Am Hauptbahnhof eröffnet am Samstag das Bistro Hermann - bald mit spektakulärer Dachterrasse

Simone Höhl

Im ehemaligen Café Velo am Hauptbahnhof eröffnet am Wochenende das Bistro "Hermann". Die Macher, die auch das Borso betreiben, wollen badische Küche ins Moderne übersetzen. Zudem gibt es eine Bar, die am Wochenende bis 3 Uhr auf hat. Das Beste kommt im Juli: Dann eröffnet die Dachterrasse!



Die Radstation ist wieder komplett. Am Wochenende eröffnet "Hermann" zwischen den Brücken am Hauptbahnhof. Das Bistro haben die neuen Pächter nach ihrem Opa benannt. In den Nachbarräumen ist bereits der Atelierbetrieb der Volkshochschule angelaufen. Alt- und Jungmieter setzten große Hoffnungen in den Neustart im früheren Mobile, auch die Eigentümerin FKB, Tochter der Freiburger Stadtbau. Die setzt noch eins obendrauf: Im Sommer soll die Dachterrasse eröffnen.


"Ich hab’s Gefühl, jetzt fangen wir erst richtig an – leider", sagte Stadtbau-Chef Ralf Klausmann am Donnerstag im frisch aufgemöbelten Gastroraum der Radstation. Die wurde 1999 als Vorzeigeprojekt für umweltfreundliche Mobilität eröffnet; nach Querelen, Fastpleite und Rechtsstreit gab’s einen Neubeginn 2013 – und noch einen Rechtsstreit zwischen FKB und Café Velo, das schloss.

Aus dem Café wurde Hermann. "Hermann ist unser Opa", erklärte Leo Fliegauf (29), der mit seinem Bruder Anschar (26) das Bistro betreibt. Er sei ein Vorbild und ein "urbadischer Typ", das Badische die Basis ihres Konzeptes, sagt Leo Fliegauf, der seit 2008 das Borso im Sedanviertel betreibt. Dort und im Stühlinger wuchsen die Brüder auf. Mittendrin wollen sie nun Regionales anbieten und badische Küche ins Moderne übersetzen – und ins Schwäbische: Maultaschen sind ihre Spezialität. Es gibt Frühstück, Mittagessen, Kaffee und Kuchen sowie abends Barbetrieb. Auch das Bistro verbindet Moderne und Tradition: Es bekam ein Facelifting, neue Technik, Theke und Tribüne aus Esche, aber auch eine Sitzecke mit Sesseln von Opa Hermann.

80 Plätze hat das Bistro, 30 der Balkon, 40 der Seminarraum. Es soll wieder ein Ort für Veranstaltungen werden. "Wir wollen unseren Teil beitragen, dass die Radstation belebter wird", so Fliegauf. "Die Aufbruchstimmung, die wir brauchen", meinte Klausmann. 663 000 Euro investiert die FKB in die Radstation, in Beton, Fassade und Aufstocken des Aufzugs: "Die Krone setzen wir am 23. Juli auf", sagte Klausmann. Dann soll die Dachterrasse mit 80 Plätzen und Topaussicht eröffnen. Seit ein paar Wochen liegt die Genehmigung vor. Wegen der neuen Höhe muss das Solarpanel auf dem Aufzugschacht weichen, das 1999 als Symbol aufgesetzt wurde.

Dass das Mobile früher nicht rund lief, lag weder am Konzept noch am Standort, meinte Klausmann. "Das Zwischenmenschliche hat gefehlt", sagte Fernando Schüber, Pächter der ersten Stunde, Betreiber von "Freiburg aktiv", Radverleih und Fahrradparkhaus. Schüber sieht die gemeinsame Aufgabe jetzt darin, die Radstation nach vorn zu bringen und bekannt zu machen. Die Station liegt an Stadtbahn- und Wiwilibrücke, die täglich bis zu 15 000 Radler passieren. "Anfangs hat die Laufkundschaft gefehlt, jetzt ist es richtig gut", sagte Andreas Müller-Stärk von Gleisnost. Die Bahnagentur zog 2013 ein, auch die Verkehrsclubs ADFC und VCD, die Verkehrs-AG stießen mit ihrer Pluspunkt-Filiale dazu.

Leiter Bernhard Ganter hofft auf mehr Kundschaft, jetzt da wieder Leben im ganzen Gebäude ist.Demnächst soll eine Radwerkstatt öffnen. Und im Dezember zog die Volkshochschule mit ihrem Atelier ein. Im hellen Raum finden 30 Mal- und Zeichenkurse statt, die für jeden offen sind, zudem 15 Jahreskurse des VHS-Kunstkollegs, sagte Anja Schlager: "Da wird jeden Tag geschafft." Die VHS-Bereichsleiterin plant Veranstaltungen mit ihren Nachbarn im Haus, träumt schon von einem Frühaufstehermalkurs auf der Dachterrasse und kündigt an: Im nächsten Semester ist das Schwerpunktthema der VHS Mobilität.

Kontakt

Bistro Hermann
Wentzingerstraße 15
79106 Freiburg
Website: Homemade Sweets Company
Öffnungszeiten

täglich von 9 bis 1 Uhr, wochenends bis 3 Uhr, sonntags 11 bis 22 Uhr

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