Wahlkreis Waldshut

AfD-Politiker Dubravko Mandic scheitert mit Kandidatur für Bundestagswahl

Sebastian Wolfrum

Der umstrittene Freiburger Rechtsanwalt Dubravko Mandic wird nicht Direktkandidat für die AfD bei der kommenden Bundestagswahl. Auf der Nominierungsveranstaltung in Titisee-Neustadt machte eine Frau das Rennen.

Die AfD hat ihre Direktkandidatin für den Wahlkreis Waldshut 288 nominiert. Martina Böswald setzte sich bei der Wahl am Sonntagabend in Titisee-Neustadt gegen vier weitere Bewerber durch. Die 50-jährige Rechtsanwältin konnte im zweiten Wahlgang die Mehrheit der Stimmen auf sich vereinen. Böswald war früher in der SPD aktiv, trat 2001 unter anderem als Zweitkandidatin hinter dem langjährigen Landtagsabgeordneten Christoph Bayer an.


Bei ihrer Vorstellung im Kurhaus in Titisee-Neustadt sagte sie, der Islam sei keine Religion und definierte Flüchtlinge als Belastung für den Sozialstaat. Die deutsche Wirtschaft müsse sich zudem wieder nationaler ausrichten, sagte sie. Außerdem solle das Rentenkonzept auf andere Füße gestellt werden.

Ebenfalls angetreten war Dubravko Mandic. Gegen den Freiburger Rechtsanwalt ermittelt derzeit die Staatsanwaltschaft Karlsruhe wegen Beleidigung – er soll im Internet gegen Politiker gehetzt haben.

Gegen ihn wurden zudem Vorwürfe wegen Rechtsradikalismus erhoben. Mandic gehört zum rechten Flügel der AfD und plädiert für eine Zusammenarbeit der Partei mit der als rechtsradikal angesehen Identitären Bewegung.

Mandic will über die Landesliste in den Bundestag einziehen. Er kündigte an, für den Listenplatz drei der Landesliste zu kandidieren. Er rechne sich gute Chancen auf den Platz aus, da eine große Gruppierung innerhalb der AfD namens "Der Flügel" seine Kandidatur unterstütze.