Ab Donnerstag: Kunst, Politik und Gefühle beim "Art Affects"-Festival in Freiburg

Iris König

Wer ist Schuld daran, wenn man deprimiert ist: Die Gesellschaft? Die Politik? Oder läuft's in der Politik nicht so gut, weil das Volk deprimiert ist? Diesen und anderen Fragen will das Festival und Symposium "Art Affects" ab heute nachgehen - mit Konzerten, Workshops, Vorträgen und Filmvorführungen in Freiburg, Straßburg und Basel.



"Art Affects" widmet sich der Wechselwirkung zwischen privaten Gefühlen eines Menschen und der öffentlichen Gesellschaft. "Es geht um die Frage, wie politische Zustände unsere Gefühle mitbestimmen, die wir für ganz privat und individuell halten", sagt Thomas Goebel, Pressesprecher der Veranstaltung, "und umgekehrt, wie unsere individuellen Gefühlslagen wiederum gesellschaftlich wirken."


In der Jackson Pollock Bar performen am Freitag um 22:30 Uhr die Sexxonauten (Foto oben) mit Sprechgesang, Trompete und Beatbox - eine Mischung aus Aufführung und Konzert. Am Samstag um 22.30 tritt Bernadette La Hengst mit ihrem Programm "Grundeinkommen Liebe" auf.

Am Samstag um 19 Uhr führen Schauspieler des Freiburger Ensembles im Kleinen Haus drei Theaterstücke in szenischen Lesungen auf - kurze Texte zum Thema Zorn, Depression und Angst: "Take Care, Comrade" (Darja Stocker), "Georgia" (Nino Haratischwili) und "Angst und Abscheu in der BRD" (Dirk Laucke).



Darja Stocker hat für ihre performative Lesung in Berlin, Palermo und Kairo recherchiert und Filmaufnahmen gemacht, die während der Lesung am Samstag erstmals gezeigt werden. Ihr Thema: Flüchtlinge, Asylbewerber und dem Verhältnis zwischen politischen Engagement und persönlichen Gefühlen.

Auch wissenschaftliche Themen sind mit Kunst verknüpft: Am Freitag um 10 Uhr findet eine Einführung von Andrea Zimmermann und Ursula Degner im Kleinen Haus statt. Ab 14 Uhr hält Ann Cvetkovich aus Texas zunächst einen Vortrag zum Thema "The Sovereignty Of The Senses" und wird später in Karin Michalskis Kurzfilm "The Alphabet Of Feeling Bad" gezeigt. Der Film der Berliner Regisseurin Karin Michalski behandelt das Forschungsthema - private Gefühle können von der Gesellschaft beeinflusst sein - von Ann Cvetkovich.



Am Samstag um 14 Uhr gibt die Freiburger Schriftstellerin Annette Pehnt im Theatergebäude einen Workshop in kreativem Schreiben - dabei können Teilnehmer im Selbsttest Briefe an und gegen die Angst verfassen. Gleichzeitig bietet Graham Smith ab 14 Uhr Tanzkurse im Kleinen Haus an. Gemäß dem Motto "von der Angst zur Verwunderung" sollen durch das Tanzen Ängste vertrieben werden. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

Mehr dazu:



Was
: Festival und Symposium "Art Affects - Politiken der Gefühle"
Wann: Donnerstag, 13. bis Samstag, 16. Februar 2014
Wo: Im Theater, in der Jackson Pollock Bar und im Alten Wiehrebahnhof
Kosten: Theaterstücke, Szenische Lesungen und Konzerte ab 17 Uhr: 12 Euro / 8 Euro; bei allen weiteren Veranstaltungen: Eintritt frei. Beim Besuch von mindestens fünf verschiedenen Veranstaltungen erhält man alle Karten zum reduzierten Preis von 5 Euro.

Das komplette Programm findet man auf der Website von Art Affect. [Bild 1: Promo; Bild 2: Privat; Bild 3: Veranstalter]