EHC Freiburg

An der Uni Freiburg kannst Du jetzt Eishockey studieren

Isabella Decker

Eishockey als Lehrveranstaltung: Seit diesem Wintersemester können Studierende der Uni Freiburg die Übung "Inline- und Eishockey" wählen. Das Sportinstitut arbeitet dafür eng mit dem EHC Freiburg zusammen – dort geht es auch aufs Eis.

Das Training

Nach einem kurzen Einlaufen wird zunächst die Bremstechnik geübt und verschieden Drills mit und ohne Puck durchgeführt. Es folgen Angriffsübungen aufs Tor zunächst ohne und dann auch mit Verteidigung. Die Übungen kannten die Studierenden bereits aus den Einheiten auf Inlinern und konnten diese im Transfer auf dem Eis schnell umsetzten. Zwischendurch trifft sich die Gruppe immer mal wieder am Spielfeldboard, um den Erklärungen des Leiters zu lauschen und Fragen zu den einzelnen Techniken zu stellen.

Zum Abschluss ist noch Zeit zum freien Spielen, was die Studierenden genießen. Die Studierenden überzeugen mit einem flüssigen Spielverlauf und einem hohen Fokus auf das Training. "Die Studenten haben einfach Bock und wollen richtig Gas geben", sagte Rütschle. Dieser ist von den schnellen Fortschritten der Teilnehmer im Vergleich zur ersten Einheit auf dem Eis begeistert.

Der Kurs

Der Kurs "Inline- und Eishockey" ist eine sportpraktische Übung für Studierende der Sportwissenschaft. Er ist Teil des Moduls Wahlsportarten, das von jedem Sportstudierenden abgeschlossen werden muss. Hiervon müssen je nach Studiengang mehrere Module belegt werden. Dadurch sollen den Studierenden unterschiedlichste Sportarten in Theorie und Praxis nähergebracht werden. Das Sportinstitut der Uni arbeitet dabei eng mit dem EHC Freiburg zusammen.

Die Übung setzt sich aus zehn wöchentlichen Einheiten, in denen das Inlinehockey in der Halle trainiert wird, und vier Sitzungen auf dem Eis in der Franz-Siegel-Halle des EHC zusammen. Ursprünglich waren maximal 20 Plätze für das Modul vorgesehen, da die Leiter von den 23 Bewerbern niemanden ablehnen wollten, wurden alle Interessierten zum Kurs zugelassen: Sieben Studentinnen und 16 Studenten.

Der Leiter

Geleitet wird das Modul unter anderem von Felix Winterhalder, welcher als Studienkoordinator des Instituts für Sport und Sportwissenschaft überwiegend die logistischen und koordinatorischen Aufgaben übernimmt und dem 27-jährigen Jakob Rütschle. Der Lehramtsstudent der Fächer Englisch und Sport wird im Mai mit dem Sportexamen sein Studium beenden und verfügt durch seine sportliche Laufbahn über das nötige Eishockey Know-How. Als gebürtiger Mannheimer trat Rütschle mit 13 Jahren in den Eishockeyverein ein und bezeichnet sich seitdem selbst als "eishockeyverrückt".
Zum Studieren hat es ihn dann nach Freiburg verschlagen, wo er heute in der 2. Mannschaft des EHC Freiburg spielt.

Die Umsetzung

Um den Kurs zu realisieren, wurden die Initiatoren vor eine finanzielle Herausforderung gestellt. Eine enge Zusammenarbeit mit dem EHC, der die Halle und die Schuhe zur Verfügung stellt, war ein wichtiger Faktor. Hinzu kommt, dass die Teilnehmer das Eishockeyequipment der Badenova benutzen, das diese für ihre Angestellten für Firmenevents angeschafft hat. Studierende auf Kufen gibt es nicht oft in der deutschen Hochschullandschaft, als Lehrveranstaltung ist das Angebot gar einzigartig.

Den logistischen Aufwand und die 30 Euro Teilnehmergebühr nehmen die Studierenden in Kauf, um das Beste aus der Zeit auf dem Eis rauszuholen. Die Zukunft des "Inline- und Eishockey"-Moduls hängt allerdings noch in der Schwebe und ist abhängig von dem Werdegang Rütschles, der zu Beginn 2019 sein Referendariat beginnt und noch nicht weiß, wo es ihn hin verschlagen wird.

Die Studierenden

Die buntgemischte Truppe setzt sich aus Sportstudierenden unterschiedlicher Semester zusammen. Keiner der Studierenden hatte vor dem Kurs Eishockey-Erfahrungen. Jakob Rütschle ist mit dem Engagement seiner Schützlinge sehr zufrieden. Der bald examinierte Lehramtsstudent lobt das enorme Interesse und die schnelle Umsetzung der Teilnehmer. "Was man mit Sportstudenten in einer Stunde macht, dafür bräuchte man in der Schule zehn", sagt Rütschle, "das Grundspielverständnis ist einfach bei allen da."

Auch die Studierenden sind begeistert von dem außergewöhnlichen Angebot. "Tischtennis oder so kann man immer mal spielen, aber die Gelegenheit zum Eishockeyspielen bekommt man nicht jeden Tag", sagt der 24-jährige Moritz. Auch die 24-jährige Nora ist begeistert, wie einfach es die Uni für die Studierenden macht "in eine so tolle Randsportart reinschnuppern zu können".



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