to Violent Media: The Effects of Songs With Violent Lyrics on Aggressive Thoughts and Feelings; in: Journal of Personality and Social Psychology 84/2003/5, S. 960-71.

Zitat: „Und wenn man sich anschaut, wie es in Europa nach 'Einführung' der Klassischen Musik weiterging, würde ich sagen: es hat sich weder etwas verbessert, noch verschlechtert: Es wurden weiterhin Kriege geführt, die Kluft zwischen Arm und Reich blieb nahezu unverändert, etc."
Wann hat nach Ihrer Meinung diese „Einführung" stattgefunden? Ich würde sagen, die Ursprünge klassischer Musik (im weitesten Sinn) lassen sich ebensowenig feststellen wie die Ursprünge von Gewaltmusik. Was sich aber sagen läßt, ist, daß nach Einführung von Rock'n'Roll und Beat, welche die Gewaltmusik noch aggressiver machten als sie es zuvor war, Kriminalität, Selbstmordrate, Drogenmißbrauch und sexuelle Aktivität Jugendlicher in erheblichem Maße angestiegen sind. Natürlich können wir jetzt wieder die Debatte darüber anfangen, inwieweit sich diese Dinge auch auf andere Faktoren zurückführen lassen ... Aber die Kausalität ist m.E. nirgends so deutlich indiziert wie für die Gewaltmusik (denn im Fernsehen kamen diese „Werte" erst später zur Geltung): Die Gewaltmusik war es, die im Klang, in den Texten und im Vorbild der Interpreten all diese Dinge propagiert und mit ihrem „beat" in die jugendlichen Gehirne eingehämmert hat.

Andy - Kiel
Montag, 30.04.07 09:57
 

Moin... also mal im Ernst...

Ich höre das was sie als Gewaltmusik bezeichnen schon etliche Jahre.... Metalica, AC DC, Sepeltura usw.
Ich höre diese Musik gerne wenn ich einen Scheiß Tag hatte oder auch so wenn ich gut drauf bin. Ich bin keineswegs durch Diese musik zu einem Gewaltbereiten Menschen geworden.
Ich habe Hobbys wie jeder andere mensch auch, mache nebenbei Freiwilige Jugendarbeit und Helfe Menschen in meiner Umgebung die Hilfe Brauchen...

Wenn ich lange Strecken mit dem Auto zurücklege höre ich auch Sehr gerne Hard Rock und geniesse so die Fahrt auch ein Stau stört mich nicht bei einer richtigen Portion Rock, bei dem fahren einer längeren strecke mit Klassik erwische ich mich des öfteren beim Rasen und Fluchen was mir mit Hard Rock oder sonst der gleichen nicht passiert...

Das die anzahl der Straffälligen Downloads im bereich Rock so groß, liegt doch wohl auf der Hand..... Wer hört den schon Klassig und lohnt es sich die zu Downloaden?
Wer stellt soetwas ins Netz...
Und was bitte kostet schon eine Klassik CD im gegensatz zu einem Frischen Hard Rock Album?

Überdenken Sie mal Ihre Tese und versuchen Sie nicht die Menschen nach Ihren Vorstellung zu Formen...
Nur weil Sie nichts damit anfangen können, heist es nicht das wir jetzt Ihren Vorstellung der Musik lauschen müssen.
Jedem das Seine und der Rock zu Mir...

Schönen Tag noch

Dr. Klaus Miehling
Montag, 30.04.07 23:14
 

an Andy:

Zitat: „Ich bin keineswegs durch Diese musik zu einem Gewaltbereiten Menschen geworden."
Lesen Sie noch einmal im Interview meinen Vergleich mit dem Rauchen! Außerdem ist (körperliche) Gewalt nur eine mögliche, und gewiß nicht die häufigste Folge des Gewaltmusikkonsums.

Zitat: „Wenn ich lange Strecken mit dem Auto zurücklege höre ich auch Sehr gerne Hard Rock und geniesse so die Fahrt auch ein Stau stört mich nicht bei einer richtigen Portion Rock, bei dem fahren einer längeren strecke mit Klassik erwische ich mich des öfteren beim Rasen und Fluchen was mir mit Hard Rock oder sonst der gleichen nicht passiert..."
Vgl. die von mir am 31. 3. genannte Literatur zum Thema „Musikhören und Autofahren"!

Zitat: „Das die anzahl der Straffälligen Downloads im bereich Rock so groß, liegt doch wohl auf der Hand..... Wer hört den schon Klassig und lohnt es sich die zu Downloaden?"
Es geht um relative, nicht um absolute Zahlen.

Zitat: „Und was bitte kostet schon eine Klassik CD im gegensatz zu einem Frischen Hard Rock Album?"
Auch im Klassikbereich gibt es viele CDs zu einstelligen Preisen.

Zitat: „Nur weil Sie nichts damit anfangen können, heist es nicht das wir jetzt Ihren Vorstellung der Musik lauschen müssen."
Gewiß, darum geht es auch gar nicht!

Panus
Dienstag, 01.05.07 16:42
 

Vorab: Ich beziehe mich bei X-Musik(erfundene Bezeichnung) hier nur auf Stücke, welche gewaltverherrlichende Texte und/oder agressive Musik(z.B. Korn,Rammstein) beinhalten.

Hallo Herr Klaus Miehling,
ich gebe ihnen bedingt Recht, dass etliche Werke der "X-Musik" Agressionen verstärken können, doch lösen sie meines Erachtens (obwohl ich jetzt keine fundierten psychologischen Beweise zur Hand habe) diese Agressionen nicht aus. Des Weiteren gibt es auch viele Werke der U-Musik die das Gegenteil bewirken( so heitert z.B. das Lied 99 Luftballons von Nena sicherlich viele auf). Ihre primäre Ursache für kriminelle Handlungen, sprich eine neurologische Umstrukturierung kann vielleicht bedingt stattfinden, doch denken sie etwa, dass der Mensch der Musik so ausgeliefert ist. Warum gehen sie nicht auch auf den Aspekt ein, dass den meisten Menschen die U-Musik hören (speziell auch bei den Metal-Anhängern) trotzdem friedliche, sensible Menschen sind und somit sogar friedlicher sind als manch Klassikhörer. Meiner Meinung nach setzen Sie die Beeinflussung von Musik auf das Wesen eines Menschen viel zu hoch an. Ihre Sichtweise, dass ein regelmäßiger U-Musikhörer zu einem agressiven, unzufriedenen Mensch werden kann, finde ich genau falsch herum gedacht. Viel mehr wird ein agressiver, unzufriedener Mensch sich U-Musik z.B. Metallica anhören. Doch kann sich dieser unzufrieden Mensch genauso auch "Klassik" anhören wie z.B. die Winterreise von Schubert oder ein Requiem und durch diese Musik depressiv oder agressiv werden. Ihre Einteilung in E-Musik, kleinere Grauzone, U-Musik finde ich problematisch. Was ist denn an den vielen Pop Liebesliedern verkehrt wo eine Frau oder ein Mann über seine Beziehungsprobleme klagt und das ganze mit ein paar Akkorden unterlegt wird. So etwas kann sehr viele Mensch emotional, musikalisch mehr ansprechen als z.B. etwas von Wagner. Außerdem können solche Lieder auch zum Nachdenken anregen, höchst religiös sein wie z.B. Lieder von Xavier Naidoo oder beruhigend wirken. Die Klassik (begrifflich als alle älteren Musikepochen vereint) war, wenn man jetzt auf ältere Werke achtet und nicht auf aktuelle, genauso für damalige Zeiten U-Musik, wie z.B. Franz Listz Klavierinszinierungen, Schuberts "die schöne Müllerin",...

Den Jazz als Gewaltmusik zu bezeichnen ist lächerlich. Rigmor Gustafsson beispielsweise, eine schwedische Jazz-sängerin macht mich und viele andere Menschen durch ihren Gesang glücklicher(ruhiger, zufriedener) als all die Werke des Köchelverzeichnisses.
Musik und deren Auswirkungen auf das Individuum sind viel zu subjektiv, als das die gesamte Musik in eine Klassikzone Grauzone und U-Musikzone(unpassender Begriff) eingeteilt werden könnte.
Wie gesagt bei "X-Musik" könnte ich ich noch einen Zusammenhang sehen zu Agressionssteigerung bzw. Senken der Hemmschwelle (ähnlich wie bei bestimmten Computerspielen). Dies aber auf einen Großteil der "U-Musik" auszudehen und dabei die "Klassik" als einzig vernünftige Musik zu preisen, finde ich äußerst ungeschickt. Viel mehr erhält man das Gefühl, als ob sie versuchen würden ihre Abneigung gegen die U-Musik so auszudrücken.

MfG

Gewaltmusikhörer
Dienstag, 01.05.07 17:21
 

"Tja, in welchem Stil improvisieren Sie denn?"

Das war weniger auf mich bezogen. Ich meinte, wenn ich improvisierte, wäre dem wahrscheinlich so.

"Wenn ich wütend bin, kann ich das musikalisch nicht ausdrücken, bzw. ich müßte ungeordnet auf dem Klavier herumhämmern oder auf ein Schlagzeug hauen"

Müsste ich nicht. Im Laufe eines klassischen Stücks ändert sich laufend die Stimmung, dies wird auch ohne ungeordnetes herumhauen realisiert.

"Meinen Sie nicht, daß ein großer Unterschied in der Wahl der Mittel (und im Ergebnis) besteht, ob Aggression von einem Komponisten wie Händel oder Beethoven dargestellt, oder ob sie von einer Rockgruppe ausgedrückt wird?"

Die Mittel sind eben andere. Das Resultat auch, je nach Musikstil. Ich würde aber keine Grenze ziehen und sagen, wenn es aggressiver ist als dies in der klassischen Musik möglich wäre, ist es zu aggressiv. Wären Sie AC/DC-Fan, würden Sie das ohnehin anders sehen. Es liegt doch auf der Hand, dass das alles nur mit Geschmack zu tun hat.

"Wir hatten ja nur darüber diskutiert, ob Rap Kunst ist. Und da meinte ich eben, daß die mir bekannten Raptexte es nicht sind, weil sie sich nicht an gewissen formale Vorgaben halten, die ich dazu für notwendig erachte, und die praktisch jede Poesie von der Antike bis ins 18./19. Jh. berücksichtigt hat (egal, welches Vers- oder Reimschema im speziellen man nimmt)."

Gut ok, nur wer bestimmt, dass eben jene formale Vorgaben eingehalten werden müssen, damit man die Musik als Kunst erachten kann? Rap und Gedichte unterscheiden sich nunmal voneinander, deshalb haben beide Kunstformen ihre eigenen Qualitätsmerkmale. Und ich persönlich finde an den Merkmalen von Rap eben mehr Gefallen. Alles Geschmackssache.

"Ganz im Gegenteil! Der negative Einfluß von Filmen (und Videospielen) ist es doch, der normalerweise diskutiert wird; die Musik wird normalerweise außen vor gelassen."

Nein, Filme werden immer außen vor gelassen. Während Videospiele und Musik gleichermaßen kritisiert werden. Wegen vermeintlich rassistischer oder frauenfeindlicher Musik ist gerade in den Staaten eine intensive Diskussion entbrannt, mit der Folge, dass viele Radiosender bestimmte Musik boykottieren.

"Ich beziehe mich auf die Probleme unserer Gesellschaft hier und jetzt, und ich finde sie schlimm genug."

Diese werden wiederum auch nicht von Musikern begangen. Überall auf der Welt wird es Gewalt geben, unabhängig vom kulturellen und ideologischen Einfluss durch z.B. die Medien. Selbst wenn jedem Menschen auf dieser Welt die selben Bedingungen zustünden, gebe es irgendwo Gewalt, weil irgendein Mensch mehr will als die anderen. Das war schon immer so und wird auch immer so bleiben. Das wir deshalb ständig über Kleinigkeiten wie die Musik diskutieren ist fast schon amüsant (wenn man eine Portion Galgenhumor vertragen kann).

"Alles in allem kann ich in Gewaltmusik nichts Positives sehen, außer daß sie vielen Leuten „Spaß" bringt. Sie bringt zwar auch Arbeitsplätze, aber das bringt klassische Musik auch."

Glauben Sie? Wenn sich für klassische Musik niemand mehr interessiert, dann wird sie auch nicht konsumiert und folglich gibt es auch keine besonders große Nachfrage, keinen finanziell lukrativen Markt für diese Musik.

"Bevor es die moderne Gewaltmusik gab, hat sie niemand vermißt."

Das haben Sie in der Diskussion mit Nameless glaube ich auch gesagt (hab' ich kurz überflogen) und er antwortete ihnen darauf, dass die klassische Musik auch nicht vermisst wurde, bevor es sie gab. Damit hat Nameless recht.

"Kurz: Jeder denkbare positive Effekt von Gewaltmusik läßt sich durch klassische Musik auch erreichen; und das ohne die „Nebenwirkungen" der Gewaltmusik."

Das sagen Sie. Weil Sie eben die klassische Musik mögen. Viele andere Menschen aber nunmal nicht. Und damit muss man leben, selbst wenn es einem wehtut...

"Um den Text zu beurteilen, müßte ich ihn lesen statt hören; und auch dann wäre es problematisch, da Englisch nicht meine Muttersprache ist."

Ich verstehe auch nicht jedes Wort, aber mich beeindruckt, dass er das ganze Dialekt verwendet ohne Füllwörter zu benutzen.

Aber die Tatsache, dass Sie den Text lesen wollen statt hören, zeigt mal wieder, dass sich die Ansprüche an die Künst ändern. Natürlich hat Lyrik, die als Sprechgesang vorgetragen wird, andere Merkmale, als Lyrik, die dafür gedacht ist, dass sie nur gelesen oder so langsam und deutlich vorgetragen wird, dass man jedes Wort versteht. Man kann es drehen und wenden wie man will: Es geht um Geschmack.

Dr. Klaus Miehling
Dienstag, 01.05.07 22:57
 

an Panus:

Zitat: „ich gebe ihnen bedingt Recht, dass etliche Werke der 'X-Musik' Agressionen verstärken können, doch lösen sie meines Erachtens (obwohl ich jetzt keine fundierten psychologischen Beweise zur Hand habe) diese Agressionen nicht aus."
Natürlich nicht in jedem Fall, aber das gibt es. Vgl. z.B. das Zitat eines Hörers: „immer wenn 'ne gute Platte lief, eine mit 'nem starken Beat, dann mußte ich auf und irgendei'm Arschloch eine in die Fresse hauen [...]" (ausführlicher zitiert in meinem Beitrag vom 22.12. an lichtenstein).

Zitat: „Ihre primäre Ursache für kriminelle Handlungen, sprich eine neurologische Umstrukturierung kann vielleicht bedingt stattfinden, doch denken sie etwa, dass der Mensch der Musik so ausgeliefert ist."
Vielleicht nicht jeder. Aber bedenken Sie, wie oft viele Menschen Musik hören! Das summiert sich im Laufe der Monate und Jahre gewaltig. Es wäre geradezu erstaunlich, wenn das keinen Einfluß haben sollte.

Zitat: „Warum gehen sie nicht auch auf den Aspekt ein, dass den meisten Menschen die U-Musik hören (speziell auch bei den Metal-Anhängern) trotzdem friedliche, sensible Menschen sind und somit sogar friedlicher sind als manch Klassikhörer."
Statistisch gesehen ist das eben nicht so. Ich betone immer wieder, daß es im Einzelfall anders sein kann. Außerdem geht es ja nicht nur um Gewalt vs. Friedfertigkeit, sondern um die Bereitschaft zu Straftaten im allgemeinen. Das kann auch Steuerhinterziehung oder Schwarzarbeit sein; und vermutlich ist Ihnen bekannt, welches Ausmaß diese Delikte in den letzten Jahrzehnten angenommen haben.

Zitat: „Ihre Sichtweise, dass ein regelmäßiger U-Musikhörer zu einem agressiven, unzufriedenen Mensch werden kann, finde ich genau falsch herum gedacht. Viel mehr wird ein agressiver, unzufriedener Mensch sich U-Musik z.B. Metallica anhören."
Warum soll nicht beides möglich sein?

Zitat: „Was ist denn an den vielen Pop Liebesliedern verkehrt wo eine Frau oder ein Mann über seine Beziehungsprobleme klagt und das ganze mit ein paar Akkorden unterlegt wird."
Wenn z.B. „akustische" Gitarre oder Klavier die einzige Begleitung sind, ist da nicht so viel verkehrt. Aber auch da kann Aggression im Ausdruck des Gesanges liegen, oft sogar konträr zum Text. Ich wundere mich immer wieder, wie auch bei relativ harmlosen Texten ein Gesangsstil verwendet wird, der aggressiv ist, oder bei dem herumgewürgt wird, als müßte sich der Sänger / die Sängerin gleich übergeben. Deshalb betone ich ja auch, daß die hauptsächliche Wirkung in der Musik, im Klang liegt.

Zitat: „Die Klassik (begrifflich als alle älteren Musikepochen vereint) war, wenn man jetzt auf ältere Werke achtet und nicht auf aktuelle, genauso für damalige Zeiten U-Musik, wie z.B. Franz Listz Klavierinszinierungen, Schuberts 'die schöne Müllerin',...
Deshalb vermeide ich den Begriff „U-Musik" weitgehend. Aber aber auch früher gab es wohl so etwas wie Gewaltmusik; das wurde in Kneipen gespielt und war gewiß nicht so kultiviert wie Liszt oder Schubert.

Zitat: „Den Jazz als Gewaltmusik zu bezeichnen ist lächerlich. Rigmor Gustafsson beispielsweise, eine schwedische Jazz-sängerin macht mich und viele andere Menschen durch ihren Gesang glücklicher(ruhiger, zufriedener) als all die Werke des Köchelverzeichnisses."
Jazz hat sehr viele Substile; die von Ihnen genannte Sängerin kenne ich nicht. Vieles im Jazz erscheint heute nicht mehr so aggressiv, weil es inzwischen wesentlich aggressivere Stile gibt. Wenn Sie aber die Entstehungsgeschichte des Jazz und Biographien berühmter älterer Jazzmusiker betrachten, dann finden Sie dort sehr viel Kriminalität. Auch favorisieren Jazzhörer politische Parteien, deren Anhänger eine überdurchschnittliche politische Gewaltbereitschaft haben.

an Gewaltmusikhörer:

Zitat: „'Wenn ich wütend bin, kann ich das musikalisch nicht ausdrücken, bzw. ich müßte ungeordnet auf dem Klavier herumhämmern oder auf ein Schlagzeug hauen'
Müsste ich nicht. Im Laufe eines klassischen Stücks ändert sich laufend die Stimmung, dies wird auch ohne ungeordnetes herumhauen realisiert."
Diese Antwort verstehe ich nicht. Es ging ja nicht um Veränderungen der Stimmung, sondern um Aggression. Wenn man wirklich aggressiv ist (und es nicht nur „spielt"), dann kann man nichts zustande bringen, was man als „klassische Musik" im weitesten Sinn bezeichnen könnte. Man kann aber sehr wohl seine zwei, drei Akkorde auf der Gitarre greifen und ins Mikrofon schreien.

Zitat: „Ich würde aber keine Grenze ziehen und sagen, wenn es aggressiver ist als dies in der klassischen Musik möglich wäre, ist es zu aggressiv. Wären Sie AC/DC-Fan, würden Sie das ohnehin anders sehen. Es liegt doch auf der Hand, dass das alles nur mit Geschmack zu tun hat."
Es hat mit Geschmack zu tun, ob es einem gefällt, aber nicht, ob es aggressiv ist.

Zitat: „Gut ok, nur wer bestimmt, dass eben jene formale Vorgaben eingehalten werden müssen, damit man die Musik als Kunst erachten kann?"
Kunst ist etwas, daß nur mit außergewöhnlicher Begabung und/oder außergewöhnlicher Anstrengung produziert werden kann. So ist es sinngemäß immer definiert worden, und ich weigere mich, den aus taktischen, ideologischen oder egoistischen Gründen von gewissen Leuten im 20. Jh. eingeführten „erweiterten Kunstbegriff" anzuerkennen. Wenn formale Vorgaben fehlen oder auf ein Minimum reduziert sind, bedarf es jener außergewöhnlichen Begabung oder außergewöhnlichen Anstrengung nicht mehr. Deshalb sind solche Produkte keine Kunst.

