In Erinnerung

An der Dreisam wurde ein Gedenkstein für Maria Ladenburger aufgestellt

BZ-Redaktion

Knapp drei Jahre nach dem Mord an Maria Ladenburger an der Dreisam wurde in der Nähe des Tatorts ein Gedenkstein für sie aufgestellt. Er soll für Hoffnung und Mitmenschlichkeit stehen.

Knapp drei Jahre nach dem Mord an Maria Ladenburger an der Dreisam wurde in der Nähe des Tatorts ein Gedenkstein für sie aufgestellt. 2016 war die damals 19-jährige Studentin von einem afghanischen Flüchtling getötet worden.


Die Anregung für einen solchen Gedenkstein kam vom Freundeskreis von Maria Ladenburger und Hochschulseelsorger Pfarrer Bruno Hünerfeld. Die Familie der Studentin habe mit Hilfe der Stadt die Fertigung in Auftrag gegeben, heißt es in einer Pressemitteilung des Rathauses.
Der Fall Maria Ladenburger

Eine Joggerin fand die getötete Studentin Maria Ladenburger am Morgen des 16. Oktober 2016 in der Dreisam – die 19-Jährige war Opfer eines Sexualverbrechens geworden. Nach sieben Wochen dauernden Ermittlungen nahm die Polizei Freiburg Hussein K. fest – einen nach eigenen Angaben minderjährigen Flüchtling aus Afghanistan. Am 5. September 2017 begann der Prozess gegen K. vor dem Landgericht Freiburg. Das Urteil wurde nach 24 Verhandlungstagen am 22. März 2018 gefällt: Gegen Hussein K. wurde die Höchststrafe verhängt.

Dossier: Alle Texte zu dem Fall in der Übersicht.

Der Gedenkstein ist in der Nähe des Baumes am Ottiliensteg zu finden, wo bisher mit Blumen und Kerzen an die junge Frau gedacht wird. " Nun soll der schlichte, naturbelassene Gedenkstein zusätzlich an Maria erinnern", so die Stadtverwaltung.

"Möge der schlichte Stein die Menschen dieser Stadt an Maria erinnern und für Hoffnung und Mitmenschlichkeit stehen." Friederike und Clemens Ladenburger
"Wir sind dankbar dafür, dass so viele Menschen Maria weiter in ihrem Herzen tragen", werden Marias Eltern, Friederike und Clemens Ladenburger, zitiert. "Maria durfte in Freiburg ein schönes Studienjahr erleben. Möge der schlichte Stein die Menschen dieser Stadt an Maria erinnern und für Hoffnung und Mitmenschlichkeit stehen."



Friederike und Clemens Ladenburger haben im Gedenken an ihre getötete Tochter im Frühjahr 2018 die "Maria-Ladenburger-Stiftung" gegründet. Die Stiftung unterstützt Studierende an der Universität Freiburg in schwierigen Lebenslagen. Dies schließt ausdrücklich auch ausländische Studierende ein.

Für Nächstenliebe, gegen Hass

Für ihr Stiftungsengagement wurde dem Ehepaar Ladenburger im März 2019 der Bürgerpreis des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger verliehen. Damit sei die große Geste der Eltern für Nächstenliebe und Toleranz und gegen Hass und Hetze gewürdigt worden, so die Stadtverwaltung.

"Der Stein dient nicht ausschließlich dem Gedenken, sondern mahnt uns zugleich, wie auf Gewalt und Hass mit Toleranz und Menschlichkeit begegnet werden kann", wird Oberbürgermeister Martin Horn zitiert. Auch das Erzbistum hat sich mit einer Spende an dem Gedenkstein beteiligt.

Maria Ladenburger hatte an der Universität Freiburg Medizin studiert und sich in der Studenteninitiative "Weitblick" für ein Schulprojekt in Afrika engagiert. Während ihres Studiums lebte sie in dem katholischen Studierendenwohnheim Thomas-Morus-Burse und war dort in der Hochschulgemeinde aktiv.