Äl Jawala: Zum 10. Geburtstag ein Konzert-Festival

Alexander Ochs

Die Freiburger Balkancombo Äl Jawala feierten zehnten Geburtstag. Und das Geburtstagsfest am kommenden Wochenende wird eine Riesen-Sause. Denn zum ersten Äl Jawala-Festival haben die Lokalmatadoren drei ihrer Lieblingsbands eingeladen.



„Wir holen unsere liebsten Bands und DJs nach Freiburg und feiern zwei Abende lang mit ihnen und allen, die dabei sein wollen“, kündigt Markus Schumacher, Percussionist von Äl Jawala, an. Nächsten Freitag und Samstag, 19. und 20. Februar 2010, veranstaltet die Freiburger Band gemeinsam mit dem E-Werk das erste Jawala Festival anlässlich ihres zehnjährigen Bestehens. Warum gleich ein Festival?


„Der Ausgangspunkt und Mittelpunkt unseres Schaffens und unserer Reisen war und ist Freiburg, auch wenn wir inzwischen in ganz Europa unterwegs sind. Wir wollen uns mit diesem zweitägigen Festival bei unseren Freiburger Fans bedanken und laden darum die Bands ein, die uns in den letzten Jahren besonders ans Herz gewachsen sind“, erklärt Markus. Stilistisch kommen die vier Bands aus völlig verschiedenen Ecken.

„Unsere ältesten Bekannten sind die Pentatones, die wir schon 2003 beim Geburtstag von Urban (Goschehobel) kennen gelernt hatten. Die Elektro-Beats, die Bässe und den (Sprech-)Gesang der Pentatones haben wir dann in den folgenden Jahren bei vielen gemeinsamen Konzerten mit unserem Äl-Jawala-Sound fusioniert, was für uns alle eine tolle Erfahrung war und richtungsweisend für den weiteren Weg beider Bands“, erläutert Markus.

Damals waren die Jawalas noch zu viert, also nur Saxophon und Percussion. Heute verortet er die Pentatones irgendwo zwischen Konzertsaalwürde und Tanzflächentumult. Sängerin Delhia De France hat auf dem letzten Jawala-Album "Asphalt Pirate Radio" die Vocals für zwei Songs beigesteuert.

Die Band Urma aus der rumänischen Hauptstadt Bukarest haben die Jawalas vor fünf Jahren im Schlosskeller Emmendingen kennen gelernt, wo die Rumänen damals aufgetreten sind.

„Wir haben Mani, dem Sänger von Urma, unser damals neustes Album "Live at Jazzhaus" in seinem Autoradio vorgespielt und er war so begeistert, dass er uns gleich für den kommenden Sommer nach Rumänien einlud“, schildert Markus das erste Treffen.

Seitdem organisieren beide Bands Konzerte für einander und stehen gerne auch mal gemeinsam auf der Bühne. „Urma stehen irgendwo zwischen Dave Matthews Band und Pearl Jam und sie stehen für eine neue rumänische Generation, die sich mit ihrem kreativen Schaffen dem Mainstream entgegenstellt.“

Taufrischen Reggae neuer Prägung machen Jamaram aus der bayrischen Landeshauptstadt. Seit ein paar Jahren haben die Jawalas diese Band im Auge. „2008 waren sie in Uganda, wo sie ihre Jamaram-Tunes mit afrikanischem HipHop, traditionellen Beats und Roots-Reggae verschmolzen“, so Markus.

„Richtig kennen gelernt haben wir uns aber erst, als wir letztes Jahr ein paar Mal in dem Haus der Band in der Nähe von München übernachtet haben.“ Da wurde dann abends mit den Jamarams im Wohnzimmer bis in die Morgenstunden hinein kräftig gejammt.

Und Äl Jawala selbst? Was hat sich in den zehn Jahren Bandgeschichte verändert? „Am Anfang war alles sehr unbewusst. Wir haben uns einfach treiben lassen. Später haben wir immer mehr reflektiert. Wer sind wir? Was wollen wir?“, sagt Markus. Gerade bei der Studioarbeit zu "Asphalt Pirate Radio" konnte die Band viel mehr bewusste Entscheidungen treffen als bei den drei Live-Alben zuvor. Und nun, nach diesem Album, heißt es: zurück zu den Wurzeln.

Die fünf Bandmitglieder widmen sich wieder mit Leib und Seele dem Live-Spielen. Spontan, frei und mit viel Spaß am Zusammenspiel untereinander und mit ihrem Publikum – obendrein in einer ihrer erklärten Lieblings-Locations. Ein Anfang ist schon gemacht: An den vergangenen Wochenenden haben die Jawalas schon fleißig die (Werbe-)Trommel gerührt und die KaJo gerockt.

Programm


Einlass jeweils ab 19 Uhr
Konzertbeginn 20 Uhr

Freitag, 19. Februar 2010 Urma  - Musikalisches Roadmovie aus BukarestJamaram  - Münchner Roots-ReggaeDJ Flowin Vibes  - Reggae + Dancehall (Aftershowparty)

Samstag, 20. Februar 2010
Pentatones  - Jazz Electronica aus LeipzigÄl Jawala  - Balkan Big Beats aus FreiburgDJ Edin Burazorovic  - Rhythm of Balkan aus Basel (Aftershowparty)



Mehr dazu:

Was: Jawala-Festival
Wann: Freitag 19. und Samstag, 20. Februar 2010
Wo: E-Werk
Eintritt: Festivalpass 29 Euro, 25 Euro (ermäßigt); je Abend 19 Euro, 16 Euro (ermäßigt), nur Aftershowparty 5 Euro