Zitat: „Nein, Filme werden immer außen vor gelassen. Während Videospiele und Musik gleichermaßen kritisiert werden."
Zur Wirkung gewalthaltiger audiovisueller Medien, und das sind v.a. Film und Fernsehen, da Videospiele noch nicht so lange existieren und untersucht werden, gibt es schon rund 3.500 wissenschaftliche Studien. Wenn Musik kritisiert wird, dann sind es normalerweise nur die Texte.

Zitat: „Wegen vermeintlich rassistischer oder frauenfeindlicher Musik ist gerade in den Staaten eine intensive Diskussion entbrannt, mit der Folge, dass viele Radiosender bestimmte Musik boykottieren."
Ja, aber nur wegen der Texte. In Deutschland hat es mit zwei „Stern"-Artikeln erst angefangen, und praktische Konsequenzen gibt es m.W. noch nicht.

Zitat: „Überall auf der Welt wird es Gewalt geben, unabhängig vom kulturellen und ideologischen Einfluss durch z.B. die Medien. Selbst wenn jedem Menschen auf dieser Welt die selben Bedingungen zustünden, gebe es irgendwo Gewalt, weil irgendein Mensch mehr will als die anderen. Das war schon immer so und wird auch immer so bleiben. Das wir deshalb ständig über Kleinigkeiten wie die Musik diskutieren ist fast schon amüsant (wenn man eine Portion Galgenhumor vertragen kann)."
Für viele Menschen ist Musik keine „Kleinigkeit", sondern wichtiger Bestandteil ihres Lebens, der ggf. - wie in diesem Forum zu sehen - mit allen Mitteln, auch mit Diffamierung und Beleidigung, verteidigt wird.

Zitat: „'Alles in allem kann ich in Gewaltmusik nichts Positives sehen, außer daß sie vielen Leuten 'Spaß' bringt. Sie bringt zwar auch Arbeitsplätze, aber das bringt klassische Musik auch.'
Glauben Sie? Wenn sich für klassische Musik niemand mehr interessiert, dann wird sie auch nicht konsumiert und folglich gibt es auch keine besonders große Nachfrage, keinen finanziell lukrativen Markt für diese Musik."
Ja, derzeit, weil sie von der Droge Gewaltmusik verdrängt wird. Ich gehe davon aus, daß Musik immer für die meisten Menschen wichtig sein und folglich immer Arbeitsplätze schaffen wird. Wie sich das auf die verschiedenen Musikarten verteilt, ließe sich aber ändern.

kus
Mittwoch, 02.05.07 17:09
 

Auf stopmetal.de gibt es die ersten Befürworter von Dr. Miehlings Thesen: klick

Gewaltmusikhörer
Mittwoch, 02.05.07 17:27
 

Ich möchte mal auf zwei Zitate aus Ihrem Gespräch mit Panus eingehen:

"immer wenn 'ne gute Platte lief, eine mit 'nem starken Beat, dann mußte ich auf und irgendei'm Arschloch eine in die Fresse hauen"

Nur weil ein einzelner Idiot das gesagt hat, können Sie das nicht pauschalisieren. Wenn ein Klassikhörer etwas vergleichbares sagte, würde ich das auch nicht auf alle anderen Klassikhörer übertragen.

"Diese Antwort verstehe ich nicht. Es ging ja nicht um Veränderungen der Stimmung, sondern um Aggression."

Die Stimmung verändert sich bis zur Aggression.

"Es hat mit Geschmack zu tun, ob es einem gefällt, aber nicht, ob es aggressiv ist."

Ob und wie weit eine wie auch immer geartete Aggression in der Musik sich auf die Konsumenten überträgt, ist die andere Frage.

"Kunst ist etwas, daß nur mit außergewöhnlicher Begabung und/oder außergewöhnlicher Anstrengung produziert werden kann."

Fragt sich nur, was man unter einer außergewöhnlicher Begabung versteht. Gute Raplyrics schreiben kann auch nicht jeder, das ist eine Begabung, die ich sehr schätze.

"Wenn formale Vorgaben fehlen oder auf ein Minimum reduziert sind, bedarf es jener außergewöhnlichen Begabung oder außergewöhnlichen Anstrengung nicht mehr. Deshalb sind solche Produkte keine Kunst."

Die Vorgaben fehlen nicht, es sind nur neue entstanden. Ein Theaterschauspieler muss auch andere Sachen können wie ein TV-Schauspieler. Das bedeutet nicht, dass das eine weniger wert ist als das andere.

"Wenn Musik kritisiert wird, dann sind es normalerweise nur die Texte."

Das stimmt. Allerdings ist diese Kritik alltäglicher als die Musik an Filmen. Gerade die BpjM (Bundesprüfanstalt für jugendgefährdende Medien) leistet z.T. schlechte Arbeit und führt recht fragwürdige Indizierungen durch.

"Ja, aber nur wegen der Texte. In Deutschland hat es mit zwei „Stern"-Artikeln erst angefangen, und praktische onsequenzen gibt es m.W. noch nicht."

Doch, es findet eine sehr einseitige Berichterstattung in den Mainstream-Medien (auch in eigentlich seriösen Zeitungen) statt. Und die Anzahl der Indizierungen nimmt zu (s. o.).

"Für viele Menschen ist Musik keine „Kleinigkeit", sondern wichtiger Bestandteil ihres Lebens, der ggf. - wie in diesem Forum zu sehen - mit allen Mitteln, auch mit Diffamierung und Beleidigung, verteidigt wird."

Für den Einzelnen ist Musik keine Kleinigkeit, auch nicht für mich. Aber wenn wir von Problemen der Menschheit reden, muss man sagen, dass über die größten Probleme erst gar nicht gesprochen wird, weil man nichts dagegen machen kann, während vermeintliche Weltverbesserer, die sich profilieren wollen, von den eigentlichen Problemen mit so beiläufigen Problemen wie den möglichen negativen Einfluss der Musik, ablenken.

"Ja, derzeit, weil sie von der Droge Gewaltmusik verdrängt wird. Ich gehe davon aus, daß Musik immer für die meisten Menschen wichtig sein und folglich immer Arbeitsplätze schaffen wird. Wie sich das auf die verschiedenen Musikarten verteilt, ließe sich aber ändern."

Man kann den Menschen aber keine Meinung aufzwängen. Es sei denn, man steht in der Tradition von Leuten wie Adolf Hitler und Saddam Hussein.

Gewaltmusikhörer
Mittwoch, 02.05.07 17:30
 

Ich wollte zwei Zitate von Panus aufgreifen und habe das zweite Zitat vergessen:

"Wenn Sie aber die Entstehungsgeschichte des Jazz und Biographien berühmter älterer Jazzmusiker betrachten, dann finden Sie dort sehr viel Kriminalität. Auch favorisieren Jazzhörer politische Parteien, deren Anhänger eine überdurchschnittliche politische Gewaltbereitschaft haben."

Sie können hier die Geschichte der Afroamerikaner seit deren Versklavung nicht außen vor lassen. Die Diskriminierung der Schwarzen in den USA reicht bis in die heutige Zeit hinein, natürlich sind schwarze Jazzmusiker eher kriminell als weiße Musiker (die der schwarzen Musik nacheifern).

Nameless
Mittwoch, 02.05.07 21:12
 

Was Sie bei der, ich nenne es mal "Jazz-Thematik" vergessen:
Jazz entstand mitunter zur Zeit der Prohibition. Die gesamte Kriminelle Entwicklung, die sie in zusammenhang mit dieser Zeit genannt haben, lässt sich darauf zurückführen. Niemand lässt sich etwas verbieten, dass seit Menschengedenken fest in unserer Kultur verankert ist. Der Versuch der Amerikaner den radikalen Verbot von Alkohol durchzusetzen ist deshalb gescheitert. Das einzige was geschaffen wurde, war ein Nährboden für den Alkoholschmuggel und des damit verbundenen organisierten Verbrechens.
Sie führen diese Entwicklung auf die Entstehung des Jazz zurück. Das entzieht sich mir jeder Logik.
Fakt ist, das der geschmuggelte Alkohol natürlich nicht öffentlich konsumiert werden durfte, weswegen man gezwungen war diese Bars mehr oder minder im Geheimen aufzuziehen. Das dort Jazz gespielt wurde, ist klar, war er doch zu der Zeit eine sehr populäre Musik.
Wie kommen sie also darauf, dass der Jazz maßgeblich an dieser Entwicklung beteiligt war?

Zu ihren Antworten auf meinem letzten Post:

"In meinem Beispiel ging es um den Vergleich der durchschnittlichen Gewichtszunahme zweier Personengruppen, d.h. die „anderen Ursachen" gleichen sich statistisch aus."
Und da sind wir am Hauptproblem angekommen: Man kann so einiges mit Statistik beschreiben, ob und in welchem Maße dies Sinnvoll ist, hängt von der betrachteten Sache ab.
Erst heute hat mein Mathe Prof erzählt, dass man herausgefunden hat, das gerade mal etwa 10% aller Klinischer Studien mathematisch korrekt ausgewertet wurden. Das bedeutet das 90% dieser Studien letzendlich nicht das Papier wert sind, auf dem sie geschrieben wurden.
Denken sie mal darüber nach...

"Wann hat nach Ihrer Meinung diese „Einführung" stattgefunden? "
Das entzieht sich meiner Kenntnis. Darum ging es mir aber auch nicht.

"Aber die Kausalität ist m.E. nirgends so deutlich indiziert wie für die Gewaltmusik (denn im Fernsehen kamen diese „Werte" erst später zur Geltung): Die Gewaltmusik war es, die im Klang, in den Texten und im Vorbild der Interpreten all diese Dinge propagiert und mit ihrem „beat" in die jugendlichen Gehirne eingehämmert hat."
Ich weis ja nicht wie das bei anderen ist, aber meine Werte wurden mir von meinen Eltern beigebracht.
Das Vorbild der Interpreten spielt m.E. nach nur dann eine Rolle, wenn man mit den Eltern nicht klarkommt, bzw. man diesen egal ist.
Dieses Vorbild ist sicher nicht immer das beste, doch spielt es keine Rolle, wenn die Eltern einem beibringen was richtig und was falsch ist.
Wenn dieses Vorbild eine Rolle spielt, ist also vorher schon so einiges anderes Schief gegangen.

Dr. Klaus Miehling
Mittwoch, 02.05.07 23:25
 

an Gewaltmusikhörer:

Zitat: „Nur weil ein einzelner Idiot das gesagt hat, können Sie das nicht pauschalisieren. Wenn ein Klassikhörer etwas vergleichbares sagte, würde ich das auch nicht auf alle anderen Klassikhörer übertragen."
Das war ja nur ein Beispiel von vielen! Für Klassik müßte so eine Aussage erst noch gefunden werden.

Zitat: „Gerade die BpjM (Bundesprüfanstalt für jugendgefährdende Medien) leistet z.T. schlechte Arbeit und führt recht fragwürdige Indizierungen durch."
Was Musik(texte) betrifft sind das nur sehr, sehr wenige Indizierungen überhaupt. Und in welchem Falle fragwürdig?

Zitat: „Doch, es findet eine sehr einseitige Berichterstattung in den Mainstream-Medien (auch in eigentlich seriösen Zeitungen) statt."
Da wäre ich für nähere Informationen dankbar. Außer den beiden „Stern"-Artikeln und einer Fernsehdiskussion ist mir nichts bekannt.

Zitat: „Aber wenn wir von Problemen der Menschheit reden, muss man sagen, dass über die größten Probleme erst gar nicht gesprochen wird, weil man nichts dagegen machen kann, [...]"
Was sind denn diese größten Probleme, über die „erst gar nicht gesprochen wird"? Kriege und Klimawandel können es dann ja wohl nicht sein.

Zitat: „[...] während vermeintliche Weltverbesserer, die sich profilieren wollen, von den eigentlichen Problemen mit so beiläufigen Problemen wie den möglichen negativen Einfluss der Musik, ablenken."
Meiner Überzeugung nach hat der negative Einfluß gewisser Musik sehr viel mit grundlegenden Problemen unserer Gesellschaft zu tun. Daher lenke ich von diesen Problemen nicht ab, sondern lenke die Aufmerksamkeit darauf.

Zitat: "'Ich gehe davon aus, daß Musik immer für die meisten Menschen wichtig sein und folglich immer Arbeitsplätze schaffen wird. Wie sich das auf die verschiedenen Musikarten verteilt, ließe sich aber ändern.'
Man kann den Menschen aber keine Meinung aufzwängen. Es sei denn, man steht in der Tradition von Leuten wie Adolf Hitler und Saddam Hussein."
Von „Meinung aufzwängen" habe ich nicht gesprochen. Wenn durch Maßnahmen des Jugendschutzes und durch Aufklärung die Verbreitung von Gewaltmusik eingedämmt wird, werden sich die Musikvorlieben kommender Generationen ändern.

Zitat: „Sie können hier die Geschichte der Afroamerikaner seit deren Versklavung nicht außen vor lassen. Die Diskriminierung der Schwarzen in den USA reicht bis in die heutige Zeit hinein, natürlich sind schwarze Jazzmusiker eher kriminell als weiße Musiker (die der schwarzen Musik nacheifern)."
Wenn der letzte Satz von mir stammen würde, würde ich bestimmt wieder mal als Nazi gescholten werden.

an Nameless:

Zitat: „Jazz entstand mitunter zur Zeit der Prohibition. Die gesamte Kriminelle Entwicklung, die sie in zusammenhang mit dieser Zeit genannt haben, lässt sich darauf zurückführen."
Nein, der Jazz entstand schon im späten 19. Jh. Was in New Orleans geschah, hat nichts mit der Prohibition zu tun. Und wenn die Entwicklung der organisierten Kriminalität in Chicago auf die Prohibition zurückzuführen sein soll, dann frage ich Sie: warum gerade Chicago?

Zitat: „Erst heute hat mein Mathe Prof erzählt, dass man herausgefunden hat, das gerade mal etwa 10% aller Klinischer Studien mathematisch korrekt ausgewertet wurden. Das bedeutet das 90% dieser Studien letzendlich nicht das Papier wert sind, auf dem sie geschrieben wurden."
Was meint der Professor mit „mathematisch korrekt"? Außerdem müßte man sehen, ob dies für psychologische und sozialwissenschaftliche Studien ebenfalls gilt. Und dann hieße das ja nicht, daß nur Studien mit einer bestimmten Ergebnisrichtung (die also z.B. die Wirkung von Musik belegen) fehlerhaft wären.

Zitat: „Ich weis ja nicht wie das bei anderen ist, aber meine Werte wurden mir von meinen Eltern beigebracht. Das Vorbild der Interpreten spielt m.E. nach nur dann eine Rolle, wenn man mit den Eltern nicht klarkommt, bzw. man diesen egal ist. Dieses Vorbild ist sicher nicht immer das beste, doch spielt es keine Rolle, wenn die Eltern einem beibringen was richtig und was falsch ist. Wenn dieses Vorbild eine Rolle spielt, ist also vorher schon so einiges anderes Schief gegangen."
Ja, darüber wurde hier auch schon diskutiert. Es ist nun einmal so, daß sich die meisten Kinder und Jugendlichen ab einem bestimmten Alter vom Vorbild der Eltern lösen und sich ihre Vorbilder unter Gleichaltrigen oder z.B. unter Gewaltmusikern suchen.

Kalle
Donnerstag, 03.05.07 13:06
 

@Dr.Klaus Miehling:

Tschaikowski war schwul, Mozart pervers und Wagner antisemit...

Nameless
Donnerstag, 03.05.07 18:25
 

"Und wenn die Entwicklung der organisierten Kriminalität in Chicago auf die Prohibition zurückzuführen sein soll, dann frage ich Sie: warum gerade Chicago?"
Warum nicht?

"Was meint der Professor mit „mathematisch korrekt"?"
Es ging um hochrechnung repräsentativer Studien, die einer Normalverteilung folgen. Die Normalverteilung wird wohl am häufigsten verwendet, ist aber bei weitem nicht die einzige Verteilungsform. Und hierbei wurden wohl häufig Fehler gemacht (oft sogar bewusst, wenn es um Dinge wie neue Medikamente ging - also um Geld!).

"Außerdem müßte man sehen, ob dies für psychologische und sozialwissenschaftliche Studien ebenfalls gilt. Und dann hieße das ja nicht, daß nur Studien mit einer bestimmten Ergebnisrichtung (die also z.B. die Wirkung von Musik belegen) fehlerhaft wären."
Das wollte ich auch gar nicht implizieren. Es sollte nur aufzeigen, das an Statistiken öfter als man meint "gedreht" wird. Inwiefern das andere Bereiche betrifft weis ich nicht.
Nochmal: Statistik ist immer mit Vorsicht zu genießen. Es heißt nicht umsonst "Glaube keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast".

Dr. Klaus Miehling
Donnerstag, 03.05.07 23:16
 

an Kalle:

Zitat: „Tschaikowski war schwul, Mozart pervers und Wagner antisemit..."
Schön; finden Sie 700 weitere Beispiele! Und der Vergleichbarkeit wegen bitte aus den letzten 100 Jahren.
Haben Sie etwas gegen Schwule? Wenn ich das geschrieben hätte ... Jedenfalls wird in meinem Buch niemand wegen Homosexualität kritisiert (wohl freilich wegen exzessiven Sexualverhaltens, aber das unabhängig davon, welchem Geschlecht jemand zugetan ist). Mozart hat „deftige" Briefe geschrieben (die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt waren); ob er deshalb schon pervers war, ist fraglich.

an Nameless:

Zitat: „'Und wenn die Entwicklung der organisierten Kriminalität in Chicago auf die Prohibition zurückzuführen sein soll, dann frage ich Sie: warum gerade Chicago?'
Warum nicht?"
Also können Sie keine weiteren Gründe neben der Prohibition nennen. Ich habe ja einen Grund genannt: den Jazz, der um diese Zeit sein Zentrum in Chicago hatte. Wäre die Prohibition der Hauptgrund, dann hätten vergleichbare kriminelle Organisationen auch in anderen von der Prohibition betroffenen Städten entstehen müssen.

Zitat: „Nochmal: Statistik ist immer mit Vorsicht zu genießen. Es heißt nicht umsonst 'Glaube keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast'."
Über Statistik wurde hier schon viel diskutiert. Jedenfalls passen in bezug auf die Wirkungen von Gewaltmusik die Statistiken wissenschaftlicher Untersuchungen gut zu den empirischen Befunden, was jene glaubwürdig erscheinen läßt. Statistiken bleiben ein wichtiges wissenschaftliches Mittel, und solange man nicht Fehler im Einzelfall nachweist, sollte auch hier eine „Unschuldsvermutung" gelten

laurus croftus
Freitag, 04.05.07 10:47
 

"Wenn ich wütend bin, kann ich das musikalisch nicht ausdrücken, bzw. ich müßte ungeordnet auf dem Klavier herumhämmern oder auf ein Schlagzeug hauen; aber das Ergebnis würde ich nicht als musikalisch bezeichnen."

meine güte, sie sind ja noch nicht einmal musiker! all ihre unterstellungen an die große menge der "gewaltmusikhörer" habe ich bis zu diesem satz noch in groben zügen nachvollziehen und die ansätze sogar gut verstehen können; sie haben natürlich vollkommen recht, wenn sie behaupten, dass vor allem von der hip hop szene etc ein gewisses gewaltpotential ausgeht und man diese gewaltorientierten gruppen mit gewissen musikrichtungen verbinden kann. das ist jedoch eine notwendige, jedoch keine hinreichende bedingung! nicht jeder gewaltmusiker ist kriminell jedoch sind die meisten kriminellen gewaltmusiker. (an dieser stelle müsste man sich auch mal die reine anzahl der gewaltmusiker gegen die der klassik- hörer anschauen; ich denke erstere sind ein wenig in der überzahl... was sich doch dann wieder geringfügig auf die statistik auswirken dürfte...)

ich bin selber cellist und möchte die klassische musik studieren; auf der anderen seite mache ich neben der klassik viel viel rockmusik bis hin zum heavy metal. warum? weil ich erkannt habe, dass gute musik jeden klassenunterschied überwindet, ganz egal welcher art sie ist. musik ist etwas höheres, das von uns menschen einfach nicht hinreichend in worte gefasst werden kann. und wenn sie selber musiker wären und dieses gefühl des musik--erlebens-- kennen würden, würden sie anders darüber denken! denn auch hier ist nicht alles schwarz und weiß, wie sie es teilweise wohl gerne darstellen wollen. wenn man in der komplexität der musik sein --erleben-- macht, ist jede musikrichtung recht. das hören dieser notwendigerweise -guten- musik (ich meine auch sie kennen den unterschied zwischen beispielsweise sallieri und mozart) ist auf gar keinen fall mit gewaltbereitschaft/ potential/ was-auch-immer-ihnen-da-noch-einfällt gleichzusetzen! warum? so unterschiedlich die menschen auf gottes erde sind, so unterschiedlich sind bekanntermaßen die geschmäcker, aber darauf will ich nicht hinaus; der mensch IST musik; ein mensch ohne musik, ohne musikalisches -erleben- ist kein mensch. somit ist es vom prinzip her überhaupt nicht möglich, diesen sachverhalt in seiner gänze (bezogen auf die GESAMTE gewaltmusikhörerschaft) wissenschaftlich zu erfassen, da musik nicht empirisch nachweisbar ist.
diesen gedankengang kann allerdings nur ein musiker in seiner letzten konsequenz nachvollziehen, der sich mit dem phänomen der -musik- auseinandersetzt. (und jetzt sagen sie nicht sie hätten musikwissenschaften studiert und wüssten was musik ist! es gibt genügend studierte, die absolute diletanten auf diesem bereich sind! ich habe selber schon genügend kennen gelernt)

auch wenn sich das alles jetzt ein bisschen abstrakt anhört, hofe ich doch, dass ich meinen gedankengang verdeutlichen konnte.

des weiteren müssen sie sehr aufpassen, dass sie ihrer einstellung und ihrer so wissenschaftlichen arbeit nicht den anschein einer ideologie geben. sie scheinen sich in dieses thema sehr verannt zu haben, was auf mich so langsam aber sicher den anschein macht, dass sie gar nicht wirklich wahrehmen, was eigentlich gegen ihre ansichten der dinge ausgesagt wird.
aber ich lasse mich gerne belehren!
gruß laurus

Kalle
Freitag, 04.05.07 11:10
 

@Dr.Klaus Miehling:

Zitat:..."Mozart hat „deftige" Briefe geschrieben (die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt waren); ob er deshalb schon pervers war, ist fraglich..."

Also bei Mozart ist es fraglich, ob er pervers war, obwohl ers ja offensichtlich war, unstrittig ist allerdings, dass Rockmusik aggressiv macht...aha...Hätten die damaligen Komponisten die technischen Möglichkeiten von heute gehabt, würds aber ganz anders rummsen im Karton.

Wenn ich mal fragen darf, bis wann geht denn die gewaltfreie Musik? Debussy ist auch schon Gewaltmusiker, oder? Arvo Pärt mischt Vivaldi mit jazzig alterierten Akkorden.

Im Grunde ärgerts mich selber, dass ich auf eine so sinnlose Diskussion eingehe, aber ich machs trotzdem.
Nun ja, es gibt Sachen, da hat man einfach wenig Ahnung von, weswegen man sich da einfach mal Kommentare ersparen sollte...oder es unterlassen sollte, gar ein Buch drüber zu schreiben;-)

Was sie zu tun gedenken, nämlich die Ausrottung der Popularmusik, gabs doch in ähnlicher Form schonmal, als die Nazis früher die Bücher verbrannt haben, oder?
Jetzt kommt der Aufschrei "Öhhhhhh, des war was anderes", aber es war immer was anderes.

So, jetzt werd ich weiter meine teuflischen Melodisch Moll Skalen üben, und ganz dem Herrn Miehling zum Trotz spiele ich die abwärts genauso wie aufwärts! ;-)

Kajo en cagette
Freitag, 04.05.07 11:13
 

Nun, durch die Wortwahl könnte man meinen, dass Sie Klassik hören. Wenn ich ein Buch schreiben würde, dann sollte das faktisch und sachlich sein. Der Leser sollte nicht erkennen, was der Autor für ein Mensch ist. Ich finds ja schön, dass sie sich die Mühe überhaupt gemacht haben! Natürlich würde ihnen nun keiner Unterstellen, dass sie das wegen des Geldes gemacht haben ;) aber das wäre ja auch ihr recht.
Was aber etwas wage bleibt ist die Aussage: "Jeder der Gewaltmusik hört ist ein potenzieller Straftäter"! Jeder, und ich betone JEDER ist ein potenzieller Straftäter, denn wenn sich ziehmlich viele Tiere untereinander sammeln, dann kann es auch mal passieren, dass welche nicht richtig ticken. Also ich denke wenn jemand Klassik hört und wird von seiner Frau verlassen, sein Auto wird von einem Gewaltmusikhörer zerkratzt etc... Man bekommt jeden Menschen dazu eine Straftat zu erbringen. Das Problem ist eben, dass diese durch Musik zugänglicher werden, da haben sie auch teilweise nicht falsch gedacht, aber trotzdem hört es sich so an, als wären Klassikhörer die Guten und der Rest der Welt ist schlecht. Ich appeliere hier am Gebrauch der Sprache. "Gewalt wird klanglich ausgedrückt" man könnte meinen Sie hätten sich vor Beginn des Buches einen Joint geraucht! Außerdem hat nicht jeder die Fähigkeit ein klassisches Konzert zu ertragen, wie ein Iraker der mit Heavy Metal gefoltert wird! Also damit alles "gechillt" ist halte ich es für keine gute Idee aufzutreten, wie ein Konservativer, Intoleranter und sich so überheblich auszudrücken, denn so ein Thema sollte mit Vorsicht genossen werden! Wissenschaftliche Belege aus Psychoanlysen - alles töfte, aber dadurch machen sie die Menschen nicht friedlicher, sondern spielen sie gegeneinander auf. Man sollte einem Vorwort erstmal anerkennen, dass Musik Menschen zusammen führt und Freude bereitet! Musik gibt auch halt und soziale Bindungen. Wer jetzt über das Niveau der Musik argumentiert, der hat nicht verstanden, dass Musik mehr ist als eine Ausdrucksform seiner Intressen. Ich hoffe, sie schreiben bald ein Buch aus dem hervor geht, dass Musik nicht abgewertet werden kann, da sie - von woher auch immer - immer erstrebenswert ist diese zu praktizieren oder ferne auch zu produzieren. Ein bisschen anderer Kultur hat auch noch niemandem geschadet, aber durchaus ein guter Ansatzpunkt für ein offenes Gespräch! Davor ziehe ich auch den Hut! Gruß Max

Nameless
Freitag, 04.05.07 11:15
 

"Also können Sie keine weiteren Gründe neben der Prohibition nennen. Ich habe ja einen Grund genannt: den Jazz, der um diese Zeit sein Zentrum in Chicago hatte. Wäre die Prohibition der Hauptgrund, dann hätten vergleichbare kriminelle Organisationen auch in anderen von der Prohibition betroffenen Städten entstehen müssen."
Die Prohibition wurde 1920 in Amerika eingeführt und 1933 wieder aufgehoben.
Dieser Satz von Wikipedia spricht in dem Zusammenhang wohl Bände: "Nachdem die Verbrechensraten in den USA für Raub, Diebstahl und Mord seit Beginn bis Mitte der 1920er Jahre kontinuierlich anstiegen, sanken sie nach 1933 drastisch." (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Prohibition )
Hier findet sich auch noch folgendes Statement: "Das Alkoholverbot hat also nicht nur sein Ziel in keiner Weise erreicht, sondern im Gegenteil einer kriminellen Groß-Organisation erst richtig zum Aufschwung verholfen."

Kajo en cagette
Freitag, 04.05.07 11:17
 

Nun, durch die Wortwahl könnte man meinen, dass Sie Klassik hören. Wenn ich ein Buch schreiben würde, dann sollte das faktisch und sachlich sein. Der Leser sollte nicht erkennen, was der Autor für ein Mensch ist. Ich finds ja schön, dass sie sich die Mühe überhaupt gemacht haben! Natürlich würde ihnen nun keiner Unterstellen, dass sie das wegen des Geldes gemacht haben ;) aber das wäre ja auch ihr recht.
Was aber etwas wage bleibt ist die Aussage: "Jeder der Gewaltmusik hört ist ein potenzieller Straftäter"! Jeder, und ich betone JEDER ist ein potenzieller Straftäter, denn wenn sich ziehmlich viele Tiere untereinander sammeln, dann kann es auch mal passieren, dass welche nicht richtig ticken. Also ich denke wenn jemand Klassik hört und wird von seiner Frau verlassen, sein Auto wird von einem Gewaltmusikhörer zerkratzt etc... Man bekommt jeden Menschen dazu eine Straftat zu erbringen. Das Problem ist eben, dass diese durch Musik zugänglicher werden, da haben sie auch teilweise nicht falsch gedacht, aber trotzdem hört es sich so an, als wären Klassikhörer die Guten und der Rest der Welt ist schlecht. Ich appeliere hier am Gebrauch der Sprache. "Gewalt wird klanglich ausgedrückt" man könnte meinen Sie hätten sich vor Beginn des Buches einen Joint geraucht! Außerdem hat nicht jeder die Fähigkeit ein klassisches Konzert zu ertragen, wie ein Iraker der mit Heavy Metal gefoltert wird! Also damit alles "gechillt" ist halte ich es für keine gute Idee aufzutreten, wie ein Konservativer, Intoleranter und sich so überheblich auszudrücken, denn so ein Thema sollte mit Vorsicht genossen werden! Wissenschaftliche Belege aus Psychoanlysen - alles töfte, aber dadurch machen sie die Menschen nicht friedlicher, sondern spielen sie gegeneinander auf. Man sollte einem Vorwort erstmal anerkennen, dass Musik Menschen zusammen führt und Freude bereitet! Musik gibt auch halt und soziale Bindungen. Wer jetzt über das Niveau der Musik argumentiert, der hat nicht verstanden, dass Musik mehr ist als eine Ausdrucksform seiner Intressen. Ich hoffe, sie schreiben bald ein Buch aus dem hervor geht, dass Musik nicht abgewertet werden kann, da sie - von woher auch immer - immer erstrebenswert ist diese zu praktizieren oder ferne auch zu produzieren. Ein bisschen anderer Kultur hat auch noch niemandem geschadet, aber durchaus ein guter Ansatzpunkt für ein offenes Gespräch! Davor ziehe ich auch den Hut! Gruß Max (Ich persöhnlich bau mir lieber einen :), als Leute aufeinanderzuhetzen, mit der Absicht mein Portemonnaie aufzufüllen - das ist gegen meine moralischen Vorstellungen, und die hat man auch als "Biermusikhöhrer")

Nameless
Freitag, 04.05.07 11:27
 

Nachtrag zu einem an Kalle gerichteten Kommentar:

"Schön; finden Sie 700 weitere Beispiele! Und der Vergleichbarkeit wegen bitte aus den letzten 100 Jahren."
Warum aus den letzten 100 Jahren? Für einen Vergleich wäre es sinnvoller beide Musikarten zur Zeit ihrer Blüte zu betrachten.
Bei mehreren Millionen "Gewaltmusikern und hörern" 700 Beispiele zu finden ist nicht sonderlich schwer. Würden sie auch die CDU (aus der Luft gegriffenes Beispiel) für gefährlich halten, wenn 100 ihrer Wähler Straftaten begangen hätten?

Davon ab: Niemand will beweisen, dass Klassik "gefährlich" ist. Es geht vielmehr darum zu zeigen, dass Musik im allgemeinen es nicht ist.

Kiyo
Freitag, 04.05.07 13:21
 

Hm, was für ein weinerliches Pamphlet eines alternden Erz-Konservativen. Sind wir uns auch im Klaren darüber, das Hitler klassische Musik gehört hat? Ebenso Mussolini und andere Diktatoren und Wahnsinnige? Die meisten Psychopathen und Massenmörder sind hochintelligent und haben einen Hang zum exzentrisch-intelektuellen, was sich auch in der Musikwahl ausdrückt. Ich neige persönlich zu einem hohen Aggressionspotential und auch ich höre Metal, Rock, Punk und Gitarrenlastige Musik an sich, aber ich veräusserliche diese Gewalt nicht ständig. Ich lasse mir nur nicht mehr alles gefallen und toleriere jegliche Angriffe durch meine Umwelt und vielleicht auch ein System das nicht richtig funktioniert. Sollte ein Gesetz anfangen mein Recht auf Meinungsfreiheit und den eigenen Ausdruck einzuschränken, so sähe ich mich gezwungen diesen Staat sofern er sich dann noch Demokratie schimpft auf's schärfste zu boykottieren.
Meines Erachtens nach geht die Hauptgefahr für eine Gesellschaft nicht von der Gewaltbereitschaft einer stumpfen Masse aus, sondern viel mehr von einer fehlentwickelten Leitfigur. Merke, eine Bewegung wird nur das tun, was ein Patriarch ihr gebietet. Und diese gewalttätige Oberschicht gehört oft zur Bildungselite.

So gesehen bin ich dafür dass der Autor doch lieber erst denken sollte, bevor er haltlose Thesen in den Raum stellt.

Es ist nicht aggressive Musik die Gewaltbereitschaft fördert, sondern es sind gewaltbereite Menschen, die aggressive Musik hören und suchen. Ebenso verhält es sich mit Videospielen. Und wenn nun einmal das Gros der Gesamtbevölkerung gewaltbereit sein sollte. So sollte man sich die Frage stellen, ob dies nicht seine Rechtfertigung auf demokratischem Grund hat. Denn Demokratie bedeutet, dass alle Macht beim Volke liegt und wenn das Volk sagt, dass es richtig ist, dann ist es das und nicht was irgendein dahergelaufener Pseudo-Wissenschaftler meint von sich geben zu müssen.

Einlader
Freitag, 04.05.07 22:09
 

@ Dr. Klaus Miehling

Mittwoch, 23. Mai im KTS. Hardcore aufs Maul ;-).

Ich habe den Eindruck sie waren auf zu vielen klassik Konzerten und zu wenig Harcore Konzerten.

Dr. Klaus Miehling
Freitag, 04.05.07 23:16
 

an laurus croftus:

Zitat: „meine güte, sie sind ja noch nicht einmal musiker!"
Soll das eine Beleidigung sein, oder wissen Sie nicht, daß ich eine vollwertige musikpraktische Ausbildung absolviert und abgeschlossen habe?

Zitat: „an dieser stelle müsste man sich auch mal die reine anzahl der gewaltmusiker gegen die der klassik- hörer anschauen; ich denke erstere sind ein wenig in der überzahl... was sich doch dann wieder geringfügig auf die statistik auswirken dürfte..."
Ein in diesem Forum schon wiederholt gemachter unqualifizierter, weil unzutreffender Einwand. Es geht selbstverständlich um relative Zahlen.

Zitat: „wenn sie selber musiker wären und dieses gefühl des musik--erlebens-- kennen würden, würden sie anders darüber denken!"
Siehe oben.

Zitat: „und jetzt sagen sie nicht sie hätten musikwissenschaften studiert und wüssten was musik ist! es gibt genügend studierte, die absolute diletanten auf diesem bereich sind! ich habe selber schon genügend kennen gelernt"
Aha, Sie wissen wirklich nicht, daß ich Musiker bin. Da sind Sie also einem Vorurteil erlegen.

an Kalle:

Zitat: „Also bei Mozart ist es fraglich, ob er pervers war, obwohl ers ja offensichtlich war,"
Woraus diagnostizieren Sie das? Haben Sie noch nie im Privaten ein unflätiges Wort gebraucht oder einen unanständigen Witz erzählt?

Zitat: „Hätten die damaligen Komponisten die technischen Möglichkeiten von heute gehabt, würds aber ganz anders rummsen im Karton."
Auch ohne die technischen Möglichkeiten von heute hätten die damaligen Komponisten Gewaltmusik schreiben können, indem Sie z.B. ihren Stücken einen permanenten Schlagzeugteppich unterlegen. Aber das haben sie eben nicht gemacht!

Zitat: „Wenn ich mal fragen darf, bis wann geht denn die gewaltfreie Musik? Debussy ist auch schon Gewaltmusiker, oder? Arvo Pärt mischt Vivaldi mit jazzig alterierten Akkorden."
Gewaltmusik ist vermutlich genauso alt wie gewaltfreie Musik, nur ist sie aus früheren Zeiten nicht schriftlich überliefert. Von Debussy kenne ich nichts gewaltmusikalisches; auch wenn er - für Klavier - ein Stück mit dem Titel „Golliwogg's Cake Walk" geschrieben hat (aus „Childrens' Corner"), das sehr synkopenträchtig ist. Aber ich habe es selbst schon gespielt (und sogar für Blockflötenquartett bearbeitet) und empfinde es nicht als Gewaltmusik - mußte mich aber erst daran gewöhnen. Was ich von Arvo Pärt kenne, entspricht nicht Ihrer Charakterisierung.

an Kajo en cagette:

Zitat: „Nun, durch die Wortwahl könnte man meinen, dass Sie Klassik hören. Wenn ich ein Buch schreiben würde, dann sollte das faktisch und sachlich sein. Der Leser sollte nicht erkennen, was der Autor für ein Mensch ist."
Mit „Wortwahl" meinen Sie wohl den Begriff „Gewaltmusik". Nun, ich habe den Begriff, im Bewußtsein, daß er nicht perfekt ist, aus guten Gründen gewählt, die ich jetzt nicht noch einmal erläutern möchte (es gibt heute vieles zu kommentieren, und morgen muß ich früh aufstehen).

Zitat: „Natürlich würde ihnen nun keiner Unterstellen, dass sie das wegen des Geldes gemacht haben ;) aber das wäre ja auch ihr recht."
Da Sie dies mit „Augenzwinkern" schreiben: Nein, ich habe es nicht wegen des Geldes (welches Geld?) gemacht, und habe im Gegenteil für das Buch bezahlen müssen.

Zitat: „Was aber etwas wage bleibt ist die Aussage: 'Jeder der Gewaltmusik hört ist ein potenzieller Straftäter'!"
... die nicht von mir stammt, sondern von der fudder-Redaktion.

Zitat: „Also damit alles 'gechillt' ist halte ich es für keine gute Idee aufzutreten, wie ein Konservativer, Intoleranter und sich so überheblich auszudrücken, denn so ein Thema sollte mit Vorsicht genossen werden!"
Wo überheblich? Da sehen Sie sich lieber einmal den Kommentar von Kiyo - uind manch andere hier - an! Und vermutlich würden Sie jeden, der die gleiche Meinung vertritt wie ich als Konservativen bezeichnen. Schließlich: Wenn man auf Gefahren hinweist, hat das nichts mit Intoleranz zu tun.

an Nameless:

Zitat: „Die Prohibition wurde 1920 in Amerika eingeführt und 1933 wieder aufgehoben.
Dieser Satz von Wikipedia spricht in dem Zusammenhang wohl Bände: 'Nachdem die Verbrechensraten in den USA für Raub, Diebstahl und Mord seit Beginn bis Mitte der 1920er Jahre kontinuierlich anstiegen, sanken sie nach 1933 drastisch.' (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Prohibition )
Hier findet sich auch noch folgendes Statement: 'Das Alkoholverbot hat also nicht nur sein Ziel in keiner Weise erreicht, sondern im Gegenteil einer kriminellen Groß-Organisation erst richtig zum Aufschwung verholfen.'"
Und heute sind es eben andere illegale Drogen. Die organisierte Kriminalität braucht kein Alkoholverbot, um sich zu formieren. Die von Ihnen angeführten Zitate erklären nicht, warum gerade Chicago zur Hauptstadt des organisierten Verbrechens wurde. Was unterschied diese Stadt von anderen, in denen die Prohibition ebenso galt?

Zitat: „Nachtrag zu einem an Kalle gerichteten Kommentar:
'Schön; finden Sie 700 weitere Beispiele! Und der Vergleichbarkeit wegen bitte aus den letzten 100 Jahren.'
Warum aus den letzten 100 Jahren? Für einen Vergleich wäre es sinnvoller beide Musikarten zur Zeit ihrer Blüte zu betrachten."
Wichtig ist, daß es ein etwa gleich großer Zeitraum ist. Aber möglichst auch der gleiche, um evtl. epochenspezifische andere Faktoren auszuschließen.

