All you can eat-Test: Holla die Waldfee

Franziska Kiedaisch

Welche Restaurants bieten im Raum Freiburg ein "All you can eat"-Menü an? Unsere fudder-Autoren haben verschiedene Angebote getestet: Wie schmeckt das Essen? Wie groß ist der Satt-Faktor? Wie appetitlich sieht das Buffet aus? Heute: das Buffet im Holla die Waldfee.



Das kulinarische Angebot

Das Holla die Waldfee-Buffet besticht vor allem durch seinen Unterhaltungsfaktor: Im Anschluss an die Bestellung erhält der Gast ein urig gestaltetes Holzbrett, das mit zwei Vertiefungen und der Tisch- und Platznummer versehen ist.Am Buffet angekommen, wird ein bereitstehendes Schälchen (Achtung Überladungsgefahr – das Schälchen wirkt wesentlich kleiner als es eigentlich ist!) mit verschiedenen Zutaten nach Lust und Laune befüllt und in einer der beiden Vertiefungen auf dem Brett platziert.

Zur Auswahl stehen dabei beispielsweise: Karotten, Zucchini, Champignons, Sojasprossen, Chinakohl, Lauch, Zwiebeln, Ananas, Kürbis, Pepperoni, Tofu, verschiedene Fleisch- und Fischsorten, wie Enten-, Lamm-, Rind-, Schwein- und Putenfleisch, Zander, Butterfisch, Pangasiusfilet und Shrimps.

Die Zutaten sind dabei sehr frisch und werden rasch nachgefüllt sobald sie sich dem Ende zuneigen. Danach kann aus einem 11 Sorten umfassenden Saucen-Angebot die passende Variante gewählt werden, die durch ein farbiges Plastikkügelchen symbolisiert wird, das ebenfalls auf das Brettchen gelegt wird. Es gibt Saucen in den Geschmacksrichtungen: Zitronengras, Kräuter, Bärlauch, Chili, Barbecue, Hoian, Honig, Tomate, Rotwein-Schalotten, Kokos und Sahne. Sechs unterschiedliche Salze, darunter beispielsweise ein Vanille- oder ein Chilisalz können zusätzlich ausgewählt werden.



Schließlich sind noch die Beilagen dran – Reis oder Kartoffelecken stehen zur Wahl, in Form von grünen und schwarzen Plastikkärtchen finden auch diese einen Platz auf dem Brettchen. Der Gast gibt das bestückte Holzbrett dann direkt beim Koch ab, der den Inhalt des Schälchens anbrät und mit Sauce und Salz abschmeckt. Die Kellnerin bringt das Brett dank Tisch- und Platznummer danach an den Tisch.

Das Holla-die-Waldfee-Buffet beinhaltet durch die verschiedenen Kombinationsmöglichkeiten eine Vielzahl an Geschmacksvariationen. Ich habe beispielsweise eine Portion Lammfleisch mit verschiedenem Gemüse und Kräutersauce, eine Gemüseschale mit Hoiansauce und Chillisalz und Entenfleich und Gemüse mit einer Zitronengrassauce gegessen – drei vollkommen unterschiedliche Gerichte, die aber alle hervorragend waren.

Dieses breite Geschmacksspektrum wird durch das Salatbuffet erweitert, das neben den altbewährten Blatt- und Rohkostsalaten beispielsweise auch einen Wurst-, einen Spargel- und einen asiatischen Nudelsalat bietet. Der relativ hohe Preis von 17,90 Euro ist bei der Auswahl an diesem Buffet also durchaus gerechtfertigt – man sollte allerdings großen Hunger mitbringen, denn sonst kann die Vielfalt des Büffets leider nicht ausgekostet werden.



Buffetstress- und Ästhetikfaktor

Da das Buffet täglich angeboten wird, und nicht wie bei anderen All-you-can-eat-Angeboten auf einen Tag in der Woche beschränkt ist, bleibt der große Buffetstress aus. Selbst wenn nur noch wenig von einer Zutat vorhanden ist, wird das Buffet aufgefüllt – so entsteht zu keinem Zeitpunkt der Eindruck, dass man sich beeilen muss, um noch etwas Gutes zu ergattern. Auch dieser Umstand führt sicherlich zur allgemeinen Entstressung des Buffets. Die Strukturierung der einzelnen Elemente ist schön gelungen, die Zutaten sind sinnvoll geordnet und die Beschriftungen gut leserlich.

