Anschlag mit scharfer Handgranate auf Flüchtlingsheim in Villingen

fudder-Redaktion

"Das ist eine neue Qualität", sagt die Polizei: Unbekannte haben eine scharfe Handgranate auf das Gelände einer Flüchtlingsunterkunft in Villingen geworfen. Entschärfer sprengten die Granate, Menschen kamen nicht zu Schaden.



Eine scharfe Handgranate landete in der Nacht zum Freitag auf dem Gelände der sogenannten bedarfsorientierten Erstaufnahmestelle im Schwarzwald-Baar-Kreis. 176 Menschen leben dort. Der Splint, mit dem solche Sprengkörper gesichert werden, war gezogen, die Granate explodierte jedoch nicht. Menschen kamen nicht zu Schaden.


Sprengung hinter Strohballen

Ein Sicherheitsmann bemerkte die Granate gegen 1.30 Uhr auf dem Boden und alarmierte die Behörden. Die Polizei sperrte das Gelände und angrenzende Straßen weiträumig ab. Gegen 5 Uhr fuhr dann ein Landwirt mit Strohballen vor. Diese lud man ab und positionierte sie um die Granate. Entschärfer des LKA aus Stuttgart sprengten sie, ein dumpfer Knall war zu hören. Die Polizei richtete eine Sicherheitszone ein und musste dafür 20 Bewohner in ein anderes Gebäude verlagern.

"Zu Typ und Sprengkraft der Handgranate können wir noch nichts sagen", so Thomas Kalmbach, Pressesprecher beim Polizeirevier Tuttlingen. "Die Wirkung der Granate war aber so stark, dass wir von einem Anschlag sprechen." Es habe immer mal wieder kleinere Polizeieinsätze wegen Körperverletzungen in der BEA Villingen gegeben, "allerdings nicht in dieser Brisanz", sagt Kalmbach. "Das ist eine neue Qualität." Hinweise zum Täter gebe es noch nicht. "Der oder die Täter werden aber eher nicht zur Gruppe 'Refugees Welcome' gehören", meint Kalmbach.

Derzeit suchen Ermittler die Umgebung des Tatorts nach Beweisen ab. Eine Sonderkommission hat die Ermittlungen übernommen. Die Sprengstoffexperten in Stuttgart erstellen ein Gutachten über die gefundene Handgranate. Einzelheiten will die Polizei im Laufe des Vormittages mitteilen.

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[Foto: dpa]