Zitat: „Bei mehreren Millionen 'Gewaltmusikern und hörern' 700 Beispiele zu finden ist nicht sonderlich schwer. Würden sie auch die CDU (aus der Luft gegriffenes Beispiel) für gefährlich halten, wenn 100 ihrer Wähler Straftaten begangen hätten?"
Es sind nicht (ungefähr) 700 Beispiele von „Gewaltmusikern und hörern" sondern nur von Gewaltmusikern! Und da sind es - jedenfalls die bekannten, über die berichtet wird - bestimmt keine Millionen!
Was Ihr Beispiel mit der CDU betrifft: Erstens müßte man sich auch hier auf bekanntere Politiker beschränken (und nicht auf irgendwelche Passivmitglieder, über die man nichts in der Presse liest), und da wären 100 schon eine große Anzahl. Zweitens ist das ja nur EIN Indiz. Man müßte weiterhin z.B. festgestellt haben, daß CDU-Wähler überdurchschnittlich zur Kriminalität neigen, daß das von dieser Partei verbreitete Gedankengut z.T. Straftaten befürwortet oder zumindest verharmlost, daß auf CDU-Parteitagen illegale Drogen konsumiert werden ... DANN erst würde Ihr Vergleich einen Sinn ergeben!

an Kiyo:

Zitat: „Es ist nicht aggressive Musik die Gewaltbereitschaft fördert, sondern es sind gewaltbereite Menschen, die aggressive Musik hören und suchen. Ebenso verhält es sich mit Videospielen."
Schon wieder dieses Entweder-Oder! Eine Förderung der Gewaltbereitschaft durch aggressive Musik und auch durch Videospiele zumindest bei einem Teil der Konsumenten ist nachgewiesen.

Zitat: „Und wenn nun einmal das Gros der Gesamtbevölkerung gewaltbereit sein sollte. So sollte man sich die Frage stellen, ob dies nicht seine Rechtfertigung auf demokratischem Grund hat."
Na dann: Zurück zur Steinzeit! Man sollte sich die Frage stellen, woher diese Erhöhung der Kriminalität und der Gewaltbereitschaft in den letzten Jahrzehnten kommt.

Zitat: „Denn Demokratie bedeutet, dass alle Macht beim Volke liegt und wenn das Volk sagt, dass es richtig ist, dann ist es das und nicht was irgendein dahergelaufener Pseudo-Wissenschaftler meint von sich geben zu müssen."
Ich habe mir Diplom und Doktortitel ehrlich und mühsam erworben (haben Sie wenigstens eine vergleichbare Ausbildung, wenn Sie sich hier so überheblich gebärden?), und ich kann meine Thesen begründen. Sie stänkern hier nur herum, ohne ein einziges sinnvolles Gegenargument vorweisen zu können.

Nameless
Samstag, 05.05.07 11:06
 

"Und heute sind es eben andere illegale Drogen. Die organisierte Kriminalität braucht kein Alkoholverbot, um sich zu formieren. Die von Ihnen angeführten Zitate erklären nicht, warum gerade Chicago zur Hauptstadt des organisierten Verbrechens wurde. Was unterschied diese Stadt von anderen, in denen die Prohibition ebenso galt?"
Die geographische Lage könnte dabei eine Rolle gespielt haben. Es ist wesentlich schwieriger etwas durch ein ganzes Land zu schmuggeln, als nur eben über die Grenze zu schwimmen.
Außerdem denke ich nicht, dass andere Großstädte frei von geschmuggeltem Alkohol waren. Chicago ist in dem Fall wohl eher nur das bekannteste Beispiel. In New York gab es ca. 32000 illegale Kneipen. In anderen Großstädten war das wohl nicht wesentlich anders.
Andersrum: Wie würden sie denn den starken Anstieg der Kriminalität zwischen 1920 und 1933 und deren drastischen Rückgang nach 1933 erklären? Mit Jazz?? Der war nach '33 aber auch noch da, die Prohibition dagegen nicht!

Charlotte
Samstag, 05.05.07 21:10
 

Ist die Information zutreffend, dass sie Mitarbeiter der Steinersekte im Bereich der sog. Eurythmie sind?

Dr. Klaus Miehling
Samstag, 05.05.07 23:16
 

an Nameless:

Zitat: „Außerdem denke ich nicht, dass andere Großstädte frei von geschmuggeltem Alkohol waren."
Gewiß; aber die wichtigsten Schmugglerorganisationen scheinen ihren Sitz in Chicago gehabt zu haben.

Zitat: „Andersrum: Wie würden sie denn den starken Anstieg der Kriminalität zwischen 1920 und 1933 und deren drastischen Rückgang nach 1933 erklären? Mit Jazz?? Der war nach '33 aber auch noch da, die Prohibition dagegen nicht!"
Ich kenne für diesen Zeitraum keine Zahlen. Man müßte sehen, inwieweit die verschiedenen Delikte im einzelnen betroffen sind. Ich sage ja immer, daß Musik nur ein Faktor von mehreren ist. Wenn also der Faktor Musik unverändert bleibt, gibt es noch genügend andere, die sich ggf. geändert haben könnten. Das Chicago/Jazz-Beispiel habe ich ja nur als Indiz genannt, und man muß es im Zusammenhang mit ähnlichen Beispielen sehen, wo eine Zunahme des Gewaltmusikkonsums (Rußland/Osteuropa nach der Perestroika) oder eine Zunahme der Aggressivität der Musik (Erfindung des Rock'n'Roll) oder eine neue gewaltmusikalische Subkultur (HipHop) mit einem Ansteigen der Kriminalität gekoppelt war. Kurz: Der Faktor Gewaltmusik begegnet einem immer wieder, und das sollte zu denken geben.

an Charlotte:

Zitat: „Ist die Information zutreffend, dass sie Mitarbeiter der Steinersekte im Bereich der sog. Eurythmie sind?"
Ich bin Klavierspieler an einer Waldorfschule, aber kein Anthroposoph. Ich spiele auch Orgel in einer Kirche, ohne Christ zu sein.

laurus croftus
Sonntag, 06.05.07 12:41
 

"sie wissen nicht dass ich eine vollständige musikalische ausbildung genossen habe"
aha; und was sagt das aus? welches instrument spielen sie? wo haben sie ihre erfahrung her? woher wissen sie überhaupt, was sie da sagen? haben sie schonmal daran gedacht, dass es nicht nur musik-hörer- sondern auch musik-macher- gibt? was sagen sie bitte zB zum thema folk? irish folk ist "gewaltmusik" die menschen verbindet und zum tanzen bewegt, ich spiele in einer folk band und erlebe immer wieder wie durch unsere "kanonenschüsse" und "explosionen" wildfremde menschen sich in den armen liegen und miteinander tanzen... so ein mist aber auch; das passt jetzt irgendwie nicht ins konzept...

Nameless
Sonntag, 06.05.07 14:24
 

"Ich sage ja immer, daß Musik nur ein Faktor von mehreren ist."
War ja klar, dass dieser Satz wieder kommt...

"Kurz: Der Faktor Gewaltmusik begegnet einem immer wieder, und das sollte zu denken geben."
Und er begegnet einem "zufällig" immer dort, wo es noch zig andere Erklärungen für einen solchen Kriminalitätsanstieg gibt.
Merken sie eigentlich gar nicht wie absurd ihre Thesen klingen?

Nero
Sonntag, 06.05.07 19:22
 

Zitat:
Ich habe mir Diplom und Doktortitel ehrlich und mühsam erworben (haben Sie wenigstens eine vergleichbare Ausbildung, wenn Sie sich hier so überheblich gebärden?), und ich kann meine Thesen begründen. Sie stänkern hier nur herum, ohne ein einziges sinnvolles Gegenargument vorweisen zu können.

Als ob das einen Unterschied machen würde. Ob Studierter oder Landstreicher, ob sinnvolles Argument oder Fußballplatzhymne, Sie würden nie über die Aussage anderer Menschen nachdenken, außer sie wären auf die eine oder andere Weise für Ihre These förderlich.
Die Frage nach einer Begründung für diesen Kommentar oder konkrete Besipiele ist anhand der eben beschriebenen Geisteshaltung obsolet.

Freundliche Grüße aus Österreich, Nero

Krakau
Sonntag, 06.05.07 19:33
 

Hallo Herr Miehling.

Ich habe neulich die Sendung "Menschen bei Maischberger" auf ARD gesehen, wo das Thema "Sexualität und Musik" behandelt wurde. In dieser Sendung war Manuel Romeike, ein Rapper aus Berlin zu Gast.

Hier der Auszug:

http://movies.yoyos-blog.com/video-689-abspielen.html


Dr. Klaus Miehling
Sonntag, 06.05.07 23:15
 

an laurus croftus:

Zitat: „'sie wissen nicht dass ich eine vollständige musikalische ausbildung genossen habe'
aha; und was sagt das aus?"
Daß Ihre Unterstellung, ich sei kein Musiker, falsch war.

Zitat: „welches instrument spielen sie?"
Mein Hauptfachinstrument war Cembalo; umständehalber spiele ich auch Klavier und Orgel. Ich hatte auch viele Jahre Gesangsunterricht und spiele leidlich Blockflöte. Gambe, Zink und Oboe hatte ich als Nebenfachinstrumente, aber darauf dilettiere ich nur.

Zitat: „wo haben sie ihre erfahrung her? woher wissen sie überhaupt, was sie da sagen?"
Viel, viel lesen. Fakten sammeln. Nachdenken und kombinieren. Und etwas Lebenserfahrung ist natürlich auch dabei.

Zitat: „haben sie schonmal daran gedacht, dass es nicht nur musik-hörer- sondern auch musik-macher- gibt?"
Selbstverständlich! Die spielen eine Hauptrolle in meinem Buch.

Zitat: „was sagen sie bitte zB zum thema folk? irish folk ist 'gewaltmusik' die menschen verbindet und zum tanzen bewegt, ich spiele in einer folk band und erlebe immer wieder wie durch unsere 'kanonenschüsse' und 'explosionen' wildfremde menschen sich in den armen liegen und miteinander tanzen... so ein mist aber auch; das passt jetzt irgendwie nicht ins konzept..."
Doch. Mein Konzept sieht bekanntlich eine „Grauzone" vor. Sie spielen also Irish Folk mit Schlagzeug? Mein Vergleich mit Kanonenschüssen und Explosionen bezieht sich auf das extrem aggressive Schlagzeug z.B. in Rock, Rap und Techno (inzwischen auch im Pop). Irish Folk ist ganz nette Musik, wenn kein Schlagzeug dabei ist, oder wenn es nur dezent eingesetzt wird. Aber Sie scheinen mir ja keinerlei Differenzierungsfähigkeit zuzutrauen.

an Nameless:

Zitat: „'Ich sage ja immer, daß Musik nur ein Faktor von mehreren ist.'
War ja klar, dass dieser Satz wieder kommt..."
Ist ja nicht meine Schuld, wenn immer wieder so getan wird, als würde ich alles auf die Musik schieben.

Zitat: „Und er [der Faktor Gewaltmusik] begegnet einem 'zufällig' immer dort, wo es noch zig andere Erklärungen für einen solchen Kriminalitätsanstieg gibt."
Das wäre jeweils zu prüfen. Außerdem sollte man „solchen" betonen. Besonders verdächtig ist ja wohl, wer sich jedesmal am Tatort aufgehalten hat. Was ist weiterhin mit der erwiesenen Tatsache, daß Musik wie eine „psychoaktive Substanz" auf unser Gehirn wirkt und „der stärkste Reiz für neuronale Umstrukturierung [ist], den wir kennen" (Zitate von Fachleuten)? Oder was ist mit dem Rückgang von Kriminalität, wenn Zwangsbeschallung mit Gewaltmusik durch klassische Musik ersetzt wird? Mit den Aussagen von gewaltmusikhörenden Straftätern? Sie und andere hier schauen immer nur auf EINEN Aspekt und sagen auf diesen einen Aspekt bezogen, daß es ja auch anders sein könnte. Aber Sie würdigen nicht die Gesamtheit der Indizien und Beweise.

an Krakau:

Zitat: „Ich habe neulich die Sendung 'Menschen bei Maischberger' auf ARD gesehen, wo das Thema 'Sexualität und Musik' behandelt wurde. In dieser Sendung war Manuel Romeike, ein Rapper aus Berlin zu Gast."
Danke, die Sendung habe ich auch gesehen. Ja, so langsam merken es auch andere. Freilich wurde wieder nur über die Texte diskutiert, was natürlich nicht falsch ist (gerade beim Rap, wo man sie i.a. gut verstehen kann), aber nicht die ganze Problematik erfaßt.

laurus croftus
Montag, 07.05.07 00:44
 

am schlimmsten finde ich, dass sie den ganzen sermel auch noch ernst zu meinen scheinen und doch tatsächlich ohne schlechtes gewissen versuchen, andere menschen davon zu überzeugen, dass musik tatsächlich etwas -schlechtes- sein kann. ich finde das von ganzem herzen schlimm und kann nur hoffen, dass ihr ideologiedurchtränktes geschwätz nicht durch ungebildete reporter etc auf zu einfältige weise veröffentlicht und angepriesen wird. eine diskussion über ein solches thema zu entfachen ist die eine sache, eine andere ihr buch... ich bedanke mich dennoch für ihre antworten.
gruß laurus

Sasuke
Mittwoch, 09.05.07 17:06
 

Ich höre Dir en Grey,Despa,Slipknot und ähnliches...
bin ich jetzt kriminell? hallooo?
mir ist wilde,schnelle und ausdrucksstarke musik nunmal lieber. hip-hop macht mich viel aggressiver.

Kalle
Mittwoch, 09.05.07 21:32
 

Eines muss man Ihnen lassen, Herr Miehling.
Sie kennen sich in dem Bereich null aus, aber geben immer wieder Contra und sind sich nicht zu schade, ellenlange Antworten zu tippen.

Ich für meinen Teil finde z.B., dass das Cembalo das ekelhafteste Instrument ist, das jemals gebaut wurde.
Deswegen schreib ich auch kein Buch, dass es abgeschafft werden sollte, nur weil das Cembalo einen besonderen Stellenwert bei Vampirfilmen hat...
Ist doch alles Kinderkacke, und vorallem als Professor sollte man aufpassen, was man sagt, da es doch wirklich irgendwann auch peinlich werden kann.

Dr. Klaus Miehling
Mittwoch, 09.05.07 23:35
 

an Sasuke:
Zitat: „mir ist wilde,schnelle und ausdrucksstarke musik nunmal lieber. hip-hop macht mich viel aggressiver."
Damit bestätigen Sie meine Warnungen zumindest für diese Musikrichtung. Es gibt tatsächlich einige Hinweise darauf, daß Rap zu (noch) mehr Aggression und Kriminalität führt als Heavy Metal, was vermutlich daran liegt, daß mit Rap auch eine besonders kriminelle Subkultur vermittelt wird.

Rumpel
Donnerstag, 10.05.07 22:15
 

Zu laurus croftus: zu spät, irgendwo habe ich diese These à la "der Storch bringt die Babys" leider schon mitbekommen - ich meine, es war im Fernsehen.
Das Ganze hat wirklich etwas von "Hurz", leider ist es ernstgemeint. Glücklicherweise wird dieser Mensch keine allzu große Anhängerschaft finden, sonst hätten wir das nächste totalitäre System.

Finntroll rules!
Und hoffentlich war´s das mit Metallysee...

metaller
Freitag, 11.05.07 21:43
 

in den letzten Tagen wurden wieder neue Kriminalitätsstatistiken veröffentlicht,z.B.Anstieg der Gewalttaten vor allem bei Jugendlichen.Davon abgesehen,dass "Gewaltmusik" wie Miehling sie definiert ja von allen Altersschichten gehört wird,vor allem Heavy Metal/Punk/Hardcore jeder Art sehr oft von "Älteren" gehört wird,warum gibt es dann diesen Anstieg der Gewalt nur bei den "Jüngeren".Sind die "Alten" zu bequem zur Gewaltausübung,oder zu alt?Liegt es auch evtl. nur an der Bereitschaft Gewalttaten zu melden?Warum scvhickt Miehling seinen Müll nicht zu Herrn Schäuble,weil der ja gar nie erwähnt,dass Gewaltmusik schuld an der gestiegenen Kriminalität ist?Hat denn der Herr Schäuble überhaupt nichts verstanden (und andere Behörden,die derzeit neue Kriminalitätsstatistiken veröffentlichen ).Kennen die denn ihr "Buch" nicht,dass sie,Hr.Miehling hier im Wasserglas auf "fudder.de" seit Monaten so anpreisen und verteidigen?Muss unglaublich frustrierend sein für sie,Hr.Miehling,keiner kümmert sich um ihre wissenschaftlichen Ergebnisse,von (Gewalt)musik ist nirgendwo die Rede.Naja,Hauptsache sie erhalten inihrer Scheinwelt den Kontakt nach "draussen" aufrecht.Auf jeden Fall nimmt dieses Werk,dass sie verbockt haben,um etwas Aufmerksamkeit in ihrer,wie man diesem Thread entnehmen kann,vereinsamten und armseligen Welt,niemand aber auch wirklich niemand auch nur ein bisschen Ernst.Mein Beileid!Hören sie einfach auf mit ihrer "Selbstblossstellung",sie werden zum Gespött aller(zumindest der wenigen,die diesen Schrott auf fudder manchmal lesen,oder sich beteiligt haben).

Mr.Sag nichts
Samstag, 12.05.07 18:10
 

is doch gequirtel mist
gewaltmusik :D:D:D lol was für ein schmarn

VERBIETET HIP HOP habt ihr euch die texte schon mal angehört???


ps:
heavy metal for live motherfucker

Mauriel
Dienstag, 15.05.07 21:08
 

oh, na klar, dass ich da nicht schon viel früher drauf gekommen bin... die haben bestimmt auch damals im mittelalter schon gewaltmusik gehört, bevor sie jemanden umgebracht haben. klar, oder noch früher - kann mir den guten alten brutus vorstellen, wie er sich erstmal das neue album von 50cent reinzieht, bevor er losgeht um cäsar abzustechen...
meine güte, sowas beklopptes hab ich noch nie gehört!
also, wenn ich meinen opa sein musikantenstadel gucken sehe und höre, DANN krieg ich aggressionen, das geb ich zu. das geht auch nicht anders. und wenn meine mutter wieder ihren komischen jan garbarek an hat, wo irgendwelche mönchsgesänge rumjaulen und ab und zu ein verklärtes saxophon dazwischentrötet, dann renn ich regelmäßig aus dem zimmer, weil ich sonst die nächste vase gegen die wand schmeiß.
es muss ja nicht gleich aggro berlin sein. okay. aber ich glaube nicht, dass nirvana oder jimmy hendrix oder metallica die hörer sofort zu kriminellen machen. aggressionen bedeuten nicht gleich kriminalität. aggressionen sind gesund. mal ehrlich, wenn diesem komischen jammerlappen ein paar typen dumm kämen und ihm auf's maul hauen wollten, da würde der sich über ein paar aggressionen in seinem körper nicht ärgern. insofern - soll er doch weiter seinen mozart hören und irgendwann mit ner matschbirne rumrennen. ich kenne keinen einzigen aus meinem gesamten freundeskreis, der in irgendeiner weise übelst kriminell wäre - und das sanfteste was die hören sind die Red Hot Chili Peppers...

roxx
Mittwoch, 16.05.07 01:04
 

stelle sich mal einer eine welt, ohne die unglaubliche vielfalt der musk vor...
stelle sich mal einer eine welt vor, in der mozart unser leben bestimmt...
ich will nicht sagen, dass mozat langweilig wäre(!), aber zu keiner zeit hat eine gesellschaft irgendeine monotonie weitergebracht!
haben sie eigentlich shonmal daran gedacht, was unserer gesellschaft damit alles verloren gehen würde?
abgesehen davon: wäre dann eigentlich vivaldi, so wie er zu seiner zeit ein "heavy metaler" gewesen sein muss, heute wieder einer?
das scheint mir hier alles sehr viel weniger als nur dürftig begründet zu sein

Gewaltmusikhörer
Mittwoch, 16.05.07 01:36
 

"Was Musik(texte) betrifft sind das nur sehr, sehr wenige Indizierungen überhaupt. Und in welchem Falle fragwürdig?"

Z.B. beim Album "Der Bozz" von Azad. Diese Indizierung lässt auf die Inkompetenz der BpjM schließen.

Zitat: „Doch, es findet eine sehr einseitige Berichterstattung in den Mainstream-Medien (auch in eigentlich seriösen Zeitungen) statt."

