Alle lieben Professor Streichledore: Filmcover mit SC-Spielern erobern Facebook

Ricarda Haaser

Christian Jäger ist vielleicht nur einer von vielen SC-Fans, aber er ist ganz bestimmt einer der Fleißigsten: Stundenlang bearbeitet er bekannte Filmcover und fügt die Gesichter der SC-Spieler ein. Die Ergebnisse heißen dann "Herr der Spätzle" oder "Petersen Unchained". Die Spieler freut's:


Wenn aus Nils Petersen Nils Pottersen wird, sich Christian Streich zu Professor Streichledore entwickelt und Mats Möller-Daehli Mats Möller-Weasley wird, dann hat sich das bestimmt Christian Jäger ausgedacht.


Egal ob Harry Potter, Herr der Ringe oder Hulk - kein Film ist vor dem SC-Fan-Künstler sicher. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, Film und Fußball einander näher zu brigen: Weltberühmte Filmcover dekoriert er mit den Köpfen von SC-Spielern und/oder deren Gegnern und hin und wieder auch mal mit dem SC-Maskottchen. Aus dem Filmklassiker "Titanic" wird dann eben mal "Triertanic" - ein durchaus passender Vergleich, denkt man an die Niederlage der Eintracht Trier am 17. August 2014 im DfB-Pokal gegen den SC Freiburg.


Christian Jäger, Designer der SC-Freiburg-Filmplakate

Mit diesen und vielen anderen veränderten Plakaten und Filmtiteln hat er es bei Facebook auf stolze 2.800 Fans gebracht und ist abgesehen davon auf tumblr sehr aktiv. Sogar eine eigene Website hat der 33-Jährige erstellt. Hochtrabende Ziele verfolgt er damit jedoch nicht: „Es geht mir einfach nur darum, den Leuten damit eine Freude zu machen", erzählt Christian Jäger.

Die Möglichkeit, seine Kreativität in Geld umzuwandeln, bleibt ihm vorerst ohnehin verwehrt, denn die Fotografen der Spielerfotos besitzen die Rechte an den Bildern, die Jäger für seine Kunstwerke verwendet. "Solange ich daran aber kein Geld verdiene, ist das kein Problem", sagt der SC-Fan, der eigentlich bei einer Kabelvertriebsfirma angestellt ist.

Das Altbier der Weisen



Nach jedem SC-Spiel und zu besonderen Anlässen schafft Jäger eines seiner kreativen Filmplakate und versieht sie meist auch noch mit einer lustigen Geschichte über das letzte Spiel des Sportclubs. Er verknüpft diese Geschichten mit der Handlung des jeweiligen Films: "Die meisten Filme kenne ich selbst gar nicht," erklärt er seine Vorgehensweise. "Aber ich google dann einfach so lange, bis ich alles weiß, was ich wissen muss." So kommt es in seinen Geschichten dann zu Sätzen wie: "Falls sie es schaffen, und die Kräfte des 'Altbier der Weisen' entfesseln können, erhält der SC drei wertvolle Punkte."

Es ist ein zeitaufwendiges Hobby: Immerhin drei bis vier Stunden braucht Jäger für ein neugestaltetes Plakat. Er bekam dafür sogar schon Lob von Profis, obwohl diese natürlich die kleinen Fehler besser erkennen als Laien. "Bislang habe ich eigentlich durchweg positives Feedback bekommen" sagt Jäger. Sogar von den Profis: Nils Petersen und Karim Guédé teilten ihre Filmplakate auch schon mal auf der eigenen Facebookseite mit ihren Fans. Jäger freut das - die Reichweite seiner Posts wird so enorm groß.

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[Fotos: Privat]