Völlegefühlfaktor

Wie bereits angedeutet: Ich hatte die Größe der Schälchen ein wenig unterschätzt, weshalb dann auch mein Völlegefühl nach drei Portionen und einem Salatschälchen zunächst einmal überragend war. Da die Zutaten aber recht leicht sind, liegen sie nicht lange schwer im Magen, sodass man im Anschluss an das Buffet durchaus noch unter die Leute gehen kann und sich nicht sofort auf die heimische Couch ablegen muss.

Preise

Das All you can eat-Buffet kostet 17,90 Euro; dabei kann man auch so oft Salat holen wie man möchte. Will man nur eine Portion essen, lohnt es sich bis 18 Uhr das Buffet zu besuchen, hier wartet zwar eine geringere Auswahl an Speisen auf den Gast, dafür ist der Preis von 7,90€ ohne Salat (Aufpreis 1,50 Euro) wirklich günstig. Ab 18 Uhr kostet eine Portion vom Buffet mit einem Salat 12,90€. Ein großes Ganter-Pils vom Fass kostet 3,20 €, eine kleine Apfelsaftschorle 2,60 € und eine große Cola 3,50 €.

Öffnungszeiten

Holla die Waldfee ist von 9 Uhr bis 23 Uhr und Sonntag von 10 Uhr bis 22 Uhr geöffnet. VOn Oktober bis April wird Samstags erst um 18 Uhr geöffnet.



Reservierung

Da das Buffet täglich angeboten wird, ist eine Reservierung nicht unbedingt nötig. Am Wochenende oder zu Feiertagen empfiehlt es sich allerdings, vorab anzurufen und sich nach einer Reservierung zu erkundigen. Reserviert werden kann dann ganz bequem über ein Online-Reservierungs-Formular.

Ambiente

Wie die anderen Restaurants und Bars der Bellini-Kette ist auch die Inneneinrichtung von Holla-die-Waldfee von diesem gewissen Großstadt-Purismus geprägt, der anscheinend hip sein soll. Tische, die den Charme einer Großkantine versprühen – eingelassene Becher in der Mitte des Tisches dienen als Besteckkasten – und Stühle, die auch so in Gartencentern verkauft werden, sind für meinen Geschmack dann aber doch zu viel – Coolness hin oder her.

Was allerdings ausgesprochen gut gefällt: ein leuchtender Plastikbaumstamm, der mitten im Raum steht und dessen Baumkrone durch grünen Stoff an der Decke dargestellt wird. Das kommt dann tatsächlich ein wenig hip daher...

Personal

Hier gibt es volle Punktzahl! Die Bedienungen sind sehr freundlich, aufmerksam, schnell und hilfsbereit. Und das, obwohl sie die Buffet-Anleitung wahrscheinlich schon so oft aufgesagt haben, dass sie diese inzwischen nicht mehr hören können, geschweige denn wiederholen möchten.

Besonders erstaunt die Freundlichkeit der Köche, von denen ich eigentlich ein wenig mehr Griesgram erwartet hätte – immerhin haben sie es ja nur mit Holzbrettern, Plastikkugeln und grünen beziehungsweise schwarzen Karten zu tun. Beim Abstellen des Brettchens auf der Durchreiche ist jedenfalls ein Lächeln des Kochs zu erwarten.



Frequentierung

An einem Donnerstag Abend war das Restaurant zwar gut besucht, nicht jedoch überfüllt. Ein Großteil der Gäste im Biergarten – einige darunter tatsächlich auch nur um Bier zu trinken.

Publikum

Das Waldfee-Publikum ist größtenteils zwischen 30 und 50 Jahre alt und tritt allem Anschein nach gerne in Gruppen auf: Eventgastronomie scheint vor allem gut verdienende Menschen auf den Plan zu rufen, die dann mit Freunden oder Bekannten das Abenteuer wagen, sich auf Kügelchen, Brettchen und Kärtchen einzulassen und darüber hinaus ziemlich gut zu essen. Übrigens haben auch hier die Bedienungen super Arbeit geleistet: verwirrten Personen am Buffet wurde umgehend geholfen.

Adresse

Holla die Waldsee
Wentzingerstraße 17
79106 Freiburg im Breisgau (GoogleMaps)
0761.76628022