Fankultur

Junge Sportclub- und Leverkusen-Fans machen gemeinsame Choreo

Hanno Müller

Fairness im Fußball - dafür möchte sich der Füchsle- und Jugendclub des SC Freiburg zusammen mit dem Fanprojekt Freiburg am Sonntag einsetzen, wenn der SC Freiburg Leverkusen trifft.

Die beiden Organisationen haben deshalb eine Choreographie erarbeitet, die sie zusammen mit dem Jugendclub von Bayer 04 umsetzen möchten. An dem Projekt beteiligen sich insgesamt 45 Kinder zwischen elf und 17 Jahren. "Das ist ein starkes Zeichen, das ihr setzen und beeinflussen könnt", sagt Niklas Ziegler: "Es geht nicht darum, den moralischen Zeigefinger zu heben, sondern zu zeigen, was Vereine und Fans gemeinsam umsetzen können." Der 33-Jährige trägt eine graue Sweatjacke mit dem Logo des SC Freiburg und darunter ein rotes SC-Trikot. Rund 30 Jungen und Mädchen des Füchsle- und Jugendclubs sitzen auf Bierbänken und Sofas im Fanprojekt Freiburg an der Schwarzwaldstraße, hören Ziegler schweigend zu und blicken auf seine Präsentation, die ein Beamer auf die Wand projiziert.


Ziegler, der sieben Jahre lang als Trainer des FT 1844 Freiburg arbeitete, spricht mitreißend und enthusiastisch. Zusammen mit dem 30-jährigen Tobias Rauber leitet er beim SC Freiburg die Abteilung für gesellschaftliches Engagement seit ihrer Gründung im Oktober 2015. Immer wieder bezieht er die Kinder mit ein und appelliert an ihren Teamgeist: "Investiert Hirnschmalz und tragt zusammen, was ihr gemeinsam auf die Bühne bringen wollt!"

Nach dieser Motivationsrede setzen sich die Kinder und Jugendlichen in kleinen Gruppen zusammen, um Konzepte für Sprüche, Bilder und Banner zu entwerfen, die die Zuschauer im Schwarzwaldstadion am Sonntag hoch halten sollen. Dabei können sie auf Folien und Pappkarten in verschiedenen Farben zurückgreifen.

Choreo über die ganze Osttribüne

In der Saison 2013/14 bestand die Choreographie, die der Füchsle- und Jugendclub einmal im Jahr zusammen mit dem Fanprojekt Freiburg organisiert, aus einem weißen Herzen auf rotem Hintergrund, mit je einem Spruchband darüber und darunter. Ebenfalls weiß auf rot stand oberhalb des Herzens "Emotionen pur" und unterhalb "Danke für 41 x Herzrasen!" Die Choreographie reichte über die ganze Osttribüne.

"Vom Breisgau bis zum Niederrhein – faire Fans, das sollte sein." Junge Fans
Jeremy Boateng ist 14 Jahre alt und spielt selbst er Fußball als Sechser bei der Spielvereinigung Gundelfingen. Er möchte die gemeinsame Gründungszeit von Bayer 04 und dem SC betonen: "Leidenschaft seit 1904", lautet seine Spruchidee. Ihm ist es wichtig, dass beide Teams immer mit dem Herzen dabei sind. In einer anderen Gruppe sitzt Diana Moritz. Die 16-jährige, die bis zu ihrer Knieverletzung beim FC Wolfenweiler-Schallstadt gespielt hat, versucht sich in einem Wortspiel. "Wir l(i)eben Fußball", lautet ihre Idee und aus einer anderen Gruppe erklingt der Reim: "Vom Breisgau bis zum Niederrhein – faire Fans, das sollte sein."

An Ideen fehlt es den jungen Teilnehmern und Teilnehmerinnen nicht. Falls die Ideenschmiede doch einmal in Stolpern gerät, geben die Betreuer von der Abteilung für gesellschaftliches Engagement oder dem Fanprojekt neue Denkanstöße.

15 Kinder und Jugendliche aus Leverkusen

Das Fanprojekt Freiburg vertritt Katharina Haberstock. Die 30-jährige ist gelernte Sozialarbeiterin und betont den Kooperationsgedanken der diesjährigen Choreographie: "Dieses Jahr ist besonders, da der Jugendclub von Bayer 04 mit dabei ist." Teen 04 heißt dieser Club, der am Sonntag mit 15 Kindern und Jugendlichen anreist, um die Choreographie mit vorzubereiten. Dann müssen die jungen Teilnehmer die Papptafeln auf den Plätzen verteilen und die Spruchbänder fertigmachen. Wie die Choreographie letztendlich aussieht, soll ein Geheimnis bleiben, sagt Niklas Ziegler, "damit die Zuschauer überrascht werden." Lediglich so viel sei verraten: Das Thema wird Fairness im Fußball sein.