Acht Ideen aus der fudder-Redaktion für einen Auslandsaufenthalt

Anna Lob

Während der Schulzeit, nach dem Abschluss oder während des Studiums: Für einen längeren Auslandsaufenthalt gibt es viele Gelegenheiten. Fudder hat eine Übersicht zusammengestellt, die der Planung helfen soll – inklusive günstiger Möglichkeiten.

Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern beruht auf persönlichen Erfahrungen.

Schüleraustausch

Um für längere Zeit in einem fremden Land zu leben, muss man nicht warten, bis man 18 ist. Das geht schon während der Schulzeit. Viele Agenturen bieten "High School Years" an, bei denen man für ein halbes oder ganzes Schuljahr in einem anderen Land zur Schule geht und bei einer Gastfamilie lebt. Für für viele geht es dabei in die USA, aber auch innerhalb von Europa gibt es ein großes und oft kostengünstigeres Angebot.

Durch das Leben in einer Gastfamilie lernt man die Kultur kennen und da die Gastgeschwister oft auf die selbe Schule gehen, hat man auch direkt erste Kontakte. Vorher sollte man aber auf jeden Fall mit der Schule in Deutschland abklären, welche Angebote es gibt. Oft bedeutet ein Schuljahr im Ausland, dass sich die Schulzeit insgesamt verlängert.
Tipp: Am besten auf einer lokalen Bildungsmesse informieren und dort Kontakt zu einer Agentur aufnehmen. Am 21. April kann man das zum Beispiel bei der Jugendbildungsmesse im St. Ursula-Gymnasium tun.


Au Pair

Ein Klassiker für die Zeit nach dem Abitur: Der Au-Pair-Aufenthalt. Lange Zeit war dieser ausschließlich jungen Frauen vorbehalten, inzwischen bieten einige Agenturen das Programm auch für Männer an. Als Au Pair lebt man mit einer Gastfamilie zusammen und kümmert sich zu festen Arbeitszeiten um die Kinder. Kinder zu mögen ist also wichtig, denn sonst wird der Auslandsaufenthalt keine besonders erfüllende Erfahrung.

Abgesehen davon ist es eine unkomplizierte Möglichkeit, für längere Zeit im Ausland zu leben und insbesondere mit den USA als Gastland auch eine verhältnismäßig günstige Option. Oberste Regel: Augen auf bei der Wahl der Gastfamilie! Man verbringt viel Zeit mit den Kids, ist verantwortlich für sie und sollte deswegen mit potenziellen Gasteltern abklären, ob die Vorstellungen übereinstimmen.

Das Leben mit einer Gastfamilie ist nicht immer leicht und ein Au-Pair-Jahr nicht immer nur schön, aber trotz oder gerade wegen allem eine wertvolle Erfahrung, an der man wächst.
Tipp: Lokale Au-Pair-Agenturen vermitteln den Aufenthalt ins Ausland. Es lohnt sich, sich gut über das Gastland zu informieren. Am besten mehrere Skype-Interviews mit der potentiellen Gastfamilie führen, um sich gegenseitig zu beschnuppern und um herauszufinden, was erwartet wird. Auch bei Facebook gibt es Au-Pair-Gruppen in jeder Stadt, in denen man sich informieren kann und Kontakt zu anderen Au-Pairs aufnehmen kann.


Work and Travel

Wer sich in einem Land nicht an einen Ort binden möchte, hat mit einem Work-and-Travel-Programm die Gelegenheit, ein Land zu bereisen und finanziert sich das Ganze durch Aushilfsjobs, zum Beispiel auf Bauernhöfen. Australien und Neuseeland sind die Ziele vieler Work-and-Travel-Angebote.

