Am Freitag und Samstag stellen Studierende der hKDM ihre Abschlussarbeiten vor

Franziska Lorenz

Am Wochenende gibt’s die Möglichkeit, in der Hochschule für Kunst, Design und populäre Musik bei einer "Rundschau" die Abschlussarbeiten der Studierenden zu sehen. fudder-Autorin Franziska Lorenz war vorab dort.

Betritt man das Gebäude, stechen einem zuallererst die pinken Linien auf dem Boden ins Auge, diese dienen vor allem einem Zweck: Orientierung. Als Besucher verliert man in dem Gewusel schnell mal den Überblick, überall werden die letzten Feinschliffe vor dem Event am Wochenende vorgenommen und an jeder Ecke wird gewerkelt.


Wir befinden uns in den Räumen der Hochschule für Kunst, Design und populäre Musik in der Haslacher Straße. Etwa 30 Studenten aus den Bereichen Bildende Kunst, Integrierte Gestaltung und Populäre Musik verlassen dieses Jahr die HKDM mit einer Bachelor-Urkunde – und stellen ihre Arbeiten bei einer Art Rundschau am Freitag und Samstag aus.

"Ich beschäftige mich mit der Problematik von negativen Gefühlen in Bezug auf die erfolgsorientierte Gesellschaft." Sarah, 27

Sarah streicht noch schnell die Wand hinter ihrer Skulptur, während sie erklärt, dass die drei hängenden Kugeln emotionale Zustände darstellen. Einen Raum weiter findet man die Kugeln wieder, diesmal minimalisiert und in eine Installation integriert. Wortwörtlich steckt Sarah die emotionalen Zustände in eine Schublade, und das ganz bewusst. "Ich beschäftige mich mit der Problematik von negativen Gefühlen in Bezug auf die erfolgsorientierte Gesellschaft", erklärt die 27- jährige, die gerade den Studiengang Bildende Kunst abschließt.

Ihre Mitstudentin KIT, 26, sortiert währenddessen transparente Plastiktüten auf der Dachterrasse des Gebäudes, ihr Windfeld. Ihre Arbeiten werden durch äußere Komponenten beeinflusst, der Wind vervollständigt ihr Werk und umspielt die Tüten, jede fällt anders, es sieht fast so aus als tanzen sie im Wind.

Wie viel muss ein Selbstportrait mit dem Künstler gemeinsam haben?

Auch ihr Adam, den sie liebevoll ihren "Sohn" nennt, funktioniert erst richtig durch äußere Einflüsse. Ein kleines Gebläse bläst Luft in die Plastikfolie und diese bewegt sich dann durch den Luftzug, wenn man daran vorbeiläuft, "es wirkt fast wie Atmen, deshalb habe ich ihn Adam getauft", erklärt KIT. Ihre Zementtürmchen, die so groß sind wie sie, sind eine Serie aus Selbstportraits. Diese beschäftigen sich mit der Frage: Wie viel muss ein Selbstportrait mit dem Künstler gemeinsam haben um als solches bezeichnet zu werden, reicht allein die Größe?

"Boys should wear more mascara girls should run the world more", steht auf einem Schild, das zu der 22-jährigen Laurie gehört. Seit zwei Jahren arbeitet sie mit Texten, die sie selbst schreibt und dann künstlerisch umsetzt. Die Präsentation ihrer Texte variiert stark, von Holzschildern bis Glitzerpostkarten. Laurie spielt gerne mit Geschlechterrollen, aber auch Politik und Nationalismus sind Themen, mit denen sie sich gerne beschäftigt. Mit ihren Arbeiten will sie die Gedanken anregen und durch ihre Texte verleiht sie einfachen Dingen eine völlig neue Bedeutung.

"Ich wollte das Sporttreiben im Inneren der Sportler zeigen." Lea, 24

Mit der Entwicklung von Medien und Sport beschäftigt sich Lea, die den Studiengang Integrierte Gestaltung mit Schwerpunkt auf Fotografie und Bewegtbild absolviert hat. In ihrem Film zeigt sie immer kurze Sequenzen über Sportler, erst ein kurzes Intro, in dem der Sportler selbst etwas erzählt, dann werden die Sportvideos gezeigt. "Ich wollte das Sporttreiben im Inneren der Sportler zeigen", sagt die 24-Jährige. Ihr Film wird in einem dunklen Raum auf eine Leinwand projiziert und wirkt sehr emotional, es kommt einem nicht vor wie ein typischer Sportclip, auch die Musik die Lea gewählt hat, macht das deutlich.

Katrin, die ebenfalls Integrierte Gestaltung studierte, hat ihre Arbeiten im Unterrichtsraum für Fotografie ausgestellt. In ihre künstlerische Fotoserie hat sie Eindrücke ihrer Reise nach Griechenland im April einfließen lassen. "Für mich ist die Kommunikation von Materialien im Fotografischen Bild ein zentrales Thema", erklärt Katrin.

Sie beschäftigt sich mit Dingen, die ihre Funktion verloren haben, noch keine haben oder diese nicht sofort und eindeutig erkennbar ist. Einige ihrer Fotos sind eine Art autobiografisches Portrait von Gestein: Die 24-jährige Katrin will Assoziationen beim Betrachter wecken, indem sie mit Spannungen in ihren Fotografien arbeitet. Sie erzeugt einen prüfenden Blick auf Materialien, deren Funktion nicht direkt verraten wird, alles wirkt auf einer zweidimensionalen Fotografie vollkommen anders. Ihre Werke hat sie alle nochmals in einem Fotobuch festgehalten, indem man noch mehr von Katrins Fotos sehen kann.

  • Was: Rundschau der hKDM Freiburg
  • Wann: Freitag, 7.Juli ab 19 Uhr mit anschließendem Sommerfest und Samstag, 8. Juli von 13 bis 18 Uhr
  • Wo: Haslacher Straße 15
  • Eintritt: frei

Die Semesterabschlusskonzerte, bei denen die Musikstudierenden ihre Ergebnisse des letzten Semesters vorgetragen haben fanden bereits vom 3. bis 5. Juli statt. Das kreative Programm der Studenten reichte von Rock, Pop und Jazz, bis hin zu Latin und Soul.