Verlosung

Anselm Pahnke ist durch Afrika geradelt und stellt seinen Film in Freiburg vor

Carolin Johannsen

414 Tage war Anselm Pahnke mit dem Fahrrad auf dem afrikanischen Kontinent unterwegs. Seinen Film stellt er an diesem Mittwoch in Freiburg vor. fudder verlost Tickets.

414 Tage allein auf dem Fahrrad durch ganz Afrika. Anselm Nathanael Pahnke hat auf seiner Reise über den afrikanischen Kontinent und auf der Reise zu sich selbst viel erlebt. Ursprünglich startete er mit zwei Freunden in das Abenteuer, reiste dann aber allein weiter durch Afrika. Festgehalten hat er seine Erlebnisse in einem Film: "Anderswo. Allein in Afrika", der am Mittwoch, 16. Januar 2019 um 18.30 Uhr im Kino Friedrichsbau gezeigt wird.


Aktuell ist der Film auf Platz 5 der Arthouse Rangliste.
"Freiburg ist meine liebste Stadt", sagte Anselm im Interview mit fudder und auch seine erste Radtour durch Deutschland führte ihn hierher. Am Mittwoch ist er im Friedrichsbau mit seinem Rad vor Ort und beantwortet nach der Vorstellung auch Fragen zu seiner Reise. Am Montag, 21. Januar ist er noch einmal für eine Vorstellung da. Danach läuft "Anderswo. Allein in Afrika" weiter im Programm.

Anselm, warum Afrika?

Schon in meiner Schulzeit haben alle nur über Europa und Amerika geredet. Niemand hat etwas über Afrika erzählt oder ist von dort von einer Reise zurück gekommen. Das hat sich bei mir festgesetzt. Während meines Studiums der Geophysik war Afrika auch kein Thema. So reifte der Gedanke, dass, ich den Kontinent selbst erkunden müsse, um ihn kennen zu lernen.

Wie bist du auf die Idee gekommen, den Kontinent mit dem Fahrrad zu bereisen?

Ich bin nicht losgefahren, um mich selbst zu finden. Es war eine Reise aus purer Neugierde. Ich wollte den Kontinent kennen lernen. Eigentlich sollte zweieinhalb Monate nach einer Bachelorarbeit mein Masterstudium anfangen. Ich habe aber schon früh gemerkt, dass ich nicht wieder zurückkomme. Dann wurden es 414 Tage in Afrika.

War dir von Anfang an klar, dass du einen Film machen wolltest?

Im Nachhinein könnte man das denken. Hätte ich den Film jedoch geplant, hätte ich mit der Kamera ganz anders gearbeitet. Dann wären die Aufnahmen nicht so authentisch rübergekommen. Der Film selbst ist dann auch erst jetzt, dreieinhalb Jahre nach der Reise, entstanden. Auch da gab es keinen Plan. Es hat sich einfach ergeben.

Wie hast du das eigentlich mit dem Equipment gemacht?

Wer in Freiburg ins Kino kommt, sieht auch meine Kamera. Das wird die Zuschauer überraschen. Die ersten drei Monate habe ich auch gar nicht gefilmt. Das Material ist von Daniel und Fabi, mit denen ich anfangs gereist bin. Ich habe erst angefangen zu filmen, nachdem ich schon vier Tage allein unterwegs war. Ich habe gemerkt, dass es mir gut tut, mit der Kamera zu sprechen. Ich habe die Kamera auch als Begleiterin liebgewonnen.

Was war der schönste Moment auf deiner Reise?

Am besten sind die Momente, in denen ich auf eine Situation stieß, von der ich nichts wusste. So war ich zum Beispiel an meinem Geburtstag bei den Pyramiden. Ich hatte sie vorher schon immer gesehen – und bin dann einfach rechts abgebogen, quer durch die Wüste gefahren, und dann war ich dort. Ich habe dort für zwei Nächte mein Lager errichtet.

In der Nacht vor meinem Geburtstag kam eine ganz kleine Eule angeflogen. Sie hat die ganze Nacht an meiner Schulter verbracht. Sie kam dann immer wieder her, flog auf die Pyramiden, zurück zu mir, und am darauffolgenden Tag hat sie mich och ein paar Kilometer meines Wegs begleitet. Das waren die Momente, in denen eine Berührung stattfand.