"Da wäre ich für nähere Informationen dankbar. Außer den beiden „Stern"-Artikeln und einer Fernsehdiskussion ist mir nichts bekannt."

Ich habe leider keine näheren Informationen zu dem Thema und nicht die Zeit zu recherchieren. Mir ist das aber in der Vergangenheit aufgefallen, z.B. bei einem Bericht in der Tagesschau.

"Was sind denn diese größten Probleme, über die „erst gar nicht gesprochen wird"? Kriege und Klimawandel können es dann ja wohl nicht sein."

Das Problem ist das System, dem wir ausgeliefert sind. Wenige Menschen bereichern sich, während viele Menschen in Armut leben. Jenes System hat eine Macht, die weit über der Macht der Musik oder anderer Kunstformen hinausgeht. Wir können dagegen nichts machen, also lenken wir davon ab, indem wir über Kleinigkeiten wie die möglichen negativen Einflüsse der Musik reden.

"Meiner Überzeugung nach hat der negative Einfluß gewisser Musik sehr viel mit grundlegenden Problemen unserer Gesellschaft zu tun."

Eben deshalb ist es gut, dass es die Musik als freie Ausdruckform gibt. Die Musik wird auch so schon von den Majorlabels, die z.T. nur Subunternehmen von mächtigen Konzernen sind, viel zu sehr kontrolliert. Ich bin froh darum, dass es dennoch eine gewisse Freiheit gibt. Ihre Forderungen richten sich gegen jene Freiheit.

"Daher lenke ich von diesen Problemen nicht ab, sondern lenke die Aufmerksamkeit darauf."

Und das ist laut meiner Einschätzung eben nicht nötig (wie weiter oben beschrieben).

"Von „Meinung aufzwängen" habe ich nicht gesprochen. Wenn durch Maßnahmen des Jugendschutzes und durch Aufklärung die Verbreitung von Gewaltmusik eingedämmt wird, werden sich die Musikvorlieben kommender Generationen ändern."

Toll. Die Nazis mussten dem Volk ja nicht die negative Meinung über Juden aufzwängen. Es wurde lediglich dem Vok durch Aufklärung nahe gebracht, dass Juden die schlechteren Menschen waren. Sehr tolerante Einstellung, das...

Zitat: „Sie können hier die Geschichte der Afroamerikaner seit deren Versklavung nicht außen vor lassen. Die Diskriminierung der Schwarzen in den USA reicht bis in die heutige Zeit hinein, natürlich sind schwarze Jazzmusiker eher kriminell als weiße Musiker (die der schwarzen Musik nacheifern)."

"Wenn der letzte Satz von mir stammen würde, würde ich bestimmt wieder mal als Nazi gescholten werden"

Es geht nicht darum, irgendjemanden als Nazi zu diskreditieren. Ich habe lediglich Ihre Feststellung, dass Jazzkünstler oftmals Drogen nahmen und andere Straftaten begingen, damit begründet, dass die Jazzmusiker eben vor ihrer Karriere in Armut lebten, womit ihr Leben sicherlich kein Zuckerschlecken war. Die Afroamerikaner mussten in einem Ausmaß für ihre Rechte kämpfen, das wir Weiße uns gar nicht wirklich vorstellen können.

Die "Gewaltmusik" hat nun mal einen afroamerikansichen Hintergrund. Das Argument, dass die Kriminalität jeweils mit dem Aufkommen einer neuen schwarzen Musiksparte anstieg, ist also äußerst stereotyp. Im Gespräch mit einem anderen User behaupten Sie dies auch im Zusammenhang mit HipHop: Mit Entstehen der HipHop-Kultur sei die Gewalt sprunghaft angestiegen. Diese Behauptung ist schlichtweg falsch, denn ohne das Unterbinden der schwarzen Bürgerrechtsbewegung durch die amerikanische Regierung, wodurch trostlose Ghettos entstanden (in die angeblich sogar mit Absicht Crack durch die Polizei eingeschleust wurde, um die Armut der Menschen zu vergrößern (heute wird wirklich davon ausgegangen, dass diese Theorie der Wahrheit entspricht)), wäre auch HipHop nicht entstanden. HipHop ist ein Auswuchs der Kriminalität, nicht die Kriminalität ist ein Auswuchs von HipHop.

Als Lektüre zum Thema empfehle ich Ihnen das Buch "Drei Jahrzehnte HipHop" von Nelson George (ISBN-10: 3936086036).

Zitat: „Ich habe neulich die Sendung 'Menschen bei Maischberger' auf ARD gesehen, wo das Thema 'Sexualität und Musik' behandelt wurde. In dieser Sendung war Manuel Romeike, ein Rapper aus Berlin zu Gast."
"Danke, die Sendung habe ich auch gesehen. Ja, so langsam merken es auch andere. Freilich wurde wieder nur über die Texte diskutiert, was natürlich nicht falsch ist (gerade beim Rap, wo man sie i.a. gut verstehen kann), aber nicht die ganze Problematik erfaßt."

Ich will nicht, dass dieser Auftritt von King Orgasmus One stellvertretend für die deutsche Rapszene oder sogar die gesamte HipHop-Kultur gesehen wird. Hr. Romeike a.k.a. Orgi ist kein eloquenter Gast, der einer solchen Gesprächsrunde gerecht wird. Im Allgemeinen hat die Maischberger-Redaktion eine sehr klischeehafte Gästeauswahl getätigt (vergewaltigtes Mädchen, junge Mutter, Wissenschaftler, konservative Schauspielerin, dazu die voreingenommene, unseriöse Frau Schwarzer als Maischberger-Vertretung), bei der schon im Vorfeld der Sendung klar war, dass Romeike zum Buhmann der Runde degradiert werden wird (unabhängig davon, ob seine Argumente nachvollziehbar sind oder nicht). Außerdem stellt die textliche und künstlerische Ausrichtung von King Orgasmus One nicht die Stoßrichtung für ein ganzes Genre dar. Wer gegenteiliges behauptet, hat keine Ahnung von diesem Thema.

Dr. Klaus Miehling
Donnerstag, 17.05.07 00:27
 

an roxx:

Zitat: „stelle sich mal einer eine welt, ohne die unglaubliche vielfalt der musk vor...
stelle sich mal einer eine welt vor, in der mozart unser leben bestimmt...
ich will nicht sagen, dass mozat langweilig wäre(!), aber zu keiner zeit hat eine gesellschaft irgendeine monotonie weitergebracht!"
Klassische Musik im weitesten Sinn, und so verwende ich den Begriff, hat eine riesige Vielfalt, vom Mittelalter bis in die Gegenwart. Früher kannten die Menschen fast nur die Musik ihrer eigenen Zeit. Von Monotonie könnte also keine Rede sein.

an Gewaltmusikhörer:

Zitat: „Das Problem ist das System, dem wir ausgeliefert sind. Wenige Menschen bereichern sich, während viele Menschen in Armut leben. Jenes System hat eine Macht, die weit über der Macht der Musik oder anderer Kunstformen hinausgeht. Wir können dagegen nichts machen, also lenken wir davon ab, indem wir über Kleinigkeiten wie die möglichen negativen Einflüsse der Musik reden."
Das führt von unserem Thema weg. Aber mal als rhetorische Frage: Wie sollte die Alternative zu diesem System aussehen? Und von wirklicher Armut kann allenfalls bei ganz wenigen Menschen die Rede sein. Wenn man Armut als die Hälfte des Durchschnittseinkommens definiert, wie das hierzulande geschieht, dann wird es immer viele „Arme" geben. Oder meinen Sie das global?
Jedenfalls: Wenn wir, wie Sie schreiben, nichts gegen das System machen können, dann sollten wir uns IN diesem System möglichst gut einrichten und darin auftretende Probleme so gut wie möglich lösen. Das hat nichts mit ablenken zu tun.

Zitat: „'Von 'Meinung aufzwängen' habe ich nicht gesprochen. Wenn durch Maßnahmen des Jugendschutzes und durch Aufklärung die Verbreitung von Gewaltmusik eingedämmt wird, werden sich die Musikvorlieben kommender Generationen ändern.'
Toll. Die Nazis mussten dem Volk ja nicht die negative Meinung über Juden aufzwängen. Es wurde lediglich dem Vok durch Aufklärung nahe gebracht, dass Juden die schlechteren Menschen waren. Sehr tolerante Einstellung, das..."
Ein absurder Vergleich. Das Wort „Aufklärung" bedeutet in beiden Fällen etwas völlig unterschiedliches bzw. ist im Falle der Verleumdung eines ganzen Volkes bzw. einer Religion ein unangebrachter Euphemismus.

Zitat: „Ich habe lediglich Ihre Feststellung, dass Jazzkünstler oftmals Drogen nahmen und andere Straftaten begingen, damit begründet, dass die Jazzmusiker eben vor ihrer Karriere in Armut lebten, womit ihr Leben sicherlich kein Zuckerschlecken war. Die Afroamerikaner mussten in einem Ausmaß für ihre Rechte kämpfen, das wir Weiße uns gar nicht wirklich vorstellen können."
Ich sehe den Zusammenhang nicht. Erstens ist Armut keine Entschuldigung für Straftaten, und zweitens gab es weit mehr Arme als Jazzmusiker, ohne daß jene (also die Nicht-Musiker) - davon dürfte man ausgehen können - ebenso kriminell waren.

Zitat: „Mit Entstehen der HipHop-Kultur sei die Gewalt sprunghaft angestiegen. Diese Behauptung ist schlichtweg falsch, denn ohne das Unterbinden der schwarzen Bürgerrechtsbewegung [...] wäre auch HipHop nicht entstanden."
Ihre Begründung ist keine. Wenn es auch stimmen würde, daß ohne das Unterbinden der schwarzen Bürgerrechtsbewegung HipHop nicht entstanden wäre, so wäre das doch keine Widerlegung meiner Behauptung, daß mit HipHop die Gewalt angestiegen ist; wobei sich diese Behauptung - die eine Tatsache ist - speziell auf den Anstieg der Jugendgewalt in Europa bezieht.

Zitat: „HipHop ist ein Auswuchs der Kriminalität, nicht die Kriminalität ist ein Auswuchs von HipHop."
Warum nicht sowohl als auch? Mir wird hier immer wieder Einseitigkeit vorgeworfen, aber Sie und andere, die ähnliches geschrieben haben, sind einseitig! Während ich nämlich sage, daß Gewaltmusik ebenso eine Folge bestimmter Charakterzüge ist wie sie auch den Charakter beeinflußt, behaupten Sie, das sei eine Einbahnstraße.

Zitat: „Als Lektüre zum Thema empfehle ich Ihnen das Buch „Drei Jahrzehnte HipHop" von Nelson George (ISBN-10: 3936086036)."
Das Buch habe ich gelesen und in meinem Buch daraus zitiert. Z.B.: „In jener Nacht bemerkte ich zum ersten Mal – und später noch unzählige Male –, dass es überall dort, wo es HipHop gab, auch Kämpfe gab."

Zitat: „Ich will nicht, dass dieser Auftritt von King Orgasmus One stellvertretend für die deutsche Rapszene oder sogar die gesamte HipHop-Kultur gesehen wird."
Bei Sido oder Bushido oder Frauenarzt oder ... würden Sie wahrscheinlich das Gleiche sagen. Eine Person kann nie stellvertretend für alles sein; aber die HipHop-Kultur besteht nun einmal AUCH aus diesen Leuten, und viele Kinder und Jugendliche hören nun einmal diese Musik mit diesen Texten.

Zitat: „Im Allgemeinen hat die Maischberger-Redaktion eine sehr klischeehafte Gästeauswahl getätigt (vergewaltigtes Mädchen, junge Mutter, Wissenschaftler, konservative Schauspielerin, dazu die voreingenommene, unseriöse Frau Schwarzer als Maischberger-Vertretung), bei der schon im Vorfeld der Sendung klar war, dass Romeike zum Buhmann der Runde degradiert werden wird (unabhängig davon, ob seine Argumente nachvollziehbar sind oder nicht)."
Ich war über Frau Schwarzers Zurückhaltung bei diesem Thema sehr überrascht und finde, daß Sie ihrer Rolle als Moderatorin gerecht geworden ist.

Zitat: „Außerdem stellt die textliche und künstlerische Ausrichtung von King Orgasmus One nicht die Stoßrichtung für ein ganzes Genre dar. Wer gegenteiliges behauptet, hat keine Ahnung von diesem Thema."
Im „musikexpress" oder „Rolling Stone" (steht in meinem Buch, finde die Stelle gerade nicht) hat ein Leserbriefschreiber kritisiert, daß in einer Rap-Bestenliste der Redaktion Lieder mit - ich weiß gerade nicht ob vulgären oder gewalttätigen -Texten stehen. Die Antwort der Redaktion lautete, daß solche Texte so häufig seien, daß eine Bestenliste ohne solche Lieder keine mehr sei. Das ist die Meinung einer gewaltmusikfreundlichen Redaktion, die von dieser Musik lebt

Philipp N.
Donnerstag, 17.05.07 17:53
 

Ähm es gibt auch Studien in denen festgestellt wurde das die schlausten Leute rock usw. (Gewaltmusik) hören also was soll da so schlecht dran sein ?

Dr. Klaus Miehling
Donnerstag, 17.05.07 22:58
 

Nicht „Studien", sondern nur eine Studie, und über die wurde hier schon diskutiert. Vgl., was ich am 24. 3. schrieb.

Alex D.
Samstag, 19.05.07 23:23
 

Also ich habe mir jetzt einige Beiträge von Ihnen durchgelesen, Herr Miehling. Mir fällt dazu gerade nur ein Wort ein. LÄCHERLICH! Sie sagen in 95% aller Fälle nur ein Argument aber belegen es nicht. Wissen Sie wie man richtig Argumentiert?! Es fehlen fast immer Belege (Beweise) zu Ihren Argumenten. Sie behaupten:
"Gewaltmusik macht aggresiev." oder "Gewaltmusikhören sind gewaltbereiter" und gehen nie näher drauf ein.

Sie interpritieren Ursache und Wirkung falsch. Sagt ihnen "cum hoc ergo propter hoc" etwas? Wenn nein, dann informieren Sie sich da mal drüber. Die Gewalttaten (Wirkung) mit Musik (Ursache) zu erklären ist lächerlich, und das sollte eigentlich auch ihr gesunder Menschenverstand erkennen. Eine Gewalttat wird auch ohne Musik/Videospiele ausgeübt, oder meinen Sie, dass die Erde friedlich war bevor es Medien gab?!

mnemic
Sonntag, 20.05.07 12:01
 

Sie sollten sich mal folgendes Video ansehen:

Auf http://www.tvtotal.de gehen und dort

javascript:videoPopUp('/tvtotal/components/videoplayer/1041/1041-00-04-plattenladen_midband.[..] wird mehrmals gesagt das die Konzertbesucher vom Heavy Metal Festival "Wacken" einer der nettesten und höflichsten Menschen sind, die die Regisseurin Sung-Hyung Cho (Sie hat eine Reportage über das o.g. Festival gedreht), je gesehen hat. Liegt bestimmt an der Klassikmusik, die die Besucher täglich 3 Stunden hören....

Komisch

mnemic
Sonntag, 20.05.07 12:06
 

Klappt wohl nicht so ganz mit dem Video. Gehen Sie einfach auf TvTotal.de und klicken sie auf Videothek. Klicken Sie auf "Alle Clips nach Schlagwort und Rubrik suchen". Dort "Sung-Hyung Cho" eingeben und den Ersten treffer auswählen.
Aber passen Sie auf. In dem Film wird 10 Sekunden härteste Gewaltmusik gespielt. Hören Sie dort lieber nicht hin, damit Sie nicht danach Amok laufen!

Krakau
Sonntag, 20.05.07 13:22
 

Sehr geehrter Herr Miehling,

ich stimme ihnen zu, es gibt Rapmusik die aggressiv klingt und eine aggressive Stimmung hervorruft.

Doch auch die Aggression gehört zu unserem Leben und zu unserer Gesellschaft. Aggression ist ein Teil der menschlichen Psyche, der in jedem Menschen existiert.

Warum also nicht auch dieses Gefühl musikalisch ausdrücken?

Genauso wie Liebe, Trauer oder Wut kann auch Aggression künstlerisch ausgedrückt werden.

Dr. Klaus Miehling
Sonntag, 20.05.07 23:17
 

an Alex D.:
Zitat: „Sie sagen in 95% aller Fälle nur ein Argument aber belegen es nicht. Wissen Sie wie man richtig Argumentiert?! Es fehlen fast immer Belege (Beweise) zu Ihren Argumenten. Sie behaupten: 'Gewaltmusik macht aggresiev.' oder 'Gewaltmusikhören sind gewaltbereiter' und gehen nie näher drauf ein."
Doch. Vielleicht haben Sie vor allem jüngere Beiträge gelesen; natürlich wiederhole ich die Belege nicht immer wieder. Lesen Sie z.B. einmal, was ich am 20. 12. an Shade37337 oder am 26. 3. an Devouring King geschrieben habe!

Zitat: „Sie interpritieren Ursache und Wirkung falsch. Sagt ihnen „cum hoc ergo propter hoc" etwas?"
Das wurde hier schon des öfteren angeführt, wenn auch nicht auf Latein. Si autem propter hoc, tum etiam cum hoc!

Zitat: „Eine Gewalttat wird auch ohne Musik/Videospiele ausgeübt, oder meinen Sie, dass die Erde friedlich war bevor es Medien gab?!"
Auch kein neues Argument. Es paßt nicht, weil ich nirgends behaupte, Musik sei die einzige Ursache von Gewalt.

an mnemic:

Zitat: „[...] wird mehrmals gesagt das die Konzertbesucher vom Heavy Metal Festival 'Wacken' einer der nettesten und höflichsten Menschen sind, die die Regisseurin Sung-Hyung Cho (Sie hat eine Reportage über das o.g. Festival gedreht), je gesehen hat. Liegt bestimmt an der Klassikmusik, die die Besucher täglich 3 Stunden hören...."
Nein, liegt bestimmt daran, daß die Regissuerin selbst gerne Heavy Metal hört ...

an Krakau

Zitat: „ich stimme ihnen zu, es gibt Rapmusik die aggressiv klingt und eine aggressive Stimmung hervorruft. Doch auch die Aggression gehört zu unserem Leben und zu unserer Gesellschaft. Aggression ist ein Teil der menschlichen Psyche, der in jedem Menschen existiert. Warum also nicht auch dieses Gefühl musikalisch ausdrücken?"
Die Antwort haben Sie in Ihrem ersten Satz bereits gegeben.

der_graf
Montag, 21.05.07 01:31
 

Der Mann hat im grunde recht. Aber sein Lösungen sind nicht zu verwirklichen.
Intelligente Menschen hören aber oft Heavy Metall stand neulich im Netz.
Aber man kann gegen diese Gewaltbereitschaft nichts tun...es ist zurzeit nur ein trend und jeder trend wird sich irgentwan auch wieder verziehen...hoffe ich.

Nameless
Montag, 21.05.07 17:30
 

Zitat: "Zitat: „[...] wird mehrmals gesagt das die Konzertbesucher vom Heavy Metal Festival 'Wacken' einer der nettesten und höflichsten Menschen sind, die die Regisseurin Sung-Hyung Cho (Sie hat eine Reportage über das o.g. Festival gedreht), je gesehen hat. Liegt bestimmt an der Klassikmusik, die die Besucher täglich 3 Stunden hören...."
Nein, liegt bestimmt daran, daß die Regissuerin selbst gerne Heavy Metal hört ..."

Damit implizieren sie, dass die Regisseurin voreingenommen ist und die Doku somit keinen "Wert" hat.
Da Frage ich mich doch: Welchen Wert hat dann ihr Buch? Sie sind dem Thema gegenüber ja auch voreingenommen.

Wenn sie jeden/s "Gegenbeweis/-beispiel" (oder zumindest viele) damit abblocken, dass der Autor, Regisseur, oder wer auch immer eine Voreingenommene Meinung hat, weil er/sie die Musik gerne hört, brauchen wir nicht weiterdiskutieren. Ihr Buch/Ihre Meinung ist dann nämlich genauso Wertlos.

