App-Check: Mit Snapchat 10-Sekunden-Fotos verschicken

Marius Notter

Fotos schießen, bemalen, Bildunterschrift hinzufügen, abschicken: Das ist das Prinzip der Smartphone-App Snapchat. Das Besondere: Der Empfänger kann das Foto nur maximal zehn Sekunden sehen - dann verschwindet es für immer und ewig:



Snapchat sticht aus der langen Liste von Smartphone-Foto-Apps heraus. Jedes Foto, das man hiermit an Freunde verschickt, löscht sich irgendwann von alleine. Irgendwann bedeutet: nach spätestens zehn Sekunden.


Die App lässt Bilder sprechen. Sie können wie in guten alten Paint-Zeiten bemalt und nach Vollendung der Pinselphase mit einer kurzen Bildunterschrift versehen werden. Deshalb fällt die App auch in die "Instant messaging"-Kategorie. Der Empfänger entpackt das Foto und kann es sich bis zu zehn Sekunden anschauen.

Das kreiert Grundschul-BK-Feeling plus einen Touch Instagram-Fotografie. Ob Party-Pics, Duckface-Posings oder Kurzvideos: Per Snapchat kann man sich in Sekundenschnelle austauschen. Davon lebt die App. Sie ist unkompliziert, übersichtlich und strotzt - im Unterschied zu vielen anderen Foto-Apps - nicht vor Funktionen.



Entwickelt haben sie 2011 Evan Spiegel und Bobby Murphy; insgesamt ist das Team zu viert. Alle vier sind Stanford-Absolventen und geben sich auf ihrer Website sehr kollegial: "Shoot us an email if you want to say hi or you think that you would be a good fit", schreiben sie unter ein Gruppenfoto. Es zeigt vier junge Männer vor einem Panorama-Hintergrund, der sich vielleicht in der Nähe von Los Angeles befindet. Denn dort wohnen die Snapchat-Jungs.

Snaptchat bedient die Lücke zwischen Apps wie Instagram und Instant Messaging wie WhatsApp. Instagram legt das Augenmerk eher auf das Profilieren der einzelnen User. Fotos werden bearbeitet, gehashtagget, verlinkt und kommentiert. Was man hochlädt, bleibt - irgendwo im Internetsumpf. WhatsApp ermöglicht ebenfalls das verschicken von Videos und Fotos. Das funktioniert jedoch oft nur schlecht und schleppend, außerdem können alle Bilder gespeichert werden. Sicher: Der selbstgemachte Burger oder der super Stadtausflug bei gutem Wetter wird nicht per Snapchat versendet: So was landet auf Instagram. Die überfüllte Bahn wird jedoch kurz per Snapchat an die Arbeitskollegen verschickt. Mit dem Kommentar: "Rushhour - komme wahrscheinlich später".

Bei Snapchat ist nichts auf Dauer. Ein witziges Polaroid-Bild, auf dem man herummalen und -texten kann und das sich dann selbst zerstört. Nicht mehr, nicht weniger.

Die App ist umsonst und für Android und iOS erhältlich.

Mehr dazu:

  • http://fudder.de titel=""> App-Check: Panoramafotos erstellen mit Dermandar
  • http://fudder.de titel=""> App-Check: Digitales Daumenkino mit Loopcam