Albert im Swamp: Sanft in die neue Woche gleiten

Bernhard Amelung

Das Frankfurter Indiepop-Duo Albert hat im Swamp sein Debütalbum "Heavy Losses" vorgestellt. Der Konzertabend in der Kurzkritik.

Die Musik

Hooklines, die man sofort mitsummen kann, schweben über sanften Bassläufen. Schlichte Drumgrooves treiben nach vorne. Flächige Synthesizerklänge verhallen. Albert, eigentlich Simon Konrad und Felix Mannherz, stehen auf der kleinen Bühne des Swamp. Seit 2016 treten die Frankfurter, von 2007 bis 2014 Teil der Indie-Band Cargo City, unter diesem Namen auf.

Ende Oktober dieses Jahres ist ihr Debütalbum "Heavy Losses" erschienen. Zehn Songs, an denen als ausführender Produzent Oliver Zülch mitgewirkt hat. Dieser hatte seine Hände bereits bei so unterschiedlichen Bands wie The Notwist und den Sportfreunde Stiller im Spiel. Eingängig, poppig, kommen die Songs daher.

Die Stimme

Simon Konrad hat eine warme, sanfte Stimme. Sie wirkt raumfüllend und trotzdem nicht dominant. Erst recht in der Wohnzimmeratmosphäre des Swamp. Man fasst sofort Vertrauen zu ihm. Wahrscheinlich wird er irgendwann einmal Hörbücher einsprechen. Bücher von Eric Emmanuel Schmitt oder François Lelord. "Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück" zum Beispiel.

Die Songtexte

Liebe braucht Zeit. Liebe braucht Rücksicht. Liebe braucht Kraft. Liebe braucht Geduld. "Heavy Losses", das Debütalbum von Albert, behandelt die Liebe in all ihren Ausprägungen und Konsequenzen.

Simon Konrad singt übers Verliebtsein in "Hypnotized" - "I"m hypnotized by your eyes" - bis zu einer antizipierten Trennung in "Deja Vu" und einer emotionalen Eltern-Kind-Beziehung, die er in "Parachute" beschreibt. Vertonte Liebeslyrik, die jedoch eines ausspart: Die lustvolle, triebhafte Seite der Liebe.

Die Anekdoten

Simon Konrad gibt gerne Einblick in seinen Alltag als Musiker und Vater. Der Konzertgast erfährt, dass sein Sohn inzwischen lieber die Songs seines Vaters statt Geschichten von Leo Lausemaus hört. Konrad sinniert über den Plural von Ananas. Die Frucht ziert das Cover des Debütalbums. "Heißt es wirklich Ananasse?", will er wissen.

Das Fazit

Ein angenehmes Konzert, um sich aus dem Wochenende zu verabschieden und sanft in die neue Woche zu gleiten.