Angst, Wut, Ratlosigkeit: Freiburg hat ein Kriminalitätsproblem

fudder-Redaktion

In Freiburg häufen sich gewaltsame Überfälle, an Schulhöfen wird mit Heroin gedealt: Polizei, Politiker und Bürger wissen nicht wirklich, wie sie das Problem anpacken sollen.



Die Mutter sitzt in der ersten Bank der Herz-Jesu-Kirche und beschreibt ihre Ängste: "Ich will wieder einmal schlafen können, bevor mein 18-jähriger Sohn zu Hause ist." Dass sie derzeit vorher nicht schlafen kann, hat seine Gründe. Am Abend des Gründonnerstags hat die Frau mitbekommen, wie acht Angreifer einen 15-Jährigen niedergeschlagen haben.


Der Tatort lag an der Freiburger Stadtbahnbrücke, 150 Meter entfernt von der Herz-Jesu-Kirche am Stühlinger Kirchplatz, in der sich an diesem frühen Abend die rund 25 Bürgerinnen und Bürger zum runden Tisch treffen. Diese Überfälle sind ein Problem. Aber nicht das einzige.

Wie sicher ist Freiburg noch?

Wie sicher ist Freiburg noch? Diese Frage wird gerade heiß diskutiert, nicht nur im Stadtteil Stühlinger. Was geschieht da gerade in der Stadt, die sich zwischen Gässle, Bächle, Liegefahrrädern und Hightech-Forschung so gerne als liberalste aller Städte sieht? Dabei trägt Freiburg schon lange den Titel des kriminellsten Fleckens in Baden-Württemberg. Umgerechnet auf die Einwohnerzahl passieren in Freiburg fast 20 Prozent mehr Straftaten als in Mannheim, Karlsruhe und Stuttgart.

Und nun gibt es diese Serie an Diebstählen vor allem in der Altstadt. Es gibt die Überfälle. Und es gibt eine neue Ermittlungsgruppe der Polizei, die sich darum kümmert. Die Ermittler haben für eine Reihe von Diebstählen – es geht um das Abziehen von Handys und Bargeld – eine bestimmte Gruppe als Täter ausgemacht.