Antifaschistische Linke will Studentenball verhindern, weil Burschenschafter dahinterstecken

Gina Kutkat

Am Samstag findet im Peterhofkeller zum dritten Mal der Freiburger Studentenball statt. Die Antifaschistische Linke Freiburg will das verhindern, weil es sich bei den Veranstaltern um Burschenschafter handelt. Die Uni Freiburg bezieht dazu Stellung.

"Burschenschaften stehen als sexistische Männerbünde für ein rechtskonservatives und reaktionäres Weltbild, sowie für nationalistische Deutschtümelei und Elitedenken", heißt es in einem Auszug aus dem Schreiben, das an die Albert-Ludwigs-Universität und Pressevertreter geschickt wurde.


Zum dritten Mal vermietet die Uni am kommenden Samstag den Peterhofkeller an die Veranstalter des Freiburger Studentenballs. Einer – so heißt es in der Beschreibung – "klassischen Tanzveranstaltung für Studenten und Ehemalige der Albert-Ludwigs-Universität". Die Antifaschistische Linke Freiburg möchte den Ball verhindern. Sie kritisiert, dass die Veranstalter der Burschenschaft Alemannia angehören, die möglicherweise Kontakte zu anderen, extrem-rechten, Burschenschaften hat. Belege werden dafür nicht geliefert.

Absage kommt nicht in Frage

Die Uni Freiburg weist den Vorwurf von sich und argumentiert, Räume an externe Veranstalter zu vergeben, sofern diese die in den Richtlinien zur Raum- und Hörsaalvergabe formulierten Auflagen erfüllen. "Die Burschenschaft Alemannia hat den Antrag, ihren Festball im Peterhofkeller zu veranstalten, fristgerecht eingereicht", sagt Nicolas Scherger, Pressesprecher der Uni Freiburg. "Sie erfüllt alle formalen Auflagen und ist weder eine politische Partei noch eine politische oder gewerkschaftliche Vereinigung."

Eine Absage der Veranstaltung komme somit nicht in Frage. Weil die Uni bei der Prüfung keinerlei Anhaltspunkte gefunden habe, die eine Ablehnung mit einer vertretbaren Rechtssicherheit rechtfertigen würde.

Tanzkurse in der Burschenschaft Alemannia

469 Leute sind bei Facebook an der Veranstaltung "3. Freiburger Studentenball" interessiert, im Dezember waren laut Eintrag noch 20 Karten für den Ball verfügbar. In Kooperation mit der Tanzschule Fritz fanden im Voraus Tanzkurse im Verbindungshaus der Alemannia in der Günterstalstraße 56 statt.

Die Burschenschaft schreibt selbst über sich, eine liberale, farbentragende, fakultativ-schlagende Studentenverbindung zu sein. "Auch wenn sie sich nach außen liberal gibt, bestehen gute Kontakte zur extrem rechten Burschenschaft Saxo-Silesia, die viele Kader der Jungen Alternativen Freiburg stellt und mit der ’Identitären Bewegung’ vernetzt ist", behauptet dagegen die Antifaschistische Linke

Veranstalter äußern sich nicht

Verbindungen zwischen dem Studentenball und der Burschenschaft Alemannia sind bekannt. Ob und inwieweit jedoch Kontakte zwischen der Alemannia Freiburg und Saxo-Silesia bestehen, ist nicht klar. Die Veranstalter waren auf mehrmalige Anfrage nicht zu erreichen.

Die Uni Freiburg weist darauf hin, dass die Absage einer Veranstaltung nur erfolgen kann, "wenn Anhaltspunkte vorliegen, dass bei der Veranstaltung zum Verfassungs- oder Rechtsbruch aufgerufen werden soll." Da dies nicht der Fall sei, findet die Veranstaltung am Samstag statt.