Theoretisch kann man sich eine solchen Aufenthalt auch selbst organisieren, eine Agentur bietet allerdings den Vorteil, dass sie vor Ort vernetzt ist und einem helfen kann, Jobs zu finden. Gerade für Leute, die gerne alleine reisen, bietet sich Work-and-Travel an, denn es stehen verschiedene Zeitfenster zur Auswahl und man ist während des gesamten Aufenthalts meist sehr flexibel.
Tipp: Sei dir bewusst, dass Work-And-Travel eine beliebte Form ist, um Zeit im Ausland zu verbringen. Besonders angesagt sind Australien und Neuseeland, das heißt, dort gibt es dann vielleicht nicht immer gleich einen Job, der dir zusagt. Work-and-Travel ist außerdem aufwendig zu planen. Es hilft, sich vorher mit Leuten zu vernetzen, die solch einen Aufenthalt hinter sich haben.


Freiwilliges Soziales Jahr oder Freiwilliges Ökologisches Jahr

Inzwischen kann man ein freiwilliges soziales Jahr oder ein freiwilliges ökologisches Jahr auch im Ausland absolvieren. Dabei gibt es viele schöne und wertvolle Projekte. Ob in einer Behinderteneinrichtung in Kanada oder im Urwald von Panama - mit einem FSJ kann es einen an die abgelegensten Orte verschlagen. Dabei nutzt man die Zeit, um etwas Gutes und Sinnvolles zu tun.

Gleichzeitig hat man die Gelegenheit, Teil einer neuen Kultur zu werden, vielleicht eine neue Sprache zu lernen und verdient auch etwas Geld, von dem man sich schöne Reisen finanzieren kann. Organisieren kann man einen solchen Freiwilligendienst im Ausland zum Beispiel über das Programm "weltwärts", dass vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung finanziert wird. Auf der Homepage finden sich viele verschiedene Projekte und man erfährt alles über Voraussetzungen, die man mitbringen muss und Finanzierungsmöglichkeiten.
Tipp: Bei manchen Projekten muss man selbst Spenden sammeln, um den Aufenthalt mitzufinanzieren. Informiere dich vorher also gründlich, was du selbst mitbringen musst und wie gut alles organisiert ist. Manche Projekte werden zwar angeboten, sind aber noch gar nicht in trockenen Tüchern.


Auslandssemester / Auslandsstudium

Dank des Erasmus Austauschprogramms der europäischen Union wurden viele bürokratische und finanzielle Hürden bei der Organisation eines Auslandssemesters an einer anderen europäischen Universität abgebaut. Aber nicht nur innerhalb von Europa lässt sich studieren, auch auf jedem anderen beliebigen Kontinent. Ohne Stipendien ist ein Auslandssemester oder ein Studium im Ausland allerdings nicht unbedingt für jeden zugänglich, da andere Länder oft sehr hohe Studiengebühren verlangen.

Außerdem geht einem Auslandssemester häufig ein langwieriger und aufwendiger Bewerbungsprozess voraus und die Kurse lassen sich nicht immer eins zu eins anrechnen, was für eine Verlängerung der Studienzeit sorgt. Man sollte sich also gut informieren, bevor man sich für ein Auslandssemester entscheidet und sich genau mit den Partneruniversitäten und deren Angeboten, die oft von Fakultät zu Fakultät variieren, auseinandersetzen. Infos über ein Auslandssemester gibt es an der Uni Freiburg im International Office.
Tipp: Es gibt eine Vielzahl von Stipendien, die Dir helfen können, Dein Auslandssemester zu finanzieren. Allerdings sind die Aufnahmekriterien oft relativ streng und gute Noten eine wichtige Voraussetzung. Wer mit dem Gedanken spielt, während des Studiums ins Ausland zu gehen, sollte sich also reinhängen und früh genug mit der Planung anfangen.


Auslandspraktikum

Ein Praktikum im Ausland kann eine gute Gelegenheit sein, um die Geschäftswelt einer anderen Kultur kennenzulernen und sein "Business Vokabular" in einer anderen Sprache auszubauen. Wer sich für die Arbeit bei einem Global Player interessiert, kann außerdem erste Kontakte knüpfen.

