Ab Oktober in Freiburg: Bei der Artnight kann man in Bars und Restaurants malen

Marissa Müller

Artnight veranstaltet deutschlandweit Malkurse als Events in Bars und Restaurants. Am kommenden Montag findet die erste Freiburger Artnight im Café Légère statt. Was genau dort passiert, hat Marissa Müller bei der Veranstalterin nachgefragt.

"Mit Artnight wollen wir Menschen zusammenbringen", sagt Gründerin und Geschäftsführerin Aimie-Sarah Henze. Gerade in der deutschen Kultur sei es normalerweise so, dass man sich nicht einfach an einen fremden Tisch dazu setzt. "Und es gibt eben nicht so viele Möglichkeiten, wenn man abends alleine unterwegs ist und nicht will, dass es unangenehm ist".


Bei der Artnight kann man mit maximal 25 anderen Teilnehmern an einem Nachmittag oder Abend sein eigenes Kunstwerk schaffen und sich dabei mit neuen Leuten unterhalten, essen und trinken. Die Artnight kann auch als private Veranstaltung, beispielsweise als Team-Event oder als Junggesellinnen-Abschied gebucht werden.

Artnight passt gut nach Freiburg

Aimie-Sarah Henze und David Neisinger haben das Veranstaltungsformat im September 2016 gegründet. Die Idee dazu entstand, nachdem David Neisinger in den USA das "Social Painting", also Malkurse in Bars und Restaurants, entdeckt hat. Davon waren die zwei begeistert: "Wir haben beide gerne Sachen erlebt aber außer Kino, Restaurants, Bowling und so weiter hat man in Deutschland wenig Möglichkeiten", sagt Aimie-Sarah Henze. "Und wir haben uns gedacht, Mensch, wieso gibt es das nicht in Europa?"

Anfangs fanden die Artnights nur in Berlin statt, mittlerweile gibt es sie in bereits 25 Städten in ganz Deutschland – und ab Oktober auch in Freiburg. "Artnight ist bereits in Stuttgart, wir wollen mit Freiburg einfach eine deutschlandweite Abdeckung erreichen", sagt Aimie-Sarah Henze. In Freiburg gäbe es aber auch coole Künstler. "Die Stadt hat schon viele tolle Angebote und da passt Artnights gut rein."

Die ersten Termine sind fast ausgebucht

Die Veranstaltungen sind längerfristig angelegt. "Artnight gibt es ab jetzt in Freiburg und wird auch, so lange es Artnights gibt, hier sein", sagt die Gründerin. Im Monat werden erst einmal vier bis fünf Events in Freiburg stattfinden. Die erste Veranstaltung steigt am 9. Oktober von 16 bis 18.30 Uhr im Café Légère und steht unter dem Motto "Blumenmädchen". Zwei weitere Veranstaltungen Ende Oktober und Anfang November stehen auch schon im Programm. Um teilzunehmen, muss man vorher online Tickets buchen.

"Die ersten Termine in Freiburg sind schon fast ausgebucht", sagt Aimie-Sarah Henze. Angeleitet wird das Ganze in Freiburg von Rejana Woock. Die Sängerin und Trainerin für Körper und Entspannung aus Hamburg erklärt das Motiv und gibt Geheimtipps, so dass auch Laien ein schönes Kunstwerk gelingt. Seit fünf Jahren lebt Rejana Woock in Freiburg, wo sie Kurse anbietet, Lieder schreibt und in ihrer Freizeit malt.

"Bei den Künstlern ist es uns wichtiger, dass sie Spaß daran haben, mit Menschen zu interagieren, als dass sie total bekannt sind", erklärt Aimie-Sarah Henze. Die Künstler müssen sich für die Stelle bewerben. Sie durchlaufen dann ein längeres Auswahlverfahren, in dem einerseits darauf geachtet wird, dass sie künstlerisch begabt und kreativ sind und andererseits darauf, dass sie die Kunst vermitteln können.

Bevor sie die erste Artnight abhalten, werden sie von jemandem aus dem Team gecoacht. "95 Prozent der Künstler können von ihrer Kunst nicht leben. Mit Artnight kann ihr Talent genutzt werden und wir ermöglichen vielen von ihnen einen coolen Job.", sagt die Gründerin.

Eine 80-Jährige war auch schon dabei

Das Veranstaltungsangebot sei vor allem bei Frauen beliebt. "80 Prozent der Teilnehmer sind Frauen. Sobald die Männer wissen, dass es so etwas gibt, kommen aber auch mehr Männer", sagt Aimie-Sarah Henze. Frauen stünden dem ganzen Thema jedoch etwas offener gegenüber. Die meisten Menschen, die zu einer Artnight kommen, sind zwischen 20 und 40. "Wir hatten aber auch schon eine 80-Jährige und manche sind erst 18", sagt die Gründerin. "Man hat die Möglichkeit, Leute zu treffen, mit denen man sich im Alltag normalerweise eher nicht unterhält".

Flamingo-Motive sind gerade modern

Gemalt werden unter anderem Motive, die im Trend liegen. "Flamingos sind gerade modern, deshalb haben wir in letzter Zeit viele Flamingo-Themen gehabt", sagt Aimie-Sarah Henze. Oft sei es auch abhängig von der Jahreszeit: "Im Sommer malt niemand eine Winterlandschaft". In einem Online-Motiv-Katalog können die Künstler ihre Ideen mit den anderen teilen und neue Motive hochladen. Es gäbe immer einen Austausch und neue Motive, die sich die Künstler auch teilen. Es könne zum Beispiel sein, dass in Berlin und in Freiburg das gleiche Thema angeboten wird.
  • Was: Artnight, erste Veranstaltung "Blumenmädchen"
  • Wann: 9. Oktober, 16 bis 18:30 Uhr
  • Wo: Café Légère, Niemensstraße 8