Apples iPhone ist da!

Sophie Guggenberger

Das Geheimnis ist gelüftet: Der Computerkonzern Apple steigt ins Handy-Geschäft ein. Firmenchef Steve Jobs präsentierte auf der Messe "Macworld 2007" in San Francisco ein Mobiltelefon, das auch Musik und Videos abspielen kann. Das Handy soll iPhone heißen - obwohl der Technologiekonzern Cisco die Rechte an dem Namen hat.

Das Gerät hat ein berührungs- empfindliches Display statt einer Tastatur. Es kann mit Musik und Videos aus iTunes bespielt, sowie mit dem Computer synchronisiert und für Emails genutzt werden. Das iPhone beinhaltet einen iPod, einen Organizer und eine Zwei-Megapixel große Kamera. Der 3,5-Zoll-Bildschirm (knapp neun Zentimeter) arbeitet mit einer Auflösung von 160 dpi, damit ist das nur 11,6 Millimeter dicke Gerät zugleich ein Widescreen- Videoplayer. Der Standardspeicher beträgt bis zu acht Gigabyte.


Das Handy soll das gesamte Leben unterwegs erleichtern: Unter anderem ist ein Programm integriert, mit dem man Google Maps ansteuern kann - der digitale Stadtplan wird zum ständigen Wegbegleiter. Der berührungsempfindliche Bildschirm des Apple-Handys soll ganz einfach mit dem Finger gesteuert werden können, betonte Jobs. Mit der "Multitouch" genannten patentierten Technologie wolle Apple auf Tasten verzichten. Laut Jobs ist das Gerät selbstredend "die Neuerfindung des Telefons".

Das iPhone arbeitet im Mobilfunkstandard GSM mit der Erweiterung EDGE zum schnelleren Datentransfer. Es unterstützt drahtlose Netzwerkverbingungen über Wi-Fi und Bluetooth und kann zwei Anrufer zu einer Telefonkonferenz zusammenschalten. Das Gerät arbeitet mit dem Betriebssystem OS X, kann aber sowohl mit Mac-Computern als auch mit Windows-PCs synchronisiert werden.

Ein iPod-Handy tauchte in den vergangenen Jahren bereits immer wieder in Gedankenspielen von iPod-Fans und Industrie auf, Apple hielt sich damit jedoch stets zurück. Ein Hindernis soll unter anderem die Abneigung gegen eine Zusammenarbeit mit Mobilfunk-Netzbetreibern gewesen sein. 2005 hatte es mit  dem Motorola ROKR das erste iTunes-kompatible Handy gegeben, es blieb jedoch unter anderem wegen seiner geringen Speicherkapazität eher unpopulär. Eine Musikplayer-Funktion haben bereits zahlreiche Handys aller Anbieter, der Popularität des iPod hat dies jedoch bisher kaum geschadet.

Während der Trend bei Handys insgesamt immer mehr zu kleinen Minicomputern geht, wird eine Verschmelzung von Musikplayer und Mobiltelefon nicht unbedingt als Vorteil gesehen. Unter anderem wird als mögliches Problem genannt, dass die Akkus schnell entleert werden könnten. Spekulationen zufolge soll das iPhone deshalb zwei getrennte Akkus haben.

Der Einstieg von Apple in die Handy-Produktion bedeutet zum einen den Eintritt in einen gigantischen Markt, zum anderen aber auch eine weitere Verschärfung des bereits harten Konkurrenzkampfs in der Handy-Branche. Ausgeliefert wird das stylische Gerät im Juni bzw. Juli. Der Preis soll bei 599 US-Dollar für das 8-GB-Modell mit Zweijahresvertrag liegen, bei 499 Dollar für das 4-GB-Modell. Nach Europa kommt das iPhone voraussichtlich im 4. Quartal diesen Jahres, nach Asien erst im kommenden Jahr.



[die Credits gehen an den Bombär / via Berliner Morgenpost]