Antifa-Demo bleibt in der Salzstraße stecken

Markus Hofmann & Dominic Rock

Mitglieder der Freiburger Antifa, Linksalternative und Sympathisanten der KTS protestieren zur Stunde gegen Nazis und für Autonome Zentren. Etwa 350 bis 500 Demonstranten (die Polizei spricht später von 800) stehen gegen 17 Uhr in der Salzstraße Höhe Oberlinden - doch der Demonstrationszug kommt nicht vom Fleck. Zwischenzeitlich flogen Flaschen und Feuerwerkskörper.



Die Demonstration ist im Vorfeld nicht angemeldet worden. Mehr als zwei Stunden lang standen sich die Demonstranten und die Polizei von 14 Uhr an in der Salzstraße gegenüber. Die Beamten ließen den Zug nicht in Richtung Bertoldsbrunnen marschieren, weil sich zahlreiche vermummte Menschen unter den Demonstranten befanden.  Dies verstößt gegen das Vermummungsverbot.  



Ein Vertreter der Demonstranten teilte mit, die Demonstranten seien deshalb vermummt, weil sie nicht auf Fotos erkannt werden wollen. Dies sei ein Schutz vor möglichen Übergriffen von Rechtsradikalen.

Harry Hochuli, vor Ort Einsatzleiter bei der Polizei, forderte die Demonstranten mehrfach via Lautsprecher auf, die Vermummung (Theatermasken, Schals)  abzulegen - sonst könne sich der Demonstrationszug nicht in Bewegung setzen. Gegen 16 Uhr flogen drei Silvesterböller Richtung Polizei - sie explodierten auf dem Boden. Zuvor waren auch Bierflaschen geflogen.

Daraufhin zog die Polizei gezielt vermummte Menschen aus dem Demonstrationszug heraus und führte sie ab. Ein männlicher Demonstrant wurde schreiend auf dem Rücken etwa 50 Meter über das Steinpflaster zu einem Einsatzwagen geschleift (Foto unten), wo seine Personalien aufgenommen wurden.



UPDATE (21:50 Uhr): Insgesamt wurden rund 40 Menschen im Alter zwischen 17 und über 30 Jahren wegen Straftaten vorläufig festgenommen, bzw. in richterlich angeordneten Gewahrsam genommen. Rund 250 Personen wurden mit einem Platzverweis belegt. Gegen 19.00 Uhr wurden die Menschen, die in Gewahrsam genommenen worden waren, entlassen. Der Polizeieinsatz endetet gegen 21.00 Uhr.

Auf mehrere Demonstrationsteilnehmer kommen nun nach Angaben der Polizei Strafanzeigen wegen Widerstand gegen die Staatsgewalt, versuchter Gefangenenbefreiung, Verstoß gegen das Sprengstoffgesetz, Beleidigung und Verstoß gegen das Versammlungsrecht zu.

Mehr dazu:

Ausführliche und weitere aktuelle Informationen zu der Demo, die um 17 Uhr noch nicht beendet war, gibt es auch auf badische-zeitung.de.

[Foto: Dominic Rock, dpa]