Am Samstag eröffnet die Ausstellung "Ostexot" in der hilda5

Simon Voss

Ab Samstag läuft im Kulturaggregat hilda5 die Ausstellung Ostexot des Künstlers Christian Manss. Auf Gemälden, Songs und durch Videos werden Themen wie Identität und Fremdwahrnehmung behandelt.

In der Ausstellung wird das Projekt "Ruhepuls" zum ersten Mal in Freiburg zu sehen sein. Dafür hat sich der Künstler etwas Besonderes einfallen lassen: "Zunächst habe ich auf Deutsch fünf Texte geschrieben. Die habe ich dann eingesprochen und ohne Erklärung dem englischen Musikproduzenten Stephen Abrehart aus Prag gegeben, der den Inhalt gar nicht verstand und ihn dazu fünf Songs schreiben lassen. Danach bekamen fünf Videokünstler die Songs vorgelegt und haben fünf Video daraus gemacht. Und zu diesen fünf Videos habe ich dann wiederum fünf Bilder gemalt. Am Ende wurden dem Ganzen dann noch zwei verschiedene englischsprachige Übersetzungen gegenübergestellt."



Das Besondere an diesem Ansatz ist für Manss das "Loslassen". So bekam keiner der Künstler Feedback, bis sein Produkt vollständig fertig war. "Dadurch gibt es keine Kontrollinstanzen. Jeder Künstler ist für sein Produkt selbst das Korrektiv. Das war wichtig, gerade weil ich selbst so ein Kontrollfreak bin", so Manss.

Neben "Ruhepuls" wird die Bilderserie "Clear" ausgestellt, an welcher der Künstler schon seit 2013 arbeitet.

Das Thema der Ausstellung ist schwierig zu erfassen. Laut Manss geht es vor allem um den Widerspruch zwischen Realität und Identität. "Ich selbst komme aus Eisenach in Thüringen. Heute leben meine Frau und ich in Dresden. Dadurch wird einem schon einmal von außen eine bestimmte Identität zugewiesen. Dabei verbringen wir im Jahr nur etwa drei Monate in Dresden und sind ansonsten zwischen Ausstellungen, Stipendien und Projekten in der ganzen Welt unterwegs."

Der Titel "Ostexot" kann somit auf verschiedene Weise verstanden werden. Zum einen als Fremdwahrnehmung des aus Ostdeutschland stammenden Künstlers und zum anderen als Zeichen, dass er eben auch im Osten eine Art Exot ist, da er sich auch dort nie ganz zu Hause gefühlt hat.
Christian Manss wurde 1978 in Eisenach geboren. Bis 2007 studierte er in Leipzig und lebte bis 2010 in Zürich. Von 2012-2015 wohnt und arbeitet der Künstler in Dresden und Oberhausen, wo er ein Atelierstipendium des Museum Ludwig-Galerie Schloss Oberhausen und der Stadt für 3 Jahre erhalten hat. Christian Manss stellte bisher in Südkorea, der Schweiz, Österreich, Deutschland, England, Frankreich, Polen und den USA aus.

Was: Ausstellung: Ostexot

Wann: 8. bis 25. April 2018, Vernissage: 7. April 2018, um 18 Uhr

Wo: hilda 5, Hildastraße 5

Facebook-Veranstaltung: OSTEXOT – Vernissage