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Alle Jahre wieder gibt’s Streit um den Freiburger Weihnachtsmarkt

Joachim Röderer

Der Weihnachtsmarkt reicht in diesem Jahr bis zum Rotteckring. Manche Standbetreiber freuen sich darüber, andere sind sauer. Und aus Sicherheitsgründen bleiben auf dem Rathausmarkt Flächen frei.

Die ersten Buden sind aufgebaut, die Lichterketten hängen schon: In 15 Tagen beginnt der 48. Freiburger Weihnachtsmarkt. Der dehnt sich in diesem Jahr erstmals bis an den Rotteckring aus – auf den Bereich zwischen Rotteckhaus und Predigertor. Eine weitere Neuerung: Aus Gründen der Sicherheit müssen auf dem Rathausmarkt mehr Flächen frei bleiben. Das wiederum heißt, dass Stände umziehen müssen. Eine Betreiberin eines Glühweinstandes wehrt sich gegen die Versetzung an den neuen Standort – und droht mit Klage.


Die Erweiterung auf den Rotteckring soll den Rathausplatz entlasten

Der Rathausplatz sei ein neuralgischer Punkt – gerade an Freitagen und Samstagen, wenn es dort besonders voll sei, sagt Daniel Strowitzki, Geschäftsführer der veranstaltenden Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe (FWTM). Es müssten mehr Freiflächen geschaffen werden, was wiederum Auswirkungen auf die Stände hat. Es sei gut, so Strowitzki, dass man zusätzlichen Platz am Rotteckring geschaffen habe.

Betroffen von der Neuregelung ist Marie-Luise Stey, seit 30 Jahren mit einem Glühweinstand auf dem Weihnachtsmarkt vertreten. Sie hatte bisher einen Platz im Zentrum. Dass aus Sicherheitsgründen umarrangiert werden müsse, kann sie verstehen. Was sie aber laut einem Schreiben ihres Anwalts Thomas Schalt nicht versteht: Dass sie ihren Stammplatz nahe dem Eingang der Martinskirche verliert, während auf ihren Platz der Glühweinstand von Lorenz Faller zieht.

Der hatte bislang direkt nebenan die Pole Position direkt vor dem Rathaus. Die muss er aber wegen der neuen Sicherheitsregeln räumen.



"Glücklich sind wir alle nicht", sagt auch Lorenz Faller. Niemand habe etwas gegen Sicherheitsauflagen, allerdings sei die Unruhe in der Beschickerschaft insgesamt sehr hoch, so Faller, der Vorsitzende des Landesverbandes der Schausteller und Marktkaufleute und einer der Mitbegründer des Freiburger Weihnachtsmarktes.

Der Vorwurf:Bei der Standortvergabe habe es Bevorzugungen gegeben

Marktbeschickerin Stey wehrt sich nun gegen die Versetzung an den Rotteckring. "Frau Stey hat die gleichen Beschickerrechte wie Herr Faller", schreibt Anwalt Schalt an FWTM-Chef Strowitzki. Auch wenn es kein gesetzliches oder vertragliches Recht auf einen sogenannten Stammplatz gebe: Schalt sieht eine "eklatante Bevorzugung und Besserstellung eines Bewerbers, der Funktionär im Schaustellerverband ist". Der Anwalt behält sich vor, das Verwaltungsgericht einzuschalten.

Der Glühweinstand Stey soll laut FWTM-Plan an die Ecke Turmstraße/Rotteckring ziehen.

Einen neuen Standplatz bezieht auch der Glühweinstand der Alten Wache, seit Jahren am Unterlindenplatz einer der Magneten des Weihnachtsmarktes schlechthin. Auch hier hat die Verlagerung wieder Sicherheitsgründe.

Der Weihnachtsmarkt wird am 21. November eröffnet

"Der neue Platz ist toll, wir freuen uns,", sagt Astrid Tesar, zuständig fürs Eventmanagement bei der Alten Wache. Das Haus der badischen Weine bekommt einen ganz neuen Stand. Dieser wird am Predigertor stehen – also am nördlichen Ende des Weihnachtsmarktausläufers am Rotteckring beim ADAC-Haus. Mit umziehen wird der Wurststand von Unterlinden und der Flammlachs-Stand. Das Colombi-Hotel wird mit einem Stand mit Champagner, Sekt und Austern vertreten sein.

Der Weihnachtsmarkt beginnt am 21. November und endet wie immer am 23. Dezember. Nach der 47. Ausgabe im vergangenen Jahr schätzte die FWTM, dass insgesamt rund 800 000 Menschen den Markt besucht hatten. Der Markt hatte 2018 damit einen Allzeit-Besucherrekord geknackt.

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