Armutsgrund Kind

Manuela Müller

Kinder gelten in Deutschland als einer der Hauptgründe für Armut. Trotzdem wird unser Kindermangel ständig von Politik und Gesellschaft beanstandet - irgendjemand muss ja unsere Rente bezahlen. Wer aber als allererstes zahlen muss, ist unserer Autorin und werdenden Mutter Manuela mittlerweile völlig klar geworden: die jungen Eltern. Wie man auch mit wenig Geld über die Runden kommt, erklärt sie in ihrem heutigen Beitrag unseres Schwangerschaftsblogs "Neun Monate".



"Kannst du dir das überhaupt leisten, ein Kind zu kriegen?", fragt mich jeder entsetzt. "Du verdienst doch sowieso so wenig!" Ja, so ist es. Von meinem Gehalt kann ich gerade so die laufenden Kosten tragen. Als Freiberuflerin komme ich nicht in den Genuss der Lohnfortzahlung. Genauso geht es allen ehemaligen Studenten, die noch keinen festen Job gefunden haben, oder 400-Euro-Jobbern.


Wichtig für die finanzielle Planung mit dem Kind:
  • Sechs Wochen vor und acht Wochen nach dem Geburtstermin gilt für die Frau der Mutterschutz. In einem normalen Arbeitsverhältnis bedeutet das, dass man für jeden Tag 13 Euro von der Krankenkasse bekommt und das restliche Geld, was zum letzten Lohn noch fehlt, vom Arbeitgeber draufgeschlagen wird. Alle anderen bekommen nur die 13 Euro von der Krankenkasse.

  • Am klügsten ist es, wenn man den Antrag für das Kindergeld (monatlich 154 Euro), das allen Eltern unabhängig vom Einkommen ab der Geburt zusteht, schon vor der Geburt so weit wie möglich ausfüllt. Dann muss man sich nämlich in den ersten Wochen mit dem Baby nicht um solchen Papierkram kümmern.

  • Das gleiche gilt für den Antrag auf Erziehungsgeld. Erziehungsgeld bekommen nur solche Eltern, von denen ein Teil die so genannte Elternzeit in Anspruch nimmt. Das heißt, der Teil der Eltern, der weniger als 30 Stunden pro Woche arbeitet. Außerdem darf man gemeinsam eine gewisse Einkommensgrenze (die wirklich sehr niedrig ist) nicht überschreiten. Alleinerziehende oder Eltern, die nicht zusammen wohnen, haben große Chancen auf das Erziehungsgeld. Es beträgt monatlich 300 Euro und wird, falls man alle Anforderungen erfüllt, bis zu drei Jahre gezahlt.

  • Außerdem gibt es für Eltern mit ganz geringem Einkommen die Möglichkeit vor der Geburt des Kindes bis zu 800 Euro von einer Mutter-Kind-Stiftung zu bekommen, für die Erstausstattung des Babys. Der Antrag darf frühestens ab der 20. Schwangerschaftswoche gestellt werden.

  • Für einige Eltern besteht die Möglichkeit Hartz IV und Wohngeld zu beantragen.

  • Ansonsten sponsern vielleicht zukünftige Omas, Opas oder sogar Uromas und Uropas den süßen kleinen Nachwuchs. Sehr sinnvoll sind da Naturalien wie Babyklamotten, Windeln, Kinderwagen, Bettchen, Babybadewanne, .....

  • So manch ein Bekannter oder Verwandter, der schon Kinder hat, freut sich auch, wenn er die alten Babysachen los wird.
Die Adressen, wo man die Anträge stellen kann, Hilfestellungen und sonstige nützliche Tipps gibt es bei folgenden psychosozialen Beratungsstellen in Südbaden:

Kontakt Schwangerschaftsberatung

Diakonisches Werk
Emmendingen: 07641/918500
Freiburg: 0761/36891148
Müllheim: 07631/177743
Titisee-Neustadt: 07651/93990
Diakonie-freiburg.de

Donum Vitae
Freiburg: 0761/2023096
Waldshut-Tiengen (mit Außenstelle Bad Säckingen): 07751/898237
Donumvitae.org

Pro Familia
Freiburg 0761/296256
Lörrach 07621/1692388
Profamilia.de

Sozialdienst katholischer Frauen
Freiburg: 0761/2962330
Offenburg: 0781/932290
Staufen: 07633/8069090
Waldkirch: 07681/4745390
Skf-zentrale.de