Alfons ist an Darmverschluss gestorben

Claudia Förster

Der Straußenhahn vom Mundenhof wurde obduziert / Ob noch Küken schlüpfen, ist ungewiss.

Nach langen Strapazen und Behandlungsversuchen ist Alfons, der Straußenhahn aus dem Mundenhof, am Maifeiertag eingeschläfert worden (die BZ berichtete). Warum es so weit kommen musste, war für Tierpfleger und Ärzte aber bis zuletzt ein Rätsel – nun liegen die Ergebnisse aus dem Obduktionsbericht vor: Alfons ist an einem Darmverschluss gestorben.


Mitten in der Brutzeit war der Straußenhahn plötzlich immer schwächer geworden. Er konnte nicht mehr selbständig vom Nest aufstehen. Um ihn zu schonen, wurde er von der Brut entfernt. Trotzdem verschlimmerte sich sein Zustand weiter, in seinen letzten Tagen verweigerte er das Fressen. Spezialisten untersuchten ihn, fanden jedoch keine Hinweise auf eine Krankheit. Vitamine und Antibiotika halfen nicht. Um Alfons weiteres Leid zu ersparen, wurde er eingeschläfert.

Zwei Wochen lang waren Tierärzte mit der Obduktion beschäftigt, jetzt liegen die Ergebnisse vor. "Alfons ist an einem Darmverschluss gestorben", sagt Matthias Hiltmann, Leiter der Tiergehege auf dem Mundenhof, "da hätten wir gar nicht mehr viel machen können." Woher dieser aber rühre, könne selbst die Obduktion nicht beantworten. "Es wurde keine Krankheit, keine direkte Ursache für den Verschluss gefunden", sagt Hiltmann, der den Hahn seit dessen Geburt kannte.

Hinterlassen hat der verstorbene Strauß, den Hiltmann als leidenschaftlich engagierten Vater beschreibt, seine Partnerin Trudi sowie die ungeborenen Nachkommen. Drei Eier, nur noch die Hälfte der ursprünglichen Brut, befinden sich derzeit im Brutkasten bei 36.4 Grad Celsius und einer Luftfeuchtigkeit von 41 Prozent. Es sei jedoch fraglich, ob ein Küken schlüpft, so der Tierpfleger. Selbst wenn, dann seien die ersten Wochen für die kleinen Strauße heikel. "Vor allem in Handaufzucht. Man kann nicht sagen, wie groß die Überlebenschancen sind", erklärt Hiltmann.

Weil eine Straußenhenne die Küken nicht als ihre eigenen annimmt, wenn sie diese nicht selbst und zusammen mit dem Partner ausgebrütet hat, werde Trudi sich wahrscheinlich als Mutter verweigern. Das mache die Aufzucht – falls es dazu kommt – zu einer Herausforderung für die Pfleger, denn wie alle Tiere brauchen Strauße Artgenossen als Vorbild für angemessenes Verhalten.