Donkey Republic

Ab kommender Woche gibt es Leihfahrräder in Freiburg

Klaus Riexinger

Ab Donnerstag stellt das private Unternehmen Donkey Republic vorerst 50 Fahrräder zum Verleih in der Freiburger Innenstadt zur Verfügung. Die Stadt plant derweil weiter an ihrem eigenen Fahrradverleih, der mit 300 000 Euro pro Jahr bezuschusst werden muss.

Das dänische Unternehmen Donkey Republic hat am Mittwoch 50 Leihfahrräder nach Freiburg geliefert. Partner vor Ort ist das Fahrradverleih-Unternehmen Freiburg Aktiv, das die Räder gekauft hat, am Mittwoch vorstellt und am Donnerstag in Betrieb nimmt. Donkey Republic stellt die für den Verleih benötigte App zur Verfügung.


Unabhängig davon verfolgt die Stadt Freiburg weiter ihren Plan, ein eigenes Verleihsystem zu installieren. Im Unterschied zum Anbieter aus Kopenhagen ist der städtische Verleih aber auf einen jährlichen Zuschuss von 300 000 Euro angewiesen. Darüber hatte es im Gemeinderat im Oktober eine kontroverse Debatte gegeben. In der Abstimmung setzten sich die Befürworter des Zuschusses durch.

"Alle Recherchen und Erfahrungen aus anderen Städten zeigen, dass es keinen zuschussfreien Fahrradverleih in Deutschland gibt – zumindest nicht in der Qualität, wie sie der Gemeinderat gewünscht hat", teilt die mit der Planung beauftragte Freiburger Verkehrs AG auf Anfrage mit – von dem Angebot von Donkey Republic wusste man am Freitag weder bei der VAG noch bei der Stadt etwas.

55 Standorte für 400 Fahrräder

Da der städtische Fahrradverleih mit der Bettensteuer finanziert werden soll und dagegen noch eine Klage beim Bundesverfassungsgericht anhängig ist, lässt eine Umsetzung weiter auf sich warten. Für die Ausschreibung, die gerade vorbereitet wird, erarbeitet das Garten- und Tiefbauamt mit einem externen Ingenieurbüro ein "Stationskonzept" mit 55 Standorten für 400 Fahrräder. Genaue Standorte könnten daher noch nicht mitgeteilt werden, teilt die VAG weiter mit. Donkey Republic denkt derweil schon über den nächsten Schritt nach und überlegt, die Zahl der nach Freiburg gelieferten Räder auf 150 aufzustocken. Das wird aber davon abhängen, wie sich die Nachfrage entwickelt. Mit dem Angebot reagiere man sowohl auf vielfachen Kundenwunsch als auch auf die städtische Konkurrenz, sagt Freiburg-Aktiv-Geschäftsführerin Claudia Kagel.

Aufgabe des Partners Freiburg Aktiv ist es, die Räder an bestimmten Punkten in der Innenstadt abzustellen und die Wartung zu übernehmen. Donkey Republic stellt die zum Verleih benötigte Smartphone App zur Verfügung. Sie zeigt an, an welchen Stationen verfügbare Fahrräder stehen. Mit der App lassen sich auch die Fahrräder entriegeln und verschließen. Wie der für das Deutschland-Geschäft von Donkey Republic zuständige Konrad Lüders sagt, sollen die Fahrräder an bestimmten, leicht zugänglichen Knotenpunkten in der Stadt abgestellt werden. Darüber sei die Stadt vorab informiert worden.

Die Stadt soll somit nicht mit Fahrrädern überschwemmt werden

Wer sie nach Gebrauch an einem anderen Standort abstellt, muss eine Extragebühr entrichten. In der App wird den Nutzern angezeigt, wo freie Stellplätze vorhanden sind. Ein falsch abgestelltes Fahrrad wird vom Partner Freiburg Aktiv zum "Hub" genannten Standort zurückgebracht. Donkey Republic bezeichnet sein System als effizient, weil die Räder häufiger im Einsatz seien, die Stadt somit nicht mit Fahrrädern überschwemmt werde und es keine wild abgestellten Fahrräder gebe wie bei anderen Angeboten.

Eine halbe Stunde Fahrt soll einen Euro kosten, der Tagespreis liegt bei zehn Euro. Bis zu fünf der beleuchteten Drei-Gang-Schaltung-Fahrräder können gleichzeitig gebucht werden. Die Abrechnung erfolgt ebenfalls über die App. "Für uns war entscheidend, dass die Datensicherheit bei Donkey Republic gewährleistet ist", sagt Freiburg-Aktiv-Geschäftsführerin Claudia Kagel.

Das 2015 in Kopenhagen gegründete Unternehmen mit 25 Beschäftigten ist in 40 Ländern präsent, in Deutschland gibt es die markanten orange-grauen Fahrräder unter anderem in München, Köln, Hamburg und Berlin. Wie Konrad Lüders mitteilt, sind derzeit weltweit 4 000 Fahrräder im Verleih. In diesem Jahr soll sich die Zahl auf 8 000 verdoppeln. "Wir schaffen es ohne Zuschuss, aber wenn wir 300 000 Euro bekommen, sagen wir nicht Nein", sagt Konrad Lüders augenzwinkernd.