Worüber ich letztens noch nachgedacht habe:
(Achtung: Folgende Äußerung sind nicht als Angriff auf religiöse Menschen zu verstehen, sondern als Beispiel wie man mit Miehlings Art der Argumentation Tatsachen verdrehen kann. Das folgendes spiegelt NICHT meine Meinung wieder und ich möchte nicht, dass hier irgendwelche Missverständnisse aufkommen.)
Meine These: Religiöse Menschen sind allesamt potentielle Gewaltverbrecher, Terroristen und Fanatiker.
Ich schreibe ein Buch darüber, in dem ich mit hunderten von Beispielen darstelle, welche Verbrechen von den Kirchen und deren Anhängern in letzter und vor längerer Zeit begangen wurden. Angefangen bei den Hexenverbrennungen, Inquisition, etc. der christlichen Kirche über die Kreuzzüge bis hin zu Islamistischen Fundamentalisten und deren Terroranschlägen, kann ich darlegen das Religion als solche höchst gefährlich ist und am besten ganz abgeschaft würde um die Welt zu verbessern.

Mal ehrlich würden sie mich als Autor eines solchen Werkes für Voll nehmen?

Krakau
Montag, 21.05.07 17:34
 

Sehr guter Beitrag!

Kann ich nur beipflichten!

Triple
Montag, 21.05.07 17:55
 

Ich denke sie geben mir Recht wenn ich sage dass Aggression immer in Musikstücken vorhanden sein wird, ob man es verbietet oder nicht.

Doch warum nicht das beste daraus machen und diese Aggression positiv einsetzten?

Ein sehr gutes, aktuelles Beispiel:


"Tagesschau" vom Kölner Rapper Olli Banjo.
Er erzählt in diesem Lied von Leid, Ungerechtigkeit und Ausbeutung, und mahnt Politiker. Die musikalische Unterlegung und der Text lassen ihn wütend wirken

Hier das Video:

http://www.youtube.com/watch?v=f_RP5lrb1vI

Halten sie es nicht für Legitim verbale bzw musikalische Gewalt gegen politisch-ausgeführte Gewalt zu benutzen?

Alex D.
Montag, 21.05.07 19:06
 

Nameless, das ist wirklich ein guter Beitrag. Danke.


Außerdem:
Sung-Hyung Cho hört keine Art von Metal, wie sie es im Film sagt. Sie hat es zwar früher gehört aber hat laut ihren Aussagen kein Intresse mehr daran.

Dr. Klaus Miehling
Montag, 21.05.07 23:33
 

an der_graf:

Zitat: „Der Mann hat im grunde recht. Aber sein Lösungen sind nicht zu verwirklichen.
[...] Aber man kann gegen diese Gewaltbereitschaft nichts tun...es ist zurzeit nur ein trend und jeder trend wird sich irgentwan auch wieder verziehen...hoffe ich."
Wenn ich im Grunde recht habe, dann ist die Gewaltbereitschaft eben nicht „nur" ein Trend, und man kann etwas dagegen tun. Wenn man will.

Zitat: „Intelligente Menschen hören aber oft Heavy Metall stand neulich im Netz."
Darüber wurde hier schon diskutiert. Es ist ein Drittel von den 5 % mit den besten Schulleistungen, also 1,67 %. Da etwa 10 % der Jugendlichen HM favorisieren, bleiben 8,33 %, und das wiederum sind, wie andere Untersuchungen zeigen, eher solche mit besonders schlechten Leistungen.

an Nameless:

Zitat: „'Zitat: „[...] wird mehrmals gesagt das die Konzertbesucher vom Heavy Metal Festival 'Wacken' einer der nettesten und höflichsten Menschen sind, die die Regisseurin Sung-Hyung Cho (Sie hat eine Reportage über das o.g. Festival gedreht), je gesehen hat. Liegt bestimmt an der Klassikmusik, die die Besucher täglich 3 Stunden hören....'
Nein, liegt bestimmt daran, daß die Regissuerin selbst gerne Heavy Metal hört ..."
Damit implizieren sie, dass die Regisseurin voreingenommen ist und die Doku somit keinen 'Wert' hat.'"
Offenbar haben Sie die Ironie nicht erkannt, mit der ich auf Ihre Ironie geantwortet habe.

Zitat: „Da Frage ich mich doch: Welchen Wert hat dann ihr Buch? Sie sind dem Thema gegenüber ja auch voreingenommen."
Ein Wissenschaftler geht normalerweise von einer Hypothese aus, wenn er etwas untersucht. Wenn diese Hypothese bestätigt wird, muß das den Wert der Untersuchung nicht in Frage stellen.

Zitat: „Wenn sie jeden/s 'Gegenbeweis/-beispiel' (oder zumindest viele) damit abblocken, dass der Autor, Regisseur, oder wer auch immer eine Voreingenommene Meinung hat, weil er/sie die Musik gerne hört, brauchen wir nicht weiterdiskutieren. Ihr Buch/Ihre Meinung ist dann nämlich genauso Wertlos."
Siehe oben (Ironie). Außerdem - ich glaube, das habe ich in diesem Forum auch schon erwähnt - können die Mitglieder einer Subkultur durchaus nett und ehrlich miteinander umgehen, sich aber Außenstehenden gegenüber trotzdem feindselig und unehrlich verhalten.

Zitat: „Das folgendes spiegelt NICHT meine Meinung wieder und ich möchte nicht, dass hier irgendwelche Missverständnisse aufkommen.)
Meine These: Religiöse Menschen sind allesamt potentielle Gewaltverbrecher, Terroristen und Fanatiker. Ich schreibe ein Buch darüber, in dem ich mit hunderten von Beispielen darstelle, welche Verbrechen von den Kirchen und deren Anhängern in letzter und vor längerer Zeit begangen wurden. Angefangen bei den Hexenverbrennungen, Inquisition, etc. der christlichen Kirche über die Kreuzzüge bis hin zu Islamistischen Fundamentalisten und deren Terroranschlägen, kann ich darlegen das Religion als solche höchst gefährlich ist und am besten ganz abgeschaft würde um die Welt zu verbessern. Mal ehrlich würden sie mich als Autor eines solchen Werkes für Voll nehmen?"
Ja, das würde ich, weil Sie damit auf eine real existierende Seite von Religion hinwiesen. Wenn man Religionen abschaffen könnte, würde es logischerweise auch keine Verbrechen mehr geben, die aufgrund von religiösem Fundamentalismus begangen werden. Und man würde keine Menschengruppen nur aufgrund religiöser Vorstellungen diskriminieren (Frauen, Anders- oder Ungläubige). Freilich ist da auch die andere Seite: Religionen sorgen auch dafür, daß sich aus Angst vor jenseitiger Strafe Menschen moralisch verhalten, die es sonst nicht täten. Es kommt eben auf die Glaubensinhalte und auf ihre Auslegung an, und darauf, wie überzeugt man davon ist, die einzige Wahrheit zu kennen. Insofern ist Ihr Vergleich Gewaltmusik - Religion nicht ganz treffend; man müßte Musik allgemein der Religion gegenüberstellen. Beides kann, je nach Inhalt, gut und schlecht auf Menschen wirken. Oder man könnte Gewaltmusik z.B. mit dem Fundamentalismus im Islam vergleichen.

an Triple:

Zitat: „Ich denke sie geben mir Recht wenn ich sage dass Aggression immer in Musikstücken vorhanden sein wird, ob man es verbietet oder nicht."
Ja, aber bestimmte Maßnahmen würden die Verbreitung aggressiver Musik einschränken.

Zitat: „Doch warum nicht das beste daraus machen und diese Aggression positiv einsetzten?
Ein sehr gutes, aktuelles Beispiel: 'Tagesschau' vom Kölner Rapper Olli Banjo.
Er erzählt in diesem Lied von Leid, Ungerechtigkeit und Ausbeutung, und mahnt Politiker. Die musikalische Unterlegung und der Text lassen ihn wütend wirken
Halten sie es nicht für Legitim verbale bzw musikalische Gewalt gegen politisch-ausgeführte Gewalt zu benutzen?"
Wenn eine Neonazi-Band das Gleiche tut, finden Sie es vermutlich weniger gut. Andere finden die Aussage von Olli Banjo schlecht. Ich weiß nicht, inwieweit Sie diese Diskussion verfolgt haben. Es geht mir nicht um politische Ansichten. Das Problem besteht darin, daß aggressive Musik eine aggressive Stimmung erzeugt und Menschen unter anderem dazu bringt, ihre persönlichen Ansichten oder Interessen mit Gewalt (im weitesten Sinn) durchzusetzen oder überhaupt Straftaten zu begehen. Sie tut das unabhängig von den gesungenen Texten, wobei diese die Wirkung natürlich verstärken können.

Roxx
Dienstag, 22.05.07 08:47
 

zwei zitate von ihnen:
Oder man könnte Gewaltmusik z.B. mit dem Fundamentalismus im Islam vergleichen.

ich glaube jez gehts aber rund hier. sie können sich ja einiges erlauben, aber als intelligenter mensch müssen sie wissen, dass das eindeutig zu weit geht! oda natürlich ich habe ihre "ironie" wieder nicht verstanden. wenn sie ernsthaft dieser hypothese beipflichten wollen, dann bitte ich sie jetzt diesen vergleich zu ziehen!

Klassische Musik im weitesten Sinn, und so verwende ich den Begriff, hat eine riesige Vielfalt, vom Mittelalter bis in die Gegenwart. Früher kannten die Menschen fast nur die Musik ihrer eigenen Zeit. Von Monotonie könnte also keine Rede sein.


auch früher gab es unterschiedliche musikrichtungen! man denke an die verschiedenen weltausstellungen, die es damals schon gegeban hat. nicht umsonstwaren diese so beliebt: sie brachten neue kulturelle und musikalische vielfalt ins leben! da kamen cubaner nach berlin (zusammen mit ihren "kanonenschüssen" etc) und ungarn nach spanien; nicht zu vergessen der klezmer! haben sie sich schonmal mit klezmer beschäftigt? das war genauso eine weit verbreitete musikrichtung, die beim tanzen fast so schlim ist, wie das pogen bei einem heavy metal konzert! wenn das die menschen damals nicht aggressiv machte weiß ich dann auch nicht weiter... was ich damit sagen will ist, dass es ganz bestimmt auch früher keine monotonie gab! es gab genauso unerschiedliche richtungen, die damals im bewusstsein der menschen als "aggressiv" geklungen haben müssen! so können sie einfach nicht behaupten, dass früher alles besser war.

Dr. Klaus Miehling
Dienstag, 22.05.07 23:25
 

an ronxx:

Zitat: „zwei zitate von ihnen:
'Oder man könnte Gewaltmusik z.B. mit dem Fundamentalismus im Islam vergleichen.'
ich glaube jez gehts aber rund hier. sie können sich ja einiges erlauben, aber als intelligenter mensch müssen sie wissen, dass das eindeutig zu weit geht!"
Ich habe damit auf Nameless' Vergleich von Gewaltmusik mit Religion geantwortet. Gewaltmusik ist aggressiv machende Musik, und der Fundamentalismus im Islam ist ein Beispiel für sich aggressiv äußernde religiöse Vorstellungen. Beides ist für Gewalttaten verantwortlich. Insofern ist der Vergleich gerechtfertigt, auch wenn die Art, in welcher der Einfluß ausgeübt wird, jeweils ein ganz anderer ist.

Zitat: „auch früher gab es unterschiedliche musikrichtungen! man denke an die verschiedenen weltausstellungen, die es damals schon gegeban hat. nicht umsonstwaren diese so beliebt: sie brachten neue kulturelle und musikalische vielfalt ins leben! [...] was ich damit sagen will ist, dass es ganz bestimmt auch früher keine monotonie gab!"
Selbstverständlich. Was ich sagen wollte, war, daß es auch heute keine Monotonie gäbe, wenn Gewaltmusik verschwinden würde.

Zitat: „es gab genauso unerschiedliche richtungen, die damals im bewusstsein der menschen als 'aggressiv' geklungen haben müssen!"
Durchaus; das habe ich in meinem Buch und hier im Forum ebenfalls gesagt. Die Aggression hat sich allerdings in den 1950er Jahren mit der elektronischen Klangverstärkung und -verzerrung erhöht.

Zitat: „so können sie einfach nicht behaupten, dass früher alles besser war."
Alles? Das habe ich nicht behauptet.

LivingCorpse
Mittwoch, 23.05.07 01:49
 

Salve, der folgende Link, zeigt ein Musik-Video, einer meiner Lieblingsbands.
"Cannibal Corpse"
http://www.youtube.com/watch?v=M2tEM6T3BdA
Ist dies der Inbegriff, von "Gewaltmusik"?

Gewaltmusikhörer
Mittwoch, 23.05.07 01:55
 

"Das führt von unserem Thema weg."

Das war mir bewusst. Ich wollte damit auch nur verdeutlichen, dass die ganze Diskussion nicht besonders sinnvoll ist.

"Aber mal als rhetorische Frage: Wie sollte die Alternative zu diesem System aussehen?"

Da habe ich leider keine Idee, weil es überall Menschen gibt, die mehr wollen als ihnen zusteht, bzw. man kann es niht so leicht bestimmen, wem was zuzustehen hat.

"Und von wirklicher Armut kann allenfalls bei ganz wenigen Menschen die Rede sein. Wenn man Armut als die Hälfte des Durchschnittseinkommens definiert, wie das hierzulande geschieht, dann wird es immer viele „Arme" geben. Oder meinen Sie das global?"

Ja, ich meinte das global. Und selbst wenn man es nicht global sieht, gibt es Ungerechtheiten in der Gesellschaft, z.B. die zu hohen Gehälter einiger Manager (was natürlich wie gesagt nichts mit dem Thema zu tun hat, aber das hängt alles mit dem "System" zu tun).

"Jedenfalls: Wenn wir, wie Sie schreiben, nichts gegen das System machen können, dann sollten wir uns IN diesem System möglichst gut einrichten und darin auftretende Probleme so gut wie möglich lösen. Das hat nichts mit ablenken zu tun."

Ich sehe das auch so, dass man sich innerhalb des Systems möglichst gut einrichten sollte, z.B. indem man in Sachen Nahrungsmittel Bioprodukte kauft oder Vegetarier wird um die Fleischindustrie zu boykottieren (was ich beides nicht mache, was ich aber vielleicht tun sollte).

Ich sehe aber nicht, dass man "Gewaltmusik" boykottieren muss, um sich im System gut einzurichten. Das ist Ansichtssache. Ich habe Ihre Meinung zur Kenntnis genommen und akzeptiert, aber ich kann sie einfach nicht teilen.

"Ein absurder Vergleich. Das Wort „Aufklärung" bedeutet in beiden Fällen etwas völlig unterschiedliches bzw. ist im Falle der Verleumdung eines ganzen Volkes bzw. einer Religion ein unangebrachter Euphemismus."

Der Vergleich war bewusst provokant. Er hängt auch ein bisschen.

Dass im Rahmen der Aufklärung den Jugendlichen beigebracht werden sollte, wie sie mit Medien umzugehen haben, ist eigentlich schon von Anfang an meine Meinung. Und zwar sollte diese Aufklärung von den Eltern schon in sehr jungem Alter passieren. Ein normal denkendes Kind weiß doch, dass Kriminalität und Gewalt keine guten Dinge sind. Die Kinder, die wegen "Gewaltmusik" auf den falschen Weg geraten, entstammen doch zerrütteten Familien.

"Erstens ist Armut keine Entschuldigung für Straftaten"

Das nicht, aber es ist eine Erklärung. Wenn Sie auf der Straße Drogen verkaufen müssen, um ihre Familie zu ernähren, dann interessiert Sie nicht, ob das legal ist oder nicht. Und solche Entwicklungen gibt es wirklich. Diese politischen Entwicklungen, die in den USA vor allem auch mit Rassismus zusammenhängen auf die Musik zu übertragen ist absurd.

"und zweitens gab es weit mehr Arme als Jazzmusiker, ohne daß jene (also die Nicht-Musiker) - davon dürfte man ausgehen können - ebenso kriminell waren."

Sie glauben, dass nur die Jazzmusiker kriminell waren? Die Jazzmusiker (und andere R'n'B-Musiker) haben eben die Afroamerikaner repräsentiert. Auch viele Nicht-Musiker waren und sind kriminell. Ich finde es erschreckend, dass einem gebildeten Menschen wie Ihnen die Entwicklungen in den USA in den letzten 40 Jahren entgangen sind....

"Wenn es auch stimmen würde, daß ohne das Unterbinden der schwarzen Bürgerrechtsbewegung HipHop nicht entstanden wäre, so wäre das doch keine Widerlegung meiner Behauptung, daß mit HipHop die Gewalt angestiegen ist"

Nein, es ist nur eine erneute Ausführung meiner Behauptung, dass HipHop vielmehr ein Auswuchs der Kriminalität ist, als dass die Kriminalität ein Auswuchs von HipHop ist. Richtig, das widerlegt nicht Ihre Aussage - soll es auch nicht (mehr dazu später im Zusammenhang mit einem anderen Zitat).

"wobei sich diese Behauptung - die eine Tatsache ist - speziell auf den Anstieg der Jugendgewalt in Europa bezieht."

Im Bezug auf Europa ist die Sachlage natürlich ganz anders. Die Leute, die HipHop nach Europa brachten, waren z.T. aus dem Mittelstand. Die sind aber auch nicht kriminell durch HipHop geworden. HipHop gab es lange nur auf Untergrundbasis und konnte damit nur einen sehr kleinen Teil der europäischen Jugend beeinflussen. Erst mit dem Entstehen der Berliner Szene und dem Einzug dieser Szene in den Mainstream (was sich so alles erst in den letzten Jahren entwickelte und ich glaube nicht, dass sich Ihre unwiderlegbaren Fakten, von denen Sie gesprochen haben, auf die letzten Jahre beziehen), kann ich die Diskussion im Bezug auf Deutschland halbwegs nachvollziehen. Wie es in anderen europäischen Ländern aussieht, kann ich nicht beurteilen.

"Warum nicht sowohl als auch? Mir wird hier immer wieder Einseitigkeit vorgeworfen, aber Sie und andere, die ähnliches geschrieben haben, sind einseitig! Während ich nämlich sage, daß Gewaltmusik ebenso eine Folge bestimmter Charakterzüge ist wie sie auch den Charakter beeinflußt, behaupten Sie, das sei eine Einbahnstraße."

Ich habe nie behauptet, dass das Einbahnstraße ist. Sie haben das behauptet, nur in die andere Richtung. Sicher gibt es vereinzelt Jugendliche, die im Charakter nicht gefestigt sind, schlecht erzogen wurden und deshalb aus den Botschafen der Musik falsche Schlüsse für ihr Leben ziehen. Diese vereinzelten Fälle stellen für unsere Gesellschaft natürlich ein Problem dar, aber dies könnte man auch mit dem Verbot der Musik nicht ändern. Die Musik kann höchstens ein Medium für falsche Werte sein, ohne die Musik verbreiteten sich diese falschen Werte genauso. Die Jugendlichen heutzutage wollen eben alles ausprobieren und kommen z.B. auch leichter an Drogen ran wie früher. Dies steht nicht im Zusammenhang mit der Musik, welche ich nach wie vor für Kunst halte und deshalb schützen möchte. Deshalb bleibe ich nach wie vor bei der Meinung, dass die Kunst mehr die Realität imitiert, als dass die Realität die Kunst imitiert.

So wie es vereinzelte Fälle von Jugendlichen gibt, die die Botschaften der Künstler falsch auffassen, gibt es auch vereinzelte Fälle von deprimierten Jugendlichen, die durch positive Songtexte wieder aufgebaut werden und daraus Kraft ziehen. Auch wenn Sie dies wahrscheinlich nicht nachvollziehen können, es ist tatsächlich so.

Einschränkend dazu muss ich sagen, dass wir jetzt wieder über die Texte reden und nicht über die Musik. Aber im Bezug auf die Musik stellt sich mir die Frage erst gar nicht. Aber wenn Sie eben diese Meinung haben und diese kundtun wollen, dann haben Sie selbstverständlich ein gutes Recht dazu. Vielleicht tun wir Ihnen Unrecht mit so manchen Dingen, die wir in unseren Beiträgen von uns gegeben haben. Aber wir lieben den Scheiß eben...

"Das Buch habe ich gelesen und in meinem Buch daraus zitiert. Z.B.: „In jener Nacht bemerkte ich zum ersten Mal – und später noch unzählige Male –, dass es überall dort, wo es HipHop gab, auch Kämpfe gab.""