Problematisch ist allerdings, dass auch Praktika im Ausland häufig nicht vergütet werden, was je nach Standort bei hohen Kosten für Miete und Lebensunterhalt nicht unbedingt einfach zu finanzieren ist. Auch für Auslandspraktika gibt es Agenturen, die einem bei der Vermittlung und Organisation helfen. Außerdem bieten auch viele Firmen und Institutionen, wie zum Beispiel die Europäische Union, Praktikumsplätze im Ausland an.

Tipp: AIESEC ist eine Organisation, bei der Studierende Auslandspraktika für Studierende vermitteln. Dort gibt es auch eine Vielzahl von Freiwilligen Projekten, an denen man teilnehmen kann. Auch einige Fakultäten der Uni Freiburg vermitteln Praktika ins Ausland, beispielsweise gibt es das Auslandsbüro Wirtschaftswissenschaften oder das Auslandsbüro der Rechtswissenschaftlichen Fakultät.

Weltreise

In 80 Tagen um die Welt. Was für Jules Verne noch eine Sensation war, liefern Reiseagenturen inzwischen zum Pauschalpreis. In vielen Reisebüros kann man bereits vorgeplante Routen buchen oder einfach die Wunschziele nennen und es werden passende Flug-, Übernachtungs- und Mietwagenangebote vorgelegt. Dabei hängt es ganz davon ab, wie viel Zeit man sich für die Weltreise nehmen will und wie viel Flexibilität man sich unterwegs wünscht.

Sicherlich nicht unbedingt ein billiges Unterfangen und es gibt darüber hinaus viel zu organisieren, wie zum Beispiel verschiedene Visa, Impfungen und und und. Aber gerade, wenn man mit Freunden oder als kleinere Gruppe für längere Zeit verreisen will, ist eine Weltreise eine tolle Sache, die es ermöglicht, viele verschiedene Orte zu entdecken, wobei für einen tieferen Einsteig in eine andere Kultur aber nicht unbedingt viel Zeit bleibt. Inspiration gibt es natürlich bei unseren Freiburger Weltreisenden Gwen Weisser und Patrick Allgaier, die mit ihrem Film "weit." gerade alle Rekorde brechen.
Tipp: In Freiburg bietet zum Beispiel die Reiseagentur STA Travel in der Universitätsstraße 15 Weltreisen an. Auch Gleisnost in der Bertoldstraße (weitere Filialen gibt es in Littenweiler und in der Radstation am Bahnhof) bietet professionelle und geheimtippverdächtige Beratung zum Thema Reisen an – sei es bei nah oder fern. Wer Hilfe bei der Suche nach Flügen braucht, ist bei Forum Reisen in der Niemensstraße richtig.


Urlaub

Wem die genannten Möglichkeiten trotz allem zu teuer, zu aufwendig oder schlichtweg zu langwierig erscheinen, bleibt natürlich der Evergreen: ein Urlaub. Egal ob drei Wochen mit dem Wohnmobil durch Südamerika oder die sieben Tage Pauschalurlaub auf Mallorca.

Für eine schnelle Befriedigung des Fernwehs gibt es so viele Möglichkeiten wie Sandkörner am Meer und Dank Internetseiten wie Urlaubspiraten oder Secret Escapes könnte man mit ein bisschen Gespür für gute Deals schon nächste Woche an einem Strand in der Karibik liegen - ganz stressfrei. Auch die lokalen Reisebüros trumpfen mit vielen guten Angeboten – einfach die Schaufenster oder Internetseiten im Auge behalten. Meist hat eine Buchung im Reisebüro um die Ecke Vorteile gegenüber einer relativ anonymen Buchung im Internet.
Tipp: Wenn einem die klassischen Hotels inzwischen zu langweilig sind, oder man einfach mal eine besondere Unterkunft sucht, lohnt sich eine Suche bei airbnb, booking.com oder Couchsurfing. Kontakt zu Locals? Check. Weitere Ideen: Woofing.

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