Aprilscherz mit Folgen: Wechseln Grüne Stadträte zu Junges Freiburg?

Gina Kutkat

"Gehen jetzt Grüne zu Junges Freiburg?" lautete die Betreffzeile der Pressemitteilung, die - gut getarnt - schon am 31. März in der fudder-Redaktion einflatterte. Datiert war sie jedoch auf den 1. April. Die Wählervereinigung Junges Freiburg fordert darin zwei Grüne Stadträte auf, mal eben die Partei zu wechseln. Dabei kann es sich doch nur um einen guten Scherz handeln, oder?

"Hinter jedem Scherz steckt auch eine kleine Wahrheit", versucht Junges Freiburg Stadtrat Sebastian Müller (Bild unten rechts) am nächsten Tag noch ein bisschen mehr Verwirrung zu stiften.


Das war passiert: Weil sich Gemeinderatsmitglied Florian Braune zu alt für Junges Freiburg fühlte, wechselte er im Februar zu den Grünen und nahm sein Mandat gleich mit (fudder berichtete). Ein fünfzig-Prozent Verlust für Junges Freiburg, denen nur noch ein Mandat übrig blieb. "Wir hatten seit Florian Braunes Weggang nur die Hälfte an Schlagkraft und konnten viele konstruktive Junges-Freiburg-Projekte noch nicht durchsetzen", klagt Sebastian Müller. Deswegen fordern er und seine Wählervereinigung nun zwei Stadträte von den Grünen zum Parteiwechsel auf.

Wunschkanditaten sind die Stadträte Monika Stein und Coinneach McCabe. Sie sind, was die Dienstzeit angeht, die jüngsten Stadträte der Grünen und passen auch vom Typ her gut in die Partei: "Conny und Moni sind oft auf einer Wellenlänge mit uns," schwärmt Martin Jost vom Vorstand Junges Freiburg.

Mit den Gerüchten konfrontiert antwortet McCabe: "Ich kann bestätigen, dass es sich nicht um einen Aprilscherz handelt, ich habe tatsächlich ein Angebot von Junges Freiburg erhalten." Wie oder wann er sich entscheiden wird, könne er jedoch nicht voraussagen.



Die Partei Junges Freiburg regiert zusammen mit den Grünen in einer Fraktionsgemeinschaft, formell würde sich durch einen Parteiwechsel McCabes oder Steins nichts ändern. Beide Politiker würden in der Fraktionsgemeinschaft bleiben und auch die Zusammenarbeit im Stadtrat verändere sich in keinster Weise, so Sebastian Müller. Ihm und seiner Partei geht es vorallem um die Gerechtigkeit, ein Überlaufmandat gegen ebenso viele Überlaufmandate zu tauschen.

April, April? Die Zukunft wird es zeigen.

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Web: Junges Freiburg