Stadtbau bestätigt

ADAC-Gebäude am Karlsplatz in Freiburg soll bald vermietet werden

Christoph Giese

Noch immer steht das ehemalige ADAC-Gebäude am Karlsplatz leer. Der Einzug des Jugendkulturzentrums Artik scheiterte. Jetzt hat die Stadtbau nach eigenen Angaben einen Mieter gefunden.

Mehr als zwei Jahre ist es schon her, dass der Einzug des Jugendkulturzentrums Artik in das ehemalige ADAC-Gebäude am Karlsplatz gescheitert ist, und noch immer steht das Gebäude leer. Die Kulturliste Freiburg fordert weiterhin, die Räume für Künstler und Künstlerinnen aus Freiburg freizugeben. Eine solche Übergangslösung ist bislang aber nicht zustande gekommen und wird wohl bald auch nicht mehr nötig sein. Die Stadtbau GmbH als Besitzerin hat nach eigenen Angaben einen Mieter, der Mietvertrag soll "zeitnah" unterzeichnet werden.


Kulturliste kritisiert die Freiburger Stadtbau

Die jüngere Geschichte des ehemaligen ADAC-Gebäudes am Karlsplatz ist vor allem von Vorschlägen, Überlegungen und unerfüllten Hoffnungen geprägt. Nachdem der ADAC 2013 aus dem Haus ausgezogen ist, passierte erst nichts. Die Freiburger Stadtbau GmbH, die neue Besitzerin des Gebäudes, konnte keine schnelle Lösung präsentieren. Daher schlug die Kulturliste zwei Jahre später vor, dass das Gebäude zwischenzeitlich als Kunstraum für kulturelle Zwecke genutzt werden könne – es blieb aber beim Vorschlag.

Erst 2016 gab es neue Entwicklungen: Das Jugendkulturzentrum Artik sollte am Karlsplatz einziehen. Allerdings scheiterte das Vorhaben an den zu hohen Kosten für den dafür notwendigen Umbau. Seither ist wieder nichts passiert. Daher erneuerte die Kulturliste jetzt ihre Forderung von 2015: "An dieser Stelle soll kurzfristig eine Nutzung als temporärer Kunstraum realisiert werden", heißt es in einer Pressemitteilung aus dem April. Die Kulturliste kritisiert die Freiburger Stadtbau GmbH für deren Untätigkeit an diesem vielversprechenden Ort. Mit einer "Stadtraum-Intervention" machte die Kulturliste Mitte April vor dem Gebäude am Karlsplatz auf den Leerstand aufmerksam.

Kritik an jahrelangem Leerstand

Stadtrat Atai Keller sieht viel Potenzial in der Immobilie und stellt vor allem deren exzellente Lage heraus. Da am Karlsplatz täglich viele Touristenbusse ankommen, sei es schade, dass das Gebäude ungenutzt bleibt. "Das kann ja nicht sein, das ist ein Filetstück", äußert Keller sein Unverständnis für den Leerstand und verweist auf die damit einhergehenden, witterungsbedingten Probleme. "Das Haus verfällt, es geht kaputt", beklagt der Stadtrat. Gleichzeitig weist Atai Keller darauf hin, dass es sich um ein ernsthaftes Anliegen handelt: "Die Künstlerschaft schaut auf das ADAC-Gebäude." Dennoch, stellt er klar, gehe es bei diesem Vorschlag nur um die Idee für eine Übergangslösung. Falls doch noch etwas Entsprechendes zustande kommen sollte, sei es besonders wichtig, so Keller, dies für die Nachbarschaft verträglich umzusetzen. Abendveranstaltungen seien dann nicht vorgesehen.

Die Überlegungen der Kulturliste könnten jedoch bald obsolet sein, da Bewegung in den Fall kommt. René Derjung, Pressesprecher der Stadtbau GmbH, sagt auf Nachfrage: "Zur Vermietungssituation können wir mitteilen, dass uns eine Zusage für die Anmietung des Gebäudes vorliegt." Nähere Informationen zum Stand der Verhandlungen oder den künftigen neuen Mietern gab die Stadtbau zwar nicht, Derjung erklärte aber, der Abschluss des Mietvertrags werde zeitnah erfolgen.

Je nachdem, wer der neue Mieter ist, fallen Umbaumaßnahmen im Gebäude an, da das noch vom ADAC bestehende Inventar auf die Anforderungen eines Reisedienstleisters zugeschnitten ist. Wann genau wieder Leben in das ehemalige ADAC-Haus am Karlsplatz kommt, ist also weiter offen.

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