Holocaust-Gedenktag

Am Sonntag lädt die Stadt zu einem Vortrag über Bildende Kunst im Freiburg der NS-Zeit

BZ-Redaktion

Am kommenden Samstag ist Holocaust-Gedenktag. Die Stadt Freiburg lädt zu einem Vortrag ins Historische Kaufhaus. Das Thema: Kunst im Freiburg der NS-Zeit.

Seit 1996 ist der Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz am 27. Januar 1945 der offizielle deutsche Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus. Zu diesem Anlass lädt die Stadt Freiburg im Namen aller Veranstalter am Sonntag, 28. Januar, um 19.30 Uhr in den Kaisersaal des Historischen Kaufhauses am Münsterplatz ein.


"Entartete" Kunst wurde beschlagnahmt

Im Zentrum steht unter dem Titel "Verfolgung, Anpassung, Rückzug" die Bildende Kunst im Freiburg der NS-Zeit. Die Ausstellung "Nationalsozialismus in Freiburg", die im Augustinermuseum von November 2016 bis Oktober 2017 zu sehen war, hat einen Überblick über das Leben in Freiburg in der NS-Zeit gegeben. In zwei begleitenden Publikationen, dem Ausstellungskatalog und im Band 12 der Schriftenreihe der "Badischen Heimat", werden verschiedene Themen vertieft. In Fortführung und Erweiterung dazu beleuchtet der Vortrag der Kunsthistorikerin Antje Lechleiter die nationalsozialistische Politik in Sachen Bildende Kunst und ihre Umsetzung in Freiburg.

Einig waren sich die Nazis in der Ablehnung moderner Kunst, lange war jedoch unklar, wie die "neue, deutsche Kunst" auszusehen habe. Auch die Beschlagnahmungsaktion von Kunstwerken, die als "entartet" stigmatisiert wurden, lässt Fragen offen. Dass dabei oft auch Geltungssucht und Rachegelüste eine Rolle spielten, wird am Beispiel des Augustinermuseums anschaulich gemacht.

Wie bildende Künstler mit der Entlassung aus ihren Lehrämtern und der Entfernung ihrer Werke aus der Öffentlichkeit umgingen, zeigen die Biografien von Rudolf Grossmann und Julius Bissier. Gemeinsam mit Adolf Riedlin befanden sie sich unter den 34 Künstlern, von denen Gemälde und Grafiken aus der Freiburger Sammlung beschlagnahmt wurden. Exemplarisch werden die Schicksale dieser drei Künstler beleuchtet.
  • Was: Vortrag "Verfolgung, Anpassung, Rückzug"
  • Wann: Sonntag, 28. Januar 2017, 19.30 Uhr
  • Wo: Kaisersaal des Historischen Kaufhauses am Münsterplatz
  • Eintritt: frei