Lampedusa Calling

Ab Samstag gibt’s auf dem Kartoffelmarkt eine Wanderausstellung zum Thema Flucht

Inanna Tribukait

Integratives Miteinander, Inklusion, eine Einladung zum öffentlichen Gespräch: Mit Konzerten, Workshops, Podiumsdiskussionen und Mitmachaktionen lädt das Projekt "Lampedusa Calling" Menschen ein, sich mit dem Thema Flucht auseinander zu setzen.

Zwei Seefrachtcontainer stehen auf dem Kartoffelmarkt. Einer ist offen, von innen mit Holz verkleidet. Ein Tiny House, mit einem Sonnensegel und einer Dachterrasse, der andere ist mit Schlauchbootmaterial verlängert. Eine Anspielung auf die Fluchtsituation im Mittelmeer.


"Die Ausstellung besteht aus zwei Einheiten: Einem Begegnungs- und einem Kunstcontainer", erklärt Projektleiter Johannes Schmied. Es gehe darum, einen Dialog in der Gesellschaft zu schaffen, Menschen auf der Straße anzusprechen und sie in ein Gespräch zum Thema Integration und gesellschaftlichem Zusammenleben einzubinden.

Es finden Workshops, Konzerte und Diskussionen statt

Der Kunstcontainer soll unkommentiert bleiben, den Menschen eine Möglichkeit zur Reaktion auf das Thema bieten. Im Begegnungscontainer finden verschiedene Aktionen statt. "Nur über Bildung können wir Ressentiments überwinden", sagt Schmied. Dabei soll das Projekt keinen ausschließen: Im Internet ist das Programm für die Ausstellung in fünf verschiedenen Sprachen erhältlich, welche Veranstaltung für Menschen mit Behinderungen zugänglich sind, oder übersetzt werden, ist klar gekennzeichnet.

Das Programm für die Ausstellung beinhaltet Aktionen von über 30 Akteuren, alles soll so inklusiv wie möglich sein. Es finden Workshops, Podiumsdiskussionen und Seminar zu allen möglichen Themen rund um Flucht statt: LGBTQ+ als Fluchtursache, Flucht und Klima, Religionsralleys, aber auch gemeinsames Essen und Konzerte finden statt.

Der Dialog soll auf die Straße gebracht werden

Schon während des Aufbaus bleiben immer wieder Menschen stehen, fragen, was für ein Projekt stattfinden soll, und zeigen Interesse. Schmied lädt sie alle zur Ausstellung ein. "Wir tolerieren hier keine Fremdenfeindlichkeit, aber wir wollen mit den Menschen ins Gespräch kommen und wissen, woher das kommt".

Lampedusa Calling nahm seinen Ursprung in einer Denkwerkstatt zu friedlichem, integrativem Leben in Herrenberg. Um Menschen zu begegnen, die gegenüber Geflüchteten Vorbehalte hegen, müsse man aber das Gespräch auf die Straße bringen, sagt Schmied.
Die Ausstellung eröffnet am Samstag, den 13. Juli um 16 Uhr und ist bis Samstag, 20. Juli in Freiburg. Montag, 15. Juli, Mittwoch, 17. Juli und Donnerstag, 18. Juli von 8 bis 13 Uhr können sich Schulklassen zum Besuch anmelden.