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Felicitas Hoppe: Alles sehr flüssig

Die Berliner Schriftstellerin Felicitas Hoppe hat am Samstag beim 20. Freiburger Literaturgespräch vorgelesen. Angereist ist sie aber schon einen Tag früher, um mit Schülerinnen bei Schokolade und Fruchtsaft über deren Textfragemente zu sprechen. fudder hat mitgeknabbert.

Es ist gemütlich unterm schrägen Dach des Alten Wiehrebahnhofs. Freitagnachmittag, die Sonne senkt sich. Und dieser Text geht jetzt los. Mit Felicitas Hoppe, Autorin in grasgrüner Wolljacke. Hoppes aktueller Roman heißt "Johanna", er wird gerade im Schaufenster von Jos Fritz angepriesen.

Ursula liestFrau Hoppe jedenfalls sitzt hier, um mit zwei Gymnasiastinnen und einem Jazz- und Rockschüler über Literatur zu reden. Mehr junge Menschen sind leider nicht gekommen in diese "Textwerkstatt" des Freiburger Literaturbüros.

Elisabeth (12. Klasse, Goethegymnasium) hat eine Kurzgeschichte mitgebracht, Ursula (16, vom Bahar-, äh, Droste-Hülshoff-Gymnasium) liest vorsichtshalber nur ein Kapitel aus ihrem 260seitigen Romanfragment, über das Ursula sagt: "Das ist erst der Anfang." Der Rockschüler Joachim sitzt zwischen den Mädchen und wirkt nachdenklich.

Die 46jährige Profischreiberin sagt, sie sei "fasziniert" von den Texten Ursulas und Elisabeths. Mit "Schön, das ist aber äußerst flüssig!" hagelt es sogar 1A-Brüder-Grimm-Preisträgerinnenlob.

Dann versucht Hoppe, durch offenes Fragen eine Diskussion anzufachen: "Für wieviel Innenwelt ist Platz auf zwei Seiten?", "Welcher der beiden Texte arbeitet stärker mit Details?", "Wie ist der Umgang mit Requisiten?", uns so weiter. Jeder sagt was, alles stimmt irgendwie. In Erinnerung bleibt Ursulas Kommentar zu einer ihrer Romanfiguren: "Der betrügt seine Freundin, das ist gerechtfertigt, weil, die ist ja unattraktiv." Da muss selbst Frau Hoppe lachen.

Felicitas Hoppe

Die interessiert sich hauptsächlich für Identifikation (welcher Deutschfuzzi tut das eigentlich nicht?) und die Frage, inwiefern es für die Freiburger Schülerinnen wichtig ist, sich in ihren Geschichten wiederzufinden. Man wird ein wenig aus der Schokolädchenharmonie herausgerissen, als Hoppe sich kritisch über die Angreifbarkeit in Internetforen äußert.

"Jeder darf kommentieren. Zum Beispiel: ,War cool, das Buch zu lesen, bin aber nicht bis zum Schluss gekommen.' Wem ist damit geholfen?" Da hat sie Recht, die Hoppe. Wir fangen mal an, zu lesen.





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