Anwohner sauer wegen "Sea of Love"-Planungen

Pia Grättinger

Die Neuauflage des Musikfestivals "Sea of Love" sorgt im Vörstetter Ortsteil Schupfholz für Ärger. Einwohner wollen sich gegen die bisher geplanten Parkplätze, Anreise- und Busrouten wehren.



Nach dem Chaos im Jahr 2011 findet das "Sea of Love"-Festival 2012 am Samstag, 14. Juli, und Sonntag, 15. Juli, unter neuer Leitung statt – organisiert wird es nun von der Konzertagentur Koko & DTK Entertainment. Der Veranstalter erwartet auf dem Areal am Tunisee etwa 20 000 Besucher. Am Samstag soll das Programm von 11 bis 23 Uhr, am Sonntag von 10 bis 23 Uhr dauern.


Kreisstraße soll zum Parkplatz werden

Als Bürgermeister Lars Brügner in der fast vollbesetzten Heinz-Ritter-Halle über den Stand der Planung berichtete, schlugen die Wogen hoch. Es waren vor allem Einwohner aus Schupfholz, die sich beklagten. Aus ihrer Sicht rückt das Musikfestival 2012 noch näher an Schupfholz und Unterreute heran als zuvor. Die Kreisstraße wird von Holzhausen kommend bis Schupfholz/Unterreute gesperrt. Dort sollen Parkplätze auf den Flächen zwischen Unterreute und Schupfholz ausgewiesen werden.

Die Anfahrt der Besucher soll ab Autobahnausfahrt Teningen über Nimburg, Bottingen und Reute erfolgen. Zusätzlich sollen 200 Busse, die durch Vörstetten und Schupfholz fahren sollen, die Besucher zum Festgelände bringen. Zur Sicherheit der Besucher soll das Gelände eingezäunt werden, damit niemand auf die Autobahn laufen kann – so wie es 2011 passiert ist.

Bürgermeister: Noch ist nichts in trockenen Tüchern

Das seien nur Vorplanungen, sagte Brügner. Weitere Behördengespräche seien noch notwendig. "Ich verstehe nicht, warum nach [dem Unglück bei der Loveparade in] Duisburg und dem Fiasko des vergangenen Jahres, jetzt Freiburg einfach alles auf uns abwälzt", so ein Bürger. Ein weiterer Schupfholzer meinte mit Blick auf das Vorjahr: "Es gibt doch überall Flächen wie am Flugplatz, wo auch der Papst war. Dafür wurden doch eigens Flächen befestigt." Ein Bürger fragte: "Wie weit steht die Gemeinde zu uns Schupfholzern, oder müssen wir erst Stuttgart 21 machen?"

Betroffene aus dem Ortsteil wollen nun eine Stellungnahme verfassen und sich mit allen Mitteln wehren, die ihnen zur Verfügung stehen. Bürgermeister Brügner versuchte die Bürger zu beruhigen und stellte fest: "Noch ist nichts in trockenen Tüchern, seien Sie versichert, der Gemeinderat und ich stehen voll hinter Ihnen."

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[Bild: Dominic Rock]