Apfelhuhn: Äpfel pflücken für Menschen in Indien

Carolin Born

Apfelhuhn heißt das Projekt der evangelischen Gemeinde Gundelfingen. Dabei werden Äpfel in Deutschland zu Hühnern in Indien. Gemeindemitglied Jonathan Gebauer, 21 Jahre alt und Jurastudent, erklärt, wie’s funktioniert.

 

Warum ist Apfelhuhn eine gute Sache?

Durch das Projekt werden aus Äpfeln, die hier sonst verrotten, Hühner in Indien, die dort eine nachhaltige Nahrungsinvestition darstellen. Das ist ein kleiner Schritt gegen den Welthunger. Wir hoffen, dass das Projekt viele Nachahmer findet. Wenn alle Bäume in Deutschland besammelt würden, könnte man unglaubliche Summen für die Entwicklungshilfe zusammentragen.  

Was passiert mit den Äpfeln, nachdem ihr sie gesammelt habt?

Wir haben uns für Bürklins in Vörstetten entschieden, wo wir die Äpfel hinbringen und sie dann zu Saft verarbeitet werden. Den verkaufen wir dann privat, in der evangelischen Gemeinde Gundelfingen und vielleicht auch auf dem Markt. Der Saft wird mit Pfand wahrscheinlich 1,70 Euro kosten. Wer den kaufen will, kann gerne über unsere Apfelhuhn-Website mit uns in Kontakt treten. Wir haben mit den gesammelten Äpfeln schon über 350 Liter Saft gepresst.  

Wann sammelt ihr?

Meistens samstags, weil da viele Zeit haben. Das nächste Mal sammeln wir am 8. Oktober 2011. Wir freuen uns über weitere Hinweise auf Bäume oder Wiesen, dann sammeln wir einfach ein bisschen länger. Außerdem ist geplant, das Ganze nächstes Jahr zu wiederholen.



Wer macht mit?

Jugendliche, Eltern mit ihren Kindern, eine ganz tolle, bunte Mischung. Ältere Leute geben uns gewöhnlich die Wiesen, weil sie nicht mehr sammeln können oder wollen. Wir suchen immer neue Wiesen, weil wir noch keine so große Auswahl haben jetzt am Anfang. Wir kommen auch gerne, wenn jemand nur einen Baum hat, der nie abgeerntet wird. Das ist schade, wenn das verrottet, denn man kann schon von einem einzigen Baum unglaublich viel sammeln.

 

Warum Hühner in Indien?

Das Projekt ist auf einem Jugendlager der evangelischen Gemeinde in Gundelfingen entstanden. Wir haben mit den Jugendlichen Gespräche in Zeltgruppen geführt. Es ging dabei um Hilfe für Menschen in Entwicklungsländern und was man selbst tun kann. Ich hatte vorher von einem Projekt gehört, bei dem Fallobst verwertet wird. Das habe ich den Kindern erzählt und dann haben sie selbstständig die Idee von Apfelhuhn entwickelt.

Wir wollen damit die Menschen nachhaltig unterstützen. Hühner kann man fast überall mit relativ geringem Aufwand halten. So haben die Menschen Eier, können neue Hühner züchten und sie irgendwann essen. Wir kooperieren mit dem Kinderhilfsprojekt „Wasser ist Leben“, die für uns die Küken kaufen.



Wie kann man euch unterstützen?

Vor allem dadurch, möglichst vielen Leuten davon zu erzählen. Außerdem suchen wir noch Bäume oder ganze Baumwiesen, die Leute nicht mehr selbst abernten, Sammelhelfer und natürlich Leute, die den Saft kaufen.



Macht das eigentlich Spaß?

Auf jeden Fall. Die erste Aktion war richtig klasse, das war ein super Start. Es war tolles Wetter und die Kinder hatten richtig viel Spaß. Wir haben eine riesige Menge zusammengetragen, was wir vorher nicht gedacht hätten, das war ein wahnsinniges Gefühl, mit den anderen zusammen so ein Projekt zu verwirklichen. Wenn aus einem Jugendlager so etwas entsteht, finde ich das klasse!  

Mehr dazu: