Am Freitag beginnt das Freiburger Jazzfestival

Bernhard Amelung

Nordische Melancholie, berauschender Bossa, Klezmer-Explosionen: Das Freiburger Jazzfestival knüpft Bande mit Künstlern unterschiedlichster Genre. Den Auftakt macht der finnische Jazzpianist Iiro Rantala im Forum Merzhausen. Highlights und Geheimtipps im Überblick:



"Jazz ist die Freiheit, viele Formen zu haben." Dieses Zitat wird dem US-amerikanischen Jazzpianisten Duke Ellington (1899 - 1974) zugeschrieben. Es könnte das heimliche Motto des Freiburger Jazzfestivals sein, das am Freitag, 19. September, beginnt und bis Sonntag, 28. September, dauert.


Die Veranstalter, das Jazzhaus und das E-Werk, haben dem Programm kein strenges Genreraster zugrunde gelegt. Es knüpft Bande mit Künstlerinnen und Künstlern aus den unterschiedlichsten Teilen der Welt und unterschiedlichster Genre. Sie alle teilen jedoch die Liebe zu der Musik, die aus der schwarzamerikanischen Straßenmusik in den Städten der Südstaaten, vor allem New Orleans, hervorgegangen ist.

Arabische Polyrhythmik und schwarzamerikanischer Jazz

Da wäre einmal Avishai Cohen, 43 (im Bild). Der israelische Bassist spielte von 1992 bis 2003 in New York an der Seite von Ravi Coltrane, Wynton Marsalis und Chick Corea. Zudem arbeitete er mit der R'n'B-Sängerin Alicia Keys und dem Israel Philharmonic Orchestra zusammen. In seiner Musik treffen arabische Polyrhythmik und die samtige Melancholie osteurpäischer Melodien auf synkopierte Bassläufe des schwarzamerikanischen Jazz. In der Freiheit, viele Formen annehmen zu können, geht Cohen ganz auf. Er spielt am 26. September im E-Werk.

Note Balkana, balkanische Klänge, Gypsy Swing und Jazz Manouche, wie ihm ein Django Reinhardt zu Weltruhm verholfen hat, treffen bei Django Lassi (24. September) und den Donauwellenreitern (28. September) aufeinander. Wer nordisch Unterkühltes, streng organisierte minimalistische Kompositionen und geradliniges Spiel schätzt, ist am Eröffnungsabend bei Iiro Rantala im Forum Merzhausen richtig (19. September).

Umsonst und draußen

Damit nicht genug. Zehn Konzerte, zehn Bands und Einzelkünstler, eine musikalische Bandbreite von Balkanmusik über Folk bis Acid Jazz bietet der Minigipfel. Er findet am Samstag, 20. September, in verschiedenen Stühlinger- und Sedan-Kneipen statt. Zum Beispiel im Egon54 (mit The Scope), Café POW (Die Fleissige Kapelle) und im Litfass (Bella & Schroeder). Unter die Kategorie "Umsonst und Draußen" fallen: ein Parademarsch von 15 Musikern aus Italien durch die Freiburger Innenstadt (27. September) und "Uferjazz", ein Jazznachmittag am Ufer der Dreisam (28. September).

Mehr dazu:

Was: Freiburger Jazzfestival.
Wann: Freitag, 19. September 2014 - Sonntag, 28. September 2014.
Wo: Verschiedene Veranstaltungsorte in Freiburg.