Testfahrt

Ab jetzt gibt es WLAN in allen Bussen der Freiburger VAG

Joachim Röderer

Die VAG hat 65 Fahrzeuge umgerüstet. In ihnen gibt es für Fahrgäste jetzt kostenloses Internet. Die Straßenbahn-Flotte geht erst Ende des Jahres online. Eine Testfahrt mit dem Smartphone.

Das Einloggen geht schnell und funktioniert unkompliziert. Wer in einem der 65 roten Busse der Freiburger Verkehrs-AG durch die Stadt rollt, kann von sofort an via VAG-eigenes WLAN kostenlos im Internet surfen. Bei der Probefahrt am Montag von der Haid bis in den Stühlinger lief die Verbindung ziemlich stabil – von ein paar Mini-Hängern abgesehen. Nun macht sich die IT-Abteilung der Verkehrsbetriebe an die Straßenbahnflotte: Alle 71 Trams sollen bis Jahresende mit drahtlosem Internetzugang ausgestattet sein.


"Das kostenlose WLAN-Angebot wurde von unseren Fahrgästen sehr gut angenommen und läuft stabil." Oliver Benz, VAG-Vorstand
Vorne neben der Fahrertür klebt an den VAG-Bussen nun ein WLAN-Logo. Das bedeutet: Rein in den Bus, rein ins Internet. Einer fährt und alle Anderen können surfen. Im Februar war ein Test in vier Gelenkbussen gestartet worden. Dieser Probelauf ist nun zu Ende. Die VAG spricht von einem Erfolg: "Das kostenlose WLAN-Angebot wurde von unseren Fahrgästen sehr gut angenommen und läuft stabil", berichtet VAG-Vorstand Oliver Benz.

An Bord jedes Busses wurde ein Router installiert

Bei Fahrgastumfragen von Verkehrsbetrieben überall im Land steht kostenloses WLAN im ÖPNV seit Jahren ganz oben auf der Wunschliste. Die VAG liefert nun: An Bord jedes Busses wurde ein Router installiert. Über eine eingebaute SIM-Karte kann der Router an den öffentlichen Mobilfunk angeschlossen werden. Die Fahrgäste können sich nun einloggen. So weit die Theorie. Aber funktioniert das neue Angebot in der Praxis? Wir sind am Montagnachmittag einmal mitgefahren – mit der Linie 14 von der Munzinger Straße draußen im Gewerbegebiet Haid bis zur Haltestelle Eschholzstraße im Stühlinger.

Das Einloggen ins rollende Netz geht einfach und ist eine Sache von Sekunden. Der User muss in den WLAN-Einstellungen das "VAG WLAN" auswählen. Dann erscheint auf dem Bildschirm eine Startseite mit den Nutzungsbedingungen, die man über das Feld "Kostenfrei anmelden" akzeptiert. Eine persönliche Registrierung mit Anmeldung oder das Eingeben sonstiger Daten ist nicht notwendig.

Noch bevor der Bus losfährt, steht die Verbindung. Das Posten eines Instagram-Beitrags über das Bus-Netz klappt. Facebook kann man ohne Ruckeln durchscrollen. Dann sind wir ein bisschen fies und rufen eine Netflix-Serie auf – was natürlich ordentlich Datenkapazität fordert. Bei der Fahrt durch St. Georgen bleibt der Bildschirm schwarz, nur das "Ladezeichen" dreht sich. Kurz vor Haslach bewegen sich die Bilder des Videos.

Router-Einbau in den Trams ist technisch aufwändiger

Wir rufen die App der Badischen Zeitung auf und laden die Montagsausgabe herunter. Das ist eine Sache von Sekunden und offensichtlich keine große Herausforderung für das Bus-WLAN. Allerdings sitzen an diesem Feriennachmittag keine 20 Passagiere an Bord, von denen auch nur drei oder vier ein Smartphone in der Hand halten. Auch das Musikhören über die Spotify-App klappt ohne Probleme. Alles funktioniert, wie es funktionieren soll. Fährt man mehrmals täglich mit einem Bus, muss man sich immer nur einmal am Tag anmelden.

VAG-Vorstand Stephan Bartosch teilte mit, dass im zweiten Halbjahr 2019 die gesamte Straßenbahnflotte mit ihren derzeit 71 Fahrzeugen mit drahtlosem Internetzugang ausgestattet werden soll. Für die Techniker seien die Bahnen jedoch eine größere Herausforderung: Hier habe man es mit unterschiedlichen Fahrzeugtypen und einer aufwändigeren Verkabelung zu tun, daher dauere die Umsetzung länger, so Bartosch.

Die Umrüstung aller Busse und Bahnen kostet rund 200.000 Euro, die jährlichen Kosten liegen bei 45.000 Euro, informierte die VAG im Februar.

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