Am Montagabend hat das Broadway-Musical "Lady in the Dark" Premiere an der PH

Paula Kühn

Es geht um Burnout und Auseinanderfallen des eigenen Lebenssinns. Mit Gesang und Tanz widmet sich Eva Melanie Latini dem Thema und inszeniert das Kurt Weills Musical "Lady in the Dark". Am heutigen Montagabend ist Premiere.

Das Stück "Lady in the Dark" erzählt die Geschichte einer ganz bestimmten Frau und ist doch gleichzeitig die Geschichte vieler Menschen. Denn es geht um ein Thema das längst in der Mitte unserer Gesellschaft angelangt ist, deswegen aber noch keineswegs einfacher geworden ist. Es handelt vom Burnout und dem Auseinanderfallen des eigenen Lebenssinns.


Ein Musical über Burnout – und die Suche nach dem Leben, das man wirklich will

Liza Eliot ist eine "burschikose Frau", wie die Reggiseurin Eva Melanie Latini sagt, die sich im Laufe der Zeit alles Empfindsame abgewöhnt hat und "zu einer Art Maschine" geworden ist. Auf diese Weise hat sie sich zur Chefredakteurin einer renommierten Modezeitschrift hoch gearbeitet, bleibt jedoch im Privaten auf der Strecke und stürzt schließlich in eine schwere Lebenskrise. Undefinierbare Ängste und das Auseinanderfallen ihres Daseins treiben sie schließlich auf die Coach eines Psychotherapeuten.

In vier Traumsequenzen wird sie hier mit ihrem eigenen Innen konfrontiert: Mit ihren unerfüllten Wünschen und Hoffnungen, mit ihren Ängsten und Zweifeln und ihrer Unfähigkeit sich zu entscheiden. Und schließlich mit ihrer Vergangenheit, ihrer Kindheit und der Erfahrung immer im Schatten ihrer brillierenden Mutter zu stehen.

"Lady in the Dark" sei eigentlich eine Art "Der Teufel trägt Prada"-Story, so Latini. Um sich nicht mit den kleinen und großen Traumata des eigenen Lebens beschäftigen zu müssen, stülpt man dem verletzen Selbst ein Kostüm aus Erfolg und Karriere über, bleibt dabei aber eigentlich auf der Strecke.

Der Blick in die Vergangenheit, so Latini, kann dabei helfen noch einmal von vorne anzufangen, sich auf das noch ganze und ungebrochene Selbst zu besinnen und die Frage nach dem "Davor" zu stellen: Wie war man eigentlich vor diesem traumatischen Ereignis?

Dass das Thema des Stücks sehr brisant und für die Lehramts-Studierenden von großem Interesse ist war bei den Probenarbeiten spürbar, so Latini. Am Montagabend und an sechs Folgeterminen wollen sie es mit Tanz, Gesang und schauspielerischem Elan auf die Bühne bringen.
Die Regisseurin Eva Melanie Latini ist selbst Musical-Darstellerin, Schauspielerin und außerdem seit Jahren als Regieassistentin am Freiburger Stadttheater tätig. Seit einigen Jahren arbeitet sie eng mit dem Choreographen und Regisseur Gary Joplin zusammen, jüngst in dem Jugend-Musical "The Adams Familiy". Durch ihn kam sie auch an den Auftrag, "Lady in the Dark" mit Mitgliedern des Studierenden-Orchesters der PH Freiburg zu inszenieren.

Am Musical wirken mit das Orchester sowie Solisten der Pädagogischen Hochschule Freiburg. Das Orchester besteht hauptsächlich aus Studierenden des Faches Musik, ist aber auch für andere Interessierte offen und wird geleitet von Georg Brunner. Außerdem an der Produktion beteiligt sind Viola de Galgóczy (Einstudierung Soli), Magdalena Lutz (Einstudierung Chor) und Clemens Ummenhofer (Korrepetition) und einige mehr.

  • Was: "Lady in the Dark", ein Broadway-Musical
  • Wann: Montag, 15. Mai 2017, 20 Uhr (Premiere) Weitere Vorstellungen: 16., 18., 19 und 20. Mai 2017 jeweils 20 Uhr sowie 17. und 19. Mai, jeweils 10 Uhr
  • Wo: Aula der Pädagogische Hochschule Freiburg, Kunzenweg 21
  • Eintritt: 10 Euro, 7 Euro (ermäßigt)