Acht Minuten gegen Cybermobbing: Rotteck-Gymnasiasten gewinnen Kurzfilmpreis

Marina Korn

Die Klasse 10d des Rotteck-Gymnasiums hat's geschafft: Im Schülerwettbewerb der Bundeszentrale für politische Bildung hat sich ihr Kurzfilm zum Thema Cybermobbing gegen rund 2600 andere Projekte durchgesetzt und den Sonderpreis gewonnen. fudder-Autorin Marina Korn hat Hauptdarstellerin Nadine Greger gefragt, ob sie in ihrer Klasse schon mal Cybermobbing erlebt hat:



In eurem preisgekrönten Kurzfilm - geht es um Cybermobbing. Wie seid ihr auf das Thema gekommen?

Nadine Greger: Den Film haben wir gedreht, nachdem sich die kanadische Schülerin Amanda Todd wegen Cybermobbing das Leben genommen hat. Wir haben das Thema aufgegriffen, weil der Wettbewerb ein aktuelles Thema vorschrieb. Es gab auch vorgesetzte Themen wie Hungersnot in Afrika, aber es gab auch den Bereich 'Politik Brandaktuell', bei dem man sich ein Thema aussuchen durfte, das wirklich aktuell ist.

Amanda Todd war gerade aktuell, und Medienkonsum ist ja generell bei Jugendlichen ein großes Thema.

Habt ihr Cybbermobbing schon mal selbst erlebt?

In unserer Klasse gibt's das Problem so nicht, aber generell ist es unter Jugendlichen ja schon weit verbreitet.

War die ganze Klasse am Film beteiligt?

Ja. Es konnte natürlich nicht jeder mitspielen. Wir haben zwar eine Szene, in der die ganze Klasse zu sehen ist, aber generell haben wir die Arbeit in Gruppen aufgeteilt. Es gab welche, die recherchiert haben und Informationen über Medienkonsum und Medienmissbrauch gesammelt haben. Das haben die meisten gemacht - schließlich kann man ja keinen Kurzfilm mit 30 Leuten drehen. Die Informationen haben wir dann auch in unseren Film eingebaut, in dem zum Beispiel in der Klassensituation jemand einen Vortrag über Medienkonsum hält, wodurch der Film auch sehr informativ ist.

Dann gab es noch eine Drehbuchgruppe, die erst mal das ganze Drehbuch geschrieben und auch grob die Gespräche vorbereitet hat. Und dann natürlich noch die Schnittgruppe, die den Film zu Ende bearbeitet hat. Außerdem konnte man auch schauspielerisch mitwirken. Bei den Schauspielern waren nicht so viele beteiligt. Das waren ich, meine Klassenlehrerin, Frau Messerschmidt, die Danas Mutter gespielt hat und Felix Gerdts, der ihren Bruder gespielt hat.



Wer hat euch beigebracht, wie man einen Kurzfilm macht?

Niemand, wir haben uns einfach drangetraut. Unsere Klassenlehrerin hat uns vorgeschlagen, an jenem Wettbewerb teilzunehmen, und dann haben wir darüber abgestimmt und sind zum Schluss gekommen, dass wir daran gerne teilnehmen würden.

Wie lange habt ihr insgesamt am Film gearbeitet?

Was wahrscheinlich am längsten gedauert hat, war die Vorbereitung, bis wir uns wirklich einig waren, wie wir es präsentieren wollen und was wir genau zeigen wollen. Es war nicht von vornerein klar, dass wir das mit Amanda Todd machen, wir wussten zuerst nur, das es um  Medienkonsum gehen soll und dann hat sich das so nach und nach ergeben. Der Dreh an sich hat nur ein paar Nachmittage gedauert, das haben wir dann nach der Schule gemacht. Der Schnitt hat noch ein paar Tage gebraucht und dann hatten wir es etwa so nach eineinhalb Monaten. Die acht Minuten waren ja auch vorgegeben, sonst hätten wir wahrscheinlich noch länger gemacht.

Zur Person

Nadine Greger spielt die Hauptrolle in dem 8-minütigen Kurzfilm. Ihre Rolle Dana Modadt, eine Anlehnung an Amanda Todd, hat sowohl im Netz als auch in der Klasse mit Mobbing zu kämpfen, was sie in ihrer Verzweiflung und Einsamkeit zum Selbstmord verleitet. Gleichzeitig gerät ihr Bruder in immer größere Sucht von Gewaltspielen.

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[Bild 1 & 3: dpa; Bild 2: Thomas Kunz, Badische Zeitung]