Am Sonntag sind im Theater drei Nachwuchs-Opernsänger aus Freiburg zu sehen

Maleen Thiele

Am Sonntag zeigen drei junge Freiburger Opernsänger im Theater ihr Können. fudder hat mit der Sopranistin Amelie Petrich über ihre Leidenschaft zur Oper gesprochen – und erfahren, warum manche Sänger vor dem Auftritt keine Schokolade essen.

Amelie, unsere Generation hat ja häufig nicht mehr so viele Schnittstellen mit der Oper. Was begeistert dich persönlich an der Oper?

Amelie Petrich: Ich komme aus einer Musikerfamilie und bin dadurch schon in meiner Kindheit mit klassischer Musik in Kontakt gekommen. Für mich war daher schon relativ früh klar, dass ich Gesang studieren möchte. Die Oper finde ich spannend, weil sie Geschichten erzählt, die schon vor langer Zeit geschrieben worden sind, aber trotzdem häufig noch aktuell sind.

Wie kann man sich eine Ausbildung zum Opernsänger beziehungsweise Opernsängerin vorstellen?

Im Studium ist es so, dass wir hauptsächlich Einzelunterricht haben. Dann gibt’s natürlich noch ganze viele verschiedene andere Unterrichtsformen. Zum Beispiel Klavierunterricht, Schauspielunterricht und dann natürlich auch die ganzen Fächer wie Musiktheorie, Musikwissenschaft oder Blattlesen. Also alles, was einen auf den späteren Bühnenauftritt vorbereitet.

Was kann man sich unter dem Opernstudio vorstellen, bei dem du mitmachst?

Das Opernstudio ist eine studiengangähnliche Kooperation zwischen der Musikhochschule und dem Theater Freiburg. Der Studiengang wird auch als Meisterklasse bezeichnet und kann erst nach einem abgeschlossenen Master begonnen werden. Somit stellt das Opernstudio eine Schnittstelle zwischen Studium und Berufsleben dar. Neben dem Konzert arbeiten wir auch bei verschiedenen Produktionen des Theaters mit - so zum Beispiel hatte ich meine Premiere mit dem Stück Angels in America.

Was sind die Schwierigkeiten am Opernsingen?

Da unser Instrument die Stimme ist und somit immer bei uns ist, können wir zwischendrin nicht einfach sagen: So jetzt packe ich sie weg, um sie zu schonen. Wir müssen auch im Alltag auf unsere Stimme achten. Zum Beispiel essen manche vor dem Auftritt keine Schokolade, weil diese den Hals verschleimen kann.

Wie ist das Konzert am Sonntag aufgebaut?

Das Konzert ist ein normales Konzert ohne Inszenierung. Jeder hat sich im Prinzip seine Lieblingsarien ausgesucht. Jedoch haben wir alle ein unterschiedliches Stimmfach. Jongsoo Yang singt als Mann die Bassstimme. Irina Jae Eun Park und ich singen beide im Sopran. Sie singt jedoch eher lyrische Arien.

Besonders toll ist es für uns, dass das Philharmonische Orchester uns begleitet. Am Sonntag werden wir nicht eine superlange Oper aufführen, sondern die Highlights aus verschiedenen Opern darbieten. Ich denke, dass das Konzert keine bestimmte Zielgruppe hat. Auch für die Leute, die ein bisschen in die Oper reinschnuppern wollen, ist es auf jeden Fall etwas.

Was wäre deine absolute Traumbesetzung?

Die Sophie in der Oper der Rosenkavalier von Richard Strauß würde ich gerne mal singen.
Zur Person

Amelie Petrich, geboren in Hagen, Nordrhein-Westfalen, ist seit der Spielzeit 2017/2018 Mitglied im Opernstudio des Theater Freiburg. Bereits während ihres Gesangstudiums in Mannheim war sie mit Gastverträgen an verschiedenen Theatern engagiert. So zum Beispiel sang sie im Theater Baden-Baden die Zanetta im Stück die Prinzession von Trapezunt. Ihre Premiere im Theater Freiburg hatte sie mit dem Stück Angels in America.

Was: Opernstudio Live
Wann: Sonntag, 25. März 2018, 12 Uhr
Wo: Theater Freiburg, Großes Haus, Bertoldstraße 46
Eintritt: ab 8 Euro (für Schüler und Studenten)
Web: Facebook-Veranstaltung

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