Artik diskutiert mit und über sich und das Z

Fabian

Wie geht es weiter mit dem Z? Seit eineinhalb Jahren liegt das ehemalige Jugendzentrum unter dem Siegesdenkmal brach. Bei der Podiumsdiskussion "Von Artik bis Z" diskutierten gestern in der Mensabar mehr oder minder geeignete Gäste wenig über das Z und viel über Artik.

„Wer ist eigentlich die Stadt?“ Dies war die meist diskutierte Frage bei der von der Freiburger Kunst- und Kulturinitiative Artik veranstalteten Podiumdiskussion, zu der der Vebund von Künstlern, Vereinen und Agenturen eingeladen hatte. Selbst der FDP-Stadtrat Nikolaus von Gayling-Westphal konnte in dieser Sache keine Klarheit schaffen.


Auch die weiteren Diskussionteilnehmer, Clemens Salm von der Wilhelm Oberle Stiftung, Florian Braune, Mitbegründer der Jugendenkmal e.V. und Steffi Schimmer, Musikerin der Band Äl Jawala wussten keine befriedigende Antwort. So blieb Maria del Mar Mena Aragon von Artik mit ihrem schon beinahe verzweifelten Hilferuf nach Feedback und Unterstützung bei der Weiterentwicklung des Projekts weitgehend alleine.



Zu Beginn der Veranstaltung zeigte Artik zunächst einen Clip, in dem Freiburger Jugendliche den Bedarf eines Jugend- und Kulturzentrums aus ihrer Sicht noch einmal forderten. Zwar wird dieser die Verantwortlichen bei der Stadt kaum beeindrucken, doch das gut produzierte Video (siehe unten) hinterließ zumindest den Eindruck, dass Artik sehr professionell arbeitet. Auch die von der Initiative für das zukünftige Z geplante Doppelführung mit einem betriebswirtschaftlichen und einem pädagogischen Part schien für alle Beteiligten einleuchtend. Doch „Professionalität findet auf vielen Ebenen statt“, wie Clemens Salm während der Diskussion aufwarf. So hätte man sich, seiner Meinung nach, bei Artik vielleicht schon früher einen Profi an die Seite holen sollen, der über das entsprechende Wissen verfügt und die Regeln kennt nach denen in der Stadt gespielt wird. Streng nach dem Motto: Wenn die Stadt nicht von selbst sagt, was sie wirklich will, muss man sie eben fragen!

Wer die Diskussion verfolgte, erkannte aber schnell, dass der in der Runde beschreibene Mangel an Know-How bei Artik allemal durch das große Engagement der Inititiative und der Freiburger Jugendlichen wett gemacht werden kann. So zweifelte keiner auf dem Podium und unter den Zuschauern daran, dass sich Artik bei der Sanierung der Unterführung auf eine breite Unterstützung verlassen könnte. Auch die 60000 €, die die Stadt nach einer aktuellen Schätzung für die Sanierung veranschlagt, möchte man notfalls ohne städtische Unterstützung zusammen bekommen. Dazu plant Artik Bürgschaften von Unternehmen und Privaten, welche die Finanzierung absichern sollen.

Jo Evers (Bild rechts), Mitbegründer von Artik, machte aber ebenso klar, dass man es nicht auf eine offene Konfrontation mit den städtischen Verantwortlichen abgesehen hätte. Auch das Konzept, in der alten Unterführung Proberäume einzurichten, unterstütze Artik. Man wolle nur eben noch mehr, womit gemeint war, dass junge Künstler dort nicht nur proben, sondern eben auch auftreten sollen. Mangelt es dafür von städtische Seite her an Unterstützung, könne man auch „unartik“, sprich ohne die Stadt. Im extremsten Falle erwägt Artik sein Konzept sogar ohne das ehemalige Z umzusetzen.

Artik geht es somit weniger um das ehemalige Jugendzentrum, sondern vielmehr um sich selbst. Dieser Eindruck entstand zumindest als der als Podiumsdiskussion geplante Abend sich mehr zu einer Artik-Infoveranstaltung entwickelte. Zum einen überwiegten die Redezeiten der Artikverantwortlichen, zum anderen schienen weitere Diskussionsteilnehmer wie Frau Schimmer oder Herr Gayling-Westphal zeitweise fehl am Platze. Eine solche Infoveranstaltung hätte allerdings schon viel früher stattfinden müssen um mehr als die rund 50 Zuschauer und -hörer am gestrigen Abend anzulocken, was Herr Salm ebenfalls offen kritisierte.

Dennoch kam man durch den Abend dem Ziel, die Artik-Bewegung zu vergrößern, ein Stück näher. Die Entscheidung liegt aber letztendlich bei der Stadt und man muss sich noch mindestens bis Herbst gedulden. Wer allerdings vom katastrophalen Zustand der Unterführung gehört hat, weiß, dass eine Sanierung so oder so unerlässlich ist. Neben Rattennestern und Wasserschäden findet man nach Schilderungen von Artik im alten Z auch noch die halbvollen Bierflaschen von der letzten Party.

Z wie Zukunft

Quelle: YouTube

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