Äffle und Pferdle sollen bald in 3D schwäbeln

Saskia Scherer

"Äffle & Pferdle" sind Kult. Bereits seit Mitte der 1960er-Jahre scherzen die beiden tierischen Schwaben zwischen den Werbespots im Vorabendprogramm der ARD. Bald sollen sie das allerdings nicht mehr gezeichnet, sondern computeranimiert tun. Warum der Kult-Zeichentrick mit Forschung der Filmakademie Baden-Württemberg generalüberholt werden soll:



In rund 2000 Mini-Clips haben "Äffle & Pferdle" schon Sprüche geklopft und Witze gerissen. Der Bekannteste: "Der Hafer- und Bananenblues". Seit 1960 sind die beiden Schwaben zwischen den Werbespots im Vorabendprogramm im Südwesten zu sehen. Jetzt sollen die beiden Werbewegschaltverhinderer auf den technisch neuesten Stand gebracht werden.


"Wir möchten moderner werden und für die zukünftige Technologie gewappnet sein", sagt Armin Lang Junior von Lang-Film. Sein Vater, ebenfalls Armin Lang, ist der Erfinder der beiden Fernsehtiere, die Firma entwickelt heute die Geschichten für die Zeichentrick-Clips von Affe und Pferd. Die Produktion von Clips mit modernen Animationstechnologien ist einfacher und kostengünstiger als die traditionellen Herstellung. "Wenn man Sachen wie Häuser und Autos einmal hat, muss man sie nicht immer neu zeichnen", sagt Lang Junior. Das gilt auch für die Charaktere. Sind sie einmal gut gestaltet, kann ein Programm die Animation übernehmen. 

Die Herstellungszeit einer "Äffle & Pferdle"-Geschichte könnte so von drei Monate auf eine Woche reduziert werden. Dann könnten auch aktuellere Geschichten erscheinen. "Was ist im Ländle passiert? Quasi das Wort zum Sonntag von Äffle und Pferdle", sagt Armin Lang.



Die Idee, die Figuren am Computer zu animieren, entstand in Zusammenarbeit mit der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg. "Ein Teil der Arbeit an Äffle und Pferdle entstand im Rahmen einer Bachelor-Arbeit", sagt Volker Helzle von der Filmakademie. In Kooperation mit der Abteilung Forschung & Entwicklung des Instituts für Animation, Visual Effects und digitale Postproduktion laufen nun verschiedene Forschungsprojekte von Studierenden, um Analyseverfahren für die Umwandlung von 2D-Sequenzen in 3D zu entwickeln. So könnten die bereits vorhandenen Clips in die neue Technologie übertragen werden. Anschließend besteht die Möglichkeit, neue Folgen zu produzieren.

"Das hängt davon ab, ob sich eine Finanzierung findet", sagt Volker Helzle. Für ihn steht jedoch die Technik im Vordergrund. "Wir möchten erstmal aufzeigen, dass eine Überführung in 3D prinzipiell möglich ist."

Das Umwandeln von 2D in 3D ist nicht immer ganz einfach: Silhouetten oder bestimmte Körperposen müssen im Design angepasst oder ganz verändert werden. Helzle verweist auf den "Äffle & Pferdle"-Korkenzieher-Clip. "Wenn das Äffchen die Arme mit den Korkenziehern hebt, muss die streckende Pose was Dehnung und Stauchung angeht bearbeitet werden." Der Vorteil: Aus allen analysierten Bewegung erstellt seine Abteilung eine "Bewegungs-Bibliothek", die charakteristische Bewegungungen der Figuren enthält, und die für neue Clips verwendet werden können.

Wann Äffle und Pferdle in neuer Technologie zu sehen sein werden, steht noch nicht fest. Armin Lang hofft, mit den neuen Clips auch in die Kinos reinzukommen - allerdings nicht als Spielfilm, sondern in gewohnt kurzer Manier als Vorfilme.

Das Original: Viewer Request #18: Äffle und Pferdle "Neue Kerza"

Quelle: YouTube


Äffle & Pferdle 'Korkenzieher' Full Animation

Quelle: YouTube


 

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[Bilder: Filmakademie Baden-Württemberg, Lang-Film]