Arbeiten bei Eis und Schnee: Das sind Freiburgs Kältehelden

Friederike, Anna-Lena Zehendner & Manuel Lorenz

Während wir uns faul zuhause einmummeln, halten sie die Welt am laufen: Busfahrer, die den zugeschneiten Feldberg bezwingen, Postboten, die mit klammer Hand Briefe austragen und Streuwagenfahrer, die eisglatte Straßen befahrbar machen. Wir stellen sie euch vor: Freiburgs Kältehelden!

 

Rainer Strohmeier, 57, seit 26 Jahren Busfahrer

„Meine Schicht hat heute Morgen um 4:30 Uhr angefangen und geht bis 14 Uhr. Frieren tue ich eigentlich nicht, denn alle Busse der SBG sind nagelneu und gut beheizt. Die Straßenverhältnisse sind meiner Meinung nach auch noch im dunkelgrünen Bereich. Wenn ich sehe, was in Norddeutschland bei  15 Zentimeter Schnee für ein Theater gemacht wird – das sind bei uns die ganz normalen Winter.



Schneeketten habe ich aktuell nicht montiert. Letztes Jahr habe ich den ganzen Winter keine gebraucht. Aber wenn gar nichts mehr geht, kommen wir da natürlich nicht drum herum. Zum Beispiel haben wir oft das Problem mit den LKWs, die im Winter über den Feldberg fahren und dann hängen bleiben. Wenn wir mit unseren Bussen dann nicht vorbeikommen, müssen wir meistens die Ketten montieren. Das dauert etwa zehn Minuten pro Reifen und ist schon anstrengend.


Für mich ist es aber immer das Wichtigste, dass nach Feierabend Bus und ich heil in der Garage ankommen.“

 

Robert Lorenz, 39, seit zwei Jahren stellvertretender Betriebsleiter der Feldbergbahn

„Mein Arbeitstag geht von 7 Uhr morgens bis etwa 18 Uhr abends. Das kann man aber nie so genau sagen. Der Liftbetrieb geht bis 16:30 Uhr. Dann dauert es immer noch etwas länger, bis die letzten Fahrer zufriedengestellt sind. Ich kann ja nicht um Punkt 16:30 Uhr sagen: ‚So, jetzt ist Schluss!‘. Anschließend kommen alle Sessel in den Bahnhof und eventuell stehen noch ein paar kleine Reparaturen an. Schließlich muss am nächsten Tag wieder alles einwandfrei laufen. Wenn wir also am Abend etwas liegen lassen, dann strafen wir uns damit für den nächsten Tag nur selbst.



Um 7 Uhr in der Früh müssen wir jede Stütze, der insgesamt vier Lifte am Seebuck, kontrollieren. Wir müssen dafür auf jede hinaufklettern, die Windmesser enteisen und überprüfen, ob auch alle Rollen laufen. Erst wenn das alles gemacht ist, kann man langsam die Bahnen starten bis schließlich der ganze Schnee von den Seilen weg ist.



Warm anziehen ist also sehr wichtig. Allerdings sind wir, was die Kälte betrifft, schon abgehärtet. Klar, müssen wir in unserem Job auch mal frieren, aber wenn wir es alle immer nur warm haben wollten, dann hätten wir hier oben keinen Liftbetrieb. Nach Feierabend sorgen meistens meine beiden Söhne dafür, dass das Holz im Ofen brennt und es zu Hause schön warm ist.“  

Hans-Jürgen Oltmann, 61, seit 46 Jahren Zusteller bei der Deutschen Post

„Meine Schicht geht von 9 Uhr bis 15 Uhr, also gute sechs Stunden. Seit 40 Jahren fahre ich nun schon die Route im Stadtgebiet Neuburg.

Wenn es so kalt ist, wie in der vergangenen Woche, dann zieht man lieber zwei T-Shirts unter den Pullover als einen. Die dicken Winterjacken von der Post halten aber ganz gut warm. Wenn man lange genug als Zusteller arbeitet, ist man auch dementsprechend abgehärtet. Ich bin daher nicht so empfindlich. Kalte Finger hat man natürlich, vor allem weil wir Handschuhe tragen, die vorne offen sind. Nur so hat man ein Gefühl dafür, ob man nun einen oder zwei Briefe in der Hand hat.



Schnee und Glätte sind mit dem Fahrrad natürlich auch ein Problem für uns. Die Kommunen und Gemeinden streuen heutzutage leider nicht mehr so gründlich. Gerade in den Hinterhöfen gibt es daher oft Eisflächen. In so einem Fall lässt man das Rad lieber kurz stehen und läuft ein Stück zu Fuß. Ich hatte, Gott sei Dank, bisher noch nie einen Sturz.“

Kältehelden: Wolfgang Kern (55 Jahre) Räum- und Streuwagenfahrer bei der Abfallwirtschaft und Stadtreinigung Freiburg