Am Donnerstag gibt’s in der Johanneskirche Poetry Slams mit bekannten WortkünstlerInnen

Carla Bihl

Wordart in the Church: Bekannte Slamgrößen aus Deutschland präsentieren am Donnerstag in der Johanneskirche ihre Texte zu den Themen Glaube, Liebe und Hoffnung. Es ist der Abschluss der Projektreihe Wort:Schöpfung der Erzdiözese Freiburg.

Dem verstaubten Kirchenglossar neue Worte geben

Unter dem Namen Wort:Schöpfung organisiert die Erzdiözese Freiburg seit einem halben Jahr Workshops rund um das Thema Poetry Slam – mit Profis und in vier verschiedenen Städten konnten die Teilnehmer dabei alles rund um das Thema erfahren und erlernen.

Die Idee dazu kam den Initiatoren Raphaela Soden und Tobias Aldinger durch eigene Slambesuche: "Wir haben gemerkt, dass da Leute unterwegs sind, die kreativ mit Sprache spielen. Deswegen dachten wir, dass es eigentlich eine coole Möglichkeit wäre, auch mal bei den verstaubten Worten über Glauben ein bisschen durchzufegen", meint Aldinger.
Dazu veranstaltete der Verein einen Wettbewerb, bei dem die Nachwuchskünstler ihre Texte zum Thema Glaube, Liebe und Hoffnung einsenden konnten. Die elf Besten werden bei der Abschlussveranstaltung in der Johanneskirche gekürt. Zu den Jurymitgliedern gehört unter anderem der SWR3-Moderator Michael Wirbitzky.

Bekannte Slammerinnen und Slammer aus Deutschland werden auftreten

Präsentiert werden an dem Abend Höhepunkte aus der Slam-Reihe sowie aus dem Wettbewerb und den Workshops – das Ganze moderiert von Radiomoderater Johannes "Hanz" Elster. Das Ziel sei es, eine Mischung aus lustigen und tiefgründigen Sachen zu liefern, so Aldinger.
Auftreten werden zudem drei der Wettbewerbsgewinner. Marco Michalzik, der sich in die Riege der bekanntesten christlichen Slammer einreihen darf, wird von elektronischen Klängen von Musiker Manuel Steinhoff begleitet. Dazu kommen weitere Slamgrößen wie Juston Buße und Fee aus Berlin, deutsche U-20 Meisterin von 2013 oder Andreas Rebholz aus Ulm. "Das heißt, wir werden die Kirche illuminieren. Es wird eine besondere Kirchenraumerfahrung mit Licht, elektronischen Klängen und spannenden Texten", erläutert Aldinger.

Von Glaubensweitergabe zur Glaubenskommunikation

Poetry Slams: Das kennen die meisten aus Bars, Kneipen oder Off-Theatern. Mit der Kirche als Raum für die Wortakrobatik, steht Freiburg aber nicht alleine da. Vor allem in Norddeutschland gebe es sogenannte Preacher Slams, so Tobias Aldinger. Das seien kurze Minipredigten, auch mit Zeitbegrenzung wie bei Poetry Slams, gemacht von Menschen, die etwas mit Kirche zu tun haben und Christen sind: "Unsere Idee war eher, dass wir Leute fragen – egal ob Christen oder nicht – was sie zu Glauben, Liebe und Hoffnung zu sagen haben."

Entscheidend sei auch der Perspektivwechsel gewesen, so Aldinger: "Es passiert ein Umdenken bei uns und bei den jüngeren Leuten sowieso: Glaube ist nichts mehr, bei was ein Allwissender sagt, wie es zu laufen hat und wo man hinkommen muss. Deswegen bin ich auch Referent für Glaubenskommunikation und nicht für Glaubensweitergabe, wie es früher hieß. Christ sein ist immer ein Lernprozess: das heißt, ich höre die Perspektive des Anderen. Es ist ein dialogisches Moment auf Augenhöhe."

Das Projekt hat einen karitativen Nutzen

Mit der Aktion werden zwei Spendenzwecke erfüllt: Unterstützt wird die studentische gemeinnützige Organisation Action five, die Projekte in Entwicklungsländern fördert. Zum anderen gehen Spenden an die Internationale Schule im Römerhof: "Wir schauen nach Projekten, die etwas mit Sprache zu tun haben. Bei der Internationalen Schule gibt es einige Geflüchtete, die noch die Chance bekommen einen Schulabschluss zu machen", erklärt Aldinger.
Was: WORT:SCHÖPFUNG. Poetry Slam über Glaube, Liebe, Hoffnung
Wann: 31. Januar 2019, 19.30 Uhr
Wo: Johanneskirche Freiburg
Weitere Info:Website & Facebook
Eintritt: Frei – Spenden erwünscht

Bis zum 25. Februar läuft zudem noch die Kunstinstallation Klangregung des Basler Künstlers Denim Szram in der Johanneskirche. Nach dem etwa eineinhalbstündigen Programm, ist die Klangausstellung noch eine Stunde geöffnet.