Der Lichtwolf ist Deutschlands einzige Zeitschrift, die noch komplett im Schreibmaschinenlayout erscheint. Die Lichtwolfredakteure, Freiburger Philosophiestudenten, bezeichnen sich als "RAF des guten Geschmacks" und "schwer persönlichkeitsgestört". Für Fudder entledigen sie sich ihrer Maskerade und sprechen über alles und nichts.

Soweit die Anwesenden. Natürlich gibt es noch mehr Lichtwolfautoren. “Inzwischen besteht unsere Redaktion aus einer ganzen Armee. Wir haben in allen Großstädten Deutschlands Mitarbeiter, die nach Bedarf aktiviert werden. Pennende Redakteure, Pennerredakteure”, spricht Schneidegger aus seinem Chefsessel, einem ordinären Philoseminaristenhocker. Schneidegger fährt sich durch die Zidanefrisur und berichtet von der ersten Lichtwolfausgabe.
Die Schreibmaschinendoktrin ist bis heute unangetastet geblieben. Sie geht soweit, dass die Lichtwolfmenschen Artikel, die sie per mail erhalten, auf Schreibmaschine abtippen. Als Nebeneffekt entsteht so die angestrebte Entschleunigung. Neander: “Früher hat der Journalist einen Text geschrieben. Diesen Text hat der Lektor korrigiert und dann zum Setzer gebracht. Heute liegt der ganze Arbeitsprozess in den Händen einer einzigen Person, die zum Schluß nur noch auf den “Senden”-Knopf drückt. Eine Beschleunigung, durch die viel verloren geht.” Das kürzere Argument für die Schreibmaschine äußert Schneidegger: “Es ist ziemlich schwierig, im Lichtwolf Scheiße zu schreiben. Weil man für Scheiße diese ganze Arbeit nicht auf sich nimmt.”
Den Vorwurf, der Lichtwolf sei elitär, verstehen die Schrägdenker als Kompliment. Sie produzieren vierteljährlich ein Heft, das sich bestimmten Überbegriffen widmet, etwa “Misanthropie”, “Alles oder nichts” und in der kommenden Ausgabe “Manien”. Stets werbefrei und mit jenem feinsatirischen Witz, den die Titanic mehr und mehr der provokanten Geschmacklosigkeit opfert. Ernsthaftes im Modus der Gebrochenheit, in kleiner Auflage. 

interessanter artikel. ich kann mich allerdings bis jetzt noch nicht entscheiden, was ich davon halten soll. ist sich in der heutigen zeit als terroristen zu verkleiden noch cool, oder nicht mehr????
jedenfalls braucht man, um texte auf der schreibmaschine zu schreiben viel geduld und starke nerven. ich würde wahrscheinlich völlig ausrasten, wenn ich wegen einem tippfehler die ganze seite noch mal neu tippen müsste und die maschine aus dem fenster werfen.
Jetzt will ich natürlich die aktuelle Ausgabe haben - wo bekomme ich die?
@namensvetter
den lichtwolf (nächste ausgabe im oktober) gibt's hier:
herder, x für u, schwanhäuser (bertholdstr.23), u-asta (belfortstr.24), weitere infos auf lichtwolf.de/abonnieren
schräge Typen... ^^