Und dann wundern Sie sich noch, wenn Sie als einseitig bezeichnet werden? Der kompetitive Aspekt der HipHop-Kultur (er ist eigentlich nicht nur ein Aspekt; auf ihm fußt der HipHop) wurde in dem Buch ausreichend beschrieben. Sie lassen diesen Aspekt tatsächlich außen vor. Entweder, weil Sie es nicht verstanden haben und das Buch nur oberflächlich gelesen haben, oder weil Sie bewusst Sätze aus dem Zusammenhang reißen um sie absolut sinnentfremdet zu Ihren Zwecken zu nutzen (wie es Ihnen unzählige Posterkollegen vor mir schon vorgeworfen haben).

"Zitat: „Ich will nicht, dass dieser Auftritt von King Orgasmus One stellvertretend für die deutsche Rapszene oder sogar die gesamte HipHop-Kultur gesehen wird."
Bei Sido oder Bushido oder Frauenarzt oder ... würden Sie wahrscheinlich das Gleiche sagen."

Nein, würde ich mit Sicherheit nicht. Über die Musik von Frauenarzt weiß ich überhaupt erst gar nichts, weil sie mich nicht einmal interessiert. Aber selbst er hätte einen besseren Eindruck als Orgi gemacht. In einem Interview hat er gesagt, dass er ebenfalls um eine Teilnahme an der Talkrunde gebeten wurde. Er sagte aber ab, weil er in der Diskussion keinen Sinn sah.

Bushido sehe ich sehr kritisch. Er hat in der Tat einen eher schlechten Einfluss auf die Jugend, weil seine Zielgruppe aus eher ungebildeten Jugendlichen besteht. Außerdem hat er sich in der Vergangenheit mit seinen Äußerungen öfters von der ursprünglichen HipHop-Kultur distanziert und man hat den Eindruck, dass es ihm ausschließlich um den kommerziellen Erfolg geht. Wie er den als Geschäftsmann erreicht hat, dafür habe ich allerdings Respekt. Und bei allem schlechten Einfluss, den Bushido auf die Jugend ausübt: Wie schon sehr oft erwähnt, ist es die Aufgabe der Eltern, den Kindern den richtigen Umgang mit ihren Vorbildern aus der Musik beizubringen. Eigentlich sollten die Eltern sogar die Vorbilder der Kinder sein. In einer Gesellschaft, in der Bushido zu einem Vorbild für Jugendliche wird, läuft doch prinzipiell etwas falsch... Und um zurück zu Maischberger zu kommen: Er hätte ebenfalls einen besseren Eindruck abgegeben als Orgi, zumindest ist er eloquenter.

sido möchte ich verteidigen. Ich mag seine Musik seit der Veröffentlichung seines letzten Albums sehr. Er ist ein Entertainer, der z.T. sehr humorvoll mit kritischen Themen umgeht, anstatt schlechte Dinge schlicht zu glorifizieren. Ironie ist ein wichtiges Stilmittel für einen Entertainer wie sido. Ich denke, er hätte bei Maischberger ebenfalls einen besseren Eindruck gemacht wie King Orgasmus One.

"Eine Person kann nie stellvertretend für alles sein; aber die HipHop-Kultur besteht nun einmal AUCH aus diesen Leuten"

Das ist eine gute Frage, ob ein Mann wie Bushido, der sich nie mit den Wurzeln von HipHop beschäftigt hat, Teil der HipHop-Kultur ist. Das ist ein Thema, über das intern heftig debattiert wird. Sie als externer Beobachter von HipHop können das gar nciht nachvollziehen.

"Ich war über Frau Schwarzers Zurückhaltung bei diesem Thema sehr überrascht und finde, daß Sie ihrer Rolle als Moderatorin gerecht geworden ist."

Ich finde auch, dass sie ihrer Rolle als Moderatorin gerecht geworden ist, aber sie war durchaus parteiisch, was sie nicht sein sollte (auch wenn sie sich für ihre Verhältnisse womöglich stark zurück hielt).

"Im „musikexpress" oder „Rolling Stone" (steht in meinem Buch, finde die Stelle gerade nicht) hat ein Leserbriefschreiber kritisiert, daß in einer Rap-Bestenliste der Redaktion Lieder mit - ich weiß gerade nicht ob vulgären oder gewalttätigen -Texten stehen. Die Antwort der Redaktion lautete, daß solche Texte so häufig seien, daß eine Bestenliste ohne solche Lieder keine mehr sei. Das ist die Meinung einer gewaltmusikfreundlichen Redaktion, die von dieser Musik lebt"

Die Redaktion sagt aber nicht, dass das schlecht ist. Natürlich werden im Rap regelmäßig Schimpfwörter verwendet, aber im Alltag fragt da auch keiner danach. Eine Musikrichtung, die vorgibt, authentisch zu sein, hat auch so zu klingen. Abgesehen davon macht ein "vulgärer" Songtitel lange keinen schlechten Song mit schlechten Botschaften. Sie haben doch keine Ahnung, welche Bedeutung N.W.A. damals für die Afroamerikaner hatten, als sie z.B. mit "Fuck The Police" genau das aussprachen, was 90% aller im Ghetto lebenden Schwarzen dachten aber nie in der Öffentlichkeit aussprechen konnten. Dadurch wurde HipHop und vor allem Rap zum Sprachrohr einer ganzen Generation. Durch den Erfolg dieser offensiven, expliziten Darstellung haben sich die Schimpfwörter in der Rapmusik eben etabliert. Das ist für mich ein geringes Übel, bzw. ich mag diese Schimpfwörter sogar.

Wenn weiße Europäer Rapmusik machen, dann ist eben diese politische Bedeutung nicht mehr da [obwohl es z.B. in Frankreich längst amerikanische (was man vor allem an den Ausschreitungen vor ein paar Jahren nach den dämlichen Aussagen des heutigen Präsidenten Sarkozy gesehen hat) Verhältnisse gibt und selbst in Deutschland langsam solche Entwicklungen stattfinden], aber das macht die Musik auch nicht schlechter. Dadurch wird es eben zur universellen Ausdrucksform.

Dr. Klaus Miehling
Donnerstag, 24.05.07 00:13
 

an Gewaltmusikhörer.

Zitat: „Ein normal denkendes Kind weiß doch, dass Kriminalität und Gewalt keine guten Dinge sind."
Tatsache ist aber, daß Umfragen zufolge bis zu neun von zehn Jugendlichen Straftaten begehen, so unglaublich das auch klingt.

„Die Kinder, die wegen 'Gewaltmusik' auf den falschen Weg geraten, entstammen doch zerrütteten Familien."
Was verstehen Sie unter „zerrütteten Familien"? Eine Oppositionshaltung gegen die Eltern scheint in der Pubertät eher die Regel als die Ausnahme zu sein.

Zitat: „'Erstens ist Armut keine Entschuldigung für Straftaten'
Das nicht, aber es ist eine Erklärung."
Es ist eine Erklärung dafür, daß Menschen mit krimineller Energie diese auch umsetzen. Aber woher kommt die kriminelle Energie? Außerdem sind weit mehr Menschen kriminell als arm (s.o.).

„und zweitens gab es weit mehr Arme als Jazzmusiker, ohne daß jene (also die Nicht-Musiker) - davon dürfte man ausgehen können - ebenso kriminell waren."

Zitat: „Sie glauben, dass nur die Jazzmusiker kriminell waren? Die Jazzmusiker (und andere R'n'B-Musiker) haben eben die Afroamerikaner repräsentiert. Auch viele Nicht-Musiker waren und sind kriminell. Ich finde es erschreckend, dass einem gebildeten Menschen wie Ihnen die Entwicklungen in den USA in den letzten 40 Jahren entgangen sind...."
Wenn wir über Jazz sprechen, geht es nicht nur um die letzten 40 Jahre. Das Verhältnis von kriminellen Musikern zu Nichtmusikern (die freilich in der Regel Musikhörer sind!) können wir wohl nicht feststellen. Ich fand es jedenfalls frappierend, wie viele Jazzmusiker kriminelle Lebensläufe haben.

Zitat: „Die Leute, die HipHop nach Europa brachten, waren z.T. aus dem Mittelstand. Die sind aber auch nicht kriminell durch HipHop geworden."
Weiß nicht; viele Hörer aber schon.

Zitat: „HipHop gab es lange nur auf Untergrundbasis und konnte damit nur einen sehr kleinen Teil der europäischen Jugend beeinflussen. Erst mit dem Entstehen der Berliner Szene und dem Einzug dieser Szene in den Mainstream (was sich so alles erst in den letzten Jahren entwickelte und ich glaube nicht, dass sich Ihre unwiderlegbaren Fakten, von denen Sie gesprochen haben, auf die letzten Jahre beziehen), kann ich die Diskussion im Bezug auf Deutschland halbwegs nachvollziehen."
Ich habe die entsprechende Literatur nicht mehr zur Hand; aber das muß schon zu Beginn der 1990er Jahre gewesen sein. In meinem Buch steht ein Zitat aus einem 1996 erschienenen Buch, wonach im Westen Berlins „friedliche Jams durch Schlägereien, Messerstechereien und Bombendrohungen seit Jahren nahezu unmöglich sind." 1996 oder etwas früher, als die Autoren das schrieben, gab es in Berlin also schon „seit Jahren" eine entsprechende Szene.

Zitat: „Wie es in anderen europäischen Ländern aussieht, kann ich nicht beurteilen."
Daß die Jugendgewalt in den 1990er Jahren in vielen europäischen Ländern anstieg, habe ich der Literatur entnommen. Ich weiß auch, daß seit dieser Zeit jedenfalls in Großbritannien und Frankreich HipHop eine große Rolle spielt; in den meisten anderen europäischen Ländern dürfte es ebenso sein.

Zitat: „'Mir wird hier immer wieder Einseitigkeit vorgeworfen, aber Sie und andere, die ähnliches geschrieben haben, sind einseitig! Während ich nämlich sage, daß Gewaltmusik ebenso eine Folge bestimmter Charakterzüge ist wie sie auch den Charakter beeinflußt, behaupten Sie, das sei eine Einbahnstraße.'
Ich habe nie behauptet, dass das Einbahnstraße ist. Sie haben das behauptet, nur in die andere Richtung."
Also bitte: „HipHop ist ein Auswuchs der Kriminalität, nicht die Kriminalität ist ein Auswuchs von HipHop." Das waren Ihre Worte! Wo habe ich mich jemals (egal, ob über HipHop oder eine andere Musikrichtung) andersherum so einseitig geäußert?

Zitat: „Sicher gibt es vereinzelt Jugendliche, die im Charakter nicht gefestigt sind, schlecht erzogen wurden und deshalb aus den Botschafen der Musik falsche Schlüsse für ihr Leben ziehen. Diese vereinzelten Fälle stellen für unsere Gesellschaft natürlich ein Problem dar, aber dies könnte man auch mit dem Verbot der Musik nicht ändern."
Doch, dann könnten Sie die „falschen Schlüsse" nicht mehr ziehen.

Zitat: „Die Musik kann höchstens ein Medium für falsche Werte sein, ohne die Musik verbreiteten sich diese falschen Werte genauso."
Auch, aber nicht genauso. Psychologie und Hirnforschung lehren, daß der Mensch am besten lernt, d.h. auch: Botschaften aufnimmt, wenn er emotional beteiligt ist. Und das ist er beim Hören von Musik in besonderem Maße. Auch hat ein Großteil der Gewaltmusik die Eigenschaft, tranceähnliche Zustände hervorzurufen, in welchen der Mensch für Botschaften besonders empfänglich ist.

Zitat: „Die Jugendlichen heutzutage wollen eben alles ausprobieren [...]"
Ja, heutzutage. Aber warum?

Zitat: „und kommen z.B. auch leichter an Drogen ran wie früher. Dies steht nicht im Zusammenhang mit der Musik, [...]"
O doch! Einer Eurobarometer-Umfrage zufolge ist an Orten und bei Gelegenheiten, an denen Gewaltmusik abgespielt wird, in Diskotheken und auf Partys nämlich, am leichtesten an Drogen zu kommen. Ecstasy z.B. ist von der Technoszene kaum zu trennen. Und die Gewaltmusikszenen waren es, in denen von den Musikern zuerst Drogen genommen und z.T. propagiert wurden; das wurde dann von den Hörern nachgeahmt.

Zitat: „So wie es vereinzelte Fälle von Jugendlichen gibt, die die Botschaften der Künstler falsch auffassen, gibt es auch vereinzelte Fälle von deprimierten Jugendlichen, die durch positive Songtexte wieder aufgebaut werden und daraus Kraft ziehen. Auch wenn Sie dies wahrscheinlich nicht nachvollziehen können, es ist tatsächlich so."
Das streite ich nicht ab. Nur begehen sie derart „aufgebaut" dann möglicherweise Straftaten, was sie in depressiver Stimmung nicht getan hätten.

Zitat: „Vielleicht tun wir Ihnen Unrecht mit so manchen Dingen, die wir in unseren Beiträgen von uns gegeben haben. Aber wir lieben den Scheiß eben..."
„Sch..." haben Sie gesagt ... :-)

Zitat: „'Das Buch habe ich gelesen und in meinem Buch daraus zitiert. Z.B.: „In jener Nacht bemerkte ich zum ersten Mal – und später noch unzählige Male –, dass es überall dort, wo es HipHop gab, auch Kämpfe gab.'
Und dann wundern Sie sich noch, wenn Sie als einseitig bezeichnet werden? Der kompetitive Aspekt der HipHop-Kultur (er ist eigentlich nicht nur ein Aspekt; auf ihm fußt der HipHop) wurde in dem Buch ausreichend beschrieben. Sie lassen diesen Aspekt tatsächlich außen vor. Entweder, weil Sie es nicht verstanden haben und das Buch nur oberflächlich gelesen haben, oder weil Sie bewusst Sätze aus dem Zusammenhang reißen um sie absolut sinnentfremdet zu Ihren Zwecken zu nutzen (wie es Ihnen unzählige Posterkollegen vor mir schon vorgeworfen haben)."
Besagtes Buch habe ich, wie fast alle Bücher, aus denen ich in meinem Buch zitiere, von der ersten bis zur letzten Seite gelesen. In dem obigen Buchzitat geht es nicht um Kämpfe mit Worten - was Sie offenbar mit dem kompetitiven Aspekt meinen -, sondern um körperliche Gewalt. Ich habe nie Zitate so aus dem Zusammenhang gerissen, daß man sie mißverstehen kann oder gar soll.

Zitat: „Und bei allem schlechten Einfluss, den Bushido auf die Jugend ausübt: Wie schon sehr oft erwähnt, ist es die Aufgabe der Eltern, den Kindern den richtigen Umgang mit ihren Vorbildern aus der Musik beizubringen. Eigentlich sollten die Eltern sogar die Vorbilder der Kinder sein. In einer Gesellschaft, in der Bushido zu einem Vorbild für Jugendliche wird, läuft doch prinzipiell etwas falsch..."
Ja, es läuft falsch, daß Jugendliche diese Musik ungehindert hören können. Sie überschätzen die Macht der Eltern. Und selbst wenn Sie das nicht täten, d.h. alle Eltern den negativen Einfluß von Gewaltmusik abwehren könnten, wenn sie nur wollten: Es ist ja wohl einfacher, die Verbreitung gewisser Musik einzuschränken, als rund um die Uhr die Erziehungsmethoden von Eltern zu kontrollieren.

Zitat: „Ich finde auch, dass sie ihrer Rolle als Moderatorin gerecht geworden ist, aber sie war durchaus parteiisch, was sie nicht sein sollte (auch wenn sie sich für ihre Verhältnisse womöglich stark zurück hielt)."
Bei manchen Themen, eben wenn es um grundlegende Werte geht, darf und soll auch ein Moderator parteiisch sein. Wenn z.B. über irgendwelche Verbrechen diskutiert wird, soll dann der Moderator nicht die Meinung vertreten und zeigen dürfen, daß diese Verbrechen schlecht sind? Diese Beliebigkeit und Gleichgültigkeit gegenüber Werten hat uns ja erst in die verfahrene Situation dieser unehrlichen und kriminellen Gesellschaft gebracht!

Zitat: „'[...] hat ein Leserbriefschreiber kritisiert, daß in einer Rap-Bestenliste der Redaktion Lieder mit - ich weiß gerade nicht ob vulgären oder gewalttätigen - Texten stehen. Die Antwort der Redaktion lautete, daß solche Texte so häufig seien, daß eine Bestenliste ohne solche Lieder keine mehr sei. [...]'
Die Redaktion sagt aber nicht, dass das schlecht ist."
Wenn der Leserbriefschreiber es für schlecht hält und die Redaktion nicht dieser Meinung wäre, hätte sie das wohl auch zum Ausdruck gebracht. Die Antwort konnte man eigentlich nur interpretieren als „Ja, das ist zwar schlecht, aber ..."

Zitat: „Natürlich werden im Rap regelmäßig Schimpfwörter verwendet, aber im Alltag fragt da auch keiner danach."
Wie bitte? In meinen Kreisen werden solche Wörter praktisch nicht verwendet; und wenn einem mal ein „Sch..." herausrutscht, dann entschuldigt man sich dafür. Aber damit bestätigen Sie ja nur, daß die Sitten unter Gewaltmusikhörern verroht sind.

Zitat: „Sie haben doch keine Ahnung, welche Bedeutung N.W.A. damals für die Afroamerikaner hatten, als sie z.B. mit 'Fuck The Police' genau das aussprachen, was 90% aller im Ghetto lebenden Schwarzen dachten aber nie in der Öffentlichkeit aussprechen konnten."
Aber indem man es ausspricht, macht man es akzeptabel. Es mag „schwarze Schafe" bei der Polizei geben; aber pauschal die Repräsentanten der Exekutive des Staates zu beleidigen und als böse darzustellen, kann man ja wohl nicht positiv bewerten! Diese Einstellung führt doch geradewegs in die Kriminalität!

Nameless
Donnerstag, 24.05.07 15:48
 

Zitat: "Aber indem man es ausspricht, macht man es akzeptabel. Es mag „schwarze Schafe" bei der Polizei geben; aber pauschal die Repräsentanten der Exekutive des Staates zu beleidigen und als böse darzustellen, kann man ja wohl nicht positiv bewerten!"

Analog dazu: Es mag schwarze Schafe in der Musik geben; aber pauschal einen riesigen Bereich der Musik als böse darzustellen, kann man ja wohl nicht positiv bewerten!

Zitat: "Offenbar haben Sie die Ironie nicht erkannt, mit der ich auf Ihre Ironie geantwortet habe."
Ich habe keinerlei Ironie verwendet, die zitierte Antwort von ihnen war an jemand anderes gerichtet.
Ansonsten war diese "ironische" Antwort gut dazu geeignet um nicht näher auf das von "mnemic" gebrachte Beispiel eingehen zu müssen. Soviel zum ignorieren von Gegenbeispielen...

Zu meinem Religions-Beispiel:

"Ja, das würde ich, weil Sie damit auf eine real existierende Seite von Religion hinwiesen."

Damit würden sie aber, genau wie ich als Autor, unterschlagen, dass es wesentlich mehr friedliche Anhänger von Religionen gibt, als Kriminelle.
Genau wie sie es in ihrem Buch mit "Gewaltmusikern" machen. Immerhin sind sie konsequent...

zakdoe
Donnerstag, 24.05.07 16:24
 

Ich bin seit ca 5 Jahren fest in der "HipHop Kultur" verankert. Ich mache selbst Rapmusik und kenne mich in der Szene aus. Ich war schon auf unzähligen HipHop-Veranstaltungen aller Art (von "Freestyle Battles" bis Porno-Rap à la King Orgasmus). Komischerweise gab es dort weder Schlägereien noch wurden Waffen gezückt oder andere Straftaten begangen, obwohl dort hunderte Menschen versammelt waren die alle "Gewaltmusik" hören. Da Sie die Szene nur aus Berichten und Statistiken kennen, und ich seit langen Teil dieser Szene bin, denke ich, dass ich besser beurteilen kann, ob HipHop aggressiv macht.
Zudem habe ich mich noch nie geschlagen, noch keine Waffe in der Hand gehabt, und keinerlei Ärger mit der Polizei gehabt. Dies gilt übrigens auch für den Rest meines Freundeskreises(vom Student bis zum Harz4 Empfänger). Und das ist sicherlich kein Zufall. Und ja, wir hören auch Gangsta Rap und keine Friedensloblieder von Freundeskreis.

Mit ihrem Statistiken und Umfragen können Sie mich auf keinen Fall überzeugen

Dr. Klaus Miehling
Freitag, 25.05.07 00:41
 

an Nameless:

Zitat: „Es mag schwarze Schafe in der Musik geben; aber pauschal einen riesigen Bereich der Musik als böse darzustellen, kann man ja wohl nicht positiv bewerten!"
Der Begriff „Schwarze Schafe" wird normalerweise für Ausnahmefälle verwendet. In den Gewaltmusikszenen sind „Schwarze Schafe" aber die Regel. Zumindest was illegalen Drogenkonsum betrifft, wird das auch von etlichen Musikern zugegeben.

Zitat: „Ich habe keinerlei Ironie verwendet, die zitierte Antwort von ihnen war an jemand anderes gerichtet."
Entschuldigung! Dann haben Sie also nicht erkannt, daß ich mit Ironie auf die Ironie eines anderen geantwortet habe.

Zitat: „Ansonsten war diese 'ironische' Antwort gut dazu geeignet um nicht näher auf das von 'mnemic' gebrachte Beispiel eingehen zu müssen. Soviel zum ignorieren von Gegenbeispielen...
Ich habe nur mit gleicher Münze zurückgezahlt. Außerdem bin ich in meiner Antwort vom 21. 5. an Sie doch auf das Beispiel eingegangen: „[...] können die Mitglieder einer Subkultur durchaus nett und ehrlich miteinander umgehen, sich aber Außenstehenden gegenüber trotzdem feindselig und unehrlich verhalten."

Zitat: Zu meinem Religions-Beispiel:
„'Ja, das würde ich, weil Sie damit auf eine real existierende Seite von Religion hinwiesen.'
Damit würden sie aber, genau wie ich als Autor, unterschlagen, dass es wesentlich mehr friedliche Anhänger von Religionen gibt, als Kriminelle."
Nein. Denn ich hatte ja darauf hingewiesen, daß ich den Vergleich Gewaltmusik - Religion für unpassend halte, und daß Gewaltmusik dann eher mit einer fundamentalistischen religiösen Richtung verglichen werden müßte, die vor Unterdrückung und Gewalt nicht zurückschreckt. Und da wären die friedlichen Anhänger in der Minderheit, falls es sie laut Definition denn überhaupt gäbe.

an zakdoe:

Zitat: „Da Sie die Szene nur aus Berichten und Statistiken kennen, und ich seit langen Teil dieser Szene bin, denke ich, dass ich besser beurteilen kann, ob HipHop aggressiv macht."
Was Sie hier schreiben, ist in diesem Sinn auch nur ein Bericht. Außerdem haben in diesem Forum schon mehrere Diskutanten, auch wenn sie sonst nicht meiner Meinung sind, eingeräumt, daß es zumindest in der HipHop-Kultur viel Kriminalität gibt.

Zitat: „Mit ihrem Statistiken und Umfragen können Sie mich auf keinen Fall überzeugen."
Wenn Sie subjektives Erleben über wissenschaftliche Erkenntnisse und Erhebungen anhand einer Vielzahl von Betroffenen stellen, dann kann man Sie natürlich nicht überzeugen. Rational ist diese Einstellung freilich nicht.

Nameless
Freitag, 25.05.07 09:09
 

Zitat: „[...] können die Mitglieder einer Subkultur durchaus nett und ehrlich miteinander umgehen, sich aber Außenstehenden gegenüber trotzdem feindselig und unehrlich verhalten."

Dann fragen sie mal die Bewohner des Dorfes Wacken, ob die das genauso sehen...
In dieser Doku geht es doch darum, die Szene von einer anderen Seite zu beleuchten um mit etlichen Vorurteilen aufzuräumen.

"In den Gewaltmusikszenen sind „Schwarze Schafe" aber die Regel."
Sagen sie...

Dr. Klaus Miehling
Freitag, 25.05.07 22:47
 

... und sagt Alex Conti von Lake: „Ich kenne kaum einen Musiker, der keine Erfahrungen mit Drogen hat. Musiker kiffen und sniffen, schlucken und spritzen wie andere Leute Kaffee trinken."
... und Rod Stewart: „Ich würde mir wünschen, daß es viele Musiker gibt, die völlig clean großartige Songs komponieren. Leider kenne ich keinen einzigen."
... und der Schlagzeuger von Sahara: „Ich kenne keine Gruppe, die keine Drogen nimmt."
... und etliche Autoren, die sich mit Gewaltmusik befaßt haben.

Nameless
Samstag, 26.05.07 11:01
 

"... und sagt Alex Conti von Lake: „Ich kenne kaum einen Musiker, der keine Erfahrungen mit Drogen hat. Musiker kiffen und sniffen, schlucken und spritzen wie andere Leute Kaffee trinken."
... und Rod Stewart: „Ich würde mir wünschen, daß es viele Musiker gibt, die völlig clean großartige Songs komponieren. Leider kenne ich keinen einzigen."
... und der Schlagzeuger von Sahara: „Ich kenne keine Gruppe, die keine Drogen nimmt."
... und etliche Autoren, die sich mit Gewaltmusik befaßt haben."

So what? Wenn Musiker meinen, sie müssten sich das Hirn vernebeln, solln sie das tun. Der Konsum von Drogen ist so weit ich weis noch nichtmal illegal.
Tolle Musik machen sie trotzdem.
Und damit haben sie immernoch nicht bewiesen warum der Klang der Musik (nicht der Hintergrund, nicht die Texte, etc.) diese Aggressionen/Gewalt auslösen sollen. Denn das war doch ihre Hauptthese, oder etwa nicht?

Und selbst wenn einige Musiker ein schlechtes Vorbild (Verhalten, Texte, etc.) sind: Wer von Klippe XY springt, nur weil Vorbild Z das auch tut, hats nicht anders verdient. Nennt sich natürliche Selektion.
Die Erziehung sehen sie ja (wie man einigen Beiträgen entnehmen kann) als marginal an, was die Schaffung der Persönlichkeit angeht.
Eine Freundin arbeitet als Betreuerin von sozial schwachen Familien. Was die erzählt spricht Bände: 3 Jährige Kinder die um sich schlagen und dafür auch noch belohnt werden sind zB keine Seltenheit. Und da suchen sie noch nach Gründen für die Verrohung unserer Gesellschaft, wo diese doch offen für jedermann sichtbar sind?

Dr. Klaus Miehling
Samstag, 26.05.07 23:18
 

Zitat: „So what? Wenn Musiker meinen, sie müssten sich das Hirn vernebeln, solln sie das tun. Der Konsum von Drogen ist so weit ich weis noch nichtmal illegal."
Doch, natürlich ist er das; jedenfalls die Drogen, um die es hier geht: Cannabisprodukte, Kokain, Heroin, LSD, Ecstasy und manche anderen.

Zitat: „Und damit haben sie immernoch nicht bewiesen warum der Klang der Musik (nicht der Hintergrund, nicht die Texte, etc.) diese Aggressionen/Gewalt auslösen sollen. Denn das war doch ihre Hauptthese, oder etwa nicht?"
Zunächst: Selbst wenn es nur der Hintergrund (also das kulturelle Umfeld und das Vorbild der Musiker) und die Texte wären, hätte es mit der Musik zu tun, und meine Warnung vor dieser wäre berechtigt. Wenn ich sage, Gewaltmusik hat negative Wirkungen, dann sind darin alle drei Faktoren inbegriffen. Doch in der Tat bin ich der Meinung, daß der Klang selbst am wirksamsten ist. Speziell das zu beweisen ist freilich kaum möglich; zwar kann man Musik und Text trennen bzw. verschiedene Arten von Texten untersuchen, aber das Wissen der Hörer um das Umfeld kann man nicht ausschalten. Daß auch textlose Musik wirkt, zeigt der Techno, wobei hier natürlich auch wieder das Umfeld eine Rolle spielt. Aber warum ist das Umfeld der Gewaltmusiksubkulturen überhaupt so kriminell bzw. warum werden kriminelle und rebellische Personen so stark von dieser Musik angezogen? Doch weil die Musik ihrem Naturell entspricht, weil sie Aggression und Rebellion ausdrückt! Menschen lernen durch Nachahmung, und sie lernen am besten, wenn sie emotional angesprochen werden. Also lernen sie beim Musikhören, sich die im Klang der Musik liegenden Emotionen anzueignen. Und wenn sich Probandengruppen in ihren Einstellungen auch unmittelbar durch soeben gehörte Musik beeinflussen lassen, was bewiesen ist, dann erscheint es nicht plausibel, daß dies nur daran liegen sollte, daß sie durch die Musik an das entsprechende aggressive oder kriminelle Umfeld erinnert werden; vielmehr ist es der Klang, der sie emotional beeinflußt hat.

doesi
Sonntag, 27.05.07 04:19
 

nur mal so ein gedanke:

- desöfteren betitelten sie hier das "Lügen" als typisch für Gewaltmusiker

- weiterhin berufen sie sich auf die Aussagen von Verbrechern, daß die Musik sie zu ihren Gewalttaten inspiriert hätte (Bsp: Charles Manson und Beatles)

wer nun eins und eins zusammenzählt wird sehen: da ja das Lügen für solche Menschen typisch ist hat Charles Manson gelogen die Beatles waren gar nicht seine Inspiration für seine Taten

tjo erwischt, und nun? ^^

pinky&brain
Sonntag, 27.05.07 15:16
 

Zitat: „So what? Wenn Musiker meinen, sie müssten sich das Hirn vernebeln, solln sie das tun. Der Konsum von Drogen ist so weit ich weis noch nichtmal illegal."
Doch, natürlich ist er das; jedenfalls die Drogen, um die es hier geht: Cannabisprodukte, Kokain, Heroin, LSD, Ecstasy und manche anderen.


http://bundesrecht.juris.de/btmg_1981/
wenn sie dass mit dem BtMG belegen, können kriegen sie nen kecks.

jazz ist keine gute ****musik
Sonntag, 27.05.07 17:05
 

diese ewige diskussion ist doch die gleiche wie mit videospielen, filmen, etc.... langweilig!!!

Klarc
Sonntag, 27.05.07 19:19
 

Erstmal möchte ich hier mal was positives sagen: Ich finde es toll, dass Herr Miehling sich hier seit Erscheinen dieses Artikel Diskusionsbereit erklärt. Dazu erstmal danke.

Ich habe aber eine Frage an Sie. Ich hoffe, dass diese Frage noch nicht gestellt wurde. Zählen Sie Neo-Klassik Bands wie Apocalyptica auch zu Gewaltmusik?

Mfg

Dr. Klaus Miehling
Montag, 28.05.07 00:03
 

an doesi:

Zitat: „wer nun eins und eins zusammenzählt wird sehen: da ja das Lügen für solche Menschen typisch ist hat Charles Manson gelogen die Beatles waren gar nicht seine Inspiration für seine Taten"
Auch der größte Lügner dürfte öfter die Wahrheit sagen als daß er lügt. Aber ich will Sie mit Ihren eigenen Waffen schlagen: Wenn Gewaltmusikhörer normalerweise lügen, dann müssen auch die vielen Behauptungen von Gewaltmusikhörern in diesem Forum, daß Musik sie nicht negativ beeinflußt, gelogen sein ...

an pinky&brain:

Zitat: „wenn sie dass [daß bestimmte Drogen illegal sind] mit dem BtMG belegen, können kriegen sie nen kecks."
Dann öffnen Sie mal http://bundesrecht.juris.de/btmg_1981/anlage_i_58.html; dort sind die „nicht verkehrsfähigen", d.h. grundsätzlich verbotenen (und auch nicht durch ärztliche Verschreibung erlaubten) Stoffe aufgeführt. U.a. Cannabis (mit Ausnahmen, die aber „einen Missbrauch zu Rauschzwecken ausschließen" müssen), Heroin, LSD, Mescalin, Psilocybin.
In „§ 29 Straftaten" ist u.a. zu lesen: „(1) 1Mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer 1. Betäubungsmittel unerlaubt anbaut, herstellt, mit ihnen Handel treibt, sie, ohne Handel zu treiben, einführt, ausführt, veräußert, abgibt, sonst in den Verkehr bringt, erwirbt oder sich in sonstiger Weise verschafft, [...]" Damit ist natürlich auch der Konsum verboten; denn wer sie konsumiert, hat sie sich zuvor „verschafft".
Für manche Gewaltmusiktexte ist Nr. 12 interessant: „öffentlich, in einer Versammlung oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3 des Strafgesetzbuches) dazu auffordert, Betäubungsmittel zu verbrauchen, die nicht zulässigerweise verschrieben worden sind,"

an Klarc:

Zitat: „Zählen Sie Neo-Klassik Bands wie Apocalyptica auch zu Gewaltmusik?"
In meinem Buch kommt diese Gruppe nicht vor. Vor ein paar Wochen hat mir jemand ein „harmloses" Stück der Gruppe vorgespielt, um zu zeigen, daß eine Gewaltmusikgruppe auch gewaltlos spielen kann. Er sagte aber, auf der CD seien auch ganz andere Stücke, die er mir nicht zumuten wolle. Demzufolge spielt die Gruppe offenbar auch Stücke, die ich als Gewaltmusik bezeichnen würde.

Gewaltmusikhörer
Montag, 28.05.07 00:05
 

Ok, das hier ist mein letztes Posting. Auch wenn es mich reizen würde, auf einzelne Bereiche der Diskussion erneut einzugehen, habe ich mich entschlossen, dies zu unterlassen, da ich der Meinung bin, dass das zu nichts mehr führt. Zwei grundverschiedene Meinungen sind unverrückbar, ich finde allerdings, Hr. Dr. Miehling, dass wir gut darüber reden konnten. Ebenso sehe ich die Diskussionen mit den anderen Usern des Forums als sinnvoll an. Vielleicht werde ich in Zukunft noch das ein oder andere mal in dieses Thema reinschauen, wenn meine Zeit dies zulässt. Ansonsten bleibt mir nur noch eines zu sagen: Guter Kampf (ohne, dass wir uns deswegen geschlagen hätten. Die Diskussion hat uns also nicht gewaltbereit gemacht). Und übrigens: "Ich lieb' den Scheiß" ist eine alte Phrase, wenn wir fluchen, hört sich das anders an. Das hat nichts mit Verrohung zu tun. Ich habe das mit Absicht so geschrieben und habe diese Reaktion erwartet. Wenn ich es nicht geschrieben hätte, hätte mich das nicht friedfertiger gemacht.

Mit den besten Wünschen

Gewaltmusikhörer

pinky&brain
Montag, 28.05.07 13:15
 

hat sehr viel mit dem thema zu tun, aber naja:

zitat:
Damit ist natürlich auch der Konsum verboten; denn wer sie konsumiert, hat sie sich zuvor „verschafft".
Für manche Gewaltmusiktexte ist Nr. 12 interessant: „öffentlich, in einer Versammlung oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3 des Strafgesetzbuches) dazu auffordert, Betäubungsmittel zu verbrauchen, die nicht zulässigerweise verschrieben worden sind,"

der konsum ist eben nicht illegal -->konsumräume
außerdem:
"Nach dem Gesetz verstößt der bloße Konsum - also das "Kiffen" oder nehmen anderer Drogen an sich - nicht gegen ein Gesetz. Wird jemand mit einem Joint in der Hand beim Rauchen angetroffen, ist dies keine Handlung, die bestraft wird. Dahinter steht die Auffassung des Gesetzgebers, dass die "Selbstschädigung" durch den Konsum von Cannabis nicht strafbar sein soll." http://www.sign-project.de/8_2585.php

Dr. Klaus Miehling
Montag, 28.05.07 23:15
 

an Gewaltmusikhörer:

Zitat: „'Ich lieb' den Scheiß'" ist eine alte Phrase, wenn wir fluchen, hört sich das anders an. Das hat nichts mit Verrohung zu tun."
Ich hatte das auch nicht als Fluchen verstanden. Meine Aussage über Verrohung stand an anderer Stelle und bezog sich auf Ihren Satz: „Natürlich werden im Rap regelmäßig Schimpfwörter verwendet, aber im Alltag fragt da auch keiner danach."

Danke für die faire Diskussion! Mögen Sie von den Wirkungen der Gewaltmusik verschont bleiben (für die Statistik bleiben noch genügend andere übrig) ...

an pinky&brain:

Ja, der Gesetzgeber ist da furchtbar inkonsequent. Aber Straffreiheit bedeutet trotzdem nicht, daß es erlaubt wäre. Außerdem bezieht sich das m.W. nur auf Cannabis, nicht auf andere illegale Drogen. Ergo: Der Keks gehört mir! (Wird doch hoffentlich kein Haschkeks sein?)

Dr. Klaus Miehling
Dienstag, 29.05.07 22:53
 

Ein Nachtrag zur hier im März diskutierten Studie, wonach ein Drittel der Hochbegabten Heavy Metal bevorzugen soll:

„Als Lieblingsmusikstil galt Heavy Metal [...] bereits dann, wenn ihn die Befragten unter den Top Five von neuen (!) zur Wahl stehenden Genres [...] aufnahmen. Punk, Blues und Reggae fehlten dabei ganz. Folge: Wer Heavy Metal auf dem fünften - dem mittleren - Rang wählte, und das womöglich mangels Alternativen, der firmierte sogleich als Fan harter Kost." (Gehirn & Geist 2007/6, S. 12)

Als Lieblingsmusik wurde HM tatsächlich nur von 6 % der Befragten bezeichnet. Das ist deutlich weniger als im Durchschnitt aller Jugendlichen, wo es etwa 10 % sind. Die ganze Studie kann heruntergeladen werden unter
http://www.nagty.ac.uk/research/occasional _papers/documents/occasional_paper19.pdf

Dr. Klaus Miehling
Dienstag, 29.05.07 23:03
 

Statt "neuen" muß es "neun" heißen ...

Dr. Klaus Miehling
Mittwoch, 30.05.07 22:16
 

Habe die Studie jetzt durchgesehen. HM war insgesamt betrachtet die zweitUNbeliebteste der neun Musikrichtungen! Die Auswahl lautete: „Hip-hop, Classical, R & B, Pop, Rock, Heavy Metal, Jazz, Dance and Singer/songwriter." Das ist siebenmal Gewaltmusik, einmal Klassik und einmal etwas in der Grauzone (Singer/songwriter). D.h. wenn jemand nur Klassik mag, dann ist er gezwungen, wenn er die Spielregeln einhalten will, eine Gewaltmusikrichtung schon an die dritte Stelle zu setzen. Im Grunde hätte man für Klassik ähnlich viele Stilrichtungen anbieten müssen wie für Gewaltmusik. Leider gibt es außer der Angabe, daß HM insgesamt auf Platz acht lag, keine Angaben über das Abschneiden der anderen Musikstile.

Was ist denn mit Ihnen bloß los?
Mittwoch, 30.05.07 23:26
 

Also Herr Miehling,

ich bin sehr der Meinung, dass Ihnen in ihrer Vergangenheit (und in der Zukunft!) etwas von der seichteren "Gewaltmusik" sehr gut getan hätte!!!
Wird es Ihnen nicht irgendwann zu blöd hier Seite für Seite zu tippen? Ich finde es ja gut dass Sie zu Ihren (wirklich an Ihren wenigen Haaren herbeigezogenen) sehr provokativen Aussagen Stellung beziehen, aber irgendwann ist doch auch mal gut!

Nachdem (wenigen) was ich hier von Ihnen lesen musste, empfinde ich Sie als einen sehr intoleranten und provokativen Menschen!

Viel Spaß in Ihrem engstirnigen und verbitterte Leben!

...ein besorgter Leser

martin
Freitag, 01.06.07 09:59
 

Mein lieber Klaus
heute habe ich mehr durch Zufall von dieser "Website" erfahren und gleich einige kostproben aus den reichhaltigen kommentaren zu Deinem Buch nebst dem anfaenglichen Interview mit grossem Gewinn gelesen. Mein lieber Klaus, ich kenne Dich nunmehr schon seit ueber dreissig Jahren und bin sehr wohl darueber informiert, dass Du schon immer neben der Kappe warst. Aber ein solcher Muell, der kann nicht mehr vom Musikunterricht bei Herrn Käser stammen, nein, Du bist schlicht und ergreifend mindestens 200 oder gar 2000 Jahre zu spaet geboren.Kann man davon gut leben indem man solche Buecher schreibt? F