Abgeblitzt! Ein ganzes Buch voller Körbe

Anna-Lena Zehendner

Verdrängung - das ist eine Möglichkeit, wie Männer mit einer Abfuhr umgehen können. Dass jedoch viele von ihnen durchaus unter einem Korb leiden und verliebte Männer oft alle vorausgehenden Signale völlig fehlinterpretieren, das will Sebastian Leber (32) mit seinem Buch "Abgeblitzt" zeigen. 33 Männer erzählen darin selbstironisch und herzzerreißend von ihren persönlichen Erfahrungen. Anna-Lena Zehendner hat mit Leber über sein Buch gesprochen.



Im Vorwort von "Abgeblitzt" heißt es, dass Buch wolle kein Ratgeber sein und trotzdem werde es dem Leser einiges erklären. Was denn?

Sebastian Leber: Einen Ratgeber kann ich über das Thema abblitzen nicht schreiben, da ich mir nicht anmaßen möchte, ein Experte auf diesem Gebiet zu sein. Ich bin kein Flirtkenner und auch kein Therapeut. Im Gegenteil, ich bin wohl eher ein Experte des Scheiterns. Das Buch ist quasi ein Loserbuch und die Ratschläge, die darin tatsächlich vorkommen sind mit großer Vorsicht zu genießen. Es ist daher definitiv nichts für Leute, die dringend Flirthilfe brauchen.

Ist "Abgeblitzt" ein weiterer Versuch, den Frauen die Männer besser verständlich zu machen?

Die Hoffnung ist auf jeden Fall da. Aber in erster Linie möchte ich mit dem Buch das Klischee aufräumen, Männer würden nicht genug nachdenken und könnten einen Korb einfach so wegstecken. Wir Männer leiden durchaus und machen uns sehr viele, oft schwachsinnige Gedanken.

Wie ist das Feedback zu deinem Buch?

Die Mehrzahl der Kommentare kommt von Frauen. Meine kleine Schwester ist ein gutes Beispiel: Sie hat sich an den Kopf gefasst und konnte nicht begreifen, wie oft es Männern in dieser Beziehung an Leichtigkeit fehlt. Von Männern habe ich hingegen viele Beschimpfungen kassiert. Schließlich geht es in "Abgeblitzt" um ein Thema, worüber Mann nicht gerade gerne spricht. Es kamen Kommentare wie: "Was ist denn das für 'ne Softie-Scheiße". Aber es gab durchaus auch die "Kenn ich"-Effekte.

Eine der 33 Geschichten im Buch ist von dir. In "Tyrannosaurus Ex" beschreibst du, wie du eine Frau kennengelernt hast, die in ihrer Wohnung noch einige Dinge von ihrem Ex-Freund aufbewahrt hatte. Was war für dich schlimmer, seine Unterhose in ihrer Schublade oder sein Bild an ihrem Kühlschrank?

Die Unterhose geht gar nicht.



Waren das nicht deutliche Warnsignale für dich?

Männer können Dinge sehr gut missinterpretierten. Die Frau hat mir damals  glaubhaft gemacht, dass der Kerl keine Rolle mehr spielt. Das ist auch so ein Phänomen beim Mann: Negative Aspekte werden entweder abgehakt, damit sie nicht am Ego kratzen, oder so lange schön geredet, bis sie in das positive Konzept reinpassen.

 

Dein Tipp: Wie kann man am besten über einen Korb hinwegkommen?

Es gibt vernünftige und wirkungsvolle Strategien. Eine vernünftige wäre zum Beispiel, wenn man sich die Niederlage eingesteht und seine Schwächen akzeptiert. Das ist die reife Variante, die Erwachsenen wohl besser steht. Eine wirkungsvolle Strategie ist, die Wahrheit zu verdrängen. Ein Protagonist aus dem Buch schreibt das sehr passend: "Gut verdrängt ist halb verarbeitet." Wenn man die Frau in seinen Gedanken zum Monster werden lässt, damit es einem hilft und wieder besser geht, ist das doch in Ordnung.

Abgeblitzt

Verlag: Schwarzkopf & Schwarzkopf
Autor: Sebastian Leber
Buch: 9,90 €; 230 Seiten

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