Alemannisch schwätze! Kampagne für badische Muttersprachler

Martin Jost

Eine ethnische Minderheit kämpft in Freiburg für Anerkennung und Kulturerhalt: Alemannisch-Muttersprachler sind in dieser Einwanderer- und Studentenstadt rar. Eine Aufkleber-Kampagne der Muettersproch-Gsellschaft signalisiert waschechten Badenern jetzt: Auf diesem Amt müsst ihr eure Wurzeln nicht hinter schnödem Hochdeutsch verstecken!

Der Aufkleber scheint auf den ersten Blick älteren Datums zu sein. Ein Blick auf die historizistische Website der Muettersproch-Gsellschaft, die den Sticker aufgelegt hat, zeigt aber, dass er im Wesentlichen immer noch in dieser Form verteilt wird. Nur die Schreibweise der Verb-Personalpronomen-Verbindung „kammer“ wurde inzwischen zu „chame“ verschärft.


Das Bild entstand an der Pforte des Regierungspräsidiums Freiburg. Wir finden: eine lobenswerte Initiative, die Badisch-Muttersprachlern das Selbstwertgefühl vermittelt, sich in ihrem Heimatland nicht als Fremdsprachler zu fühlen. Freiburg hat sich eben von einer Schwarzwaldlichtung mit Straßenbahnschienen zur einer kosmopoliten Zuwanderer- und Studentenstadt gewandelt, in der die Einheimischen in der Minderheit sind.

Mehr dazu: