All you can eat-Test: China-Restaurant Mandarin

Franziska Kiedaisch

Welche Restaurants bieten im Raum Freiburg ein "All you can eat"-Menü an? Unsere fudder-Autoren haben verschiedene Angebote getestet: Wie schmeckt das Essen? Wie groß ist der Satt-Faktor? Wie appetitlich sieht das Buffet aus? Der achte Teil unseres Flatrate-Tests: Chinesisch Essen im Restaurant Mandarin an der Hornusstraße.

 

Das kulinarische Angebot

Von Freitag bis Sonntag kann man sich im China-Restaurant Mandarin zwischen 18 und 22 Uhr für knapp zehn Euro den Bauch vollschlagen.

Das Gala-Buffet besteht aus verschiedenen Elementen. Als Vorspeisen werden zwei Suppen - Gemüse- und Pekingsuppe - und gebackene sowirfrittierte Kleinigkeiten - Frühlings- und Gemüserollen, gebackenes Gemüse und Fisch, Krabbenchips und Wan Tan - angeboten. Dazu gibt es einen gemischten Salat der Saison und verschiedene Saucen.

Hauptspeisen sind bekannte chinesischen Gerichte: Hühner- und Entenfleisch auf Sojasprossen, gebratener Reis mit Ei und Erbsen, gebratene Nudeln mit Ei und Gemüse, Chop-Suey-Gemüse, Hühnerfleisch oder Tintenfisch mit Sa-Za-Sauce, scharfe Riesengarnelen und Acht chinesische Kostbarkeiten (Hühner-, Rindfleisch, Ente und verschiedenes Gemüse in pikanter Sauce).

Zum Nachtisch gibt es Eis, gebackene Bananen, frische Ananas und chinesisches Obst aus der Dose, das mit einer Honig- und einer Himbeersauce verfeinert werden kann. Und ja, das Vorurteil bestätigt sich leider: Der Karte ist zu entnehmen, dass alle warmen Speisen Geschmacksverstärker enthalten.

Die Gerichte sind aber allesamt genießbar und vor allem die Vorspeisen schmecken vorzüglich. Vielleicht eignet sich dieses Buffet nicht für Allergiker, Gourmets und Freunde der authentischen asiatischen Küche, für den Preis von 9,90 Euro pro Person erwartet einen aber ein anständiges, chinesisches All-you-can-eat-Angebot.

Buffetstress- und Ästhetikfaktor

Der Andrang am Buffet war am Besuchstag zwar relativ groß, da die Speisen aber recht zügig wieder aufgefüllt wurden, konnte man ohne Stress alles probieren. Die Warmhalte-Behälter aus Edelstahl erinnern an die Schulkantine und sind wenig ansehnlich - darüber hinaus fehlen Untersetzer oder etwas ähnliches für die Deckel der Behälter, sodass durch die Selbstbedienung die Ablagen des Buffets unweigerlich mit Kondenswasser und Saucenresten beschmiert werden. Die Bedienung wischt diese aber regelmäßig ab.

Ein wenig nerven die anderen Gäste, insbesondere ein junger Mann mit Dreadlocks, der sich offenbar nicht schämt, zwei Plastikbehälter mit Essen vom Buffet zu füllen und mit nach Hause zu nehmen. Bezahlt ist schließlich bezahlt. Oder so...



Völlegefühlfaktor

Enorm! Nach vier Stunden Völlerei kann ich kaum noch laufen, trinken, reden oder denken. Erst circa eine Stunde später habe ich das Gefühl, dass es langsam aufwärts geht mit meinem Magen – fettige, frittierte Teilchen und der Wunsch, alles (wirklich alles) zumindest probiert zu haben, gaben ihm wohl den Rest.

Preise

Das Gala-Buffet kostet 9,90 Euro. Eine kleine Apfelsaftschorle 1,60 Euro, eine große Apfelsaftschorle 2,80 Euro und ein großes Pils kostet 2,50 Euro.

Öffnungszeiten

Das China-Restaurant Mandarin hat täglich ab 11:30 bis 14:30 Uhr und von 17:30 bis 23 Uhr geöffnet.



Reservierung

Eine Reservierung ist eigentlich nicht nötig, wer trotzdem auf Nummer Sicher gehen will: einfach anrufen!

Ambiente

Das Mandarin kommt sehr gemütlich daher -  trotz (oder vielleicht wegen?) des klassischen China-Restaurant-Kitschs. Anstelle der Koi-Karpfen schwimmen hier Goldfische (!) durchs Aquarium und an den Wänden sind Hinterglas-Malereien mit Booten und Vögeln angebracht. Ein grüner Buddha auf der Theke lächelt freundlich in den Raum und aus den Boxen erklingen chinesische Volkslieder – für die Atmosphäre und das Karma sieht es also gut aus.

Personal

Die Bedienung ist freundlich und stets um das Befinden der Gäste bemüht – allerdings ist sie dabei ein wenig zu aufdringlich, denn sie schreit einem förmlich ins Gesicht wenn sie am Tisch vorbei geht und wissen will, ob das Essen geschmeckt hat.

Ein kleiner Junge, offenbar der Sohn der Bedienung, sitzt im Restaurant, spielt abwechselnd Gameboy und hilft dabei, Getränke aufzutischen oder abzuräumen. Kinderarbeit ist das zwar nicht gerade, aber ein wenig komisch fühlt man sich schon, wenn ein Zehnjähriger einem das Bier an den Tisch bringt.



Frequentierung

Das Mandarin ist ziemlich gut besucht – und das (ja, ich gebe es zu – ich habe gesündigt!) obwohl ich am Karfreitag dort war. Die meisten Gäste kamen früh und sind ebenso zeitig wieder gegangen, was wohl vor allem an den Kindern lag (im nächsten Absatz mehr dazu). Erstaunlich: noch um 21:10 Uhr kamen Gäste, die dann wohl innerhalb von 50 Minuten ein Power-Essen veranstaltet haben.

Publikum

Vor allem Familien besuchen an diesem Abend das Mandarin. Es drängen sich verschiedene Erklärungsversuche auf: Entweder möchten die Eltern ihren verzogenen Kindern am Beispiel des kleinen chinesischen Jungen zeigen, was Arbeit bedeutet. Oder die Tatsache überzeugt, dass man für ein Unter-12-Jahre-altes Kind nur 4,50 Euro für das Buffet bezahlt. Auch möglich und sehr wahrscheinlich: Chinesisches Essen kommt immer gut an – bei Groß und Klein.

Adresse

Mandarin
Hornusstraße 15
79108 Freiburg im Breisgau (GoogleMaps)
0761.5034894



Mehr dazu: