Am Sonntag ist Kleidertausch-Flohmarkt in Vauban

Anna Germek

Du hast einen gut erhaltenen, getragenen Pullover, den Du nicht mehr willst – und brauchst eine Winterjacke? Der Kleidertausch-Flohmarkt könnte helfen. Hier sind 5 Antworten von der Veranstalterin.

Der Kleidertausch-Flohmarkt findet diesmal in Vauban statt. Du bringst saubere Kleidung, Schuhe und Accessoires für Herbst und Winter mit. Getauscht wird ohne Geld oder Gegenwert. In der Auswahl findest Du vielleicht das eine oder andere neue Lieblingsstück. Ein schöner Nebenaspekt: Was übrig bleibt, wird für einen guten Zweck gespendet. Ein Stück Kuchen oder ein Glas Sekt mit der Freundin kannst Du zu fairen Preisen genießen, um die Wartezeit zu überbrücken.

Die Tänzerin und Tanzpädagogin Renate Müller-Procyk (57) hat schon etwa 20 Flohmärkte veranstaltet, seit über zehn Jahren, erst allein, später zusammen mit Schneiderin und Upcyclerin Silvia Kurz. Seitdem wachse und wachse der Kleidertausch-Flohmarkt.

Jedes Jahr finden zwei Märkte statt: Einer im Frühjahr, einer im Herbst – mit der entsprechenden Kleidung. 8 bis 10 Helfer unterstützen die beiden dabei, indem sie Kleidungsstücke vorsortieren. Auch eine Beraterin mit einem guten Auge für Stil ist dabei.

"Sich gegenseitig helfen, beschenken und großzügig sein."


Fudder: Was ist das Besondere am Kleidertausch-Flohmarkt?
Müller-Procyk: Es gibt keine Begrenzung, wie viel man mitbringt oder mitnimmt. Es geht uns darum, sich gegenseitig zu helfen, zu beschenken und großzügig zu sein. Viele haben doch einen riesengroßen Kleiderschrank mit Sachen, die sie bestimmt schon 3 Jahre lang nicht mehr an hatten. Mit diesen Kleidern kann man vielleicht jemand anderen beglücken. Schön ist auch, dass man sich unter Frauen gegenseitig ermutigen und inspirieren kann. Dann nimmt man eben mal einen Minirock mit und wenn er doch nicht gefällt, bringt man ihn zum nächsten Kleidertausch wieder mit.

Fudder: Wie ist die Nachfrage?
Müller-Procyk: Es gab immer mehr Nachfrage, als wir bewältigen konnten. Daher sind wir jetzt nach Vauban umgezogen, vorher waren wir auch schon im Café POW. Das Publikum ist total gemischt. Zum Beispiel kommen viele Mütter mit ihren Kindern. Auch für Jugendliche mit kleinem Taschengeld ist das interessant. Oder wenn eine Mutter ein Hugo-Boss-Stück hat, das sie zur Konfirmation des Kindes gekauft und seitdem nie mehr getragen hat.

Fudder: Wie ist das Feedback?
Müller-Procyk: Phänomenal. Die Frauen sagen: Wir finden es so toll, dass ihr das macht. Und es ist auch ökologisch sinnvoll. Gerade in Freiburg kommt das gut an.

Fudder: Haben Sie in den letzten Jahren etwas Ungewöhnliches erlebt?
Müller-Procyk: Es gab jemanden, der Kleidung für einen Flohmarkt eingesteckt hat. Oder auch Personen, die kommen und einfach nur mitnehmen. Das geht natürlich nicht. Die Idee ist schließlich: geben und nehmen.

Fudder: Welche Motivation als Veranstalterin haben Sie?
Müller-Procyk: Es macht einfach Spaß. Wir verdienen dabei nichts. Natürlich werden wir so auch bekannt: Ich mit dem Tanzstudio und Silvia als Schneiderin, aber das ist nur am Rande wichtig. Gerade der Aspekt der Nachhaltigkeit bedeutet mir viel. Ich kenne eine Statistik, die besagt: Jede Frau kauft etwa fünf neue Kleidungsstücke im Monat. Allein wie viele tausende Liter Wasser man braucht, um die herzustellen, ist Wahnsinn. Und unter welchen Bedingungen auch Markenklamotten hergestellt werden! Und wir können uns beschenken, ohne dass es uns etwas kostet.
  • Was: Kleidertausch-Flohmarkt
  • Wo: Alfred-Döblin-Platz 1, Im Haus037 über dem "Süden", Vauban
  • Wann: Sonntag, 11. September, ab 14 Uhr
  • Eintritt: 4 Euro, nur Tageskasse
  • Anreise: mit dem Auto schwierig, da es keine richtigen Parkplätze vor dem Haus gibt. Benutzung von Straßenbahn, Fahrrad, etc. ist empfehlenswert