ArTik gründet Verein und fordert rasche Entscheidung über's Z

Friederike Günter

Seit dieser Woche ist die Initiative ArTik ein Verein. 30 Mitglieder unterschrieben am Dienstag im Haus der Jugend die Gründungssatzung. Der Verein möchte das zur Zeit geschlossene "Z" am Siegesdenkmal betreiben und fordert die Stadt auf, rasch eine Entscheidung zu fällen. Joe Evers, Erster Vorsitzender von ArTik e.V. ist sich sicher: "Die Entscheidung zu Gunsten von ArTik ist eigentlich schon gefallen."



Seit das Jugendzentrum „Z“ am Siegesdenkmal 2009 geschlossen wurde, ist die Frage ob und von wem die Räume übernommen werden ungeklärt. Drei Kandidaten hatten dem Gemeinderat Vorschläge eingereicht (fudder berichtete: Wer bekommt den Zuschlag fürs Z?). Darunter ist ArTik, ein Zusammenschluss von Initiativen, kommerziellen Anbietern und Privatpersonen, die sich seit Schließung des „Z“ für eine Wiederöffnung mit einem Schwerpunkt auf Kulturangebote engagierte. Mit der Vereinsgründung hat Artik eine Forderung der Stadt erfüllt: Diese hatte klargestellt, dass ArTik nur als rechtliche Körperschaft das Z übernehmen könne.


Nun fordert der Verein eine rasche Entscheidung. Am liebsten schon bei der nächsten Gemeinderatssitzung am 14. Dezember, wenn das Z und seine zukünftige Trägerschaft auf der Tagesordnung stehen. „Wir haben relativ tiefe Einblicke bei den Entscheidungsträgern und ich weiß daher, dass die Entscheidung zu Gunsten von ArTik eigentlich schon gefallen ist", sagt dazu Joe Evers, Erster Vorsitzende von ArTik. Nur ein paar Gruppierungen im Rathaus und Gemeinderat würden ihm noch Sorgen machen. „Manche würden das 'Z' am liebsten immer schließen. Nach den Ereignissen will halt keiner mehr den Kopf erhalten, falls es schiefgeht.“

So schnell wird es wohl nicht gehen.

„Aufgrund der momentanen Haushaltslage und weiteren Ungereimtheiten sieht es momentan so aus, dass die Entscheidung auf die Haushaltseinbringung im Februar vertagt wird", sagt Edith Lamersdorf, Pressesprecherin der Stadt. "Das heißt, dass die letztliche Entscheidung auch erst im Mai bei der Sitzung zum Doppelhaushalt fällt.“ Der Erste Bürgermeister Otto Neideck hatte für 2010 eine Haushaltssperre ausgesprochen; damit ist eine Abstimmung über Zuschüsse für das Jugendhaus nicht ohne weiteres möglich.

ArTik will jedoch keine weiteren Verzögerungen hinnehmen. „Wir möchten eine Entscheidung am 14. Dezember haben. Außerdem gibt es noch einen alten Gemeinderatsbeschluss, der vorsieht, dass das 'Z' als Jugendkulturzentrum genutzt werden sollte. Manche würden darüber gerne hinweggehen,“ so Evers. Des Weiteren wollten sie eine klare Stellungsnahme von Seiten der Politik, warum das 'Z' vom Tagesordnungspunkt genommen werden soll. „Es muss ein offener Dialog stattfinden, der für alle transparent ist,“ fordert Evers. „Dazu darf der beschlossene Zuschuss, der dem Jugenddenkmal e.V, dem ehemaligen Trägervereins des 'Z', zugedacht war, nicht gekürzt werden, da sonst eine professionelle Umsetzung gefährdet ist,“ so Evers weiter.

Für den Fall, dass eine Trägerschaft des Z unter der Leitung von ArTik tatsächlich zustande kommt, gibt es schon schon konkrete Pläne wie es zukünftig laufen soll. Das „Z“ würde von zwei Geschäftsführern geleitet. Ein Geschäftsführer wäre für die inhaltliche Gestaltung verantwortlich. Der andere würde die Buchhaltung übernehmen und sich um die Organisation der Gastronomie kümmern. Joe Evers möchte den ersten Posten übernehmen, und dann sowohl in Freiburg nach Projekten von Jugendlichen suchen, als auch versuchen Projekte von außerhalb zu gewinnen.

„Jugendliche und junge Menschen sollen hier eine Art Übungsfirma haben, in der sie unter Leitung eines Coachs ihre Projekte verwirklichen können.“ Um die Finanzierung zu sichern, wollen sie aber auch mit kommerziellen Anbietern am Wochenende Partys veranstalten. „Wenn aber jetzt zum Beispiel irgendwelche ein Hip-Hop Festival auf die Beine stellen würden, hätten diese Vorrang für den konventionellen Partys.“ Daneben sollen auch Gruppen angeboten werden, wie zum Beispiel ein Mädchencafé, das einmal in der Woche stattfinden würde.

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