
Vorweg:
Ich kann kein Spanisch! Los de Abajo (also “die von Unten”) mexicansalsaskareggaeten gestern Abend als erste Band des diesjährigen
ZMF das Spiegelzelt. Als ich eine halbe Stunde vor Konzertbeginn am Eingang des Zeltes vorbeischlenderte, war ich ehrlich gesagt etwas verwundert, denn es sah ? entgegen meiner Vorstellung ? nach einem durchaus etwas älteren Publikum aus. Haben die sich etwa alle vom Begriff “Salsa” im ZMF-Programm fehlleiten lassen und vermuteten eine
Senioren-Performance á la Buena Vista Social Club? Oder hatte ich einfach nicht genau hingeschaut?
Mein Angstschweiß vermischte sich im Inneren des Zeltes alsbald mit dem obligatorischen Konzertspiegelzeltschweiß. Konzertbeginn. Erleichterung. Das Durchschnittsalter im Publikum war inzwischen weiter gesunken. Die Raumaufteilung stand ebenfalls: Die älteren Semester saßen außerhalb an den Tischen, die etwas Jüngeren standen in der Mitte direkt vor der Bühne.

Der Musikstil, den die neun Jungs und das eine Mädel aus Mexiko-City zum Besten geben, ist schwer zu beschreiben. Wobei ? eigentlich doch nicht: Ein bisschen
Salsa hier, einen Schuss
Reggae da und einen tüchtigen Eimer
Ska mit bei. Ab und an das Ganze mit einer Prise
HipHop oder sogar ein wenig aggressivem
Elektro-Kram abgeschmeckt. Das passte! Anfangs gab es sogar so viel Salsa, dass sich einige der vorher angesprochenen “älteren” Herrschaften ihre kleinen Eckchen suchen konnten, um mit ihrem Konzertpartner oder der Konzertpartnerin die neu errungenen Salsatanzschritte auszuprobieren.
Es dauerte nicht lange, da war beim Sänger der Band
“oberkörperfrei” angesagt - das Konzert wurde immer mehr zu einer
großen Spaßparty. Fast niemand saß mehr auf den Bänken. Es war ein kleines bisschen wie bei einer Wundertüte: Welcher Stil kommt als nächstes und wie geht’s diesmal aus?
Leider kann ich kein Spanisch und deshalb auch nichts zum Inhalt der Songs sagen. Offenbar - und das wurde durch die englischen Ansagen zwischendrin immer wieder bestätigt - sind die Texte ziemlich “revolutionär”, oft wird zum Widerstand aufgerufen - allen voran gegen George W. Bush.
Zuschauer-Interview:

Nach dem Konzert schnappte ich mir noch zwei Konzertbesucherinnen und fragte bei Uli (20) und Verena (22) nach:
Ziemlich heiß da drin, wie war’s?
Verena: Total super! Alle fröhlich und gut drauf. Hat mir wahnsinnig gut gefallen. Vor allem die Aktion am Ende, als sie nach dem vermeintlichen Schluss ihrer Zugabe die Instrumente genommen haben und mitten durch die Leute gegangen sind und noch so zwei bis drei Songs gespielt haben.
Uli: Ja, total toll! Die haben alle mit ihrer guten Laune angesteckt. Ich kannte die vorher gar nicht und bin auf gut Glück zum Konzert gegangen - Die absolut richtige Entscheidung.
Was macht sie so “mitreißend”?
Verena: Allein schon der Sänger hatte eine super Ausstrahlung. Sehr sympathisch! (lacht)
Uli: Die Musik war sehr abwechslungsreich. Die verschieden Stile und deren unterschiedliche Verwendung luden zum Hüpfen und Partymachen ein. Einfach ein geniales Konzert!
Galerie:
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