Ankunft bei den Pyramiden (7)

David Lohmüller

Dies ist die letzte Folge des Nahost-Reiseblogs von David und Raphael. Sie erreichen, wie geplant, die Pyramiden bei Alexandria. Davor gönnen sie sich einen Segeltörn auf dem Nil.



Auf dem Nil

Eine Feluka, so nennt man die kleinen, einfachen Segelboote, die schon seit jeher auf dem Nil rumschippern und von denen auch heute noch unzählige am Ufer von Assuan rumdümpeln. Teilweise scheinen diese Schiffchen noch direkt aus pharaonischer Zeit herzustammen und sie locken mit einem Erlebnis längst versunkener Zeiten: einer Nilfahrt, fernab der lauten Welt der grünen Wüstenschneise.

Es ist überflüssig zu erwähnen, dass wir uns das natürlich nicht entgehen lassen konnten, und so fanden wir uns am Tag nach unserer ruhmreichen Staudammbesichtigung auf Captain Atars Feluka wieder. Die Crew wurde ergänzt durch zwei lässige Australier und einen Engländer und SCHWUPS, schon konnte er losgehen, unser unkonventioneller Rückweg von Assuan nach Luxor.

Es dauerte wirklich nicht lange, bis uns das stete Kreuzen der Feluka um den optimalen Wind, das wechselseitige Aufblähen des Dreiecksegels und die Wogen des Nilstroms in seinen friedlichen Bann gezogen hatte. Diese ungewöhnliche Stille und die einzigartige Atmosphäre schien nicht nur mir eine liebgeschätzte Wohltat gewesen zu sein und so wurde eigentlich kaum gesprochen während der Fahrt. Besonders eindrucksvoll war es dann, als die Nacht hereinbrach. Nilabwärts, die Füße im Wasser baumelnd und den Nordwind im Haar - ein bleibender Moment.

Heiter und gesprächig wurde es erst wieder, als Captain Atar unsere hungrigen Mägen mit einem leckeren ägyptischen Eintopf gefüllt hatte. Bei ein paar Dosen Stella Bier und Gitarre ließen wir in geselliger Runde den langen Tag ausklingen, bevor uns der selige Felukaschlaf schließlich alle nach und nach abholte.



Alexandria

Nachdem wir uns gleich noch am selben Abend unserer Feluka Rückkehr für den Nachtzug nach Alexandria eingeloggt hatten, sind wir nun schon fast am Ende unserer Reise angelangt. Neben der berühmten Bibliothek, die mehr dem Todesstern aus Star Wars gleicht als einer Büchersammlung, gibt es in dieser tollen und jung gebliebenen Universitätsstadt vor allem noch das Mittelmeer zu "besichtigen".

Hier genießen wir derzeit unsere letzten gechillten Sommertage, bevor es schließlich zu den Pyramiden gehen wird.



Hesse: Reiselied

Sonne leuchte mir ins Herz hinein, Wind verweh mir Sorgen und Beschwerden! Tiefere Wonne weiß ich nicht auf Erden, Als im Weiten unterwegs zu sein.

Nach der Ebne nehm ich meinen Lauf, Sonne soll mich sengen, Meer mich kühlen; Unsrer Erde Leben mitzufühlen Tu ich alle Sinne festlich auf.

Und so soll mir jeder neue Tag Neue Freunde, neue Brüder weisen, Bis ich leidlos alle Kräfte preisen, Aller Sterne Gast und Freund sein mag.