Solche Momente hatte ich auch mit Menschen. Ich war in einem Kriegsgebiet unterwegs und an Malaria erkrankt. Die Menschen dort haben mich aufgenommen und mir geholfen. Es waren also nicht Momente auf dem Fahrrad, sondern die wo Berührung stattfand.

Was waren schwierige Momente auf deiner Reise?

Am schwierigsten war für mich die Begegnung mit dem Alleinsein, die Begegnung mit mir. Ich hatte jahrelang Angst davor. Deshalb bin ich bisher nie alleine unterwegs gewesen. Eigentlich brauche ich diesen Austausch mit Menschen. Deswegen war es mir ein Grusel, dass meine Freunde wieder nach Hause gefahren sind und ich alleine durch die Wüste.

Hast du einen Rat, den du von deiner Reise weitergeben möchtest?

Ich werde kein Ratgeber sein. Ich finde es schöner, wenn die Leute den Film sehen und selber interpretieren. Ich finde, die eigene Meinung ist die stärkste. Meine Lebensweisheit ist: Ich persönlich liebe mein Leben sehr einfach. Ich versuche, ganz wenig zu planen und viele Dinge zu hinterfragen.

Auf meiner Reise habe ich zum Beispiel versucht, in ganz Afrika kein Wasser zu kaufen. Ich habe das nicht gemacht, um politisch aktiv zu sein, sondern ich wollte es einfach probieren. Dadurch kommt man auch viel mit Menschen in Kontakt. Allgemein bestand die ganze Reise nur daraus, dass ich nur die drei wichtigsten Dinge des Lebens brauchte: Nahrung, Wasser und ein Schlafplatz. Und das nehmen wir in unserem Leben hier sonst gar nicht mehr wahr.

Wie war es, wieder zurück in Deutschland zu sein?

Die Rückkehr nach Deutschland war heftig. Ich hatte das Alleinsein und Unabhängigsein perfektioniert und gemerkt, dass man die ganzen Sicherheitsfaktoren in Deutschland nicht braucht und was man ohne all diese Sicherheit erleben kann.

In Deutschland sprechen die Menschen auch immer von müssen. Ich frage dann: müssen sie das? Dann fragen mich die Menschen auch immer nach Sicherheit und Zukunft und ich habe bestimmt noch ein halbes Jahr gebraucht und eine Art innere Reise erlebt und darüber nachgedacht, warum ich weg bin und was ich erlebt habe.

Ich habe jetzt meine neuen Lebensweisheiten in meinen Alltag integriert. Seitdem schaffe ich es, von Woche zu Woche zu leben. Es gibt für mich keinen Plan.

Was machst du aktuell?

Ich bin auf Kinotour durch Deutschland. Letztes Jahr war ich Filmemacher und habe Regie für meinen Film geführt. Während der Tour merke ich, dass ich das Gespräch mit dem Publikum schön finde und mir der Austausch Spaß macht.

Würdest du noch einmal so eine Reise machen?

Nochmal würde ich so eine Reise nicht machen. Ich habe am Ende der insgesamt drei Jahre gespürt, dass es mich nicht mehr so reizt, so lange unterwegs zu sein. Auch das Fahrradfahren, wenn man so etwas so lange macht, dann kann man es und dann reicht es. Ich bin aber sehr dankbar für die Reise, dass es drei Jahre gut geklappt hat. Und jetzt spüre ich, dass andere Dinge warten.
Verlosung

fudder verlost unter allen Mitgliedern im Club der Freunde ein Mal zwei Tickets für die Premiere von "Anderswo. Allein in Afrika" im Friedrichsbau am Mittwoch, 16. Januar 2019 um 18.30 Uhr.

Jetzt Mitglied werden im fudder-Club. Um zu gewinnen, schicke eine E-Mail mit deinem Namen und dem Betreff "Allein in Afrika" an gewinnen@fudder.de.

Sollten keine Club-Mitglieder an der Verlosung teilnehmen, werden die Karten unter den restlichen Einsendungen verlost. Teilnahme ab 18 Jahren, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Einsendeschluss ist Mittwoch, 16. Januar 2019, um 12 Uhr. Die Gewinner werden per E-Mail benachrichtigt.

  • Was: Premiere von "Anderso. Allein in Afrika"
  • Wann: Mittwoch, 16. Januar, 18.30 Uhr
  • Wo: Friedrichsbau Freiburg
  • Eintritt: 8 Euro